Donnerstag, 19. September 2019

Schlafen auf Knopfdruck

Rosalie besitzt die Fähigkeit, in Bruchteilen von Sekunden einschlafen zu können. Ich finde das bewundernswert. Letzte Nacht wurden wir von einem Katzenkampf geweckt. Während ich danach, zurück im Bett, noch darüber nachdachte, ob ich wohl wieder einschlafen kann, hatte Rosalie noch nicht mal das zweite Bein im Bett, während das erste schon schlief.

Sie kann abends im Bett liegen, das Handy in der Hand, und schläft damit ein. Womöglich zittern dann die Icons, weil ein Finger auf dem Display geblieben ist, oder das Gerät fällt ihr auf die Nase. Im Auto kann ich mit ihr reden, und wenn sie irgendwann nicht mehr antwortet, ist sie eingeschlafen und staunt, wenn wir plötzlich "schon" zu Hause sind. Ich bin im Flieger nach Florida zehn Stunden wach und schaue die Mediathek hoch und runter - mein Schatz kann herrlich schlafen.

Ich beneide sie um diese Fähigkeit. Vor rund 30 Jahren bin ich mit dem Bus nach Paris und London gefahren. Ich hätte viel dafür gegeben, wenigstens mal eine Stunde im Sitzen schlafen zu können, aber keine Chance. Es war eine Qual. Während meiner Pendelei zwischen Berlin und Bern habe ich mich über Menschen amüsiert, die neben mir schon schliefen, bevor der Flieger zur Startbahn rollte. Genial!

Die Kehrseite der Medaille ist nur die Gefahr, dass einem das auch passiert, wenn man am Steuer sitzt. Davor habe ich bei Rosalie immer ein wenig Angst. Aber sie kennt sich ja und weiss, wie sie, mit frischer Luft oder lauter Musik, dagegen vorgehen muss, bevor es gefährlich wird.

Ich konnte diese Nacht zum Glück wieder einschlafen, sodass ich nicht ganz so müde bin wie an anderen Tagen, wenn die Katzen sich streiten, wer denn nun in unserer Nähe sein darf.

Die haben es aber gut und können jetzt am Tage weiterschlafen ....

Mittwoch, 18. September 2019

Zusammen bis in den Tod

Gestern hat Rosalie in der Zeitung zufällig eine Todesanzeige entdeckt, die so in Deutschland unmöglich wäre, aber hier in der Schweiz sicherlich auch eher selten ist.

Ein Paar, Jahrgang 1944 und 1951, hat sich entschlossen, gemeinsam aus dem Leben zu scheiden.

Viel erfährt man nicht über die genauen Umstände, aber offenbar hatte der Mann Krebs, und das Paar, das seit rund 50 Jahren zusammen lebte, hat sich dafür entschieden, das Leiden zu beenden, in dem Beide diesen Weg gemeinsam gehen.

Dafür gibt es hierzulande die Vereinigung EXIT, die es ermöglicht, auf legalem Wege seinem Leben ein bewusstes Ende zu setzen.

Ich weiss nicht, ob ich in der vergleichbaren Situation den Mut hätte, so einen Schritt zu gehen. Momentan würde ich wohl doch zu sehr am Leben hängen und im umgekehrten Fall auch meiner Partnerin abraten, sich mir anzuschliessen. Es ist sicherlich ein schwieriger Weg, den Lebensgefährten nach so vielen Jahren gehen lassen zu müssen. Aber ist das eigene Leben dann gar nichts mehr wert?

Ich finde es gut, dass das hier jeder für sich entscheiden und auf Wunsch einen würdigen Tod herbeiführen kann, anstatt auf irgend eine Weise Selbstmord zu begehen. Es gibt sicherlich Situationen, vor allem bei schwerer Krankheit, in denen das Leben nicht mehr lebenswert und ohne Hoffnung auf Besserung ist. Dann kann es für einen selbst und die Angehörigen sicherlich ein tröstlicher Weg sein, den "richtigen" Zeitpunkt selbst zu bestimmen und dem Leiden ein Ende zu setzen.

Dienstag, 17. September 2019

Winzerfest

Jedes Jahr zur Weinlese findet an zwei Tagen das Winzerfest statt. Eine schöne Tradition, die man sich nicht entgehen lassen sollte, wenn man Wein mag. Hier kann man nicht nur die verschiedenen Sorten der vielen Winzer verkosten, sondern auch alles Mögliche essen und natürlich die Leute aus dem Dorf treffen. Seit wir umgezogen sind, ist der Weg zum Fest zu Fuss nicht mehr möglich, daher muss zumindest einer von uns halbwegs nüchtern bleiben. Aber entgehen lassen werden wir uns das Spektakel sicherlich auch diesmal nicht.

Dabei stelle ich fest, dass wir dieses Jahr bisher nicht sooo viel Wein getrunken haben. Statt dessen geniessen wir derzeit lieber mal einen Cocktail! Begonnen hat das während unserer Reise nach England, wo wir den Pimm's Cup probiert haben und anschliessend direkt am Flughafen eine Flasche des Likörs mit nach Hause nahmen (da wir nicht sicher waren, wo man den hier in der Schweiz bekommt). Ausserdem trinken wir auch mal einen Gin Tonic oder Aperol Sprizz.

Mein Schatz hat zum Geburtstag ein Cocktail-Set und Rezept-Buch bekommen, und wir wollen uns dann nach und nach einen kleinen Vorrat an Spirituosen zulegen, um das eine oder andere mal auszuprobieren. Mein Favorit ist ja Frozen Strawberry Margarita. Der ist allerdings etwas aufwändiger zu mixen, ich möchte es aber auf jeden Fall mal versuchen.

Und was kann man sonst noch so empfehlen - ausser Long Island Iced Tea? :-)

Montag, 16. September 2019

Zwei Wochen ohne Chef

Chef, Chef ... da war doch was? Ach ja - wir haben einen neuen Chef. Mit zarten 26 Jahren ein steiler Aufstieg, aber ich bin zufrieden. Er macht, was ich sage und kümmert sich um den ganzen administrativen Schei*. Er stört also nicht und redet nicht dazwischen. So stelle ich mir das vor.

Darum fällt es auch vermutlich nicht auf, wenn er jetzt zwei Wochen Ferien hat. Ich denke, wir werden hier gut klar kommen, und wenn es was zu entscheiden gäbe, können wir jederzeit darauf verweisen, dass dies nicht in unserer Kompetenz liegt und der Chef erst Anfang Oktober wieder unter uns weil.

Blöd ist nur, dass der einzig verbliebene Teamkollege vom Betrieb dann ab nächsten Montag auch Urlaub hat und ich somit ganz allein im Büro bin. Aber dann muss man eben eine Nummer ziehen und sich hinten anstellen. Die Zeiten sind vorbei, in denen ich mich gevierteilt habe, um jedermann gerecht zu werden.

Und ansonsten mache ich es so wie der neue Mitbewohner: Bauch in die Sonne und ausstrecken!


Donnerstag, 12. September 2019

Glücksspiel Hotline

Das Dumme an einer Hotline ist zumeist, dass man sie nur braucht, wenn etwas nicht in Ordnung ist und man sich sowieso schon ärgert. Dann bekommen es die armen Menschen am Telefon so richtig ab!

Allerdings sind sie bzw. die Firmen dann zum Teil auch selbst schuld, wenn der Kunde während oder nach dem Gespräch noch wütender ist. Das Fachwissen der Mitarbeiter am Telefon ist zum Teil unterirdisch. Sie sind zwar in der Regel nett, aber man merkt schon nach wenigen Sätzen, ob der Mensch gegenüber versteht, wovon man spricht, oder keinen Schimmer von der Materie hat.

Gelernt habe ich jetzt auch, dass man, wenn irgendwie möglich, nicht am Wochenende anrufen sollte. Nicht nur, dass der Second Level dann nicht da ist, vermutlich landet man auch irgendwo bei Leuten, die noch weniger Fachwissen haben. So zumindest erschien es mir am letzten Wochenende wieder.

Unser Router zickt rum und ich brauchte Hilfe, da ich den Fehler nicht allein beheben konnte. Es war erstaunlich, dass ich bei drei Anrufen drei verschiedene Aussagen bekommen habe. Ich hatte den Eindruck, die nehmen einfach irgend eine Antwort von der Liste, die sie gerade finden, und hoffen dann, dass der Kunde zufrieden auflegt und sich der Nächste um das Problem kümmern kann, sollte es nicht behoben sein.

Einer dieser begabten Mitarbeiter hat mir sogar einen Rückruf vom Techniker zugesagt. Der sollte gestern Vormittag anrufen. Viel Hoffnung hatte ich nicht, und das Telefon blieb natürlich auch stumm. Als ich dann erneut die Hotline anrief, meinte man, es gäbe gar keinen Vermerk dazu ... Dreist!

Nun hab ich das erneut versucht und warte gespannt, ob sich im Verlauf der restlichen Woche noch jemand meldet. Schliesslich meinte der Herr gestern, diese Fehler wären schlimm und müssten in jedem Fall behoben werden. Aber das könne halt nur ein Techniker.

Na dann, lieber Techniker - ich bin bereit und warte mal wieder!

Mittwoch, 11. September 2019

Hüh und Hott

Kennt Ihr den Spruch "Auf hoher See und vor Gericht ist man in Gottes Hand"? Ich hab ihn von Rosalies Anwalt mehrmals gehört, und offenbar ist wirklich etwas dran, denn bei dem Richter weiss man nie, woran man ist.

Vor einigen Wochen hatte er vorgeschlagen, dass man das Scheidungsverfahren sistieren müsse, da aufgrund seiner Anzeige des Ex beim Staatsanwalt wegen Betruges eine Bewertung des Vermögens nicht möglich sei und somit die Scheidung nicht vollzogen werden könne.

Nun kommt gestern ein Schreiben von eben diesem Richter, in dem er die gegenteilige Meinung vertritt und demnächst zur Hauptverhandlung einladen wird. Und man muss sich fragen, woher dieser Sinneswandel kommt? Hat er mit dem gegnerischen Anwalt ein Bier getrunken, sind die Frauen im selben Tennisverein oder was ist da los?

Nun wird es also wohl doch noch etwas mit der Scheidung - zumindest auf dem Papier. Das heisst, vermutlich wird bei der Verhandlung der so genannte Scheidungspunkt definiert, sodass die Ehe geschieden ist, aber die Folgen erst zu einem späteren Zeitpunkt bestimmt werden können.

Das sollte dem Ex ja gefallen, schliesslich drängt er schon seit Jahren darauf, endlich sein neues Leben beginnen zu können - was immer er darunter versteht, denn Rosalie und ich haben das neue Leben schon längst begonnen. Vielleicht möchte er auch nur das Geld, das verschwunden ist, endlich ausgeben können. Wer weiss.

Es könnte also ein heisser Herbst werden.

Dienstag, 10. September 2019

Wer fährt zuerst?

Heute mal eine Frage aus der Fahrschule. Für meinen Geschmack eigentlich eine leichte Aufgabe, es gibt jedoch hier erstaunlicherweise unterschiedliche Auffassungen. Doch nur eine ist natürlich richtig. Ich wurde schon mal wild beschimpft, weil sich mein Gegenüber fälschlicherweise im Recht sah. Also:

Wer fährt zuerst - rot oder blau?





Montag, 9. September 2019

Back to reality

Nachdem mich irgend so ein blöder Erreger seit Mittwoch ausser Gefecht gesetzt hat, bin ich jetzt endlich wieder halbwegs fit. Ausgerechnet die letzte Nacht hätte etwas besser sein können, aber wie das so ist nach einem Wochenende, brauchten die "Kinder" ewig, bis sie im Bett waren, und um halb Fünf war eine Fellnase der Meinung, mich wegen akuten Hungers wecken zu müssen, indem sie mit der Pfote in meinem Gesicht herum patschte. So war dann die Nacht doch ziemlich kurz.

Apropos Fellnase ... Diese komische Leere im Haus ist immer noch ausgeprägt, seit wir vor einer Woche den jungen Kater begraben mussten. Das liegt wohl auch daran, dass er einer war, der immer mal tagsüber im Haus auftauchte und uns Freude gemacht hat, während die anderen Katzen eher selten zu sehen sind und entweder draussen herum laufen oder irgendwo im Haus schlafen. Dadurch ist es recht ruhig geworden. Die ganzen Umstände haben uns ziemlich mitgenommen ...

Für Abwechslung sorgt derzeit der Kater ganz links in der zweiten Reihe aus diesem Post. Er ist eigentlich schon seit längerer Zeit immer mal vorbei gekommen, aber seit ca. zwei Wochen ist er nur noch bei uns, schläft im Heizungskeller (offenes Fenster) oder im Garten und sitzt ansonsten den lieben langen Tag vor der Terrassentür. Inzwischen hat er auch die Klappe entdeckt und kommt dann gern mal rein, bettelt und geht schliesslich wieder raus. Wir haben nun im Internet eine Fundmeldung erstellt und Plakate draussen aufgehängt, da ihn ja eigentlich jemand vermissen sollte (zumal er ein Halsband trägt und damit offensichtlich ein Zuhause hat). Aber es meldet sich niemand. Schon komisch, oder? Und warum kommen immer wieder "solche" Tiere zu uns?

