Mittwoch, 20. März 2019

Jeden Morgen eine Jungfrau

Heute Morgen hörte ich im Radio, es sei der Tag des Glücks. Und natürlich ging es in diesem Zusammenhang auch um die Frage, was denn glücklich machen würde.

Während ich zuhörte, tauchte prompt eine mögliche Antwort am Horizont auf: Wenn es, wie jetzt wieder, morgens schon hell ist auf dem Weg zur Arbeit, eröffnet sich mir bei schönem Wetter aus dem Auto heraus ein beeindruckender Blick auf Eiger, Mönch und - Jungfrau! Auch nach zweieinhalb Jahren ist dieses Panorama noch immer etwas Besonderes und ich lächle in mich hinein, sobald ich diese atemberaubende Kulisse erblicke.

Wenn ich dann noch eine grüne Welle bis zum Parkplatz habe und die Kaffeemaschine im Büro funktioniert, ist das Glück am Morgen schon perfekt! :-)

Der Blick auf die Wettervorhersage macht auch gerade glücklich. Sonniges Frühlingswetter bis zum Sonntag soll es geben. Und da ich den Rest der Woche frei habe, kann ich das auch ganz ausgiebig geniessen, wenn auch leider vorerst ohne Rosalie, die morgen arbeiten muss.

Es braucht nicht immer die grossen Momente, um glücklich zu sein. Die kurzen Augenblicke können die gleichen Gefühle erzeugen und lassen einen beschwingt den Alltag meistern.

In diesem Sinne: Euch allen einen glücklichen Tag!

Dienstag, 19. März 2019

Die lieben Kollegen (56) - Der normale Wahnsinn

Wenn man mal von dem aktuell anstehenden grossen Windows-Update für alle Geräte im Haus absieht, herrscht in meinem Team derzeit relative Ruhe. Mein sprunghafter junger Kollege hat seine Wechsel-Ambitionen begraben und wird uns erhalten bleiben (worüber ich nicht unglücklich bin). Und der Neue?

Ich werde (noch) nicht recht warm mit ihm, wobei ich gar nicht sagen kann, woran genau es liegt. Er ist weder unfreundlich noch faul, allenfalls zu laut. Aber irgendwie finde ich derzeit keinen Draht zu ihm. Ich merke, dass er mich manchmal mit seinen Fragen nervt und muss aufpassen, mir das nicht anmerken zu lassen. Schliesslich bin ich für seine Einarbeitung verantwortlich, und (sinnvolle) Fragen sind natürlich immer erlaubt.

Von der angekündigten Reorg ist bisher nichts zu sehen. Für Anfang April ist eine weitere allgemeine Info-Veranstaltung geplant, vielleicht wird es dann etwas konkreter. Ich denke aber, dass es sein wird wie immer: viel heisse Luft, und am Ende bleibt von den grossen Plänen nicht viel übrig. Und der Rest dauert Jahre.

Dabei hätte ich gar nichts dagegen, wenn es etwas schneller ginge, denn mit meiner derzeitigen Einkommens-Situation bin ich nicht sonderlich zufrieden, und neue Strukturen böten womöglich auch neue Chancen. Momentan ist alles und jeder wie gelähmt, und wenn es so bleibt, rechne ich nicht damit, überhaupt mal ein paar Franken mehr zu verdienen. Die kontinuierliche Lohnanpassung mit dem Dienstalter hier im Hause wurde "pünktlich" mit meinem Eintritt Anfang 2017 abgeschafft.

Nun aber genug gejammert, auf geht es in einen wunderschönen Arbeitstag. Draussen scheint die Sonne und der Kaffee steht auf dem Tisch. Ich sitze im Warmen und hab immerhin noch Gelegenheit, die News zu lesen und das Post online zu stellen. Diesen Luxus hat ja auch nicht jeder. :-)

Montag, 18. März 2019

Frühlings-Impressionen

Wir haben ihn gesehen, den Frühling! Zuerst und ganz ausführlich in Zürich. Es ist erstaunlich, wie die Gartenbauer es schaffen, punktgenau zur Ausstellung ihre Installationen zum Blühen zu bringen, sodass die Besucher ein Blumenmeer bestaunen können:



Nach diesen Eindrücken hat sich dann das Wetter auch etwas Mühe gegeben und mal gezeigt, wie sich Frühling anfühlen kann. Leider nur am Samstag, und leider war es zum Teil doch sehr windig, sodass man sich schon eine geschützte Ecke aussuchen musste, um die Wärme der Sonne schon geniessen zu können. Und nicht nur wir Menschen haben Freude daran, auch bei den Katzen merkt man, dass die Lebensgeister zurück kehren und sie mit uns wahnsinnig gern den Tag im Garten verbringen, neugierig zuschauen, was wir da treiben, oder sich einfach von der Sonne wärmen lassen.



Der Sturm hat gestern den Frühling noch einmal kurz verjagt, aber wir erwarten ihn Mitte der Woche zurück, und dann hoffentlich auf Dauer. Passend dazu habe ich Donnerstag und Freitag frei. Zeit für den ersten Sonnenbrand. :-)

Donnerstag, 14. März 2019

Wir (be)suchen den Frühling

Momentan schwächelt das Wetter und kann sich nicht entscheiden, ob es noch winterlich oder doch schon frühlingshaft sein möchte. Regen, Graupel, Sturm, Sonne - das macht gerade nicht wirklich Spass.

Morgen werden wir diesem ollen Wetter für ein paar Stunden entfliehen. Das geht ganz einfach per Zug - zur Gartenmesse "Giardina" nach Zürich! Ein bisschen geschummelt wird natürlich schon, schliesslich ist das keine Freiluftveranstaltung. Die wunderschön angelegten Gärten befinden sich in einer Messehalle! Ein riesiger Aufwand, der dort jedes Jahr betrieben wird, aber das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Für Rosalie gehört ein Besuch dort seit vielen Jahren zur Tradition, und ich nehme natürlich daran teil, seit ich hier bin. Und so werden wir uns morgen Vormittag gemütlich in den Zug setzen, durch den Regen fahren und dann ein paar Stunden lang Frühlingsluft schnuppern und Inspirationen sammeln. Auch wenn vieles aus finanziellen oder Platzgründen nicht realisierbar ist, macht es doch Freude, ein bisschen zu träumen. :-)

Das wird ein schönes Wochenende!

Mittwoch, 13. März 2019

TV-Serien

"... sind die neuen Kinofilme" schrieb Springer vor kurzem mal. Und ich muss sagen, dass es in letzer Zeit durchaus sehr interessante und auch spannende Serien gibt. Es fällt auch auf, dass immer häufiger namhafte Schauspieler dabei sind: Ob Lady Gaga, Kathy Bates, Naomi Watts oder Kate Beckinsale (es gibt sicher auch männliche Stars, aber ich finde halt Frauen interessanter ...). Früher wurden Darsteller zum Teil durch eine Serie berühmt, heute werden sie erst zu Stars und spielen dann im TV. Interessante Entwicklung! Dank WWW kann man nun oft auch mehrere Folgen am Stück schauen und muss nicht immer diese quälend lange Woche bis zur nächsten Episode warten. Wie hat man das nur früher ausgehalten? :-)

Aktuell schauen wir eine Serie mit Julia Roberts. Sehr schräg, sehr ungewöhnlich. Man weiss noch nicht so richtig, in welche Richtung das Ganze überhaupt geht - Mystery, Thriller, SF ... Optisch erinnert das Ganze an Filme aus den guten alten 60ern, es gibt fast keine Musik, die Folgen sind nur 28 Minuten lang. Rosalie und ich, wir sind uns noch nicht einig, ob wir diese Serie "Homecoming" nun gut finden oder nicht. Gleichwohl sind wir neugierig, was da wohl am Ende bei herauskommen wird. Also hat es uns offenbar doch fasziniert und bis zum Wochenende haben wir vermutlich alle zehn Folgen gesehen ...

Dienstag, 12. März 2019

Ich bin drin!

Heute Morgen hörte ich im Radio, dass das WWW schon stolze dreissig Jahre alt geworden ist. Während sich die heutige Jugend ein Leben ohne Internet gar nicht mehr vorstellen kann, war es für unsere Generation tatsächlich Neuland.

Das erste Modem mit 56K, das man nur nutzen konnte, wenn gerade niemand telefonieren wollte, die ersten Versuche, irgendwas im Netz zu finden, der erste Messenger (ICQ) ... Hach, das waren Zeiten.

Sehr schnell habe ich das Netz auch zu schätzen gelernt. Als mein Sohn 12 Wochen zu früh auf die Welt kam, war es die erste und schnellste Quelle, um sich über das Thema Frühgeburt zu informieren. Es gab zwar 1997 erst wenige Seiten dazu, aber immerhin konnte man zu jeder Tageszeit darauf zugreifen. Und da wir tagsüber beim Kind waren, wurde das Internet zu einer wichtigen Quelle für Informationen und auch schon Austausch mit anderen Eltern, wenn auch sehr langsam und mühevoll.

Und heute geht ohne das Netz nichts mehr, die Geschwindigkeit ist gefühlt Lichtjahre schneller als zu Beginn. Schön, dass es das WWW gibt, sonst hätte ich wohl auch Rosalie niemals kennen gelernt!

Montag, 11. März 2019

Es luftet

Ja, so sagt man hier in der Schweiz. Ein Begriff, den man wohl nicht übersetzen muss. Jedenfalls haben die Fensterläden ordentlich geklappert, und diverse Ziegelteile liegen nun wieder vor und hinter dem Haus.

Wir sind daher lieber drinnen geblieben, haben uns kurz über den Befehlston von Rosalies Ex geärgert, der mal wieder der Meinung war, per SMS die Marschrichtung vorgeben zu können, und ansonsten ein ganz ruhiges Wochenende verbracht. Über solche Lappalien kann man sich schon kaum noch aufregen ...

Auf Wunsch einer einzelnen Dame habe ich ab sofort den Blog auf "Moderiert" gesetzt. Nicht, weil ich unsinnige Kommentare erhalte, sondern weil Gäste, die nicht bei Blogspot angemeldet sind, mit lustigen Bilder von Hydranten, Ampeln und Fahrrädern überschwemmt werden. Durch die Moderation sollte sich das dann hoffentlich erledigt haben. Also bitte nicht wundern, wenn Eure  Anmerkungen ein wenig später sichtbar werden.

Bei unserem vorletzten Berlin-Besuch haben wir uns mit allen möglichen lustigen Kalendern für dieses Jahr eingedeckt. Einer davon ist ein Tageskalender, und der Spruch vom letzten Freitag ist so sinnlos, dass wir Beide beim Lesen lachen mussten. Daher möchte ich ihn Euch auch nicht vorenthalten:

"Wenn mir langweilig ist, rufe ich bei DHL an und frage, wann die Sendung mit der Maus kommt."

In diesem Sinne: Einen abwechslungsreichen Tag!

Freitag, 8. März 2019

Mir graut

Vor einigen Wochen habe ich schon mal meine Bedenken geäussert, als ich erfuhr, dass mein Papa sich ein nagelneues Auto bestellt hat - mit fast 79 Jahren.

Nun hat er mir gestern ein Bild geschickt von dem neuen Wagen. Und ich bin ein weiteres Mal erschrocken. Wenn ich mir vorstelle, wie er mit seinem Rollator und unsicheren Schrittes zum Auto läuft, mit Mühe und Not und viel Geduld einsteigt, während seine Frau den Rollator im Auto verstaut, und dann mit diesem Geschoss wegfährt - das kann man nur für einen schlechten Scherz halten ...

Jede Menge neuer Technik, ein riesiges Display, das wunderbar ablenkt, ein Frontspoiler fast bis zum Boden. Wie lange geht das gut, bis der erste Schaden entsteht??

Hier in der Schweiz muss man im Alter alle zwei Jahren die Fahrtüchtigkeit unter Beweis stellen. Ich finde das absolut richtig, auch wenn es mich damit auch eines Tages erwischen wird. Aber man gefährdet sich halt nicht nur selbst, sondern stellt auch ein erhöhtes Risiko für seine Umwelt dar. Und das kann man selbst nun mal nicht objektiv einschätzen. Mein Opa fuhr damals mit 85 nur noch auf der Mittellinie, bis er nach einem Fast-Unfall endlich den Führerschein zurück gab. Mein Papa hat erst vor ein paar Wochen eine Beule in das alte Auto gefahren, weil er einen Pfeiler übersah. Was kommt als nächstes, weil er vielleicht gerade auf das tolle Display geschaut hat??

Und hier ist das gute Stück, das nächsten Mittwoch auf die Strasse entlassen wird (zum Teil noch mit Folie abgeklebt):






Donnerstag, 7. März 2019

Herein spaziert!

Früher hab ich es nicht recht verstehen können, inzwischen weiss ich, wie das ist: Wenn man ein Tierliebhaber ist, wird der Gang durchs Tierheim zur Qual. Man möchte am liebsten alle dieser armen Geschöpfe mitnehmen und ihnen ein neues Zuhause geben.

Und es muss nicht mal das Tierheim sein. Bei uns daheim tauchen ja auch immer wieder neue Kätzchen auf und schauen zum Teil scheu, zum Teil aber zutraulich und neugierig durch die Katzenklappe.

Einer Katze konnten wir in den letzten Monaten ja ein paar Stunden in Ruhe schenken, bis sie nun - vermutlich - verstorben ist. Andere Kätzchen haben sicherlich ein Zuhause und brauchen unsere Aufmerksamkeit nicht, kommen aber trotzdem gern vorbei und sind so hübsch, dass man sie am liebsten knuddeln möchte.

