Donnerstag, 21. November 2019

Es ist vorbei!

Ich weiss nicht, was schlimmer ist - im Gerichtssaal zu sitzen und sich die Lügen der Gegenseite anhören zu müssen, oder daheim auf den erlösenden Anruf zu warten. In diesem Fall musste ich mehr als fünf Stunden vor dem Telefon lauern, bis ich die Nachricht erhielt:

Wir haben uns geeinigt!

Zu Beginn der Verhandlung sah es wohl gar nicht gut aus. Die Fronten waren verhärtet wie erwartet und die Forderungen beider Seiten lagen so weit auseinander, dass ein Wunder nötig war, um sich irgendwo zu einigen. Rosalie war natürlich wahnsinnig nervös, als ich sie absetzte, aber ich war mir sicher, dass sie in den passenden Momenten alle Argumente parat haben würde. Schliesslich beschäftigt sie sich seit Jahren mit fast nichts Anderem mehr und kennt jede Zahl auswendig.

Und so konnte sie immer mal wieder einhaken und die Forderungen des Ex zurecht stutzen. Wenn der z. B. behauptete, man hätte damals abgemacht, dass alles, was er seit der Trennung verdient hatte, nur ihm zustehen würde (was an sich schon absurd ist), wie kann es dann sein, dass er gleichzeitig seine Schulden aus eben dieser Zeit zur Hälfte Rosalie anlasten wollte?

Kurz bevor die Verhandlung zu scheitern drohte, öffnete sich doch noch ein Weg für einen Kompromiss. Der bedeutete zwar für Rosalie, auf Einiges zu verzichten, aber gleichwohl verlangte er von ihrem Ex, mehr als doppelt so viel zahlen zu müssen wie er ursprünglich wollte.

Die Alternative wäre eine Fortsetzung des status quo gewesen mit ungewissem Ausgang, weiteren horrenden Ausgaben für die Anwälte und einer Menge verschenkter Lebenszeit. Stattdessen ist nun die Konvention unterschrieben, jeder weiss, woran er ist, und wenn alles normal läuft, sollte die Scheidung bis zum Jahresende amtlich sein.

Das sind doch gute Aussichten für einen Neustart 2020. So richtig fassen können wir es beide noch nicht und das wird auch noch ein paar Tage dauern. Am Freitag wird eine gute Freundin von Rosalie nach einer ähnlichen Schlammschlacht ebenfalls geschieden sein, und am Abend wird dann ein wenig gefeiert. Das haben sie sich sowas von verdient!

Dienstag, 19. November 2019

Es wird ernst

Nach fast sieben Jahren Trennung und drei Jahren Scheidungsklage ist es nun soweit: Morgen ist der Termin für die erst Hauptverhandlung vor Gericht!

Rosalie hat mit ihrem Anwalt ein ganz pragmatisches Papier vorbereitet, in dem alle Scheidungsfolgen geregelt werden könnten - kurz und knackig auf zwei Seiten. Sieht gut aus, hat nur einen Haken: Die Zahlen liegen Lichtjahre von dem entfernt, was der Ex zu zahlen bereit ist. Und das nicht nur, weil er der Meinung ist, es gehöre alles ihm, sondern auch, weil er behauptet, er könne nicht mehr zahlen.

Man stelle sich vor: Die Bank gibt Euch einen Kredit von 1000 Euro. Nun möchte sie ihr Geld gern zurück und ihr sagt der Bank, sie möge sich doch mit 100 Euro gefälligst zufrieden geben, denn mehr sei halt nicht mehr da. Wie wohl die Bank reagieren würde?

Ganz genauso geht es Rosalie. Der Ex gibt während der Trennung das Geld aus, als gäbe es kein Morgen, und wenn es dann ans Aufteilen geht, ist nix mehr übrig - Pech gehabt. Dass man das nicht einfach auf sich beruhen lassen kann, ist sicher verständlich, zumal es nicht nur um 1000 Euro geht.

Ich habe grosse Zweifel, dass es beim Termin morgen auch nur einen Zentimeter vorwärts geht, sofern der Richter nicht einschreitet. Aber der ist leider eine Pfeife und wird sich heraushalten in der Hoffnung, die beiden Parteien kommen zu einer Einigung ohne sein Zutun. Und so braucht es ein kleines Wunder, damit wir morgen Abend aufatmen können.

Ich werde berichten.

Montag, 18. November 2019

Vertrauen verloren

Einen Hausarzt hat man als erste Anlaufstelle für medizinische Beschwerden aller Art. Gut ist es, wenn man zu der Person auch ein gewisses Vertrauensverhältnis aufbauen kann und weiss, dass man sein Herz ausschütten kann, wenn es notwendig wird.

Bei dem Arzt, der jetzt mein Hausarzt ist, war das bisher nicht nötig, allerdings hatte ich bei den wenigen Besuchen auch nie den Eindruck, dass er überhaupt daran interessiert wäre, ein solches Verhältnis aufzubauen. Ja, er ist nett, hört zu, wirkt aber irgendwie oberflächlich.

Im Oktober war ich bei ihm, um mich beraten zu lassen, was man gegen die Rückenschmerzen tun kann. Wie schon geschrieben, empfahl er mir Akupunktur, zunächst fünf Behandlungen. Da ich das noch nie versucht hatte, stimmte ich zu. Nach fünf Behandlungen habe ich dann aber nicht weiter gemacht, weil ich nicht das Gefühl hatte, es würde irgend etwas bringen.

Kurzer Abzweig: In der Schweiz zahlt man je nach abgeschlossener Versicherung einen bestimmten Teil der medizinischen Kosten komplett selbst. Und so musste ich die Behandlungen in diesem Fall auch allein berappen. Ich rechnete zuzüglich der Untersuchung am ersten Tag mit etwa 500 Franken. Dann kam die Rechnung der Krankenkasse: 704 Franken!

Ich bin erst mal atemlos sitzen geblieben. Dann forderte ich von der Krankenkasse, die mir ja nur einen Betrag schickt, die Originalrechnung vom Arzt an. Und diese Rechnung hat mich dann richtig wütend gemacht. Also nahm ich das Papier und schrieb dem Arzt ein Mail, in dem ich die ganzen unklaren Positionen auflistete und um Erklärung bat.

Die kam auch einen Tag später, aber was da stand, war eine absolute Frechheit. Ich will hier gar nicht alles aufzählen, sondern nur ein Beispiel anführen.

Eine "Session" läuft so ab: Ich lege mich auf die Liege, der Arzt sticht die Nadeln. Dann liege ich 20 Minuten, der Wecker klingelt und er oder eine Schwester entfernen die Nadeln. Das alles dauert in der Regel etwa 30 Minuten - insgesamt! Nun hat der Arzt aber eine Überwachungszeit von 45 Minuten (3x15 Minuten) angesetzt. Damit war ich natürlich nicht einverstanden. Seine unverschämte Antwort: 20 Minuten wären nur die Netto-Liegezeit. Er müsse ja schliesslich noch einen Wecker stellen, und wenn der klingelte, würde er auch nicht sofort aufspringen und zu mir kommen.

Mit anderen Worten: Ich soll für seine Faulheit oder schlechte Organisation der Praxis zahlen? Ganz sicher nicht. Der Herr meint doch tatsächlich, das Stellen des Weckers und der Weg zurück zur Liege hätten jedes Mal (!) mindestens 11 Minuten gedauert, sodass er aus 31 Minuten schön auf 45 Minuten aufrunden kann. Wie unverschämt ist das denn?

Das toppt er in seinem Mail dann noch, in dem er meint, eigentlich wären die Positionen sowieso egal, es käme nur auf die Gesamtkosten an, und da würde er sich an seinen Kollegen orientieren. Mit anderen Worten - es ist ganz egal, was ich gemacht habe, aber es kostet so viel wie bei anderen auch.

Was ist das für eine Aussage? Ich hab ihm daher noch einen Link zu einem Arzt geschickt, der für 60-75 Minuten Akupunktur je nach Aufwand zwischen 90 und 130 Franken nimmt, also halb so teuer ist. Die Entgegnung meines Artzes dazu zeigt, dass seine Abrechnung nur Abzocke ist: Er hätte sich die Seite angeschaut, und es könne ja gar nicht sein, was da steht. Eine Akupunktur würde immer nur 20 Minuten dauern, und wenn da was von einer Stunde stehe, dann wären vielleicht noch administrative Dinge oder Gespräche mit dabei.

Ach so - ich bekomme also dort viel mehr Leistung und zahle daher halb so viel? Das verstehe ich. Nicht.

Ich habe hin und her überlegt, ob ich reagieren soll. Aber gerade die pampige und überhebliche Antwort auf meine Fragen hat mich dazu bewogen, den Sachverhalt der Krankenkasse zu melden und um Rückruf zu bitten. Das kann ich einfach nicht auf sich beruhen lassen. Zur Erinnerung: Man bekommt bei diesem ganzen Verfahren leider NIE die Original-Rechnung, sondern zahlt einfach die Summe, die einem die Kasse mitteilt. Ich kann daher nur erahnen, wie viele Leute er auf diese Weise schon mit völlig überteuerten Abrechnungen betrogen hat.

Ob ich jemals wieder die Praxis betrete, weiss ich nicht. Blöd ist, dass auch Rosalie und ihre Kinder dort Patienten sind. Aber vermutlich hat er längst vergessen, dass wir zusammen gehören, insofern sollte das wohl kein Problem sein.

Nun warte ich mal ab, wie die KK dazu Stellung bezieht. Sie sollte ja eigentlich daran interessiert sein, überhöhte Abrechnungen zu stoppen. Aber vielleicht knicken sie auch vor dem Gott in Weiss ein? Ich warte mal ab, noch hab ich die Rechnung nicht bezahlt.


Freitag, 15. November 2019

Tom und Jerry daheim

Wir sind froh, dass es unserem Henry besser geht, die Wunde heilt endlich. Und der Panther wirkt auch wieder fitter als zuletzt.

Seit gestern Abend scheint er auch einen neuen "Kumpel" gefunden zu haben. Rosalie berichtete mir zunächst, er würde unten immer an einer bestimmten Stelle hocken und ganz unruhig warten. Heute Morgen dann das gleiche Spiel in der oberen Etage.  Wir konnten aber nicht erkennen, was er entdeckt hat, vermuteten jedoch eine Maus.

Vorhin dann die lustige Bestätigung. Viel Vergnügen beim Filmschnipsel und schönes Wochenende!


Donnerstag, 14. November 2019

Desillusioniert

Vor ein paar Monaten rollte eine Welle von Stellenausschreibungen durchs Haus, und wie viele andere war auch ich ziemlich euphorisch und bewarb mich auf drei Stellen. Leider bin ich nirgends zum Zuge gekommen. Mal warf man mir mangelnde Erfahrung vor, mal zu viel Geduld.

Letztlich war ich schon enttäuscht, immerhin hatten es zwei Kollegen von mir geschafft, eine von 42 Stellen zu ergattern.

Meine bevorzugte Stelle im Support ist bis heute nicht besetzt, und nun ist auch noch die vorgesetzte Position zu dieser Stelle vakant. Seit Tagen bearbeiten mich die Kollegen, ich möge mich doch auf diese Stelle bewerben, aber mir fehlt die Motivation.

Das hat verschiedene Gründe. Ich sehe und höre seit dem Sommer, was für ein chaotischer Laden die zentrale IT ist und was für merkwürdige "Gestalten" zum Teil dort arbeiten. Alle sind mit sich selbst beschäftigt, von "Organisation" kann derzeit keine Rede sein. Dazu kommt, dass die bewusste Stelle eigentlich ein Selbstmordkommando ist. Als Leiter Support für das ganze Haus kann man eigentlich nur verlieren. Im Gegensatz zu der Stelle, auf die ich mich ursprünglich beworben hatte, hängt hier deutlich mehr Verantwortung dran, und ich bin ehrlich - dafür fehlt mir auch die Erfahrung.

Und ich muss mir die Frage stellen: Würde ich das überhaupt wollen? Was mich hier derzeit stört, ist die gewisse Unsicherheit über die Zukunft und die schlechte Bezahlung. Letzteres wäre dort natürlich deutlich besser, aber bei dem herrschenden Chaos und der Unzufriedenheit mit dem Support derzeit im ganzen Haus würde ich wohl Gefahr laufen, früher oder später mit Magengeschwür beim Arzt zu landen, denn ich bin kein Typ, den solche Probleme kalt lassen.

Und ist es mir das in meinem Alter wert? Oder pfeife ich auf die Kohle und freue mich, dass ich hier zum Feierabend den PC ausschalten und die Arbeit auch mental im Büro lassen, eine gewisse Gelassenheit und niedrigen Stresspegel geniessen kann?

Ich hab jetzt gerade einen ergonomischen Stuhl und einen Sitz-Steh-Tisch genehmigt bekommen. Vielleicht sollte ich mich damit begnügen und mein Wohlergehen in den Vordergrund stellen. Mit Geld kann man Gesundheit nicht kaufen.

Mittwoch, 13. November 2019

Moderator gerettet

Was macht ein Radio-Moderator, wenn er die Zuhörer bittet, zu einem Thema anzurufen, und niemand meldet sich?