Vermutlich ist es einfach sooo schön bei und mit uns. :-)



Mittwoch, 4. September 2019

Patient entlassen

Seit gestern Morgen ist mein Papa wieder zu Hause. Vom Krankenhaus ist er sehr enttäuscht - erst, seit er zugezahlt hat, wurde die Betreuung inkl. des Essens spürbar besser. Das hat ihn sehr geärgert, was ich gut verstehen kann.

Abgesehen davon hat man ihn wohl medizinisch gut versorgt. Die grossen Wunden an Händen und Füssen sind deutlich besser geworden. Nun muss er zu Hause die Behandlungen mit Bädern und Salben sorgfältig fortsetzen, was aber nur dank meiner noch fitten Stiefmutter überhaupt allein möglich ist.

Die gute Nachricht: Durch den Aufenthalt in der Klinik hat er nun einen kompletten Checkup bekommen, und die Ergebnisse sind sehr beruhigend. Seine Venen sind ok, Herz und alle anderen inneren Organe völlig unauffällig. Das ist mal eine gute Nachricht.

Natürlich kann in seinem Alter (79) immer mal etwas passieren, aber derzeit ist wohl die Gefahr, dass er durch einen Sturz verletzt wird, grösser als ein mögliches Problem mit der körperlichen Verfassung. Das freut mich sehr und ich hoffe, dass er mir noch einige Jahre erhalten bleibt.

Dienstag, 3. September 2019

Betrunkene und Kinder

Es fällt noch schwer, wieder in den Alltag hineinzufinden nach dem Verlust am Sonntag. Auch wenn noch andere Katzen im Haus sind, fehlt die eine momentan ganz besonders. Und man fragt sich, warum das geschehen musste? Meine "alte" Freundin E., die ja einen Draht fürs Spirituelle hat, schrieb Rosalie gestern, dass der Kater seine Aufgabe auf der Erde erfüllt hätte und sich ganz bewusst an diesem Sonntagmorgen das eine Auto direkt vor dem Haus ausgesucht hätte, damit wir wissen, was aus ihm geworden ist und die liebevolle Ausstrahlung noch eine Weile spüren können. Ein schöner Ansatz, wenn man denn daran glauben möchte.

Am Freitag hatte mein Arbeits-Team ein kleines Abschiedsfest organisiert. Das war richtig schön. Ich hatte zwar frei, bin aber trotzdem am Abend in die Stadt gefahren, und es hat sich gelohnt. Es war ein nettes Lokal, wir konnten draussen im Garten sitzen und es gab leckeres Essen. Auch wenn ich nicht so viel Wein trinken konnte, habe ich mich gut unterhalten. Und mein ehemaliger Chef, der ja auch einen neuen Posten übernommen hat, hielt eine recht wehmütige Rede. Ich hab den Eindruck, dass er die alten Zeiten vermisst und in seinem neuen Job momentan aufgrund des Durcheinanders, das dort herrscht, gar nicht zufrieden ist. Es scheint, als könnte ich froh sein, dass meine Bewerbungen da nicht funktioniert haben.

Als ich  mich gegen 22.30 Uhr verabschiedete, war er schon recht alkoholisiert. Man sagt ja, dass Betrunkene und Kinder die Wahrheit sagen. Wenn er mich also zum Abschied umarmt hat, mir sagte, dass ich die beste Neueinstellung in seiner Zeit als Chef gewesen sei und noch ein wenig durchhalten müsse, denn in Kürze würden ein paar Stellen frei werden, und ich solle doch auf  keinen Fall kündigen, dann mag er wohl die Wahrheit gesagt haben. Das hat mich ein wenig überrascht und schmeichelte mir natürlich. Erst recht, als ein weitere Kollege dann auch noch ins selbe Horn stiess und ein paar Mal wiederholte: "Bitte, geh nicht!". So viel Emotion hatte ich an diesem Abend gar nicht erwartet, aber es hat gut getan.

Konkrete Pläne für einen Wechsel habe ich bisher ja nicht, aber bei Rosalie im Amt gäbe es ein paar Stellen, die einen Versuch womöglich wert wären. Ich muss mir nun überlegen, ob ich das will ...


Montag, 2. September 2019

Trauer

Es dauerte eine ganze Weile, bis der Groschen fiel, aber dann krachte er wie eine Felswand auf uns herunter.

Wir haben ja im und am Haus ein paar Kameras installiert, damit wir unser süssen Fellnasen beobachten können. Am Morgen schauen wir dann immer nach den Fotos, die bei Bewegung gemacht werden. Diesmal fiel mir auf, dass unser Chicane seit ein paar Stunden nicht mehr zu sehen war. Aber ja, das kam ja schon ab und zu mal vor ...

Gegen 10 Uhr war ich unten, um nach den Futternäpfen zu sehen und bemerkte eine Frau mit Hund vor dem Haus, die länger auf eine Stelle an einem grossen Topf schaute, während sie vorbei lief. Ich dachte noch kurz darüber nach, was sie wohl gesehen haben mochte, aber war dann in Gedanken schon wieder woanders.

Eine Stunde später wollte ich in den Keller gehen. Keine Ahnung, warum, aber auf dem Weg ging mein Blick in die andere Richtung, und da sah ich etwas Weisses am Strassenrand liegen. Eine Sekunde später wurde mir klar, was die Frau gesehen hatte. Ich rannte zu der Stelle und fand unseren Chicane am Blumentopf liegend. Ich schrie ihn an, aber er reagierte nicht - er war seit mindestens drei Stunden tot.

Unter Tränen lief ich zurück ins Haus, umarmte Rosalie und dann weiss ich nichts mehr.

Etwas später nahmen wir den armen Kater und legten ihn hinter dem Haus auf den Tisch. Da lag er nun - ich sah ihn an und dachte, er müsste doch jetzt aufspringen und fröhlich auf mich zu gelaufen kommen. Aber er würde nie wieder aufstehen. Er war von uns gegangen.

Die letzten Bilder von ihm gab es kurz nach 2 Uhr. Er muss also zwischen 2 und etwa 8 Uhr ums Leben gekommen sein. Wir nehmen an, dass er überfahren wurde und ihn jemand an den Strassenrand gelegt hat. Rosalie überlegte noch, ob wir die Todesursache vom Arzt untersuchen lassen sollten, um einen gewaltsamen Tod auszuschliessen. Aber was hätte das dem armen Kater gebracht, und was wäre die Konsequenz, wenn ihn jemand umgebracht haben sollte?

Ich musste also wieder Schaufel und Spaten herausholen und ein tiefes Loch graben. Pünktlich zur Beerdigung fing es dann auch noch an zu regnen. Es war wie im Film - vier Menschen weinten an seinem Grab und der Himmel weinte auch. Es war uns egal. Wir legten ihn vorsichtig in die Grube und schütteten ihn sanft zu ...

Der Sonntag war dahin, wir haben eine halbe Flasche Kräuterlikör geleert, aber die konnte den Schmerz nicht lindern. Chicane war so ein lieber, freundlicher Kater, hat nicht ein einziges Mal gebissen oder gekratzt, und er war der einzige Freund von Henry. Drei Jahre wurde er nur alt, es ist so ungerecht. Auf einer Strasse, in der gerade nachts und am Wochenende fast kein Auto fährt. Wie konnte das passieren?

Sein Verlust hat ein grosses Loch in unser Leben gerissen. Er war ja nur rund neun Monate bei uns, aber so lebenslustig und aufgeschlossen. Nun fehlt er uns so sehr.

Es ist halt die Kehrseite der Medaille, wenn man Tiere hat. Sie machen einem so viel Freude, aber ihr Verlust schmerzt ungemein.

Freitag, 30. August 2019

Bau-Chaos

Heute Vormittag haben wir einen Termin mit der ausführenden Firma für die Tiefbauarbeiten in der Strasse vor unserem Haus. Wasser und Strom werden neu verlegt, man rechnet mit rund vier Wochen Bauzeit, in der wir nur mit Hindernissen oder gar nicht zu unserem Grundstück fahren können. Ich fürchte, es wird ein Chaos, zumal nur auf Drängen von Rosalie überhaupt mal jemand von der Firma bei uns aufkreuzte, um die Details zu besprechen. Ist ja auch nicht so wichtig, dass ein Loch bis zum Haus gegraben werden muss und die ganze Infrastruktur im Erdreich und bis zu unserem Haus sich ändert. Und es geht ja nur um Wasser und Strom - wer braucht das schon!

Wenn Ihr also nichts mehr hört, steht das Haus unter Wasser, wir haben keinen Strom mehr oder ich bin in eine unbeleuchtete Grube vor dem Haus gefallen.

Zum Wochenende noch eine Galerie aller Fellnasen, die, bis auf eine, derzeit mal zu Besuch kommen. Wer ist der/die Schönste im ganzen Land?

Donnerstag, 29. August 2019

Endlich tut sich was

Nach der wochenlangen Odyssee bei verschiedenen Ärzten, die mal dies, mal das versucht haben, scheint mein Papa nun im Krankenhaus endlich eine umfassende Diagnose und Therapie zu erhalten. Nach seiner Aussage sind Füsse und Finger nach drei Tagen schon sichtbar besser geworden. Der Haken dabei: Er bekommt dreimal täglich Cortison-Infusionen. Ein Teufelszeug.

Er hat mir jedenfalls am Telefon versichert und ist froh, dass man momentan alle möglichen Untersuchungen mit ihm macht - endlich! So wird auch eine mögliche Veneninsuffizienz geprüft, etwas, dass ich schon von mehreren Experten als mögliche Ursache für die Symptome gehört habe und das bisher noch nie Thema war bei den niedergelassenen Ärzten.

Aufregung gab es dann gestern auch, als er - mal wieder - hingefallen ist. Diesmal war er zumindest gleich in guten Händen und wurde nach dem Sturz direkt in die Notaufnahme gebracht. Es ist aber zum Glück nichts passiert.

Leider kann er auf der Klinik nur maximal zehn Tage bleiben. Ich hoffe, das reicht aus, um zumindest die richtigen Ansätze zu finden und die schlimmsten Beschwerden zu lindern. Wichtig wird dann sein, dass es auch nach der Entlassung mit der Therapie weiter geht. Das wird vermutlich wieder eine Herausforderung ...

Mittwoch, 28. August 2019

Wir sind guuut!

Wie schon erwähnt, befindet sich unser IT-Bereich derzeit in der Reorg. Dafür sind vor einiger Zeit Interviews mit uns allen geführt worden. Dabei wurden auch einige Fragen zur Selbsteinschätzung gestellt. So wollte man wissen, wie wir aus unserer Sicht die Zufriedenheit der Kunden beurteilen.

Als ich vor fast drei Jahren hier anfing, waren sowohl das Klima im Team als auch die Aussenwirkung eine Katastrophe. Da die zwei Querulanten inzwischen weg sind, hat sich das dramatisch verbessert. Ich weiss aus diversen Rückmeldungen und Gesprächen, dass man unsere Arbeit und auch uns als Personen sehr schätzt. Nun möchte man aber bei einer Selbsteinschätzung nicht prahlen. Ausserdem war ich mir nicht sicher, ob unsere Kunden die Abgrenzung zwischen dem, was wir für sie leisten können, und dem, was der externe Dienstleister tut, klar treffen können. Und so habe ich ein wenig tief gestapelt. Mein neuer Chef hat nun die Rückmeldung bekommen, dass man unsere Arbeit sehr positiv bewertet hat.

Das freut mich natürlich ungemein. Es hat auch Zeit und Energie gekostet, um das schlechte Bild von uns wieder aufzuhübschen. Den vollständigen Bericht sollen wir in der nächsten Zeit vorgestellt bekommen. Danach wird man sich dann überlegen, wie es mit uns weiter geht. Da eines der hohen Ziele darin besteht, dass sich für den Kunden keinesfalls etwas verschlechtern soll, haben wir womöglich durch diese Umfrage ganz gute Karten und können zumindest hoffen, dass sich an den Aufgaben und Zuständigkeiten nicht all zu viel ändern wird. Wie mein Chef nach der Reorg heisst, ist mir eigentlich egal, solange ich nicht plötzlich Aufgaben zugewiesen bekomme, mit denen ich absolut nichts anfangen kann. Dieses Damokles-Schwert schwebt ja noch über uns allen.

Aber mit diesem Bericht könnte es vielleicht ein gutes Ende der Reorg geben. Die nächsten Wochen und Monate werden es zeigen.