Wobei - der Begriff "Kätzchen" trifft es nicht immer. Derzeit besucht uns abends ein Katzentier, dass locker als mittelgrosser Hund durchgehen würde. Auf dem Bild fehlt der Grössenvergleich, aber wenn es auf der Treppe sitzt, muss man zwei Mal hinschauen, um zu erkennen, ob es eine Katze ist oder doch etwas Anderes. Und mit seiner Gestalt und einem Gemisch aus Knurren und Miauen verschafft er sich so viel Respekt, dass die anderen Katzen tunlichst Abstand halten.



Das ganze Gegenteil davon ist ein ganz schlankes, kleines Kätzchen, das seit langem tagsüber mal kurz zu Besuch kommt und seit einigen Tagen durchaus mal eine kleine Runde im Erdgeschoss dreht, seit es entdeckt hat, dass man die Katzenklappe öffnen kann. Dabei hat sie es nicht leicht, denn der Besitzer hat ihr ein Glöckchen verpasst, mit dem sie durchs Gelände streifen muss.





An eine norwegische Waldkatze erinnert dieser propere und hübsche Kerl hier. Er hat ein Halsband und damit auch ziemlich sicher ein Zuhause. Wir wissen allerdings nicht, wo das ist.








Und diesen kleinen Jüngling habe ich ja schon mal vorgestellt. Da er bei uns nicht willkommen ist und von Henry verjagt wird, hat er sich ein neues Terrain gesucht, wie wir am Wochenende von den Nachbarn erfahren haben. Er ist ja ein süsser Fratz, aber als nicht kastrierter Kater macht er ziemliche Sauereien, und so sind wir nicht ganz so traurig, wenn er nicht mehr bei uns auftaucht.

Mittwoch, 6. März 2019

Strategie oder Pleite?

Der Scheidungskrieg entwickelt sich immer mehr zu einem Desaster für alle Beteiligten. Aktuell hat der Richter einen Gutachter eingesetzt, der die Buchhaltung des Ex auf Unregelmässigkeiten prüfen soll.

Dieser Gutachter hat nun auch bereits ernsthafte Zweifel an der Ordnungsmässigkeit der Buchungen angedeutet, behauptet aber, mit dem von Rosalie geleisteten Kostenvorschuss nicht auszukommen, und fordert noch einmal mehr als doppelt so viel für genauere Stichproben.

Weitere Recherchen können natürlich dem Ex nicht recht sein, denn es würde seinen Beschiss gegenüber Firma, Finanzamt und erst recht Rosalie schonungslos aufdecken.

Nun zahlt der Ex seit Monaten keine Alimente mehr, es hat sich bereits ein fünfstelliger Betrag an Aussenständen aufgebaut, den Rosalie derzeit per Zwangsvollstreckung einfordert. Da drängt sich ein wenig die Frage auf, ob er das womöglich absichtlich macht, um Rosalie "auszutrocknen", damit sie die Kosten fürs Gericht und den Gutachter nicht mehr aufbringen kann?

Er behauptet zwar gebetsmühlenartig, er habe kein Geld, aber man muss schon viel Phantasie haben, um sich vorzustellen, wie man mehr als das Doppelte meines Gehalts (NACH Abzug der Alimente) monatlich aus dem Fenster werfen kann ...

Es ist derzeit kein Licht am Ende des Tunnels zu erkennen. Irgendwie haben wir zwar immer noch die Hoffnung, der Ex könnte irgendwann mal zur Vernunft kommen und über ein faires Angebot nachdenken, aber solange auch sein Anwalt der Ansicht ist, er müsse so gut wie nichts zahlen und das Vermögen gehöre allein seinem Mandanten, wird das schwierig.

Wer der Meinung war, der legendäre Film mit Michael Douglas und Kathleen Turner wäre Fiktion, wird hier teilweise eines Besseren belehrt. Leider.

Dienstag, 5. März 2019

Die lieben Kollegen (55) - Er ist da!

Am Freitag war sein erster Arbeitstag, gestern haben wir den ersten Bürotag gemeinsam verbracht. Die ersten Tage mit einem Neuen sind erfahrungsgemäss besonders anstrengend, da man viel zeigen, jeden Schritt erklären und beschreiben muss.

Und wie ist mein erster Eindruck? Er wirkt aufgeschlossen, interessiert, selbstbewusst, leider etwas laut (vor allem sein Lachen). Ansonsten kann ich nach rund acht Stunden natürlich noch nicht viel sagen. Ich hoffe erst einmal, dass er sich gut einlebt und ins Team integrieren kann. Das Fachliche kommt dann schon mit der Zeit, dafür braucht man einfach Geduld. Da er nur 80 Prozent arbeitet, hat er jeden Donnerstag frei und ich habe dann meine Ruhe. Und da ich jeden zweiten Freitag weg bin, sehen wir uns teilweise nur drei Tage pro Woche.

Er ist ein Jahr früher zur Welt gekommen als ich, damit bin ich nun nicht mehr der Senior im Büro. Trotzdem habe ich inzwischen die meiste Erfahrung innerhalb des Betriebsteams und muss für die meisten Anfragen herhalten. Das ging schnell, da ich ja nun gerade mal rund zweieinhalb Jahre hier bin.

Ob der andere Kollege nun tatsächlich schon wieder kündigen wird, ist völlig offen. Er ist ein sehr sprunghafter Mensch, behauptet heute, er würde dann nach Zürich ziehen, schaut sich aber am nächsten Tag Wohnungen hier vor Ort an .... Also mal abwarten, ob er wirklich die neue Stelle bekommt und zusagt. Da er sich recht positiv entwickelt, wäre es gut, wenn er bleiben würde, zumal es mit gleich zwei neuen Kollegen erst recht anstrengend für mich werden würde.

Aber nun kümmere ich mich erst mal um den aktuell neuen Kollegen. Los geht's!

Montag, 4. März 2019

Wertvolle Bekanntschaften

Wer Kinder hat, kennt das sicherlich: Man lernt in seinem Umfeld recht schnell viele Menschen kennen - durch Krabbelgruppe, Kita, Schule, Sportverein, Freunde der Kinder ... Manchmal etnwickeln sich daraus auch enge Bekanntschaften oder Freundschaften. Rosalie hat das in ihrem alten Wohnort sehr geschätzt. Es verging kein Tag, an dem sie nicht auf der Strasse jemanden traf, mit dem sie ein wenig plaudern konnte.

Das vermisst sie in unserem neuen Zuhause ein wenig. Zum Einen ist es jetzt viel schwieriger, Leute kennen zu lernen, zum Anderen sind die direkten Nachbarn zum Teil nicht gerade sympathisch. Durch die Baueinsprachen haben wir aber auch zwei Pärchen kennen gelernt, mit denen wir uns gut verstehen. Das eine davon haben wir gestern besucht, und es war ein sehr schöner Nachmittag.

Die Beiden könnten fast unsere Eltern sein: Er ist 80, sie 66 Jahre alt. Beide sind im Kopf und auch körperlich noch topfit und man kann sich wunderbar mit ihnen unterhalten. Hier in der Schweiz würde man sagen, sie sind unheimlich herzig!

Um 15 Uhr waren wir dort - und nach vier Flaschen Wein sind wir sechs Stunden später wieder nach Hause gewankt. Wir haben uns super gut unterhalten, über das Dorf, die Leute, unsere Vergangenheit, alternative Medizin, unsere Katzen ... Wir sind bei vielen Themen total auf einer Wellenlänge, und so verging die Zeit wie im Fluge.

Man wünscht dem Pärchen, dass sie noch viele Jahre zusammen erleben mögen, und es ist schön zu sehen, wie man im Alter noch so fit sein und damit auch das Leben zusammen geniessen kann. Ich hoffe sehr, dass uns das auch vergönnt sein wird.


Donnerstag, 28. Februar 2019

Frage an BWLer

Überall muss gespart werden, das ist ja nichts Neues. Lohnerhöhungen - nicht in Sicht, Abbau von Stellen - nicht ausgeschlossen. Das alles ist nachvollziehbar, selbst für einen Laien im Bereich Controlling.

Was ich aber nicht verstehe: Warum wird hier im Hause so ein Gezeter wegen Überstunden gemacht? Angeblich ist das dem zentralen HR und Controlling ein Dorn im Auge, und zwar nicht, weil vermutet wird, dass zu viel Arbeit für zu wenig Leute vorhanden ist, sondern weil es sich bei den Stunden um eine grosse Menge Geld handelt, die man im Budget vor sich her schiebt. Und das verstehe ich nicht. Schliesslich werde ich nicht auf Stundenbasis bezahlt, sondern erhalte ein festes Gehalt. Wie soll sich da ein Stundenguthaben auf die Finanzen der Firma auswirken? Was spielt es im Controlling für eine Rolle, ob ich nun 20 oder 50 Überstunden habe? Wenn ich dann mal zwei Tage zu Hause bleibe, ist alles wieder gut?

Ich kann das nicht nachvollziehen. Also vielleicht liest hier jemand mit, der mir das mit einfachen Worten erklären kann ...?

Merci. :-)

Mittwoch, 27. Februar 2019

Diebische Elstern

Schwer zu sagen, ob es Absicht war oder schlicht Zufall, aber das Video ist sehr lustig. Unser armer Henry wird von den beiden Elstern zum Narren gehalten (am besten im Vollbild schauen, um das Treiben der Vögel gut sehen zu können):


Dienstag, 26. Februar 2019

Die lieben Kollegen (54) - Der nächste Paukenschlag?

Zur Erinnerung: Bis zum Mai 2017 war ich der neueste Kollege in unserem dreiköpfigen Team. Dann ging (endlich) einer der beiden anderen und ein frischer Kollege kam dazu. Nach ein paar Startschwierigkeiten habe ich ihn inzwischen ganz gut "erzogen" und es läuft mit uns.

Im Dezember wurde der zweite Kollege raus geschmissen und ein neuer Mitarbeiter gesucht. Der fängt nun am kommenden Freitag an und damit wäre das Team komplett.

Wäre ... Gestern Nachmittag wollte mein Teamkollege unbedingt mit unserem Chef sprechen. Noch bevor die Tür zu dessen Büro geschlossen wurde, ahnte ich, worum es gehen könnte, und als mein Kollege anschliessend nach einem freien Tag fragte, war es mir klar: Er bewirbt sich auf eine andere Stelle bei einer anderen Firma! Aus seiner Sicht nachvollziehbar, denn die Perspektive hier ist ungewiss durch die Reorg, und das Gehalt ist im Vergleich zur Privatwirtschaft jämmerlich. Dass man sich da mit 25 noch entwickeln möchte, ist völlig normal.

Und so wird er also nächste Woche Donnerstag fehlen und sich bewerben. Wenn das klappt, sind wir ab Sommer wieder nur noch zu zweit. Mit anderen Worten - ich sässe dann mit einem fast noch neuen Kollegen allein hier. Dazu passt ja bestens die Ansage vom Chef, ich möge meine Überstunden abbauen. Daraus würde dann wohl vorläufig nichts.

Die äusserst mickrige Bezahlung ist derzeit das Einzige, was mich an dem Job hier ärgert. Ich bin es zwar mein Leben lang gewohnt, mit wenig Geld auskommen zu müssen, aber wenn ich sehe, wie Anderen hier Pöstchen zugeschoben werden, dann muss ich mir überlegen, ob das momentan wirklich der Job ist, den ich bis zur Rente ausüben möchte. Leider ist es mit über 50 nirgends leicht, eine Stelle zu bekommen. Lohnerhöhungen, wie man sie aus Deutschland kennt, sind hier aber leider so gut wie ausgeschlossen, sodass man durch die Inflation im Laufe der Zeit ohnehin schon immer weniger übrig hat. Im Grunde bleibt einem also nur, weiter zu ziehen, wenn man die Möglichkeit hat.

Vielleicht sollte ich mal ein Zwischenzeugnis beim Chef einfordern und signalisieren, dass ich nicht gewillt bin, hier für einen "Hungerlohn" bis ans Ende meiner Tage zu bleiben.

Montag, 25. Februar 2019

Fluch oder Segen

Wenn es um unsere Stubentiger geht, sind wir durchaus so etwas wie Helikopter-Eltern. Wir nutzen Webcams, um das Geschehen im Garten verfolgen zu können, und unsere Katzenklappe meldet jeden Ein- und Ausgang ans Handy.

Es gibt einem durchaus ein gutes Gefühl, wenn man sieht, dass der oder die Racker in der Nähe sind und wohlauf. Ansonsten würde man, erst recht in dem grossen Haus, zum Teil gar nicht wissen, wer sich wann und wo drinnen aufhält. Und es würde einem auch viel später auffallen, wenn sich eine Fellnase eine Zeit lang nicht blicken lässt.

Nun wissen wir bei Henry, dass er eigentlich kaum länger als ein paar Stunden verschwindet und dann zumindest zum Fressen kurz nach Hause kommt. Wenn dann plötzlich mal die letzte Meldung rund elf Stunden zurück liegt, wird man schon ein wenig unruhig. Ein wenig besorgt sind wir sowieso, da unser Dauer-Gast-Kater Bernie ihn gern mal aus dem Haus jagt. Was also, wenn er plötzlich gar nicht mehr heim kommen möchte, weil er sich nicht mehr sicher fühlt?

Auf Rufe hört er in der Regel fast nie, also blieb uns nur zu warten ... Zum Glück kam er dann irgendwann kurz vor dem Schlafengehen ganz gemütlich angelaufen, frass ein wenig, als sei nichts geschehen, und legte sich gemütlich auf ein Bett. So konnten wir dann auch beruhigt schlafen gehen.