Er hat entweder einen Plan B und irgendwelche aufgezeichneten Gespräche, oder er muss improvisieren und selbst etwas zum Thema beisteuern. Oder er hat mich. ;-)

Letzte Woche gab es am Abend eine Sendung, bei der es genau zu so einer Situation kam. Es ging ums Küssen, dazu kann ich natürlich viiiiel sagen. Doch offenbar war das Thema für viele zu intim und es rief einfach niemand an. Also schrieb ich kurz ein Mail an den mir bereits bekannten Moderator, dass ich etwas beisteuern könnte.

Und nur zwei Minuten später erschien schon die Antwort auf meinem Handy: "Rettest Du mich?" Natürlich tat ich das, wir plauderten daraufhin zwei, drei Minuten im Radio, und das animierte dann wohl ein paar andere Nachtschwärmer, die gerade zuhörten, sodass die Sendung noch ein wenig ins Rollen kam.

Das war nun schon mein dritter Live-Beitrag im Radio in diesem Monat. Vielleicht habe ich ja den Beruf verfehlt? Schon zu Schulzeiten war ich immer die "Rampensau" und wurde von den Mitschülern nach vorn geschoben, wenn es darum ging, etwas vor Publikum vorzutragen. Mir hat das immer Spass gemacht, aber inzwischen gibt es kaum noch Gelegenheiten dafür. Und als ITler arbeitet man ja vorzugsweise im stillen Kämmerlein. ;-)

Dienstag, 12. November 2019

Patient entlassen

Es war eine langwierige Geschichte, nun schon zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen. Und die Verletzung bei Henry war um Einiges schlimmer als zuletzt am Pfötchen. Diesmal war der Schwanz ramponiert und ist es noch.

Immer wieder mussten wir deswegen zum Arzt gehen. Wie oft waren wir eigentlich da? Ich hab gar nicht mehr mitgezählt. Wunde genäht, Antibiotikum nicht vertragen, Wunde infiziert, Wunde wieder geöffnet, wieder Fieber bekommen, erbrochen ... Und während all der Tage durfte er natürlich nicht raus.

Zunächst ging das ganz gut, weil er sowieso viel zu matt war und lieber schlief. Teilweise war ihm so kalt, dass er anfing zu zittern. Wir haben zum Glück im letzten Jahr eine Heizdecke speziell für Tiere gekauft. Die hat er nun gut brauchen können. Wir haben ihn dann sogar noch zugedeckt, und irgendwann ging es ihm offenbar etwas besser und er hat wieder ruhig schlafen können.

Gestern war Rosalie ein weiteres Mal beim Tierarzt, der hat nun endlich grünes Licht gegeben, dass Henry wieder raus darf, wenn er unbedingt möchte. Heute Nacht um vier Uhr war es soweit: Henry ist wie ein Irrer durchs Haus gerast, quer über unser Bett gehüpft, durch den Flur geflitzt, laut mautzend und klagend vor der Tür sitzen geblieben. Und so bin ich aufgestanden und hab ihn nach rund zwei Wochen endlich wieder nach draussen gelassen.

Ich hoffe, der arme Kerl wird nun verschont von neuen Attacken und geht weiteren Kämpfen aus dem Weg. Er ist halt kein Kämpfer und zieht in der Regel bei solchen Rangeleien immer den Kürzeren. Glücklicherweise kommt er mit unserem zugelaufenen Kater gut klar. Der ist auch ein sehr gemütlicher Typ, wie man hier sehen kann:

Montag, 11. November 2019

Kinder als Spielball

Rosalie hat in den Jahren der Trennung immer versucht, die Kinder so gut wie möglich aus dem Drama herauszuhalten. Das ist zwar nobel und grundsätzlich wichtig und richtig, erweist sich jetzt allerdings als Nachteil.

Denn der Ex lässt seit Monaten keine Gelegenheit aus, um die Kinder einzuspannen und mit seinem Gejammer vollzulabern. Dabei schreckt er bekanntlich auch nicht vor Straftaten zurück. So wie kürzlich, als er seinen Sohn zu einer Falschaussage vor Gericht anstiftete.

Nun hat er ein weiteres Mal die Kinder benutzt, um gegen Rosalie zu schiessen. Er hat ein Schreiben aufgesetzt mit einem Vorschlag zur Gütertrennung. Den haben beide Kinder und sogar seine Mutter unterschrieben!! Ist das zu fassen? Angeblich wären sich alle einig, dass der Vorschlag eine gute Lösung sei und Rosalie doch bitte zustimmen möge.

Nun kann man den Kindern nur bedingt einen Vorwurf machen, dass sie diesen Unsinn unterschrieben haben. Ich bin mir ziemlich sicher, dass der Ex ihnen suggeriert hat, was für ein tolles und grosszügiges Angebot er mache und dass die Kinder doch schliesslich auch eine schnelle Scheidung wollen und das der einzig richtige Weg sei. Also mögen sie doch bitte unterschreiben.

Aber mal ehrlich: Wie sollen Halbwüchsige eine hoch komplexe Güterrechtstabelle durchschauen und bewerten, noch dazu, wenn sie die Ansicht der "Gegenseite" gar nicht kennen? Der Ex hat die Kinder nur benutzt, um Druck aufzubauen und sie für sich zu gewinnen. Das ist ekelhaft und widerwärtig.

Nun ist es an Rosalie, trotz der angedachten Zurückhaltung Tacheles zu reden und den Kindern zu erklären, dass es wohl kaum fair sein kann, wenn sie für Schulden, die der Ex NACH der Trennung gemacht hat, aufkommen soll, und das bei einem Einkommen, dass in der Summe höher als das von Rosalie UND mir ist. Das ist an Arroganz nicht zu überbieten.

Es wird ein schwieriger Termin werden nächste Woche, diese Hauptverhandlung. Schon jetzt könnt Ihr gern mal anfangen, Daumen zu drücken, dass es zumindest in die richtige Richtung gehen möge, auch wenn ich an dem Tag keine Lösung erwarte. Dafür ist die Situation einfach viel zu kompliziert.

Donnerstag, 7. November 2019

Im Ernst?

Auf Grund einer Baustelle vor dem Haus steht mein Auto derzeit ungeschützt auf einem öffentlichen Parkplatz. Also ich heute Morgen zum Wagen lief, traute ich meinen Augen nicht: Alle Scheiben zugefroren! Es geht also wieder los ... Jetzt in der Sonne am Strand von Florida liegen, das wär's. Stattdessen ist Scheiben kratzen angesagt. Ich mag den Winter nicht.

Apropos Augen trauen: Gerade traf eine Abrechnung von der Krankenkasse ein. Für eine einfache Untersuchung und 5x Akupunktur darf ich 704 Franken bezahlen. Ist das zu fassen? Der Herr Doktor setzt 7 Nadeln, lässt mich 20 Minuten im Nebenzimmer liegen und kassiert dafür so viel Geld? Dafür kann ich drei Mal nach Berlin fliegen. Ich glaub es nicht ... Und genützt hat es überhaupt nichts. Wie gut, dass wir nicht im Urlaub waren, hab ich die Urlaubskasse dem Arzt hinterher geworfen.

Einziger Lichtblick: Heute ist Donnerstag und für mich Freitag. Kann ich mich am Abend betrinken, das ist billiger und hilft - zumindest stundenweise - mehr als die Akupunktur. ;-)

Dienstag, 5. November 2019

Historische Momente

Derzeit ist in den Schweizer Medien viel zu hören und zu lesen über den historischen 9. November des Jahre 1989. Während ich den Eindruck habe, dass die Erinnerungen daran in Deutschland kaum noch jemanden wirklich berühren, ist das Interesse hierzulande gross. Gerade gestern hatte ich ein Gespräch mit einer Kollegin, die mich bat, bei Gelegenheit mehr zu erzählen aus der Zeit mit Mauer und danach.

Und deswegen darf ich morgen auch im Schweizer Radio ein wenig davon berichten. Schliesslich war ich in Berlin mittendrin im Geschehen, und diese Tage damals vor nun schon 30 Jahren werde ich nie vergessen.

Von der Euphorie und Aufbruchstimmung dieser Zeit ist leider nichts mehr übrig. Menschen, die danach geboren wurden, haben keinen Bezug mehr dazu und empfinden es als normal, wie es ist, Ältere sind zum Teil aus den verschiedensten Gründen desillusioniert und enttäuscht.

Ich hab es immer als Chance empfunden und bin noch heute dankbar, dass es so gekommen ist. Wer die Geschichte hinter der Geschichte genauer kennt (ich empfehle den Dok-Film "Schabowskis Zettel"), der weiss, dass damals alles auf Messers Schneide stand und dramatisch hätte ausgehen können.

Und so werde ich am Samstag mit Rosalie auf diesen Tag vor 30 Jahren anstossen. Zum Wohl!

Montag, 4. November 2019

So ein Pechvogel

Die kleinen und grossen Katastrophen nehmen in diesem Jahr kein Ende.

Freitagmittag schrieb mir Rosalie per WA, dass Henry stark bluten würde. Offenbar hatte er sich mit einer oder zwei Katzen "gestritten" und ging mal wieder als Verlierer vom Platz. Der Blutfleck auf dem Boden sah beängstigend aus, und Rosalie bat mich, nach Hause zu kommen, damit wir mit ihm zum Arzt gehen können. Also liess ich im Büro alles stehen und liegen und fuhr heim.

Anschliessend packten wir nun also zwei Kater ein und fuhren zum Tierarzt. Die gute Nachricht: Dem schwanzlosen Herren geht es gut! Bis auf ein paar Flöhe hat er keine sichtbaren Probleme. Leider haben wir ihn aber in Verdacht, auf Henry losgegangen zu sein, sodass wir nun überlegen müssen, wie wir künftig damit umgehen. Schliesslich müssen wir Henry schützen. Das Haus ist zwar gross, aber so ganz können sich die Katzen halt nicht aus dem Weg gehen. Es wird schwierig.

Bei Henry fand sich eine grosse Fleischwunde am Schwanz, so gross wie ein Daumennagel. So gross, dass Henry über Nacht da bleiben musste, weil die Verletzung genäht werden musste. Nun hat der arme Kerl nicht nur ein kahles Pfötchen von der letzten Bisswunde, sondern auch noch einen kahlen halben Schwanz, und er sieht damit sehr mitleiderregend aus. Er dürfte zwar damit raus, aber wir behalten ihn noch eine Weile drin, damit er sich erholt. Ausserdem muss er schon wieder Antibiotika nehmen und scheint doch recht geschwächt zu sein, frisst wenig und schläft viel.

Ach Mensch.

Und weil im Moment alles schief geht, hatten wir am Samstag dann noch eine Sauerei im Keller. Wie schon berichtet, hatte sich das Abwasserrohr gelöst und die ganze Schei*e ergoss sich tagelang in einen grossen Trog im Keller. Man mag sich die Gerüche vorstellen, die da entstanden sind. Dem wollten wir nun ein Ende bereiten und mittels Tauchpumpe die Gülle nach draussen befördern. Wir haben uns also eine Pumpe im Fachgeschäft geliehen, stellten sie in den Trog und - nichts passierte. Pumpe kaputt.

Ist das zu fassen? Also haben wir unseren Teichreiniger genommen. Da dessen Schlauch aber zu kurz ist, mussten wir literweise die Pampe in eine kleine Regentonne pumpen, die Tonne nach draussen tragen, entleeren und wieder von vorn. Zwischendurch löste sich auch mal das Rohr, sodass sich das Abwasser im ganzen Keller verteilte ...

Es war ein "schöner" Samstagnachmittag. Aber nun ist alles trocken und sauber. Ein Problem gelöst. Ich fürchte nur, dass das noch lange nicht alles war, und meine Hoffnung ist lediglich, dass der Scheidungstermin in drei Wochen nicht der traurige Höhepunkt dieses verkorksten Jahres werden wird.

Donnerstag, 31. Oktober 2019

Wir sind gut

Am Montag wurde unserem IT-Team der Abschlussbericht aus der Due Diligence vorgestellt. Das Ergebnis: Wir machen einen tollen Job und unsere Kunden sind sehr zufrieden mit unserer Dienstleistung.

Nun können wir uns also alle den ganzen Tag lang gegenseitig auf die Schultern klopfen. Aber wie es weitergeht, das kann uns noch immer niemand sagen. Wir warten also weiter, wurschteln vor uns hin und schauen mal, was man mit uns vor hat. Das kann Monate dauern oder auch Jahre. Niemand hat einen Plan.

Und das ist die eigentliche Botschaft dieser Veranstaltung. Erschreckend, dass so eine grosses Unternehmen so viel Zeit damit verbringt, sich mit sich selbst zu beschäftigen, und Projekte, die man im Vorfeld gross angekündigt hat, monatelang auf der Stelle treten.

Das ist schlecht für die Firma, aber wohl gut für uns. Anstehende Änderungen können bei dieser Reorg im besten Fall wirkungslos bleiben, im schlechtesten Fall führen sie dazu, dass man sich im Job nicht mehr wohlfühlt. Daher sind diverse Leute schon gegangen und ich hoffe, dass ich nicht auch in nächster Zeit wieder intensiver mit diesem Gedanken spielen muss.

Heute habe ich immerhin das ganze Büro für mich allein, wo sonst maximal sechs Personen arbeiten. Das ist doch sehr gemütlich - sofern ich nicht für sechs Leute arbeiten muss. ;-)

Mittwoch, 30. Oktober 2019

Kann der weg?