Dienstag, 27. August 2019

Herbstlich

Eine Woche hat er noch, der meteorologische Sommer, aber man merkt nun schon abends und nachts, dass er längst nicht mehr so viel Kraft hat wie noch vor Wochen. Kühl wird es, fast schon kalt, ohne Jacke am Morgen geht nichts mehr, wenn man keine Gänsehaut bekommen will. Sogar Nebel sieht man schon. Es wird tatsächlich bereits wieder Herbst!

Zum Schlafen ist es natürlich angenehm, aber ich hätte gut und gern noch vier Wochen "richtigen" Sommer vertragen - abends auf der Terrasse sitzen mit T-Shirt und einem Glas Wein, dem Plätschern des Baches lauschen, Katzen knuddeln, die sich am Abend alle einfinden.

Nun braucht man bald wieder eine Decke, um nach Sonnenuntergang noch draussen sitzen zu können, am Morgen ist es dunkel, wenn ich das Haus verlasse, und bald schon wird der Kamin wieder zum Leben erweckt. Herbst und Winter haben auch ihre schönen Seiten, aber ich hab es lieber warm. Daher ist es schade, dass wir in diesem Jahr den Sommer nicht in der Ferne noch ein wenig verlängern können. Zumindest die Katzen werden es uns sicherlich danken. :-)

Montag, 26. August 2019

Endlich volljährig!

Könnt Ihr Euch noch an den 18. Geburtstag erinnern? Habt Ihr Euch darauf gefreut, endlich selbst zu entscheiden, unabhängig zu sein und Alkohol zu trinken?

Bei mir ist es viel zu lange her, aber bei Rosalies Sohn war es am Freitag "endlich" so weit. Aber nach seiner Party stellte er am nächsten Tag dann auch überrascht fest, dass sich eigentlich gefühlt gar nichts verändert hat. Erwachsen ist er nun auf dem Papier und vor dem Gesetz, aber bis seine Persönlichkeit soweit ist, wird es noch ein paar Jahre dauern. War uns das damals auch bewusst? Und ist das überhaupt notwendig, oder sollte man nicht einfach die Zeit geniessen?

Das Thema Volljährigkeit hat nun leider auch noch eine rechtliche Komponente, vor der wir uns etwas "fürchten": Die Alimente vom Ex für seinen Sohn stehen ihm jetzt persönlich zu und müssen auf sein eigenes Konto überwiesen werden. Mal ganz abgesehen davon, wie er sich mit Rosalie einigt hinsichtlich einer "Haushaltsabgabe" - das grössere Problem wird sein, dass der Ex weiterhin nicht zahlt. Damit ist sein Sohn jetzt in einer schwierigen Lage, denn er müsste seinen Vater betreiben. Schliesslich muss er selbst Beträge wie z. B. die Krankenkasse bezahlen, und das ist in der Schweiz nicht wenig, auch für Schüler.

Da der Ex bereits einen hohen Schuldenberg angesammelt hat und kurz vor einer Pfändung steht, bleibt abzuwarten, wie er mit dieser neuen Situation umgehen wird. Ich fürchte, es wird ein Drama bleiben, und diesmal nicht nur mit Rosalie, sondern auch für seinen Sohn. Immerhin würde der dann mal sehen, wie sein Vater mit seiner Familie umspringt und dass der Rest nur heisse Luft ist.

Bis zum Ende der Woche ist die erste Zahlung fällig ...

Freitag, 23. August 2019

Späte Einsicht

Nun also doch - mein Papa wird am Montag ins Krankenhaus gehen! Gestern hatte er eine Termin in der dortigen Sprechstunde, und die Ärztin hat offenbar Eindruck hinterlassen und die dramatische Situation so dargestellt, dass mein Vater gar nicht anders konnte, als der Einweisung zuzustimmen.

Mich ärgert aber, dass sich nun erneut die letzte Behandlung als falsch darstellt. Die verschriebene Jodsalbe, die ja die angeblichen Bakterien abtöten sollte, wäre falsch, da sie die Haut austrockne. Fünf Ärzte, fünf Meinungen - wie kann das sein?

Nun soll es also Schuppenflechte sein. Wie auch immer - wenn er dann erst mal stationär ist, wird man sich hoffentlich der Sache annehmen und meinen Vater so behandeln, dass es ihm hinterher besser geht. Ich kann nur noch den Kopf schütteln über so viel Unprofessionalität. Haben die Ärzte heute keine Lust mehr, kein Interesse oder keine Fachkenntnis? Ist mein Vater mit 79 Jahren zu alt, um sich noch sorgfältig um ihn zu kümmern? Fussbäder ja/nein, Jodsalbe ja/nein, diabetischer Fuss ja/nein ... Das ist doch nicht zu glauben.

Da Katzenbilder ja beruhigen sollen, füge ich mal noch zwei an, die Rosalie gestern im Garten geschossen hat. Sind die Fellnasen nicht herzallerliebst? Schönes Wochenende!

Donnerstag, 22. August 2019

Führungslos

Am Dienstag um 16 Uhr platzte die Bombe: Der bisherige Chef der IT im Haus hat die Zusammenarbeit mit sofortiger Wirkung beendet!

Bums, das hat gesessen. Nach nicht einmal zwei Jahren hat er genug (oder das Spital von ihm?) und nun sind wir erst einmal führungslos. Natürlich beeilt man sich zu betonen, dass sich an der Strategie und den Zielen der Reorg in der IT nichts ändern wird. Glaubt das jemand? Denn was, wenn der Neue, den es irgendwann geben wird, ganz andere Ideen hat?

Mir fehlt dieser arrogante Typ jedenfalls absolut nicht. Die herablassende Art, mit dem dieser deutsche Manager versucht hat, das Haus it-mässig auf den Kopf zu stellen, kam hier an vielen Stellen nicht gut an. Ich war immer froh, mit dem Kerl nichts zu tun haben zu müssen, denn der geht über Leichen, ohne auch nur eine Sekunde nachzudenken. Etwas Menschliches habe ich bei dem nie gesehen, schon nach der Vorstellungsrunde war er mir dermassen unsympathisch, dass ich nicht mal zum Sommerfest gegangen bin, zu dem er alle eingeladen hatte.

Nun ist er also Geschichte und wir werden sehen, ob in den nächsten Wochen überhaupt noch etwas geht oder alles gestoppt wird, bis das Machtvakuum gefüllt ist. Irgendwie wird es von Tag zu Tag lächerlicher, und wenn mich Leute aus den Kliniken fragen, wie es voran geht, weiss ich schon gar nicht mehr, was ich sagen soll. Und das in einem Unternehmen, dass sie auf die Fahne geschrieben hat, das führende Spital in der Schweiz zu werden.

Auch in der Schweiz wird eben nur mit Wasser gekocht.

Mittwoch, 21. August 2019

Super cat

Durch die Dauerüberwachung unserer Terrasse per Webcam haben wir sehen können, dass hin und wieder in der Nacht ein Fuchs bei uns unterwegs ist, sogar die Aussentreppe herauf kommt und aufgeregt schnuppert. Dem Anschein nach ist es immer das selbe Tier, und so ganz wohl ist uns nicht bei dem Gedanken, dass er vielleicht die Katzenklappe entdecken könnte. Bisher machte es noch nicht den Anschein, dass ihn die Tür interessieren würde.

Ich hab jedoch mal nachgelesen, wie das Verhältnis Fuchs-Katze im Allgemeinen ist. Und ich war überrascht zu erfahren, dass der Fuchs wohl in der Regel mehr Angst vor Katzen hat als umgekehrt. Da ein ausgewachsener Fuchs grösser ist als eine Katze und durchaus eine beeindruckende Schnauze hat, war ich überrascht von dieser Aussage.

Aber nun haben wir den Beweis! Gestern Abend konnten wir diesen Film bestaunen, bei dem unser Superkater cool wie verrückt einfach da sitzt und sich von dem Gehabe des Fuchses überhaupt nicht beeindrucken lässt. Leider gibt es keinen Ton, aber man kann anhand der Bewegungen erahnen, dass der Herr Fuchs versucht, die Katze auch mit Geräuschen einzuschüchtern. Aber die ist total lässig und bewegt sich keinen Millimeter. Erstaunlich.

Aber schaut selbst, am besten im Vollbild, dann ist es noch beeindruckender:




Dienstag, 20. August 2019

Reorg? Welche Reorg?

Zurück aus dem Urlaub, stelle ich fest, dass sich nichts getan hat. Der einzige Unterschied: Unser Betriebsteam besteht nur noch aus zwei Personen. Aber von dem versprochenen Bericht, der seit mehr als einem Monat vorliegen sollte, ist nichts zu sehen, niemand weiss was, alles ist unklar. Mein alter Chef hat noch immer kein neues Büro, obwohl er seit 1. Juli die neue Stelle angetreten hat, und im Intranet liest man fast nichts mehr über die gross angekündigte Umstrukturierung.

Es ist also wie meistens in so grossen Unternehmen - viel heisse Luft! Wir wurschteln hier also weiter und warten einfach ab. Ist zwar einerseits eine merkwürdige Situation, aber andererseits gibt es auch keinen Druck, weil es weder eine Struktur noch Vorgaben gibt und wir hier derzeit machen können, was wir wollen.

Hauptsache, man hat eine grosse Anzahl neuer Führungspositionen geschaffen, wozu das führt, sieht man ja derzeit: Niemand weiss, wer zuständig ist und die genauen Aufgaben dieser neuen Stellen sind gar nicht beschrieben. Alles wirkt amateurhaft und sieht nach blindem Aktionismus aus. Mit einer geordneten Reorg hat das alles bisher jedenfalls wenig zu tun.

Kein Wunder, dass bereits zahlreiche Personen aus der zentralen IT ihren Hut genommen und sich was Neues gesucht haben. Wenn man das Gefühl hat, im Regen stehen gelassen zu werden, ist es besser, sich woanders hinzustellen.

Montag, 19. August 2019

Ein schwieriger Fall

So, da bin ich wieder, jetzt könnte ich eine Woche Urlaub gut gebrauchen! Ach so, ich hatte gerade zwei Wochen frei ...

Nun ja, gestern Mittag war ich fix und fertig und hab erst einmal eine Stunde geschlafen. Da waren wir gerade aus Zürich zurück, wo wir meinen Vater am Flughafen abgesetzt hatten. Die letzten Tage waren wahnsinnig anstrengend. Nicht nur, dass meine Eltern natürlich "unterhalten" werden wollten, es galt ja auch noch, das nachgeholte Geburstagsfest für Rosalie vorzubereiten, zu dem wir 24 Personen erwarteten.

Und so wurde das Ganze zu einem Spagat zwischen Gastfreundlichkeit und hektischer Betriebsamkeit. Dazu noch ein Papa, der sich zeitweise in Selbstmitleid suhlte, was zwar aufgrund seines allgemeinen Zustandes zum Teil verständlich ist, aber weder ihm noch seinem Umfeld in irgendeiner Weise hilft. Schon vor drei Jahren, bei seinem letzten Besuch hier, jammerte er wie ein Kind, wenn ich ihn mit dem Rollstuhl durch den Flughafen schob. Dass er das drei Jahre später immer noch nicht akzeptiert hatte und genauso reagierte wie damals, fand ich erschreckend, zumal vor allem seine Frau darunter im Alltag täglich zu leiden hat. Und leider tut er wenig bis gar nichts selbst dafür, um es ihr etwas leichter zu machen. Im Gegenteil - er erwartet, dass sie springt, wenn er zur Toilette muss oder ein Brötchen geschmiert haben möchte. Und er lehnt alles ab, was vor allem ihr das Leben erleichtern würde. So zum Beispiel den Umbau des Bades, damit er statt einer Wanne eine Dusche bekommt und damit die Körperpflege deutlich erleichtert werden würde. Wie kann man nur so dickköpfig sein? Von einem Umzug in einer altersgerechte Wohnung reden wir schon gar nicht mehr, auch wenn er an manchen Tagen sein Zuhause kaum noch verlassen kann, weil die eine Treppe ein fast unüberwindbares Hindernis darstellt.

Aber zurück zu unserem Fest. Das war nämlich wirklich schön. Wir hatten schlussendlich noch Glück mit dem Wetter, denn es war warm und trocken. Alle, die Rosalie eingeladen hatte, waren da, und auch meine Eltern haben sich wunderbar unterhalten. So hatte auch mein Vater letztlich ein paar schöne Tage, auch wenn er bereits am Samstagmorgen voller Panik den Koffer wieder packen liess und ständig überlegen musste, was er denn nun am nächsten Tag anziehen soll und ob es in Berlin regnen wird oder nicht.

Als wir dann gestern Nachmittag aus Zürich zurück waren, fielen wir ins Bett und schliefen erst einmal, bevor wir die letzten "Hinterlassenschaften" des Festes beseitigten.

Während der Rest der Familie noch weiterschlafen durfte, hat mich um halb sechs heute Morgen der Alltag wieder eingeholt. Und nun bin ich gespannt, was im Büro los ist und ob es irgend etwas Neues zur Reorg gibt.

