Dienstag, 22. Mai 2018

Das ist anders

Seit rund 1,5 Jahren bin ich jetzt hier im Spital tätig, und was mir von Anfang an auffiel, war der ganz andere Umgang(-ston) untereinander. War ich aus dem ÖV in Berlin eine sachliche, nüchterne und sehr stark an Hierarchien angelehnte Kommunikation gewohnt, war schon mein erster Eindruck hier, dass es einen sehr offenen, fast freundschaftlichen Umgang miteinander gibt.

Ob das nun am Gesundheitswesen und/oder am Land (oder Berlin) liegt, kann ich nicht so recht beurteilen, weil mir der Vergleich fehlt, aber angenehm ist es auf jeden Fall. Wenn ich nur schon daran zurückdenke, wie wichtig sich damals einige Menschen anhand ihres "Ranges" genommen haben. Furchtbar. Gut, es gibt hier auch einige wenige Ärzte in Führungspositionen, die sich wie Götter fühlen, aber das ist wirklich die Ausnahme. Ansonsten weiss man nie, ob einem ein leitender Oberarzt oder Assistenzarzt gegenübersteht. Selbst der Klinikchef spricht einen mit Vornamen an. Diese Lockerheit ist wohltuend. Verwirrt hat mich dabei anfangs auch, dass man in Mails dann oft mit:"Lieber ..." angeschrieben wird. Damit habe ich mich etwas schwer getan, schliesslich kannte ich das daheim nur von mehr oder weniger vertrauten Personen. Inzwischen kommt mir das aber recht locker in die Tastatur

Neulich hatte ich eine weitere, fast schon typische Begegnung im Hause. Es gibt eine "Frau in Weiss", der ich fast täglich, manchmal sogar mehrfach auf dem Flur begegne. Wie das im Spital üblich ist, grüsst man sich auch unbekannterweise. Wir grinsten inzwischen schon, weil wir uns tatsächlich ungewohnt oft über den Weg liefen. So auch an diesem Tag: Zum ersten Mal trafen wir uns am Aufzug, zwei Stunden später auf dem Flur. Plötzlich streckte sie mir die Hand entgegen und meinte: "Also ich bin J. So oft wie Dich treffe ich hier niemanden im ganzen Spital!" Ich war überrascht, nannte auch meinen Vornamen, wir wünschten uns einen schönen Tag und gingen weiter.

Später im Büro schaute ich dann mal, wen ich da gerade begrüsst hatte: Eine Oberärztin aus einer anderen Klinik (übrigens auch eine Deutsche). Dienstlich haben wir überhaupt nichts miteinander zu tun. Um so sympathischer fand ich die Situation. Und es arbeitet sich halt viel besser, wenn man auf den Fluren nicht ständig irgendwelchen verkalkten, grummelnden, in sich gekehrten Angestellten oder Beamten über den Weg läuft, sondern sich irgendwie einem (riesigen) sympathischen Team zugehörig fühlt, in dem jeder den Anderen achtet.

Montag, 21. Mai 2018

Die Leichtigkeit des Seins

Es geht doch nichts über eine extrem kurze Woche. Dank des heutigen Feiertages und meines 90%-Arbeitspensums muss ich in dieser Woche nur drei Tage arbeiten. Herrlich!

Und ich genieße diese Jahreszeit: das frische Grün, die Luft, die noch nicht zu heiß ist, die vielen Blüten. Und die Ruhe. Wenn man wie ich aus einer riesigen Großstadt kommt, wirkt die Ruhe hier wie aus einer anderen Welt. Es ist aber nicht nur das, was man hört, auch das, was man fühlt.

Rosalie wohnte früher auf der anderen Seite des Sees. Dort spürte ich immer, wenn ich dort war, eine gewisse innere Unruhe, Anspannung, sonderbare Energie. Selbst, wenn wir draußen saßen mit Blick auf den See, hatte ich nie das Gefühl, wirklich abschalten zu können.

Ganz anders hier. Schon, wenn ich abends nach der Arbeit vor dem Haus aus dem Auto steige, spüre ich absolute Entspannung. Am Teich oder auch auf dem Balkon hat man immer das Gefühl, weit weg von allem, quasi im Urlaub zu sein.

Genau DAS ist es allerdings, was Rosalie manchmal etwas stört: Es ist ihr ZU ruhig. Unser Ort ist ein Schlafkaff, mit all den Vor- und nicht zu unterschätzenden Nachteilen, vor allem der fehlenden Infrastruktur. Rosalie hat zuvor lange auf der anderen Seeseite gelebt, kennt dort viele Menschen, die man unterwegs hin und wieder trifft und mit denen man sich austauscht. Dazu das Leben in den Straßen, die Events, Einkaufsmöglichkeiten direkt vor Ort. All das fehlt hier, und das bedauert sie hin und wieder, vor allem, wenn sie direkt von der einen zur anderen Seite fährt und den direkten Vergleich hat.

Leider ist es eben unmöglich, Beides zu haben, schon, weil es derartige Grundstücke dort drüben entweder nicht gibt oder sie nicht bezahlbar sind. Kompromisse sind da unabdingbar, und die Frage ist, was einem wichtiger ist.

Nein, wir werden demnächst nicht umziehen, aber wer weiß, wie es in ein paar Jahren sein wird. Wir werden älter, die Kinder sind aus dem Haus, und irgendwann werden wir die gesamte Situation neu bewerten.

Aber vorerst genießen wir unseren täglichen  Mini-Urlaub daheim, und die Ruhe. :)

Freitag, 18. Mai 2018

Die lieben Kollegen (27) - Tag 1

Weg ist er! Endlich. Ich konnte mich nicht mal direkt verabschieden, weil er lange im Haus unterwegs war und nicht ins Büro zurück kam, bis ich Feierabend gemacht habe. Traurig bin ich nun nicht gerade ... Ein paar "Leichen" sind am letzten Tag auch noch zum Vorschein gekommen, und in einem zufälligen Gespräch mit Mitarbeiterinnen des Spitals war auch nichts Gutes über ihn zu hören. Was soll's - nun ist er nicht mehr da, und damit wird sich hier hoffentlich Einiges in nächster Zeit ändern.

Eine Änderung wird es sofort geben: Ich hab meinem Kollegen den frei gewordenen Arbeitsplatz in der dunklen Ecke schmackhaft gemacht, und er hat sofort angebissen. Die Intention ist klar: Er ist dort völlig unbeobachtet und kann noch weniger arbeiten. Mein Ziel war es aber, seinen Platz am Fenster zu bekommen und endlich nicht mehr mitten im Raum sitzen zu müssen. Das habe ich damit nun geschafft und werde in den nächsten Tagen in Ruhe umziehen.

Heute Morgen wirkt der Raum viel luftiger und hat weniger schlechte Energie. Ein gutes Gefühl. Ich hab gleich angefangen, das Lager noch etwas zu entrümpeln, um alles Alte raus zu bekommen. Es geht mir jetzt besser!

Also, starten wir das nächste Kapitel. Und zunächst noch ins lange Wochenende. Schöne Pfingsten!


Donnerstag, 17. Mai 2018

Vom Hasenfuss zum Herr im Haus

Heute geht es mal wieder um eines unserer Lieblingsthemen seit knapp einem Jahr: Henry! Vor zwei Tagen hatte er seinen ersten Geburtstag und ist nun schon rund neun Monate bei uns.

Schon immer war er ein ganz lieber. Er ist sehr gutmütig, sanft und freundlich. Als er noch ausschliesslich im Haus bleiben musste, war das Spielen ein ständiger Bestandteil des Tages, meist am Vormittag, während er den Nachmittag oft verschlief.

Seit Februar darf er nun die grosse weite Welt erforschen. Spielen ist inzwischen out. Sein Tagesrhythmus hat sich auch verändert, meist ist er bis zum frühen Vormittag wach und schläft dann tagsüber, bis jemand nach Hause kommt. Dann zieht er los und kommt zwischendurch mal zum Fressen heim. Unsere Sorgen und Ängste hat er zerschlagen, der Ausgang klappt inzwischen sehr gut. Nicht zuletzt auch, weil wir immer wissen, ob er gerade draussen ist oder irgendwo im grossen Haus. Die moderne Technik macht es möglich - die Klappe übermittelt uns eine Benachrichtigung aufs Handy, wenn der Herr hereinkommt oder ausgeht. Ist das nicht cool? Für ängstliche Katzenliebhaber und sorgenvolle Katzeneltern wie uns eine tolle Sache, vor allem auch, wenn man selbst gerade nicht daheim ist. So toll, dass ich inzwischen mit dem Hersteller in ständigem Kontakt stehe, bereits einen Text auf der deutschen Webseite angepasst habe und anderen Kunden im Forum helfe, die Schwierigkeiten mit der Einrichtung haben. Heute soll auch ein Päckchen mit PR-Material für mich eintreffen. :)

Aber zurück zum Thema. Seit dem unser Kater raus darf, waren die ersten Begegnungen mit anderen Katzen dramatisch - und sehr kurz. Henry hat reissaus genommen, ist durch die Klappe in den ersten Stock unters Bett geflitzt und über Stunden nicht mehr heraus gekommen. Wir hatten schon Sorge, dass das immer so weiter gehen könnte.

Es war aber offensichtlich ein Lernprozess. Neulich am Abend, es war schon fast dunkel, hörten wir draussen ein lautes Mauzen und Fauchen. Wir sahen durch die Gartentür und konnte noch den Rest der Kampfhandlungen zwischen unserem und einem rötlich getigerten, ziemlich "arroganten" Katzentier mit ansehen. And the winner was: Henry! Die andere Katze zog ab, ein kleines Büschel Fell lag noch auf dem Fussabtreter.

Der Herr in Schwarz hat also ganz allein gelernt, wie er in der Natur zurecht kommt. Wir brauchen offenbar keinen Hund, Henry wird uns gegen alle Eindringlinge verteidigen. :)

Mittwoch, 16. Mai 2018

Was kommt als Nächstes?

Die Frist läuft. Nachdem Rosalies Ex sich immer neue, absurdere Forderungen "ausdenkt", mit denen er zu begründen versucht, warum er seit Monaten keine Alimente zahlt, hat ihm das Gericht nun bis zum 23. Mai Zeit gegeben, um sich abschliessend zu dem Thema zu äussern und seine Argumente vorzubringen.

Nach menschlichem Ermessen sollte und dürfte das Gericht darauf nicht eintreten und die Zahlung des ausstehenden Unterhalts notfalls mittels Gerichtsvollzieher anschliessend anordnen. Selbst, wenn es auf seiner Seite berechtigte Forderungen geben sollte (was wir aussschliessen), dürfen diese nicht ohne Einwilligung der Gegenseite einfach von den Alimenten abgezogen werden, sondern müssten ebenfalls per Klage eingefordert werden.

Ihr seht, wenn es um Rosalies Scheidung geht, kommen eigentlich inzwischen nur noch Worte wie Klage, Anwalt, Gericht und Kosten im Text vor. Das ist gruselig und vor allem auch psychisch sehr belastend. Ich hoffe und wünsche mir, dass ein saftiges Urteil aufgrund des oben geschilderten Sachverhaltes Rosalies Ex endlich wachrütteln und ihm zeigen wird, dass er mit seiner sinnlosen Sturheit und Überheblichkeit nicht weiter kommt. Wenn das Gericht Rosalies Antrag folgt, muss er nämlich neben den Anwalts- und Gerichtskosten auch noch eine sogenannte Parteientschädigung zahlen. Das tut dann weh.

Gut, genau genommen ist das alles völliger Irrsinn, denn alles, was da jetzt an Kosten angehäuft wird, schmälert am Ende nur das gemeinsame Vermögen. Aber momentan geht es wirklich darum, ihrem Ex klar die Grenzen aufzuzeigen und ihm klar zu machen, dass seine Arroganz ihm nur schadet und das Verfahren immer weiter verzögert.

Hoffen wir (mal wieder) das Beste ...

Dienstag, 15. Mai 2018

Die lieben Kollegen (26) - Ich nicht!

Womit fange ich an? Also ... Der "Chef" erhielt vor genau einer Woche hier einen Anruf, dass sein Vater verstorben ist. Auch wenn es wohl absehbar war, kam die plötzliche Nachricht dann doch überraschend und ist natürlich traurig. Er machte sich sofort auf den Weg Richtung Ostsee. So weit, so gut.

Dass er nun gleich einen ganzen Monat frei nimmt, überraschte mich dann aber doch. Wie geht das, und warum? Vor allem vor dem Hintergrund, dass zwei Kollegen das Team verlassen und ein neuer anfängt und es zumindest offiziell keinen Chef-Vertreter gibt. Wir sind also führungslos, kein Einarbeitungsplan für den Neuen, keine Entscheidungsgewalt. Gut, inoffiziell scheint sein Busen-, Bier- und Fussballfreund seine Geschäfte bis zu einem gewissen Mass weiter zu führen, aber das ist irgendwie geheim oder irgend ein Kasperletheater.