In unserem Katzenasyl daheim ist ja immer etwas los. Unter anderem bekommen wir regelmässig Besuch von zwei Katzen aus der Nachbarschaft. Wie wir erfahren haben, steckt eine schwierige Familien-Geschichte dahinter, die zur Folge hat, dass sich kaum einer dort um die Tiere kümmert. Das ist vermutlich der Grund, warum sie gern bei uns sind.

Der eine Kater ist ein Japanese Bobtail. Er ist schon mehr als 15 Jahre alt und offenbar nicht mehr so ganz fit. Immer wieder ist er tagelang bei uns und schläft nachts in meinem Bett, ohne zwischendurch mal nach Hause zu gehen. Seit letztem Freitag ist er erneut ununterbrochen daheim bei uns.

Daraufhin hat Rosalie gestern mal mit der Besitzerin gesprochen und erfahren, dass ihn eigentlich niemand wirklich vermisst, das Tier schon seit Jahren nicht beim Tierarzt war und man dort der Meinung ist, den Kater gegebenenfalls lieber einschläfern zu lassen, sollte er irgendwie krank sein.

Geht's noch? Er macht auf uns einen noch recht vitalen Eindruck, ist unheimlich anhänglich und eigentlich sehr lieb. Nur mit vielen anderen Katzen kommt er nicht so gut klar.

Rosalie hat angeboten, dass wir das Kätzchen ohne Schwanz adoptieren könnten. In jedem Fall haben wir für Freitag einen Termin beim Tierarzt gemacht, damit man sich dort die Probleme, die er hat, mal anschauen kann. Und wenn es nichts Lebensbedrohliches ist, dann darf er natürlich auch gern seinen Lebensabend bei uns verbringen.

Wie könnte man diesen kleinen Kerl ums Leben bringen?

Montag, 28. Oktober 2019

Fluxkompensator?

Wenn man morgens aufwacht und es plötzlich zwei Wochen später ist, dann muss ja wohl eine Zeitmaschine daran schuld sein, oder?

Nun gut, ganz so dramatisch war es vielleicht nicht, aber die Alltags-Probleme holen einen daheim natürlich schneller ein, als wenn man in Miami am Strand liegt. Dagegen kann man sich kaum wehren. Ausschlafen, ein wenig faulenzen, das geht zu Hause natürlich auch gut. Doch dann sieht man überall, was man tun müsste, dann kommt blöde Post vom Anwalt, dazu ärgerliche Anrufe, teure Rechnungen ... Das kann einem die Erholung schon erschweren.

Nicht zu vergessen der tägliche Lärm direkt vor dem Haus von halb acht bis abends um fünf, da direkt vor dem Haus die Strasse aufgerissen wird für neue Leitungen. Und als krönender Abschluss der Urlaubstage kam, was kommen musste und von Rosalie extra dem Bauunternehmen mit auf den Weg gegeben wurde: Passt auf die Quellleitung auf. Und prompt war sie am Freitag kaputt. Zum Glück nicht so stark, dass kein Wasser mehr bei uns ankommt, aber sie muss repariert werden. Doch wer kommt für den Schaden auf?

Das wird sich hoffentlich heute Morgen klären. Rosalie hat heute noch frei und wird mit den Verantwortlichen reden. Ich hoffe sehr, dass die einsichtig sind und wir nicht am Ende noch die Rechtschutzversicherung bemühen müssen. Es gibt derzeit schon genug Theater mit Anwälten und Gerichten.

Und weil so ein Adrenalinschub zum Einstieg immer gut ist, habe ich heute gleich noch einen Termin, bei dem uns der Abschlussbericht zur Untersuchung des Teams vorgestellt wird. Ich habe keine Ahnung, was wir da zu hören kriegen werden. Von "Abschaffen" bis "Weiter so" ist alles möglich.

Vielleicht sollte ich schauen, ob ich den Fluxkompensator noch einmal starten und zwei Wochen zurück reisen kann. Urlaub wäre jetzt wirklich eine feine Sache ...

Dienstag, 15. Oktober 2019

Voodoo für den Rücken

Urlaub ist ja schon was Schönes - wenn man sich bewegen kann. Leider hat mich am Samstag erneut der "Schlag" getroffen und ich laufe wie ein Droide durch die Gegend.

Rosalie hat mich nun gestern zum Arzt gescheucht. Bisher hat in den 17 Jahren, die ich mit diesem Leiden zu tun habe, niemand die genaue Ursache finden können. Gern und schnell schiebt man es immer auf die Bandscheiben, aber die sind auf allen Aufnahmen unauffällig.

Auch gestern sind wir nicht weiter gekommen. Alternativ zu den Bandscheiben sind es mal die Facettengelenke, mal Überbeine, diesmal tippen wir auf das ISG. Die entscheidende Frage ist jedoch immer gleich: Was kann man tun?

Im Januar 2018 half eine Infiltration. Diese Möglichkeit hätte es gestern auch gegeben, aber so ganz ohne ist das halt auch nicht. Auf meine Frage, was denn alternativ und vor allem nachhaltig noch möglich wäre, kam der Vorschlag: Akupunktur.

Da ich zu fast allen Schandtaten bereit bin, habe ich sofort eingewilligt und durfte auch gleich mit der ersten Sitzung beginnen: Sieben Nadeln! Eine am Kopf, zwei an den Händen, zwei an den Füßen und zwei an der LWS. Einige Einstiche waren nicht besonders angenehm, andere nahm ich kaum war. Dazu noch Wärme an der Schmerzstelle, und so lag ich dann 20 Minuten lang.

Ob es etwas bringt, wird die Zeit zeigen. Vier weitere Sitzungen in den nächsten zwei Wochen sind geplant. Vorerst und parallel dazu muss ich mit den herkömmlichen Mitteln versuchen, die Schmerzen in den Griff zu bekommen, damit ich den Urlaub dann auch noch ein wenig aktiv genießen kann, anstatt nur zu liegen oder mit Schmerzen am Tisch zu sitzen. Das macht auf Dauer wirklich keinen Spaß und hat auch mit Urlaub wenig zu tun ...

Donnerstag, 10. Oktober 2019

Endlich Urlaub

Der letzte Arbeitstag vor dem Urlaub hat begonnen. Irgendwie bin ich ziemlich platt, dabei liegen die letzten Ferien erst zwei Monate zurück. Aber daheim ist man halt doch immer irgendwie beschäftigt, dann kam noch die Vorbereitung der grossen Feier dazu, der Besuch meines Vater mit zwei Mal Zürich und zurück ...

Nun werden wir auch diesmal zu Hause sein, aber ich hoffe, es wird trotzdem eine kleine Auszeit. Kurz hatten wir noch überlegt, spontan nach Berlin zu fliegen, aber die Preise in unserem Lieblingshotel sind so kurzfristig doppelt so hoch wie sonst, und ausserdem macht uns der Henry immer noch ein paar Sorgen.

Gestern haben wir ihm den Verband am Pfötchen entfernt und das Unheil mit eigenen Augen sehen können. Da muss "jemand" herzhaft zugebissen haben, die Wunde ist gross und recht tief. Kein Wunder, dass ihm das weh tut. Es wird noch dauern, bis er wieder normal laufen kann und ich bin froh, dass wir morgen nochmals einen Termin beim Tierarzt zur Kontrolle haben.

Berlin muss also bis November warten und wir werden es uns daheim so gemütlich wie möglich machen. Auch der Blog wird ein wenig ruhen, zumal ich hoffe, dass es nicht so viel zu berichten gibt. Zumindest nichts Negatives. Aber beim Ex kann man da nie so sicher sein. Er hat jetzt gerade einen "Vorschlag" zur Scheidung geschickt, der ist genauso frech und dreist wie alles Andere. Zusammengefasst: Das Geld ist leider weg und Rosalie soll die Hälfte seiner Schulden übernehmen. Der Typ merkt wirklich nichts mehr.

Also dann - man liest sich!

Mittwoch, 9. Oktober 2019

Unglaublich dreist

Ich hab ja bereits hinlänglich darüber berichtet, wie unverschämt der Ex von Rosalie sowohl mit seiner Noch-Ehefrau als auch mit dem Gericht umgeht. Dass da gelogen und betrogen wird, bis sich die Balken biegen, ist für uns nichts Neues. Nur ist es zum Teil schwer nachzuweisen.

Und immer wenn man denkt, das wäre jetzt aber das Ende der Fahnenstange, schafft es der Mann, dem Unverschämten noch eins drauf zu setzen.

Wie bekannt, zahlt er seit Monaten keine Alimente, sodass Rosalie regemäßig gezwungen ist, diese Zahlung per Gerichtsbeschluss zwangsvollstrecken, also betreiben zu lassen, wie man hier sagt. Da es sich nicht lohnt, das monatlich zu machen, sammelt sie immer und reicht dann die Betreibung für mehrere Monate ein.

Bisher zwei Mal hat Rosalie das durchgezogen. Zwei Mal hat er anschließend in einem Jammerbrief dem Gericht zu erklären versucht, dass das alles so ungerecht und er völlig verarmt sei. Und erwartungsgemäß hat das Gericht dem Unsinn keine Beachtung geschenkt und ihn zur Zahlung der fälligen Beträge plus Entschädigung und Zinsen verdonnert.

Nun war das dritte Mal an der Reihe. Und diesmal hat er sich etwas geleistet, das an Unverfrorenheit nicht zu überbieten ist. Kurzer Hintergrund: Rosalies Sohn wurde Ende August volljährig. Mit diesem Datum, also ab September (oder August, wie der Ex meint) steht dem Sohn das Geld persönlich zu, muss also statt der Mama dem jungen Erwachsenen selbst überwiesen werden.

Und wieder schrieb der Ex einen Jammerbrief. Wir lesen den Unsinn eigentlich gar nicht, weil man das wirklich nicht mehr lesen kann. Ich blätterte aber zufällig auf die letzte Seite und fand merkwürdige Unterschriften von Rosalies Sohn. Ich schaute genauer nach und sah, dass der Ex geschrieben hatte, dass ihm das Wohl der Kinder natürlich am wichtigsten von allem sei und er selbstverständlich die Alimente für den Sohn seit August in voller Höhe direkt an ihn überweisen würde. Als Beweis fügte er drei Unterschriften vom Sohn an, die ihm die "dankend erhaltenen Beträge" quittierten!

Das Komische dabei: Rosalie gegenüber hat der Sohn stets behauptet, kein Geld vom Papa gesehen zu haben. Offensichtlich musste also einer von Beiden gelogen haben. Ich hab Rosalie daher vorgeschlagen, sie solle ihren Sohn noch einmal beiläufig fragen, ob denn Geld angekommen sei, und wenn nicht, ihm seine eigenhändigen Unterschriften auf dem Papier des Gerichts vorlegen und ihn mit diesem Konflikt konfrontieren.

Und was kam dabei heraus? Der ach so liebe Papi hatte seinen Sohn mal eben gebeten, die Unterschriften für die angeblich erhaltenen Alimente im Voraus zu leisten mit der Maßgabe, dass er ihm die aufgelisteten Beträge dann später mal igendwann sicher überweisen würde, wenn er wieder Geld übrig hätte. Er hat ihn somit zu einer Urkundenfälschung angestiftet.

Der Ex lügt also das Gericht an, ohne rot zu werden, und stiftet seinen Sohn noch zur Falschbeurkundung an, um selbst gut da zu stehen und seine Frau und Mutter des Sohnes anzuschwärzen. Schlimmer geht es nun wirklich nicht. Es reicht nicht, dass er selbst alle bescheißt, sein Sohn wird auch noch mit hineingezogen!

Rosalie hat sich nun gestern Abend mit ihrem Sohn hingesetzt und ihm erklärt, in welche Lage er sich selbst damit gebracht hat. Schließlich sei er volljährig und müsse für seine Unterschriften gerade stehen. Und diese Unterschriften liegen dem Gericht vor und werden dort natürlich auch verwendet! Sein Vater hat ihn wissentlich in eine schlimme Lage gebracht, und auch für Rosalie wird es nun schwierig, denn sie kann entweder ihren Sohn in die Pfanne hauen oder schweigen und sich damit selbst schaden. Oder versuchen, mit dieser Story dem Gericht einmal mehr zu beweisen, dass die Glaubwürdigkeit des Ex gegen Null geht.

Rosalies Sohn war jedenfalls stinksauer, als er die Tragweite seiner leichtfertig geleisteten Unterschriften erkannte, und hat sofort seinen Papa angerufen und ihm ein paar passende Takte erzählt. Das ist für ihn natürlich wahnsinnig schwierig, da er in einem Loyalitätskonflikt steckt. Ich fand es aber leider notwendig, denn bisher hat er fast ausschließlich von seinem Vater gehört, wie bösartig, hinterlistig und raffgierig seine Mutter sei. Nun hat er den eindeutigen Beleg dafür, dass sein Vater derjenige ist, der hier lügt und betrügt und sogar die Familie schamlos für seinen eigenen finanziellen Vorteil ausnutzt.