Vor allem auch, wenn wir nicht daheim sind, freuen wir uns immer über ein elektronisches Lebenszeichen unserer Tiger aus der Ferne, aber wenn der dann mal ausbleibt, macht man sich sofort Sorgen, in der Regel unbegründet. Trotzdem möchten wir unsere Überwachung nicht mehr missen. :-)

Freitag, 22. Februar 2019

Sehnsuchtsvolle Blicke

Hierzulande traut sich gerade der Frühling aus dem Versteck und zeigt schon mal, was er drauf hat. Ich wünschte mir, das bliebe jetzt sechs Wochen so und dann würde es wärmer ...

Dem ist vermutlich nicht so und der Winter kehrt sicherlich noch einmal zurück. Aber wie dem auch sei - immer öfter sehne mich nach Sonne, Wärme und Meer und schiele über den grossen Teich. Das ist heutzutage ja so leicht wie nie zuvor dank diverser Live-Kameras, die mir, sogar mit Ton, fast den Eindruck vermitteln, ich sei zurück in Florida. Ich kann förmlich das Klima fühlen, mich an das Gefühl erinnern, am Wasser zu sitzen und zu frühstücken.

Sagt selbst, bei den Bildern aus Fort Lauderdale oder von der berühmten "Tonne" in Key West kann man doch Fernweh bekommen (am besten nach 14 Uhr schauen, dann ist es dort hell), oder?

Seufz. Was bin ich froh, dass mir diese Reisen möglich sind. Die Generation vor mir hatte kaum Gelegenheit, die Welt zu erobern. Immerhin war mein Papa mal in Kanada, traute sich danach aber nie wieder nach Amerika, weil er kein Wort Englisch spricht und sich daher dort nicht zurecht fand. Da Rosalie seit unserem ersten Besuch in den Staaten aber genauso angetan ist von dem Land wie ich, werden wir ganz bestimmt noch öfter dort sein, wenn es uns finanziell und gesundheitlich möglich ist. :-)

Trotzem freue ich mich jetzt auf ein sonniges und frühlingshaftes Wochenende daheim im Garten!

Donnerstag, 21. Februar 2019

Die lieben Kollegen (53) - Es geht auch ohne Chef

Seit mehr als zwei Wochen fehlt er nun schon, der Chef. Erst war sein Kind erkältet, nun ist er wohl selbst krank. Am Montag war er einen halben Tag im Büro, meinte dann aber, es wäre noch zu früh, und ging wieder heim.

Komisch ist, dass sein Fehlen niemandem auffällt. Sein Telefon klingelt höchstens ein Mal am Tag, aber ansonsten - nix. Da er als Chef ja nicht im Team mitarbeitet, fragt man sich, und nun erst recht, womit er sich eigentlich den ganzen Tag beschäftigt, wenn doch offenbar niemand wegen irgend etwas nachfragt und auch auf seinem Schreibtisch nichts zu sehen ist. Womöglich steckt mehr dahinter, wenn man momentan davon ausgeht, dass diese Ebene im Rahmen der Reorg künftig nicht mehr oder anders organisiert werden wird. Gerade wir sind so ein kleines Team und haben so wenig Einfluss, dass das Arbeitsleben eines Chefs weder mit strategischen noch personellen Aufgaben ausgelastet sein kann.

Dafür ist das Klima im Team derzeit wirklich gut. Kein Vergleich zu der Zeit vor einem Jahr. Ich bin sehr froh darüber. Gestern ist mir beim Nachzählen noch aufgefallen, dass in den letzten Wochen vor dem Abgang des  ehemaligen Kollegen 20 Netzteile für Notebooks spurlos verschwunden sind. Ich hab alle im Team gefragt, niemand weiss etwas. Ob die wohl mal auf einer Internet-Plattform angeboten werden ...? Wir müssen sie nun für knapp 1000 Franken nachbestellen. Mal ganz abgesehen von den drei Notebooks, die der Typ noch daheim hatte und durch seinen Bruder zurückbringen liess - ebenfalls ohne Netzteile. Die Anfrage per Mail, wo die denn geblieben seien, steht bis heute aus.

Einmal mehr bin ich froh, dass der Kerl weg ist. Morgen in einer Woche fängt nun sein Nachfolger hier an. Er ist noch ein Jahr älter als ich und damit bin ich dann nicht mehr der Senior im Team. :-) Wie schon beim letzten Neuzugang werde ich für seine Einarbeitung zuständig sein. Ich hoffe auf eine gute Verstärkung, zumindest vom Alter her mache ich mir da keine Sorgen. Und wenn er teamfähig und flexibel ist (wie das natürlich in seiner Bewerbung steht), dann freue ich mich auf die künftige Zusammenarbeit.

Mittwoch, 20. Februar 2019

Wo komme ich her?

Während unseres Besuchs bei meinem Vater am Samstag fragte er plötzlich, ob wir ein paar Bilder anschauen möchten. Natürlich wollten wir, es waren nämlich Bilder aus seiner Vergangenheit, die ich bisher noch nie gesehen hatte.

Es kamen Fotos zum Vorschein aus seiner Kindheit und Jugend, Bilder seiner Eltern, Grosseltern und der Geschwister. Zum ersten Mal erzählte er auch Einiges aus der Zeit nach Kriegsende, und ich hörte zum ersten Mal, dass er eine Schwester hatte, die in den letzten Kriegstagen tragisch durch einen Granatsplitter ums Leben kam.

Dabei fiel mir auf, wie wenig ich eigentlich aus dem Leben meiner Eltern weiss. Und mein Vater hat ganz viele alte Bilder schon entsorgt, weil er der Meinung war, dass sich die sowieso niemand mehr anschauen würde ...

Die gezeigten Bilder haben wir mitgenommen, dazu noch ein paar Informationen zu Namen und Daten meines Stammbaumes. Mein Papa ist der Letzte der fünf Geschwister, der noch lebt, wenn er nicht mehr da ist, gehen auch viele Erinnerungen mit ihm verloren. Geschichten aus der Zeit nach dem Krieg, Spaziergänge mit seinem Bruder vorbei an brennenden Ruinen in Berlin, Vertreibung durch die Russen, die erste Banane seines Lebens und viele andere kleine Anekdoten.

Es waren schwere Zeiten damals und die Kindheit war alles andere als unbeschwert. Manchmal wünschte man sich, die heutige Generation hätte etwas mehr Respekt vor dem, was inzwischen alltäglich ist, und würde nicht vieles als selbstverständlich hinnehmen und leichtfertig aufs Spiel setzen.

Ich fand es spannend, die Bilder anzuschauen und meinem Papa zuzuhören. Manche Erinnerung mag mit der Zeit verblasst oder verfälscht sein, und vielleicht gibt es Einiges, was er verdrängt oder vergessen hat. Immerhin habe ich zu einigen Fotos jetzt auch einen Hintergrund, und irgendwann wird es das Einzige sein, was bleibt.

Dienstag, 19. Februar 2019

Wie lange noch?

Diese Frage kann einem (zum Glück?) niemand beantworten. Zumindest nicht, wenn es um den Tod geht. Ich arbeite in einem Krankenhaus, und hier wird man zwar nicht täglich mit dem Thema konfrontiert, aber auf dem Weg zum Pausenraum muss ich am "Raum der Stille" vorbei, und dort sehe ich durchaus immer mal Menschen hineingehen oder fassungslos heraus kommen.

Warum ich jetzt darüber schreibe? Gestern habe ich mal wieder meine Chat-Liste auf WA durchgescrollt, um zu schauen, wer neue Profilbilder gespeicher hat. Dabei bin ich an einem Chat ohne Bild hängen geblieben - es war der Chat mit meinem langjährigen Bekannten aus Berlin, der im November 2017 so plötzlich verstorben ist. Und wieder bekam ich eine Gänsehaut, als ich die letzten Zeilen las, die wir ein paar Tage zuvor noch ausgetauscht hatten. Damals war er nach langer Ehe recht frisch getrennt und nun gerade dabei, sich aufzurappeln. Sogar einen Besuch bei uns in der Schweiz hatte er geplant.

Daraus wurde nichts mehr. Kurz vor seiner Pensionierung war es vorbei ... Wie ich schon früher hier schrieb, hatten wir nie ein besonders enges Verhältnis, und doch gehörte er irgendwie dazu, wenn ich an Berlin, mein Umfeld, meine Vergangenheit und Gegenwart dachte. Wir trafen uns damals etwa alle acht Wochen, und nach meinem Umzug was es quasi "Pflicht", einen Abend für ein gemeinsames Essen zu reservieren, wann immer ich in Berlin war.

Erstaunt bin ich, dass mich das so beschäftigt. Vermutlich liegt es daran, dass er der erste Mensch aus meinem Bekanntenkreis ist, der "in etwa" so alt ist wie ich, mich viele Jahre lang begleitet hat, und der nun schon gehen musste. Und dann so ganz ohne Vorwarnung.

Es kann eben leider ganz schnell gehen. Also lassen wir die Zeit nicht sinnlos dahin ziehen. Und wann immer es möglich ist, erfüllen wir uns den einen oder anderen kleinen Wunsch.

Bevor es zu spät ist.

Montag, 18. Februar 2019

Frühlingsgefühle

Wir sind zurück von unserem kleinen Abstecher nach Berlin. Schön war's. Viel Zeit zum Shoppen hatten wir diesmal nicht, aber das war auch nicht unser Ziel.

Dafür haben wir wie immer super gut und günstig in unseren Lieblings-Restaurants gegessen. Ausserdem trafen wir meinen Sohn mit Freundin, per Zufall eine Mitschülerin von mir, die ich seit 44 Jahren kenne, und mit der wir dann an einem Vormittag zusammen Kaffee getrunken haben, und der Samstag gehörte meinem Papa.

Natürlich hat er sich riesig gefreut, uns zu sehen. Gleichzeitig war es endlich wieder etwas Abwechslung in seinem tristen Alltag. Daran ist er leider zum Teil selbst schuld. Er läuft schlecht, hat Angst, hinzufallen, daher läuft er noch weniger, und damit wird seine Muskulatur immer weiter geschwächt. Und dann läuft er folglich noch schlechter ...

Und so wirkte er ziemlich niedergeschlagen. Ihm fällt die Decke auf den Kopf. Er ist halt bequem und erwartet, dass seine Beschwerden von selbst oder durch Tabletten nachlassen. Das wird natürlich nicht passieren. Wir konnten ihn dann zumindest überreden, bei wunderschönem Sonnenschein eine kleine Runde mit seinem Rollator zu drehen. Danach war er völlig erschöpft. Aber eigentlich müsste er das jeden Tag machen, und nicht nur, wenn er zum Arzt muss.

Und sein grosser Wunsch ist es, uns noch einmal besuchen zu kommen. Diesen Wunsch möchte ich ihm gern erfüllen, wenn es irgendwie geht. Wenn feststeht, wann wir den runden Geburtstag von Rosalie feiern werden, schauen wir mal, ob wir eine Reise für ihn organisieren können. Es wird sicher sehr anstrengend werden für ihn, aber ich denke, das wird er auf sich nehmen, um sich diesen Wunsch zu erfüllen. Und wir werden alles versuchen, damit das auch klappt.

Wieder daheim, hatten wir gestern noch einen wunderschönen und sonnigen Sonntag. Es war richtig frühlingshaft und man hatte das Gefühl, die Natur atmet auf. Vor allem unser roter Kater Bernie hat sich gefreut, dass wir wieder zu Hause sind, und folgte uns im Garten auf Schritt und Tritt:



Rosalie begann die Gartensaison mit der Schere und ich habe mich ein wenig mit unserem neuesten Gast im Garten beschäftigt. Seit einer Woche flitzt ein offenbar junger, ausgehungerter Kater ums Haus, war schon zwei Mal drinnen und hat sich den Schuppen als neues Zuhause ausgesucht. Sobald er uns hört, kommt er angerannt und frisst gierig. Da er nicht kastriert ist und wir nicht wissen, wohin er gehört, versuchen wir, ihn draussen zu lassen, zumal er schon im Haus markiert hat, und das geht natürlich gar nicht ... Wir haben jetzt eine Fundmeldung im Internet hinterlassen und schauen mal, ob sich jemand meldet. Falls nicht, müssen wir weiterschauen. Drei Kater im Haus wären keine gute Mischung.

Und das ist der lustige Geselle. Ist er nicht putzig mit den weissen Pfötchen?

Donnerstag, 14. Februar 2019

Auf ins siebte Jahr!

Nein, ich werde das Wort "verflixt" nicht benutzen. Es gibt ja genügend Beispiele, die dieses Klischee Lügen strafen.

Am 13. Februar 2013 habe ich Rosalie zum ersten Mal getroffen. Darüber hab ich im alten Blog ja seinerzeit ausgiebig berichtet. Seit dem ist wahnsinnig viel passiert, wobei mein Umzug in die Schweiz dabei für mich sicherlich das bedeutendste Ereignis war.

Mit diesem Umzug hat sich auch unsere Beziehung ein wenig verändert. In den ersten Jahren war sie vor allem von der Sehnsucht geprägt, endlich wieder zusammen sein zu können und die Tage zwischen den Wochenenden möglichst schnell vergehen zu lassen.

Diese Sehnsucht braucht es nun nicht mehr - wir verbringen jeden Tag miteinander. Das Thema Beziehungsalltag kennt sicherlich jeder, der schon in einer längeren Beziehung gelebt hat. Wenn man nicht aufpasst, läuft man Gefahr, dass sie sich abnutzt.

Unsere grossen Sorgen (Mängel am Haus, Klage gegen Bauprojekte gegenüber, Scheidung) haben von Anfang an viel Energie und Zeit gefressen. Ich denke, die Gefahr dabei ist, dass man in einen Strudel gerät, und dieser stressige Alltag die Zweisamkeit mit der Zeit immer mehr verdrängt: Wochenenden und halbe Nächte gehörten dem Aktenstudium und dem Schreiben von Stellungnahmen, dazwischen der tägliche Ärger über immer neue Anwaltsschreiben und -rechnungen, Stress mit den Kindern, Sorgen um den Arbeitsplatz.

