Dienstag, 21. Mai 2019

Nicht gerade jetzt!

Seit mehr als 15 Jahren habe ich mit rezidivierenden Schmerzen in der LWS zu kämpfen, zwei Mal war ich deswegen auch schon zur Reha. So richtig weiss niemand, wo die Schmerzen herkommen. Die Kassenärzte machten es sich einfach und sprachen von einer Bandscheibenvorwölbung. Auf den Bildern war und ist allerdings nie etwas sonderlich Auffälliges zu sehen.

Andere Ärzte haben ganz andere Idee, was aber nun wirklich der Auslöser ist, weiss ich bis heute nicht. Fakt ist, dass die Schmerzen immer wieder zurück kommen. Immerhin hatte ich jetzt fast 1,5 Jahre Ruhe, nachdem der Chef der Schmerztherapie hier im Hause mir zwei Spritzen in die Facettengelenke verpasste.

Aber heute Morgen waren sie plötzlich wieder da. Der erste "Stich" kam schon früh, als ich Futter in den Katzennapf tat. Vorhin stieg ich dann aus dem Auto, um ins Büro zu laufen, und der Weg trieb mir Pippi ins Auge. Nun sitze ich hier auf meinem Stuhl und überlege, ob ich mir in der Klinik eine starke Schmerztablette holen oder lieber gleich wieder nach Hause gehen soll.

Toller Moment, wo wir doch am Sonntag nach London fliegen wollen. Muss das gerade jetzt sein? Will mir mein Körper damit etwas sagen?

Montag, 20. Mai 2019

Das grosse Warten

Überall braucht es momentan Geduld: Warten auf schönes Wetter (ich bin ausnahmsweise mal neidisch auf Berlin!). Kühl, grau, regnerisch ist es hier seit Tagen. Natürlich ist das gut für die Natur, aber ich würde gern mal wieder draussen sitzen anstatt auf dem Sofa. Das geht leider schon seit Wochen nicht mehr.

Warten auf die Punktevergabe beim ESC, um dann zu hören: Sorry, Germany - zero points. Und dafür bin ich bis 1 Uhr wach geblieben? ;-)

Warten auf eine Entscheidung zur Stellenbesetzung. Am Freitag sollte eigentlich eine Aussage zur letzten der Stellen, auf die ich mich beworben hatte, getätigt werden. Kurz vor 16 Uhr hatte ich dann die Hoffnung schon aufgegeben, als mein Handy klingelte: Er könne mir noch nichts sagen und ich müsse bitte noch Geduld bis Montag oder Dienstag haben. Ja, was machen die denn da? Und was passiert heute oder morgen? Müssen sie noch ein Orakel befragen? Meinem Chef geht es auch nicht besser. Für seine Bewerbung auf eine andere Stelle hat er die selbe Nachricht bekommen. So warten wir also beide ...

Warten auf den Urlaub. Sonntag geht es los Richtung England. Wir werden nur fünf Tage weg sein, aber immerhin mal wieder raus! Wenn das Wetter dort auch nur etwas besser ist als derzeit hier, wird es sicher ein wunderschöner Trip.

Auf meinen Kollegen muss ich heute Morgen nicht warten, der hat sich krank gemeldet. Ich hoffe nur, er wird jetzt nicht unzuverlässig in den letzten Wochen, bevor er uns verlässt. Aber derzeit geht scheinbar wirklich "etwas" um, also gehe ich mal davon aus, dass es ihn tatsächlich erwischt hat.

Also dann - auf in die neue Woche, mal schauen, welche Überraschungen sie bereit hält und ob das Warten belohnt wird.

Freitag, 17. Mai 2019

Ziemlich gute Freunde

Diesmal geht es mir nicht um die starren und gruseligen Strukturen in der Behörde, es geht um etwas ganz Natürliches: Die Rangordnung bei Katzen.

Unser Henry war ja bei uns ein "Einzeltier", im Nachhinein nicht gerade eine gute Entscheidung. Solange er im Haus eingeschlossen war und damit auch nie "Besuch" bekam, war er der uneingeschränkte Herrscher daheim. Daran änderte sich zunächst auch nichts, als er Freigänger wurde. Wir haben ihn draussen hin und wieder mal beobachtet, wie er mit einer anderen Katze herum sprang oder auch mal jemanden verjagte.

Aber seit wir nun Dauerbesuch von den Nachbarn haben, hat sich sein Verhalten geändert. Henry selbst ist eher ängstlich und kommt mit einigen Katzen nicht gut aus. Das führt nun auch dazu, dass er sich zum Teil nicht mehr herein traut oder gleich wieder das Weite sucht, wenn er daheim auf einen Konkurrenten trifft. Das macht uns Sorgen, und wir versuchen immer wieder, ihn herein zu locken und zu überreden, auf seinen Lieblingsplätzchen zu schlafen. Mal klappt das, mal möchte er aber auch unbedingt schnell wieder ins Freie.

Es gibt aber offenbar auch Katzen, die noch unter ihm stehen und die dann "des Feldes verwiesen" werden, wenn sie im Garten auftauchen. Und besonders froh sind wir, dass Henry einen Freund gefunden hat, von dem wir früher dachten, es sei ein Mädchen. Schon seit einiger Zeit sehen wir die Beiden immer mal, wie sie gemeinsam durch den Garten toben oder sich necken. Damals wussten wir lange nicht, wer der oder die war. Inzwischen "wohnt" der Freund ja nun auch bei uns, und es ist immer noch süss zu sehen, wie die zwei zusammen auf dem Dachboden toben oder nebeneinander auf der Tischtennisplatte schlafen.

Oder beienander stehen, wenn es ums Fressen geht. Um Henry ein gewisses Privileg zu verleihen, darf er manchmal auf der Küchenplatte seine Mahlzeit einnehmen. Aber das ist natürlich auch für seinen Kumpel sehr verlockend. Und so wartet der Freund ungeduldig, bis Henry endlich fertig wird, um die Reste zu fressen:



Es ist daheim nun immer etwas los. Rosalie meinte heute Morgen, wir können eigentlich gar nicht mehr verreisen wegen der vielen Fellnasen. Manchmal müssen wir regelrecht "jonglieren", damit sich keine benachteiligt fühlt oder Angst bekommt. Wenn hier vier Katzen aus verschiedenen Haushalten gleichzeitig zur Tür herein wollen, ist das gar nicht so einfach. :-) Und wer kann bei so einem Anblick schon widerstehen ...





Donnerstag, 16. Mai 2019

12 Points go to ...

Und wieder ein Jahr um. Hab ich nicht gerade erst vom ESC geschrieben?

Früher in Berlin war das Halbfinale wenig spannend für mich, zumal es den Reiz vom Samstag ein wenig genommen hat, da man natürlich viele Beiträge doppelt zu sehen bekommt. Aber jetzt als "Schweizer" ist zumindest ein Halbfinale selbstverständlich Pflicht, schliesslich geht es darum, ob mein Gastland am Samstag endlich mal wieder teilnehmen darf.

Dem deutschen Beitrag bescheinigen die Wettbüros aktuell Platz 27, es sieht also mal wieder nach einer Pleite aus. Luca Hänni scheint bessere Chancen zu haben. Also werden wir vor allem ihm daheim auf dem Sofa am Samstag die Daumen drücken. Aber solange es Peter Urban noch gibt, schalten wir dabei natürlich die ARD ein. Das hat schliesslich Tradition.

Leider muss man inzwischen auch Daumen drücken, dass alles friedlich bleibt. Die Veranstaltung wäre das ideale Anschlagsziel für Israel-Hasser.

Hoffen wir also auf einen ruhigen, spannenden und lustigen Abend - und den einen oder anderen Punkt auch für Deutschland! Europe: Start voting NOW! :-)


Mittwoch, 15. Mai 2019

Dies und das

Gestern Abend erhielt ich auf meinem privaten Handy einen Anruf und die Absage auf die zweite Stelle, für die ich mich beworben hatte. Es gäbe Leute, die mehr Background zu dem Thema hätten. Glaube ich gern, ärgert mich auch nicht. Es wäre eher eine ungeliebte Notlösung geworden.

Ärgerliche Post vom Scheidungsanwalt: Der Richter beharrt darauf, dass der Gutachter die Beweise nicht sehen darf und verteidigt seine Entscheidung, dass der Gutachter einseitige Gespräche mit Rosalies Ex und dessen Anwalt führen darf, ohne die andere Seite zu hören. Das ist an Dreistigkeit nicht zu überbieten.

Stellt Euch dazu Folgendes vor: Ihr wollt dem Finanzamt und natürlich auch und vor allem dem Ex vorenthalten, wie viel Geld Ihr Euch monatlich von der eigenen Firma als Einkommen auszahlt. Also zahlt Ihr Euch ein Gehalt in halbwegs plausibler Höhe vorschriftsmässig aufs eigene Privatkonto aus, und den "Rest" verschleiert Ihr in der Buchhaltung. Mit "Rest" meine ich Möbel, Unterhaltungselektronik, Reisen, Freizeitaktivitäten, Restaurantbesuche usw. So wird aus dem sonntägliche Picknick auf der Piste ein Geschäftsessen, aus dem Schuppen für die e-Bikes und Gartengeräte ein Lagerhaus, aus der Ferienreise nach Übersee mit den eigenen Kindern, der neuen Partnerin und deren Tochter ein "Firmenausflug" ... Über die Jahre kommen so Hunderte von Buchungen zusammen, die zu beanstanden wären - wenn man sie denn erst mal findet und auch eine Idee hat, was tatsächlich dahinter steckt.

Das kann ein neutraler Gutachter logischerweise nicht - wie sollte er. Allein schon die Aufgabe, vier Jahre Buchhaltung in wenigen Tagen zu prüfen, dann noch relevante Buchungen zu finden und zu analysieren - das kann nicht gehen. Müsste es auch nicht, wenn er die Beweise von Rosalie einsehen dürfte. Da steht alles schon drin, er bräuchte nur noch DAS zu prüfen.

Doch was meint jetzt der Richter? Der Gutachter müsste zweifelhafte Buchungen ja nur mit dem Ex besprechen und dann wäre es klar. Aber sicher! Und der Ex wird sich hinstellen und sagen: Ja, genau, da und da und da habe ich beschi**en? Wenn er dem Gutachter sagt, dieser Betrag war für mein "Lagerhaus" - wie soll der wissen, dass es kein Lagerhaus gibt und die Ein-Mann-Beratungsfirma auch gar keins brauchte? Der Ex kann ihm das Blaue vom Himmel lügen, so wie er es auch Rosalie und dem Finanzamt gegenüber immer wieder getan hat.

Würde er nur die Steuern betrügen, wäre es seine Sache, aber all das Geld, was er auf diese Weise aus der Firma gezogen hat, stünde eigentlich zur Hälfte Rosalie zu. Und das ist das Perfide. Und deshalb können wir das nicht einfach auf sich beruhen lassen. Allerdings klang ihr Anwalt gestern im Mail recht resigniert. Man könnte wirklich den Eindruck bekommen, Richter und Anwalt vom Ex haben eine gemeinsame Leiche im Keller ...

Und sonst noch? Wir hatten wieder Besuch im Bett. Das riesige Katertier von der Nachbarin hat zwei Stunden mit uns gepennt. Man braucht übrigens gute Bauchmuskeln, wenn ein geschätzter 7kg-Kater über einen rüber steigt. :-)



Mit meiner dritten und letzten Bewerbung muss ich noch wenigstens bis Freitag auf ein Zwischenergebnis warten. Auch mein Chef soll bis zu diesem Tag eine Rückmeldung auf seine eigene Bewerbung bekommen. Am Wochenende können wir uns dann wohl im Alkohol ertränken, aus Freude oder Frust.

Bis dahin werfe ich mich am besten in die Schlacht von Game of Thrones und schwärme ein bisschen für die hübsche Emilia Clarke. :-)


Dienstag, 14. Mai 2019

Schatten der Vergangenheit

Gestern wurde ich - oh Wunder - tatsächlich noch zu einem Vorstellungsgespräch für den Job, der meinen beruflichen Erfahrungen am meisten entspricht, eingeladen. Eigentlich wollte nur der Chef des Bereichs anwesend sein, aber er brachte dann doch noch eine weitere Person, die sich als externer Coach vorstellte, mit.

Die Beiden spielten dann so etwas wie good cop, bad cop. Während der Chef mich ständig anlächelte und die "netten" Fragen stellte, stocherte der Externe in meinem Lebenslauf und in den Zeugnissen herum und versuchte, Ungereimtheiten aufzudecken. So meinte er, dass das Zeugnis der Behörde ja sehr passiv sei und gar nicht viel drin stehen würde.

Ja, es ist halt Behördeneutsch, und ich musste das Werk damals auf meinen ausdrücklichen Wunsch hin zwei Mal ändern lassen, weil es davor noch schlimmer war. Nicht nur, dass Begriffe und Abkürzungen verwendet wurden, die man ausserhalb der Behörde und erst recht in der Schweiz gar nicht kennt: Es wurde z. B. auch eine Form des "Codes" benutzt, die unterstellt, ich würde im Büro ständig nach sexuellen Kontakten zu Kolleginnen suchen. So ein Fauxpas sollte natürlich einem HR-Bereich nicht passieren, ist aber vielleicht kein Wunder, denn Zeugnisse schreibt man in der Behörde eher selten. Wer einmal da ist, geht in der Regel nicht mehr. Ganz viele machen ihre Ausbildung dort und bleiben bis zur Rente.