Fakt ist, dass ich eine Entscheidung brauche, die ich nicht selbst treffen kann, weil damit eine weitreichende Verantwortung einher geht. Nun habe ich daher dem Chef-Chef geschrieben und mich eindeutig positioniert: Ich kann und werde dieser Verantwortung in meiner Position nicht übernehmen. Antwort? Keine ... Das ist ein verdammter Saustall hier. Konsequenz: Höre ich nichts, bleibt die Anfrage liegen und das Rollout kann nicht stattfinden. Ist mir wirklich egal.

Nicht egal ist mir die Einführung des Neuen. Wie gesagt, auch hier keinerlei Plan oder Vorbereitung, weil der Chef fort ist. Nun ist es mir allerdings persönlich wichtig, dass der neue Kollege hier merkt, wo es lang geht, darum habe ich mich wohl oder übel etwas vorgedrängelt und werde nun die Einführung übernehmen. Eigentlich nicht meine Gehaltsklasse, könnte sich aber zumindest im Team langfristig auszahlen. Viel schlechter kann es allerdings ohnehin nicht werden. Nachdem ich einige Aufgaben des scheidenden Kollegen übernommen habe, sehe ich immer deutlicher, was das für eine Pfeife war: viel heisse Luft und Überheblichkeit, aber keinerlei Substanz. Er hinterlässt überall Chaos und Pendenzen. Nicht zuletzt auf seinem Schreibtisch. Gestern war jemand vom HR hier und fragte, ob sie den guten Mann darauf ansprechen solle, dass er seinen Schreibtisch noch aufzuräumen habe. Aus dem "Team" kam gleich Protest und die Aussage, dass er das gaaaanz sicher an seinem letzten Tag machen wird. Wollen wir mal wetten, was alles liegen bleiben wird? Der Typ ist einfach dumm. Er hat sogar vergessen, dass er 90% arbeitet. Damit hat er sich verrechnet. Nun ist nicht genug Zeit übrig und er muss zwei Tage unbezahlten Urlaub nehmen, weil er seine Flüge ins Kosovo schon gebucht hatte.

Ohne Worte ...

Montag, 14. Mai 2018

Ausflug ins Markgräflerland

Es kam, wie es kommen musste. Der Morgen war trüb, aber noch trocken. Doch kaum liefen wir zum Auto, fing es an zu regnen. Und dieser Regen begleitete uns durch den ganzen Tag. Der Vorteil: Man ist im Freien fast allein. Der Nachteil: Man bekommt mit der Zeit nasse Füsse im Gras und ein Spaziergang mit Regenschirm durch einen eigentlich wunderschönen Garten ist keine wirkliche Freude. Wir haben uns aber nicht abschrecken lassen und trotzdem ein paar Eindrücke mitgenommen. Schliesslich ging es auch um Inspiration für den eigenen Garten.

Am späteren Nachmittag fuhren wir dann weiter zu unserem kleinen Hotel - wo dann auch kurz vor dem Abendrot wieder die Sonne schien. Von einem Sternekoch verwöhnt, genossen wir den Abend zusammen mit leckerem Wein aus der Region.

Am Freitag, nach einem guten Frühstück, statteten wir dannschnell noch Kaufland einen Besuch ab, wo ich mich mit ein paar Lebensmitteln eindeckte, die man in der Schweiz in der Regeln nicht bekommt, wie zum Beispiel einer leckeren Leberwurst. Von dort aus ging es dann nach einem Abstecher zu einer Freundin von Rosalie zurück nach Hause - im schönsten Sonnenschein. Unser Kater, zum ersten Mal über Nacht allein, war sehr erfreut, uns zu sehen und machte nicht den Eindruck, als hätte er uns die Abwesenheit übel genommen.

Bei unserem derzeitigen Wetterglück graut es mir davor, was wohl im Oktober passieren wird, wenn wir nach Florida fliegen. Aber vielleicht beruhigt sich der Wettergott bis dahin.

Mittwoch, 9. Mai 2018

Was haben wir verbrochen?

Irgendwann muss dieser Bann doch mal gebrochen werden!? Zuletzt war jeder Ausflug, egal ob Lübeck, Berlin, Wien, nochmals Lübeck immer mit dem schlimmsten vorstellbaren Wetter verbunden: Schnee, Regen, Sturm. Nun haben wir beide am Freitag frei und sturmfrei, daher haben wir einen Kurztrip in den Schwarzwald geplant. Der stand schon lange auf dem Wunschzettel, und dieser Brückentag schien uns ideal zu sein.

Und nun das. Ist es nicht gemein, dass der Donnerstag, also genau der Tag, an dem wir früh losfahren und einen schönen Tag in Deutschland verbringen wollten, der bei weitem schlimmste Tag der Woche ist mit deutlich niedrigeren Temperaturen und jeder Menge Regen ist? Wenn sich an der Vorhersage nichts ändert, werden wir zwar trotzdem, aber wohl erst gegen Mittag losfahren, denn das Hotel ist gebucht und ausserdem haben wir uns darauf gefreut, mal etwas Anderes zu sehen.

Sollte also jemand morgen irgendwo die Sonne sieht, freuen wir uns, wenn sie nach Süddeutschland geschickt wird. :)

Dienstag, 8. Mai 2018

Ein Tag zum Wegwerfen

Mehrere solcher Tage wie gestern, und man könnte sich direkt einweisen lassen. Der Arbeitstag war schon eine Katastrophe. Dem unteren Management Entscheidungen schmackhaft machen zu müssen, hinter denen man selbst nicht steht, ist immer eine schöne Aufgabe. Und den ganzen Tag von Büro zu Büro zu hüpfen, weil jeder was von einem will oder etwas nicht funktioniert, mag zwar fürs Ego gut sein, aber am Ende hat  man von den eigentlich wichtigen Dingen nichts geschafft. Und wenn man dann zwischendurch mal ins Büro zurück kommt und auf einen schmatzenden, Video schauenden Kollegen trifft, fragt man sich, was falsch läuft ...

Eigentlich wäre dann das Zuhause der Ort, an dem man sich erholt und den Tag in Ruhe ausklingen lässt. Wenn, ja wenn da nicht die verschiedenen Gerichtsverfahren wären. Post vom Scheidungsrichter, der "nicht gewillt" ist, sich die Beweise von Rosalie anzusehen und deswegen einen Gutachter beauftragen will, für den sie einen fünfstelligen Betrag vorschiessen soll. Post von ihrem Anwalt, der das ähnlich sieht und völlig empathielos um Überweisung bittet, damit das Verfahren fortgesetzt wird (ansonsten würden die Beweise halt nicht berücksichtigt werden ...?!). Und das alles bei ausstehenden Alimenten im ebenfalls fünfstelligen Bereich. Wer soll das alles bezahlen? Und wofür? Post vom Ex, der ohne Anschreiben eine Liste schickt mit Posten, an denen sich Rosalie gefälligst zu beteiligen habe, unter anderem seine Kehrichtgebühren oder ein neuer Tischtennis-Tisch. Dem Mann ist irgendwie scheinbar was auf den Kopf gefallen.

Und, nicht zu vergessen, Post vom Bau-Anwalt mit einer Stellungnahme und der Bitte um Antwort zum Baugesuch gegenüber. Da stehen vom gegnerischen Anwalt so lustige Sachen drin, wie: "Es gebe kein Gesetz, das vorschreibe, dass ein Spielplatz gerade (also waagerecht) sein müsse." Interessant, oder? auf dem geplanten "Spielplatz" könnte man nicht mal einen Ball ablegen, da der unweigerlich Richtung Strasse rollen würde. Das sei aber alles völlig in Ordnung und rechtens.

Was ist hier los mit der Justiz? Oder sind wir paranoid?

Montag, 7. Mai 2018

Die lieben Kollene (25) - Countdown

Das ist nicht nur der Countdown für eine kurze Woche mit Feier- und Brückentag, sondern auch der Beginn der "Zielgeraden" für den scheidenden Kollegen. Laut Plan soll Dienstag in einer Woche hier sein letzter Arbeitstag sein. Eigentlich hat er montags immer frei, aber er verkündete letzte Woche, dass er wegen der vielen Minusstunden nun auch noch am Montag erscheinen würde, um sein Konto auszugleichen.

Am vergangenen Freitag hat er das geplante Aufholen der Stunden schon "gut umgesetzt", in dem er zu spät kam und zu früh ging und ihm damit rund 1,5 Stunden fehlten. Und heute Morgen schrieb er ein Mail, dass er nicht kommen könne, weil er mit seiner Mutter zum Arzt müsse. Aha. Wie alt dürfte seine Mutter etwa sein - Mitte 50? Und ihr Mann kann sie nicht begleiten? Und das dauert einen ganzen Tag lang?

Mir soll es egal und recht sein. Hier vermisst ihn keiner. Spannend wird noch zu sehen sein, ob er es schafft, seinen Schreibtisch aufzuräumen. Dafür braucht er vermutlich allein schon zwei Tage. Mein "Chef" meinte neulich grossspurig, er würde ihn persönlich herbringen, um hier nach seiner Kündigung noch aufzuräumen. Darüber kann ich nur lachen. Aber ich werde den Saustall sicher nicht beseitigen.

Nun denn, auf zum Tagesgeschäft und einen guten Start in die kurze Woche!

Freitag, 4. Mai 2018

Alt gegen neu

So wirklich nötig wäre es nicht gewesen, aber nun hab ich es trotzdem getan: Mein Handy Samsung S7 Edge ist durch ein S9 ersetzt.

Das Einzige, was mich beim Edge wirklich genervt hat, waren die Fehlklicks, die man mit dem Handballen durch die stark gerundeten Ecken immer mal wieder ausgelöst hat. Ansonsten war ich mit dem Gerät sehr zufrieden und hätte nicht unbedingt ein neues gebraucht.

Nun waren aber die zwei Jahre rum, und mein Provider möchte natürlich gern, dass man Kunde bleibt. Und so lockt er mit "Geschenken". So ganz geschenkt wäre das neue Handy eigentlich nicht, aber im Augenblick gibt es eine Aktion, bei der man sein altes Handy quasi eintauschen kann. Eine gute Sache, wie ich finde, denn in meinem Schrank stapelt sich schon genug Schrott. Und mit diesem Tausch wird das neue Gerät kostenlos.

Gestern ist es angekommen und schon in Betrieb. Dank smarter Techniken ist der Umstieg heutzutage fast ein Kinderspiel. Ein paar wenige Nacharbeiten, Kennwörter und Einstellungen, und schon merkt man keinen Unterschied mehr. :) Doch: Die Kanten sind nicht ganz so rund, und damit liegt es sicherer in der Hand und man löst nicht so schnell falsche Funktionen aus.

Winziger Haken: Das Gerät besitzt einen USB-C-Anschluss, damit sind alle bisherigen Kabel mit Micro USB nutzlos. Also braucht man neue Kabel oder Adapter. Jeweils eines liegt zumindest bei. Aber dafür muss man nicht mehr fummeln, um den Stecker richtig herum einstecken zu können. Das ist doch auch Fortschritt. :)

Ach ja, Fortschritt: Ich brauche mein Telefon jetzt nur noch freundlich anzustarren, um es zu entsperren. Ganz praktisch, zumal der Fingerabdruckscanner ja inzwischen auf der Rückseite ist, was ich nicht gut finde. Man braucht ihn aber durch die neue Gesichtserkennung nur noch selten.

Erstaunlich ist, wie man sich an die neuen Grössen der Handys gewöhnt hat. Gaaanz früher fand ich alle Telefone mit Display jenseits der 4,5 Zoll riesig. Das S9 hat 5,8 Zoll, und das stört mich jetzt gar nicht mehr. Allerdings ist das Handy insgesamt nicht mehr so stark gewachsen, das grössere Display ergibt sich vor allem durch die schmalen Ränder.

Nun denn, ich hab also was für Samsungs Verkaufszahlen getan, ein Must Have ist das neue Gerät sicherlich nicht.

Donnerstag, 3. Mai 2018

Die lieben Kollegen (24) - Habemus novum collegam!

Es ist vollbracht, der neue Kollege ist ausgewählt und wird schon am 1. Juni hier anfangen. Mangels Alternative gab es letztlich nur einen wählbaren Kandidaten, und der hat nach seiner Vorstellungsrunde hier im Team den Zuschlag erhalten.

Baujahr 1994 - damit könnte auch er locker mein Sohn sein. Er ist hier in der Schweiz geboren und hat asiatische Wurzeln. Ich hab eine halbe Stunde mit ihm zusammen gesessen, und dabei machte er auf mich einen aufgeschlossenen, freundlichen und damit positiven Eindruck. Natürlich ist das nur eine Momentaufnahme und man zeigt bei einer Bewerbung immer sein bestes Gesicht. Aber ich bin zumindest verhalten optimistisch, dass der Neue eine Verbesserung im Vergleich zu seinem Vorgänger sein wird. Und vielleicht lässt er sich noch etwas beeinflussen und formen, dann wäre das allemal ein Gewinn fürs Team.

In zwei Wochen ist der alte Kollege weg. Arbeiten tut er allerdings schon jetzt kaum noch, und auf seinem Schreibtisch sieht es aus wie bei Luis Trenker im Rucksack. Ich bin froh, wenn er weg ist, ein Verlust dürfte das kaum sein, auch wenn immer ein Stück Wissen verschwindet. Immerhin war er rund fünf Jahre hier. Aber das kann man wieder aufholen, und wenn dann die Arbeit mehr Freude macht und das Team insgesamt besser funktioniert, ist das mehr Gewinn als Verlust.