Montag, 12. August 2019

Die "Achilles-Ferse"

Kurzes Ferien-Update, während es draußen regnet und eher nach Herbst als nach Sommer aussieht ...

Papa war am letzten Dienstag im Diabetes-Zentrum. Ergebnis: Ratlosigkeit! Er solle doch zu einem Spezialisten, am besten direkt in die Charitè. Wie bitte? Ihr könnt Euch vorstellen, dass mein Vater nach dieser Aussage völlig am Boden war.

Er hat also wieder beim Hautarzt angerufen. Dort wollte man ihn mit einer Schmerzsprechstunde abspeisen, aber er hat so lange gedrängelt, bis er eine Audienz beim Arzt persönlich bekam. Dort war er am Donnerstag. Der ist nun der Meinung, es seien Bakterien am Werk und hat ihm eine Jodsalbe verordnet. Ob das nun der Weisheit letzter Schluss ist, kann ich nicht beurteilen, nach Aussage meiner Stiefmutter sieht es inzwischen wohl "etwas besser" aus. Ob das nur eine Beruhigung ist oder tatsächlich so ist - wer weiss.

Immerhin ist Papa fest entschlossen, am Donnerstag nach Zürich zu fliegen. Vermutlich muss ich ihm vorher noch 20x erklären, wo er hin muss in Tegel und was zu beachten ist, aber er ist schon dermaßen aufgeregt, dass ich das gern wiederhole und hoffe, dass er hier dann drei schöne Tage verleben kann. Vermutlich ja zum letzten Mal ...

So, ich chille dann mal wieder und schaue, wie der Regen fällt. :-) Bis bald!

Mittwoch, 31. Juli 2019

Gefährliches "Raubtier"

Bin ich schon mal von einem Igel gebissen worden? Ja!

Ein riesiger, vermutlich genmanipulierter Igel hat mich gestern Nachmittag im Garten angegriffen! Ich stand da so vor mich hin, als er sich plötzlich vor mir aufbaute, seine riesige Schnauze aufriss und mir herzhaft in den grossen Zeh biss! Das hat sogar weh getan! Bissspuren habe ich allerdings nicht entdeckt, und leider war ich so überrascht, dass es von diesem denkwürdigen Angriff kein Foto gibt. Erst danach, als ich aus dem Schuh geflohen bin, konnte ich ein Bild von dem Ungetüm machen. Und hier ist es:



Ist er nicht riesig und sieht er nicht extrem furchteinflössend aus?

Der Kater war sich seiner Sache auch nicht so sicher ob des bösen Blickes dieses Monsters. Erst war er neugierig, aber dann ... Na, seht selbst:


Die Schweiz begeht morgen ihren Nationalfeiertag und ich starte in die Ferien, gerade rechtzeitig, um mich von diesem schrecklichen Angriff erholen zu können ...


Dienstag, 30. Juli 2019

Mutlosigkeit und Frust

Gestern Abend rief mein Papa an. Am Telefon wirkte er wie ein Häufchen Elend und fing irgendwann an zu weinen. Es muss schlimm sein, wenn man seinen eigenen körperlichen Verfall mehr oder weniger hilflos ansehen muss.

In diesem speziellen Fall hätte frühzeitige Aufklärung und/oder ein guter Arzt vielleicht helfen können. Aber offenbar hatte er weder das Eine noch das Andere. Seit gut einem Monat klagt er über eine Wunde an der rechten Ferse. Ausgerechnet an dem Bein, das bisher noch recht gut funktionierte. Die Wunde schmerzt beim Laufen, sodass er noch mehr Mühe hat mit der Fortbewegung. Und was noch schlimmer ist: Es heilt nicht, sondern wird immer schlimmer.

Hier muss ich den Ärzten, zumindest nach der Erzählung meines Vaters, eine nicht unerhebliche Mitschuld geben. Drei verschiedene "Experten" mit drei Meinungen - das geht gar nicht. Dabei wäre die Ursache so verdammt naheliegend gewesen, doch erst die Podologin letzten Freitag hat sie gefunden: Diabetes.

Dieses Leiden ist bei meinem Vater zwar zum Glück nur schwach ausgeprägt, aber trotzdem von Bedeutung, wenn es um genau solche Verletzungen geht, Stichwort "Diabetisches Fusssyndrom (DFS)". Das kann ganz übel enden - davon ahnt mein Vater zum Glück nichts, da er sich bei Krankheiten nicht im Netz informiert und sich lieber auf die - leider oftmals zweifelhaften - Aussagen der Ärzte verlässt. Wie kann es sein, dass ein Hautarzt diese mögliche Diagnose nicht erkennt und einfach irgend eine Salbe verschreibt??

Die Podologin hat meinem Papa nun erklärt, dass er mit dieser Wunde dringend in ein Diabetes-Zentrum gehen muss, um sie dort von einem ausgebildeten Arzt behandeln zu lassen!

Nun hat er erst am kommenden Montag dort einen Termin bekommen. Und das hat ihm ziemlich zugesetzt, schliesslich freut er sich riesig auf die Schweiz-Reise in 2,5 Wochen und hat Angst, dass daraus nichts wird. Ausserdem macht er sich Sorgen, dass er uns hier nur zur Last fällt, was natürlich völliger Unsinn ist. Ich konnte ihn am Telefon ein wenig beruhigen und er hat sich später per WA für seine schlechte Laune entschuldigt. Ich kann seinen Frust aber gut verstehen und ich frage mich, warum es einen Monat dauern musste, bevor jemand mal den richtigen Ansatz findet? Diabetes ist ja nun nicht gerade eine exotische Krankheit, und in Verbindung mit diesem Krankheitsbild hätten auch schon beim ersten Arzt die Alarmglocken läuten müssen. Schliesslich kann so eine Wunde bis zur Amputation führen. Es ist eigentlich ein Skandal, aber das wollte ich meinem Papa nicht so direkt sagen, und es ist ja auch nicht mehr zu ändern. Da seine Frau die offenen Stellen täglich gut versorgt hat, gehe ich davon aus, dass zumindest die Gefahr einer Infektion relativ gering ist.

Ich hab in Berlin damals leider ähnliche Erfahrungen machen müssen, als es um meinen Rücken ging. Als Kassenpatient ist man leider nicht von Interesse und wird einfach in eine Schublade gesteckt, ob die passt oder nicht. Bei mir passte sie gar nicht, aber ich hatte keine Möglichkeit, dort wieder heraus zu kommen. Das ist mir erst hier in der Schweiz gelungen.

Montag, 29. Juli 2019

Vergangenheit ganz nah

Das war seltsam heute Morgen. Bis zum Abitur musste ich jeden Samstag zur Schule. Also aufstehen kurz nach sechs Uhr, leise sein, um die Eltern nicht zu wecken, müde in eine leere Strassenbahn steigen, endlich zurück gegen halb zwei und ins kurze Wochenende starten. Kennt Ihr das auch noch?

Daran musste ich vorhin denken, denn die Kinder haben Ferien und Rosalie schon Urlaub, sodass ich der Einzige war, der sich "mitten in der Nacht" aus dem Bett quälen und zur Arbeit gehen musste. Zum Glück bleibt das nur bis Mittwoch so. Am Donnerstag ist hier Nationalfeiertag, danach beginnt dann endlich auch mein Urlaub.

Aber das wollte ich eigentlich gar nicht schreiben. Wir haben gestern die letzte Folge der aktuellen Staffel von "This is us" angeschaut (Achtung Spoiler!). Der Titel 'Das sind wir' passt hier wirklich gut, denn u. a. geht es ja um eine Frühgeburt. Und die Daten des kleinen Jack sind fast exakt wie bei meinem Sohn: 12 Wochen zu früh, Gewicht 2,5 Pfund. Meiner war lediglich noch 100 Gramm leichter. Zur Grösse wird da zwar nichts gesagt, aber das sollte auch in etwa hinkommen.

Und wenn ich die Bilder so sehe, erinnere ich mich nur zu gut an die Zeit: Ängste, Sorgen, wenig Schlaf. Tag und Nacht verbrachte man fast ohne Pause am Inkubator. Ganze acht Wochen dauerte es, bis wir unseren Knirps mit nach Hause nehmen durften. Im Film läuft bisher ja alles bestens, bei uns, und das ist typisch für Frühchen, gab es mehrere schwierige Situationen, in denen das Leben des Babys am seidenen Faden hing.

Mein Sohn ist ein Kämpfer und hat diese Phasen ohne bleibende Schäden überstanden. Was für ein Glück! Man darf gespannt sein, ob das in der nächsten Staffel auch für die Filmeltern so gut laufen wird.

Freitag, 26. Juli 2019

Die riesige Spitze des Eisbergs

Am Mittwoch kam der Abschlussbericht des Steuerbüros bei uns an, in dem es darum gehen sollte, die Buchhaltung von Rosalies Ex zu prüfen. Aufgrund der unverschämten und völlig überflüssigen Honorarforderungen des Prüfers hat Rosalie das Manöver ja vorzeitig beendet, aber trotzdem konnte sich der Experte der Firma einen ersten Überblick verschaffen und berichtet, dass er "starke Zweifel" an der Rechtmässigkeit zahlreicher Buchungen hat.

Beispielhaft führt er in einer längst nicht abschliessenden Aufzählung so "lustige Buchungen" wie Ferienreisen (aka "Firmenausflüge"), private Fahrräder, Gartenpflege, Unterwäsche, Schiffsunterhalt auf - natürlich alles Dinge, die zwingend in eine Firmenbuchhaltung gehören. ;-)

Mit dieser Liste sollte es auch dem letzten Laien auffallen, dass der Ex betrügt, wo es nur geht. Nur er selbst (und vermutlich sein schlechter Anwalt auch) hält starrköpfig an seinem Glauben fest, das alles würde ihm so zustehen. Wie er das dann der Staatsanwaltschaft, bei der dieser Fall nun liegt, erklären möchte, darf man gespannt abwarten.

Ärgerlich ist nur, dass damit auch Rosalies Geld dahin geht ...

Eingreifen können wir jetzt nicht mehr, sondern nur warten. Und das kann Monate oder Jahre dauern. Aber bei der momentanen Hitze bewegt man sich sowieso am besten gar nicht mehr und döst lieber vor sich hin.

Donnerstag, 25. Juli 2019

Strange

TV-Serien sind die neuen Hollywood-Filme? Das stimmt zum Teil sicherlich, denn bei der Vielzahl der Formate, die auch dank der Streaming-Anbieter den Markt überschwemmen, sind auch viele gute Produktionen dabei. Man muss sie nur finden.

"This is us" wurde mir bei einem früheren Post zu diesem Thema empfohlen, und wir sind inzwischen auf dem aktuellen Stand. Das war ein guter Tipp!

Es gibt aber auch Serien, die ich mir allein anschaue, weil sie für Rosalie zu düster sind. Dazu gehörte bis vor ein paar Tagen zum Beispiel "Bates Motel", eine Reihe, die ich mal angefangen hatte und nun endlich zu Ende geschaut habe. Hier wird vor der Kulisse des Originals "Psycho" eine sehr ähnliche Geschichte von Norman Bates und seiner Mutter erzählt - allerdings mit anderem Ausgang. Bermerkenswert fand ich, dass Rihanna in zwei Folgen einen Gastauftritt hatte, was durchaus einmal mehr zeigt, welche Beliebtheit Serien heutzutage haben.

Nun habe ich mit der dritten Staffel von "Stranger Things" begonnen. Diese schräge Mischung diverser Genres ist schon etwas Besonderes, wenn man sich denn darauf einlassen möchte. Mir gefällt besonders die Musik der 80er Jahre und natürlich das ganze Look and Feel aus dieser Zeit. Ich war damals etwa genauso alt wie die Kids in der Serie. Und so muss ich immer wieder mal schmunzeln, wenn ein Walkmen zu sehen ist oder die Frauen mit den heissen Dauerwellenfrisuren herum laufen.

Das Horror-Element spielte in den bisherigen Staffeln kaum eine Rolle, dafür geht es jetzt mal ein bisschen "zur Sache". Gefällt vermutlich nicht jedem, aber ich hab Spass beim Anschauen. Leider sind es wieder nur acht Folgen bis zum Staffelfinale. Früher war man da mit wöchtentlichen Folgen zwei Monate beschäftigt, heute kann man das in wenigen Tagen wegschauen. Das ist einerseits cool, andererseits verdirbt es einem auch etwas den Spass, wenn man sich beim Cliffhanger nicht mehr die Haare raufen muss, weil man wieder eine Woche warten muss, sondern einfach mit der Fernbedienung zur nächsten Folge springen kann.

Und so muss man dann schon bald wieder ein Jahr auf die nächste Staffel warten ...