Das macht den Laden zu einem trägen, verstaubten Haufen. Und die strengen Hierarchien führen ebenfalls dazu, dass nur ganz wenige die Chance erhalten, überhaupt irgendeine Karriere zu machen. Es ist nämlich zum Beispiel so, dass sich ein "Zuarbeiter" nicht auf eine Dezernentenstelle bewerben kann, selbst wenn er die fachlichen Voraussetzungen mitbringen würde. Neben der fachlichen Qualifikation wird immer auch die zumindest zweijährige Tätigkeit in der unmittelbar darunter liegenden Hierarchie-Stufe verlangt. Man muss also die lange Kette durchlaufen, um irgendwann mal in eine Stelle wechseln zu können, die vielleicht auch Personalführung beinhaltet.

Genau das war gestern auch eine Frage vom bad cop. Die ausgeschriebene Stelle beinhaltet nämlich Personalführung, und der Vorwurf war, dass ich das ja bisher noch nie gemacht hätte. Die Frage, warum nicht und warum jetzt war dann halt nicht so leicht zu beantworten und für einen Schweizer offenbar kaum nachvollziehbar. Dabei habe ich für Behördenverhältnisse schon eine steile Karriere hinter mir von der "Registraturkraft" zum "Hauptsachbearbeiter". Das schafft fast niemand, und ohne Unterstützung durch Führungskräfte und ein wenig Vitamin B ist es auch kaum möglich.

Das alles interessierte aber nicht, stattdessen kam mehrfach die Frage nach dem "warum nicht früher".

Ich kann verstehen, dass man in der Position natürlich möglichst die perfekte Person mit Führungserfahrung und super fachlicher Qualifikation sucht. Es ist aber wie schon bei der anderen Stelle die Crux, dass man Menschen auch die Chance geben sollte, Erfahrungen zu machen - wie will man sich sonst weiter entwickeln? Jede Führungskraft hat mal angefangen, und nur weil ich schon die Fünf im Alter habe, geht das nicht mehr? Keine Erfahrung, also auch keine Entwicklung?

Es könnte gut sein, dass mir mein Behördendasein nun den nächsten Schritt verbaut, da es für Aussenstehende so aussieht, als hätte ich in den 13 Jahren nicht genug getan. Da reicht es vielleicht auch nicht, dass mein Chef-Chef sich letzte Woche persönlich dafür eingesetzt hat, dass ich eine Perspektive bekomme, nachdem er hörte, dass ich ein Zwischenzeugnis angefordert habe: "So einen guten Mann könne man doch nicht gehen lassen." Tja, vielleicht hätte er sich das früher mal überlegen sollen ...

Der "bad cop" bescheinigte mir abschliessend gestern immerhin, dass ich ein "Machertyp" sei. Ob das Argument genug ist, um mir eine Chance zu geben, werde ich vielleicht am Freitag wissen. Dann soll ich eine erste Rückmeldung bekommen.

Momentan bin ich eher skeptisch, was meine Zukunft und vor allem meine berufliche Karriere hier betrifft. Dabei ist das eigentlich ein Irrsinn. Ich habe einen tollen Stand in den Kliniken und im Team, meine Arbeit wird sehr geschätzt, mein Chef hat mir eine super gute Beurteilung im letzten MAG vorgelegt, und gestern hat mir eine Mitarbeiterin sogar spontan eine Flasche Wein geschenkt, weil sie so zufrieden war mit meiner professionellen Unterstützung. Wenn das alles nicht genug ist, zählen hier wohl andere Werte, und dann muss ich mir überlegen, ob ich hier auf Dauer wirklich am richtigen Platz bin, zumal auch das Gehalt nicht sonderlich entschädigt.

Wir werden sehen.


Montag, 13. Mai 2019

Kuscheltiere

Diese langen Wochenenden sind schon was Feines. Kein Wecker, nicht auf die Uhr schauen müssen, ausschlafen ...

Schön, wenn man keine kleinen Kinder mehr hat, die morgens um halb sechs voller Power den Tag beginnen wollen, ins Bett springen und nicht verstehen können, dass die Eltern noch sooo müde sind.

Es müssen aber nicht unbedingt Kinder sein. Ihr erinnert Euch an das Foto vom letzten Post? Das grosse, hübsche Tier rechts im Bild, das neuerdings mehrmals täglich stundenlang vor unserer Tür sitzt?

Samstagmorgen wurde ich von einem komischen Geräusch geweckt. Nachdem ich mich sortiert hatte und aufblickte, entdeckte ich den Grund dafür: Neben Rosalie im Bett lag - die grosse hübsche Katze, schön am Rand und lang ausgestreckt! Ich war erst baff und muste mir die Augen reiben, weckte dann Rosalie und sagte, sie solle sich mal vorsichtig umdrehen. Dann mussten wir beide lachen.

Der lustige Gesell schlief dann noch eine Weile gemütlich im Bett, bevor er das Haus wieder durch die Katzenklappe verliess. Seitdem bleibt er allerdings (zum Glück) wieder draussen und wartet geduldig auf ein paar Streicheleinheiten.

Keine Ahnung, was ihn an dem Morgen dazu gebracht hat, zu uns ins Bett zu kommen, zumal er noch nie zuvor so weit ins Innere des Hauses vorgedrungen war. Vielleicht haben ihm die anderen Tiere geflüstert, wie gemütlich es bei uns ist, und er (oder sie) wollte es unbedingt mal selbst ausprobieren?

Solange es nicht der Fuchs ist, müssen wir uns wohl keine Gedanken machen. ;-)

Donnerstag, 9. Mai 2019

Unser Katzenhaus

Es ist schon verblüffend, was man tags und nachts rund ums Haus beobachten kann, wenn man eine Webcam benutzt: ob Fuchs, Marder oder eben unsere vielen Katzen.

Zwei Strassen weiter gibt es ein Haus mit drei Rassekatzen. Die scheinen sich abzusprechen, denn immer wieder tauchen alle drei bei uns auf. Sie sind ganz verschieden, aber jede für sich ist etwas Besonderes.

Neulich traute ich allerdings meinen Augen nicht. Alle drei sassen gleichzeitig auf der Gartentreppe und warteten auf ... mich?

Vermutlich eher auf ein Leckerli, aber ich musste lachen, als ich die Tür öffnete und die drei da sitzen sah.

Inzwischen haben auch alle drei Tiere die Katzenklappe entdeckt. Da wir die Verriegelung ausgeschaltet haben, spazieren sie nun gern mal eine Runde durchs Erdgeschoss und gehen dann wieder ihrer Wege.

Solange das so bleibt, haben wir nichts dagegen. Schwierig würde es, wenn sie sich entschlössen, bei uns zu schlafen. Dann müssen wir uns etwas einfallen lassen.

Im Bild von unten nach oben: Abessinerkatze, Manx und British Shorthair.

Mittwoch, 8. Mai 2019

Kein Leuchtturm

Kurz vor Feierabend gestern erhielt ich per internem Chat von dem Menschen, bei dem ich das Vorstellungsgespräch hatte, eine Anfrage, ob ich noch schnell für einen "kurzen Austausch" vorbei kommen könnte. Als ich das las, war mir ziemlich klar, worum es gehen würde ...

Also packte ich zusammen und ging auf dem Weg zum Auto in seinem Büro vorbei. Der Herr bot mir nicht mal einen Platz an, sondern stellte sich mit mir an sein Stehpult. Nach den üblichen Höflichkeitsfloskeln meinte er dann, ich sei noch nicht bereit, um "einer der zehn Leuchttürme der IT im Hause" zu sein. Meine Frage, ob er das begründen könne, konnte er nicht beantworten. Er meinte, es wäre ein Bauchgefühl.

So so. Ich hab zwei Mal studiert (und dann noch genau das, was hier gesucht wird), 14 Jahre ununterbrochene Erfahrung in der IT, in der letzten Beurteilung sämtliche Punkte übererfüllt - und das reicht nicht? Da bin ich jetzt sehr gespannt, wer denn der Leuchtturm sein wird. Und ich hoffe, dass da kein fahler Beigeschmack entstehen wird ...

Es ist irgendwie schräg: Kein Job ohne Erfahrung, keine Erfahrung ohne Job. Wie soll das gehen? Nur mit Vitamin B?

Mein beruflicher Weg war schon immer hart und steinig und ich bin noch nie meiner Qualifikation entsprechend bezahlt worden. Entweder war gerade kein "Taschengeld" übrig, wie meine damalige Chefin gern sagte, oder es gab keine Möglichkeit für eine neue Stelle, oder die Tarifverträge wurden nach unten angepasst und vermasselten mir damit schon zwei Mal den finanziellen Aufstieg.

Nein, ich nage nicht am Hungertuch, aber ich musste immer mit recht wenig Geld auskommen, immer wieder von vorn anfangen, auch finanziell (angefangen habe ich mal mit 6,86 MARK pro Stunde!). Dass ich mit über 50 Jahren Geld vom Papa brauche, um mir ein Auto kaufen zu können, war eigentlich nicht geplant ... Es wäre schön gewesen, wenn es zum "Ende" hin mal etwas gemütlicher geworden wäre, zumal die Jahre hier in der Schweiz bis zur Rente besonders wichtig sind für die spätere Pension. Wenn jetzt irgendwas passieren sollte und ich im Alter allein wäre, müsste ich wohl nach Deutschland zurück, denn von meiner Rente kann ich hier nicht Leben, ohne Zusatzleistungen zu beantragen.

Gehen wir mal nicht davon aus, denn ich bin ja nicht allein. :-) Und noch ist nicht aller Tage Abend. Zumindest eine theoretische Option habe ich aktuell noch, denn auf eine der Bewerbungen habe ich noch gar keine Antwort erhalten. Da die aber längst überfällig ist, glaube ich nicht an ein Wunder.

Mein Chef ist aus allen Wolken gefallen, als ich ihm die Entscheidung mitteilte, und er wunderte sich auch, warum man ihn niemals zu mir befragt hat. Heute werde ich ihn bitten, mir ein Zwischenzeugnis auszustellen. Nicht mit dem Ziel, hier so schnell wie möglich zu flüchten. Aber wenn ich noch einmal etwas wagen möchte, dann muss es jetzt sein. In ein paar Jahren mit knapp 60 werde ich das dann sicher nicht mehr schaffen.

Dienstag, 7. Mai 2019

Eine Farce

Wenn es nicht so ärgerlich wäre, könnte man sich im Grunde nur noch müde lächelnd an den Kopf fassen bei so viel geballter Inkompetenz. Die Rede ist vom Richter in Rosalies Scheidungsprozess.

Rückblick: Rosalie hatte Monate aufgewendet, um mühevoll jeden Beleg zu dokumentieren, aus dem die ungeheuerliche Geldverschwendung ihres Ex hervor geht. Diese Beweise wurden dem Gericht vorgelegt. Der Richter fühlte sich jedoch nicht in der Lage (!), diese vielen Ordner zu sichten und bestimmte eine neutrale Person als Gutachter.

Jedoch weigerte sich der Richter, diesem Gutachter die Beweise auszuhändigen. Stattdessen sollte der die gesamte Buchhaltung nochmals auf Unregelmässigkeiten prüfen. Eine Ermahnung durch Rosalies Anwalt diesbezüglich liess er einfach unbeantwortet.

Schon damals haben wir uns über dieses ignorante Verhalten sehr geärgert, aber dann notgedrungen abgewartet. Es kam aber so wie befürchtet: Ein fünfstelliger Betrag ist verbraucht worden und kein Ergebnis vorhanden. Eine Unverschämtheit. Rosalies Anwalt forderte über den Richter den Gutachter auf, eine genaue Aufstellung der aufgelaufenen Kosten und geleisteten Arbeiten abzugeben. Die kam dann auch und brachte zum Vorschein, dass der Gutachter zwar keinen Kontakt mit Rosalie haben durfte, aber Stunde um Stunde mit ihrem Ex und dessen Anwalt zusammen sass.

Ausserdem trat er keinesfalls als Person auf, sondern zog viele Stunden lang seinen Chef, selbst Anwalt, mit hinzu. Dies war jedoch weder beantragt noch genehmigt worden. Doch kein Wort davon vom Richter zu dieser Abrechnung. Stattdessen forderte er Rosalie auf, einen weiteren, noch höheren Vorschuss zu leisten, damit der Gutachter weiter machen könne.

Ein unglaublicher Vorfall. Also musste wieder Rosalies Anwalt ran. Unkonventionell und weil er die Nase voll hatte vom Richter, hat er eigenmächtig die Prozessschriften und Beweise dem Gutachter geschickt und zugleich die Abrechnung beim Richter gerügt.

Um sein Gesicht zu wahren, forderte der Richter unmittelbar darauf den Gutachter auf, diese Unterlagen sofort zurück zu senden, da dies von ihm nicht genehmigt sei. Gleichzeitig räumte er jedoch ein, dass die Hinzuziehung des Chefs vom Gutachter nicht rechtens sei und er sich vorbehalte, die Rechnung zu kürzen.