Ich hoffe es sehr.

Mittwoch, 2. Mai 2018

Kult

Schon wieder ein Jahr um, und wer erinnert sich noch an den Gewinner 2017? Egal, nächste Woche ist es wieder soweit - ESC! Daumen drücken für Deutschland und die Schweiz (in der Hoffnung, dass sie es endlich mal wieder ins Finale schaffen - also bitte für die Schweiz im HF voten!).

Aber das wollte ich eigentlich gar nicht schreiben. Es ist viel "schlimmer". Als ich letzten Freitag bei meinem Vater war, lief dort der Sender "Radio Paloma". Hier wird 100% deutscher Schlager gespielt, quer durch alle Jahrzehnte. Bei den aktuellen Songs habe ich wenig Ahnung, zumal Helene, Andrea, Beatrice und Co für mich alle ähnlich klingen, aber die Lieder aus "meiner" Zeit erkannte ich wie ein menschliches Shazam nach wenigen Sekunden, manchmal im Wettstreit mit meiner Stiefmutter, der ich solche Talente gar nicht zugetraut hatte.

Als ich wieder zu Hause war, schaute ich zum Spass, ob der Sender in der Schweiz auch verfügbar wäre, und fand sogar noch eine "bessere" Variante: Paloma Kultschlager. Hier laufen nur und ohne Pause die Ohrwürmer aus den 60er, 70er und 80er Jahren. Klar, vieles wiederholt sich mit der Zeit und irgendwann wird es langweilig werden, aber jetzt es ist lustig und läuft nun momentan allabendlich in der Küche oder bei mir im Auto. Vorteil hier: Ich kann mitgrölen, ohne dass mich jemand hört, und die meisten Texte habe ich noch perfekt im Kopf.

Wir lesen bei enigen der damaligen Stars deren Vita. Nicht wenige sind leider schon verstorben, aber es scheint erstaunlich, wie viele der Herren, die in ihren Songs stets über Frauen sangen, seinerzeit schwul waren und sich früher oder später auch outeten. War das ein Phänomen dieser Zeit oder ist das noch heute so?

Dienstag, 1. Mai 2018

Grosse und noch grössere kleine Tiere

Es ist ja nicht so, dass nur der Kater tolle Tiere findet und mit nach Hause bringt. Auch ich habe am letzten Wochenende erstaunliche Entdeckungen gemacht.

Wir wissen, dass wir mindestens drei Frösche bzw. Kröten bei uns am Teich haben. Mit dem Quaken halten sie sich sehr zurück, aber kommt man den gut getarnten Tieren am Ufer des Teichs zu nahe, hört man ein lautes "Platsch" und weg sind sie. Neulich in der Sonne ist es mir aber endlich mal gelungen, zumindest schnell mit dem Handy einen Schnappschuss zu machen von dem Prachtexemplar von Wasserfrosch, dass bei uns schon mindestens seit dem letzten  Jahr zu Hause ist. Ein wirklich stattliches Tier, dass ich in dieser Größe bisher kaum gesehen habe.

Später wühlte ich am Ufer im Matsch, als mir plötzlich ein riesiger Käfer entgegen kam - ganz dunkel mit Rillen im Panzer, fast 5 cm lang und gut 1,5 cm Breite. So etwas ist mir in der Natur noch nie begegnet. Leider konnte ich ihn nicht fotografieren, denn er flüchtete und grub sich im Schlamm ein. Wir haben dann Google bemüht und sind uns ziemlich sicher, dass es sich um einen ziemlich seltenen Kolbenwasserkäfer gehandelt hat. Wenn ich mal davon ausgehe, dass es sich hier nicht um Schweizer Mutationen handelt, dann waren das spannende Naturfunde.

Apropos Funde: Es war regnerisch am letzten Sonntag, und fast folgerichtig hat Henry uns zwei wunderschöne Regenwürmer gebracht. Ist das nicht lieb? ;)


Montag, 30. April 2018

Export/Import

Das hatte ich mir etwas einfacher vorgestellt. Twoday.net schliesst, das war ja nun lange klar. Und schon vor einiger Zeit hatte ich gelesen, dass man seine Posts recht einfach exportieren kann, sofern man nicht auf die Bordmittel von twoday zurückgreift. So weit, so gut.

In der Anleitung stand auch, dass man diese Daten dann in Wordpress wieder importieren könne. Dazu braucht es lediglich ein Plugin. Klang auch einfach - das Problem: Ich hab zwar einen Account dort, aber der ist kostenfrei, und deswegen kann man dort keine Plugins hochladen. Hierfür braucht es - natürlich - die teuerste Variante mit 300 Euro im Jahr.

Und eine direkte Verarbeitung in Blogger geht auch nicht, denn die Plattform kann nur mit XML-Files umgehen, ich habe aber nur eine Textdatei. Alexblue nutzt dafür eine lokale XAMPP-Instanz. Den "Zirkus" wollte ich eigentlich vermeiden, zumal mein kleines Notebook damit ziemlich am Anschlag wäre. Und einen PC habe ich derzeit nicht.

Also bin ich mal auf die Suche gegangen und habe eine möglicherweise noch einfachere Lösung entdeckt: Hat jemand mal Bitnami ausprobiert? Funktioniert das gut? Oder gibt es vielleicht noch bessere, also einfachere Lösungen zum Transferieren von Twoday direkt nach Blogger? Immerhin habe ich die Daten sicher bei mir, aber zum Schmökern ist so eine Textdatei nicht wirklich praktisch. Ich hätte die alten Zeilen daher gern wieder irgendwo hübsch aufbereitet. Gerade gestern haben Rosalie und ich mal wieder nachgeschaut, wie das damals, vor mehr als fünf Jahren, mit uns angefangen hat ...

Falls jemand eine gute (= schnelle) Lösung für die Datenmigration hat - immer her damit. :)

Freitag, 27. April 2018

Berlin, wie es leibt und lebt

Da bin ich also wieder, in meiner alten Heimat. Trotz der Abwesenheit kann ich mich immer noch mit traumwandlerischer Sicherheit in der Stadt bewegen, als wäre ich nie weg gewesen. Und der Ärger ist auch immer noch der selbe: Kaum wollte ich zum ersten Mal S-Bahn fahren, um zu meiner Verabredung zu kommen, hieß es auf dem Bahnhof: "Nach einem Polizeieinsatz UND einer Signalstörung ist der Verkehr derzeit unregelmäßig". Der nächste Zug käme in 21 Minuten ... Ganz toll!

Abgesehen davon ist es aber schön, wieder hier zu sein. Mittwoch Frozen Strawberry Margarita mit einer alten Freundin, bis man uns quasi raus gefegt hat, gestern erst ein Besuch in meiner guten alten Behörde (bei dem ich wieder gemerkt habe, dass es Zeit wurde, von dort weg zu kommen) und dann bei E. Sie hat es gerade richtig schwer, denn ihr Stiefvater ist stark dement, redet nicht mehr, verlässt das Haus nicht und beißt und tritt nach Medizinern, die ihn versorgen wollen. Es muss schlimm sein, das mit ansehen zu müssen.

Hoffentlich bleiben mir solche Szenen bei meinem Papa später erspart. Ihn werde ich nun ab heute Mittag besuchen und sicherlich den Rest des Tages dort verbringen. Dann komme ich am Abend voll beladen ins Hotel zurück, denn bei ihm lagern diverse Pakete mit Dingen, die wir immer in Deutschland kaufen, weil sie in der Schweiz zu teuer oder gar nicht erhältlich sind. Mein jetzt noch leerer Koffer wird dann wohl voll sein.

Damit mache ich mich morgen früh auf den Weg zurück in die Schweiz. Und ich bin sicher, es wird kein trauriger Abschied, wenn ich die Maschine besteige und Berlin wieder den Rücken kehre. Ich hab mein neues Zuhause gefunden!

Mittwoch, 25. April 2018

Besuchsreise

Es ist wieder soweit - heute Mittag sitze ich im Flugzeug nach Berlin. Diesmal bin ich wieder allein unterwegs, sodass der Schwerpunkt nicht Shoppen, sondern Treffen mit Freunden und Bekannten sein wird. ;)

Wie eigentlich schon immer in meinem Leben stehen Frauen dabei im Vordergrund, denn nicht nur bei der Musik bevorzuge ich weibliche Stimmen, auch im realen Leben hatte bisher fast ausschliesslich Frauen in meiner Kontaktliste. Der einzige Mann, mit dem ich mich regelmässig traf, ist ja leider im letzten Jahr verstorben.

Woran diese Einseitigkeit liegt? Ich weiss es nicht und habe es ja auch nie drauf angelegt. Es hat sich einfach immer so ergeben. Und so bin ich heute Abend mit einer langjährigen Freundin aus meiner Jugendzeit verabredet, morgen Vormittag besuche ich eine ehemalige Kollegin im Büro, die mich auf einen Kaffee einladen möchte, und am Nachmittag treffe ich dann E. Der Freitag ist einzig meinem Papa vorbehalten, bevor ich Samstag in der Frühe wieder heim fliege zu Rosalie. Dann können wir gemeinsam das ganze Wochenende verbringen.

Es ist schon praktisch, wenn man noch bis zum Mittag arbeiten kann, dann schnell 20 Minuten zum Flughafen fährt und weitere 40 Minuten später im Flieger sitzt. Fast wie in alten Zeiten in Berlin, wo ich das ganz ähnlich gemacht habe. Nur ist es hier in Bern viel familiärer und gemütlicher.

Also dann - schnell noch ein wenig arbeiten und dann nix wie weg hier aus dem Büro!


Dienstag, 24. April 2018

Die lieben Kollegen (23) - Die Kandidaten

Mein "Chef" hat auf Nachfrage gestern mitgeteilt, dass der Spitzenkandidat für die Nachfolge des scheidenden Kollegen leider ein Reinfall war. Somit bleibt bisher ein einziger Herr übrig, wobei "Herr" schon fast übertrieben ist - er ist erst 24 und damit noch jünger als meine aktuellen Kollegen. Ich weiß gerade nicht - soll ich das gut oder schlecht finden? Auch der könnte immerhin wieder locker mein Sohn sein ...

Vermutlich werde ich ihn am kommenden Montag kennenlernen, denn er wurde zur zweiten Runde eingeladen, bei der er uns und wir ihn kennenlernen können. Es wird also spannend. Bis dahin wird sich wohl noch jemand vorstellen, und dann gibt es noch einen neuen Kandidaten - noch einmal jünger, nämlich erst 22. Irgendwie fast ein Kindergarten, wenn das so weiter geht. Ob mein Chef Angst hat vor gestandenen Männern, oder gibt es etwa niemanden im "hohen" Alter, der ins Schema passt und sich beworben hat? Ich hätte mir schon gewünscht, noch einen Menschen mit etwas Lebenserfahrung im Team zu haben. Aber vielleicht kann man einen jungen Menschen noch ein wenig "formen"? Wenn er nur etwas fleißiger und sorgfältiger als sein Vorgänger wird, wäre das schon eine Wohltat.

Mit anderen Worten: Schlimmer kann es eigentlich kaum werden, und ich gehe mal ganz fest davon aus, dass es in der jungen Generation auch noch Menschen gibt, die bereit sind, etwas fürs Geld zu leisten, anstatt nur die Hand aufzuhalten und Forderungen zu stellen.

Da wir nun schon fast Mai haben, bleibt die Frage, wann der oder die hier anfangen kann. In rund drei Wochen sind wir hier nur noch zu zweit, und der Arbeitsvorrat ist jetzt schon kaum zu überblicken. Bis ein Nachfolger fit genug ist für selbständige Arbeit, dürften nochmals Wochen und Monate vergehen. Wie das alles gehen soll, weiss ich derzeit noch nicht, zumal Einarbeitung auch viel Zeit kostet.

Kommt Zeit, kommt Rat ...


Montag, 23. April 2018

Die erste Beute

Unser schwarzes Monsterchen hat seinen Biorhythmus inzwischen so verändert, dass er meist nachts wach ist und tagsüber schläft. Fast schon ein kleines Ritual ist es geworden, dass Henry, wenn ich gegen 17:30 Uhr heim komme, mit mir zum Teich kommt und sich dort noch ein wenig neben mir in den Schatten legt. Irgendwann läuft er dann los und ist oft stundenlang unterwegs, bevor er sich wieder mal blicken lässt. Dabei geht er zwar nicht weit weg von unserem Grundstück, aber es gibt ja soo viel zu entdecken. Am Morgen zwischen 7 und 9 Uhr ist er dann völlig erschöpft und schläft wie ein Stein den ganzen tag hindurch. Zum Streicheln bleibt da inzwischen fast gar keine Zeit mehr.

Gestern Morgen kam ich ins Wohnzimmer und fand auf einem Teppich ein merkwürdiges, etwa 2 cm langes Stück irgendwas. Es sah ein wenig aus wie ein Teil eines Regenwurmes, hätte aber auch Gummi sein können. Da ich nicht sicher war, was es ist, nahm ich ein Tuch und warf es weg.