Mittwoch, 24. Juli 2019

Fox-Trott

Dank unserer Aussenkamera haben wir schon öfter den oder die Füchse ertappt, wenn sie nachts um unser Haus schleichen. Meist ist das Licht aus, sodass man nur Infrarot-Aufnahmen sieht. Diesmal war das Licht zufällig eingeschaltet und ich stand dem Herrn Fuchs Auge in Auge gegenüber, nur durch eine Glasscheibe getrennt. Ich weiss nicht, wer sich mehr erschreckt hat ... Hier sieht man ihn, wie er neugierig die Treppe herauf kommt. Ein stattliches Exemplar:



So stelle ich mir einen Fuchs vor. Daher war ich vorgestern völlig irritiert, als ich im Auto während der Fahrt zur Arbeit um die Ecke bog und ein Tier am Ende der Strasse sah. Im "Halbschlaf" dachte ich zunächst aufgrund der Kontur an ein junges Reh - aber es war ein Fuchs! Ein ganz eigenartiges Exemplar, sehr dünn und hochbeinig. Er war völlig sorglos, lief gemütlich vor meinem Auto über die Strasse und jagte auf dem Rasen ein Insekt.

Am nächsten Morgen sah ich ihn wieder. Diesmal hatte ich mein Handy parat und konnte ein Foto machen, während er gemütlich am Strassenrand döste.



Er sieht schon ungewöhnlich aus, oder? Man stellt sich einen gedrungenen, kräftigen Körper vor. Dieser Herr hier sieht eher wie ein kleiner Windhund aus. Da er auf dem Bild liegt, sieht man die Statur nicht ganz so gut. Vermutlich ist er noch jung und unbedarft und deswegen so sorglos. Warum er allerdings immer mitten im Dorf unterwegs ist, und dann doch am hellichten Tage, kann ich mir kaum erklären.

Dienstag, 23. Juli 2019

Der neue Chef

Heute kommt der Kollege aus dem Urlaub zurück und tritt seinen ersten Arbeitstag als neuer Chef an. Traue ich ihm das zu? Soweit das ein gerade 26jähriger Bub überhaupt schon kann - ja. Im Gegensatz zu manch anderem Mitarbeiter seines Alters ist er schon recht erwachsen und seriös.

Der Posten ist ja dem Tode geweiht und wird nach Abschluss der Reorg nicht mehr existieren. Insofern ist die Bedeutung schon jetzt eher untergeordnet. Ärgern tut mich nur, wie das Pöstchen vergeben wurde. Es gab keine Ausschreibung, keine Gespräche - ein Freund hat dem anderen einfach per Ansage den Job übergeben. So einfach kann das sein ...

Der Kollege ist ja noch jung, und so ein Leitungs-Job macht sich natürlich gut im CV, auch wenn er nur von kurzer Dauer ist. Sei es ihm gegönnt. Viel zu tun wird er damit nicht haben - sein Telefon klingelte gestern nicht ein einziges Mal. Jahresgespräche wird er wohl auch nicht führen müssen, weil bis zur nächsten Fälligkeit das Team wohl nicht mehr existieren wird. Leicht verdientes Geld also.

Montag, 22. Juli 2019

Häcks häcks!

Mein freier Freitag alle zwei Wochen ist wirklich ein Segen, und ich würde ihn nur im Notfall aufgeben wollen. Das fängt schon im Kopf an, wenn man am Mittwoch weiss, dass man ein langes Wochenende vor sich hat.

Dann kann man drei Tage auf den Wecker verzichten, ausschlafen, in Ruhe frühstücken und den Tag geniessen. Oder auch aktiv sein, zum Beispiel im Garten. Da ich abends oft zu müde bin, bleibt meist nur der Samstag, um draussen mal Krach machen zu können. Durch meinen freien Tag habe ich nun auch einen zusätzlichen Tag für laute Geräte im Freien gewonnen.

Den haben wir genutzt und diesmal im Garten aufgeräumt: Der Baumpfleger hatte jede Menge Äste abgesägt, die wir zerhäckselt haben. Wo wir schon dabei waren, lösten wir auch noch die alte Feuerstelle auf, entdeckten eine "riesige" Blindschleiche, die wir umquartierten, quälten den Laubsauger (auch ein kleines Wunder der Technik, denn im groben Kies kann man ansonsten altes Laub kaum entfernen)  und freuten uns dann bei einem Gin Tonic über unser Tagwerk.

Nicht zu vergessen - unser "Friedhof". Ich kam neulich auf die Idee, bei ama*on mal nach einer Grabplatte zu schauen, und ich wurde schnell fündig. Wir haben uns für eine Schieferplatte mit Gravur entschieden, die sogar zu uns in die Schweiz geliefert werden konnte. Am Freitag traf sie ein und nun ist das Grab des armen kleinen Kerlchens fertig:

Donnerstag, 18. Juli 2019

Die ganze Welt auf dem Notebook

Was für unsere Kinder ganz normal erscheint, ist für mich immer noch ein kleines Wunder: das Internet! Eine schier unerschöpfliche Quelle des Wissens, Mittel gegen Langeweile, virtueller Treffpunkt.

Ich bin in dem einen oder anderen technischen Forum aktiv, und hier zeigt sich in bester Weise, was Globalisierung bedeuten kann. Es ist schade, dass man oft nicht weiss, wo die Fragesteller herkommen, zumal hauptsächlich englisch geschrieben wird. Ich weiss aber, dass die Produkte, die in einer Community diskutiert werden, fast auf der ganzen Welt vertrieben werden, sodass ganz sicher Menschen von Canada bis Australien ihre Fragen und Probleme posten. Nur aus Neugier würde ich manchmal einfach gern wissen, wo sie zu Hause sind. Gestern habe ich durch Zufall gesehen, dass jemand aus Südafrika im Forum eine Frage gestellt hat. Und ich finde es genial, wenn dann irgend jemand auf der Welt (meist allerdings ich in diesem speziellen Forum) darauf antwortet.

Ganz ähnlich ist es ja auch mit der Blogwelt. Man "trifft" Menschen, lernt sie ein wenig kennen, begleitet sie über eine gewisse Zeit, verliert sich aus den Augen, trifft sich vielleicht wieder. Diese Blogwelt hat mir schliesslich Rosalie geschenkt. Und es ist auch schön, wenn man nach Jahren wieder von Menschen liest, die (zumindest im Netz) verschwunden waren, wie es gestern bei der Hoffenden der Fall war.

Es ist toll, dass es das Internet gibt, nicht nur zum schnellen Einkaufen oder zum Lesen der News. Und ich hoffe, dass es ein freies Medium bleibt, und political correctness und Kontrollwahn es nicht irgendwann kaputt machen.

Mittwoch, 17. Juli 2019

Schwer zu erklären

Am Wochenende habe ich mit meinem Vater telefoniert. Einmal mehr fragte er mich, ob es denn Neuigkeiten oder noch besser Fortschritte bei Rosalies Scheidung gebe, was ich verneinen musste. Er konnte das gar nicht fassen und ich tue mich schwer, ihm das überhaupt noch mit einfachen Worten zu erklären.

Das Ganze ist irgendwie völlig aus der Spur geraten und dümpelt jetzt vor sich hin. Und das, obwohl keine Woche vergeht, in der nicht Post von Rosalies Anwalt eintrudelt. In dieser Woche war es das Fortsetzungsbegehren an das Betreibungsamt. Der Ex weigert sich ja zum wiederholten Mal, die vom Gericht festgesetzten Alimente zu zahlen. Bereits im letzten Jahr musste Rosalie daher das Gericht anrufen, um ihre Forderungen durchzusetzen.

Nun war es wieder soweit. Und erneut hat er, trotz seines Jammerbriefes an den Richter, wie böse und schlimm seine Ehefrau doch sei, kein Recht bekommen, und muss die ausstehenden Zahlungen plus  "Bonus" für Auslagen und Entschädigung von über 1000 Franken (!) an Rosalie überweisen. Was für ein Irrsinn - und völlig überflüssig. Wir fragen uns, was der Ex damit bezweckt, denn so langsam müsste er doch mal verstanden haben, dass er bei aller Jammerei gegen den Beschluss des Gerichts nichts unternehmen kann, da seine finanziellen Verhältnisse nun mal so sind, wie sie sind (nach Abzug der Alimente verbleibt ihm monatlich rund doppelt so viel Geld wie mir).

Doch das, so ärgerlich es scheint, ist eigentlich ja nur ein Nebenschauplatz. Das Scheidungsverfahren liegt auch brach aufgrund der Strafanzeige des Richters gegen den Ex. Hier warten wir derzeit auf eine Entscheidung, ob die Scheidung trotz dieser Anzeige weitergeführt werden kann oder nicht. Falls nicht, wovon wir ausgehen, könnte es Jahre dauern, bis es ein Scheidungsurteil gibt.

Das alles kann ich meinem alten Herren gar nicht begreiflich machen und versuche es auch gar nicht erst. Er ärgert sich halt einfach, aber das tun wir ja auch - vor allem über die Sturheit und Arroganz des Ex. Es hätte nie so weit kommen müssen, wenn er nicht standhaft der Meinung wäre, das ganze Geld gehöre ihm und er müsse nichts abgeben. Von seinem Anwalt lässt er sich offenbar nichts sagen, und nun sieht es so aus, als würde sich das bitter rächen. Helfen tut das niemandem, aber er ist leider nicht in der Lage, von seinem hohen Ross herunter zu kommen. Nun muss er das selbst ausbaden.

Dienstag, 16. Juli 2019

Berufliche Zukunft

Gestern habe ich mein erstes schweizerisches Arbeitszeugnis bekommen. Und es ist wirklich gut geworden - damit kann man sich durchaus bewerben.

Und es gäbe im Umfeld von Rosalie auch eine Stelle, die interessant wäre. Knackpunkt ist die geforderte Mehrsprachigkeit. Aber davon abgesehen, sollte ich es sicherlich mal versuchen, vielleicht als "Testballon".

Dabei muss ich mir jedoch die Frage stellen, ob ich wirklich wieder von vorn anfangen will. Nach zweieinhalb Jahren kenne ich inzwischen die Leute hier, die Abläufe, das IT-Umfeld, habe ein gutes Netzwerk von Menschen, die für die Erledigung meiner Aufgaben "nützlich" sind. Das alles dauert immer seine Zeit und in einem neuen Job steht man stets erst einmal hilflos und orientierungslos herum. Will ich das noch einmal?

Allerdings ist völlig offen, wie es hier weitergeht und ob ich womöglich in ein paar Wochen bzw. Monaten auch eine ganze andere Aufgabe haben werde und mein Netzwerk damit "wertlos" würde. Auch die Bezahlung hier ist kein Argument, um zu bleiben, und die Karrierechancen sind nach den gescheiterten Bewerbungen b. a. w. auch gering. Es gibt also nicht viel, was mich hier hält.

Wenn ich mich wirklich noch verbessern möchte, bleibt mir wahrscheinlich mittelfristig keine andere Wahl.

Montag, 15. Juli 2019

Seelische Folter (noch ein Katzen-Post)

Momentan halten uns die Katzen daheim in Atem. Kaum hatten wir das arme Weisspfötchen begraben, gab es schon die nächsten Sorgen. Einer unserer Dauergäste von nebenan hatte zwei kahle Stellen auf der Brust, eine davon leicht angeschwollen und offenbar schmerzhaft.

Also fuhr Rosalie am Donnerstagmorgen mit ihm zum Arzt. Die behielten ihn zur Begutachtung da. Am Mittag erfuhren wir, dass der arme Kerl offenbar gebissen wurde, und unter der Haut bildete sich ein riesiger Abszess. Dazu hatte er hohes Fieber - kein Wunder, dass er recht apathisch wirkte. Man verabreichte ihm Antibiotika, ich machte am Mittag Feierabend und holte ihn ab.

Das Problem nun: Er musste zwei Tage im Haus bleiben. Erklärt das mal einem Kater, der seit Jahren rein und raus kann, wie er will. Die beiden folgenden Nächte waren "für die Katz". An Schlaf war kaum zu denken. Kurz legte er sich mal hin, rannte dann wieder zu Tür, weinte jämmerlich oder hüpfte aufs Bett, schnurrte am Kopfende, um auf sich aufmerkam zu machen: "Hey, ich will raus, was soll das hier?"

Ich nahm mir dann am Freitag auch frei, denn wir mussten nicht nur sicherstellen, dass der Kater drinnen bleibt, sondern auch darauf achten, dass er seine Wunden nicht aufkratzt. Da Katzenhaut schnell heilt, hatte man ihm zwei Röhrchen eingesetzt, damit die eitrige Flüssigkeit ablaufen konnte. Und so war der Tag unglaublich anstrengend, denn ausser ihm wollten ja noch diverse andere Tiere rein und raus, die ich dann jeweils mühsam rangierte.