Und das ist ja wohl der Gipfel: Wie kann es sein, dass der Richter die Abrechnung erst moniert, nachdem ihn Rosalies Anwalt ausdrücklich darauf aufmerksam machte?? Nicht nur, dass der Richter es versäumt, mit den Geldern der Klienten verantwortungsvoll umzugehen. Die Rüge vom Anwalt kostet Rosalie wieder mehr als 1000 Franken, und das nur, weil der Richter seine Arbeit nicht macht! Von diesem Geld sieht sie keinen Rappen wieder. Sie bezahlt für die Dummheit des Gerichts.

Bei so viel Ignoranz und Gleichgültigkeit kann man leider den Glauben an den Rechtsstaat verlieren, zumal man dem zu weiten Teilen hilflos ausgeliefert ist, erst recht, wenn man nicht die nötigen finanziellen Mittel hat, um sich dagegen aufzulehnen.

Es ist zum Verzweifeln, dass alles, was schief laufen kann, auch wirklich schief läuft. Und dabei hat man den Eindruck, dass alles viel einfacher sein könnte, wenn nur der Richter seine Arbeit machen würde.

Es ist eine Farce.


Montag, 6. Mai 2019

Die lieben Kollegen (60) - Peinliche Veranstaltung

Zum Jahreswechsel hat uns bekanntlich der letzte der "früheren" Kollegen (unfreiwillig) verlassen. Rechtzeitig vorher wurde vom Chef festgelegt, dass mein junger Kollege die wichtigsten Aufgaben des scheidenden Mitarbeiters übernehmen soll. Dafür haben sie dann auch Stunden um Stunden im Besprechungsraum verbracht, und ich hab damals schon gestaunt, wie viel Zeit man dafür aufwenden kann.

Anfang Januar erhielt der junge Kollege die Anweisung vom Chef, nun endlich mal ein Betriebskonzept zu erstellen und zugleich die übernommenen Aufgaben im internen Wiki zu dokumentieren.

Da er nun Ende Juli gehen wird, fragte mein Chef, wie weit er denn mit der Dokumentation sei und ob er uns das Ganze mal vorstellen könne. Schliesslich müssten wird dann künftig ja wissen, worum es geht, wenn Fragen oder Fehler auftauchen.

Also lud der Kollege für den letzten Freitag zu einer einstündigen Präsentation ein. Das Betriebsteam versammelte sich und ich war gespannt, endlich mal zu erfahren, was es zu dem Thema so zu erzählen gibt. Zu Beginn des Termins stammelte der Kollege dann, es würde heute nur um die Struktur gehen und das Ganze dauere vielleicht zehn Minuten.

Struktur? Ich dachte an Server-Struktur, Prozess-Struktur, Rollen und Rechte ... Dann begann die Veranstaltung, und der Kollege zeigte uns vier leere Wiki-Seiten und ein Betriebskonzept, das lediglich seinen Namen auf der ersten Seite als Eintrag hatte.

Wir sahen uns verwirrt an und ich dachte, er mache einen Scherz. Aber weit gefehlt: Mit seiner "Struktur" meinte er tatsächlich nur die Struktur auf dem Wiki - also die vier angelegten, noch leeren Seiten und den generischen Aufbau des Konzeptes ohne Inhalt.

Das war die Präsentation.

Mein Chef grinste schief und fragte leicht genervt, was er denn in den letzten vier Monaten getan habe und vor allem, was während der Übergabe passiert sei? Die Antworten blieb er jedoch schuldig und stammelte nur etwas wie, dass er noch nicht fertig sei und keine Dokumentationen vom ehemaligen Kollegen erhalten habe ... Auch die Frage, warum er denn damit nicht schon im Januar zum Chef gekommen und nachgefragt habe, konnte er nicht beantworten.

Damit war die Veranstaltung beendet. Wir gingen, nur der Kollege blieb noch beim Chef. Als ich kurz danach wieder kam, war der Kollege schon gegangen und mein Chef winkte mich zu sich, um zu fragen, ob er vorhin zu hart gewesen sei. Ich verneinte vehement und sagte, dass ich genauso genervt war wie er. Schliesslich hatte man sich im November und Dezember tagelang verschanzt für irgendwelche Besprechungen, und wenn DAS jetzt das Ergebnis sei, müsse man sich schon fragen, was die Beiden da in den vielen Stunden eigentlich miteinander getan haben.

Der Chef wird den Kollegen nun also an die Hand nehmen müssen und jeden Schritt mit ihm gemeinsam besprechen, damit wir alle zu den nötigen Dokumenten kommen. Und einmal mehr kann ich letztlich wohl froh sein, dass auch dieser Kollege geht. Für kurzfristige Dinge kann man ihn ja durchaus brauchen, aber er hat, privat wie dienstlich, keinen Plan und kann nicht auf ein Ziel hinarbeiten. Er ist sprunghaft und chaotisch.

Vielleicht lernt er es noch, er ist ja erst 25 Jahre alt. Aber dieses Gewurstel hat mich schon bei den anderen beiden Kollegen im gleichen Alter geärgert, nun setzt es sich hier fort. Doch ich werde mich jetzt nicht mehr aufregen, schliesslich ist er Ende Juli weg ...


Freitag, 3. Mai 2019

Schnee bis ins Flachland?

Heute Morgen im Autoradio wurde voraus gesagt, dass es am Sonntag Schnee geben wird bis in die unteren Lagen. Und "Flachland" meint in der Schweiz halt Orte bei 400 m ü. M. und höher. Es kann also auch bei uns daheim (590 m) am Wochenende weiss werden. Anfang Mai? Wo ist denn die olle Klimaerwärmung, wenn man sie mal braucht? ;-) Brauchen wir jetzt noch mal Kaminfeuer, Glühwein und eine Kuscheldecke?

Wie es auch kommen mag - machen wir das Beste draus. Schönes Wochenende!


Donnerstag, 2. Mai 2019

Gierige "Regierungen"

Die Struktur aus Bund, Kantonen und Gemeinden in der Schweiz mit ihren ausgeprägten eigenen Kompetenzen ist für deutsche Verhältnisse schon ungewohnt. Das fängt bei den sehr unterschiedlichen Feiertagsregelungen an (es gibt nur einen gesetzlich festgelegten Tag für die ganze Schweiz, das ist der Nationalfeiertag, alle anderen Feiertage legt der Kanton fest), und hört bei den völlig unterschiedlichen Steuern auf.

Man zahlt hier Bundessteuern, die sind natürlich einheitlich. Darüber hinaus Kantonssteuern und Gemeindesteuern. Und da fangen die grossen Unterschiede schon an. Jeder Kanton legt seinen Steuersatz selbst fest, und jede Gemeinde auch. Damit kann es sein, dass zwei benachbarte Gemeinden extrem unterschiedliche Steuersätze haben. Die Gemeindesteuern betragen einen bestimmten Prozentsatz der Kantonssteuern, die Schwankungen sind enorm. Es gibt Gemeinden mit 60%, wir liegen bei schon recht hohen 85% der Kantonssteuern.

Dies haben wir der letzten Fusion zu verdanken. Die Schweiz ist bemüht, die Anzahl der Gemeinden zu verringern, in dem sie die Kantone drängt, einzelne Dörfer und Städte verwaltungstechnisch zusammen zu legen. Grundsätzlich ist das sicherlich eine gute Idee, aber die Gefahr ist, dass einzelne Gemeinden dabei unter die Räder kommen. Man kann eben nicht mal eben so relativ grosse Städte einfach mit ganz kleinen Gemeinden in der Nähe zusammen legen und denken, es wird für alle ein Gewinn. Genau das hat man den Einwohnern in unserem Dorf versprochen, und trotz aller Bedenken und Warnungen verschiedener Menschen, auch von uns, hat sich letztlich eine Mehrheit für die Fusion ausgesprochen, weil sie den tollen Visionen geglaubt hat.

Davon ist leider, wie zu erwarten war, nichts übrig geblieben. Unser Dorf spielt in der grossen Stadt so gut wie keine Rolle, die Verwaltung gleicht alle Reglemente Schritt für Schritt an, ohne auf die besondere Situation der Dörfer in irgendeiner Weise Rücksicht zu nehmen. Und natürlich wird alles teurer. Als Erstes wurde gleich mal die Grundsteuer verdoppelt und in der Höhe damit der grossen Stadt angepasst. In der Stadt sind natürlich die Parzellen in der Regel kleiner, weil verdichtet gebaut wird. In den historischen Dörfern hatten und haben die Bauernhöfe schon immer mehr Fläche gehabt, die sie natürlich auch benutzen. Interessieren tut das niemanden in der Verwaltung - eine Gemeinde, ein Steuersatz, fertig.

Genauso zeichnet sich das nun beim Abwasser ab. Rosalie kam gestern völlig genervt von der Info-Veranstaltung zurück. In unserem Dorf galt bisher eine durchaus faire Regelung, die bei der Grundgebühr im Wesentlichen auf die Anzahl der Wohneinheiten abstellte. Macht ja auch Sinn - je mehr Menschen auf einem Grundstück wohnen, desto mehr Abwasser wird produziert.

Davon will man nun plötzlich nichts mehr wissen. Neu soll jetzt nach Fläche bezahlt werden. Nach Fläche!! Heisst, wer einen grossen Garten hat, wird bestraft mit Abwassergebühren - also Gebühren für Wasser, das im Garten versickert und im Grundwasser auf natürlichem Wege ankommt. Auch hier wieder die tolle Argumentation der Verwaltung: Das sei halt Pech und man könne ja die Fläche überbauen! Aber sicher, nichts leichter als das ... Und erneut hat man sich nur an der Stadt orientiert und die Besonderheiten von Dörfern völlig ignoriert. Für viele Einwohner könnte das dazu führen, dass sich die Gebühren mehr als verdoppeln, und das ohne irgendeine Gegenleistung!

Es gibt Gemeinden, wo man zumindest unterscheidet, ob ein Grundstück betoniert ist oder nicht. Das macht auch Sinn, denn in Beton kann Wasser nicht eindringen und landet in der Kanalisation. Aber ein Naturgarten, der Vorbild bei der Biodiversität ist, soll dafür noch Abwasser-Gebühren zahlen? In Zukunft muss also ein Paar genauso hohe Gebühren zahlen auf 1000 m2 Land wie die vielleicht zehn Bewohner eines Mehrfamilienhauses zusammen auf der gleichen Fläche. Was ist daran gerecht?

Leider war das Interesse an der Veranstaltung gestern sehr gering, sodass die Wenigsten wissen, was da auf sie zukommt. Vermutlich ist das dem Chef der Gemeinde auch völlig bewusst und er setzt darauf, dass durch Unwissenheit die neue Bestimmung ohne Proteste durchgewunken werden kann.

Dagegen hilft nur, die Bevölkerung mobil zu machen und aufzufordern, auf der nächsten Versammlung dagegen zu stimmen. Ob das gelingt, ist fraglich ...


Mittwoch, 1. Mai 2019

Atemnot

Aus meiner Zeit als Katzen-Allergiker kenne ich das noch gut: War ich zu lange den Allergenen ausgesetzt, bekam ich Mühe mit dem Atmen, musste husten und es rasselte in den Bronchien ...

Letzten Donnerstag kam ich morgens ins Wohnzimmer und vernahm ein "bekanntes" Geräusch - allerdings von einem Kater. Das arme Tier (einer unserer Dauergäste) hatte offenbar Mühe mit dem Luftholen.

Phasenweise ging es besser und der Kater wirkte auch trotz allem recht agil, und so warteten wir ein wenig ab. Aber gegen Abend hatten wir den Eindruck, dass es schlimmer wurde. Also riefen wir den Tier-Notarzt an. Die Ärztin meinte zunächst, wenn ansonsten alles okay wäre, hätte er vermutlich einen Schnupfen und wir könnten noch bis zum nächsten Tag warten und zum ohnehin geplanten Vorstellungstermin beim Arzt gehen.

Aber wir bekamen es mit der Angst zu tun und riefen kurze Zeit später wieder an. Dann wurde es der Frau in der Leitung wohl auch etwas mulmig und wir fuhren zur Notsprechstunde.

Dort wurde der Kater abgehört und abgetastet, geröntgt und das Blut untersucht. Eine Stunde später (und vermutlich 500 Franken ärmer - Rechnung steht noch aus) dann die vermutete Diagnose: Felines Asthma. Katerchen hat eine Kortisonspritze bekommen und wir konnten wieder heim fahren.

Nun bekommt er noch Tabletten, aber es geht ihm deutlich besser. Wir sind froh, denn wenn man ein Tier so leiden sieht wie im Video, dann leidet man mit. Die Besitzerin weiss übrigens Bescheid, ihr macht es nichts aus, dass der "alte Herr" fast ausschliesslich bei uns ist und wir werden demnächst mal ein Glas Wein zusammen trinken. :-)


Dienstag, 30. April 2019

Die Spannung steigt

Nun wird es langsam ernst. Ich hatte mich ja auf drei Stellen beworben. Nach dem Gespräch letzte Woche hatte ich gestern ein weiteres für eine der Stellen.