Die grosse Kunst dabei ist, sich davon nicht zu sehr beinflussen zu lassen und der Partnerschaft trotz allem genug Raum zu geben. Neben Vertrauen, Sensibilität und Kraft bedarf es auch einer Portion Achtsamkeit, sich selbst und dem Anderen gegenüber. Es geht nicht darum, wie Kletten aneinander zu kleben, sondern die Nähe immer wieder neu zu erobern und das Glück zu spüren, sich gefunden zu haben, reden und zuhören zu können und den Augenblick zu geniessen.

Das Wissen darum ist das eine, die Umsetzung das andere.

Gleich heute gönnen wir uns solche Momente. Schliesslich starten wir nachher zu unserem Kurz-Tripp nach Berlin. Also - bis nächste Woche!


Mittwoch, 13. Februar 2019

Als man noch dicke Kataloge wälzte

Wer kann sich noch an die guten, alten Zeiten erinnern, in denen sich die Eltern auf die druckfrischen Versandhaus-Kataloge stürzten und diese genüsslich durchblätterten? Gibt es heute überhaupt noch Kataloge aus Papier in dieser Grössenordnung? Und ruft noch jemand die netten Damen in der Bestell-Hotline an?

Ich war vor ein paar Tagen auf der Suche nach einem Technik-Artikel. Im Internet auf einem Portal für Preisvergleiche fand ich das Objekt meiner Begierde auch schnell, und der günstigste Anbieter war: Quelle! 'Oh, die gibt es noch', war mein erster Gedanke.

Es handelte sich um den Schweizer Ableger, der offenbar immer noch sehr aktiv ist und das schon immer bekannte breite Angebot aus Mode und Technik verkauft.

Also habe ich den Artikel zum Preis von sehr günstigen 109 Franken in den Warenkorb gelegt. Nach Erstellung eines Kontos konnte ich den Bestellprozess fortführen, freute mich noch über die Möglichkeit, auf Rechnung kaufen zu können und schloss die Bestellung ab. Kurz danach erhielt ich Sonntagmittag die Bestellbestätigung. Lieferzeit drei bis fünf Tage. Perfekt.

Montagvormittag schaute ich dann neugierig in mein Kundenkonto auf der Homepage, um zu erfahren, wann das gute Stück denn bei mir eintreffen würde. Aber in meinem Profil war keine Bestellung verzeichnet! Irritiert rief ich den Kundendienst an. Die Dame war freundlich, und nachdem ich ihr mein Anliegen schilderte, konnte sie mir den Fehler zunächst auch nicht erklären und wollte meine Bestellung nun bei sich erneut eingeben.

Mittendrin meinte sie dann plötzlich etwas unsicher, sie hätte die Bestellung nun doch gefunden, sie wäre ausgesteuert worden und ein Kollege würde sich nun manuell darum kümmern. Ich sollte in den nächsten ein bis zwei Tagen noch einmal Bescheid bekommen über die Bestellung.

Diese Aussage fand ich ziemlich komisch. Mir kam in den Sinn, dass ich mal Probleme hatte mit der Bestellung einer Kreditkarte, vermutlich wegen unserer Adresse, unter der ja mal unsere Mietnomadin massenweise betrogen hat. Sollte in diesem Fall vielleicht bei Quelle eine "rote Lampe" aufgeleuchtet haben?

Da ich nicht warten wollte, dachte ich mir, man könnte das Teil ja noch einmal kaufen, diesmal per Kreditkarte, und dann später die erste Bestellung stornieren, wenn sie wieder auftauchen sollte. Aber dann das: der Artikel war jetzt 20 Franken teurer! Hatte man sich also vielleicht im Preis vertan und wollte deswegen die Bestellung nicht ausführen? Zum neuen Preis wollte ich aber nicht kaufen, also schrieb ich dem Kundendienst mit der Bitte, mir doch kurzfristig den Liefertermin für die Bestellung vom Sonntag mitzuteilen.

Es kam - nichts! Keine Antwort, keinerlei Reaktion. Gestern Mittag schaute ich dann mal wieder im Kundenkonto nach, und siehe da - die Bestellung war plötzlich wieder drin, ohne dass mich jemand informiert hätte. Aber zum neuen Preis, also 20 Franken teurer als in meinem Bestätigungsmail.

Was für eine Frechheit!

Direkt neben dem Artikel gab es - immerhin - den Button "Artikel stornieren". Zack - gedrückt - und erledigt. Ein paar Stunden später kam dann tatsächlich noch eine Antwort auf meine Frage per Mail: Da ich meinen Artikel storniert hätte, könne man nichts weiter dazu sagen. Besser ist das wohl. Und tschüss!

Nie wieder werde ich dort etwas kaufen.



Dienstag, 12. Februar 2019

Geld ausgeben leicht gemacht

Es ist erstaunlich und erschreckend zugleich, wie einfach es heutzutage ist, Geld auszugeben. Rosalie und ich sind seit einigen Wochen Kunden von Revolut, dem englischen Fintech-Unternehmen, das kostenlos und zu sehr fairen Umrechnungskursen Prepaid-Kreditkarten anbietet. Man überweist also im Voraus Geld auf das dortige Konto und kann mit seinen Karten jederzeit darüber verfügen.

Soweit, so normal. Nun gibt es manchmal Shops im Internet, da ist man sich nicht ganz so sicher, ob und wie der Laden läuft, oder man bestellt vielleicht nur einmal und nie wieder. Hier kommen nun virtuelle Kreditkarten ins Spiel. In der App des o. g. Anbieters kann man mit einem Klick eine Einmal-Karte generieren. Im Shop gibt man dann die Daten der erstellten Karte ein, bezahlt damit, die Karte verfällt und kann nicht missbraucht werden.

Das alles kostet nichts extra und funktioniert tadellos, wie wir gestern getestet haben. Innerhalb von fünf Sekunden war die Karte erstellt, binnen einer Minute im Internet-Shop eingegeben und schwups - bezahlt, samt Bestätigung der Zahlung in der Karten-App. Einfacher und sicherer geht es nicht.

Nachdem ich ein Jahr nach dem ersten USA-Urlaub mal eine Karte wegen Missbrauchs sperren lassen musste und am eigenen Leib spürte, wie leicht es offenbar ist, mit solchen Daten zu betrügen (auch wenn mir zum Glück kein finanzieller Schaden entstanden ist), ist das Verfahren hier deutlich besser und transparenter, zumal ich bei jeder Transaktion sofort in der App informiert werde. Damit habe ich auch bei den physisch vorhandenen Karten sofort die Möglichkeit, bei falschen Buchungen die Karten unmittelbar per Klick zu sperren.

Vielleicht ein kleines Stück mehr Sicherheit in Zeiten, wo der Betrug überall lauert.


Montag, 11. Februar 2019

Heile Welt

Wir sind derzeit dabei, unsere Urlaubspläne abzuklopfen. Ausserdem drängelt der Ex und möchte wissen, ob Rosalie seinem Vorschlag zustimmt: Kinder im Frühling bei uns und im Herbst bei ihm. Nun hatten wir ja eigentlich geplant, im Oktober mit beiden Kindern vielleicht, eventuell, nach Florida ...

Während die Tochter sofort Zustimmung signalisierte, war der Sohn unentschlossen. Da wir nun eine Entscheidung brauchten, haben wir gestern mit Beiden gesprochen. Die Tochter war weiterhin Feuer und Flamme, aber Sohnemann hat keine Lust auf Familienurlaub. Das eigentlich Interessante dabei war aber die Begründung ...

Seit Rosalies Ex eine neue Freundin hat, haben wir immer das Gefühl, sie sei ein Statussymbol für ihn und er stellt sie überall auffällig zur Schau. Als das Verhältnis zu Rosalie noch besser war, sind wir mal an einem Fest bei ihm gewesen. Damals kannten sich die Beiden rund ein halbes Jahr. Was uns sehr irritierte, waren die Fotos, die während der Party in Dauerschleife auf dem TV zu sehen waren: Vorwiegend (Zungen-)Kuss-Selfies der Beiden. Wie bei Teenagern! Und auch das Verhalten des Pärchens wirkte wie ein überzeichnetes Zur-Schau-Stellen des neuen Lebens und der Glückseligkeit. Rosalie fiel ausserdem auf, dass der Ex in Gegenwart seiner Neuen eine Rolle zu spielen schien und gar nicht er selbst war und ständig auf dem Sprung, ihr alles recht zu machen.

Nun sind das natürlich sehr subjektive Beobachtungen aus einer ganz speziellen Sichtweise. Aber genau diese Feststellungen bestätigte uns gestern ganz ungefragt Rosalies Sohn. Man war ja im vorletzten Jahr gemeinsam auf Hawaii: der Ex mit seinen beiden Kindern, die neue Freundin mit ihrer Tochter (alles grosszügigerweise vom Ex bezahlt ...). Und es war offenbar alles sooo (gespielt) harmonisch, das so tolle neue Leben wurde in jeder Sekunde betont, die neue Super-Familie gepriesen, es gab eine WA-Gruppe "Family-Team", dazu die Hektik von sieben Flügen in drei Wochen, Jetlag, täglich jede Menge Aktivitäten ... Das war dem Sohnemann offenbar zu viel.

Er mag darum keinen Familienurlaub mehr, hat aber betont, dass das nichts mit uns zu tun habe, sondern er einfach für sich sein möchte. Das müssen wir natürlich akzeptieren, stellt uns aber vor Probleme. Wir hatten angedacht, in unseren Lieblingshotel zwei Zimmer zu buchen, eines für die Kinder und eines für uns. Wenn nur die Tochter mitkommt, ist das blöd, und ein Zimmer zu dritt wäre auch keine Lösung, denn der Urlaub ist der Moment, in dem wir auch mal wirklich Zeit für uns haben (wollen) ...

Davon abgesehen ist völlig offen, wie viel Geld die Scheidung noch verschlingen wird. Es mag daher ratsam sein, kleine Brötchen zu backen und die schönen Pläne auf ein anderes Jahr zu verschieben. Das wäre zwar bitter, aber rational vielleicht eine sinnvolle Entscheidung.


Freitag, 8. Februar 2019

Katzen-Sorgen

So schön, wie es ist, Haustiere zu haben, aber wenn sie krank werden, dann leidet man genauso wie bei einem Familienmitglied. Das war für mich in der Vergangenheit auch mit ein Grund, lieber keine Tiere daheim zu haben.

Das sehe ich heute anders, aber trotzdem werden unsere "Miezen" natürlich auch mal krank. Der Wildfang, der seit ein paar Monaten fast täglich bei uns vorbeikommt und inzwischen auch gern mal ein paar Stunden im Haus schläft, war am Montag das letzte Mal da. Rosalie bemerkte heftige Verletzungen am Kopf und am Hals, vermutlich von einem Kampf. Das Tier schlief rund vier Stunden auf der Bank, dann ging es wieder. Seitdem haben wir die Katze nun nicht mehr gesehen, und es ist gut möglich, dass sie nicht mehr lebt. Gesund sah das Kätzchen schon lange nicht mehr aus, und vielleicht ist es nun erlöst von seinem traurigen Leben. Womöglich werden wir es nie erfahren.

Und auch Henrys Freundin macht uns Sorgen. Es begann vor zwei Tagen, als ich sah, dass sie sich bei uns im Schlafzimmer hinhockte. Dort lag noch eine Hose von mir, und nachdem die Katze wieder weg war, fand ich eine kleine feuchte Stelle auf dem Stoff. Sie nutzt nun auch das Katzenklo im Erdgeschoss, das eigentlich gar keine Funktion mehr hatte, ziemlich oft, scheinbar auch für kleine Mengen Urin. Es scheint daher, als ob sie Probleme mit den Nieren oder der Blase hat.

Wenn das nicht besser wird, müssen wir unsere Bemühungen, den oder die Halter ausfindig zu machen, wohl doch verstärken, damit der Katzendame geholfen werden kann. Im schlimmsten Fall bringen wir sie halt selbst zum Tierarzt.

Kaum ist beim Ex mal eine Woche Ruhe, melden sich neue Sorgen. Das Leben gibt irgendwie keine Ruhe.

Donnerstag, 7. Februar 2019

Wunder der Technik

Ich muss schon sagen, dass ich bei genauerer Überlegung selbst als IT-Mensch doch immer wieder mal fasziniert bin, was Technik heutzutage so kann. Gerade bei uns daheim auf dem Land - und verglichen mit Deutschland! Vor unserem Haus wurde ein dünnes Drähtchen in 5m Höhe quer über die Strasse zum nächsten Mast gespannt, und mit diesem schwarzen Kabel bin ich nun in der Lage, mir Live-Bilder von Key West anzschauen, binnen Millisekunden Millionen von Musikstücken abzurufen, meinen Papa nicht nur zu hören, sondern auch zu sehen und Briefe in nullkommanichts in die ganze Welt zu senden. Ist das nicht eigentlich unvorstellbar?

Begeistert bin ich dabei tatsächlich vom Ausbaustandard hier in der Schweiz. Wenn ich meinen Papa sehe oder auch eine ehemalige Kollegin, die beide mitten in der Stadt wohnen und froh sind, knapp 6000 MBit/s durch die Leitung zu bekommen, und das dann mit uns vergleiche, am Dorfrand, das Drähtchen über der Strasse, und dann rassige 110000 MBit/s ...