Samstagvormittag mussten wir zur Nachkontrolle mit dem Patienten. Die Röhrchen wurden entfernt und der Arzt war zufrieden. Dann kam meine vorsichtige Frage: "Wann darf er wieder raus?" Der Arzt meinte, dass es gut wäre, ihn noch einen Tag im Haus zu lassen.

Also noch eine weitere Nacht mit wenig Schlaf. Wir wollten ihn dann am Sonntagmorgen, wenn es hell ist, befreien, aber um 4 Uhr haben wir aufgegeben und die Tür geöffnet. Er war glücklich, drehte eine zehnminütige Runde im Freien und warf sich dann zufrieden und müde in unser Bett. :-)

Nun hatten wir uns eigentlich auf eine normale Nacht zum Montag gefreut. Aber gestern Abend mussten wir feststellen, dass unser Henry das rechte Auge zukneift. Was nun? Zum Tierarzt? Wir beträufelten das Auge mit Augentrost und Rosalie sperrte ihn oben ein, während ich die Nacht im Wohnzimmer verbrachte, um wenigstens etwas Schlaf zu bekommen.

Um halb vier schrieb sie mir dann eine Nachricht, dass es dem Panther wieder gut gehe und er wieder raus dürfe. Gott sei Dank!

Nun hoffe ich auf eine ruhige Nacht heute Abend in meinem Bett.

Ach ja - ich hab dem Kater ohne Schwanz Unrecht getan. Es ist keine Manx, sondern ein Japanese Bobtail. Er sieht zwar ähnlich aus, ist aber nicht mit der Manx verwandt. Diese Rasse ist in Japan die Glückskatze! Na, dann haben wir jetzt sicher viel Glück, nachdem sie nun täglich vorbei kommt und sich ein paar Streicheleinheiten abholt.

Donnerstag, 11. Juli 2019

Schlimmer Verdacht

Rosalie war schon immer eine kleine Miss Marple und gibt keine Ruhe, bis sie Dingen auf den Grund gehen konnte und Antworten findet.

In diesem traurigen Fall geht es um unser Weisspfötchen. Als sie, gemeinsam mit der Nachbarin, den kleinen Kerl im hohen Gras auf dem Feld fand, sind Beide davon ausgegangen, dass sie einen herausstehenden Knochen gesehen haben.

Rosalie hat das aber keine Ruhe gelassen und so schickte sie die beiden Fotos, die sie vom Fundort machte, an den Tierarzt und das Tierheim. Gestern Abend fühlte ich mich dann auch stark genug, mir die Fotos ebenfalls anzuschauen. Und leider ist es ziemlich wahrscheinlich, dass es sich nicht um einen Knochen, sondern ein Stück Holz handelt, das in der Hüfte steckt. Der Tierarzt bestätigte diesen Verdacht ebenfalls.

Nun ist die Frage, wie das Holz, das durchaus von einem Pfeil stammen könnte, dorthin kommen konnte, und wie tief es im Körper steckte. Die Tierärztin meinte, es könnte vielleicht von einem Klettermanöver stammen. Dagegen spricht, dass es offenbar von hinten eingedrungen ist. Die Katze müsste also rücklings irgendwo herunter gefallen sein, um sich so aufzuspiessen. Das ist doch recht unwahrscheinlich.

Auch der Fundort ist seltsam. Es sieht aus, als hätte jemand die Katze dort im hohen Gras abgelegt. Ich erspare Euch die traurigen Fotos ...

Was ist also wirklich passiert - haben wir vielleicht einen Katzenhasser im Dorf? Merkwürdig ist auch, dass in den letzten vier Wochen mindestens zwei weitere Katzen spurlos verschwunden sind (wir wissen davon durch die Tiermeldezentrale im Internet). Ausserdem vermissen wir mehrere Katzen, die sonst immer nachts ums Haus schlichen. Seit ein paar Tagen ist nachts quasi nichts zu sehen, wo sonst ein reges Treiben herrschte.

Und einer der Kater, die bei uns wohnen, hat zwei Verletzungen auf der Unterseite des Oberkörpers, ebenfalls vom Wochenende. Dort fehlt jetzt das Fell,es scheint ihm weh zu tun und schwillt an, sodass Rosalie beschlossen hat, mit ihm zum Tierarzt zu gehen.

Das ist alles sehr eigenartig. Es kann eine Häufung von Zufällen sein, aber es könnte auch etwas Bösartiges dahinter stecken. Wir überlegen daher, Anzeige gegen unbekannt zu erstatten. Rosalie ärgert sich, dass sie das Weisspfötchen nicht genauer untersucht hat. Aber ich habe ihr abgeraten, den armen Kerl jetzt noch einmal auszugraben. Er soll seine Ruhe geniessen, und wer weiss, ob es etwas bringen würde.

Wir sind nun besorgt wegen der anderen Tiere. Was, wenn da draussen wirklich ein Irrer herum rennt? Wie soll man seine Katzen schützen?

Mittwoch, 10. Juli 2019

Was nun?

Auf Arbeit weiss niemand, wie es weiter geht. Das Einzige, was deutlich zu erkennen ist: Chaos. Am Montag hatten wir unseren Team-Abschiedsabend. Wir haben quasi die Klassenkasse geplündert und waren nett essen. Das war gut. Auf Grund der Reorg wird es uns in Kürze in dieser Form nicht mehr geben. Einige sind schon weg, weitere werden folgen. Diejenigen, die im neuen Kader Jobs bekommen haben, stöhnen, weil es derzeit noch nicht einmal ein Büro für sie gibt! Was für eine peinliche Vorstellung. Darüber hinaus war man wohl der Meinung, erst mal Kaderstellen zu schaffen und sich erst danach zu überlegen, wie die Verantwortlichkeiten aussehen werden. So nervt sich mein ehemaliger Chef, dass er mit Dingen bombardiert wird, für die er seiner Meinung nach gar nicht zuständig wäre ...

Das Gute ist: Das bleibt mir erspart. Aber es ist völlig offen, was aus mir hier werden wird. Die Zwischenzeugnisse sind wohl so gut wie fertig. Wenn ich meines in der Hand habe, werde ich mich mal "draussen" umsehen. Vielleicht bietet sich irgendwo eine neue Chance, bevor ich hier verheizt werde.

Stillstand auch bei Rosalies Scheidung. Der Richter muss aktuell entscheiden, ob das ganze Verfahren bis zur Klärung durch die Staatsanwaltschaft ausgesetzt wird oder nicht. Ihr Ex ist natürlich dagegen, wir dafür - denn ohne den Vermögenswert von ihm zu kennen, macht eine Scheidungsverhandlung wenig Sinn. Ob es dazu vor den Gerichtsferien noch etwas zu lesen geben wird, muss man abwarten.

Gestern Abend haben wir unter Tränen unser Weisspfötchen beerdigt. Abgesehen von der traurigen Situation war es ziemlich unangenehm, denn der Geruch des Kadavers war schon ziemlich stark, selbst durch die Masken, die wir dabei trugen. Nun hat der arme kleine Kobold seine letzte Ruhe dort gefunden, wo er in den letzten Monaten so gern gewesen ist - bei uns im Garten. Es fehlt nur noch ein schöner Stein mit seinem Namen. Die Stimmung und das Verhalten der Katzen sind immer noch spürbar verändert. Ich bin gespannt, ob das so bleiben wird oder sich wieder "normalisiert". Jedenfalls wird der Futterverbrauch nun deutlich zurück gehen ohne den süssen Racker ...

Noch gut ein Monat, dann wird mein Papa uns besuchen. Der Gedanke, dass dies mit ziemlicher Sicherheit das letzte Mal sein wird, macht mich auch nachdenklich. Auf der anderen Seite bin ich froh, dass es ihn noch gibt. Schliesslich wird er schon 79, ein Alter, das Rosalies Vater längst nicht erreicht hat. Wir werden ihm hier in der Schweiz noch drei schöne Tage bereiten, an die er sich dann noch lange erinnern kann.

Dienstag, 9. Juli 2019

Trauriger Nachtrag: Weisspfötchen

Gestern hab ich berichtet, dass unsere Katzen seit dem Wochenende so seltsam anhänglich sind. Gestern Abend kam sogar der (nicht mehr nasse) Kater vom Bild aus dem Post vom gestrigen Tag mal wieder zu uns ins Bett, was er seit Monaten nicht mehr getan hatte.

Wir haben nun eine traurige Vermutung, warum das so ist. Entweder sind sie selbst traurig oder wollten uns wohl trösten ...

Seit einem halben Jahr hatten wir einen lustigen kleinen Streuner bei uns. Ganz plötzlich war er da, stand eines Tages am Fenster vom Schuppen und schaute uns neugierig an. Er war sehr scheu, frass aber gierig das Futter, das wir ihm hinstellten. Er kam jeden Tag, liess sich jedoch immer schnell von den anderen Katzen verjagen. Offenbar hatte er kein Zuhause, sodass wir ihn im Internet als Fundtier eintrugen.

Aber es meldete sich niemand, und so fütterten wir ihn regelmässig. Zwischendurch hatte er sein Revier etwas verlagert, aber dann war er plötzlich wieder zurück. Nachdem er entdeckt hatte, wie die Katzenklappe funktioniert, war er täglich mehrmals zu Besuch, frass alle Näpfe leer und ging wieder. Morgens und abends wartete er schon ungeduldig an der Tür auf uns, um seine Mahlzeit in Empfang zu nehmen. Ansonsten lag er oft gemütlich auf der kleinen Mauer gegenüber vom Haus. Inzwischen war er auch selbstbewusster und liess sich von den anderen Fellnasen nicht mehr so leicht vertreiben. Das einzige Ärgernis war, dass er überall im Haus markierte, was wiederum die anderen Kater auch animierte, es ihm gleich zu tun. So hatten wir jeden Tag kleine Pfützen am Boden und gelbe Flecken auf Decken und an Möbeln.

Seit Samstag kam er plötzlich nicht mehr - nicht am Tag, nicht in der Nacht. Zuvor hatten wir am Freitag noch mit dem Tierheim besprochen, ob und wie wir ihn kastrieren lassen könnten. Dann hätte er ruhig sein Leben weiter in unserer Nähe leben dürfen. Aber daraus wurde nichts.

Gestern Abend erhielt Rosalie einen Anruf, dass man einen toten Kater im Feld gefunden hätte - es war "unser" Weisspfötchen. Den Verletzungen nach wurde er vermutlich angefahren, schleppte sich noch ins Feld und ist dort gestorben. Ich hatte es schon länger befürchtet, denn er fühlte sich scheinbar wie Superman und blieb öfter einfach sitzen, wenn ein Auto kam. Das musste dann bremsen und warten, bis der Herr die Strasse verliess. Wo andere Katzen flüchteten, machte er einen auf "dicke Hose". Das ist ihm nun vermutlich zum Verhängnis geworden.

Rosalie hat ihn eingepackt, und heute Abend, wenn der Boden es zulässt, werden wir ihn zur letzten Ruhe betten und uns verabschieden von dem kleinen süssen Racker, der uns immer gurrend wie ein Täubchen empfing und gierig sein Futter frass. Heute Morgen ertappte ich mich dabei, wie ich ihn auf der Mauer suchte. Aber da wird er nun nicht mehr sitzen. Hoffentlich findet er in seinem Katzenhimmel ein schönes Zuhause, das ihm auf dieser Welt verwehrt blieb.

Mach's gut, Weisspfötchen, wir werden Dich nicht vergessen ...

Montag, 8. Juli 2019

Unanständiges Wochenende

Nein, es geht nicht um etwas Intimes, sondern nur um Katzen. :-)

Wenn man sich Haustiere zulegt, dann stellt man meist Regeln auf, um klar zu stellen, was erlaubt ist und was nicht. Eine Regel besagte, dass Katzen nichts auf dem Tisch zu suchen haben. Das haben wir zu Anfang mit viel Mühe versucht: Wenn Henry auf dem Tisch stand, haben wir ihn runter genommen und "nein" gesagt. Mit Vorliebe hat er das Spiel dann fünf Mal und mehr wiederholt, aber wir blieben standhaft.

Seit er viel draussen ist, hatte sich das von allein erledigt, denn er hatte kein Bedürfnis mehr, auch im Haus zu klettern. Nun haben wir ja einige Katzen immer mal zu Besuch, und am letzten Wochenende scheint irgendwie massiver Kuschelbedarf ausgebrochen zu sein. Und so lagen bei uns an einem Tag nacheinander drei Katzen auf dem Küchentisch - und keiner konnte man böse sein ...



Wie will man da streng bleiben ...

Dieser nasse Kerl hier blieb zum Glück unten:



Sie sind schon sehr süss, die kleinen Fellnasen!

Donnerstag, 4. Juli 2019

Schaulaufen

Heute ist es wieder soweit: Nachdem vor zwei Jahren Rosalies Sohn an der Reihe war, ist heute für ihre Tochter der grosse Tag. Das Ende der regulären Schulzeit wird mit einem grossen Schaulaufen beendet.