Wie sich recht schnell zeigte, wäre diese Stelle nicht unbedingt etwas für mich, sie ist zu theoretisch und weit weg vom Kunden. Und dabei wäre genau DAS meine Stärke. Das hat auch der Mensch, dem ich gegenüber sass, erkannt, und gleich gefragt, ob ich mich denn auch beim Service Desk beworben hätte - dafür wäre ich doch DER Kandidat schlechthin. Ja, habe ich, nur hat der Verantwortliche dort sich noch nicht gemeldet.

Nun ist der allerdings erst seit gestern aus dem Urlaub zurück und vermutlich erst dabei, die Unterlagen zu sichten. Es könnte also sein, dass ich dort noch eine Einladung erhalte.

Wie dem auch sei: Heute läuft die Bewerbungsfrist ab, und morgen sitzen wohl alle Chefs beisammen und wollen gemeinsam einen Blick auf die Kandidaten für die Stellen werfen, um zu sehen, wer für welche Stelle mit welcher Priorität am besten geeignet wäre. Ich finde das eine gute Idee, denn es wäre schade und Verschwendung, wenn man Bewerber auf Stellen setzt, die vielleicht nur deren zweite Wahl war, nur weil man sich nicht abgesprochen hat.

Der Herr von gestern war jedenfalls begeistert von mir und wollte morgen schauen, ob und welche Möglichkeiten es gibt, und sich dann wieder melden. Er meinte, er wäre froh um jeden, der so viel Aktivität zeige wie ich. Es gäbe nämlich, zumindest in seinem Bereich, sehr wenige Bewerbungen, weil viele aus der IT nicht bereit seien für Veränderungen und lieber abwarten wollten.

Soll mir recht sein. Ich überlege derzeit, was ich machen würde, sollte ich mich zwischen zwei oder mehr Stellen entscheiden müssen, auf die ich mich beworben habe. Die von gestern wäre sicher meine letzte Wahl, aber die anderen beiden sind zumindest von den Aufgaben her beide spannend.

Aber es lohnt sich wohl erst, darüber nachzudenken, wenn es ernst wird. Bis jetzt habe ich noch gar nichts ...

Montag, 29. April 2019

Trauerfeier mit schmunzelndem Auge

Nachdem ich letztes Jahr von solchen Ereignissen glücklicherweise verschont blieb, war es nun leider wieder soweit: Wir mussten zur Abdankung eines Freundes von Rosalie. Mal von der Peinlichkeit des Ex von ihr, der auch dort war, abgesehen, war es eine sehr schöne Feier.

Der Ex war nicht mal in der Lage, im Rahmen dieser besonderen Situation Anstand zu zeigen, was einmal mehr seinen naiven Verstand offenbart hat. Wir standen alle in einer Runde von etwa acht Personen. Er kam an, schüttelte jedem die Hand - nur uns nicht. Er ging mit einem "Hallo" an uns vorbei. Wie kindlich ist das denn?

Aber zurück zum eigentlichen Thema. Die letzten Anlässe dieser Art waren allesamt sehr schwermütig, begleitet von trauriger Musik, wie dem bedeutungsschwangeren "Time To Say Goodbye". Ja, natürlich, eine solche Feier ist traurig, schmerzvoll für alle, die der Person nahe standen, die beerdigt wird. Aber muss man diesen Schmerz, der ohnehin vorhanden ist, auch noch besonders betonen?

Dass es anders geht, bewies die Feier am Freitag. In der Kapelle stand vorn am Rednerpult die Urne, umrahmt von Blumen, einem wichtigen Gegenstand aus seinem Leben und einem wunderschönen Bild des Verstorbenen mit seinem allseits bekannten Lächeln. Ich kannte ihn kaum, aber er war ein lebensfroher, gütiger Mensch, warum ihn also nicht so in Erinnerung behalten, wie er war?

Das spiegelte dann auch die gesamte Feier wider. Ein sichtlich bewegter Redner eröffnete mit einem kurzen Lebenslauf, danach hatten dann Weggefährten bzw. Angehörige die Möglichkeit zum Sprechen. Und sie erinnerten an die eine oder andere Begebenheit aus seinem beeindruckenden Leben, immer mit einem leichten Schmunzeln auf den Lippen. Dazu wurde live Countrymusik und Blues gespielt, und auch hier war die Auswahl der Songs sehr gelungen und nicht übertrieben schwermütig.

Und so verliessen wir die Kapelle nach rund einer Stunde längst nicht so todtraurig und verweint, wie man es meist kennt, sondern allenfalls betrübt über den Verlust und mit gemeinsamen Erinnerungen an den Verstorbenen, die man dann vor der Kapelle noch einmal austauschte.

Ich hab zu Rosalie auf der Heimfahrt gesagt, dass ich mir so meine eigene Trauerfeier auch wünschen würde, und Musik, bei der man bei jedem gespielten Song eigentlich das Bedürfnis hätte, zu klatschen und mitzuwippen, könnte ich mir auch gut vorstellen. Es kann allerdings ruhig noch eine Weile dauern. Der Mann, um den es am Freitag ging, wurde leider nur 54 Jahre alt ...


Donnerstag, 25. April 2019

Was für ein Tag

Das war gestern mal ein Tag für (fast) alle Emotionen, die man sich vorstellen mag. Die negativen überwogen zwar, aber es gab auch gute Momente.

Der Arbeitstag jedenfalls war mehr als ärgerlich. Gefühlt ging alles daneben, was ich angefasst habe. Angefangen hatte es bei meinem eigenen Notebook, das mehrmals am Tag den Geist aufgab, sodass ich stundenlang nicht vernünftig arbeiten konnte. Aber auch andere Geräte spielten nicht so mit, wie es hätte sein sollen. Mehrmals musste ich unseren externen Dienstleister anrufen, der in Ungarn sitzt und schon allein wegen der Sprache immer eine Herausforderung darstellt. Und so konnte auch keines meiner Tickets direkt bearbeitet werden, sondern wurde immer an andere Teams weiter geleitet. Ich kam also nirgends voran und musste immer wieder warten. Man!

Kurz vor Feierabend brach dann draussen der Weltuntergang los: Sturm, Regen, starke Abkühlung. In einer kurzen Regenpause gelang es mir zumindest, halbwegs trocken zum Auto zu kommen. Aber uns war eingefallen, dass wir die Sitzkissen nicht ins Haus genommen hatten, und bei dem Starkregen würden sie vermutlich tropfnass werden.

Auf dem Weg nach Hause stellte ich fest, dass der Regen daheim noch nicht angekommen war und die Kissen damit vermutlich noch trocken blieben. Aber kaum war ich aus dem Auto gestiegen, fand ich schon eines davon rund 15 Meter vom Stuhl entfernt mitten im Garten. Was war denn hier los? Auf der Terrasse verteilt lagen überall grosse und kleine Stücke von etwas Schwarzem: Dachpappe. Wo kam die denn her?? Ich fürchtete zunächst, das Hausdach wäre kaputt, aber dann hätten Ziegel herumliegen müssen.

Doch dann sah ich die Bescherung: Unser Schuppen war teilweise abgedeckt! Er ist ohnehin alt und baufällig, aber bisher hatte er noch jedem Sturm getrotzt. Diesmal muss es wohl besonders schlimm gewesen sein (lt. offizieller Daten über 90 km/h), und damit flogen Teile der Asbest-Decke durch die Gegend, auf die Terrasse, in die Blumen und in den Teich. Auf dem Dach selbst lagen zerbrochene Balken und weitere Teile der Abdeckung.

Was für eine schöne Überraschung. Wegen der Baufälligkeit haben wir nichts Wichtiges im Schuppen, und dass es jetzt hinein regnet, ist auch nicht so dramatisch. Aber die Gefahr besteht, dass das ganze Konstrukt zusammen fällt, und mit dem Asbest, das wir in dem Dach vermuten, ist das gar nicht lustig.

Bevor ich dazu kam, noch schnell die Kissen zusammen zu suchen, ging dann auch daheim ein kräftiger Regen nieder ... Als danach wieder die Sonne schien, machte ich noch ein paar Fotos für die Versicherung, suchte die Kissen zusammen und legte sie zum Trocknen aus, informierte Rosalie über die tollen Neuigkeiten und widmete mich dann der Post aus dem Briefkasten.

Und hier endet der dramatische Teil des Tages. In der Post fand sich ein Brief von meinem Arbeitgeber. Ich dachte erst an irgendeine Bescheinigung. Aber es war - eine Gehaltserhöhung! Das war nun das Letzte, womit ich gerechnet hatte, um so mehr freute es mich und liess den bisherigen Tag gleich in sanfterem Licht erscheinen. Einmal mehr zeigte sich nun, dass Ausdauer und Geduld sich auszahlen - im wahrsten Sinne des Wortes. Nun werde ich damit nicht reich, aber es gleich zumindest die Aufschläge bei Versicherungen und sonstigen Lebenshaltungskosten der letzten Monate aus. Und das ist doch toll!

Als ich schliesslich zur Ruhe kam, machte ich mich auf die Suche nach den Katzen. Zwei habe ich dann letztlich auch gefunden, und die beiden jungen Herren zauberten mir ein weiteres Lächeln ins Gesicht. Ganz gemütlich lagen sie auf unserer abgedeckten Tischtennisplatte auf dem Dachboden. Eine Katzenidylle ...




Mittwoch, 24. April 2019

Und nun: Warten!

Kurz vor dem Termin gestern war ich dann doch etwas nervöser als ich vermutet hätte. Ja, es ging um Einiges, eine mögliche Weichenstellung für die Zukunft immerhin. Nicht, dass ich bei Ablehnung im Erdboden verschwinden würde, aber eine Aufwertung meiner Fähigkeiten so "kurz" vor dem Ende meiner Laufbahn wäre schon eine Belohnung für das lange Warten der letzten Jahre.

Ob es dazu kommen wird, ist völlig offen. Das Gespräch selbst war gut, die meisten Fragen waren zu erwarten und daher auch die Antworten schon gedanklich im Kopf vorbereitet. Und alles Andere habe ich aus meiner Sicht gut gemeistert.

Ein immer heisses Eisen ist die Frage nach dem Gehalt. In diesem Fall hatte ich nicht unbedingt damit gerechnet, da es ja einerseits eine interne Bewerbung war und andererseits die Gehälter nicht verhandelbar sind, da vom HR vorgegeben. Aber die Frage kam dann doch und das von einer nicht erwarteten Richtung. Mein möglicher künftiger Chef meinte nämlich, der Gap zwischen jetzigem und dem angedachten Salär wäre schon sehr gross, und er fragte mich, warum ich denn jetzt so wenig verdienen würde bzw. ob das meine jetzigen Aufgaben widerspiegeln würde. Das verneinte ich natürlich vehement und erklärte, dass ich damals nur geringe Forderungen stellte, da mein grosses Ziel war, überhaupt in der Schweiz Fuss zu fassen. Und diesem Ziel habe ich auch die Lohnforderungen untergeordnet. Dass man das dankend angenommen hat, ist aus Arbeitgebersicht nachvollziehbar, auch wenn man im "Lohnband" noch viel Luft nach oben hatte und auch jetzt noch hat, es jedoch nicht nutzt.

Und so gab man zu bedenken, dass das Gehalt zwar deutlich höher sein würde, aber auch mit enormer Verantwortung für das gesamte Spital verbunden sein wird. Genau dieser Punkt mag meine grösste Schwachstelle sein - ich hab keine Erfahrungen mit so einer Verantwortung. Allerdings dürfte das auf viele der Bewerber zutreffen, da ja nur Interne zur Auswahl stehen.

Eine leichte Nervosität überkommt mich dann schon, wenn ich darüber nachdenke. Aber der Mensch wächst nun einmal mit seinen Herausforderungen, und warum sollte ich das nicht auf die Reihe kriegen? Immerhin bin ich fachlich auf der Höhe, und den "Rest" werde ich dann auch bewältigen.

Nach einer Stunde war das Gespräch beendet und ich ziemlich müde. Diese dauernde Anspannung auf hohem Niveau, um blitzschnell reagieren zu können, ist anstrengend.

Ich war wohl der erste Kandidat, mit dem man sprach (gutes Zeichen oder Zufall?). Es wird nun wohl weitere Einladungen geben und man möchte gern noch das Ende der Frist abwarten. Somit muss ich mich vermutlich bis Mitte Mai in Geduld üben, bevor ich eine Entscheidung mitgeteilt bekomme.

Bis dahin wartet womöglich noch ein anderes Gespräch, denn ich hab mich ja noch auf zwei weitere Stellen beworben, und für eine davon werde ich wohl auch eine Einladung bekommen. Vielleicht nehme ich die dann auch noch wahr, selbst wenn das nur Platz drei in der Prio-Liste war. Es wäre dumm, diese Chance auszulassen, solange ich nicht weiss, was aus der ersten Stelle wird.