Kleine, aber feine Anmerkung dazu: Rosalie hat den Monat August noch gar nicht betrieben! Auch hier bestätigt sich erneut, was wir schon so oft festgestellt haben anhand seiner Reaktionen: Der Ex liest die Post gar nicht! Es scheint, als würden in seinem Oberstübchen alle Sicherungen durchbrennen, sobald er Post von der Ehefrau bekommt, und er sieht dann nur noch rot, ohne mal in Ruhe zu lesen, worum es überhaupt geht. Dieses ganze Lügemärchen inkl. der "gelogenen" Unterschriften von seinem Sohn wäre also völlig unnötig gewesen, aber offenbar hat der Mann völlig den Verstand verloren und ist wie im Wahn, wenn es um die Scheidung geht. Und dabei hat er nicht einmal bedacht, dass diese Geschichte wie ein Bumerang zurück kommen kann, denn natürlich erhält Rosalie seine Jammerbriefe ans Gericht in Kopie ebenfalls zugeschickt. Und natürlich weiss sie, dass ihr Sohn keine Rappen gesehen hat. Doch soweit kann er offenbar gar nicht denken.

Der Anwalt von Rosalie hatte wohl Recht: Es wäre eigentlich an der Zeit, die Zurechnungsfähigkeit des Ex prüfen zu lassen ...


Dienstag, 8. Oktober 2019

Zu viel des Guten

Wir sind begeisterte Fans der TV-Serie "The Affair". Diese geht nun in ihre fünfte und letzte Staffel, leider ohne eine der Hauptdarstellerinnen, die aus vermutlich finanziellen Gründen die Serie verlassen wollte.

Als Ausgleich für den abgerissenen Handlungsstrang hat man sich bei den Showrunnern überlegt, ihre Film-Tochter in Szene zu setzen. Eigentlich keine schlechte Idee, aber uns geht das dann doch zu weit und wirkt bisher nach drei Folgen sehr bemüht. Warum nur muss man jetzt auch noch auf dem Thema Umwelt und Klimakatastrophe herumreiten? Das ist mir wirklich zu dick aufgetragen, auch wenn es zum Glück nur einen Teil der Staffel ausmacht. Ist den Schreiberlingen nicht mehr genug eingefallen, um die Staffel auch ohne Weltuntergang zu füllen?

Der Beginn der finalen Season hat mir jedenfalls in Erinnerung gerufen, dass wir unbedingt mal nach Montauk reisen wollen, um das Restaurant zu besuchen, das so oft in den Folgen zu sehen ist, denn das gibt es wirklich. Falls es irgendwie machbar ist, werden wir das beim nächsten USA-Trip mit einbauen.

Aus aktuellem Anlass noch ein Henry-Update: Man hat gestern weitere Bisswunden sowie Eiter im Pfötchen gefunden und entfernt. Nun trägt er einen kleinen Verband und wir hoffen, dass es jetzt endlich besser wird. Er muss weiter Antibiotika nehmen und darf b. a. w. nicht raus. Und am Freitag müssen wir zur Kontrolle erneut zum Tierarzt. Wir würden ja zu gern wissen, wer Henry da maltretiert hat, aber das wird leider sein Geheimnis bleiben.

Montag, 7. Oktober 2019

Sorgenkinder

Momentan sind es immer die Füsse, die Sorgen machen. Bei meinem Papa geht das nun schon seit März! Wie kann es sein, dass man in einem halben Jahr keine gescheite Therapie hinbekommt und er nach wie vor mit den offenen Füssen leben muss? Seit letzter Woche mal wieder eine neue Salbe und ein neues Fussbad. Wie lange soll das jetzt noch so weiter gehen, ist er ein Versuchskaninchen für Fusspflegemittel?

Leider auch nichts Gutes von Kater Henry. Der war ja am Freitag erneut beim Arzt. Dort hat man eine Bisswunde entdeckt, gereinigt und Antibiotika verordnet. Aber leider ist es bis heute Morgen überhaupt nicht besser geworden - das Pfötchen ist dick und er kann nicht auftreten. Also muss er nun zum dritten Mal innerhalb einer Woche zum Arzt und ich hoffe, dass nun endlich mal nachhaltig Besserung eintritt, damit der arme Kerl wieder laufen kann und auch wieder raus darf. Das einzig "Schöne" ist, dass er momentan mal wieder bei uns im Bett schläft, was er zuvor seit Monaten nicht mehr getan hat. Nun ja, ich schlafe dadurch recht wenig, aber was tut man nicht alles. :-)

Gute Nachrichten aber von unserem neuen Mitbewohner. Mit ihm waren wir am Samstag beim Arzt (wir sollten über ein Tierarzt-Abo nachdenken ...), und er scheint kerngesund zu sein. Wie zu erwarten, hat er keinen Chip, ist etwa 7-10 Jahre alt, wiegt rund 5,5 kg und ist topfit. Da sich seit rund sechs Wochen niemand gemeldet hat, scheint ihn wohl niemand zu vermissen und er darf natürlich gern bleiben, zumal er ein äusserst angenehmer Kater ist. Und ihm scheint es bei uns auch zu gefallen. Während er zu Anfang fast nur zum Fressen herein kam und den Rest des Tages auf dem Dach des Schuppens verbrachte, geht er nun kaum noch raus und schläft lieber auf dem Gästebett.

Er kann unseren armen verstorbenen Kater natürlich nicht ersetzen, aber wir freuen uns, dass er uns gefunden hat.


Freitag, 4. Oktober 2019

Endlich Freitag!

Frage nach Deutschland: Schön gefeiert da "drüben"? Trotz aller Sorgen und Nöte, die derzeit das Land belasten, bin ich doch froh, dass es so gekommen ist und finde es toll, "live" dabei gewesen zu sein, damals im Jahr 1989. An die Einheitsfeier ein Jahr später hingegen kann ich mich kaum erinnern.

Aber nun bin ich ja in der Schweiz und hab daher nur am Abend für mich allein mit einem Bier angestossen. :-) Und heute geht die Woche endlich zu Ende. Leider haben wir noch immer Sorgen mit unserem schwarzen Panther, denn statt einer Besserung wird die Pfote immer dicker und sieht jetzt eher nach einem Klumpfuss aus. Darum muss der Kater heute Morgen erneut zum Arzt und dort zumindest den Vormittag in einem ollen Käfig verbringen, bis man Zeit für ihn hat.

Armer Henry.

Auch mein Auto steht ganz allein und weit weg in der Werkstatt. Dort wartet es auf seine Reparatur. In der Zwischenzeit fahre ich mit einem Nissan Micra durch die Gegend. Nicht gerade ein adäquater Ersatz, aber ein Schaltwagen - ich liebe Schaltwagen!

Mein Matschauge hat sich auch beruhigt. Es war entgegen der Einschätzung des Arztes keine Bindehautentzündung, sondern vermutlich nur ein Fremdkörper nach dem Kampfkuscheln mit Henry am Vortag. Schon am nächsten Mittag war es deutlich besser und ich bin froh, dass ich das Antibiotikum gar nicht erst in der Apotheke geholt habe. Das Auge ist wieder wie neu und ähnelt nicht mehr Karl Dall.

Nun hoffe ich, dass der Tierarzt keine schlechten Nachrichten bereit hält, und dann kann in ein paar Stunden das Wochenende beginnen. Es wird Zeit!


Mittwoch, 2. Oktober 2019

Langsam wird es peinlich

Was ist nur im Moment los? Die gute Nachricht - Henry hat sich nur das Pfötchen verstaucht, es ist also nichts kaputt gegangen. Das hat uns sehr erleichtert.

Dafür begann gestern mein linkes Auge, rot zu werden, und weh zu tun. Heute Morgen ist es ziemlich geschwollen und matschig. Kaum im Büro angekommen, fragte der Betriebsleiter gleich, ob ich damit schon beim Arzt gewesen sei. Sofern es eine Konjunktivitis sei, wäre die hoch ansteckend und ich solle lieber heim gehen.

Ich hatte damit schon gerechnet, aber ich kann doch nicht innerhalb von einem Monat drei Mal mit unterschiedlichen Krankheiten zu Hause bleiben. Das widerstrebt mir zutiefst. Aber ja, ist halt ein Krankenhaus, da sollte man mit solchen Dingen besonders vorsichtig sein. Also rufe ich um 8 Uhr den Personalarzt an und werde mal fragen, ob man sich das Musauge mal anschauen will.

Ich hasse das.

Dienstag, 1. Oktober 2019

Was wissen die Sterne?

Zm Jahresende liest Rosalie regelmässig das Jahreshoroskop für die kommenden 12 Monate. Das letzte für das laufende Jahr sah gar nicht gut aus. Und es scheint sich zu bestätigen, leider.

Rosalie hat bereits einen Menschen verloren, dem sie sehr nahe stand. Wir haben den Tod von drei Katzen zu beklagen. Mein Job sieht unsicheren Zeiten entgegen. Im November findet die erste Hauptverhandlung zum Scheidungsverfahren bei Rosalie statt, auch dort ist alles möglich.

Reicht noch nicht? Seit gestern kann unser Henry nicht mehr laufen, sein linkes hinteres Bein scheint zu schmerzen, er kann es nicht benutzen. Nun schläft er den ganzen Tag auf dem Sofa, frisst und säuft kaum. Wir müssen mit ihm heute Morgen zum Tierarzt. Wer weiss, wie schlimm es ist.

Reicht immer noch nicht? Gestern Abend auf dem Heimweg ist mir ein Obertrottel ins Auto gefahren. Kennt Ihr das, wenn Ihr hilflos eine Katastrophe herannahen seht und nichts mehr tun könnt? Ich stand im Rückstau vor einem Kreisverkehr. Mit einem Auge im Rückspiegel wunderte ich mich noch, dass das Auto hinter mir viel zu schnell war für die Entfernung. Dann sah ich, dass der Fahrer gar nicht nach vorn, sondern zur Seite schaute. Eine halbe Sekunde hatte ich noch, um zu überlegen, ob ich etwas tun könnte, aber vor mir stand ein Auto, das Lösen der Bremse wäre also keine ... Und dann knallte es auch schon.

Natürlich sprach der Portugiese im anderen Wagen kein Wort deutsch und ich kein Wort französisch. Ich meinte nur, ich würde die Polizei anrufen, das wollte er auf keinen Fall. Warum eigentlich? Zum Glück war Rosalie ganz in der Nähe und kam nach meinem Anruf schnell zu mir. Der Typ diskutierte munter weiter, meinte doch tatsächlich, ICH sei unaufmerksam gewesen und deswegen sei ER aufgefahren. Diese Kausalkette ist ja nun völlig lächerlich, aber es gibt keine Zeugen, und so war ich sehr unsicher, wie ich vorgehen sollte, obwohl die Situation ja eindeutig war.

Rosalie rief also den Notruf, doch dort wiegelte man ab. Wenn es keine Verletzten gebe, lohne ein Einsatz nicht. Wir sollten doch den europäischen Unfallbogen ausfüllen und der Versicherung einreichen.

Nach einigem Hin und Her haben wir das dann auch zum Unwillen des Unfallgegners getan. Wir haben noch zahlreiche Fotos, auch von seinen Personendokumenten, gemacht, und nach etwa 45 Minuten ist der Idiot dann mit quietschenden Reifen davon gebraust ...

Sein Schaden sah zumindest deutlich schlimmer aus als meiner. Allerdings ist die ganze Heckschürze bei mir, die ja heutzutage nur noch aus Plastik besteht, hinüber und wird ersetzt werden müssen. Auch die Einparkhilfe funktioniert nicht mehr. Schöner Schei*, und vorbei ist es mit einem unfallfreien Auto, was den Wiederverkaufswert auch massiv reduzieren dürfte.

Ich hätte mich halb so viel geärgert, wenn der Kerl wenigstens einsichtig gewesen und sich entschuldigt hätte. Aber kein Wort davon, er diskutierte und diskutierte mit Rosalie, dabei gab es gar nichts zu diskutieren.

Ich hab den Schaden nun online der Versicherung gemeldet und kann nur beten, dass alles bezahlt wird und nicht noch ein Gericht beteiligt werden muss. Hatte ich alles schon, obwohl auch damals die Situation eindeutig war: Ich hatte grün und der Gegner rot, und trotzdem war er der Meinung, im Recht zu sein ...

Es gibt leider nichts, was es nicht gibt. Und mir reicht es jetzt! Drückt bitte die Daumen, dass Henry keine ernsthaften Verletzungen hat. Rosalie bringt ihn nachher zum Tierarzt und wird ihn dort lassen. Und wenn nötig, werde ich ihn dann abholen, sobald ich das Büro verlassen kann. Momentan bin ich noch allein hier und komme nicht weg ...

Es ist ein verflixtes Jahr.

Montag, 30. September 2019

Knochenjobs

Wenn ich mich morgens mit dem portugiesischen Kollegen vom Reinigungsdienst unterhalte und er mir erzählt, dass er diese Woche wieder sechs Tage am Stück arbeiten muss und nur am Sonntag frei hat, dann klingt das erst einmal nicht besonders komfortabel, doch es ist für mich höchstens eine Randnotiz.

Aber nun war ich selbst "dran". Ich musste am Samstag einen halben Tag im Büro verbringen, um wichtige Updates zu installieren. Und ich muss sagen, dass es durchaus einen Unterschied macht, ob man einen oder zwei Tage am Stück frei hat. Auch wenn ich Samstag ausschlafen konnte und erst um 14 Uhr im Büro war, so war der Tag trotzdem eben nicht frei und ich war mit den Gedanken auf Arbeit. Es blieb nur der Sonntag zum Erholen. Und das merke ich jetzt durchaus - der eine freie Tag fehlt irgendwie.