Auf diesem Tag warten auch die Autovermietungen, denn sämtliche Stretch-Limousinen der Umgebung sind im Einsatz, um die jungen Erwachsenen zu ihrer feierlichen Zeugnis-Übergabe zu chauffieren. Aus Mädchen werden junge Frauen, die in den letzten Monaten schwer damit beschäftigt waren, das richtige Outfit für diesen Tag zu beschaffen, und Jungs stehen als Männer mit Anzügen herum, in denen sie zum Teil noch etwas verloren wirken.

Das Kleid für Rosalies Tochter haben wir in Berlin gekauft. Rot, lang, sehr fraulich. Dazu schicke Schuhe und die passende Handtasche. Es dürfte ein gelungener Auftritt werden. Das einzige Ärgernis ist die Anwesenheit von Rosalies Ex, der wir natürlich nicht aus dem Weg gehen können. Aber der Saal ist gross genug, sodass wir zumindest einen gewissen Sicherheitsabstand halten werden.

Mein Sohn wird heute schon 22 Jahre alt. Gerade gestern bin ich auf Arbeit an einem Frühchen im Inkubator vorbei gelaufen. Es dürfte in etwa so klein gewesen sein wie mein Sohn damals im Juli 1997. Zum Glück ist alles gut gegangen, er ist gesund und geht seinen Weg. Happy Birthday!

Mittwoch, 3. Juli 2019

Gedanken übers Alter

Heute Morgen sprach ich mit einem portugiesischen Kollegen von der Putzkolonne. Er ist seit fast 40 Jahren in der Schweiz und möchte in drei Jahren, wenn er 62 wird, in Pension gehen. Dann wird er zurück kehren in sein Heimatland und an der Algarve die Rente geniessen.

Ein schöner Plan. So etwas schwebt uns genauso vor, wenn auch bisher nur in der Phantasie. Fakt ist: Sollte ich aus irgendwelchen Gründen allein sein, wenn mein Rentenalter erreicht ist, würde ich die Schweiz verlassen müssen, da die deutsche Rente und das Bisschen, was ich hier erarbeitet haben werde, nicht ausreichen, um meinen Lebensunterhalt in der teuren Schweiz sichern zu können.

Das wäre der schlimmste Fall. Ansonsten, mit unseren beiden Einkommen, werden wir schon über die Runden kommen, wenn auch nicht in Saus und Braus. Aber brauchen wir das grosse Haus dann noch, wird es uns vielleicht sogar bald zu viel? Vielleicht reicht dann eine kleine Wohnung in der Stadt, und wir verbringen den Winter in Florida und den Sommer an meiner geliebten Ostsee?

Ein schöner Traum. Aber ja - geniessen wir erst einmal den Moment, erfreuen uns am schönen Garten, den Katzen, dem einen oder anderen Urlaub, irgendwann auch mal wieder in Florida. Und wenn die Zeit reif ist, werden wir sicherlich die richtigen Entscheidungen treffen.


Dienstag, 2. Juli 2019

Schreibt doch ein Buch!

Wenn wir jemandem von den Ereignissen der letzten sechs Jahre erzählen, hören wir immer wieder, dass wir gut und gern ein Buch schreiben könnten und sollten. In der Tat hätten wir jede Menge Stoff dafür und müssten uns gar nichts ausdenken: Unser Kennenlernen im Blog, die erste Begegnung in der Schweiz, unsere Krise ein paar Wochen später, das Wiedersehen, meine leidige Jobsuche und die Pendelei, der Hauskauf, die Mängel und die Klage gegen die Verkäufer, die Mietnomadin, die Klage gegen die Spekulanten auf der anderen Strassenseite, und  nicht zu vergessen die unendliche Geschichte der Scheidung bei Rosalie.

Aber so ein Buch ist eben etwas Anderes als ein paar Posts im Internet. Es braucht Struktur, einen erkennbaren Faden, einen Spannungsbogen. Bücher gibt es viele, gut sind aber längst nicht alle. Und ein Buch, das niemand liest, muss man eigentlich auch nicht schreiben.

Ausserdem braucht es viel Zeit, und die ist derzeit auch noch Mangelware. In den letzten Wochen ist es zwar ein wenig ruhiger geworden, doch die Baustellen haben wohl nur Sommerpause und es ist längst nicht ausgestanden. Früher oder später werden wir uns damit wieder beschäftigen müssen.

Aber wer weiss - wenn das alles überstanden ist, können wir ja mal über das Projekt nachdenken. Mit der guten Mischung von Rosalies Perfektion und meinem pragmatischen Ansatz ist alles möglich.

Montag, 1. Juli 2019

Schöner wohnen

Bei der momentanen Hitze hat man die Wahl, im Haus zu bleiben, wo die Temperaturen dank der alten und dicken Mauern noch erträglich sind, oder sich entweder ein schattiges oder kühles nasses Plätzchen im Garten zu suchen.

Rosalie hat sich schon lange in den Kopf gesetzt, einen Pool im Garten aufzustellen. Keinen Kinder-Plansch-Pool, sondern etwas "Richtiges". Nun kam die Lieferung letzte Woche und wir hätten das Teil gern aufgestellt. Wir mussten dann aber aufgeben, weil wir im gesamten Garten keine Fläche gefunden haben, die eben ist. So ist das halt in einem bergigen Land ... Bei der Grösse des Pools reicht schon ein geringes Gefälle, um die Standhaftigkeit zu gefährden, und das wollten wir nicht riskieren. Nun brauchen wir erst einmal starke Hände, um eine Fläche von 12 m2 zu begradigen.

Also erst mal kein Pool. Dann also die neuen Gartenliegen aufstellen! Tja, leider war das auch nicht so einfach wie gehofft. Die Beine waren schlecht gesägt und die Schrauben dafür zum Teil zu lang, sodass wir sie nicht befestigen konnten. Mit zu Unterlegscheiben umgewandelten Filzklebern für Stuhlbeine haben wir es am Ende geschafft:



Mit uns hat es sich dann gleich ein Kater gemütlich gemacht, erst auf der Liege, dann darunter:



Viel bewegen konnte man sich bei 35°C wirklich nicht, zumal kaum ein Lüftchen wehte - das kam dann erst mit Macht in der Nacht, als ein Sturm über den Ort fegte und Äste und Blumentöpfe durch die Luft wirbelte.

Zuvor suchten bei der Hitze offenbar nicht nur die Katzen ein schattiges Plätzchen. Auch Flip war zu Gast und winkte durch die Scheibe:



Ein imposantes Kerlchen!

Mitte der Woche soll es sich auf 26°C "abkühlen", Regen ist aber nicht in Sicht. Wir werden also weiter schwitzen.


Freitag, 28. Juni 2019

I didn't catch that

Das war der wichtigste Satz, den wir damals in Berlin beim Crash-Kurs Business-Englisch gelernt haben. Da wir seinerzeit viel mit Indien telefonieren und dann Englisch sprechen mussten, was man schwer verstand, war diese Phrase der Notanker ...

Das fiel mir als Erstes ein, als ich heute Morgen mit Neuseeland telefonieren musste. Mein Kollege hat nämlich einen Auftrag versemmelt und bei einem Paket an einen externen Mitarbeiter die falsche Adresse aufs Paket geschrieben. Und nachdem ich mich von Tag zu Tag gedrückt habe, nahm ich heute allen Mut zusammen und rief bei der Post in Auckland an.

Ich hatte Glück und eine sehr nette junge Dame am Telefon. Geduldig hörte sie mein dahin gestottertes Anliegen an und recherchierte dann, wo das gesuchte Paket sein könnte. Habt Ihr schon mal versucht, "Pukekiwiriki Place" auf Englisch auszusprechen? Jedenfalls hat sie mich irgendwie verstanden und konnte mir am Ende weiter helfen.

Dafür war ich dann schweissgebadet und musste erst einmal durchatmen, aber ich war erleichtert, dass ich es geschafft hatte. Englisch verstehen und sprechen sind eben doch zwei Paar Schuhe.

Donnerstag, 27. Juni 2019

Nicht bewegen

Nein, ich meine jetzt nicht das "Beamten-Mikado": Wer sich zuerst bewegt, verliert. Es ist die Hitze, die einen fast erstarren lässt. Denn jede Bewegung im Freien ist anstrengend.

Tagsüber ist das hier dank Klimaanlage gar kein Problem. Aber wenn ich dann zum Feierabend das Haus verlasse, schlägt die Hitzekeule zu. Am Auto angekommen, wartet die nächste Herausforderung. Das steht nämlich fast den ganzen Tag in der Sonne, sodass man kaum das Lenkrad anfassen kann, ohne sich die Finger zu verbrennen.

Daheim im Garten zeigen einem dann die Katzen, wie man es richtig macht: Einfach nicht bewegen!



In diesem Sinne: Einen schönen heissen Donnerstag!

Mittwoch, 26. Juni 2019

Stop or go

Gestern lief einmal mehr eine Frist ab. Zur Erinnerung: Der Ex von Rosalie ist bei der Staatsanwaltschaft angezeigt worden. Für den Richter im Scheidungsverfahren ist das ein berechtigter Grund, um dies Scheidung auszusetzen, bis der Ex entweder verurteilt oder frei gesprochen wurde.

Der Ex und sein Anwalt sind nach wie vor - zumindest öffentlich - der Meinung, man müsse sich ja überhaupt keine Gedanken machen, alles würde gut und deshalb könne man doch jetzt schnell mal scheiden und das Finanzielle auslagern und später regeln.

Das sehen Rosalie und ihr Anwalt ganz anders, denn gerade das Finanzielle ist substanziell im Scheidungskrieg und entscheidend dafür, dass bisher keine Einigung zustande kam. Schliesslich geht es um die Vermögensaufteilung, nachehelichen Unterhalt usw. Wie will man darüber befinden, wenn nicht klar ist, wie gross das Vermögen überhaupt ist und wie viel davon der Ex hat verschwinden lassen?

Gestern lief die Frist zur Stellungnahme ab. Den bisherigen Äusserungen des Richters zufolge würde ich mal davon ausgehen, dass der in diesem Fall gern Rosalies Argumentation folgt und das Verfahren sistiert, da er keine Lust auf den ganzen "Mist" hat. Wenn es dazu nun kommt, wird der Ex einmal mehr im Dreieck springen und vor Wut toben, aber das hat er umsonst. Aussergerichtliche Einigungen sind ja trotzdem zu jedem Zeitpunkt möglich, und wenn ihm wirklich daran liegt, geschieden zu werden, müsste er nur mal ein vernünftiges Angebot machen. Ich gehe aber nicht davon aus, dass das passieren wird. Und so könnte nun für Monate oder gar Jahre Stillstand eintreten. So lange, bis die Staatsanwaltschaft die Anzeige geprüft hat und entweder ein Verfahren anstrengt oder die Angelegenheit zu den Akten legt.

Dienstag, 25. Juni 2019

Smart mit Hindernissen

Vor einiger Zeit habe ich erzählt, dass das smarte Home in unserem Daheim Einzug gehalten hat. Die Katzenklappe teilt uns mit, wann die Katze nach Hause kommt oder geht, Lampen lassen sich von fern oder daheim auf Zuruf oder Knopfdruck ein- und ausschalten. Und wir bekommen Fotos von Lebewesen, die sich vor der Gartentür rumtreiben.

Alles ganz nett, aber: Für die Einrichtung sollte man schon ein gewisses IT-Verständnis mitbringen, denn der Teufel steckt oft im Detail. Es gibt immer wieder Ecken und Kanten, die einen durchschnittlich IT-begabten Nutzer zur Weissglut treiben können.

Und dann gibt es auch Momente, in denen etwas nicht mehr funktioniert und man selbst gar keine Schuld hat. Denn in der Regel braucht es für die Funktion der smarten Bestandteile einen Server, und der steht eben nicht daheim sondern irgendwo. Und wenn der nicht mitspielt, kann man daheim Tante Google anschreien, wie man will - sie wird die Lampen nicht einschalten können, weil die gerade "streiken".

Ganz ähnlich auch bei der Internet-Katzenklappe. Besitzt man so ein Gadget, möchte man natürlich auch alle Funktionen 7/24 nutzen. Dann ist der Aufschrei im Forum gross, wenn plötzlich keine Benachrichtigungen mehr ankommen.

Was ich damit sagen will? So ein smartes Home kann einem hier und da schon jetzt das Leben leichter und auch sicherer machen. Aber die Technik ist noch nicht ausgereift und sicher genug, um sich unbeschränkt darauf verlassen zu können. Daher würde ich zum Beispiel nie smarte Haustür-Schlösser verwenden wollen oder WLAN-Schalter an sensiblen Anlagen benutzen, die bei Ausfall zum Hausratschaden führen könnten.

Ich vermute, dass man in fünfzig Jahren über die heutigen Anfänge nur noch lacht, aber das war bei der Erfindung des Internets genauso. Und heute möchte es niemand mehr missen.