Wie und in welchem Tempo eine mögliche Umsetzung stattfinden würde, ist ebenfalls noch völlig offen, gerade vor dem Hintergrund, dass der junge Kollege in meinem Team bereits zu Ende Juli gekündigt hat. Wenn ich nun hier auch noch wegfallen würde, käme die Arbeit wohl zum Erliegen. Auch da müssten dann Lösungen her, doch darüber muss man sich erst Gedanken machen, wenn die wichtigen Entscheidungen getroffen sind.

Und so arbeiten also erst einmal alle weiter wie gewohnt.

Dienstag, 23. April 2019

Was für eine Woche!

Urlaub, gerade auch mit pupertären Teenies, kann ja durchaus manchmal anstrengend sein. Unsere fünf Tage in Berlin waren aber sehr entspannt.

Die beiden Mädels waren überaus pflegeleicht, jammerten und nörgelten nicht, liessen selbst fünf Stunden Sightseeing zu Fuss über sich ergehen, und sogar die Handys waren fast nie zu sehen. Fast ein Wunder! :-) Dafür waren beide happy, dass sie ihre Kleider für den Abschlussball gefunden haben, was für Rosalie eine Herausforderung war, die dafür mehr als einen ganzen Shoppingtag opfern muss und damit gar keine Gelegenheit hatte, mal etwas für sich selbst zu suchen. Ich konnte "flüchten", in dem ich den Donnerstag bei meinem Papa verbracht habe, der sich auch riesig freute, mich zu sehen und einmal mehr deutlich gemacht hat, wie gern er uns noch ein letztes Mal besuchen möchte ...

Auch meinen Sohn mit Freundin haben wir getroffen, und stets und überall haben wir gut, preiswert und viel gegessen. Dazu perfektes Urlaubswetter, alles hat super geklappt, was wir geplant hatten - was will man mehr!

Der Frühling empfing uns dann auch zu Hause mit herrlichem Sonnenschein, sodass die ganze Woche pure Erholung war. Nun habe ich viel Energie getankt, die ich heute Morgen um halb zehn dann gut gebrauchen kann:

Mein Vorstellungsgespräch steht an! Ein wenig aufgeregt bin ich dann doch, denn schliesslich könnte dieser Wechsel meiner beruflichen Karriere einen ziemlichen Schub verleihen. Zu verlieren habe ich nichts, also dann ...

Dienstag, 16. April 2019

Berlin, Berlin, wir fliegen nach Berlin!

Heute ist es wieder soweit: Stippvisite in Berlin. Mit dem Zug nach Zürich, und von dort mit dem Flugzeug nach Berlin-Tegel. Meine "alte Strecke", die ich aus dem Effeff kenne. Seit der Zeit damals ist Fliegen für mich wie Busfahren geworden.

Gebucht haben wir erneut im selben Hotel wie immer, und die Tische sind in den selben Restaurants reserviert, denn wozu Experimente machen, wenn man weiss, wo es gut ist.

Der einzige Unterschied: Rosalies Tochter wird uns dieses Mal begleiten, und dazu noch deren Freundin. Die Mädels haben es natürlich vor allem aufs Shoppen abgesehen. Ich werde einen Tag für einen Besuch bei meinem Vater nutzen. Und mit meinem Sohn sind wir auch wieder zum Essen verabredet. Auch das Wetter wird herrlich, sodass wir uns auf ein paar schöne und stressfreie Tage in meiner alten Heimat freuen.

Also bis bald, nach den Feiertagen wird es dann im Büro spannend, und ich hoffe, der Termin um 9:30 Uhr am nächsten Dienstag wird ein Erfolg.

Montag, 15. April 2019

Was erlaube Strunz?

Die Technik wird heutzutage besser und besser. Das gilt auch für Übersetzungsprogramme. Skype kann schon simultan in andere Sprachen übersetzen und der Goo*le Home Hub schreibt den Text gleich auf seinem Bildschirm.

Um einem die Arbeit zu erleichtern, meldet sich der Suchriese mit den beiden o in der Mitte auch gern mal auf ausländischen Shopping-Seiten zu Wort und versucht, das Gelesene elegant  ins Deutsche zu übersetzen, und das auch manchmal ungefragt.

Als ich neulich eine eigentlich englische Seite aufrief und den Bestellstatus einsehen wollte, bekam ich das hier zu sehen und musste lachen:



Sehr informativ, oder? Dass mein Paket sich unter Feinden befinden sollte, hat mir dann schon Sorgen gemacht, und wer bitte kam da im Zielland? Ist das jugendfrei??

Zum Glück fand ich den Umschalter zur Originalsprache und war erleichtert:




Freitag, 12. April 2019

Die lieben Kollegen (59) - So viel Heimlichkeit

Es herrscht eine merkwürdige Atmosphäre zurzeit im Team. Seit der Info-Veranstaltung letzte Woche, in der wir alle erfahren haben, dass es uns als Team irgendwann nicht mehr geben wird und aktuell 42 neue Stellen angekündigt wurden, weiss niemand so genau, wer hier was plant.

Gut, ich hab inzwischen Einiges erfahren, allerdings immer nur im Dialog, sodass ich davon ausgehen muss, dass der Rest des Teams es jeweils nicht weiss. Meine Kollegin hat mir neulich ihr Motivationsschreiben zur Überarbeitung anvertraut, der junge Kollege im Team hatte gestern ein Bewerbungsgespräch bei einer externen Firma, mein Chef hat mir mitgeteilt, dass er sich auf eine der neuen Stellen beworben hat, und der jüngst hinzugekommene Kollege, für den die Situation am schlechtesten ist, meinte, er würde seine Suchoption im Internet aufrecht erhalten und schauen, ob er woanders unterkommen kann.

Es wäre also durchaus möglich, dass schon in ein paar Wochen hier nichts mehr so ist, wie es bis gestern war. Was die internen Wechsel betrifft, so gilt zwar, dass der Übergang fliessend sein soll, um kein all zu grosses Loch in das bisherige Team zu reissen. Aber unruhig wird es in jedem Fall. Und sollte es mit meiner neuen Stelle klappen, wäre auch bei mir die Frage zu stellen, wie schnell ich wechseln kann. Das müssen dann die Chefs untereinander ausmachen.

Und so herrscht eine fast greifbare Spannung im Team, wie die Ruhe vor dem Sturm. Wie stark der wird, lässt sich momentan nicht abschätzen. Aber dass er Einiges umwerfen wird, davon kann man ausgehen. Ob ich einer der Urheber sein werde, erfahre ich frühestens ein paar Tage nach Ostern.

Es wird spannend.

Donnerstag, 11. April 2019

Sentimental

Während meiner Kindheit habe ich in einem der bekanntesten Chöre des Landes gesungen. Neben diversen (TV-)Auftritten hatten wir fast jeden Donnerstag auch zwei bis drei Stunden am Nachmittag Rundfunk-Produktionen im Studio.

Viele Aufnahmen aus dieser Zeit finden sich auf alten Schallplatten. Oder auch auf Spo*ify. Mit der Installation von smarten Lautsprechern daheim bietet sich dieser Dienst an, um zu Hause per Sprachbefehl und überall im Haus Musik zu hören.

Das geht am besten, wenn man zuvor Playlists aus seinen Lieblingssongs erstellt hat. Um dies zu tun, muss man fleissig im Angebot stöbern. Und dabei bin ich auch auf diverse dieser Lieder aus alter Zeit gestossen. Im Einzelfall lässt sich nicht sagen, ob ich nun gerade bei der einen oder anderen Aufnahme dabei war, da die Lieder immer mal wieder neu produziert wurden. Aber allein das Anhören und Mitsingen der Musik lässt die alten Bilder und Gefühle aus dieser längst vergangenen Zeit wieder zum Vorschein kommen.

Und dann ist alles wieder da: der Probenraum in der Schule, die Chorleiter, Mitschüler, Busfahrten zum Aufnahmestudio, Auftritte im Fernsehen ...

Es ist spannend, was so ein Schlüsselreiz auslösen kann. Und ich lächle dann und denke gern an die alten Zeiten zurück. Es sind überwiegend schöne Erinnerungen und ich bin froh, dass mich meine Eltern damals an diese Spezialschule geschickt haben, die meine Entwicklung intensiv prägte.

Mittwoch, 10. April 2019

Vorankündigung

Wie bereits hier geschrieben, bewegt sich derzeit beruflich so Einiges. Es gibt diverse neue Stellen, und auch, wenn man sich nicht darauf bewirbt, wird man früher oder später von den Veränderungen eingeholt und findet sich auf einem irgendwie anders gearteten Arbeitsplatz in einem anderen Team wieder.

Unter den aktuell ausgeschriebenen 42 Stellen habe ich drei gefunden, die mir interessant erscheinen. Es handelt sich um ganz verschiedene Bereiche, jeder für sich durchaus reizvoll und mit unterschiedlichen Anforderungen.

Gestern nun erhielt ich die erste Rückmeldung, und die war sehr positiv: Ich wurde zum Vorstellungsgespräch eingeladen, direkt nach Ostern wird es stattfinden. Zugegeben - ein wenig Angst vor der eigenen Courage habe ich schon. Nicht wegen des Gespräches, da mache ich mir keine Sorgen. Aber sollte das tatsächlich klappen, wäre es eine Stelle mit fachlicher und finanzieller Verantwortung, die ich bisher noch nie getragen habe.

Man wächst bekanntlich mit seinen Aufgaben, und das Gehalt wäre auch nicht zu verachten. Ich wäre wirklich blöd und ein Hasenfuss, wenn ich diese Chance nicht ergreifen würde, denn auf so eine Gelegenheit habe ich fast mein ganzes Berufsleben lang gewartet, und sie wird mir vermutlich nicht mehr oft gegeben werden.

Von den anderen beiden Bewerbungen habe ich noch nichts gehört. Eine davon war eigentlich sowieso mehr eine Art "Absicherung" für den Fall, dass ich bei den weiteren Stellen nicht zum Zuge komme. Die dritte ist auf eine andere Art reizvoll, allerdings vermutlich auch nicht so gut bezahlt. Eigentlich läuft also derzeit alles wie erhofft, wobei ein Gespräch natürlich längst keine Garantie dafür ist, die Stelle auch zu bekommen. Nur die Chancen sind gestiegen.


Wird nun also auf meine "alten Tage" doch noch was "Anständiges" aus mir? ;-)


Dienstag, 9. April 2019

Es läuft aus dem Ruder

So eine Aussage aus der Feder des eigenen Anwaltes ist kein gutes Zeichen. Und in der Tat sieht es momentan so aus, als ginge alles mit voller Wucht gegen den Baum und der Anwalt wisse nicht mehr weiter.

Das Scheidungsverfahren bei Rosalie zieht sich nun bereits seit 2014 in die Länge und aktuell ist man noch keinen Schritt näher an einer Lösung als zu Beginn des Verfahrens. Im Gegenteil. Rosalie hatte über ein Jahr lang Beweise gesammelt, um dem Richter zu zeigen, in welch unglaublichem Umfang der Ex bei der Buchhaltung geschummelt und private Gelder als berufliche Ausgaben verschleiert und abgezweigt hat. Hunderte von Stunden gingen drauf, um dies alles anhand von Abrechnungen und Belegen darzulegen. Die Summe, die dabei herausgekommen ist, mag ich hier gar nicht nennen - sie ist gewaltig und schwindelerregend, selbst für Schweizer Verhältnisse.

Am Ende der Analyse standen mehr als zehn Aktenordner, voll mit Beweisen (wohl gemerkt Beweise samt Belegen, keine blossen Vermutungen), die dem Gericht zur Verfügung gestellt wurden. Der meinte dann arrogant, er sei "nicht gewillt", diese Belege zu prüfen und wolle einen Gutachter einsetzen (den natürlich Rosalie bevorschussen müsse). Darüber haben wir uns bereits sehr geärgert: Der Richter hat keine Lust, Akten zu lesen, und lässt Rosalie dafür kräftig zahlen?

Doch nicht nur die unnötigen Kosten waren ärgerlich, auch der Auftrag an den Gutachter. Der sollte nämlich plötzlich nur noch den Wert der Firma feststellen, und das, ohne die Beweise von Rosalie ausgehändigt zu bekommen. Eine Ermahnung dazu vom Anwalt igonierte er einfach und gab den Auftrag genau so heraus.

Nun, 10000 Franken später, kommt ein Schreiben vom Gutachter. Er bräuchte einen weiteren Vorschuss (!) mit mehr als doppelt so viel Geld. Es gäbe Indizien für unsaubere Abrechnungen, aber für eine genauere Prüfung reiche der Vorschuss längst nicht aus. Mit anderen Worten: Der Gutachter fängt nun wieder von vorn an mit der Arbeit, die Rosalie längst getan hat! Erneut gab es einen bösen Brief vom Anwalt, und erneut fegte der Richter das Argument hinweg. Der Gutachter soll also allen Ernstes wieder eine Tabelle mit auffälligen Transaktionen machen, die es ja bereits von Rosalie erstellt hat. Der Richter hält es aber nicht für nötig, ihm die Beweise auszuhändigen - dabei soll er doch gerade diese prüfen! Was für eine arrogante Frechheit ist das eigentlich?