Wer erinnert sich noch an alte Zeiten mit analogem Modem und so: Habe ich früher zum Herunterladen eines Liedes fast eine halbe Stunde warten müssen, landet heute ein ganzes Album in einer Minute auf meiner Festplatte. Am besten hat man vorher noch in der Familie gefragt, ob jemand einen Anruf erwartet, damit der Download nicht vielleicht durch ein Anrufsignal unterbrochen wurde.Und soeben hat mein Handy (!) satte 1,8 GB für das neue Android Pie mal eben aus dem Netz gesaugt. Irre.

Man nimmt es heute schon als selbstverständlich hin, dabei ist diese Technik noch gar nicht so alt. Verzichten möchte ich aber nicht mehr darauf. Irgendwie ist es auch cool, meinen smarten elektronischen Zuhörer mal eben zu bitten, Mamma Mia von ABBA zu spielen, und eine Sekunde später läuft der Song auf einem Lautsprecher meiner Wahl.

Die Kehrseite der Medaille sei natürlich auch nicht ganz vergessen: Wenn ich heute sehe, dass Rosalies Kinder keine Sekunde ohne ein Internet-Gerät sein können, mit Handy oder gar Notebook vor der Nase sogar aufs Klo gehen, dann frage ich mich, ob wir "Alten" uns daran gewöhnen müssen, weil es normal geworden ist, oder ob man einschreiten müsste. Obwohl ich nun wirklich kein Handy-Junkie bin, erzählt mir mein Smartphone, dass selbst ich täglich schon zwischen ein und zwei Stunden aktiv mit dem Gerät verbringe. Bei den Kindern ist es vermutlich drei oder vier Mal so viel Zeit, wenn man das Notebook noch dazu rechnet.

Es gibt eine schöne Karikatur zu dem Thema: Früher musste man die Kids an den Haaren ins Haus zerren, heute muss man die Kids an den Haaren ins Freie ziehen. Muss man sich darüber Gedanken machen oder ist das der Lauf der Dinge?

Mittwoch, 6. Februar 2019

Selbstreflexion

Es gibt Menschen, die machen sich wenig Gedanken über ihr Dasein, die Vergangenheit oder die Zukunft und leben einfach in den Tag hinein. Und dann gibt es Menschen voller Selbstzweifel mit ständiger Sorge um sich und Andere.

Ich gehöre weder zur einen noch zur anderen Gruppe. Vor etwa zehn Jahren traf ich mal eine Frau, die mir schon nach kurzem Gespräch sagte, ich sei ja ein sehr reflektierter Mensch. Dieser Satz hat mich sehr überrascht und zunächst nachdenklich gemacht, weil es mir bis zu diesem Zeitpunkt gar nicht bewusst war.

Aber sie hatte Recht. Nach diesem Tag habe ich mehr darauf geachtet und festgestellt, dass ich sowohl unmittelbar in einer Situation als auch danach wie aus einer Metaebene heraus prüfe, wie ich mich fühle oder gerade gefühlt habe und warum das so ist. Dabei kommt man zu spannenden Erkenntnissen über sich und seine Umwelt, und die helfen einem, bei nächster Gelegenheit, die Auswirkungen des eigenen Handelns besser voraussehen und ggf. anpassen zu können.

Vermutlich deshalb komme ich mit meiner Umwelt in der Regel so gut aus, werde oft als jemand beschrieben, der den sozialen Zusammenhalt fördert, wurde jahrelang zum Klassensprecher oder später Gesamtbetriebsratsvorsitzenden gewählt und in meinen Arbeitszeugnissen liege ich gerade bei Sozialkompetenz immer über 100%.

Diese Denkweise läuft ja automatisch ab und ist (normalerweise) keinesfalls eine Quälerei oder selbstzerstörerisch - ganz im Gegenteil. Das Hineinhören in seine Emotion und die Überlegung, was dazu geführt hat, ist eine interessante Sache und kann auch vor Fremdbestimmung schützen.

Wenn ich mir dann für bestimmte Situationen eine Vorgehensweise zurecht lege und damit auch erfolgreich bin, erzeugt das ein gutes Gefühl. Und wenn man am Abend ein positives Tagesfazit ziehen kann, schläft es sich auch viel besser.

Dienstag, 5. Februar 2019

Die lieben Kollegen (52) - Casting

Gestern war Showtime: Der erste und bisher einzige ernstzunehmende Kandidat für die Besetzung der offenen Stelle im Team war zum Schnuppertag hier. Nachdem mein Chef ihn kurz begrüsste, habe ich ihn dann knapp fünf Stunden lang mit unserer Arbeit vertraut gemacht.

Er ist genauso alt wie ich, machte einen ruhigen, abgeklärten, freundlichen Eindruck, wirkte recht interessiert, wenn auch nicht brennend neugierig. Im Grunde hätte ich nichts Negatives sagen können, bis auf die eine Feststellung von ihm, dass wir hier ja doch recht viele Eingangskanäle hätten. Ach so? Mail, Telefon und Tickets? Ist das nicht normal heutzutage?

Ich hab dem nicht so viel Bedeutung beigemessen und dieser Satz wurde mir erst hinterher bewusst, als er gegangen war und der Chef zum Debriefing zu uns kam. Er meinte, er wäre jetzt doch ziemlich desillusioniert, da der Kandidat bei weitem nicht so euphorisch und aufgeschlossen gewirkt habe wie im Vorstellungsgespräch. Ausserdem habe er zum Abschied verkündet, dass er in zehn Tagen noch ein anderes Bewerbungsgespräch habe und sich erst danach entscheiden wolle.

Mit diesem Satz hat er sich ziemlich ins Abseits geschossen. Sind wir dann der Notnagel? Gemäss der ausgegebenen Devise, dass wir unser Team nur erweitern, wenn alle zu 100 Prozent überzeugt sind, sieht es derzeit nicht so aus, als hätte ich gestern den dritten Mann im Team gesehen. Es sei denn, er meldet sich jetzt kurzfristig und ist total begeistert. Er wirkte aber wohl eher so, als sei ihm das alles hier zu gross und zu viel ...

Wie geht es nun weiter? Ende letzer Woche trafen wohl noch zwei interessante Bewerbungen ein, die jetzt vermutlich noch zum Gespräch eingeladen werden. Ausserdem gibt es noch eine interne Bewerbung. Mein Chef kennt die Frau bereits, und ich bin ihr auch einmal begegnet. Was mir davon in Erinnerung blieb, spricht nicht gerade für diesen Job hier. Sie ist zwar sehr nett und sympathisch, aber ihr fehlt das Fachwissen.

Wir haben uns jedoch entschieden, ihr eine Chance zu geben, und so wird sie nun morgen die selbe Einführung von mir bekommen wie der Kandidat gestern, nur mit etwas mehr Technikkram, um zu sehen, ob das für beide Seiten passen könnte.

Wer hätte das gedacht - wir sind eigentlich davon ausgegangen, dass die Stelle gar nicht mehr bewilligt werden würde. Nun haben wir das OK, finden aber keinen passenden Bewerber. Verrückte Welt.

Montag, 4. Februar 2019

Niedere Instinkte?

Der Ex und sein Anwalt lassen ja keine Woche aus, in der ihnen nicht irgend ein Unsinn einfällt. Diesmal haben sie dem Richter (der ja bald weg ist) einen bösen Brief geschrieben mit der Aufforderung, doch schnell einen neuen Termin zu finden, zumal die böse Rosalie schon drei Mal die Hauptverhandlung verschoben hätte.

An diesem Schreiben ist mal wieder alles gelogen - und damit verdienen Anwälte ja bekanntlich gern ihr Geld. Aber es ist einfach nur peinlich, was da zusammen geschrieben wird. Und auch einem minderbemittelten Anwalt sollte doch klar sein, dass sich ein Richter nicht drängen lässt, schon gar nicht mit solchem Quatsch (ein Blick in die Akten reicht, um zu sehen, dass diese Unterstellungen aus dem Reich der Märchen stammen). Und was sollte der jetzt auch entscheiden, wenn er doch klar und deutlich  mitteilte, dass er das Verfahren seinem Nachfolger ab März überlässt? Aber schön, mit dem Schreiben kann der Anwalt seinem Klienten wieder locker 150 Franken in Rechnung stellen - für nichts.

Apropos nichts: Der Ex hatte Mitte Januar per Mail angekündigt, dass er am 25. zumindest zwei der drei ausstehenden Monatszahlungen für den Unterhalt überweisen wird. Passiert ist - ihr ahnt es - nichts. Bleibt nur die Frage, ob er es von Anfang an nur heisse Luft war, ob er beim Richter zu der nun abgesagten Verhandlung einen guten Eindruck machen wollte oder ob er jetzt eingeschnappt ist, weil er noch immer nicht geschieden ist?

Vergessen tut er dabei immer, dass nur ein Fünftel der Alimente für seine Ex ist, der Rest steht den Kindern zu. Er behauptet aber gern und überall, Rosalie würde damit jetzt in Saus und Braus leben. Das ist einfach lächerlich, dämlich und zeigt seinen Egoismus und Geiz.

Rosalie hat also nun zum zweiten Mal eine Betreibung (=Zwangsvollstreckung) einleiten müssen, denn auch bei uns fällt das Geld nun mal nicht vom Himmel und wir sind darauf angewiesen. Was allerdings besonders dämlich ist: Der Ex sollte ja wissen, dass er um die Zahlung nicht herumkommt, lediglich ein wenig Zeit gewinnt, denn das ganze Verfahren hatten wir ja schon mal im letzten Jahr. Und Rosalie hat einen Gerichtstitel, gegen den er sich nicht wehren kann. Und er wird nun erneut nicht nur die Alimente selbst, sondern dazu noch Zinsen, Gerichtskosten und eine happige Entschädigung an Rosalie zahlen "dürfen". Und wofür? Nur aus infantilem Trotz?

Wann wacht der Mann endlich mal auf?

Donnerstag, 31. Januar 2019

Ich höre jetzt "Kaltschläger"

Neulich hab ich bereits über die neuen Gadgets bei uns daheim berichtet. Gestern gesellte sich noch eines dazu: der G**gle Home Hub. Neben der Stimme von Tante G. bekommt man damit das Ganze auch optisch hübsch dargestellt. So kann man sich Rezepte anzeigen lassen und direkt Schritt für Schritt danach kochen, den Weg zur Arbeit erfragen, seine Beleuchtung steuern, das Gerät als Fotorahmen benutzen oder auch Antworten auf alle möglichen Fragen erhalten.

Das Problem: Aktuell gibt es das Gerät nur im englischsprachigen Raum zu kaufen. Es versteht also kein Deutsch. Das ist eigentlich kein grosses Problem. Aber da es jedes Wort ins Englische transkribiert, kann es mit dem einen oder anderen deutschen Begriff nichts anfangen.

Wir benutzen die G**gle-Geräte oft auch als Radio, das ist überaus praktisch. Hin und wieder dann auch gern mal zum Spass, um so richtig "olle Schlager" zu hören. Dafür gibt es einen wunderbaren Sender, nämlich Radio Paloma Kultschlager. Nun muss man natürlich dem Gerät sagen, was man hören möchte - und da wird es in der englischen Sprache schwierig. Mit "Kultschlager" kann das Teil nämlich nichts anfangen. Nuschelt man aber ein "Kaltschläger" ins Mikro, wird tatsächlich der richtige Sender abgespielt.

So ganz optimal ist es also noch nicht mit dem neuen Gerät, aber demnächst wird es auch die deutsche Sprache beherrschen, dann klappt es wieder perfekt mit Gitte, Mary Roos und Michael Holm. :-))

Mittwoch, 30. Januar 2019

Ich hätte da eine Frage

Es kann wirklich ein schweres Los sein, einen IT-Job zu haben. Wenn ich zu meinem Vater reise, bin ich es gewohnt, wenigstens eine Stunde meiner Zeit für die "Reparatur" der IT-Geräte im Haus einzuplanen. Und bei Familienfeiern ist es bisher auch nie ohne ein: "Sag mal, Du bist doch IT-Spezialist. Ich hätte da mal eine Frage ..." ausgegangen. Besonders "niedlich" wird es, wenn man mich nach einer ganz speziellen Funktion in einem ganz speziellen Programm fragt, von dem ich noch nie etwas gehört habe. Offenbar geht manch einer davon aus, dass ein IT-Mann allwissend und in jedem Programm der Welt zu Hause ist.

Hier auf Arbeit nehmen diese privaten Fragen nun auch zu, je mehr man mich persönlich oder zumindest meinen Namen (der am Ausweis immer sichtbar ist) kennt. Es gibt einen Mann, dem weichen inzwischen schon alle im Team aus, weil man in der Regel nie vorbei kommt, ohne eine Frage zum privaten Router, dem Handy oder Notebook gestellt zu bekommen. Der Mann lässt dann auch nicht locker und man kommt nur weg, wenn man einen Termin vortäuscht.

Vorhin beim Kaffeeholen sprach mich nun schon wieder jemand an. Das läuft meist so ab: Ganz vorsichtig pirschen sie sich heran, wenn sie einen nicht genau kennen, fragen dann vorsichtig, ob ich nicht in der IT arbeite, und dann gehen sie zum Angriff über ... Sehr lustig, auch wenn man manchmal weder Lust noch Zeit hat, um sich irgendwelche abstrusen Probleme anzuhören, die man oft aus der Ferne ohnehin nicht lösen und daher nur raten kann.

Aber ich bin ja ein netter Mensch und höre mir das Leid der Anderen gern an. :-)

Dienstag, 29. Januar 2019

Französisch kann ich gut

... aber mit der Sprache hapert es! Dieser nicht ganz jugendfreie Spruch fiel mir gestern Abend ein, als ich in dem Französisch-Kurs sass.