Montag, 24. Juni 2019

Ein Sonntag in Paris

Wusstet Ihr, dass man innerhalb weniger Minuten ganz einfach an einen weit entfernten Ort gelangen kann? Und es ist ganz einfach. Ich hab es gestern wieder mal ausprobiert:

Gegen 11 Uhr habe ich mich gemütlich auf den Korbstuhl unter unseren Linden im Garten gesetzt, ein Glas Wasser auf den Tisch gestellt, mein neuestes Buch aufgeschlagen - und kurz danach fand ich mich mitten in Paris wieder.

Meine "alte" Freundin E. hat mir zum Geburtstag den aktuellen Roman von Nicolas Barreau geschenkt. Ich hab alle Bücher von ihm gelesen, dies ist aber das erste gedruckte, das ich besitze. Die anderen Romane habe ich "nur" elektronisch gelesen. Und es fühlte sich gut an, mal wieder ein richtiges Buch in den Händen zu halten!

Eigentlich sind die Geschichten von Nicolas Barreau ja eher etwas für Frauen - romantische Liebesgeschichten, immer mit einem guten Ende, das man meist schon nach rund fünfzig Seiten erahnen kann. So richtig etwas für die Seele. Aber die Leichtigkeit, mit der er schreibt, die kleinen Details, in denen man sich immer mal selbst wieder findet, weil man sie ganz ähnlich erlebt hat - das fasziniert mich und führt dazu, dass ich das Buch kaum mehr aus den Händen legen kann, wenn ich einmal angefangen habe.

Und so waren die gut 300 Seiten kurz nach 17 Uhr durchgelesen und ich fand mich wieder neben meinem Schatz in unserem Garten unter den Linden.

Es war ein schöner Ausflug, fernab von den Sorgen, die uns zurzeit umtreiben, an einem schönen Sommertag in unserem gemütlichen Garten.

Donnerstag, 20. Juni 2019

Eine Farce?

Ich muss nochmals auf das Interview - in gut einer Stunde beginnt es - zu sprechen kommen. Beim Kick-off hiess es grossspurig, dass man offen, ehrlich und konstruktiv seine Meinung sagen solle, schliesslich würden alle Daten anonymisiert, sodass ausser dem Interviewer und der jeweiligen Person niemand wüsste, wer was gesagt hat. Und es wäre DIE Chance, um etwas zu bewegen.

Nun sah ich gestern zufällig in der elektronischen Einladung, dass noch zwei weitere Personen teilnehmen sollten, und zwar aus dem Bereich, mit dem wir später zusammengeführt werden sollen. Einer davon sogar Qualitäts-Manager. Angeblich würde es darum gehen, dass die Beiden Erfahrungen sammeln sollen, um später diese Interviews selbst führen zu können.

Ja, wie? Der Fragenkatalog steht fest, die Antworten sind immer individuell - und ein Qualitäts-Manager ist nicht in der Lage, so ein Gespräch ohne vorherige Anleitung zu führen? Und überhaupt: Wo bleibt denn die Anonymität, wenn mir drei Personen gegenübersitzen, von denen zwei auch noch da arbeiten, wo wir später auch tätig sein werden??

Ich hab sofort bei meinem Chef interveniert, und der war auch ganz auf meiner Seite. Obwohl der Chef-Chef das erwartungsgemäss anders sah, hatte der externe Interviewer Verständnis für meine Bedenken, und so soll unser Gespräch heute nun doch unter vier Augen stattfinden.

Einmal mehr stelle ich leider fest, dass dieser ganze Prozess hier mehr als laienhaft organisiert und durchgeführt wird. Und vielleicht sollte ich froh sein, nicht in diesen "Kader" aufgenommen worden zu sein ...

Mittwoch, 19. Juni 2019

Interview (with a vampire?)

Due Diligence - was für ein wunderbarer Begriff. Bei den Stellen, für die ich mich erfolglos beworben habe, herrscht noch (oder schon) Chaos, weil die Strukturen völlig unklar sind und Aufgaben nicht feststehen. Und da will man mit uns Verbliebenen nun also in die vertiefte Untersuchung gehen. Und am Ende gibt es eine Empfehlung - ja, wofür eigentlich? Nichts ist klar, keiner weiss, wohin, aber alle machen mit.

Der Typ, mit dem ich morgen das Interview habe, ist ein Bayer und macht einen auf betont kumpelhaft. Als Externer, dem die Zukunft der Angestellten egal sein kann, ist das vermutlich auch nicht schwer. Es wird darum gehen, eine SWOT-Analyse zu erstellen. Dafür werden unsere Kompetenzen, Aufgaben, Vorlieben und Wünsche aufgenommen, alles am Schluss zusammen gefasst und an den neuen zentralen IT-Bereich weiter gegeben. Der wird dann (irgendwann) auf uns zukommen und uns etwas anbieten. Das können wir nehmen - oder gehen.

Schöne Aussichten ...

Mir fehlt bei all dem gerade etwas die Motivation und ich merke, dass ich mich schwer tue, am Ball zu bleiben. Das ist schade, denn zuletzt, nach dem Weggang der beiden Fehlbesetzungen, war die Stimmung hier gut und alles lief bestens. Nun könnte alles den Bach runtergehen.

Der Chef wird in den nächsten Tagen mein Zwischenzeugnis erstellen, dann werde ich mich umschauen, ob es für mich noch andere spannendere Aufgaben geben könnte.

Dienstag, 18. Juni 2019

Warum in die Ferne schweifen

Nach fünf freien Tagen muss ich nun heute wieder ins Büro. Aber wenn man das Gefühl hat, der letzte Arbeitstag sei eine kleine Ewigkeit her, dann hat man vermutlich alles richtig gemacht, oder?

Es war wirklich sehr erholsam daheim. Wir haben ein paar Ausflüge gemacht, waren bei Freunden, haben uns Naturgärten in der Nähe von Zug angeschaut, waren lecker Essen mit Blick auf den Zuger See, während Sturm und Regen über das Wasser peitschten, und gestern hatten wir einen gemütlichen Tag im Garten bei sommerlichen Temperaturen und viel Sonne. Und während wir am Teich sassen, stellten wir fest, dass wir eigentlich gar nicht unbedingt verreisen müssen, um Erholung und Ruhe zu finden. Solange wir uns vom Alltag und dem Ärger nicht zu sehr ablenken lassen, können wir uns auch daheim im Garten mit unseren Katzen gut erholen.

Donnerstag, 13. Juni 2019

Mehr als ein Jahrhundert

Wir befinden uns gerade in der jährlichen Juni-Feierwoche, und daher haben Rosalie und ich beschlossen, drei Tage Urlaub zu nehmen und uns ein gemütliches langes Wochenende zu machen. Wir sind ja schliesslich nicht mehr die Jüngsten mit 103 Jahren Erfahrung.

Vorgestern sprach ich im Auto mit Rosalies Sohn, und der meinte, man wäre ja sooo alt mit über 50. Stimmt, das dachte ich damals mit 18 Jahren auch. Eigentlich war es fast unvorstellbar, überhaupt jemals dieses biblische Alter zu erreichen, und wie würde sich das wohl anfühlen?

Bis auf die Erfahrungen und Zipperlein, die man mit sich herum schleppt, fühlt es sich eigentlich kaum anders an als mit 18. Gut, man freut sich heute nicht mehr so auf den Geburtstag, es ist mehr oder weniger ein Tag wie jeder andere, wenn man nicht gerade ein wenig feiert. Aber ich fühle mich nicht so alt, wie ich bin, und ich sehe wohl auch nicht ganz so alt aus. Also muss ich auch nicht in tiefe Depression verfallen, auch wenn längst die "5" am Anfang steht.

Und so werden wir die paar Tage geniessen, auch wenn wieder eine Kerze mehr auf der Torte auszupusten ist.


Mittwoch, 12. Juni 2019

Kick off oder out?

Gestern fand sie nun also "endlich" statt, die Auftakt-Veranstaltung zur Reorg in unserem Team. Zusammen gepfercht im Mini-Büro vom Chef sassen wir, zum Teil auf dem Tisch, (wie peinlich), um dem externen Berater zu lauschen.

Viel schlauer bin ich trotz mehrmaliger Nachfrage nicht. In den nächsten vier bis fünf Wochen (sehr sportlich) soll mit allen im Team ein Interview geführt werden. Am Ende erstellt der Berater daraus eine Empfehlung.

Und dann? Genau diese Frage blieb offen. Weder ist klar, wer dann was damit macht, noch gibt es überhaupt irgendwelche Strukturen, die uns als Personen dann fachlich oder personell aufnehmen könnten. Ich hab dann noch mal explizit gefragt, was mit uns dann passiert. Darauf kam eine sehr zweifelhafte Antwort, die entweder "nur" extrem ungeschickt war oder aber durchblicken liess, dass der eine oder andere Kollege überflüssig werden könnte: "Also wenn man dann anhand Eurer Skills sagt, dass man Euch das Team X anbietet und das dann absolut nicht das ist, was ihr machen wollt, ja dann müsste man sehen ...". Aha - heisst das, dass es egal ist, was man bisher gemacht hat und man einfach irgendwo etwas nehmen muss, wo gerade niemand hin will? Also genau das, was ich befürchtet habe?

Mein Chef wird sich heute um mein Zwischenzeugnis kümmern, und dann muss ich sehen, ob ich mein Schicksal vielleicht trotz des hohen Alters noch selbst in die Hand nehmen oder mich hier verheizen lassen muss. Klar ist, dass die Aufgaben hier nicht komplett wegfallen, sondern weiterhin von jemandem erledigt werden müssen. Aber wer, wie, wo, das weiss niemand. Und da man auf die Kliniken Druck ausüben wird und sie für mehr Service auch künftig mehr zahlen lassen möchte, werden die sich gut überlegen, ob sie unsere Dienste noch im bisherigen Umfang nutzen oder lieber sparen möchten. Also eine Unbekannte mehr in der Gleichung.

Und wenn ich sehe, dass sich mein Chef schon nervt, mein Kollege, der einen neuen Job antreten wird, ebenfalls, dann lässt das erahnen, dass hier niemand einen Plan hat. Und immer mehr kann ich nachvollziehen, warum in den letzten Monaten so viele gute Leute aus der zentralen IT gegangen sind.

Dienstag, 11. Juni 2019

Wenn der Mensch Gott spielt

Nein, ich meine jetzt nicht den Ex von Rosalie, auch wenn der genau so tut und der Meinung ist, er sei der Nabel der Welt und alles, was er sagt, sei Gesetz. Stellt Euch vor, Ihr habt gemeinam mit einem Freund ein Konto. Jeder zahlt 5000 Euro ein, um es bei Bedarf für irgend etwas einsetzen zu können. Nun möchtet Ihr das Konto auflösen und Euer Freund sagt Euch, dass er leider alles ausgegeben habe und Euch nur noch 2000 Euro geben könne, weil er mehr nicht habe. Würdet Ihr Euch darauf einlassen und auf den Rest einfach verzichten, weil der Freund es rücksichtlos für sich verprasst hat und es nicht mehr beschaffen kann?

Genau das verlangt Rosalies Ex derzeit (nur in anderen Dimensionen) ...

Aber das nur am Rande. Eigentlich geht es mir um Manx. Das ist eine schon sehr alte Katzenrasse, die durch Inzucht entstanden ist und einen Gendefekt aufweist, der u. a. dafür sorgt, dass diese Tiere keinen Schwanz haben.

So ein armseliges Geschöpf besucht uns jetzt täglich, holt sich ein paar offenbar dringend benötigte Streicheleinheiten ab und geht dann wieder. Diese Tiere sind bemitleidenswert. Sie werden so gezüchtet, dass nicht nur der Schwanz fehlt, sondern sie auch durch den Körperbau so hoppeln wie Kaninchen. Diese Zucht bringt es ausserdem mit sich, dass viele weitere Schäden auftauchen können. So hat dieses Exemplar offenbar einen Enddarm-Prolaps, was nicht schön aussieht und vermutlich auch schmerzhaft sein dürfte.

Wenn der kleine Kerl vor der Klappe steht und mich sieht, stürmt er herein, wirft sich auf den Boden und schnurrt vor Begeisterung. Mit dem süssen Kater, der von der Natur sehr benachteiligt wurde, muss man einfach Mitleid haben. Ich hab beim Katzengott schon darum gebeten, dass er im nächsten Leben eine normale Katze wird, damit er so richtig toben und vor allem auch klettern kann, wie sich das gehört!


In Deutschland ist die Zucht dieser Rasse wegen Qualzucht inzwischen verboten. In der Schweiz wohl nicht, aber es gibt offenbar so gut wie keine Nachfrage nach Manx, was schon mal gut ist. Aber in England und Skandinavien ist diese Rasse wohl noch recht verbreitet. Mir ist ein Rätsel, wie man so entstellte Tiere schön finden kann.