Der erwähnte Kollege ist noch ein paar Jahre älter und muss hier körperlich deutlich mehr leisten als ich. Wenn er mir also nächstes Mal erzählt, dass er wieder am Samstag arbeiten muss, wird mein Respekt deutlich grösser sein. Ich bin froh, dass ich ein geregeltes Wochenende und sogar jeden zweiten Freitag frei habe.

Donnerstag, 26. September 2019

Mal was Positives

Ich bin wieder im Büro! Ja, das ist auch gut, und ich hoffe, dass ich den Tag durchhalte und der Rücken still bleibt.

Aber ich meinte eigentlich das Arbeitsklima hier. Vielleicht sollte es ja normal sein, aber wenn man schon auf dem Weg ins Büro und dann auch gleich vom Büro zum Pausenraum auf diverse Menschen trifft und mit freudigem Gesicht, Handschlag und ein paar netten Worten begrüsst wird, egal ob von Kollegen, medizinischem Personal oder Putzleuten, dann hinterlässt das ein gutes Gefühl.

Das ist wohl auch ein Grund dafür, dass mir der Wechsel recht schwer fallen würde und ich mich noch nicht mit Nachdruck um eine andere Stelle kümmere. Wie ich gerade sehe, wird uns Ende Oktober der Abschlussbericht zur Situation im Team und der Ausblick auf das, was kommen könnte, vorgestellt. Das wird noch einmal ein wichtiger Termin, um zu überlegen, ob ich hier ausharre oder meine Fühler doch stärker ausstrecken sollte, um etwas Anderes zu finden.

Für den Moment passt es so, wie es ist, zumal kein Chef in der Nähe ist, der einen nervt, und wir eigentlich führerlos sehr zufrieden sind.

Mittwoch, 25. September 2019

Was tut man nicht alles

Wie am Montag schon angedeutet, hüte ich immer noch das Bett oder zumindest das Haus. Und ich kann Euch nur raten: Vorsicht, wenn man sich morgens im Bett streckt! Ich hab das getan, dann hat es in meiner LWS gekracht und das war es dann. Rosalie musste mir zwei Krücken, ach nein, das heißt ja Unterarm-Gehhilfen, holen, damit ich die drei Meter bis zum Bad überhaupt irgendwie bewerkstelligen konnte.

Nun ist das für mich aber nicht ganz neu, damit hab ich seit bald 20 Jahren zu tun. Insofern habe ich mich zwar geärgert, aber mir keine Sorgen gemacht. Und inzwischen bin ich schon wieder so gut drauf, dass ich wohl morgen ins Büro zurückkehren kann.

Dort ist allerdings gähnende Leere, das ganze Betriebsteam ist fort. Das wollte und konnte ich der Kollegin, die nun alles abbekommt, aber eigentlich gar nichts dafür kann, nicht antun. Und so haben wir seit Montag jeden Morgen ein kurzes Telefon-Meeting. Ich hab von zu Hause aus Zugriff auf das Büro-Netz und kann dann vom Bett aus ein paar Dinge bearbeiten, von denen die Kollegin keine Ahnung oder dafür keine Berechtigungen hat.

Ich weiß, das ist eigentlich Irrsinn und nicht nötig, aber sie ist sehr dankbar dafür und mir tut es nicht weh, eine halbe Stunde fürs Büro zu opfern. Außerdem habe ich dann morgen nicht ganz so viel zu tun, wenn ich wieder da bin.

Wenn man dann so im Bett liegt, hat man auch Zeit, mal gemütlich in Prospekten zu blättern. Dabei ist mir aufgefallen, dass der Discounter am Samtag mal wieder Schwep*es im Angebot hat. Wir kaufen das zum Sonderpreis mal ganz gern, weil wir es für unsere Lieblings-Cocktails nutzen. Als ich da so blätterte, sah ich, dass auch eine andere Kette die Marke im Sonderangebot hat, und verglich die Preise. Was mir dabei auffiel? Die verkaufen doch tatsächlich beim Billig-Discounter Flaschen mit 900 ml statt 1 Liter. Habt Ihr solche Flaschen schon mal gesehen? Das gibt's doch nicht - was für ein "Betrug". Gut, es steht ja irgendwo auf der Flasche, aber die sieht aus wie immer, es sind nur 100 ml weniger drin! Da kann man natürlich munter Werbung machen und der Preis sieht auf den ersten Blick toll aus. Dass man dafür auch weniger bekommt, muss man mit der Lupe suchen.

Ist übrigens nicht das erste Mal, dass mit Flaschengrößen geschummelt wird. Bei der großen Cola-Marke hat man zu Beginn des Jahres - immerhin offiziell - die kleinen Flaschen von 500 auf 450 ml verkleinert. Natürlich zum selben Preis! Begründet hat man das damit, dass der Verbraucher diese Größe angeblich wünschen würde. Aha, ganz bestimmt, hat mich schon immer geärgert, dass ich 50 ml weggiessen musste, weil der Durst zu Ende war ... Ist das in Deutschland eigentlich auch verändert worden oder nur hier?

Man muss wirklich überall aufpassen, um nicht übers Ohr gehauen zu werden. Sind ja keine riesigen Summen, aber 100 ml hier, 20 g da - so kommt auch Einiges zusammen. Und natürlich IMMER zu Lasten der Kunden, versteht sich.

Montag, 23. September 2019

Ein besonderes "Küsschen"

Es ist immer wieder faszinierend zu beobachten, wie sich fremde Katzen ein neues Terrain, womöglich inklusive der Menschen dort, erobern. Wir haben ja nun schon einige Katzen bei uns aufgenommen und hatten viel Freude dabei.

Unser aktueller Kandidat (er hat den vorläufigen, fantasievollen Namen "Makmak" bekommen, da seine Laute wie "Maak maak" klingen) ist da nicht anders. Auf alten Fotos haben wir gesehen, dass er nun schon bald ein Jahr hier ums Haus streicht, dann eine Weile weg war und nun gar nicht mehr woanders hin möchte. Zu Anfang war er sehr schüchtern, hielt stets Sicherheitsabstand und kam nur vorsichtig vorbei, wenn er etwas zu fressen entdeckte.

Inzwischen hat er die Katzenklappe entdeckt und geht mehrmals am Tag ein und aus. Zu Anfang bewegte er sich nur unten im Erdgeschoss, doch mit der Zeit wurde er mutiger und eroberte auch den 1. Stock des Hauses. Aber meist blieb er nie länger als ein paar Minuten. Die anderen Katzen und die fremden Geräusche waren ihm unheimlich.

Nun bin ich seit Samstagmorgen wegen akuter LWS-Probleme ans Bett gefesselt und kann mich momentan so gut wie nicht mehr bewegen. Der süße Kater ist natürlich trotzdem im Haus unterwegs. Gestern Mittag dann setzte er sich vors Bett, schaute mich an, sprang plötzlich hoch und auf meine Brust, beschnupperte mein Gesicht, leckte meine Nasenspitze ab und sprang wieder hinunter.

Ist das nicht niedlich? Es ist ein tolles Gefühl, wenn man das Vertrauen eines "wilden" Tieres gewonnen hat und es einem das so eindrücklich zeigt.

Und damit nicht genug, kam er letzte Nacht dann gleich in unser Bett, schlief erst auf meinem Oberkörper und später auf Rosalies Kopfkissen.

Es scheint, als hätte er uns sagen wollen, dass es ihm hier gefällt und er gern bleiben würde. Nun, an uns soll es nicht liegen. Da sich bisher niemand gemeldet hat, scheint ihn keiner zu vermissen. Wenn wir uns die Bilder ansehen, ist die Frage, wie lange er schon draußen und ohne festen Wohnsitz ist. Dazu passt allerdings nicht, dass er recht dick ist. Aber wer weiß, wie das alles zusammen hängt. Wenn es denn so sein soll und er sich unser Haus als neues Zuhause ausgesucht hat, ist er hier sehr willkommen!

Donnerstag, 19. September 2019

Schlafen auf Knopfdruck

Rosalie besitzt die Fähigkeit, in Bruchteilen von Sekunden einschlafen zu können. Ich finde das bewundernswert. Letzte Nacht wurden wir von einem Katzenkampf geweckt. Während ich danach, zurück im Bett, noch darüber nachdachte, ob ich wohl wieder einschlafen kann, hatte Rosalie noch nicht mal das zweite Bein im Bett, während das erste schon schlief.

Sie kann abends im Bett liegen, das Handy in der Hand, und schläft damit ein. Womöglich zittern dann die Icons, weil ein Finger auf dem Display geblieben ist, oder das Gerät fällt ihr auf die Nase. Im Auto kann ich mit ihr reden, und wenn sie irgendwann nicht mehr antwortet, ist sie eingeschlafen und staunt, wenn wir plötzlich "schon" zu Hause sind. Ich bin im Flieger nach Florida zehn Stunden wach und schaue die Mediathek hoch und runter - mein Schatz kann herrlich schlafen.

Ich beneide sie um diese Fähigkeit. Vor rund 30 Jahren bin ich mit dem Bus nach Paris und London gefahren. Ich hätte viel dafür gegeben, wenigstens mal eine Stunde im Sitzen schlafen zu können, aber keine Chance. Es war eine Qual. Während meiner Pendelei zwischen Berlin und Bern habe ich mich über Menschen amüsiert, die neben mir schon schliefen, bevor der Flieger zur Startbahn rollte. Genial!

Die Kehrseite der Medaille ist nur die Gefahr, dass einem das auch passiert, wenn man am Steuer sitzt. Davor habe ich bei Rosalie immer ein wenig Angst. Aber sie kennt sich ja und weiss, wie sie, mit frischer Luft oder lauter Musik, dagegen vorgehen muss, bevor es gefährlich wird.

Ich konnte diese Nacht zum Glück wieder einschlafen, sodass ich nicht ganz so müde bin wie an anderen Tagen, wenn die Katzen sich streiten, wer denn nun in unserer Nähe sein darf.

Die haben es aber gut und können jetzt am Tage weiterschlafen ....

Mittwoch, 18. September 2019

Zusammen bis in den Tod

Gestern hat Rosalie in der Zeitung zufällig eine Todesanzeige entdeckt, die so in Deutschland unmöglich wäre, aber hier in der Schweiz sicherlich auch eher selten ist.

Ein Paar, Jahrgang 1944 und 1951, hat sich entschlossen, gemeinsam aus dem Leben zu scheiden.

Viel erfährt man nicht über die genauen Umstände, aber offenbar hatte der Mann Krebs, und das Paar, das seit rund 50 Jahren zusammen lebte, hat sich dafür entschieden, das Leiden zu beenden, in dem Beide diesen Weg gemeinsam gehen.

Dafür gibt es hierzulande die Vereinigung EXIT, die es ermöglicht, auf legalem Wege seinem Leben ein bewusstes Ende zu setzen.

Ich weiss nicht, ob ich in der vergleichbaren Situation den Mut hätte, so einen Schritt zu gehen. Momentan würde ich wohl doch zu sehr am Leben hängen und im umgekehrten Fall auch meiner Partnerin abraten, sich mir anzuschliessen. Es ist sicherlich ein schwieriger Weg, den Lebensgefährten nach so vielen Jahren gehen lassen zu müssen. Aber ist das eigene Leben dann gar nichts mehr wert?

Ich finde es gut, dass das hier jeder für sich entscheiden und auf Wunsch einen würdigen Tod herbeiführen kann, anstatt auf irgend eine Weise Selbstmord zu begehen. Es gibt sicherlich Situationen, vor allem bei schwerer Krankheit, in denen das Leben nicht mehr lebenswert und ohne Hoffnung auf Besserung ist. Dann kann es für einen selbst und die Angehörigen sicherlich ein tröstlicher Weg sein, den "richtigen" Zeitpunkt selbst zu bestimmen und dem Leiden ein Ende zu setzen.

Dienstag, 17. September 2019

Winzerfest

Jedes Jahr zur Weinlese findet an zwei Tagen das Winzerfest statt. Eine schöne Tradition, die man sich nicht entgehen lassen sollte, wenn man Wein mag. Hier kann man nicht nur die verschiedenen Sorten der vielen Winzer verkosten, sondern auch alles Mögliche essen und natürlich die Leute aus dem Dorf treffen. Seit wir umgezogen sind, ist der Weg zum Fest zu Fuss nicht mehr möglich, daher muss zumindest einer von uns halbwegs nüchtern bleiben. Aber entgehen lassen werden wir uns das Spektakel sicherlich auch diesmal nicht.

Dabei stelle ich fest, dass wir dieses Jahr bisher nicht sooo viel Wein getrunken haben. Statt dessen geniessen wir derzeit lieber mal einen Cocktail! Begonnen hat das während unserer Reise nach England, wo wir den Pimm's Cup probiert haben und anschliessend direkt am Flughafen eine Flasche des Likörs mit nach Hause nahmen (da wir nicht sicher waren, wo man den hier in der Schweiz bekommt). Ausserdem trinken wir auch mal einen Gin Tonic oder Aperol Sprizz.