Und es kommt noch besser: Der Gutachter hat sich mehr als acht Stunden lang persönlich und per Mail mit dem Ex und dessen Anwalt ausgetauscht. Man mag sich das vorstellen: Ein Mann, der nie mit Fakten, sondern nur mit Emotionen argumentiert und jeden Tag der Welt und selbst seinen Kindern vorjammert, wie schlecht es ihm doch geht (er verdient jeden Monat netto das Dreifache von meinem Gehalt!), erklärt dem Gutachter ganz sicher offen und ehrlich, wie er seine Frau systematisch hintergangen hat. Und der Gutachter darf dann die Beweise der Gegenseite nicht einmal sehen oder gar bewerten, sondern muss sich mühsam in dem Berg von Ordnern selbst auf die Suche machen. Und ein Gespräch mit Rosalie verbietet der Richter ebenso kategorisch.

Und nun soll mir mal jemand erklären, wie unter diesen Umständen eine objektive Stellungnahme dabei herauskommen soll??  Das KANN nicht zu einem gerechten Urteil führen, denn selbstverständlich hat der Ex die betreffenden Buchungen gut versteckt und natürlich auch aberwitzige "Erklärungen" dafür, die aber einer eingehenden Prüfung dann nicht standhalten, wenn man die ganze Wahrheit, nämlich z. B. auch sein Privatkonto, anschaut. Aber davon hat der Gutachter keinen Schimmer - weil er die Beweise nicht sehen darf.

Man könnte meinen, der Richter sei gekauft. Davon gehe ich höflicherweise mal nicht aus, aber ganz sicher hat er keine der Akten gelesen und weiss überhaupt nicht, was in den Beweisordnern enthalten ist. Leiden muss  darunter vor allem Rosalie, die langsam den Glauben an die Gerechtigkeit und das Rechtssystem in der Schweiz verliert. Man ist dem Handeln des Richters fast wehrlos ausgesetzt, und das macht wütend, wenn man sieht, wie ignorant er mit Menschen und Schicksalen umgeht.

Rosalie hat ihrer Kanzlei am Wochenende nochmals einen langen Brief mit Argumenten und Fragen geschickt. Nun warten wir, welche Reaktion von dort kommt. Aufzugeben ist keine Alternative, denn dann müsste sie auf alles verzichten, da der Ex das verprasste Vermögen komplett für sich beansprucht und damit unsere (finanzielle) Zukunft auf der Kippe stünde ...

Montag, 8. April 2019

Das Kleingedruckte

Wer kennt sie nicht: unendlich lang, verklausuliert, klein gedruckt - die AGB. Und wer liest sie schon? Man setzt den Haken auf der Webseite und fertig. Das kann auch mal ins Auge gehen.

So einen Fall hatte ich gerade. Zum Glück ist mir kein Schaden entstanden, es war nur mal wieder ein Hinweis darauf, dass man achtsam sein sollte, bevor man irgend etwas Verbindliches im Netz tut.

Kennt Ihr Quandoo? Diese Plattform bietet kostenlos Reservierungen in Restaurants an. Eine wirklich coole Sache. Man findet auf Goo*le Maps ein gutes Lokal, klickt auf "Reservieren", sucht sich eine freie Zeit aus und hat seinen Tisch gebucht. Das funktioniert super.

Da man bei der Buchung eine Mail-Adresse angeben muss, erhält man dann ein Mail mit der Bestätigung und dem Angebot, sich doch auf dem Portal anzumelden, denn dann würde man "Treuepunkte" sammeln, für jede Buchung 100 Punkte bekommen, und bei 1000 Punkten 10 Euro erhalten.

Nun ist das natürlich nicht der Hauptzweck dieses Portals, aber eine nette Geste. Also hab ich mich angemeldet und zur Begrüssung gleich 400 Punkte erhalten. Dazu noch ein paar Punkte für die abgegebenen Bewertungen.

Bei den folgenden zwei Besuchen in Berlin habe ich diese Möglichkeit wieder genutzt, weil es viel praktischer ist, schon von zu Hause aus einen Tisch zu buchen, als mühsam anrufen zu müssen. Auch gestern habe ich das wieder getan für unseren kommenden Trip. Diesmal bin ich aber nicht den Weg über Maps gegangen, sondern direkt über die App, weil ich schauen wollte, wie viele Punkte ich habe.

Und was sehe ich? Null Punkte. Wie das? Zunächst musste ich feststellen, dass die beiden letzten Buchungen zwar im Konto vermerkt waren, jedoch keine Punkte brachten. Das Buchen über Maps gilt nämlich nicht, man muss direkt über die App buchen. Steht nirgends, muss man halt wissen. Aber was ist aus den schon erworbenen Punkten geworden? Laut App wurden die vom Kundendienst am 1. März einfach gelöscht. Wie kann das sein?

Ich hab also dem Support geschrieben und darum gebeten, mir das zu erklären. Die Antwort kam schnell: Ich möge doch in den AGB unter Punkt 7.8 schauen (also "sehr" prominent): Alle Punkte vom Konto werden gelöscht, wenn man innerhalb von 180 Tagen keine Buchung getätigt hat.

Na toll. Mal davon abgesehen, dass nicht jeder in einer Grossstadt wohnt und längst nicht jedes Restaurant diesen Service anbietet, muss man also fleissig essen gehen, um die gross beworbenen Treuepunkte überhaupt nutzen zu können. Vom Verfall der Punkte steht natürlich auf der Website nichts - ausser in den AGB.

Es ist nur ein unbedeutendes Beispiel, aber es zeigt, wie schnell man unlauteren Werbeversprechen auf den Leim gehen und sich nicht einmal dagegen wehren kann. Schliesslich steht ja alles ausdrücklich in den AGB ...

Freitag, 5. April 2019

Die lieben Kollegen (58) - Frust

Nein, diesmal geht es nicht um mich. Ich hab hier derzeit alles im Griff und schaue gespannt, was sich in den nächsten Tagen und Wochen tut. Gefrustet ist meine Bürokollegin. Ich hab fachlich mit ihr wenig zu tun, aber wir haben den selben Chef.

Sie ist sicherlich keine ganz einfache Person, manchmal launisch, manchmal genervt. Aber sie vertritt ihre Meinung und hält damit nicht hinter dem Berg. Und genau DAS nimmt man ihr übel. Sie ist in der unschönen Position, verantwortlich für ein Programm zu sein, dass von Ärzten genutzt wird. Und diese Götter in Weiss haben oft ihre ganz eigenen Ansichten und Wünsche.

Nicht immer gehen diese Wünsche konform mit dem, was im Haus machbar oder gefordert ist. Wenn Zweifel da sind, benennt die Kollegin diese auch offen und widerspricht der Ansicht der Ärzte. Das Problem: Die gehen dann zu unserem gemeinsamen Chef, und der winkt das Ganze einfach durch.

Nun kann der das Kraft seines Amtes zwar tun, aber seine Kollegin dann wie ein dummes Schulmädchen dastehen zu lassen und sie noch als Querulantin darzustellen, ist ziemlich unsensibel und gehört sich nicht für einen Chef. Noch dazu kreidet er ihr das an und hat ihr daher in der letzten Beurteilung viele Minuspunkte gegeben, sodass sie diese nur unter Protest unterschrieben hat.

Sie möchte daher in jedem Fall hier weg, und da kommt die Reorg wie gerufen. Sie hat zwei Stellen gefunden, auf die sie sich bewerben möchte (andere als meine), und da ihre Muttersprache Französisch ist, habe ich ihr gestern angeboten, das Motivationsschreiben ein wenig zu überarbeiten und von Fehlern zu befreien.

Darüber hat sie sich sehr gefreut, und ich hab es gern gemacht - gehört schon während meiner gesamten beruflichen Laufbahn zu meinen "Kernkompetenzen". :-)

Die nächsten Wochen werden interessant. Es könnte sein, dass das ganze Team sehr schnell auseinanderfällt. Oder niemand von uns bekommt seine Lieblingsstelle und wir bleiben alle hier, bis man uns irgendwo anders unterbringt. Alles ist möglich ...

Donnerstag, 4. April 2019

Surreal

Als ich heute Morgen mit dem Auto los fuhr, hatte ich kurzzeitig das Gefühl, Weihnachten stünde vor der Tür, zumal als Joke im Radio ein Winterlied gespielt wurde.

Tatsächlich ist bei uns heute alles weiss. Der Winter ist zurück mit einer kurzen, aber knackigen Kaltfront. Das fühlt sich total schräg an, nachdem wir am letzten Wochenende schon mit T-Shirt bei 20 Grad Celsius am Gartenteich sassen. Daher hatte ich Anfang der Woche schon daran gedacht, endlich die Sommerreifen aus dem Keller zu holen. Gut, dass ich es wieder vergessen haben.

Immerhin soll der Spuk morgen schon wieder vorbei sein. Auch wenn wir im vergangenen Winter kaum Schnee hatten, möchte ich dringend den Frühling zurück, und mit ihm Sonne und Wärme! Und da es wohl in diesem Jahr nichts wird mit einem grossen Urlaub, darf der Sommer daheim gern so schön werden wie im letzten Jahr.

Wo muss ich den Antrag dafür stellen? :-)

Mittwoch, 3. April 2019

Chancen und Risiken

Die Reorg in der Firma nimmt langsam Fahrt auf und Gestalt an. In dieser Woche gab es zwei weitere Info-Veranstaltungen mit mehr oder weniger interessanten Inhalten. Allerdings wurde es an einer Stelle dann doch konkret: Es werden ab heute 42 Stellen intern ausgeschrieben.

Das Ziel ist, mit dem bestehenden Personal den gesamten IT-Bereich neu zu strukturieren. Dafür schreibt man jetzt Stellen aus, die es bisher in der Form gar nicht gab. Darauf kann sich jeder bewerben, dem die eine oder andere Stelle zusagt.

Wer sich nicht bewirbt oder nicht zum Zuge kommt, muss sich gedulden. Im Sommer wird mit jedem ein Interview geführt, und bis Ende des Jahres soll dann - ohne Bewerbung - entschieden werden, welchem Bereich man zugeordnet wird. Das kann alles und nichts bedeuten.

Ich werde mir einige der Ausschreibungen mal genauer anschauen, denn von der Überschrift her gab es durch ein paar spannende Stellen. Wie gross der Andrang sein wird und ob meine Qualifikation ausreicht, wird sich zeigen. Zu verlieren habe ich gar nichts, denn niemand kann heute sagen, was dann zum Jahresende passieren wird und wo bzw. zu welchen Konditionen man künftig arbeiten wird. Und alle jetzt ausgeschriebenen Stellen sind besser bezahlt als meine jetzige, also wäre ich dumm, es nicht zu versuchen, solange ich mir vorstellen kann, dass die neuen Aufgaben Spass machen könnten.

Daumen drücken erwünscht. :-)

Dienstag, 2. April 2019

Das tut weh

Während meiner Zeit in der Behörde in Berlin ist es mir fast nie aufgefallen. Und ich hätte es sicherlich bemerkt. Zum Teil erhielt ich zwar auch Schreiben zur Durchsicht, aber da ging es eher um Formulierungen als um Korrekturen.

Als ich dann in der Schweiz ankam, sah ich zunächst die Schwierigkeiten von Rosalies Kindern bei der deutschen Rechtschreibung. Teilweise ist es ein Kauderwelsch aus grammatikalischen und orthographischen Fehlern, das sich aber damit erklären lässt, dass beide Kinder eine Schule besuchen, in der französisch gesprochen wird und die deutsche Sprache eine Fremdsprache ist.

Zu meinem Entsetzen muss ich nun aber feststellen, dass meine Team-Mitglieder beim Schreiben ganz ähnliche Probleme haben. Teilweise tut es richtig weh, deren Mails zu lesen. Gross- und Kleinschreibung, Zeichensetzung, Fallunterscheidung - alles erscheint eher zufällig. Zunächst vermutete ich, dass es an der jungen Generation liegt, aber nun sehe ich (leider), dass der neue Kollege mit 53 Jahren ganz ähnliche Fehler macht.

Das ist schrecklich! Degeneriert unsere schöne deutsche Sprache? Auch wenn es zum Beispiel einfacher ist, nur klein zu schreiben, würde ich das selbst bei WA niemals machen. Es sieht furchtbar verstümmelt aus.

Schaut man sich auf Kommentar- und Forenseiten um, ist das Ergebnis leider auch niederschmetternd. Da ich öfter in einer bestimmten Community unterwegs bin, sehe ich da auch zum Teil haarsträubende Einträge. Zum Beispiel diesen:

"Ich habe so ein Gerät gekauft aber in der Liste ist meinem Hund seine Rasse nicht dabei was kann ich da tun?"

Aber viel wichtiger sind heute offenbar Gendersternchen oder Binnenstriche ...

Montag, 1. April 2019

Herzzerreissend

Wenn man Haustiere hat, leidet man bei Problemen genauso wie bei den eigenen Kindern. Unser Henry entwickelte sich in den letzten Monaten eher zu einem wilden Kater und kam immer seltener zu uns. Um so mehr wird er dann geknuddelt, wenn er sich doch mal wieder blicken lässt. Und wenn er entsprechend gut drauf ist, hüpft er dann auch gern auf meinen Schoss.