Etwa sieben Stunden später kam ich mal wieder ins Wohnzimmer und wollte gerade zum Garten gehen, als ich das hier sah! Spontan war mir klar, was das am Morgen war: Henry hat der armen Blindschleiche in den Schwanz gebissen.

Ich rief Rosalie, sie war noch überraschter als ich. Dann zog sie einen Handschuh an und versuchte, das Tier aufzunehmen. Erst dachten wir, es sei tot, aber offenbar stellte es sich nur so, denn kaum hatte Rosalie es zwischen den Fingern, fing es an zu züngeln und sich zu bewegen.Sie brachte es zurück in den Garten und legte es im tiefen Gras am Rande des Gartens ab.

Anschließend habe ich mal nachgelesen und gelernt, dass Blindschleichen bei Gefahr einen Teil des Schwanzes abwerfen können. Der wächst zwar nicht nach, aber damit kann das Tier trotzdem überleben. Es besteht also eine Chance, dass Henry das arme Tier nicht umgebracht hat, auch wenn man auf dem Bild überall ein paar ramponierte Stellen auf dem Körper sehen kann.

Was wird wohl als Nächstes im Eingang liegen?

Freitag, 20. April 2018

Zeit für Gerechtigkeit

Ich hab es ja schon mehrmals geschrieben: Bisher hatte ich im Laufe der Verhandlungen zu den Scheidungsfolgen und -formalitäten bei Rosalie stets das ungute Gefühl, dass ihr künftiger Ex sich, wie so oft, irgendwie durchmogeln kann und am Ende jeder "Runde" mit einem mehr oder weniger blauen Auge davon kommt.

Nun ist so viel Dampf im Kessel und die Beweislage - eigentlich - eindeutig, dass ich sehr, sehr hoffe, die aktuelle Runde könnte endlich mal zu einem Niederschlag führen. Rosalie klagt den ihr zustehenden Trennungsunterhalt ein, den er schon für insgesamt drei Monate schuldig ist. Der grosse Pluspunkt dabei: Sie hat dazu ein rechtskräftiges Urteil. Nun argumentiert der brave Ehemann, es gäbe irgendwelche Kosten, die er Rosalie in Rechnung stelle.

Mal ganz abgesehen davon, ob diese Kosten überhaupt von Rosalie übernommen werden müssten (zum Teil Betriebskosten für das von ihm genutzte Haus - völlig absurd!!), steht es ihm absolut nicht zu, einseitig die Alimente zu kürzen, ohne das Einverständnis seiner Ehefrau zu haben. Allenfalls könnte er diese Kosten, wenn er der Meinung ist, dies wäre legitim, gerichtlich einklagen. Alimente jedenfalls stehen in der Rangliste ganz oben und sind grundsätzlich zu bezahlen.

Den Zahlungsbefehl hat der Gute nun zum zweiten Mal verweigert, was jetzt dazu führt, dass er von Rosalies (Ersatz-)-Anwalt hoffentlich dazu gezwungen werden kann, denn: Wie oben erwähnt gibt es ein rechtskräftiges Urteil dazu, und ich wüsste nicht, wie er sich diesmal herauswinden kann. Es wird Zeit für Gerechtigkeit.

Donnerstag, 19. April 2018

Wenigstens die Engländer!

Wenn meine Arbeit hier im Büro schon nicht gewürdigt wird, dann zumindest im Ausland. :)

Wie ich hier schon mal berichtet habe, besitzen wir seit Anfang des Jahres ein Türchen für unseren "Herrn in Schwarz". Ein cooles Gadget, wenn es denn funktioniert.

Nun ist nicht jeder unbedingt technikaffin und weiss mit dem Teil umzugehen bzw. es zu programmieren. Wie heutzutage üblich, gibt es auch dafür Foren und Communities. Weil neulich unser Gerät nicht mitspielen wollte, habe ich eben diese Community aufgerufen. Und weil es dort ein paar unbeantwortete Fragen in deutscher und englischer Sprache gab, begann ich, darauf zu antworten. Leider sieht man nicht, woher die Anfragen kommen, es wäre noch spannend zu sehen, von wo auf der Welt die User schreiben.

Daraus entstand der eine oder andere nette Dialog mit verschiedenen Nutzern einerseits und dem Support in England andererseits. Wie überall sind die Fragen aber letztlich immer ähnlich und meist einfach zu beantworten. Viele sind nur zu bequem, um in den Beiträgen die Suchfunktion zu nutzen. Und so kamen bei mir bereits über 50 solcher Antworten zusammen.

Gestern nun wurde ich benachrichtigt, dass ich jetzt vom Support zum "Experten" in der Community ernannt wurde. Die Engländer haben meine Qualitäten offenbar durchaus erkannt. Also - wenn das alles im Spital den Bach runter gehen sollte, bleibt mir immer noch eine Beratertätigkeit als Katzentür-Crack. Gut, bisher bekomme ich nichts dafür, aber man kann ja mal mit den Leuten auf der Insel reden. So ein paar Pfund für einen Support-Job in Switzerland können die doch sicher locker machen. :))

Mittwoch, 18. April 2018

Heute mal ein richtiges Männer-Thema


Es wird endlich wieder grilliert! :)

Am Sonntag war es soweit: Wir haben den Grill aus dem fast einjährigen Winterschlaf befreit. Mangels Gelegenheit, also vor allem Zeit, haben wir die letzte Saison fast komplett verpasst. Das vergangene Wochenende war ideal, um endlich mal wieder einzuheizen.

Ich bin ein Verfechter des "herkömmlichen Verfahrens", also mit richtigem Kugelgrill samt Holzkohle und so. Natürlich ist das viel aufwändiger und dauert länger, als einfach den Gashahn aufzudrehen, aber ich hab Spass dran, und das ist doch eigentlich fast die Hauptsache. Und allein schon der leckere Geruch von Rauch und Fleisch (ggf. erst recht nach dem Ablöschen, aber es ist selten Bier im Haus, dieses Männer-Gen fehlt mir irgendwie) ...

Und so haben wir ein paar Geflügel-Spiesse, Würstchen und Brot auf den Rost getan und das Ganze mit Salat und Wein abgerundet auf der Terrasse genossen.

SO stelle ich mir die Gartensaison vor! Wir sollten nicht noch einen Sommer verpassen und für elenden Papierkram opfern müssen. Es wird sicher noch das Eine und Andere zu erledigen geben, aber die grossen Berge sollten, so hoffe ich, überwunden sein. Das heisst zwar leider nicht, dass sich eine Lösung in der Scheidungsmisere von Rosalie abzeichnet, aber es gibt einfach nicht mehr so viel zu schreiben; das Meiste ist nach rund vier Jahren nun gesagt.

Da wir in einer touristisch bedeutsamen Ecke wohnen, haben wir das Glück, dass ein grosser Supermarkt auch sonntags geöffnet hat, sodass wir bei Bedarf und spontan schönem Wetter jederzeit Grillgut besorgen können. Für Nachschub ist damit jederzeit gesorgt.

Das Wetter darf also gern so bleiben, wie es sich im Moment präsentiert. Dann steht einer leckeren Grillsaison nichts im Wege.

Dienstag, 17. April 2018

Die lieben Kollegen (22) - Drei Minuten

Ich bin ein Dieb, ein Zeiträuber! Nun muss ich mich schämen, und am Ende gar Zeit zurückgeben?

Mein Chef sprach mich gestern an, er müsse mich darauf hinweisen, dass es eine Anfrage vom HR gab bezüglich der Stempeluhr. Man könne schliesslich auf den Stempelprotokollen sehen, WO jeder gestempelt hat, und bei mir würde da oft das Nachbargebäude eingetragen sein!

Mein erster Gedanke war: Ein Aprilscherz? Macht sich da wirklich jemand die Mühe, sämtliche Protokolle der Angestellten nach dem ORT des Stempelns zu durchsuchen??

Mein zweiter Gedanke: Was soll das? Es gibt hier im Komplex viele dieser Uhren, und die Gebäude sind alle miteinander verbunden. Man kann zum Beispiel den Besucher-Eingang nehmen, dann müsste ich über einen freien Platz und eine Strasse ohne Fussgängerweg. Ich gehe, gerade im Winter, lieber durch den Flur und am Ende des Gebäudes aus dem Haus, auch weil ich dort zu meinem Auto komme, und beim Verlassen oder Ankommen stemple ich dort an der Tür. Nirgends gibt es eine Anweisung, die einem sagt, welche Uhr man zu nehmen hat oder wie weit sie vom Büro entfernt sein darf. Ich laufe keine Umwege, gehe einfach die Treppe hinunter und komme dann an dieser Uhr vorbei. Fertig.

Mein dritter Gedanke: Was macht das am Ende aus? Es sind am Tag etwa drei Minuten, macht pro Monat vielleicht eine knappe Stunde. Nun kann man sich vielleicht noch streiten, ob eine Stunde im Monat viel ist (wenn ich langsamer gehe, verbrauche ich diese Zeit auch auf dem Weg zu jeder anderen Uhr oder zur Toilette), aber wenn ich zusammen zähle, wie viel Zeit meine beiden Team-Kollegen schon verbraten, wenn sie täglich mehrere Male zum Raucherplatz gehen, im FB-Messenger chatten oder Videos schauen, kommt pro Tag (!) schon locker eine Stunde zusammen. Da macht man hier ein Fass auf wegen drei Minuten?

Neulich im Meeting wurde erwähnt, dass der HR-Bereich überlastet wäre. Jetzt ist mir auch klar, warum ... Immerhin hat mein Chef diesmal (vermutlich, weil Arbeit und Ärger mit mir drohte) recht cool reagiert und gesagt, dass er mit mir reden und mich bitten wird, eine Uhr zu suchen, die näher am Büro hängt, und damit die Sache für ihn erledigt sei.

Es ist schon erstaunlich, worüber man sich hier Gedanken macht! Wenn das die einzigen Qualitätsansprüche an Mitarbeitende sind, wundert mich die Ausschreibung für das neue Teammitglied absolut nicht mehr. Wir sitzen zu sechst in einem Büro von rund 30 m2, die Tische sind billig und nicht höhenverstellbar, die Stühle alt und durchgesessen, sodass ich mittags Rückenschmerzen bekomme, die Stellwände drohen täglich umzufallen, es gibt seit Jahren keine Gehaltserhöhungen, und da fällt dem HR nichts Besseres ein, als drei Minuten einzuklagen? Das sind knapp 0,5% meines täglichen Pensums. Ich fasse es nicht. Sollte mich noch einmal jemand darauf ansprechen, werde ich fragen, ob ich künftig den Aufzug statt der Treppe nehmen soll, weil sich damit bestimmt auch jedes Mal 60 Sekunden sparen liessen. Und da kommt Einiges am Tag zusammen.

Es ist so absurd, dass ich das Thema gestern Morgen gleich abgehakt habe. Schliesslich hätte ich damit sonst weit mehr als drei Minuten verschenkt. Und das ist ja bekanntlich eine Todsünde, wie ich jetzt auch weiss.

Montag, 16. April 2018

Der Bremsklotz

Der Berliner ist ja durchaus bekannt für seinen liebevollen Volksmund. Ein Wort daraus ist der so genannte Bremsklotz. Damit meint er seine Boulette (auch Frikadelle, Gehacktesklösschen, Hacktätschli ...). Ganz speziell stand dieser Begriff auch für die im Osten verkauften Industrie-Teile, die aussahen wie Pyramiden und kaum geniessbar waren.

Schon seit frühester Jugend habe ich mich mit der Eigenproduktion der Boulette beschäftigt. In der Einfachheit lag das Geheimnis, und seit damals sind "meine Bouletten" auf jeder Party der Renner.

Gestern habe ich mich mal aufgerafft, und die Bremsklötzer zum Abendessen daheim zubereitet. Während des Bratens meinte ich noch zu Rosalie, dass die Teile durchaus ja auch kalt gut schmecken würden, denn ich ging nicht davon aus, dass 600 Gramm Hackfleisch einen Abnehmer finden würden.

Falsch gedacht - es hätte noch mehr sein können. Die Dinger sind einfach super lecker. Ruckzuck waren sie verspeist, am Schluss gab es fast Verletzte beim Kampf um die restlichen Bouletten. ;) Kartoffeln und Bohnen waren als Sättigungsbeilage eher Nebensache ...

Okay, wir werden also die Bouletten in den regelmässigen Speisenplan aufnehmen. Man freut sich schliesslich, wenn es der Familie schmeckt!


Donnerstag, 12. April 2018

Hier wird scharf geschossen

Es war ein ungewohntes Bild, als ich in der Schweiz zum erstem Mal mit Soldaten im Zug sass, deren Gewehre ganz lässig auf einem unbelegten Nachbarplatz lagen. Wer es nicht weiss: Hier bekommt man als Wehrpflichtiger seine persönliche Waffe, die man, wenn man denn will, auch sein Leben lang im Besitz behalten darf.