Schon bei der Ankunft war ich ein wenig verwirrt und schaute schnell noch mal auf die Anmeldebestätigung, ob ich auch an der richtigen Stelle zum richtigen Zeitpunkt war. Einige der Teilnehmer unterhielten sich munter auf französisch, alle wurden von den Dozenten ebenso begrüsst. Ich war verwirrt, nahm aber erst mal gespannt Platz auf den Kinderstühlen.

Als alle da waren (etwa 20 Personen jeder Altersgruppe) nahm das "Unheil" seinen Lauf. Die beiden Dozenten, ein Ehepaar, stellten sich und den Kurs vor - in fliessendem Französisch! Ich verstand meist nur Bahnhof und schaute verlegen in die Gesichter um mich herum, die mal nickten, mal schmunzelten zu einem vermeintlichen Joke der Dozentin.

Dann bat man uns, sich vorzustellen mit Name, Alter, Wohnort, was man mag, was nicht, was man in der Freizeit tut ... Wie, was? Wollen die mich hier veralbern, ist das "Versteckte Kamera"? War es nicht, und zu meinem erneuten Erstaunen konnten sich alle Teilnehmer mehr oder weniger sicher ausdrücken. Ich war zum Glück nicht als Erster dran, konnte einige Brocken von den Vorrednern übernehmen und schlug schnell zwei Vokabeln im Handy nach. Somit hatte ich diese Blamage abwenden können. Meine Rettung war, dass ich in der Vergangenheit mit der App Duolingo ein wenig was gelernt hatte und damit zumindest im ganzen Satz sprechen konnte.

Nun folgten zwei Tests, um das Niveau der Klasse einschätzen und den Kurs beim nächsten Mal in zwei Teile aufteilen zu können. Zunächst ein Hörtest. Dabei wurden Phrasen vorgelesen, die man dem entsprechenden Bild zuordnen musste. Hier habe ich völlig versagt. Das Lustige: Ich hab den Test hier am Abend Rosalie gezeigt, und selbst sie kannte zwei Wörter nicht. Und das soll ein Anfänger-Kurs sein? Aber macht Euch selbst ein Bild, und wer alles übersetzen kann, dem sei gratuliert!

Danach gab es noch einen schriftlichen Test. Hierbei musste man Antworten oder Wortergänzungen zu gegebenen Sätzen per Multiple Choice finden. Das fiel mir etwas leichter, aber bei den 20 Fragen wusste ich auch längst nicht alle Antworten.

Am Ende der Veranstaltung habe ich versucht, mit den Dozenten zu sprechen, was ziemlich schwierig war, da sie kaum deutsch verstehen. Wir hatten die Idee, dass ich nächsten Montag doch noch einmal erscheinen solle, um dann zu sehen, wie hoch das Niveau der anderen Teilnehmer in meiner Gruppe wäre. Aber ich habe grosse Zweifel, ob sich das lohnt. Ich bräuchte einen Kurs, der bei Null anfängt, mir die Grundregeln der französischen Sprache beibringt, dazu die ersten einfachen Vokabeln, Zahlen usw. Wenn das alles schon vorausgesetzt wird, fehlt mir einfach der Anschluss. Das wäre so, als würde man mit einem Formel-1-Wagen ein paar Runden drehen, bevor man überhaupt das Anfahren und Kuppeln gelernt hat. Das halte ich nicht für zielführend, denn schon bei der App hat mich gestört, dass ich keine Erklärungen bekam, warum bestimmte Wörter gerade so und in einer bestimmten Konstellation benutzt werden.

Daher neige ich dazu, der Gemeinde zu schreiben, dass sie mich bitte vom Kurs abmelden sollen, da die Zielgruppe offensichtlich nicht dem entspricht, was angekündigt wurde. Schade, aber es wäre vergeudete Zeit.




Montag, 28. Januar 2019

Wut und Tränen

Das vermutete Wut-Mail vom Ex kam dann doch noch. Und es liess einen mal wieder sprachlos zurück. Rosalies Anwalt attestiert ihrem Ex ja schon lange eine Krankheit, und wenn man dieses Mail wieder gelesen hat, denkt man sofort an eine narzisstische Persönlichkeitsstörung.

Was wir in diversen Mails bereits feststellen mussten, bewahreitete sich auch diesmal: Fakten werden einfach ausgeblendet oder so verdreht, dass sie in sein Weltbild von der bösen Ex und dem ach so armen Mann passen. Das geht soweit, dass Sätze auf Papier einfach ignoriert werden. Wenn da in einem nur siebenzeiligen Schreiben steht, dass der Richter versetzt wird und DESHALB der Termin annulliert werde, dann nimmt der Ex diesen Halbsatz und macht daraus, dass der Termin wegen Rosalie annulliert wurde. Wir haben daraufhin noch zwei Mal per Mail versucht, ihm klar zu machen, dass da doch etwas ganz Anderes auf dem Papier stehe und ob er denn nur den einen Halbsatz gelesen habe. Aber der Mann geht überhaupt nicht darauf ein, sondern behauptet einfach weiter, der Richter wäre ja bereit gewesen, nur Rosalie nicht.

Was soll man darauf noch sagen? Ein Fall für den Psychiater? Aber seine ganze Argumentation über die Jahre beruht immer nur auf Emotionen, das macht die Angelegenheit sooo mühsam. Man muss ihn jedes Mal mit Zahlen festnageln, bis er gar nicht mehr weg kommt. Dann ist Ruhe und es kommt nichts mehr. Aber das kostet sooo viel Kraft. Und es ist der Grund, warum es keine Einigung gibt. Man schüttelt den Kopf, meint, er müsse doch die Zahlen, die da schwarz auf weiss stehen, auch lesen können. Aber es geht offenbar nicht. Er bewegt sich keinen Millimeter.

Leider spannt er nun auch die Kinder zunehmend für seine Zwecke ein. Nicht nur, dass in jedem Mail steht, Rosalie solle doch - der Kinder wegen - endlich einwilligen. Nein, er zeigt ihnen auch noch seine Mails an sie (aber natürlich nicht ihre Antworten). Was das mit ihnen macht, haben wir am Wochenende leidvoll aus ihrem Mund erfahren müssen: Der arme Papa sei ja schwer krank (ganz plötzlich seit der Trennung ...) und könne nicht Fussball spielen oder Rad fahren - daher "muss" er Golf spielen (als Begründung, warum er für diesen irre teuren Sport so viel Geld ausgibt). Seine neue Freundin muss er finanziell so stark unterstützen, weil es viel zu anstrengend für sie sei, 100% zu arbeiten. Seine Ex aber, die zwei minderjährige Kinder hat, will er per Gericht dazu verdonnern, 100% zu arbeiten, damit er weniger zahlen muss! Er wirft Rosalie vor (und erzählt das natürlich so den Kindern), sie wolle ihm die Kinder wegnehmen. Richtig ist, dass es lediglich darum geht, die rechtliche Obhut zu 100% in ihre Hände zu legen, damit das Theater aufhört, wer was für die Kinder kaufen soll. An der Aufenthaltsregelung soll sich aber, und auch das steht schwarz auf weiss in einem Papier, absolut nichts ändern (und nur das ist ja für die Kinder wichtig). Das erfahren die Kids natürlich nicht.

Und so geht das immer weiter. Keine Fakten, nur Emotionen, und damit wickelt er die Kinder wunderbar um den Finger.

Bislang hat Rosalie nur im Ausnahmefall über all das mit den Kindern gesprochen, um sie nicht damit zu belasten. Nun zeigt sich immer deutlicher, dass der Papa mit dieser emotionalen und einseitigen Darstellung Rosalie massiv schadet. Er begründet diese Frechheit damit, dass sie ja fast erwachsen seien und das alles erfahren könnten. Um die Kinder nicht zu verlieren, muss Rosalie daher nun auch Ihre Seite darstellen, was aber extrem schwierig ist, da die Beiden schon viel zu lange das Gejammer vom todkranken und schwer geschädigten Papa anhören mussten. Deshalb habe ich Rosalie geraten, den Kindern das letzte Schreiben vom Gericht ohne Kommentar zu zeigen und sie ganz einfach zu fragen, wie sie den Inhalt verstehen und aus welchem Grund denn nun die Verhandlung ausfallen muss - und damit die Lüge des ach so armen Papas bloss zu stellen. Bei der Tochter führte das erst zu dem üblichen: "Ja, aber ..." und letztlich zu Tränen, beim Sohn steht das Gespräch noch aus.

Es ist eine ganz miese Masche, die Kinder mit dieser einseitigen Darstellung zu missbrauchen, und dann noch unter dem Deckmäntelchen, sie seien alt genug und würden das verstehen. Wir haben diesen Faktor lange unterschätzt, um die Kinder zu schützen. Das wird nun nicht mehr möglich sein.


Freitag, 25. Januar 2019

Prozess-Update

Wie erwartet, ist der Verhandlungstermin für nächste Woche abgesagt worden. Die Begründung des Richters klingt schwer nach Ausrede, aber egal - einen neuen Termin wird es frühestens im Frühling geben.

Wir warten noch auf den Donnergroll aus dem Hause des Ex. Bisher herrscht Schweigen. Das Gute ist, dass Rosalie keine Schuld trägt. Somit kann der Ex seine Wut höchstens beim Gericht auslassen und ihr nicht wieder vorwerfen, sie würde den Prozess blockieren.

Da er mit den Alimenten schon wieder drei Monate im Rückstand ist, dürfte der nächste Ärger schon vorprogrammiert sein. Aber das hat er sich selbst zuzuschreiben, und Rosalie wird keine Rücksicht mehr nehmen.

Donnerstag, 24. Januar 2019

Liegt Schilda in der Schweiz?

In der Schweiz werden bekanntlich vier Sprachen gesprochen. Am weitesten verbreitet sind dabei deutsch und französisch. Rosalie und ihre Kinder sind in der glücklichen Lage, beide Sprachen perfekt zu beherrschen, während ich bis vor kurzem kein Wort der französischen Sprache verstand.

Da wir nun aber im französisch sprechenden Teil wohnen, wäre das nicht ganz so schlecht, denn viele Einwohner können oder wollen keine andere Sprache sprechen. Daher habe ich schon vor vielen Monaten angefangen, über eine App Vokabeln zu lernen.

Das hat in der Tat geholfen, um zumindest ein wenig was verstehen oder lesen zu können. Doch das Sprechen ist immer eine grössere Herausforderung. Deshalb habe ich es begrüsst, dass unsere inzwischen offiziell zweisprachige Gemeinde jeweils Einführungs-Sprachkurse in beiden Sprachen anbietet.

Vor ein paar Wochen erhielten alle Haushalte Anmelde-Formulare. Etwas erstaunt stellten wir dabei fest, dass man für das Erlernen der deutschen Sprache den Info-Text auf deutsch gefertigt hatte, und genauso für den französischen Kurs auf französisch. Also genau falsch herum, aber nun gut, sicher ein Versehen ...

Jetzt kam die Anmeldebestätigung mit allen wichtigen Details zu Terminen und anderen organisatorischen Fragen. Und ich erhielt den Bogen auf - französisch! Wenn ich den lesen könnte, müsste ich ganz sicher keinen Kurs belegen, also was soll dieser Unsinn? Wer hat da im Gemeinderat sein Gehirn zu Hause gelassen beim Verfassen und Versenden des Textes? Oder soll das ein Test sein, ob man bereit ist, sich mit der Sprache gleich so richtig intensiv noch vor der ersten Stunde zu beschäftigen?

Rosalie konnte mir natürlich beim Übersetzen helfen, und nun weiss ich, dass am nächsten Montag die erste Lektion startet. Aber diese Aktion zeigt leider mal wieder, wie dilletantisch auf der Verwaltung gearbeitet wird und dass es offenbar sehr schwer fällt, selbst bei eigentlich einfachen Aufgaben logisch zu denken.

Sollte ich am nächsten Montag also allein im Klassenzimmer sitzen, liegt es wohl daran, dass die Anderen die Informationen leider nicht lesen konnten. :-)

Mittwoch, 23. Januar 2019

Gernzenlose Naivität

So langsam fehlen einem die Worte, wenn es darum geht, den Ex von Rosalie zu beschreiben. Eigentlich kann man sich inzwischen nur noch die Frage stellen, ob sein Verhalten pathologisch ist oder er einfach eine (miese) Show abzieht.

Offenbar seit Wochen erzählt er überall herum, und natürlich auch vor den beiden Kindern, dass er Ende des Monats geschieden sei. In jedem Mail an Rosalie beschwört er sie, natürlich "zum Wohle der Kinder", dass sie doch alles dafür tun möge, die Scheidung zu einem vernünftigen Ende zu bringen.

Das alles ist ja gut und schön und eine redliche Absicht (wenn sie denn ehrlich gemeint ist), aber die Prozesslage lässt eine Scheidung in der nächsten Woche überhaupt nicht zu. Und wir fragen uns, ob er, sein Anwalt oder beide das nicht begreifen wollen oder können?

Einen wesentlichen Teil der Verhandlungsmasse stellt das Thema Finanzen dar. Hierfür wurde ja eigens ein Gutachter beauftragt. Nur: Dessen Bericht liegt noch gar nicht vor! Worüber soll also verhandelt werden?

Bei so viel Einfalt ist sogar Rosalies Anwalt fassunglos und vergleicht die Intelligenz der Gegenpartei in einem bitterbösen Mail mit der eines Gummibaumes. Nicht fein, aber in diesem Fall fällt es wirklich schwer, sachlich zu bleiben. Man kann Rosalies Anwalt sicherlich Vieles vorwerfen: Empathielosigkeit, Raffgier, Kaltschnäuzigkeit. Aber in prozessualen Abläufen scheint er mir sehr sattelfest zu sein. Und daher hat er nun auch festgestellt, dass es zwar eine Voravisierung für den Verhandlungstermin gab, aber eine formale Einladung ausblieb. Ob das nun - mal wieder - ein Fehler des Gerichtes war oder aber diese Einladung, eben aufgrund des fehlenden Gutachtens, ganz bewusst nicht ausgesprochen wurde, wird er in einem Schreiben ans Gericht erfragen.