Dann geniessen wir beide die kurzen Momente. Doch diesmal war es anders. Als er mit den Milchtritten anfing, bemerkte ich, dass sämtliche Krallen an den Vorderpfoten mehr oder weniger gesplittert waren. Und während ich mir das anschaute, stellte ich dann auch fest, dass er an den Handwurzelballen Verletzungen hat, die ziemlich übel aussahen.

Mit diesen Wunden wollten wir ihn nicht mehr raus lassen, solange wir ihn nicht einem Tierarzt gezeigt haben. Nun kennt es Henry aber seit über einem Jahr nicht mehr, eingesperrt zu sein.
Dementsprechend war die Nacht eine Katastrophe. Er jammerte und jammerte immer wieder, weil er unbedingt raus wollte. Zwischendurch schlief er ein wenig, bevor das Jammern wieder begann ... Es ist schwer, dem zu widerstehen, aber es geht schliesslich um seine Gesundheit, also haben wir durchgehalten, und ich hoffe, wir können ihn heute beim Arzt vorstellen. Es könnte sich um eine Verletzung durch einen Unfall handeln oder eine Krankheit. Wir wissen es nicht, aber vielleicht hat der Tierarzt eine Idee ...


Freitag, 29. März 2019

Fuchs ohne Hase

Seit wir die Aussenkamera installiert haben, konnten wir schon einige interessante Beobachtungen im Garten machen: Marder, Elstern, die Katzenfutter klauen, der Hund vom Schäfer auf Entdeckungsreise, diverse Katzen.

Gestern kam ein neuer Gast dazu, und wir sind uns nicht so sicher, ob wir das lustig finden oder uns Sorgen machen sollen. Ein Fuchs hat uns mitten in der Nacht besucht, alles beschnuppert und inspiziert, und nach einer Minute war der Spuk vorbei. Ein stattliches Kerlchen! Aber wie sehen das unsere Katzen - sind sie in Gefahr? Und was ist, wenn der Fuchs übertragbare Krankheiten anschleppt? Bis jetzt war er nur einmal bei uns, vielleicht hat er sich "verlaufen". Aber falls er jetzt öfter kommt, könnte das vielleicht ein Problem werden.

Hier das Video dazu:


Donnerstag, 28. März 2019

Nur Klischees?

Anfang der Woche ging durch die Medien, dass auf der A3 diverse Edelkarossen und deren Lenker samt Brautpaar und Gästen den Verkehr zum Erliegen brachten. Nur zwei Wochen vorher das selbe Spiel auf der A40. Die Beteiligten behaupten den Beamten gegenüber rotzfrech, nichts Unrechtes getan zu haben und aussderm gute Anwälte zu kennen. Man müsse sich also keine Sorgen machen. Die Meldung endet damit, dass man mit den Behörden nun "prüfen" wolle, ob die Autos mit legalem Geld erworben wurden ...

Gestern Abend Razzia in Berlin-Neukölln mit Hundertschaften der Polizei gegen die organisierte Kriminalität, auch mit Schwerpunkt Shisha-Bars. Ich selbst kenne es noch aus meinem Wohnbezirk, der nicht einmal Schwerpunkt für derartige Aktivitäten ist: Auf 500 m Strassenlänge drei Automaten-Casinos, dazwischen eine Shisha-Bar. Kaum je eine Person drinnen, aber draussen mindestens zwei bis drei Luxus-Limousinen, von denen der durchschnittliche Bürger ein Leben lang höchstens träumen kann.

Was läuft da falsch in meinem Heimatland? Warum liess und lässt man diese mafiösen Strukturen, die sich über Jahrzehnte etabliert haben, einfach so gewähren und redet das Problem klein? Bildet man sich wirklich ein, JETZT noch effektiv etwas dagegen tun zu können? Wo führt das alles hin?

Mittwoch, 27. März 2019

Bewegt sich da etwas?

Die Situation ist trostlos, und fast aussichtslos scheint es, überhaupt eine Lösung zu finden im Scheidungsverfahren bei Rosalie. Jetzt gab es immerhin ein klitzekleines Zeichen ...

Wie schon früher berichtet, war sich der Ex in den Jahren seit der Trennung nicht zu schade, ein gewaltiges Vermögen für sein persönliches Vergnügen und das seiner neuen Partnerin zu verschleudern, und das durch mehr oder wenige geschickte Tricks in der Buchhaltung seiner Firma zu verstecken. Rosalie hat Monate damit zugebracht, um die relevanten Beträge aus seiner Buchhaltung mitsamt der Belege zusammen zu suchen und dem Gericht zur Verfügung zu stellen.

Nun fühlte sich das Gericht ausserstande, diese Belege zu prüfen, und hat daher einen Gutachter beauftragt. Dieser hat jetzt nach einer ersten Sichtung zwar die formal richtige Buchführung bestätigt, jedoch starke Zweifel angemeldet, was die Inhalte angeht. Es müsse jedoch weitere Prüfungen geben, um dies genauer zu untersuchen.

Meine Hoffung nach dieser ersten Einschätzung war, dass der Ex vielleicht doch endlich mal wach wird und merkt, dass er mit diesem Betrug nicht durchkommen wird. Ein erster Kurzbrief, in dem sein Anwalt mitteilte, dass der Mandant keine weiteren Untersuchungen wünsche, bestärkte schon diese Hoffnung. Und um Rosalies Position und Bestreben zu untermauern, hat ihr Anwalt noch einmal bestätigt, dass man gewillt sei, die gutachterlichen Tätigkeiten so lange weiter zu führen, bis die Richtigkeit der Behauptungen von Rosalie zweifelsfrei bewiesen ist.

Nun kam ein weiteres Schreiben vom Anwalt mit einem immerhin winzigen Angebot und der Hoffnung zwischen den Zeilen, man möge doch von weiteren Kontrollen der Zahlen absehen. Und um das nochmals zu untermauern, hat der Ex sogar noch ein Mail geschrieben, das zwar zunächst das übliche Gejammer enthielt, wie schrecklich vor allem die Kinder und auch er unter dieser Situation leiden würden (komisch, dass die Kinder bei uns immer einen entspannten Eindruck machen und ja eigentlich von dieser "Situation" gar nichts mitbekommen, es sei denn, man jammert ihnen ständig etwas vor ...), aber dann mit der nochmaligen Bitte schliesst, Rosalie sollte sich dieses "Angebot" doch mal durch den Kopf gehen lassen.

Es ist - vielleicht - ein Anfang, auch wenn der Vorschlag nun immer noch Lichtjahre von dem entfernt ist, was der Ex einseitig in den letzten drei Jahren verjubelt hat. Rosalies Anwalt wird nun ein eigenes Angebot machen, das, wie beim Verhandeln üblich, deutlich über der eigentlichen Schmerzgrenze liegt, verbunden mit dem Hinweis, dass man im Falle des Scheiterns dieser Verhandlung weiterhin gewillt ist, den Betrug des Ex vollumfänglich durch den Gutachter bestätigen zu lassen.

Rosalie ist völlig klar, dass sie niemals den vollen Betrag dessen, was ihr eigentlich zustehen würde, bekommen wird, und im Zweifel der Spatz in der Hand besser ist als die Taube auf dem Dach. Aber eine gewisse Gerechtigkeit muss unter dem Strich schon zu spüren sein. Davon sind wir aktuell noch ein ganzes Stück entfernt.

Und das Ende ist weiterhin völlig offen ...




Dienstag, 26. März 2019

Ungeplanter Ausflug

Eigentlich hatten wir ein ruhiges Wochenende daheim geplant. Aber dann kam uns Rosalies Mama "in die Quere". Sie ist derzeit nach einer OP zur Reha und erwartete unseren Besuch.

Es war also nix mit gemütlichem Sitzen am Gartenteich. Stattdessen ging es zu einem anderen "Teich" mit rund 1,5 Stunden Fahrt pro Richtung. Wer die Schweiz so gar nicht kennt, wird staunen, wie viel Wasser es in diesem Land gibt. Wir wohnen ja im sogenannten Seeland mit Bielersee, Neuenburgersee und Murtensee. Dann gibt es u. a. noch den bekannten Genfersee, den Thunersee und eben den Brienzersee, zu dem wir uns Sonntagmittag auf den Weg machten.

Richtig viel Lust hatten wir beide nicht, aber letztlich haben zumindest Kaffee und Kuchen und der tolle Ausblick von der Terrasse der Einrichtung für die lange Fahrt ein wenig entschädigt. Wohnen möchte ich dort nicht, weil man auf Dauer von den Bergen auf allen Seiten ziemlich erdrückt wird, aber für einen Ausflug ist diese Gegend wirklich gut geeignet:



Montag, 25. März 2019

Die lieben Kollegen (57) - Zwei anstrengende Wochen

Der junge Kollege im Team steigt heute Morgen in den Flieger Richtung Philippinen (seine Heimat), und damit werde ich nun zwei Wochen mit dem neuen Mann bei uns allein den Betrieb am Laufen halten müssen. Ich werde ihm die eine oder andere Gelegenheit geben, sein Können unter Beweis zu stellen.

Gleich heute wird er damit anfangen und Anforderungen für eine gewünschte Software bei einem Termin mit einer Managerin aufnehmen. Da ich mit der "gut kann", werde ich im Anschluss mal beiläufig fragen, wie er sich geschlagen hat. Schliesslich befindet er sich in der Probezeit, und jetzt wäre noch Gelgenheit, darüber nachzudenken, ob er bleiben kann oder nicht. Und auch wenn ich das natürlich nicht zu entscheiden habe, kann ich zumindest dem Chef meine Eindrücke mitteilen, bevor der Arbeitsvertrag dann unbefristet wird.

Offenbar nimmt die Reorg ein wenig Fahrt auf. Ende letzter Woche erhielten wir zwei Einladungen zu Info-Veranstaltungen. Bei der ersten geht es ums Grosse und Ganze, aber die zweite könnte interessant werden. Hier sollen neue Stellen beschrieben werden, auf die man sich dann unmittelbar danach bewerben kann. Ich hab keine Ahnung, worum genau es sich dabei handeln wird, aber sollte mich etwas interessieren, werde ich in jedem Fall meine Fühler ausstrecken. Auch wenn mir die Arbeit hier Spass macht und auch verbal gewertschätzt wird, hätte ich nichts dagegen, dies auch auf dem Konto zu sehen. Da ich auf meiner jetzigen Stelle wohl bis zum Sanktnimmerleinstag auf mehr Lohn warten kann, muss ich einen Wechsel in Betracht ziehen. Das würde meinem Chef ganz sicher nicht gefallen, ist mir aber egal. So, wie er seinen Busenfreund an jeder Stelle bevorzugt und ihm einen Aufstieg nach dem anderen zuschustert, muss er sich nicht wundern, wenn der Rest des Teams flüchtet. Da hilft auch kein einmaliger 100-Franken-Gutschein für Kinobesuche oder einen Elektronik-Markt.

Ich bin also sehr gespannt auf den 2. April. Aber nun muss ich erst einmal diese 50-Stunden-Woche überstehen.INC1081282

Mittwoch, 20. März 2019

Jeden Morgen eine Jungfrau

Heute Morgen hörte ich im Radio, es sei der Tag des Glücks. Und natürlich ging es in diesem Zusammenhang auch um die Frage, was denn glücklich machen würde.

Während ich zuhörte, tauchte prompt eine mögliche Antwort am Horizont auf: Wenn es, wie jetzt wieder, morgens schon hell ist auf dem Weg zur Arbeit, eröffnet sich mir bei schönem Wetter aus dem Auto heraus ein beeindruckender Blick auf Eiger, Mönch und - Jungfrau! Auch nach zweieinhalb Jahren ist dieses Panorama noch immer etwas Besonderes und ich lächle in mich hinein, sobald ich diese atemberaubende Kulisse erblicke.

Wenn ich dann noch eine grüne Welle bis zum Parkplatz habe und die Kaffeemaschine im Büro funktioniert, ist das Glück am Morgen schon perfekt! :-)

Der Blick auf die Wettervorhersage macht auch gerade glücklich. Sonniges Frühlingswetter bis zum Sonntag soll es geben. Und da ich den Rest der Woche frei habe, kann ich das auch ganz ausgiebig geniessen, wenn auch leider vorerst ohne Rosalie, die morgen arbeiten muss.

Es braucht nicht immer die grossen Momente, um glücklich zu sein. Die kurzen Augenblicke können die gleichen Gefühle erzeugen und lassen einen beschwingt den Alltag meistern.

In diesem Sinne: Euch allen einen glücklichen Tag!

Dienstag, 19. März 2019

Die lieben Kollegen (56) - Der normale Wahnsinn

Wenn man mal von dem aktuell anstehenden grossen Windows-Update für alle Geräte im Haus absieht, herrscht in meinem Team derzeit relative Ruhe. Mein sprunghafter junger Kollege hat seine Wechsel-Ambitionen begraben und wird uns erhalten bleiben (worüber ich nicht unglücklich bin). Und der Neue?