Mein Schatz hat zum Geburtstag ein Cocktail-Set und Rezept-Buch bekommen, und wir wollen uns dann nach und nach einen kleinen Vorrat an Spirituosen zulegen, um das eine oder andere mal auszuprobieren. Mein Favorit ist ja Frozen Strawberry Margarita. Der ist allerdings etwas aufwändiger zu mixen, ich möchte es aber auf jeden Fall mal versuchen.

Und was kann man sonst noch so empfehlen - ausser Long Island Iced Tea? :-)

Montag, 16. September 2019

Zwei Wochen ohne Chef

Chef, Chef ... da war doch was? Ach ja - wir haben einen neuen Chef. Mit zarten 26 Jahren ein steiler Aufstieg, aber ich bin zufrieden. Er macht, was ich sage und kümmert sich um den ganzen administrativen Schei*. Er stört also nicht und redet nicht dazwischen. So stelle ich mir das vor.

Darum fällt es auch vermutlich nicht auf, wenn er jetzt zwei Wochen Ferien hat. Ich denke, wir werden hier gut klar kommen, und wenn es was zu entscheiden gäbe, können wir jederzeit darauf verweisen, dass dies nicht in unserer Kompetenz liegt und der Chef erst Anfang Oktober wieder unter uns weil.

Blöd ist nur, dass der einzig verbliebene Teamkollege vom Betrieb dann ab nächsten Montag auch Urlaub hat und ich somit ganz allein im Büro bin. Aber dann muss man eben eine Nummer ziehen und sich hinten anstellen. Die Zeiten sind vorbei, in denen ich mich gevierteilt habe, um jedermann gerecht zu werden.

Und ansonsten mache ich es so wie der neue Mitbewohner: Bauch in die Sonne und ausstrecken!


Donnerstag, 12. September 2019

Glücksspiel Hotline

Das Dumme an einer Hotline ist zumeist, dass man sie nur braucht, wenn etwas nicht in Ordnung ist und man sich sowieso schon ärgert. Dann bekommen es die armen Menschen am Telefon so richtig ab!

Allerdings sind sie bzw. die Firmen dann zum Teil auch selbst schuld, wenn der Kunde während oder nach dem Gespräch noch wütender ist. Das Fachwissen der Mitarbeiter am Telefon ist zum Teil unterirdisch. Sie sind zwar in der Regel nett, aber man merkt schon nach wenigen Sätzen, ob der Mensch gegenüber versteht, wovon man spricht, oder keinen Schimmer von der Materie hat.

Gelernt habe ich jetzt auch, dass man, wenn irgendwie möglich, nicht am Wochenende anrufen sollte. Nicht nur, dass der Second Level dann nicht da ist, vermutlich landet man auch irgendwo bei Leuten, die noch weniger Fachwissen haben. So zumindest erschien es mir am letzten Wochenende wieder.

Unser Router zickt rum und ich brauchte Hilfe, da ich den Fehler nicht allein beheben konnte. Es war erstaunlich, dass ich bei drei Anrufen drei verschiedene Aussagen bekommen habe. Ich hatte den Eindruck, die nehmen einfach irgend eine Antwort von der Liste, die sie gerade finden, und hoffen dann, dass der Kunde zufrieden auflegt und sich der Nächste um das Problem kümmern kann, sollte es nicht behoben sein.

Einer dieser begabten Mitarbeiter hat mir sogar einen Rückruf vom Techniker zugesagt. Der sollte gestern Vormittag anrufen. Viel Hoffnung hatte ich nicht, und das Telefon blieb natürlich auch stumm. Als ich dann erneut die Hotline anrief, meinte man, es gäbe gar keinen Vermerk dazu ... Dreist!

Nun hab ich das erneut versucht und warte gespannt, ob sich im Verlauf der restlichen Woche noch jemand meldet. Schliesslich meinte der Herr gestern, diese Fehler wären schlimm und müssten in jedem Fall behoben werden. Aber das könne halt nur ein Techniker.

Na dann, lieber Techniker - ich bin bereit und warte mal wieder!

Mittwoch, 11. September 2019

Hüh und Hott

Kennt Ihr den Spruch "Auf hoher See und vor Gericht ist man in Gottes Hand"? Ich hab ihn von Rosalies Anwalt mehrmals gehört, und offenbar ist wirklich etwas dran, denn bei dem Richter weiss man nie, woran man ist.

Vor einigen Wochen hatte er vorgeschlagen, dass man das Scheidungsverfahren sistieren müsse, da aufgrund seiner Anzeige des Ex beim Staatsanwalt wegen Betruges eine Bewertung des Vermögens nicht möglich sei und somit die Scheidung nicht vollzogen werden könne.

Nun kommt gestern ein Schreiben von eben diesem Richter, in dem er die gegenteilige Meinung vertritt und demnächst zur Hauptverhandlung einladen wird. Und man muss sich fragen, woher dieser Sinneswandel kommt? Hat er mit dem gegnerischen Anwalt ein Bier getrunken, sind die Frauen im selben Tennisverein oder was ist da los?

Nun wird es also wohl doch noch etwas mit der Scheidung - zumindest auf dem Papier. Das heisst, vermutlich wird bei der Verhandlung der so genannte Scheidungspunkt definiert, sodass die Ehe geschieden ist, aber die Folgen erst zu einem späteren Zeitpunkt bestimmt werden können.

Das sollte dem Ex ja gefallen, schliesslich drängt er schon seit Jahren darauf, endlich sein neues Leben beginnen zu können - was immer er darunter versteht, denn Rosalie und ich haben das neue Leben schon längst begonnen. Vielleicht möchte er auch nur das Geld, das verschwunden ist, endlich ausgeben können. Wer weiss.

Es könnte also ein heisser Herbst werden.

Dienstag, 10. September 2019

Wer fährt zuerst?

Heute mal eine Frage aus der Fahrschule. Für meinen Geschmack eigentlich eine leichte Aufgabe, es gibt jedoch hier erstaunlicherweise unterschiedliche Auffassungen. Doch nur eine ist natürlich richtig. Ich wurde schon mal wild beschimpft, weil sich mein Gegenüber fälschlicherweise im Recht sah. Also:

Wer fährt zuerst - rot oder blau?





Montag, 9. September 2019

Back to reality

Nachdem mich irgend so ein blöder Erreger seit Mittwoch ausser Gefecht gesetzt hat, bin ich jetzt endlich wieder halbwegs fit. Ausgerechnet die letzte Nacht hätte etwas besser sein können, aber wie das so ist nach einem Wochenende, brauchten die "Kinder" ewig, bis sie im Bett waren, und um halb Fünf war eine Fellnase der Meinung, mich wegen akuten Hungers wecken zu müssen, indem sie mit der Pfote in meinem Gesicht herum patschte. So war dann die Nacht doch ziemlich kurz.

Apropos Fellnase ... Diese komische Leere im Haus ist immer noch ausgeprägt, seit wir vor einer Woche den jungen Kater begraben mussten. Das liegt wohl auch daran, dass er einer war, der immer mal tagsüber im Haus auftauchte und uns Freude gemacht hat, während die anderen Katzen eher selten zu sehen sind und entweder draussen herum laufen oder irgendwo im Haus schlafen. Dadurch ist es recht ruhig geworden. Die ganzen Umstände haben uns ziemlich mitgenommen ...

Für Abwechslung sorgt derzeit der Kater ganz links in der zweiten Reihe aus diesem Post. Er ist eigentlich schon seit längerer Zeit immer mal vorbei gekommen, aber seit ca. zwei Wochen ist er nur noch bei uns, schläft im Heizungskeller (offenes Fenster) oder im Garten und sitzt ansonsten den lieben langen Tag vor der Terrassentür. Inzwischen hat er auch die Klappe entdeckt und kommt dann gern mal rein, bettelt und geht schliesslich wieder raus. Wir haben nun im Internet eine Fundmeldung erstellt und Plakate draussen aufgehängt, da ihn ja eigentlich jemand vermissen sollte (zumal er ein Halsband trägt und damit offensichtlich ein Zuhause hat). Aber es meldet sich niemand. Schon komisch, oder? Und warum kommen immer wieder "solche" Tiere zu uns?

Vermutlich ist es einfach sooo schön bei und mit uns. :-)



Mittwoch, 4. September 2019

Patient entlassen

Seit gestern Morgen ist mein Papa wieder zu Hause. Vom Krankenhaus ist er sehr enttäuscht - erst, seit er zugezahlt hat, wurde die Betreuung inkl. des Essens spürbar besser. Das hat ihn sehr geärgert, was ich gut verstehen kann.

Abgesehen davon hat man ihn wohl medizinisch gut versorgt. Die grossen Wunden an Händen und Füssen sind deutlich besser geworden. Nun muss er zu Hause die Behandlungen mit Bädern und Salben sorgfältig fortsetzen, was aber nur dank meiner noch fitten Stiefmutter überhaupt allein möglich ist.

Die gute Nachricht: Durch den Aufenthalt in der Klinik hat er nun einen kompletten Checkup bekommen, und die Ergebnisse sind sehr beruhigend. Seine Venen sind ok, Herz und alle anderen inneren Organe völlig unauffällig. Das ist mal eine gute Nachricht.

Natürlich kann in seinem Alter (79) immer mal etwas passieren, aber derzeit ist wohl die Gefahr, dass er durch einen Sturz verletzt wird, grösser als ein mögliches Problem mit der körperlichen Verfassung. Das freut mich sehr und ich hoffe, dass er mir noch einige Jahre erhalten bleibt.

Dienstag, 3. September 2019

Betrunkene und Kinder

Es fällt noch schwer, wieder in den Alltag hineinzufinden nach dem Verlust am Sonntag. Auch wenn noch andere Katzen im Haus sind, fehlt die eine momentan ganz besonders. Und man fragt sich, warum das geschehen musste? Meine "alte" Freundin E., die ja einen Draht fürs Spirituelle hat, schrieb Rosalie gestern, dass der Kater seine Aufgabe auf der Erde erfüllt hätte und sich ganz bewusst an diesem Sonntagmorgen das eine Auto direkt vor dem Haus ausgesucht hätte, damit wir wissen, was aus ihm geworden ist und die liebevolle Ausstrahlung noch eine Weile spüren können. Ein schöner Ansatz, wenn man denn daran glauben möchte.

Am Freitag hatte mein Arbeits-Team ein kleines Abschiedsfest organisiert. Das war richtig schön. Ich hatte zwar frei, bin aber trotzdem am Abend in die Stadt gefahren, und es hat sich gelohnt. Es war ein nettes Lokal, wir konnten draussen im Garten sitzen und es gab leckeres Essen. Auch wenn ich nicht so viel Wein trinken konnte, habe ich mich gut unterhalten. Und mein ehemaliger Chef, der ja auch einen neuen Posten übernommen hat, hielt eine recht wehmütige Rede. Ich hab den Eindruck, dass er die alten Zeiten vermisst und in seinem neuen Job momentan aufgrund des Durcheinanders, das dort herrscht, gar nicht zufrieden ist. Es scheint, als könnte ich froh sein, dass meine Bewerbungen da nicht funktioniert haben.

Als ich  mich gegen 22.30 Uhr verabschiedete, war er schon recht alkoholisiert. Man sagt ja, dass Betrunkene und Kinder die Wahrheit sagen. Wenn er mich also zum Abschied umarmt hat, mir sagte, dass ich die beste Neueinstellung in seiner Zeit als Chef gewesen sei und noch ein wenig durchhalten müsse, denn in Kürze würden ein paar Stellen frei werden, und ich solle doch auf  keinen Fall kündigen, dann mag er wohl die Wahrheit gesagt haben. Das hat mich ein wenig überrascht und schmeichelte mir natürlich. Erst recht, als ein weitere Kollege dann auch noch ins selbe Horn stiess und ein paar Mal wiederholte: "Bitte, geh nicht!". So viel Emotion hatte ich an diesem Abend gar nicht erwartet, aber es hat gut getan.

Konkrete Pläne für einen Wechsel habe ich bisher ja nicht, aber bei Rosalie im Amt gäbe es ein paar Stellen, die einen Versuch womöglich wert wären. Ich muss mir nun überlegen, ob ich das will ...


Montag, 2. September 2019

Trauer

Es dauerte eine ganze Weile, bis der Groschen fiel, aber dann krachte er wie eine Felswand auf uns herunter.

Wir haben ja im und am Haus ein paar Kameras installiert, damit wir unser süssen Fellnasen beobachten können. Am Morgen schauen wir dann immer nach den Fotos, die bei Bewegung gemacht werden. Diesmal fiel mir auf, dass unser Chicane seit ein paar Stunden nicht mehr zu sehen war. Aber ja, das kam ja schon ab und zu mal vor ...

Gegen 10 Uhr war ich unten, um nach den Futternäpfen zu sehen und bemerkte eine Frau mit Hund vor dem Haus, die länger auf eine Stelle an einem grossen Topf schaute, während sie vorbei lief. Ich dachte noch kurz darüber nach, was sie wohl gesehen haben mochte, aber war dann in Gedanken schon wieder woanders.

Eine Stunde später wollte ich in den Keller gehen. Keine Ahnung, warum, aber auf dem Weg ging mein Blick in die andere Richtung, und da sah ich etwas Weisses am Strassenrand liegen. Eine Sekunde später wurde mir klar, was die Frau gesehen hatte. Ich rannte zu der Stelle und fand unseren Chicane am Blumentopf liegend. Ich schrie ihn an, aber er reagierte nicht - er war seit mindestens drei Stunden tot.