Da der Ex offenbar völlig von sich und der Lösung nächste Woche überzeugt ist, freuen wir uns jetzt schon auf das Gebrüll, das einsetzen wird, wenn er erfährt, dass es keine Verhandlung geben wird. Wir fragen uns auch, warum er so dermassen drängelt. Natürlich nerven ihn die Alimente und er hofft, danach nichts mehr zahlen zu müssen. Aber ist das alles, oder steckt mehr dahinter? Hat er Heiratspläne, damit ihm die Neue nicht wegläuft? Will er beruflich zurück dahin, wo er hergekommen ist, und kann das nur, wenn klar ist, dass er davon nichts abgeben muss?

Wie auch immer, seine Reaktion wird sicher nicht fein, wenn er das Schreiben vom Anwalt in den Händen hält. Aber nun sieht er einmal mehr, dass es nicht allein nach seinem Willen geht und er nicht (mehr) der Bestimmer in der Beziehung ist. Seine künftige Ex-Frau hält dagegen - und das ist gut so. :-)

Dienstag, 22. Januar 2019

Von richtigen und falschen Mäusen

Mit zunehmender Anzahl von Katzen im Haus nimmt auch die Häufigkeit der "Mitbringsel" zu. Erst Anfang der letzten Woche konnten wir wieder beobachten, dass zwei der Katzen stundenlang vor einem Schrank hockten und lauerten. Ein Blick mit Taschenlampe unter den Schrank brachte die Bestätigung: eine Hausmaus kauerte voller Angst in der hintersten Ecke. Mit viel Geduld und ein paar Tricks konnten wir sie schliesslich bei guter Gesundheit einfangen und zurück ins Freie bringen.

Rosalie hat vor einiger Zeit im Internet entdeckt, dass man Tierfunde melden kann, sodass diese Beobachtungen dann für wissenschaftliche Zwecke weiterverwendet werden können. Durch den Mailverkehr haben wir inzwischen schon Einiges gelernt, vor allem über die Nagetiere in unserer Gegend. So weiss ich jetzt, dass die Spitzmaus keine Maus ist, sondern zu den Insektenfressern gehört.

Und die Haselmaus (ein sehr süsses Tier) ist auch keine klassische Maus, sondern gehört zu den Hörnchenverwandten. Die Schermaus wiederum gehört auch nicht zu den Altweltmäusen, sondern ist eine Wühlmaus. Lediglich Haus- und Waldmaus sowie diverse Ratten (die es bei uns nur selten gibt) gehören zur klassischen Maus-Gattung.

Auf uns aufmerksam wurde man, da unsere Haselmaus im November gesichtet wurde, zu einer Zeit also, in der diese Tiere, die zu den Schläfern gehören, eigentlich schon tief und fest pennen. Man vermutet, dass durch die warme Jahreszeit der Rhythmus durcheinander gekommen ist. Daher möchte man darüber im nächsten Newsletter berichten. Unser Mausfund wird also berühmt. :-)

Wie wir am Wochenende feststellen konnten, schläft die Schermaus im Winter nicht. Bernie brachte ein Prachtexemplar, so gross wie eine Ratte, mit nach Hause. Henrys Freundin, unsere "Fressraupe", sah das, wartete einen günstigen Moment ab, als Bernie seinen Fang ablegte, schnappte sich ganz frech das tote Tier und frass es gemütlich im Nebenzimmer auf (netterweise auf den Fliesen und nicht auf dem Teppich).

Ja, wer Katzen hat, auf dem Land lebt und sie raus lässt, sollte keine Angst vor kleinen lebenden und toten Tieren haben ...

Montag, 21. Januar 2019

Freier Tag

Der Arztbesuch am frühen Morgen ist geschafft, nun kann ich den freien Tag heute genießen. Große Sorgen soll und muss ich mir vorläufig nicht machen. Der Doktor geht nicht davon aus, dass es sich um eine schwerwiegende Geschichte handelt und meint, entweder müsse man gar nichts tun oder allenfalls mit einem schwachen pflanzlichen Medikament für besseren "Abfluss" sorgen.

Das wird vom Ergebnis des Ultraschalls abhängen. Hierbei wird die Menge des Restharns gemessen. Ist die zu groß, muss man etwas unternehmen, da dies zu Infektionen führen kann. Ich sitze ja an der Quelle und werde das bequemerweise auf Arbeit machen lassen. :-)

Die Diagnose heißt übrigens "Nykturie". Habt Ihr das Wort schon mal gehört? Klingt schlimmer, als es ist ...

Also, entspannen und nicht über alte Männer nachdenken! Gerade habe ich gesehen, dass mein Chef morgen mit mir das Mitarbeiter-Jahresgespräch nachholen will. Vielleicht sollte ich mir darüber mal ein paar Gedanken machen und überlegen, was ich ihm sagen will.

Donnerstag, 17. Januar 2019

Die lieben Kollegen (51) - Verstärkung

Der gekündigte Kollege hat sich am Schluss einmal mehr nicht mit Ruhm bekleckert. Nachdem er die letzte Woche unentschuldigt fehlte, wurde zur Sicherheit erst einmal sein Account gesperrt. Schliesslich hat er noch ein Notebook der Firma daheim, und wer weiss, was er damit anstellt ... Dieses Gerät ist er bis heute schuldig. Wir haben strenge Anweisung erhalten, seinen Account nur in Gegenwart eines Mitglieds vom Team noch einmal zu aktivieren, damit er seine persönlichen Daten sichern kann (ich hätte das als AG gar nicht zugelassen, aber sei es drum). Ob und wann er das Gerät vorbei bringt, ist unbekannt. Ausserdem wird er eine Rechnung erhalten, um die nicht geleistete Arbeitszeit zurück zu zahlen. Vermutlich wird man ihn dann betreiben müssen, da er stets pleite ist ...

Soweit, so schlecht. Nun hiess es, dass wir kaum eine Chance hätten, die Stelle neu besetzen zu können. Gestern kam die freudige Nachricht, dass dem Antrag überraschenderweise doch zugestimmt wurde! Wir bekommen also wieder eine dritte Person hinzu. Die Anzeige soll so schnell wie möglich geschaltet werden.

Natürlich müssen wir erst mal abwarten, wer da kommt, aber schlimmer kann es einmal mehr ja kaum werden. Mit ziemlicher Sicherheit werde ich auch diesen neuen Mitarbeiter dann einarbeiten und zusehen, dass ich ihm das richtige Rüstzeug mitgebe. Ich hoffe nur, dass er nicht zu jung ist und dann mit dem anderen jungen Kollegen aus meinem Team abdriftet.

Beruflich fängt das neue Jahr also einigermassen positiv an. Es wäre schön, wenn das überall so wäre. Ansonsten mach ich es einfach so wie unsere Katzen: Einkuscheln und an bessere Zeiten denken ...


Mittwoch, 16. Januar 2019

Es ist mal wieder Zeit für ...

Katzen! :-)

Gestern waren stundenweise wieder einmal vier Katzen im Haus, und wenn man sdie Tiere beobachtet, möchte man sie eigentlich ständig nur knuddeln.

Ganz besonders fotogen ist natürlich nach wie vor Bernie. So einen hübschen Kater sieht man nicht all zu oft, und egal, wann und in welcher Position man ihn fotografiert - es werden immer tolle Bilder:



Immer öfter kommt momentan auch unser soo scheuer Neuzugang ins Haus zum Fressen und vor allem zum Schlafen. Und sie findet Plätzchen, die bisher noch kein anderer Tiger für sich entdeckt hat, wie hier im Schrank:



Aber nicht nur den Katzen soll es bei uns gut gehen, auch an die Vögel haben wir gedacht. Und so hat Rosalie Futter am Fenster befestigt. Das freut aber nicht nur die Federtiere, sondern ist gleichzeitig eine Art Cat-TV:



In der letzten Nacht waren zum ersten Mal zwei Stubentiger mit uns im Bett. Wenn das so weitergeht, brauchen wir ein grösseres Bett. Oder wir schlafen am besten gleich auf dem Sofa, damit die armen Katzen mehr Platz haben! :-))


Dienstag, 15. Januar 2019

Die Qual der Wahl

Erinnert Ihr Euch noch an Zeiten, in denen man seinen neuesten Schatz in Form einer Langspielplatte nach Hause brachte, sie vorsichtig auspackte, vom Staub befreite, die Nadel vorsichtig auf die Rille legte, dem erwartungsvollen Knistern und dann ein paar neuen Songs lauschte, bevor man die Scheibe auch noch umdrehen musste?

Wie lang ist das her? Und heute? Ich hab mich neulich mit meinen Kollegen darüber unterhalten, wie sie Musik hören. Die meisten nutzen Spo*ify. Für 12,95 Franken im Monat kann man sich Playlisten aus Millionen von Songs erstellen, sie jederzeit und überall hören, sogar herunter laden und nach einzelnen Songs gezielt suchen. Oder themenbezogen einfach automatischen Playlists lauschen.

Ganz ähnlich geht das natürlich auch bei den weiteren Streaming-Diensten. Alles ist jederzeit und ohne aus dem Haus gehen zu müssen abrufbar. Schöne neue Welt! Ich könnte das auch ohne Dienst im Internet in meinem heimischen Netzwerk mit meiner Musiksammlung tun. Könnte ... Ich hab aber gar keine Lust, mir aus Millionen von Songs mühsam Playlisten zusammen zu stellen und dann letztlich immer wieder das Selbe zu hören. Ich lasse mich lieber überraschen und lausche dem guten alten Radio! Das ist ja inzwischen auch digital und rauscht nicht mehr wie früher. Und mit dem richtigen Sender, der mir neben der Musik auch gleich noch die Infos übermittelt, die mich interessieren, bin ich persönlich in der Regel viel besser bedient - und kostenlos noch dazu.

Sie ist luxuriös, die schöne neue Welt. Aber irgendwie macht sie auch viel zu schnell satt, und die Freude, wie oben beschrieben, gibt es im Grunde gar nicht mehr. Ein paar Klicks auf dem Handy genügen, und schon hab ich alles, was ich mir wünsche. Cool, und doch irgendwie auch schade.

Montag, 14. Januar 2019

Frühjahrsputz

Okay, ganz so weit ist es noch nicht. Aber zumindest hat Rosalie gestern den Weihnachtsschmuck im Haus entfernt und bis zur nächsten Saison in elf Monaten in Kisten verstaut. Jetzt kehrt erfahrungsgemäss eine gewisse Leere ein, bis draussen endlich die ersten Anzeichen vom nahenden Frühling sichtbar werden.

Diese Zeit wird mit Schnee, Matsch und viel Grau zu überstehen sein. Aber nicht nur das. Auch die Vorboten des heraufziehenden "Scheidungsgewitters" in Form einer Hauptverhandlung waren gestern spürbar: Rosalie sass den ganzen Nachmittag daran, ihr mögliches Plädoyer vorzubereiten, um dem Richter unabhängig von ihrem Anwalt an wenigen eindrücklichen Beispielen noch einmal klar zu machen, mit welcher Dreistigkeit der Ex das Geld zum Fenster hinaus geworfen hat.

Ob es dazu kommt, und ob es Ende des Monats überhaupt zu der angesetzten Verhandlung kommen wird, ist aber aus unserer Sicht noch völlig offen, da die so wichtige Stellungnahme des eingesetzten Gutachters zu diesem Zeitpunkt mit Sicherheit noch nicht vorliegen wird. Ob so eine Verhandlung dann überhaupt Sinn macht, muss wohl der unfähige Richter entscheiden. Der Ex geht ja davon aus, dass er Ende Januar geschieden sein wird. Ziemlich naiv, der Gute ...

Langweilig wird es also nicht bis zum Frühling, aber ich hoffe, dass die Entwicklungen uns die Lust auf die warmen Jahreszeiten nicht verderben werden. Alles ist möglich - hoffen wir das Beste!

Freitag, 11. Januar 2019

Zeit für Granufink

Früher musste ich grinsen oder hab mich genervt, wenn bei den Öffentlichen im Vorabendprogramm der Werbespruch "Endlich weniger müssen müssen" zu hören war. Heute würde ich hellhörig werden ...

Im vergangenen Herbst war ich zum Gesundheitscheck. Alle Ergebnisse waren zufriedenstellend, nur die Vorsteherdrüse wäre vergrössert, meinte mein Arzt. Ob ich denn Probleme beim Wasserlassen hätte? Ich war mir dessen nicht bewusst und verneinte.

Nun bin ich nicht sicher, ob ich seit diesem Tag mehr darauf achte oder sich diese Probleme akzentuiert haben - aber ich hab schon das Gefühl, dass ich genau die Symptome verspüre, die auch auf der Seite des oben genannten Arzneimittels aufgezählt werden.

Warum muss das Älterwerden eigentlich so kompliziert sein?

Nun werde ich also wieder einen Termin beim Hausarzt machen, um zu besprechen, was wir tun. Reicht eine Therapie mit Medikamenten, oder muss dann doch die Prostata gehobelt werden (das wird tatsächlich so genannt ...)?

Irgendwie komme ich mir gerade ziemlich alt vor.

Donnerstag, 10. Januar 2019

Winter-Wonderland

Nun ist er da, der erste Schnee des Winters! Und lästig ist er wie Kaugummi am Schuh. Gestern Abend musste ich erst mal mein Auto freischaufeln, bevor ich nach Hause fahren konnte.