Ich werde (noch) nicht recht warm mit ihm, wobei ich gar nicht sagen kann, woran genau es liegt. Er ist weder unfreundlich noch faul, allenfalls zu laut. Aber irgendwie finde ich derzeit keinen Draht zu ihm. Ich merke, dass er mich manchmal mit seinen Fragen nervt und muss aufpassen, mir das nicht anmerken zu lassen. Schliesslich bin ich für seine Einarbeitung verantwortlich, und (sinnvolle) Fragen sind natürlich immer erlaubt.

Von der angekündigten Reorg ist bisher nichts zu sehen. Für Anfang April ist eine weitere allgemeine Info-Veranstaltung geplant, vielleicht wird es dann etwas konkreter. Ich denke aber, dass es sein wird wie immer: viel heisse Luft, und am Ende bleibt von den grossen Plänen nicht viel übrig. Und der Rest dauert Jahre.

Dabei hätte ich gar nichts dagegen, wenn es etwas schneller ginge, denn mit meiner derzeitigen Einkommens-Situation bin ich nicht sonderlich zufrieden, und neue Strukturen böten womöglich auch neue Chancen. Momentan ist alles und jeder wie gelähmt, und wenn es so bleibt, rechne ich nicht damit, überhaupt mal ein paar Franken mehr zu verdienen. Die kontinuierliche Lohnanpassung mit dem Dienstalter hier im Hause wurde "pünktlich" mit meinem Eintritt Anfang 2017 abgeschafft.

Nun aber genug gejammert, auf geht es in einen wunderschönen Arbeitstag. Draussen scheint die Sonne und der Kaffee steht auf dem Tisch. Ich sitze im Warmen und hab immerhin noch Gelegenheit, die News zu lesen und das Post online zu stellen. Diesen Luxus hat ja auch nicht jeder. :-)

Montag, 18. März 2019

Frühlings-Impressionen

Wir haben ihn gesehen, den Frühling! Zuerst und ganz ausführlich in Zürich. Es ist erstaunlich, wie die Gartenbauer es schaffen, punktgenau zur Ausstellung ihre Installationen zum Blühen zu bringen, sodass die Besucher ein Blumenmeer bestaunen können:



Nach diesen Eindrücken hat sich dann das Wetter auch etwas Mühe gegeben und mal gezeigt, wie sich Frühling anfühlen kann. Leider nur am Samstag, und leider war es zum Teil doch sehr windig, sodass man sich schon eine geschützte Ecke aussuchen musste, um die Wärme der Sonne schon geniessen zu können. Und nicht nur wir Menschen haben Freude daran, auch bei den Katzen merkt man, dass die Lebensgeister zurück kehren und sie mit uns wahnsinnig gern den Tag im Garten verbringen, neugierig zuschauen, was wir da treiben, oder sich einfach von der Sonne wärmen lassen.



Der Sturm hat gestern den Frühling noch einmal kurz verjagt, aber wir erwarten ihn Mitte der Woche zurück, und dann hoffentlich auf Dauer. Passend dazu habe ich Donnerstag und Freitag frei. Zeit für den ersten Sonnenbrand. :-)

Donnerstag, 14. März 2019

Wir (be)suchen den Frühling

Momentan schwächelt das Wetter und kann sich nicht entscheiden, ob es noch winterlich oder doch schon frühlingshaft sein möchte. Regen, Graupel, Sturm, Sonne - das macht gerade nicht wirklich Spass.

Morgen werden wir diesem ollen Wetter für ein paar Stunden entfliehen. Das geht ganz einfach per Zug - zur Gartenmesse "Giardina" nach Zürich! Ein bisschen geschummelt wird natürlich schon, schliesslich ist das keine Freiluftveranstaltung. Die wunderschön angelegten Gärten befinden sich in einer Messehalle! Ein riesiger Aufwand, der dort jedes Jahr betrieben wird, aber das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Für Rosalie gehört ein Besuch dort seit vielen Jahren zur Tradition, und ich nehme natürlich daran teil, seit ich hier bin. Und so werden wir uns morgen Vormittag gemütlich in den Zug setzen, durch den Regen fahren und dann ein paar Stunden lang Frühlingsluft schnuppern und Inspirationen sammeln. Auch wenn vieles aus finanziellen oder Platzgründen nicht realisierbar ist, macht es doch Freude, ein bisschen zu träumen. :-)

Das wird ein schönes Wochenende!

Mittwoch, 13. März 2019

TV-Serien

"... sind die neuen Kinofilme" schrieb Springer vor kurzem mal. Und ich muss sagen, dass es in letzer Zeit durchaus sehr interessante und auch spannende Serien gibt. Es fällt auch auf, dass immer häufiger namhafte Schauspieler dabei sind: Ob Lady Gaga, Kathy Bates, Naomi Watts oder Kate Beckinsale (es gibt sicher auch männliche Stars, aber ich finde halt Frauen interessanter ...). Früher wurden Darsteller zum Teil durch eine Serie berühmt, heute werden sie erst zu Stars und spielen dann im TV. Interessante Entwicklung! Dank WWW kann man nun oft auch mehrere Folgen am Stück schauen und muss nicht immer diese quälend lange Woche bis zur nächsten Episode warten. Wie hat man das nur früher ausgehalten? :-)

Aktuell schauen wir eine Serie mit Julia Roberts. Sehr schräg, sehr ungewöhnlich. Man weiss noch nicht so richtig, in welche Richtung das Ganze überhaupt geht - Mystery, Thriller, SF ... Optisch erinnert das Ganze an Filme aus den guten alten 60ern, es gibt fast keine Musik, die Folgen sind nur 28 Minuten lang. Rosalie und ich, wir sind uns noch nicht einig, ob wir diese Serie "Homecoming" nun gut finden oder nicht. Gleichwohl sind wir neugierig, was da wohl am Ende bei herauskommen wird. Also hat es uns offenbar doch fasziniert und bis zum Wochenende haben wir vermutlich alle zehn Folgen gesehen ...

Dienstag, 12. März 2019

Ich bin drin!

Heute Morgen hörte ich im Radio, dass das WWW schon stolze dreissig Jahre alt geworden ist. Während sich die heutige Jugend ein Leben ohne Internet gar nicht mehr vorstellen kann, war es für unsere Generation tatsächlich Neuland.

Das erste Modem mit 56K, das man nur nutzen konnte, wenn gerade niemand telefonieren wollte, die ersten Versuche, irgendwas im Netz zu finden, der erste Messenger (ICQ) ... Hach, das waren Zeiten.

Sehr schnell habe ich das Netz auch zu schätzen gelernt. Als mein Sohn 12 Wochen zu früh auf die Welt kam, war es die erste und schnellste Quelle, um sich über das Thema Frühgeburt zu informieren. Es gab zwar 1997 erst wenige Seiten dazu, aber immerhin konnte man zu jeder Tageszeit darauf zugreifen. Und da wir tagsüber beim Kind waren, wurde das Internet zu einer wichtigen Quelle für Informationen und auch schon Austausch mit anderen Eltern, wenn auch sehr langsam und mühevoll.

Und heute geht ohne das Netz nichts mehr, die Geschwindigkeit ist gefühlt Lichtjahre schneller als zu Beginn. Schön, dass es das WWW gibt, sonst hätte ich wohl auch Rosalie niemals kennen gelernt!

Montag, 11. März 2019

Es luftet

Ja, so sagt man hier in der Schweiz. Ein Begriff, den man wohl nicht übersetzen muss. Jedenfalls haben die Fensterläden ordentlich geklappert, und diverse Ziegelteile liegen nun wieder vor und hinter dem Haus.

Wir sind daher lieber drinnen geblieben, haben uns kurz über den Befehlston von Rosalies Ex geärgert, der mal wieder der Meinung war, per SMS die Marschrichtung vorgeben zu können, und ansonsten ein ganz ruhiges Wochenende verbracht. Über solche Lappalien kann man sich schon kaum noch aufregen ...

Auf Wunsch einer einzelnen Dame habe ich ab sofort den Blog auf "Moderiert" gesetzt. Nicht, weil ich unsinnige Kommentare erhalte, sondern weil Gäste, die nicht bei Blogspot angemeldet sind, mit lustigen Bilder von Hydranten, Ampeln und Fahrrädern überschwemmt werden. Durch die Moderation sollte sich das dann hoffentlich erledigt haben. Also bitte nicht wundern, wenn Eure  Anmerkungen ein wenig später sichtbar werden.

Bei unserem vorletzten Berlin-Besuch haben wir uns mit allen möglichen lustigen Kalendern für dieses Jahr eingedeckt. Einer davon ist ein Tageskalender, und der Spruch vom letzten Freitag ist so sinnlos, dass wir Beide beim Lesen lachen mussten. Daher möchte ich ihn Euch auch nicht vorenthalten:

"Wenn mir langweilig ist, rufe ich bei DHL an und frage, wann die Sendung mit der Maus kommt."

In diesem Sinne: Einen abwechslungsreichen Tag!

Freitag, 8. März 2019

Mir graut

Vor einigen Wochen habe ich schon mal meine Bedenken geäussert, als ich erfuhr, dass mein Papa sich ein nagelneues Auto bestellt hat - mit fast 79 Jahren.

Nun hat er mir gestern ein Bild geschickt von dem neuen Wagen. Und ich bin ein weiteres Mal erschrocken. Wenn ich mir vorstelle, wie er mit seinem Rollator und unsicheren Schrittes zum Auto läuft, mit Mühe und Not und viel Geduld einsteigt, während seine Frau den Rollator im Auto verstaut, und dann mit diesem Geschoss wegfährt - das kann man nur für einen schlechten Scherz halten ...

Jede Menge neuer Technik, ein riesiges Display, das wunderbar ablenkt, ein Frontspoiler fast bis zum Boden. Wie lange geht das gut, bis der erste Schaden entsteht??

Hier in der Schweiz muss man im Alter alle zwei Jahren die Fahrtüchtigkeit unter Beweis stellen. Ich finde das absolut richtig, auch wenn es mich damit auch eines Tages erwischen wird. Aber man gefährdet sich halt nicht nur selbst, sondern stellt auch ein erhöhtes Risiko für seine Umwelt dar. Und das kann man selbst nun mal nicht objektiv einschätzen. Mein Opa fuhr damals mit 85 nur noch auf der Mittellinie, bis er nach einem Fast-Unfall endlich den Führerschein zurück gab. Mein Papa hat erst vor ein paar Wochen eine Beule in das alte Auto gefahren, weil er einen Pfeiler übersah. Was kommt als nächstes, weil er vielleicht gerade auf das tolle Display geschaut hat??

Und hier ist das gute Stück, das nächsten Mittwoch auf die Strasse entlassen wird (zum Teil noch mit Folie abgeklebt):






Donnerstag, 7. März 2019

Herein spaziert!

Früher hab ich es nicht recht verstehen können, inzwischen weiss ich, wie das ist: Wenn man ein Tierliebhaber ist, wird der Gang durchs Tierheim zur Qual. Man möchte am liebsten alle dieser armen Geschöpfe mitnehmen und ihnen ein neues Zuhause geben.

Und es muss nicht mal das Tierheim sein. Bei uns daheim tauchen ja auch immer wieder neue Kätzchen auf und schauen zum Teil scheu, zum Teil aber zutraulich und neugierig durch die Katzenklappe.

Einer Katze konnten wir in den letzten Monaten ja ein paar Stunden in Ruhe schenken, bis sie nun - vermutlich - verstorben ist. Andere Kätzchen haben sicherlich ein Zuhause und brauchen unsere Aufmerksamkeit nicht, kommen aber trotzdem gern vorbei und sind so hübsch, dass man sie am liebsten knuddeln möchte.

Wobei - der Begriff "Kätzchen" trifft es nicht immer. Derzeit besucht uns abends ein Katzentier, dass locker als mittelgrosser Hund durchgehen würde. Auf dem Bild fehlt der Grössenvergleich, aber wenn es auf der Treppe sitzt, muss man zwei Mal hinschauen, um zu erkennen, ob es eine Katze ist oder doch etwas Anderes. Und mit seiner Gestalt und einem Gemisch aus Knurren und Miauen verschafft er sich so viel Respekt, dass die anderen Katzen tunlichst Abstand halten.



Das ganze Gegenteil davon ist ein ganz schlankes, kleines Kätzchen, das seit langem tagsüber mal kurz zu Besuch kommt und seit einigen Tagen durchaus mal eine kleine Runde im Erdgeschoss dreht, seit es entdeckt hat, dass man die Katzenklappe öffnen kann. Dabei hat sie es nicht leicht, denn der Besitzer hat ihr ein Glöckchen verpasst, mit dem sie durchs Gelände streifen muss.





An eine norwegische Waldkatze erinnert dieser propere und hübsche Kerl hier. Er hat ein Halsband und damit auch ziemlich sicher ein Zuhause. Wir wissen allerdings nicht, wo das ist.








Und diesen kleinen Jüngling habe ich ja schon mal vorgestellt. Da er bei uns nicht willkommen ist und von Henry verjagt wird, hat er sich ein neues Terrain gesucht, wie wir am Wochenende von den Nachbarn erfahren haben. Er ist ja ein süsser Fratz, aber als nicht kastrierter Kater macht er ziemliche Sauereien, und so sind wir nicht ganz so traurig, wenn er nicht mehr bei uns auftaucht.