Dafür muss man allerdings auch bis zu einem bestimmten Alter in jedem Jahr zum Schiesstraining. Wer das versäumt, zahlt Strafe. Für viele Männer stellt das aber kein Problem dar, denn in der Schweiz ist das Schiessen ein sehr verbreiteter Volkssport. So gut wie in jedem Dorf gibt es einen Schiessverein und damit meist auch einen Schiessplatz. Ich möchte nicht wissen, wie hoch die Bleibelastung der Schweizer Wälder ist ...

Auch bei uns daheim, quasi direkt vor der Haustür, gibt es einen Schiessplatz. Mit Beginn der Sommerzeit heisst das für uns, dass man am Mittwochabend möglichst nicht zu Hause ist, denn ab 17:30 Uhr ist jede Woche Schiesstraining. Dann knallt es fast ohne Pause bis gegen 20 Uhr. Gemütliches Sitzen auf der Terrasse ist unmöglich, und schon ein offenes Fenster führt zu Lärmbelästigung.

Ein paar Mal im Jahr finden natürlich auch Wettbewerbe statt. Die starten dann gern am Samstag und/oder Sonntag um 10 Uhr und dauern mehrere Stunden. Ein Traum, wenn man sich vorgenommen hat, im Garten zu arbeiten oder einfach nur zu relaxen. Zum Glück beschränken sich diese Events wirklich auf wenige Wochenenden.

Wir wussten natürlich beim Kauf, worauf wir uns einlassen, jammern gilt also eigentlich nicht. Aber lästig ist es hin und wieder dann doch ...

Mittwoch, 11. April 2018

Die lieben Kollegen (21) - Geerntet, was gesät wurde

Gestern hatten wir unser regelmässiges Team-Meeting. Mein "Chef" hat mitgeteilt, dass 20 Bewerbungen eingangen seien (was ich wenig finde), wovon 14 (!) gleich verworfen wurden wegen mangelnder Sprachkompetenz, Lücken im CV und schlechter Zeugnisse.

Was aber haben HR und Chef denn erwartet bei der Ausschreibung? Ist doch absehbar gewesen, dass sich Hinz und Kunz melden werden. Nun hat man mit etwas Mühe 2 Personen zum Gespräch eingeladen. Mir graut ein wenig vor dem, was da im Sommer kommen könnte und ich hoffe sehr, dass es nicht so schlimm wird wie befürchtet.

Zuvor war es gestern Morgen mal wieder soweit - obwohl wir lt. Anweisung sowieso schon erst um 8:30 Uhr im Büro zu sein haben, ist das für die beiden Team-Kollegen jeden Tag eine Herausforderung. Und so kam zum x-ten Mal um halb neun folgendes Mail:"Ich hab verschlaffen, bin in 30 min erst im Büro."
Inzwischen kann ich darüber nur noch lachen, nicht nur über den immer gleichen Schreibfehler, sondern über die Ignoranz von Anordnungen ganz allgemein. Es passt einfach ins Bild. Genauso wie die Festellung vom "Chef" gestern, dass sein Mail mit den "Beschlüssen" aus einem Betriebsmeeting vom 28. März trotz der eindringlichen Aufforderung ausser mir bisher noch keiner der Beiden bestätigt hat. Oder auch wie das Ticket, das ich am 20. März erstellt habe und einen der Kollegen bat, dies zu prüfen. Jeden Tag erinnere ich ihn daran, aber es passiert einfach nichts. Dabei wäre es ein Aufwand von maximal fünf Minuten. Gegenüber der Kundin habe ich dazu jetzt jede Verantwortung abgelehnt, was zwar eigentlich keinen guten Eindruck macht, aber die betreffende Person kennt die internen Probleme bereits und weiss, wie es gemeint ist.
Versteht Ihr, warum es unter diesen Umständen hier einfach oft keinen Spass macht? Dabei könnte alles so toll sein - wir sind ein kleines Team, haben viele Freiheiten und Möglichkeiten, und mit guter Zusammenarbeit wäre es ein ziemlich cooler Job. Aber so ... bleibt die Hoffnung auf Besserung im Sommer.

Dienstag, 10. April 2018

Wiedergutmachung

Nach den Regen-Pleiten unserer Ausflüge nach Lübeck und Wien hat das Wetter in der vergangenen Urlaubswoche nun Einiges wieder gut gemacht. Frühlingshafte Temperaturen und Sonne haben dazu geführt, dass wir die Garten-Saison ausgiebig eröffnen konnten, aufräumen, pflanzen, geniessen.

Mindestens genauso stolz und froh war und ist Henry. Mit uns gemeinsam hat er den Garten und das angrenzende Terrain erobert, und nachdem er zunächst ein wenig überredet werden musste, ins Freie zu gehen, ist er nun kaum noch zu bändigen und spielt verrückt, wenn seine Katzentür mal verschlossen ist. Jeden Morgen werde ich früher geweckt, um ihn raus zu lassen, sodass es wohl nur eine Frage der Zeit ist, bis wir ihn gar nicht mehr einsperren können.

Ganz von allein hat sich auch sein Umgang mit Gastkatzen im eigenen Garten geändert. War er zuerst völlig scheu, fing er dann an zu fauchen, wenn sich eine Katze näherte. Nun aber ist er soweit, dass Henry den fremden Katzen im Garten hinterher jagt. Scheinbar gar nicht wegen Gebietsansprüchen, sondern einfach aus Neugier. Einige Fellnasen quittieren das mit Flucht, andere laufen lässig weiter und lassen sich nicht stören. Aber erstaunlicherweise verhalten sich alle ganz friedlich und cool. Das hätte ich nicht erwartet, aber es ist toll.

Hier zwei Katzen - wenn man genau hinschaut. Vorneweg der Gast, mit etwas Abstand unser Kater hinterher.



Wir sind sehr zufrieden, dass das mit der "Eingewöhnung" so gut funktioniert, auch wenn ein paar Sorgen immer bleiben werden. Schliesslich gibt es nicht nur Katzenfreunde auf der Welt. Aber damit müssen wir uns halt abfinden. Dafür ist es toll, auf der Terrasse zu sitzen und zuzuschauen, wie der Herr in Schwarz durch den Garten tobt und seine Freiheit geniesst.


Montag, 9. April 2018

Die lieben Kollegen (20) - Der "Chef"

Eigentlich verdient er die Bezeichnung nicht. Ein grosser Junge, manchmal aufbrausend, meist verspielt, unreif, ohne roten Faden in seinem Führungsstil. Gibt es im Team Diskussionen, hat er keine A*sch in der Hose, um zu sagen, wo es langgeht, sondern fragt in die Runde: "Und was machen wir jetzt?" Was soll ich von so einem "Chef" halten?

Auch die Krankheitsverlängerungen von Tag zu Tag über eineinhalb Wochen hatten für den betreffenden Kollegen keinerlei Konsequenzen. Dass auch nach aussen der Eindruck entsteht, hier würde nicht oder nur schlampig gearbeitet - geschenkt. Lieber regt man sich darüber auf, dass unsere Kunden zu kleinlich sind oder deren Kritik nicht angebracht wäre. Aus meiner Sicht ist sie das sehr wohl, aber wenn ich mich bei meinem Chef darüber aufrege, dass die Arbeit liegen bleibt, weil die Kollegen ständig fehlen, kann ich mir anhören, ich müsse das mit dem Team selbst klären. Gibt es keine Führungsaufgaben? Ich kann doch meinen Kollegen nicht vorschreiben, was sie zu tun haben, oder habe ich da etwas falsch verstanden? Soll ich womöglich noch Personalgespräche führen?

Inzwischen habe ich bei mehreren Online-Stellenbörsen wieder Abos eingerichtet und schaue mich um. Auf dieses Kasperle-Theater habe ich auf Dauer keine Lust. Mir bleibt die Hoffnung, dass mit dem Abgang des einen Kollegen vielleicht Besserung im Team-Spirit eintritt, aber nun muss ich erst einmal abwarten, wer da wann überhaupt kommt.  In der Ausschreibung, die seit zwei Wochen online ist, steht nur weichgespülter Unsinn, darauf kann sich jeder bewerben, der einen PC zu starten in der Lage ist.

Man kann das hier wirklich nicht ernst nehmen und es wundert mich inzwischen nicht mehr, dass das Team so einen schlechten Ruf im Hause hat. Was soll man aber auch mit (m)einem Kollegen machen, der so gar nichts auf die Reihe bekommt? Er hätte Montagmorgen vor Ostern einen Arzttermin gehabt und hat den sogar im Teamkalender eingetragen. Doch dann ruft der Arzt bei mir im Büro an und fragt nach, wo der Kollege denn bliebe? Es ist unglaublich.

Update: Dieses Post habe ich vor ein paar Tagen schon mal im Entwurf geschrieben. Inzwischen ist klar, dass ich von Seiten des Chefs mit nichts zu rechnen habe. Verantwortung möchte mein Chef jedenfalls nicht abgeben und häuft die lieber bei sich an. Ob aus Angst, Sparzwang oder Selbstüberschätzung, bleibt sein Geheimnis. Lediglich die Aufgaben aus der Linie "darf" ich alle komplett übernehmen. Der andere Kollege hätte ja sooo viel zu tun:"Also mit seiner Applikation XXX und und ... na ja, auch sonst." Schon klar - alter Müll, der längst hätte erledigt werden müssen, aber einfach liegen bleibt, zählt natürlich doppelt. Und wenn man dann noch jammert, dass man so viel zu tun hätte, ist der Chef sofort überzeugt.

Fazit: Ich jammere einfach zu wenig.

Freitag, 6. April 2018

Spontantrip ins Ausland

Wie schon erwähnt, habe ich diese Woche frei, die Kinder haben Ferien und sind bei uns. Einen "richtigen" Urlaub hatten wir nicht geplant, aber eine ganze Woche zu Hause rum zu sitzen, ist irgendwie auch öde, auch wenn das Wetter besser wird und der Garten reizvoll ist. Irgendwie ist der Alltag dann auch so nah.

Also haben wir uns überlegt, was wir unternehmen könnten. Mal abgesehen von einer gewissen Schwierigkeit, die Kinder zu motivieren, ihr Zimmer zu verlassen, blieb die Frage, wohin. Rosalie wollte schon lange mal wieder nach Colmar. Also machten wir uns auf den Weg ins Elsass.

Mit knapp einer Stunde "Verspätung" saßen wir im Auto Richtung Frankreich und kamen ohne Verzögerung genau zum Mittag an. Da noch niemand hungrig war, besuchten wir zuerst das Toy Museum (nein, kein Erwachsenen-Spielzeug!). Es ist nicht besonders groß, und der Schwerpunkt liegt auf Puppen sowie LEGO und Playmobil. Man kann ein wenig in Erinnerungen schwelgen, wenn man etwas aus seiner Kinderzeit entdeckt, aber nach gut 30 Minuten hat man dann auch alles gesehen.

Jetzt wollten wir dann doch etwas essen und landeten in einem Restaurant mit den typischen regionalen Gerichten - natürlich auch mit Flammkuchen. Rosalies Sohn meinte, der im Supermarkt gekaufte würde besser schmecken als der im Restaurant bestellte, und meine Rösti-Pfanne war ein großer Haufen Kartoffelbrei mit Speck und Käse.

Mit anderen Worten - es war mehr eine Touristenfalle als ein kulinarischer Geheimtipp. Ich gebe zu, hätte man den Kritiken im Netz geglaubt, wäre man vielleicht woanders hin gegangen. Aber wir hatten Hunger und keine Lust, noch weiter zu laufen. Nun ja, Pech gehabt.

Anschließend besuchten wir noch einige der historischen Gebäude im Ort, liefen ein wenig durch die wunderschöne Altstadt, schleckten ein leckeres Eis, während sich Regen und Sonne apriltypisch abwechselten.



Gegen 16 Uhr bewegte sich die Motivation der Kinder gegen Null, zumal beide offenbar wenig geschlafen hatten und müde waren. Also ließen wir uns überreden und traten die Heimreise an. Das Timing war allerdings schlecht, denn wir mussten mitten durch den Berufsverkehr, der auf der A1 in der Schweiz eine tägliche Geduldsprobe darstellt. Dadurch brauchten wir am Ende fast eine Stunde mehr als am Vormittag, aber waren noch früh genug daheim, um die letzten Sonnenstrahlen noch schnell im Garten - gemeinsam mit Henry - geniessen zu können.

Immerhin: Wir waren uns alle einig, dass es ein schöner Ausflug war und viel besser, als nur zu Hause rumzulungern!

Dienstag, 3. April 2018

Küchen-TV

Wenn man ein paar Tage frei hat, kann man endlich mal Dinge entdecken, die sonst oft zu kurz kommen oder die man einfach verpasst.

Dazu gehört auch der überaus putzige Ausblick aus dem Küchenfenster. Wir schauen dort auf einen kleinen Hang mit Wiese, und der dient hin und wieder für den ansässigen Schäfer und seine Tiere als Weide. Gerade jetzt sind die Osterlämmer da und es ist wieder eine Freude, den kleinen Lämmchen zuzuschauen. Eine Herde aus etwa dreißig weißen und schwarzen Mini-Schafen rennt und springt voller Lebensfreude immer von ganz links nach ganz rechts, verharrt einen Moment, um dann den Weg auf die andere Seite der Wiese im Affenzahn mit Bocksprüngen und wehenden Schwänzchen anzutreten.