Unter Tränen lief ich zurück ins Haus, umarmte Rosalie und dann weiss ich nichts mehr.

Etwas später nahmen wir den armen Kater und legten ihn hinter dem Haus auf den Tisch. Da lag er nun - ich sah ihn an und dachte, er müsste doch jetzt aufspringen und fröhlich auf mich zu gelaufen kommen. Aber er würde nie wieder aufstehen. Er war von uns gegangen.

Die letzten Bilder von ihm gab es kurz nach 2 Uhr. Er muss also zwischen 2 und etwa 8 Uhr ums Leben gekommen sein. Wir nehmen an, dass er überfahren wurde und ihn jemand an den Strassenrand gelegt hat. Rosalie überlegte noch, ob wir die Todesursache vom Arzt untersuchen lassen sollten, um einen gewaltsamen Tod auszuschliessen. Aber was hätte das dem armen Kater gebracht, und was wäre die Konsequenz, wenn ihn jemand umgebracht haben sollte?

Ich musste also wieder Schaufel und Spaten herausholen und ein tiefes Loch graben. Pünktlich zur Beerdigung fing es dann auch noch an zu regnen. Es war wie im Film - vier Menschen weinten an seinem Grab und der Himmel weinte auch. Es war uns egal. Wir legten ihn vorsichtig in die Grube und schütteten ihn sanft zu ...

Der Sonntag war dahin, wir haben eine halbe Flasche Kräuterlikör geleert, aber die konnte den Schmerz nicht lindern. Chicane war so ein lieber, freundlicher Kater, hat nicht ein einziges Mal gebissen oder gekratzt, und er war der einzige Freund von Henry. Drei Jahre wurde er nur alt, es ist so ungerecht. Auf einer Strasse, in der gerade nachts und am Wochenende fast kein Auto fährt. Wie konnte das passieren?

Sein Verlust hat ein grosses Loch in unser Leben gerissen. Er war ja nur rund neun Monate bei uns, aber so lebenslustig und aufgeschlossen. Nun fehlt er uns so sehr.

Es ist halt die Kehrseite der Medaille, wenn man Tiere hat. Sie machen einem so viel Freude, aber ihr Verlust schmerzt ungemein.

Freitag, 30. August 2019

Bau-Chaos

Heute Vormittag haben wir einen Termin mit der ausführenden Firma für die Tiefbauarbeiten in der Strasse vor unserem Haus. Wasser und Strom werden neu verlegt, man rechnet mit rund vier Wochen Bauzeit, in der wir nur mit Hindernissen oder gar nicht zu unserem Grundstück fahren können. Ich fürchte, es wird ein Chaos, zumal nur auf Drängen von Rosalie überhaupt mal jemand von der Firma bei uns aufkreuzte, um die Details zu besprechen. Ist ja auch nicht so wichtig, dass ein Loch bis zum Haus gegraben werden muss und die ganze Infrastruktur im Erdreich und bis zu unserem Haus sich ändert. Und es geht ja nur um Wasser und Strom - wer braucht das schon!

Wenn Ihr also nichts mehr hört, steht das Haus unter Wasser, wir haben keinen Strom mehr oder ich bin in eine unbeleuchtete Grube vor dem Haus gefallen.

Zum Wochenende noch eine Galerie aller Fellnasen, die, bis auf eine, derzeit mal zu Besuch kommen. Wer ist der/die Schönste im ganzen Land?

Donnerstag, 29. August 2019

Endlich tut sich was

Nach der wochenlangen Odyssee bei verschiedenen Ärzten, die mal dies, mal das versucht haben, scheint mein Papa nun im Krankenhaus endlich eine umfassende Diagnose und Therapie zu erhalten. Nach seiner Aussage sind Füsse und Finger nach drei Tagen schon sichtbar besser geworden. Der Haken dabei: Er bekommt dreimal täglich Cortison-Infusionen. Ein Teufelszeug.

Er hat mir jedenfalls am Telefon versichert und ist froh, dass man momentan alle möglichen Untersuchungen mit ihm macht - endlich! So wird auch eine mögliche Veneninsuffizienz geprüft, etwas, dass ich schon von mehreren Experten als mögliche Ursache für die Symptome gehört habe und das bisher noch nie Thema war bei den niedergelassenen Ärzten.

Aufregung gab es dann gestern auch, als er - mal wieder - hingefallen ist. Diesmal war er zumindest gleich in guten Händen und wurde nach dem Sturz direkt in die Notaufnahme gebracht. Es ist aber zum Glück nichts passiert.

Leider kann er auf der Klinik nur maximal zehn Tage bleiben. Ich hoffe, das reicht aus, um zumindest die richtigen Ansätze zu finden und die schlimmsten Beschwerden zu lindern. Wichtig wird dann sein, dass es auch nach der Entlassung mit der Therapie weiter geht. Das wird vermutlich wieder eine Herausforderung ...

Mittwoch, 28. August 2019

Wir sind guuut!

Wie schon erwähnt, befindet sich unser IT-Bereich derzeit in der Reorg. Dafür sind vor einiger Zeit Interviews mit uns allen geführt worden. Dabei wurden auch einige Fragen zur Selbsteinschätzung gestellt. So wollte man wissen, wie wir aus unserer Sicht die Zufriedenheit der Kunden beurteilen.

Als ich vor fast drei Jahren hier anfing, waren sowohl das Klima im Team als auch die Aussenwirkung eine Katastrophe. Da die zwei Querulanten inzwischen weg sind, hat sich das dramatisch verbessert. Ich weiss aus diversen Rückmeldungen und Gesprächen, dass man unsere Arbeit und auch uns als Personen sehr schätzt. Nun möchte man aber bei einer Selbsteinschätzung nicht prahlen. Ausserdem war ich mir nicht sicher, ob unsere Kunden die Abgrenzung zwischen dem, was wir für sie leisten können, und dem, was der externe Dienstleister tut, klar treffen können. Und so habe ich ein wenig tief gestapelt. Mein neuer Chef hat nun die Rückmeldung bekommen, dass man unsere Arbeit sehr positiv bewertet hat.

Das freut mich natürlich ungemein. Es hat auch Zeit und Energie gekostet, um das schlechte Bild von uns wieder aufzuhübschen. Den vollständigen Bericht sollen wir in der nächsten Zeit vorgestellt bekommen. Danach wird man sich dann überlegen, wie es mit uns weiter geht. Da eines der hohen Ziele darin besteht, dass sich für den Kunden keinesfalls etwas verschlechtern soll, haben wir womöglich durch diese Umfrage ganz gute Karten und können zumindest hoffen, dass sich an den Aufgaben und Zuständigkeiten nicht all zu viel ändern wird. Wie mein Chef nach der Reorg heisst, ist mir eigentlich egal, solange ich nicht plötzlich Aufgaben zugewiesen bekomme, mit denen ich absolut nichts anfangen kann. Dieses Damokles-Schwert schwebt ja noch über uns allen.

Aber mit diesem Bericht könnte es vielleicht ein gutes Ende der Reorg geben. Die nächsten Wochen und Monate werden es zeigen.

Dienstag, 27. August 2019

Herbstlich

Eine Woche hat er noch, der meteorologische Sommer, aber man merkt nun schon abends und nachts, dass er längst nicht mehr so viel Kraft hat wie noch vor Wochen. Kühl wird es, fast schon kalt, ohne Jacke am Morgen geht nichts mehr, wenn man keine Gänsehaut bekommen will. Sogar Nebel sieht man schon. Es wird tatsächlich bereits wieder Herbst!

Zum Schlafen ist es natürlich angenehm, aber ich hätte gut und gern noch vier Wochen "richtigen" Sommer vertragen - abends auf der Terrasse sitzen mit T-Shirt und einem Glas Wein, dem Plätschern des Baches lauschen, Katzen knuddeln, die sich am Abend alle einfinden.

Nun braucht man bald wieder eine Decke, um nach Sonnenuntergang noch draussen sitzen zu können, am Morgen ist es dunkel, wenn ich das Haus verlasse, und bald schon wird der Kamin wieder zum Leben erweckt. Herbst und Winter haben auch ihre schönen Seiten, aber ich hab es lieber warm. Daher ist es schade, dass wir in diesem Jahr den Sommer nicht in der Ferne noch ein wenig verlängern können. Zumindest die Katzen werden es uns sicherlich danken. :-)

Montag, 26. August 2019

Endlich volljährig!

Könnt Ihr Euch noch an den 18. Geburtstag erinnern? Habt Ihr Euch darauf gefreut, endlich selbst zu entscheiden, unabhängig zu sein und Alkohol zu trinken?

Bei mir ist es viel zu lange her, aber bei Rosalies Sohn war es am Freitag "endlich" so weit. Aber nach seiner Party stellte er am nächsten Tag dann auch überrascht fest, dass sich eigentlich gefühlt gar nichts verändert hat. Erwachsen ist er nun auf dem Papier und vor dem Gesetz, aber bis seine Persönlichkeit soweit ist, wird es noch ein paar Jahre dauern. War uns das damals auch bewusst? Und ist das überhaupt notwendig, oder sollte man nicht einfach die Zeit geniessen?

Das Thema Volljährigkeit hat nun leider auch noch eine rechtliche Komponente, vor der wir uns etwas "fürchten": Die Alimente vom Ex für seinen Sohn stehen ihm jetzt persönlich zu und müssen auf sein eigenes Konto überwiesen werden. Mal ganz abgesehen davon, wie er sich mit Rosalie einigt hinsichtlich einer "Haushaltsabgabe" - das grössere Problem wird sein, dass der Ex weiterhin nicht zahlt. Damit ist sein Sohn jetzt in einer schwierigen Lage, denn er müsste seinen Vater betreiben. Schliesslich muss er selbst Beträge wie z. B. die Krankenkasse bezahlen, und das ist in der Schweiz nicht wenig, auch für Schüler.

Da der Ex bereits einen hohen Schuldenberg angesammelt hat und kurz vor einer Pfändung steht, bleibt abzuwarten, wie er mit dieser neuen Situation umgehen wird. Ich fürchte, es wird ein Drama bleiben, und diesmal nicht nur mit Rosalie, sondern auch für seinen Sohn. Immerhin würde der dann mal sehen, wie sein Vater mit seiner Familie umspringt und dass der Rest nur heisse Luft ist.

Bis zum Ende der Woche ist die erste Zahlung fällig ...

Freitag, 23. August 2019

Späte Einsicht

Nun also doch - mein Papa wird am Montag ins Krankenhaus gehen! Gestern hatte er eine Termin in der dortigen Sprechstunde, und die Ärztin hat offenbar Eindruck hinterlassen und die dramatische Situation so dargestellt, dass mein Vater gar nicht anders konnte, als der Einweisung zuzustimmen.

Mich ärgert aber, dass sich nun erneut die letzte Behandlung als falsch darstellt. Die verschriebene Jodsalbe, die ja die angeblichen Bakterien abtöten sollte, wäre falsch, da sie die Haut austrockne. Fünf Ärzte, fünf Meinungen - wie kann das sein?

Nun soll es also Schuppenflechte sein. Wie auch immer - wenn er dann erst mal stationär ist, wird man sich hoffentlich der Sache annehmen und meinen Vater so behandeln, dass es ihm hinterher besser geht. Ich kann nur noch den Kopf schütteln über so viel Unprofessionalität. Haben die Ärzte heute keine Lust mehr, kein Interesse oder keine Fachkenntnis? Ist mein Vater mit 79 Jahren zu alt, um sich noch sorgfältig um ihn zu kümmern? Fussbäder ja/nein, Jodsalbe ja/nein, diabetischer Fuss ja/nein ... Das ist doch nicht zu glauben.

Da Katzenbilder ja beruhigen sollen, füge ich mal noch zwei an, die Rosalie gestern im Garten geschossen hat. Sind die Fellnasen nicht herzallerliebst? Schönes Wochenende!

Donnerstag, 22. August 2019

Führungslos

Am Dienstag um 16 Uhr platzte die Bombe: Der bisherige Chef der IT im Haus hat die Zusammenarbeit mit sofortiger Wirkung beendet!

Bums, das hat gesessen. Nach nicht einmal zwei Jahren hat er genug (oder das Spital von ihm?) und nun sind wir erst einmal führungslos. Natürlich beeilt man sich zu betonen, dass sich an der Strategie und den Zielen der Reorg in der IT nichts ändern wird. Glaubt das jemand? Denn was, wenn der Neue, den es irgendwann geben wird, ganz andere Ideen hat?

Mir fehlt dieser arrogante Typ jedenfalls absolut nicht. Die herablassende Art, mit dem dieser deutsche Manager versucht hat, das Haus it-mässig auf den Kopf zu stellen, kam hier an vielen Stellen nicht gut an. Ich war immer froh, mit dem Kerl nichts zu tun haben zu müssen, denn der geht über Leichen, ohne auch nur eine Sekunde nachzudenken. Etwas Menschliches habe ich bei dem nie gesehen, schon nach der Vorstellungsrunde war er mir dermassen unsympathisch, dass ich nicht mal zum Sommerfest gegangen bin, zu dem er alle eingeladen hatte.