Es ist allerdings, entgegen vieler Klischees, die ich immer wieder aus Deutschland höre, nicht so, dass man in der Schweiz im Winter grundsätzlich überall mit Schneeketten ausgerüstet sein sollte. :-) Im "Flachland", das hier so um die 500 bis 600 Meter hoch liegt, sind Schneemengen und -häufigkeit nicht anders als in Berlin. Wenn es hier mal zwei Wochen am Stück weiss bleibt, ist das schon viel.

Mitten in den Alpen ist das natürlich anders - man sieht es von hier aus bei gutem Wetter bestens. Aber ich bin überhaupt nicht böse, wenn der Schnee dort oben bleibt. Hier in der Stadt und im Alltag stört er nur, und da er nach kurzer Zeit eher grau als weiss wird, ist auch der Wow-Effekt schnell verschwunden. Lediglich beim Heimfahren auf der Autobahn freue ich mich in dieser Zeit immer auf den Blick zu einem Dorf mit alter Kirche am Hang, das in der Dämmerung mit der abendlichen Beleuchtung einfach malerisch aussieht.

Bis zum Wochenende könnte noch mehr Schnee dazu kommen, bevor es danach wieder wärmer wird. Ich hätte nichts dagegen, wenn es dann bis zum Frühlingsanfang so mild bleibt. :-)

Mittwoch, 9. Januar 2019

Fellnasen-Quartett

Vom starken Allergiker zum Katzen-Papa - was für eine Entwicklung. :-) Und das alles nur durch die Einnahme von Schwarzkümmelöl. Ich hätte es nicht für möglich gehalten, trotz der positiven Berichte im Netz. Aber inzwischen kann ich es bestätigen.

Nun gehen also an manchen Tagen vier Katzen bei uns ein und aus. Ok, eigentlich gehört zum Haus nur unser Henry, aber Bernie ist seit August quasi eingebürgert, und die anderen beiden sind gern gesehene Dauergäste. Nur schade, dass die Kater dauerhaft Feinde geblieben sind. Da ist leider nichts zu machen. Bernie hat den stärkeren Charakter und allein seine Präsenz lässt unseren Henry regelmässig flüchten. Aber dafür hat er seine Freundin oft zu Gast und kann mit ihr durchs Haus und den Garten toben.

Und "netterweise" nimmt die Dame ihre Beute auch wieder mit hinaus, wie heute Morgen geschehen, als Rosalie sie mit einer Maus erwischt hat. Weil sie die nicht hergeben wollte, hat sie sie wieder mit in den Garten geschleppt. Das ist doch anständig. ;-)

Kleiner Wermutstropfen - wir können kaum eine Nacht durchschlafen. Entweder möchte eine der Katzen unbedingt im Bett schlafen, oder Henry sitzt an der Tür (er traut sich nicht ins Schlafzimmer aus Angst vor seinem "Feind") und mautzt, weil er Hunger hat. Natürlich könnten wir die Tür einfach zumachen und die Katzen sich selbst überlassen. Aber das bringen wir nicht übers Herz ...

Apropos Herz: Auf der Internet-Seite vom Tierheim haben wir eine wunderschöne Bengal-Katze entdeckt. Sie ist schon über zehn Jahre alt und vermutlich schwer zu vermitteln. Sie wäre eigentlich eine ideale Ergänzung für daheim, aber logistisch ist das leider derzeit kaum zu schaffen, denn wir müssten sie bei uns wenigstens ein paar Tage lang einsperren, bis sie sich eingelebt hat, und das geht nicht mit den anderen Katzen im Haus. Die wären dann ja ausgesperrt. Hoffentlich findet sie einen schönen Alters-Ruhesitz.

Dienstag, 8. Januar 2019

Die lieben Kollegen (50) - Positive Momente

Dass mein Job eigentlich auch Freude machen kann, war mir immer klar; es scheiterte zumeist nur daran, dass ich mich immer wieder über meine Kollegen ärgern musste.

Das ist nun hoffentlich vorbei. Die eine oder andere "Leiche" wird wohl noch zum Vorschein kommen, aber das sind nur die Nachbeben. Was sich der letzte Kollege vor und nach seinem Abgang noch geleistet hat, sprach ja noch einmal Bände. Das Letzte, was ich noch gehört hatte, war der Versuch, für die untenschuldigte Fehlwoche nachträglich noch ein Attest zu "besorgen". Da hat HR jetzt richtig und konsequent reagiert und gleich abgewinkt. Die Fehlzeit wird er zurückzahlen müssen. Richtig so. Auch das Abschiedsgeschenk, das eigentlich geplant war, wurde nicht gekauft und wir haben unser gespendetes Geld zurück erhalten.

Mein Chef (dessen Frau ganz langsam auf dem Weg der Besserung ist) hat mich gestern in sein Büro geholt und sich für meinen Einsatz bedankt - mit einem 100-Franken-Gutschein. Damit hatte ich nicht gerechnet und war sehr erfreut. Es ist zumindest eine Anerkennung und zeigt, dass meine Arbeit hier wertgeschätzt wird.

Und im Vergleich zu meiner Tätigkeit in Berlin ist die Arbeit hier zum Teil wirklich angenehmer. Das liegt daran, dass ich mir den Tag selbst einteilen kann und nicht nur fremd bestimmt bin. Ausserdem hocke ich nicht nur am Telefon, sondern kann hingehen zu den Menschen und viele IT-Probleme persönlich klären. Dadurch hat man nicht nur Namen im Kopf, sondern meist auch ein Gesicht dazu. Oftmals bekomme ich vor Ort auch einen Kaffee angeboten, man plauscht einen Moment lang, und wenn dann der Fehler behoben ist, freuen sich beide Seiten. :-)

Und da die Menschen in der Schweiz von Natur aus nett und höflich sind, ist das ein wunderbares Arbeiten. :-)

Montag, 7. Januar 2019

Revolut(ion)

Zu meiner Zeit in Deutschland bin ich lange ohne jegliche Kreditkarte ausgekommen, zumal die Akzeptanz in deutschen Geschäften sowieso sehr eingeschränkt war und man solche Karten daher kaum nutzen konnte.

Mit zunehmendem Online-Einkauf kam ich auf Dauer aber nicht drum herum, zumal auch die Flugtickets nur mit einer Kreditkarte zu kaufen waren. Also habe ich mir vor rund sechs Jahren dann zum ersten Mal eine solche Plastikkarte zugelegt.

Solange man damit nur in Euro bezahlt, gibt es auch kein Problem und es ist wirklich praktisch. Schwierig wird es, sobald man in einer anderen Währung zahlen möchte. Da schlägt die Bank dann gleich doppelt zu: Mit Fremdwährungsspesen und einem nicht gerade freundlichen Umrechnungskurs. Das Problem hatte und habe ich mit meinem deutschen Konto hier in der Schweiz und natürlich auch bei unseren Reisen in die USA. Da kommen schon ansehnliche Beträge zusammen, allein schon durch die 1,75% Gebühren für jede Zahlung.

Damit ist nun Schluss. Seit einigen Jahren schon gibt es ein Fintech-Startup in England, dass genau dieses Ärgernis beseitigt: Revolut. Man bietet Kreditkarten an, die im Standard kostenlos sind, keine Gebühren fordern für Zahlungen und ausserdem immer zum Interbanken-Preis umrechnen, also ohne Banken-Aufschlag.

Man liest viel Gutes über das Unternehmen, und auch mein Kollege hat neulich gute Erfahrungen damit gemacht, selbst in der Ukraine. Da es sich um eine Prepaid-Karte handelt, ist möglicher Schaden durch Verlust oder Betrug auch begrenzt.

Die erste kostenlose Karte ist letzte Woche angekommen und ich werde sie dann im Februar in Berlin ausgiebig testen. Wenn das so gut funktioniert wie beschrieben, kann ich mir künftig das lästige Überweisen aufs deutsche Konto sparen, denn auch dabei wird beim Umrechnen zwischen Franken und Euro von der Bank natürlich ein Aufschlag berechnet von etwa 1,5 Rappen pro Franken. Hört sich nicht so viel an, läppert sich aber mit der Zeit.

Auch die App, mit der man seine Karten und das Prepaid-Konto steuert, macht einen guten Eindruck. Ich bin gespannt - der nächste Urlaub kann kommen. :-)

Ach ja - apropos schöne neue Welt: Man kann über Sinn und Unsinn des Smart Home, wie neulich schon erwähnt, natürlich trefflich streiten. Aber es hat auch seine Vorteile! Gestern Abend im Bett fiel Rosalie ein, dass sie im Erdgeschoss das Licht brennen liess. Nochmal aufstehen und runter gehen? Ach nö! Google erledigte das einfach für uns per Sprachbefehl: Ok Google, Lampen ausschalten! Erledigt. Ist das nicht mega cool? :-))




Freitag, 4. Januar 2019

Die lieben Kollegen (49) - Unrühmlicher Abgang

Nun ist er also weg, der Kollege. Und er hat noch einmal unter Beweis gestellt, dass er die richtige Entscheidung getroffen hat - zugunsten meines Teams ...

An meinem letzten Arbeitstag vor dem Urlaub im Dezember hat er am Abend seinen offiziellen Ausstand gegeben mit Häppchen und Getränken. Das war an einem Freitag. Danach hätte er noch eine Woche arbeiten müssen. Aber er kam einfach nicht mehr. Kein Anruf, kein Mail, keine Entschuldigung - nichts.

Am Heiligabend schrieb er dann ein Mail, in dem er angab, es hätte "verschiedene Gründe" für seine Abwesenheit gegeben, er würde dann nochmal ins Büro kommen zum Aufräumen und man möge ihm doch die Fehlzeit vom Gehalt abziehen. Was für eine Frechheit zum Abschluss!

Offenbar muss er dann still und heimlich am Wochenende hier gewesen sein, denn sein Schreibtisch war danach aufgeräumt, darauf sein Dienstausweis und seine Schlüssel. Gesehen hat ihn hier niemand mehr. Ist wohl auch besser so.

Vermissen wird man ihn kaum. Lediglich bei der Urlaubsplanung wird es nun deutlich schwieriger, da wir nur noch zu zweit sind. Aber da werden wir uns sicher einig werden, zumal mein junger Kollege, der keine Familie hat, da wohl flexibel sein wird.

Ein bisschen neugierig bin ich ja schon, wie sich der gegangene Kollege bei seinem neuen Arbeitgeber schlägt. Ausschlaggebend war ja vor allem das bessere Gehalt. Dafür nimmt er nun in Kauf, dass er vorläufig jeden Tag fast drei Stunden mit dem Zug unterwegs ist, dazu noch Französisch lernen muss und nebenbei ja noch seine Bachelorarbeit schreiben will. Wenn man weiss, wie zuverlässig er hier war, kann man sich kaum vorstellen, wie das gutgehen soll. Ich fürchte, er wird früher oder später ohne Job sein. Vielleicht ist das dann eine heilsame Erfahrung fürs Leben ...

Update: Es ist noch schlimmer als bisher kommuniziert. Mein Chef ist heute den ersten Tag wieder da und hat mir erzählt, dass es lediglich eine Übereinkunft mit dem Kollegen gab, seine Version der Geschichte erzählen zu können, denn eigentlich hätte es einen Aufhebungsvertrag gegeben und man hätte ihn raus geschmissen. Um ihm diese Peinlichkeit zu ersparen, gab es Absprachen, doch da er sich selbst daran nun auch nicht gehalten hat, wird das jetzt öffentlich gemacht ... Wie kann man nur so dämlich sein?

Donnerstag, 3. Januar 2019

Auf ein Neues

Schon wieder ein Jahr um. Und ich bin schon länger als zwei Jahre in der Schweiz! Die Zeit scheint sich wie in einem Strudel zu bewegen - je näher man dem "Abfluss" kommt, desto schneller wird sie ...

Das neue Jahr haben wir ganz in Ruhe zu zweit begrüsst - mit Prosecco, einem Pfannkuchen/Berliner und natürlich ohne Knallzeug. Es war im Dorf insgesamt recht ruhig, nur ein paar "Knalltüten" haben nach Mitternacht gezeigt, was sie drauf haben. Aber nach einer halben Stunde war der Spuk vorbei.

Neue Vorsätze haben wir diesmal gar nicht gefasst, frei nach dem Wochen-Motto unseres Kalenders, dass die alten Vorsätze schliesslich noch so gut wie unberührt sind. Etwas mehr Bewegung wäre in jedem Fall schon wünschenswert, vielleicht können wir zumindest das mal versuchen. Man rostet doch schneller ein, als es einem lieb ist. Mit den inzwischen bis zu vier Katzen daheim, die auch ständig am Schlafen sind, hat man kein gutes Vorbild. :-)

Heute ist mein erster Arbeitstag im neuen Jahr und ich hab mich leise aus dem Haus geschlichen, da der Rest der Familie noch frei hat und um sechs Uhr noch schlief. Und dann wird es auch noch ein langer Tag mit 10,5 Stunden. Was für ein Auftakt ... Das wird nun leider öfter mal vorkommen, da mein Team um ein Drittel kleiner geworden ist. Und irgendwie muss die Arbeit nun mal geschafft werden. Ich hoffe nur, es spricht mich hier nicht wieder jemand auf die Überstunden an. Dann könnte es etwas lauter werden.

Hier geht gerade die Sonne vor strahlend blauem Himmel auf. Ein schöner Tag bricht an. Wenn ich Feierabend habe, ist es draussen aber leider schon wieder dunkel. Doofer Winter.

Aber der nächste Sommer kommt bestimmt. Ich freue mich schon darauf.
In diesem Sinne: Ein gutes neues Jahr!