Da braucht man keinen anderen Fernseher. Dort einfach am Fenster zu stehen und zuzusehen ist die reinste Freude. Natur pur zum Schmunzeln und Mitfreuen über diese tollpatschigen, lebenslustigen und sicher glücklichen jungen Schafe.

Samstag, 31. März 2018

Papa freut sich

Nachdem ich meinem Vater per WA mitteilte, dass ich Ende April wieder nach Berlin komme, rief er mich am selben Abend noch an und fragte als Erstes, ob es denn wieder traurige Neuigkeiten gäbe. Er freute sich dann sehr zu hören, dass meine Reise diesmal aus freien Stücken erfolgen wird, vor allem, um ihn zu besuchen, und die Flüge nicht aus der Not heraus organisiert wurden.

Der Termin ergab sich durch die zu diesem Zeitpunkt recht günstigen Flugpreise. Leider wird Rosalie diesmal nicht dabei sein können. Ihre Urlaubstage sind schon stark beansprucht, einerseits durch die Ferienzeit der Kinder, andererseits durch unseren geplanten USA-Urlaub im Oktober.

So werde ich also mal wieder allein meine Heimatstadt bereisen und die Zeit nutzen, um alte Bekannte und Freunde zu sehen. Einer wird nicht mehr dabei sein, ihn habe ich im Dezember zu Grabe tragen müssen. Trotzdem gibt es einige Menschen, die ich gern mal wiedersehen möchte, und die 2,5 Tage werden ganz schnell vergehen. Was noch fehlt, ist eine Unterkunft. Papa scheidet aus, seine Wohnung ist zu klein und das Sofa ausserdem extrem ungemütlich. Und überhaupt bin ich kein grosser Freund davon, Anderen Umstände zu bereiten. Allerdings kostet jedes noch so günstige Hotel relativ viel Geld (sofern man nicht in einem Schlafsaal übernachten möchte). Da ist das letzte Wort also noch nicht gesprochen, doch es wird ganz sicher eine Lösung geben. Das wäre doch gelacht!

Bis dahin wird hoffentlich auch das Wetter mal besser. Frühling bei Nebel und 5 Grad macht irgendwie keinen Spass! Trotzdem:

Frohe Ostern!

Donnerstag, 29. März 2018

Superman

Okay, ist vielleicht ein wenig übertrieben. Aber immerhin - in unserer Anwesenheit - rennt der Kater nicht mehr gleich panisch durch die Klappe ins Haus, sondern nimmt allen Mut zusammen und betrachtet die Situation aus sicherer Entfernung.

Wir haben drei, vier Katzen, die regelmässig im Garten vorbeischauen. Eine ist besonders häufig zu Besuch, und nach anfänglicher Scheu inzwischen schon so vertraut mit uns, dass sie nur einen gewissen Sicherheitsabstand hält. Darum konnte ich so auch so gut fotografieren, während sie die warmen Steine genoss. Henry starrte gebannt von oben auf die Terrasse und rührte sich nicht:


Aus der sicheren Entfernung von oben betrachtete er das Geschehen, ohne sich zu bewegen. Als der rote Kater dann gemächlich durch den Garten schlenderte, entdeckte er Henry und marschierte auf ihn zu. Wir rührten uns nicht und wollten sehen, wie beide Tiere sich verhalten würden. Der rote Kater stand unten, Henry oben. Während das fremde Tier entspannt hoch sah, baute unser Kater sich mit Drohgebärde auf und wartete. Als der rote Kater dann die erste Stufe hinauf ging, fauchte Henry laut und flüchtete durch die Klappe. Im Haus aber drehte er sofort um und sah durch die verschlossene Tür wieder nach draussen. Zu sehen gab es nichts, denn das Gast-Kater zog mit lässigem Gang zum nächsten Garten weiter.

Nachdem die Luft rein war, verbrachte Henry einen tollen, gemütlichen Nachmittag draussen in der Sonne. Am Abend war er dann total platt. Während er mich letzte Nacht drei Mal geweckt hat, schlief er in jener Nacht komplett durch. Schönes Katzenleben ...



Mittwoch, 28. März 2018

Lug und Trug

Es ist ja im Grunde hinlänglich bekannt, dass man beim Einkaufen überall beschummelt wird. Ob das nun die Wurstpackung ist, bei der aus 100 Gramm heimlich, still und leise 80 Gramm zum selben Preis werden, oder z. B. die Head&Shoulders - Flaschen, die es mit 250 und 300 ml stets zum selben Preis gibt und deren Unterschiede (auch in der Grösse der Flasche) man fast mit der Lupe suchen muss (2in1 mit Spülung oder ohne, mit irgend welchem anderen sinnlosen Schnickschnack wie Koffein für das Haarwachstum usw.).

Ein ebensolches dreistes Beispiel habe ich kürzlich bei meinem Mobilfunk-Provider entdeckt. Die hohen monatlichen Kosten haben immer den Vorteil, dass neue Handys recht hoch subventioniert werden. Ich bin demnächst auch mal wieder dran, und daher schaue ich mich ein wenig nach den aktuellen Marktpreisen um.

So wurde das Galaxy S9 zur Einführung in meinem Tarif mit einer Zuzahlung von 399 Franken beworben. So weit, so teuer. Nun, ein paar Tage nach Einführung, gibt es ein "tolles" Angebot, nur gültig bis Anfang April: Man spart 100 Franken beim Kauf! Klingt ja gar nicht mal so schlecht. Der Haken: Das Handy kostet ganz plötzlich stolze 439 Franken! Man spart also lediglich 60 Franken und nicht 100, wie in grossen Lettern auf der Homepage verkündet wird. Ausserdem werden diese 100 Franken lediglich von der nächsten Rechnung abgezogen, sind also quasi zweckgebunden. Mit der Fristigkeit bis 2. April baut man dann noch schnell etwas Druck auf, damit der Kunde auch ja schnell zuschlägt, ist doch ein super tolles Angebot.

Noch ein Beispiel? Die kabellosen Kopfhörer von BO*E kosteten zuletzt bei ama*on 299 Euro. Dann kam der Black Friday (oder eine andere Aktion, weiss nicht mehr), und es wurde dieses Gerät plötzlich für 329 statt angeblichen 379 Euro angeboten! Also teurer als vorher. Was für eine Frechheit!

Man sollte und muss sich vor dem Kauf von was auch immer wirklich intensiv und über einen gewissen Zeitraum auf dem Markt umsehen, um nicht auf vermeintliche Schnäppchen herein zu fallen, die sich im Nachhinein als dreiste Abzocke erweisen.

Dienstag, 27. März 2018

Dass es so weit kommen musste ...

Rosalie wehrt sich nun. Damit ist der ganze Scheidungsprozess wieder um eine unschöne Episode reicher.

Diesmal geht es um die Weigerung ihres Mannes, die Alimente zu zahlen. Er ist der Meinung, er könne andere Zahlungen einfach verrechnen, wie es ihm passt und ohne dies mit Rosalie abzusprechen. Das ist natürlich nicht zulässig, zumal es ein Gerichtsurteil gibt, dass die Höhe der Alimente festlegt und von dem er nicht nach eigenem Ermessen abweichen kann.

Möchte man zu seinem Recht kommen, geht man in der Schweiz dafür als Gläubiger zum Betreibungsamt und macht dort seine Forderungen geltend. Das Amt stellt diese Forderung dann dem Schuldner zu. Der hat die Möglichkeit, einen so genannten Rechtsvorschlag zu machen, also zu erklären, dass die Forderung nicht rechtens sei. Hiernach muss der Gläubiger wiederum die Rechtsöffnung beantragen, in dem er darlegt und dem Gericht beweist, dass die Forderung sehr wohl berechtigt ist.

Das ist für den Schuldner dann eine peinliche und teure Angelegenheit, denn er muss neben den ausstehenden Alimenten auch die Kosten für Gericht, Anwalt und eine Parteientschädigung zahlen. Sofern er verliert, aber davon sind wir und auch der Anwalt überzeugt, denn er kann sich nicht einseitig und ohne Absprache über einen Beschluss des Gerichts hinwegsetzen. Noch dazu, wenn es um Alimente geht, die in der "Rangordnung" ganz oben stehen.

Es ist leider so, dass ihr künftiger Ex-Mann mal in seine Schranken gewiesen werden muss, damit er vielleicht wieder auf den Boden der Tatsachen zurückkehrt und sieht, dass er nicht schalten und walten kann, wie er will. Er darf eben nicht kraft seiner Person Urteile ignorieren und seine Frau im finanziellen Sinne peinigen, weil es ihm gerade in den Kram passt. Das wird er dann hoffentlich gelernt haben, wenn der Entscheid des Gerichts gefällt sein wird.


Montag, 26. März 2018

Tagebücher

Als Kind und Jugendlicher gab es immer wieder Phasen, in denen ich relativ regelmässig und auch ausführlich Tagebuch geschrieben habe. Zum Teil hatte ich ziemlich viele Sorgen, vor allem mit der Stiefmutter, aber natürlich auch die typischen "Probleme" eines Teenagers. Ich kann mich auch noch genau erinnern, wie das Büchlein aussah - gelb, quadratisch, mit Schloss. Leider ist es verschollen. Sehr schade, ich hätte gern mal gelesen, welche kleinen und grösseren Problemchen ich damals wirklich hatte, wie ich sie empfand und in welchem Stil ich schrieb.

Nun droht auch mein "öffentliches" Tagebuch der letzten Jahre zu verschwinden. Bereits die Einträge von 20six damals etwa um 2005 habe ich verloren. Nun wird twoday.net abgeschaltet, und bevor es soweit ist, sollte ich unbedingt noch meine Posts von dort sichern, denn es waren Jahre, in denen sich bei mir viel getan, entwickelt, verändert hat. Und auch wenn ich mich an diese Jahre natürlich viel besser erinnern kann als an meine Kindheit, wäre es ärgerlich, wenn diese Aufzeichnungen plötzlich gelöscht würden. Zum Glück gibt es von fleissigen Mitmenschen komfortable Tools, um die Einträge lokal zu speichern.

Das möchte ich unbedingt tun, um dann in zwanzig Jahren lesen zu können, was mir so alles passiert ist und wie es dazu kam, dass ich in die Schweiz gezogen bin. Es ist schon eine Menge geschehen, reicht eigentlich für ein Buch - gemeinsam mit Rosalie. So im Stil von "Gut gegen Nordwind". :)

Freitag, 23. März 2018

Mal was Schönes: Sommerzeit

Bei der Kälte und der weissen Puderdecke draussen mag man kaum glauben, dass am Sonntag die Uhren schon wieder umgestellt werden und uns in der Nacht eine Stunde fehlen wird. Aber gut ist: Endlich ist es abends wieder länger hell!

Der letzte Sommer ist bei uns fast komplett ausgefallen, da die Formalitäten für die Scheidung vor allem Rosalie komplett absorbiert haben. Das soll in diesem Jahr unbedingt anders und vor allem besser werden. Ich bin gar nicht sicher, ob uns der Grill vielleicht schon gekündigt hat, weil wir ihn im letzten Jahr nur ein einziges Mal genutzt haben. Das geht ja gar nicht!

Aussderm ist der Garten in einem recht trostlosen Zustand, auch das soll sich ändern. Eigentlich hatten wir darauf gehofft, dabei einen finanziellen Rahmen zu haben, um ein paar aufwändigere Gelände-Veränderungen in Angriff nehmen zu können. Das wird nun auch in diesem Sommer nichts, weil die Scheidung nicht voran kommt. Sei es drum, dann machen wir nur das, was wir selbst bewerkstelligen können.

Ich freue mich in jedem Fall darauf, endlich wieder draussen sitzen und ein Glas Wein trinken zu können, ganz in Ruhe und ohne schlechtem Gewissen, weil eigentlich Papierberge abzuarbeiten wären. Natürlich nur, wenn der Sommer in diesem Jahr auch hält, was er verspricht.

Wir haben das Glück, über einen grossen Garten zu verfügen mit diversen gemütlichen Plätzchen zum Sitzen, je nach Lust, Laune und Tageszeit. Das war seinerzeit auch einer der Gründe, warum wir uns für dieses Objekt entschieden haben. Nun wird es Zeit, das alles auch wieder zu nutzen.

Also, liebes Wetter: Es ist Sommerzeit, bitte richte Dich danach! Danke.

Donnerstag, 22. März 2018

Henry Hasenfuß

Hier mal eine Frage an alle Fellnasen-Experten. :)

Unser Kater ist eigentlich ein großer Held. Kein Schrank ist ihm zu hoch, kein Balken zu schmal. Er klettert und flitzt im Haus umher, ohne dass man den Eindruck hat, er würde ängstlich sein.

Ganz anders verhält es sich draußen. Seit ein paar Wochen darf er ja nun - vorerst unter Aufsicht - ins Freie, aber diese Möglichkeit nutzt er nur sehr, sehr zögerlich. Wenn Herrchen oder Frauchen dabei sind, traut er sich ein wenig mehr zu, klettert mal auf einen Baum und begleitet uns durch den Garten, aber allein muss man ihn zunächst lange überreden, überhaupt mal durch die Tür zu gehen, und wenn er dann draußen ist, macht er höchstens ein paar Schritte, und beim leisesten Verdacht, es könnte eine Katze in der Nähe sein, kommt er im Schweinsgalopp zurück ins Haus.