Nun ist er also Geschichte und wir werden sehen, ob in den nächsten Wochen überhaupt noch etwas geht oder alles gestoppt wird, bis das Machtvakuum gefüllt ist. Irgendwie wird es von Tag zu Tag lächerlicher, und wenn mich Leute aus den Kliniken fragen, wie es voran geht, weiss ich schon gar nicht mehr, was ich sagen soll. Und das in einem Unternehmen, dass sie auf die Fahne geschrieben hat, das führende Spital in der Schweiz zu werden.

Auch in der Schweiz wird eben nur mit Wasser gekocht.

Mittwoch, 21. August 2019

Super cat

Durch die Dauerüberwachung unserer Terrasse per Webcam haben wir sehen können, dass hin und wieder in der Nacht ein Fuchs bei uns unterwegs ist, sogar die Aussentreppe herauf kommt und aufgeregt schnuppert. Dem Anschein nach ist es immer das selbe Tier, und so ganz wohl ist uns nicht bei dem Gedanken, dass er vielleicht die Katzenklappe entdecken könnte. Bisher machte es noch nicht den Anschein, dass ihn die Tür interessieren würde.

Ich hab jedoch mal nachgelesen, wie das Verhältnis Fuchs-Katze im Allgemeinen ist. Und ich war überrascht zu erfahren, dass der Fuchs wohl in der Regel mehr Angst vor Katzen hat als umgekehrt. Da ein ausgewachsener Fuchs grösser ist als eine Katze und durchaus eine beeindruckende Schnauze hat, war ich überrascht von dieser Aussage.

Aber nun haben wir den Beweis! Gestern Abend konnten wir diesen Film bestaunen, bei dem unser Superkater cool wie verrückt einfach da sitzt und sich von dem Gehabe des Fuchses überhaupt nicht beeindrucken lässt. Leider gibt es keinen Ton, aber man kann anhand der Bewegungen erahnen, dass der Herr Fuchs versucht, die Katze auch mit Geräuschen einzuschüchtern. Aber die ist total lässig und bewegt sich keinen Millimeter. Erstaunlich.

Aber schaut selbst, am besten im Vollbild, dann ist es noch beeindruckender:




Dienstag, 20. August 2019

Reorg? Welche Reorg?

Zurück aus dem Urlaub, stelle ich fest, dass sich nichts getan hat. Der einzige Unterschied: Unser Betriebsteam besteht nur noch aus zwei Personen. Aber von dem versprochenen Bericht, der seit mehr als einem Monat vorliegen sollte, ist nichts zu sehen, niemand weiss was, alles ist unklar. Mein alter Chef hat noch immer kein neues Büro, obwohl er seit 1. Juli die neue Stelle angetreten hat, und im Intranet liest man fast nichts mehr über die gross angekündigte Umstrukturierung.

Es ist also wie meistens in so grossen Unternehmen - viel heisse Luft! Wir wurschteln hier also weiter und warten einfach ab. Ist zwar einerseits eine merkwürdige Situation, aber andererseits gibt es auch keinen Druck, weil es weder eine Struktur noch Vorgaben gibt und wir hier derzeit machen können, was wir wollen.

Hauptsache, man hat eine grosse Anzahl neuer Führungspositionen geschaffen, wozu das führt, sieht man ja derzeit: Niemand weiss, wer zuständig ist und die genauen Aufgaben dieser neuen Stellen sind gar nicht beschrieben. Alles wirkt amateurhaft und sieht nach blindem Aktionismus aus. Mit einer geordneten Reorg hat das alles bisher jedenfalls wenig zu tun.

Kein Wunder, dass bereits zahlreiche Personen aus der zentralen IT ihren Hut genommen und sich was Neues gesucht haben. Wenn man das Gefühl hat, im Regen stehen gelassen zu werden, ist es besser, sich woanders hinzustellen.

Montag, 19. August 2019

Ein schwieriger Fall

So, da bin ich wieder, jetzt könnte ich eine Woche Urlaub gut gebrauchen! Ach so, ich hatte gerade zwei Wochen frei ...

Nun ja, gestern Mittag war ich fix und fertig und hab erst einmal eine Stunde geschlafen. Da waren wir gerade aus Zürich zurück, wo wir meinen Vater am Flughafen abgesetzt hatten. Die letzten Tage waren wahnsinnig anstrengend. Nicht nur, dass meine Eltern natürlich "unterhalten" werden wollten, es galt ja auch noch, das nachgeholte Geburstagsfest für Rosalie vorzubereiten, zu dem wir 24 Personen erwarteten.

Und so wurde das Ganze zu einem Spagat zwischen Gastfreundlichkeit und hektischer Betriebsamkeit. Dazu noch ein Papa, der sich zeitweise in Selbstmitleid suhlte, was zwar aufgrund seines allgemeinen Zustandes zum Teil verständlich ist, aber weder ihm noch seinem Umfeld in irgendeiner Weise hilft. Schon vor drei Jahren, bei seinem letzten Besuch hier, jammerte er wie ein Kind, wenn ich ihn mit dem Rollstuhl durch den Flughafen schob. Dass er das drei Jahre später immer noch nicht akzeptiert hatte und genauso reagierte wie damals, fand ich erschreckend, zumal vor allem seine Frau darunter im Alltag täglich zu leiden hat. Und leider tut er wenig bis gar nichts selbst dafür, um es ihr etwas leichter zu machen. Im Gegenteil - er erwartet, dass sie springt, wenn er zur Toilette muss oder ein Brötchen geschmiert haben möchte. Und er lehnt alles ab, was vor allem ihr das Leben erleichtern würde. So zum Beispiel den Umbau des Bades, damit er statt einer Wanne eine Dusche bekommt und damit die Körperpflege deutlich erleichtert werden würde. Wie kann man nur so dickköpfig sein? Von einem Umzug in einer altersgerechte Wohnung reden wir schon gar nicht mehr, auch wenn er an manchen Tagen sein Zuhause kaum noch verlassen kann, weil die eine Treppe ein fast unüberwindbares Hindernis darstellt.

Aber zurück zu unserem Fest. Das war nämlich wirklich schön. Wir hatten schlussendlich noch Glück mit dem Wetter, denn es war warm und trocken. Alle, die Rosalie eingeladen hatte, waren da, und auch meine Eltern haben sich wunderbar unterhalten. So hatte auch mein Vater letztlich ein paar schöne Tage, auch wenn er bereits am Samstagmorgen voller Panik den Koffer wieder packen liess und ständig überlegen musste, was er denn nun am nächsten Tag anziehen soll und ob es in Berlin regnen wird oder nicht.

Als wir dann gestern Nachmittag aus Zürich zurück waren, fielen wir ins Bett und schliefen erst einmal, bevor wir die letzten "Hinterlassenschaften" des Festes beseitigten.

Während der Rest der Familie noch weiterschlafen durfte, hat mich um halb sechs heute Morgen der Alltag wieder eingeholt. Und nun bin ich gespannt, was im Büro los ist und ob es irgend etwas Neues zur Reorg gibt.

Montag, 12. August 2019

Die "Achilles-Ferse"

Kurzes Ferien-Update, während es draußen regnet und eher nach Herbst als nach Sommer aussieht ...

Papa war am letzten Dienstag im Diabetes-Zentrum. Ergebnis: Ratlosigkeit! Er solle doch zu einem Spezialisten, am besten direkt in die Charitè. Wie bitte? Ihr könnt Euch vorstellen, dass mein Vater nach dieser Aussage völlig am Boden war.

Er hat also wieder beim Hautarzt angerufen. Dort wollte man ihn mit einer Schmerzsprechstunde abspeisen, aber er hat so lange gedrängelt, bis er eine Audienz beim Arzt persönlich bekam. Dort war er am Donnerstag. Der ist nun der Meinung, es seien Bakterien am Werk und hat ihm eine Jodsalbe verordnet. Ob das nun der Weisheit letzter Schluss ist, kann ich nicht beurteilen, nach Aussage meiner Stiefmutter sieht es inzwischen wohl "etwas besser" aus. Ob das nur eine Beruhigung ist oder tatsächlich so ist - wer weiss.

Immerhin ist Papa fest entschlossen, am Donnerstag nach Zürich zu fliegen. Vermutlich muss ich ihm vorher noch 20x erklären, wo er hin muss in Tegel und was zu beachten ist, aber er ist schon dermaßen aufgeregt, dass ich das gern wiederhole und hoffe, dass er hier dann drei schöne Tage verleben kann. Vermutlich ja zum letzten Mal ...

So, ich chille dann mal wieder und schaue, wie der Regen fällt. :-) Bis bald!

Mittwoch, 31. Juli 2019

Gefährliches "Raubtier"

Bin ich schon mal von einem Igel gebissen worden? Ja!

Ein riesiger, vermutlich genmanipulierter Igel hat mich gestern Nachmittag im Garten angegriffen! Ich stand da so vor mich hin, als er sich plötzlich vor mir aufbaute, seine riesige Schnauze aufriss und mir herzhaft in den grossen Zeh biss! Das hat sogar weh getan! Bissspuren habe ich allerdings nicht entdeckt, und leider war ich so überrascht, dass es von diesem denkwürdigen Angriff kein Foto gibt. Erst danach, als ich aus dem Schuh geflohen bin, konnte ich ein Bild von dem Ungetüm machen. Und hier ist es:



Ist er nicht riesig und sieht er nicht extrem furchteinflössend aus?

Der Kater war sich seiner Sache auch nicht so sicher ob des bösen Blickes dieses Monsters. Erst war er neugierig, aber dann ... Na, seht selbst:


Die Schweiz begeht morgen ihren Nationalfeiertag und ich starte in die Ferien, gerade rechtzeitig, um mich von diesem schrecklichen Angriff erholen zu können ...


Dienstag, 30. Juli 2019

Mutlosigkeit und Frust

Gestern Abend rief mein Papa an. Am Telefon wirkte er wie ein Häufchen Elend und fing irgendwann an zu weinen. Es muss schlimm sein, wenn man seinen eigenen körperlichen Verfall mehr oder weniger hilflos ansehen muss.

In diesem speziellen Fall hätte frühzeitige Aufklärung und/oder ein guter Arzt vielleicht helfen können. Aber offenbar hatte er weder das Eine noch das Andere. Seit gut einem Monat klagt er über eine Wunde an der rechten Ferse. Ausgerechnet an dem Bein, das bisher noch recht gut funktionierte. Die Wunde schmerzt beim Laufen, sodass er noch mehr Mühe hat mit der Fortbewegung. Und was noch schlimmer ist: Es heilt nicht, sondern wird immer schlimmer.

Hier muss ich den Ärzten, zumindest nach der Erzählung meines Vaters, eine nicht unerhebliche Mitschuld geben. Drei verschiedene "Experten" mit drei Meinungen - das geht gar nicht. Dabei wäre die Ursache so verdammt naheliegend gewesen, doch erst die Podologin letzten Freitag hat sie gefunden: Diabetes.

Dieses Leiden ist bei meinem Vater zwar zum Glück nur schwach ausgeprägt, aber trotzdem von Bedeutung, wenn es um genau solche Verletzungen geht, Stichwort "Diabetisches Fusssyndrom (DFS)". Das kann ganz übel enden - davon ahnt mein Vater zum Glück nichts, da er sich bei Krankheiten nicht im Netz informiert und sich lieber auf die - leider oftmals zweifelhaften - Aussagen der Ärzte verlässt. Wie kann es sein, dass ein Hautarzt diese mögliche Diagnose nicht erkennt und einfach irgend eine Salbe verschreibt??

Die Podologin hat meinem Papa nun erklärt, dass er mit dieser Wunde dringend in ein Diabetes-Zentrum gehen muss, um sie dort von einem ausgebildeten Arzt behandeln zu lassen!

Nun hat er erst am kommenden Montag dort einen Termin bekommen. Und das hat ihm ziemlich zugesetzt, schliesslich freut er sich riesig auf die Schweiz-Reise in 2,5 Wochen und hat Angst, dass daraus nichts wird. Ausserdem macht er sich Sorgen, dass er uns hier nur zur Last fällt, was natürlich völliger Unsinn ist. Ich konnte ihn am Telefon ein wenig beruhigen und er hat sich später per WA für seine schlechte Laune entschuldigt. Ich kann seinen Frust aber gut verstehen und ich frage mich, warum es einen Monat dauern musste, bevor jemand mal den richtigen Ansatz findet? Diabetes ist ja nun nicht gerade eine exotische Krankheit, und in Verbindung mit diesem Krankheitsbild hätten auch schon beim ersten Arzt die Alarmglocken läuten müssen. Schliesslich kann so eine Wunde bis zur Amputation führen. Es ist eigentlich ein Skandal, aber das wollte ich meinem Papa nicht so direkt sagen, und es ist ja auch nicht mehr zu ändern. Da seine Frau die offenen Stellen täglich gut versorgt hat, gehe ich davon aus, dass zumindest die Gefahr einer Infektion relativ gering ist.

Ich hab in Berlin damals leider ähnliche Erfahrungen machen müssen, als es um meinen Rücken ging. Als Kassenpatient ist man leider nicht von Interesse und wird einfach in eine Schublade gesteckt, ob die passt oder nicht. Bei mir passte sie gar nicht, aber ich hatte keine Möglichkeit, dort wieder heraus zu kommen. Das ist mir erst hier in der Schweiz gelungen.