Wir fragen uns, woher diese Angst kommen mag? Er ist mit seinen Geschwistern aufgewachsen, danach hatte er dann keinerlei Kontakt mehr mit anderen Tieren, erst recht keine negativen Erfahrungen. Warum also diese Panik? Und vor allem: Was können wir dagegen tun? Es ist doch schade, wenn er sich nicht mal bis zum Gartenteich traut, sofern wir nicht dabei sind. Okay, einerseits gut für uns, wenn er sich nicht entfernt, aber andererseits für ihn doch eine enorme Einschränkung.

Vielleicht verringert sich die Angst ja mit der Zeit von allein, wenn er öfter mit uns im Garten ist und das Gelände besser kennt. Dafür müsste es jedoch erst mal Frühling werden ... Momentan habe ich den Eindruck, man könnte mit Henry wunderbar spazieren gehen, er bleibt immer dicht beim Menschen, wie ein Hund. :)

Mittwoch, 21. März 2018

Vorsichtiger Optimismus

Nach der Horrormeldung über die schwere Erkrankung des Scheidungsanwalts von Rosalie deutet sich nun an, dass es womöglich nicht ganz so dramatisch ist, wie es zunächst von der Kanzlei beschrieben wurde. Mit etwas Glück kann der Anwalt Ende Mai seine Arbeit wohl wieder aufnehmen, liess er Rosalie per Mail wissen.

Damit müsste sich die Vertretung nur temporär mit dem laufenden Geschäft befassen, was nicht viel mehr bedeuten würde, als das Gericht und die Gegenseite hinzuhalten und mögliche Anfragen abzuwimmeln oder um Fristerstreckung zu bitten. Das sollte ja eigentlich möglich sein und keinen all zu hohen (Mehr-)Aufwand bedeuten.

Verdient hätte ihr Ex jeden Tiefschlag, der möglich erscheint. Neben der Tatsache, dass er immer wieder keine Alimente zahlt, hat er sich gerade diese Woche schon wieder eine Frechheit geleistet, die völlig stillos ist und jeden Anstand vermissen lässt. Es geht um die Beerdigung seines Vaters, also Rosalies Schwiegervater. Zwar hat er immerhin eine Todesanzeige mit Termin für die Trauerfeier verschickt, aber für das anschliessende Beisammensein mit Speis und Trank hat er lediglich Rosalies Mutter eingeladen, Rosalie selbst und ihre Schwester jedoch nicht. Er stellt also einmal mehr seine persönlichen Interessen über die anderer Menschen, in diesem Fall sogar seines gerade verstorbenen Vaters, zu dem auch Rosalie eine langjährige und gute Beziehung hatte. Das ist einfach ekelhaft.

Es bleibt die Hoffnung, dass die Gerechtigkeit irgendwann siegen wird. Aber die Wege der Justiz sind unergründlich, schliesslich ist sie ja blind ...

Dienstag, 20. März 2018

Die lieben Kollegen (19) - Verlassen

Ich hätte es besser wissen sollen. Wer sich in meinem Team auf Andere verlässt ...

Vor meinem Kurzurlaub hatte ich einen der beiden Kollegen (den ungekündigten) gebeten, am vergangenen Donnerstag ein bestimmtes Notebook zu ersetzen. Keine grosse Sache, man muss nur davon wissen, um das alte einfach gegen das gelieferte neue auszutauschen und noch ein Programm zu installieren.

Am Freitag las ich dann auf meinem dienstlichen Account (ja, ich weiss, sollte man nicht tun im Urlaub ...) die Antwort des anderen Kollegen auf ein Mail, in dem gefragt wurde, was denn mit diesem Austausch geschehen sei. Der wusste nichts davon und konnte daher nicht antworten. Ich wunderte mich zwar, ging aber davon aus, dass die beiden Team-Kollegen sich nach diesem Mail schon irgendwie verständigen würden, wenn schon am Donnerstag irgend etwas nicht geklappt hatte.

Am gestrigen Montag dann die Erklärung: Ich erhielt am Morgen ein Mail vom ungekündigten Kollegen, dass er "weiterhin" krank sei. In dem Moment hätte ich vor Wut in die Tischkante beissen können. Nicht nur über den Umstand, dass er schon wieder krank ist, sondern dass er mich weder am Donnerstag (das war sein erster Kranktag) informiert hat, noch seinen Kollegen bat, sich um das Notebook zu kümmern. Dadurch sah es nun so aus, als hätte ich das Ganze versemmelt. Aber bitte - ich kann doch nicht in böser Voraussicht, er könnte vielleicht schon wieder krank sein, das ganze Büro bitten, meinen Auftrag im Auge zu behalten. Und hätte der kranke Kollege nicht nur drei, sondern alle Personen im Büro über seine Krankheit informiert, also auch mich, hätte ich mit einem Satz auch aus Wien noch schnell den Auftrag delegieren können. Aber so ist alles daneben gegangen und ich kann nun Tage später sehen, wie ich das gerade biegen kann. Einmal mehr eine Meisterleistung.

Nicht genug damit, kam gestern Vormittag ein Mail für den kranken Kollegen an. Darin fragte die Chefin einer Klinik, wo denn die gewünschten Infos blieben und was aus dem geplanten Termin am (heutigen) Dienstag würde. Ich  hatte keine Ahnung, worum es dabei ging und wie die Vorgeschichte war, und da ich wusste, dass die Anfragende unserem Team ohnehin skeptisch gegenüber steht und auch von meinem Chef nicht viel hält, beschloss ich, persönlich im Büro vorbei zu gehen, anstatt die Frage telefonisch zu klären, wo jeder mithören könnte.

Als ich ihr dann sagte, dass der betreffende Kollege krank sei, meinte sie nur: "Sollte mich das wundern? Und warum tut Euer Chef nichts, es gibt doch Führungsinstrumente?" Fragen, die ich nicht beantworten konnte, zumal ich natürlich auch keine Kenntnis hätte, wenn dieser Schlappschwanz von Chef denn mal tatsächlich etwas unternehmen würde. Geht mich ja schliesslich als normaler Team-Mitarbeiter gar nichts an.

Sie fragte dann noch, ob man mich nicht klonen könne (oh, ein Kompliment - geht doch!) und beendete das Gespräch mit dem Hinweis, dass ich nichts unternehmen solle und wir nun warten, bis der kranke Kollege dann irgendwann wieder genesen ist.

Ich habe mir mal Gedanken gemacht, warum ich immer weniger mit meinem Chef anfangen und ihn nicht ernst nehmen kann: Er ist ein grosser Junge! Mit seinen rund 35 Jahren wirkt er wie Mitte Zwanzig, strahlt nichts aus, redet mit seinen Mitarbeitern am liebsten über Fussball oder lacht über dämliche Yout*be-Videos und wirkt in Gesprächen mit Kunden absolut nicht souverän, sondern unsicher und planlos. Schon mehrmals fühlte ich mich genötigt, bei solchen Terminen einzugreifen und das Zepter zu übernehmen, was zwar von der Kundenseite honoriert wurde, aber nicht im Sinne des Erfinders und auch nicht meine Gehaltsklasse ist.

Ein anderer Mitarbeiter fragte mich letzte Woche, wer denn künftig die Aufgaben des scheidenden Kollegen übernehmen wird und ob unser Chef mich nicht zu seinem Stellvertreter machen will. Nicht zuletzt gibt es jetzt auch wieder die jährliche Lohnrunde, bei der kleine Almosen verteilt werden. Nie viel, aber besser als nichts.

Die nächsten Wochen werden daher zeigen, wie weit es her ist mit der Wertschätzung des Chefs für seine Kollegen. Immerhin liege ich bei meiner aktuellen Beurteilung durch ihn bei über 100% Erfüllung. Dafür kann ich mir aber nichts kaufen. Und da ich hier im Team mal wieder derjenige mit dem geringsten Verdienst bin, wäre eine kleine Anerkennung durchaus eine gewisse Motivation. Bei den ständigen Fehlleistungen der beiden Kollegen wäre das dringend nötig, um weiter durchzuhalten.

P. S. Ich muss wohl nicht erwähnen, dass der junge Kollege auch heute zu Hause bleibt, wie er gestern Abend per Mail mitteilte. Es ginge ihm "noch gaaaar nicht besser". Das bedeutet einerseits, dass er nun schon acht Tage am Stück daheim ist (da er mittwochs immer frei hat), und andererseits, da er seine Krankheit von Tag zu Tag verlängert, dass er bisher deswegen nicht beim Arzt war. Als Chef hätte ich bei diesem Verhalten längstens einen Krankenschein verlangt, aber das kommt hier offenbar niemandem in den Sinn. Und so macht jeder, was er will.



Montag, 19. März 2018

Nasskalte Impressionen

Das also war Wien. Was bleibt in Erinnerung? Zunächst mal Regen, Schnee, Wind und Frost. Also all das, was man als Tourist am wenigsten braucht. In der Regel waren wir froh, wenn wir uns irgendwo aufwärmen konnten, und sei es nur in einem Souvenir-Shop.

Mit gemütlichen Spaziergängen an der Donau, durch das Museums-Quarier oder am Schloss Schönbrunn wurde es daher leider nichts. Trotzdem haben wir Einiges gesehen: Natürlich den Stephansdom, das Mozart-Haus und das Haus der Musik, das Hundertwasserhaus, den Prater, Schloss Belvedere und Schloss Schönbrunn oder auch das spannenden Museum für Verhütung und Schwangerschaftsabbruch (danach ist man froh, im 21. Jahrhundert zu leben!).


Das Hotel in der Nähe vom Schwedenplatz war gut, und gut gegessen haben wir ebenfalls, auch dank Eurer Empfehlungen. Okay, ich gebe zu, wir waren auch im Figlmüller, der genauso war wie vorhergesagt: Gutes Schnitzel, mehr aber auch nicht. Eigentlich wollten wir dort für den Abend einen Tisch reservieren, aber es waren alle Tage ausgebucht! So haben wir uns gegen 14 Uhr auf gut Glück auf den Weg gemacht und mussten auch nicht einmal fünf Minuten warten, bis wir einen Tisch zugewiesen bekamen. Das Schnitzel war dann immerhin auch wirklich gut ...

Ansonsten waren wir zum Beispiel noch im Roten Bären, im Cafè Imperial, beim Italiener Da Capo (ebenfalls sehr gut!), bei Haas & Haas und im Alten Kellergwölb. Das Essen war überall ausgezeichnet und der Kaffee schmeckt generell besser als in der Schweiz oder in Deutschland. Das können die Österreicher einfach perfekt!

Auf Grund des miserablen Wetters haben wir relativ wenig fotografiert. Es hat einfach keinen Spass gemacht im Regen, und die Motive wirkten auch eher trist. Ich könnte mir aber gut vorstellen, dass es nicht unser letzter Wien-Besuch war, denn es gäbe noch viel zu entdecken. Aber dann wohl eher im Sommer ...


Donnerstag, 15. März 2018

Kurze Pause

Los geht's zu Wiener Schnitzel, Sachertorte, Heurigem und so. Und falls noch Zeit ist, auch zur einen oder anderen Sehenswürdigkeit. :)

Wir sind dann also mal weg ...



Mittwoch, 14. März 2018

Wo führt das noch hin?

Diese ganze Scheidungsgeschichte steht unter einem denkbar schlechten Stern. Oder ist sie gar verflucht? Nun zieht sich der Prozess schon über Jahre hin, im Laufe der Zeit sind meterweise Ordner angefallen. So ganz zufrieden war Rosalie mit ihrem Anwalt zwar noch nie, aber er ist zumindest ein alter Fuchs, weiss, wie der Hase läuft und kennt auch den gegnerischen Anwalt und dessen Strategien gut.

Und nun ruft die Kanzlei an und teilt mit, dass ihr Anwalt lebensbedrohlich erkrankt sei und auf unbestimmte Zeit ausfalle. Was sich vor Wochen schon mal ankündigte, ist nun bittere Gewissheit.

Was passiert jetzt? Erst einmal wird bei Gericht eine Fristerstreckung beantragt. Die Kanzlei hat nun einen neuen, ganz jungen Anwalt beauftragt, sich nächste Woche "einzulesen". Das wird viele Tage dauern bei den Papierbergen, und als Erstes fragt man sich, wer das bezahlen soll? Allein das Einarbeiten dürfte Tausende von Franken kosten, die wohl kaum die Klientin bezahlen wird - das wäre ein Skandal. Und wenn der junge Mann dann mal soweit sein sollte und zumindest oberflächlich Einblick in das laufende Verfahren hat, habe ich grosse Sorge, wie sich das auf die Qualität der Rechtsvertretung auswirken wird. Mal ganz davon abgesehen, dass sich Klientin und Anwalt erst einmal kennen lernen sollten und müssen. Was, wenn die Chemie so gar nicht stimmt? Was, wenn sich Rosalie nicht gut vertreten fühlt? Ihr Ex benimmt sich gerade wieder, als sei er schon auf der Siegerstrasse, zahlt nicht und ist auch noch dummfrech in seinen Mails. Soll er am Ende damit durchkommen, weil Rosalies Kanzlei aus Personalgründen versagt hat?

Es kann einem angst und bange werden und man möchte wahlweise heulen oder schreien vor Wut. Wir werden jetzt von der Kanzlei verlangen, dass es zunächst ein persönliches Gespräch mit dem nun ausgewählten Anwalt gibt. Schliesslich handelt es sich um ein teures, langwieriges und sehr intensives Verfahren, in das schon eine Menge Geld geflossen ist. Da möchte man als Klient schon wissen, mit wem man es zu tun hat, ob man auf der selben Wellenlänge liegt und die gleichen Ziele verfolgt. Der junge Mann ist gerade mal 32 Jahre alt, hat vor rund fünf Jahren sein Staatsexamen abgelegt und ist seit Anfang des Jahres bei der Kanzlei. Vermutlich hat er in seinem kurzen Anwaltsleben noch nie eine Scheidung durchgeführt, ganz sicher aber keine so komplexe und schwierige.

Rosalie war gestern Abend verständlicherweise mit den Nerven fertig und hätte auch am liebsten den Wien-Ausflug ausfallen lassen. Allerdings würde das nichts am Status quo ändern, und in den nächsten Tagen bis Sonntag können wir auch nichts weiter tun. Also warum nicht mal eine kurze Luftveränderung versuchen und vielleicht auf andere Gedanken kommen?


Dienstag, 13. März 2018

Wien, Wien, nur Du allein

Ob sie bald wirklich die Stadt meiner Träume sein wird? Wer weiss.

Jedenfalls werden wir am Donnerstagmorgen dorhin fliegen. Rosalie war noch nie in Wien, mein erster und einziger Besuch liegt fast dreissig Jahre zurück und ich kann mich so gut wie nicht mehr daran erinnern. Es wird daher für uns beide etwas Neues sein. Eigentlich entstand die Idee mehr zufällig, denn unsere Lieblings-Airline bot Ende des letzten Jahres diverse Strecken zu günstigen Tarifen an, und so fiel unsere Wahl auf Wien.

Wir haben ein recht schickes Hotel direkt am Rande der Altstadt gebucht und hoffen, mit etwas mehr Glück beim Wetter ein paar schöne Tage verbringen zu können. Zu sehen gibt es ja genug, sodass uns sicher während der rund 2,5 Tage nicht langweilig werden wird. Wenn jemand aber noch eine Idee hat, was man auf jeden Fall gesehen bzw. getan haben muss, dann gern her damit!

Natürlich werden wir die Altstadt "abgrasen", mal zum Prater gehen, zum Schloss Schönbrunn, und ganz sicher ein richtiges Wiener Schnitzel essen. Vermutlich ist die Zeit damit dann auch schon um (okay, ein wenig Shopping liegt sicher auch noch drin).

Die Katze wird in der Zeit wieder von Rosalies Mama gehütet, und ich hoffe, dass Henry anschliessend nicht wieder neue Verhaltensstörungen aufweist. Zuletzt war immer irgend etwas, nachdem wir zurück gekommen sind ...

Danach sollte ich mir Gedanken machen über den nächsten Berlin-Besuch. Rosalies Schwiegervater ist gerade verstorben. Auch wenn der schon über 90 Jahre alt war, führt es einem wieder vor Augen, wie schnell alles gehen kann. Und ich möchte mir möglichst nicht eines Tages sagen müssen: Wärst Du doch nochmal hingeflogen.

Montag, 12. März 2018

Die Freude währte nicht lang

Am letzten Freitag gab es einen lauten Knall in der Küche. Ich hab mich richtig erschrocken. Das Geräusch kam aus unserer nagelneuen Kaffeemaschine. Nun ist sie kaputt. Nach nur vier Wochen. Und das bei einem Gerät, das über 1000 Euro im Laden kostet.

Ja, natürlich ist noch Garantie darauf. Aber so etwas darf und sollte doch eigentlich bei einem Markenrprodukt dieser Preisklasse nicht passieren. Abgesehen davon, dass es nun Tage dauert, bis sich jemand vom Kundendienst sehen lässt, und wir bis dahin keinen "richtigen" Kaffee mehr trinken können (zum Glück haben wir noch eine alte Kapselmaschine rum zu stehen). Dabei hatten wir uns gerade an den guten Geschmack von frisch gemahlenem und gebrühtem Kaffee gewöhnt.

Ich hab die Pumpe im Verdacht, es klang, als wäre etwas im Inneren des Gerätes geplatzt, und man darf gespannt sein, ob die sich so ohne Weiteres auswechseln lässt.

Es zeigt sich mal wieder, dass Marke und hoher Preis nicht immer etwas über die Qualität aussagen. Ich bin ziemlich enttäuscht von dem Produkt und froh, dass wir nicht so viel Geld dafür bezahlt haben.

Da kann ich ja froh sein, dass ich wieder gesund bin und daher im Büro Kaffee bis zum Abwinken trinken kann. :) Nach einer Woche Zwangspause hat mich der Alltag wieder - aber nur für kurze drei Tage! Warum? Dazu dann morgen mehr.

Donnerstag, 8. März 2018

Verzweiflung oder doch nur Arroganz?

Eigentlich wollte ich heute Morgen ganz in Ruhe vom Sofa aus einen entspannten Beitrag schreiben - schließlich bin ich bis Freitag krank geschrieben und darf mich ohne schlechtes Gewissen auskurieren.

Aber dann kam mal wieder Post von Rosalies Ex und es wurde nichts mit der Entspannung. Nachdem er erneut seiner Zahlungspflicht im letzten Monat nicht nachkam, nun eine Tabelle - ohne Anschreiben -, die wohl darstellen soll, warum er nicht bezahlt hat.

Angeblich hätte Rosalie bei IHM Schulden. Aha. Und warum? U. a., weil der Garten jetzt plötzlich zu groß für ihn sei und er deswegen einen Gärtner brauche, den sie jetzt gefälligst zur Hälfte mitfinanzieren soll. Was ist das denn für ein Quark? Getrennte Haushalte, getrennte Häuser, aber sie soll jetzt seinen Lebensunterhalt mitfinanzieren? Darf ich dann meine Stunden in Rosalies Garten auch bei ihm anrechnen lassen, da Rosalie die Arbeit ebenfalls nicht allein in ihrem Garten geschafft hat?? Zumal er erst zwei Wochen vorher zum wiederholten Mal wissen wollte, ob er Haus und Grundstück vollständig und allein übernehmen könne. Ja wie soll das gehen, wenn ihm das nun angeblich alles viel zu viel und zu groß ist? Schrumpft das Anwesen im Laufe der Zeit?

Er versucht mit allen möglichen billigen Taschenspielertricks, um seine Verpflichtung herumzukommen, Alimente zu zahlen. Dabei verkennt er jedoch, dass Unterhalt allem anderen unbedingt vorgeht und auch nicht einfach verrechnet werden kann, ohne dass die Gegenseite zustimmt. Und so bleibt nun nichts, als den Unterhalt vom Gericht einfordern zu lassen. Es wird also demnächst der Gerichtsvollzieher bei ihm vor der Tür stehen. Bedauerlich, aber er ist völlig übergeschnappt. Das war nun schon die x-te Tabelle, in jeder stehen andere Zahlen, mal mehr, mal weniger, alle jedenfalls bar jeder rechtlichen Grundlage. Es wird ein  Leichtes sein, sie zu entkräften, doch auch das braucht Zeit - und Geld ...

Mittwoch, 7. März 2018

Besucher im Garten

Rosalie und ich sind Fans von elektronischen Gadgets und probieren gern das Eine oder Andere mal aus. Deshalb haben wir auch nicht irgend eine Katzentür eingebaut, sondern eine, die mit dem Internet verbunden ist.

Das heisst, wir können per App die Tür öffnen oder verriegeln und bekommen eine Nachricht, wenn der Herr das Haus verlässt oder zurückkehrt. Coole Sache. :)

Das ist aber noch nicht alles, denn die Tür informiert uns auch, wenn ein anderes Tier von außen durch die Tür ins Haus schaut (aber natürlich nicht rein kommt, weil es keinen oder einen falschen Chip hat).

Und so erhalten wir am Abend, fast immer zu den selben Zeiten, diverse Meldungen, dass ein Tier an der Tür steht. Und wenn wir dann nachsehen, sind es tatsächlich immer die selben Katzen, die regelmässig die Treppe zur Terrassentür herauf kommen und dann nachsehen, was da hinter dem Eingang los ist. Schon faszinierend, was die Katzen offenbar für einen immer gleichen Tagesablauf haben, auch bei ihren Rundgängen.

Ob sie nun zu Henry wollen oder einfach nur neugierig sind, ist schwer zu sagen. :) Nicht alle jedenfalls sind Fans von ihm. Das musste ich neulich feststellen, als ich mit unserem Kater morgens an der Tür war und einen beissenden Geruch bemerkte. Da hat ein männliches Exemplar offenbar genau Richtung Tür markiert. Man sah noch die Urintröpfchen im Plastikrahmen. Wie gut, dass Henry rechtzeitig kastriert wurde, das ist im Haus wirklich keine Freude ...

Da ich momentan aus bekannten Gründen noch immer zu Hause bin, darf der Kater auch den ganzen Tag über das Haus verlassen. Er ist aber eher ängstlich und bleibt immer in einem sehr engen Umkreis von wenigen Metern. Soll uns aber vorerst recht sein, er darf den Garten dann erobern, wenn wir bei schönem Wetter auch wieder draußen sein können. Bis dahin habe ich ihn lieber im Blick. :)

Ich gehe dann mal wieder mit Tee auf die Couch ... Gute Besserung an alle Leidgeplagten!

Montag, 5. März 2018

Ist die Katze gesund, freut sich der Mensch

War das nicht mal ein Claim eines Tierfutter-Herstellers? Egal, jedenfalls sind wir froh, dass unser Herr in Schwarz wieder vitaler wirkt als vor ein paar Tagen. Mäkelig beim Essen ist er zwar noch immer, aber ansonsten hüpft und springt er wieder wie früher.

Die medizinische Bestätigung haben wir ebenfalls. Da freut sich der Mensch nicht ganz so, spätestens, wenn er die Rechnung von 325 Franken für eine Tastuntersuchung und ein grosses Blutbild sieht. Aber was tut man nicht alles für seine Familie. :)

Dafür liege ich nun aber flach, und das ist keine Einbildung (auch wenn man das Männern gern nachsagt). Ein grippaler Infekt hält mich sein Samstag im Bett. Die Firma wird sicherlich nicht untergehen, daher hatte ich auch kein schlechtes Gewissen bei der Info an den Chef, dass ich nun auch mal krank bin. Ein Wunder ist das vermutlich nicht - ich möchte nicht wissen, mit wie vielen Keimen ich tagtächlich im Krankenhaus in Berührung komme, Hygiene hin oder her.

Nun denn - Tee gekocht und wieder ab unter die Decke!


Freitag, 2. März 2018

Kindersicherung

Zu Beginn der letzten Ferien gab es einen grossen Aufschrei um 22.30 Uhr. Grund: Unser Router hat ordnungsemäss die Kinder vom WLAN ausgesperrt. Seit wir teilweise Schwierigkeiten hatten, sie abends weg von den Geräten in Richtung Bett schieben zu können, habe ich für ihre Computer ein Profil erstellt, und damit wird zur Schlafenszeit das WLAN automatisch abgestellt.

Nun sollten die Kids um 22.30 Uhr sowieso im Bett sein, daher gibt es normalerweise unter der Woche keinen Protest, denn das würde ja auffallen ... Aber in den Ferien hocken sie natürlich den ganzen Tag vor den Displays, und wenn sich dann pünktlich der Router meldet, weil ich vergessen habe, den Schutz zu deaktivieren, gibt es sofort lautstarken Protest.

So ganz und gar wirkt die Barriere ohnehin nicht, denn beide Kinder haben auf dem Handy eine Flatrate, sodass alles, was auf diesen Geräten möglich ist, von uns nicht unterbunden werden kann. Aber zumindest liegen sie dann schon mal im Bett und werden vielleicht irgendwann müde. :)

Ein paar gute Seiten hat diese digitale Flut ja durchaus - z. B. sprechen beide Kinder fliessend englisch, was an den vielen Beiträgen und Serien liegt, die sie in dieser Sprache konsumieren. Dass man sie allerdings kaum noch motivieren kann, ihr Zimmer zu verlassen, sofern kein Internet in der Nähe ist, macht einen schon nachdenklich.

Vielleicht sehen wir das aber viel zu kritisch? Schliesslich haben wir damals keine Minute ohne Walkman oder Buch verbracht, also die Möglichkeiten unserer Zeit ausgenutzt. Nichts Anderes machen die Kinder letztlich heute auch. Allerdings lassen sie sich heute viel mehr passiv berieseln, am besten gleich auf zwei oder gar drei Bildschirmen gleichzeitig. Sie können sich auf nichts richtig und mit Haut und Haar einlassen. Ob das gut und gesund ist, mag ich bezweifeln.