Freitag, 16. November 2018

Was kommt danach?

Gibt es ein Leben nach dem Tod, und wenn ja - wie sieht das aus? Himmel, Hölle, Wolke 7? Und kommen wir immer wieder auf die Erde zurück?

Vor 15 Jahren hätte ich all diese Fragen mit einem schrägen Lächeln abgetan und für Unfug erklärt. Seit meiner Zeit mit E. bin ich für viele Dinge aufgeschlossener und zumindest bereit, mir andere Meinungen und Theorien anzuhören. Denn wer sagt uns, dass die Wissenschaft tatsächlich der Weisheit letzter Schluss ist? Wie viel hat man noch nicht erforscht und schiebt es allein deshalb ins Reich des Märchens?

Rosalie und ich waren gestern bei einem Vortrag des auch in Deutschland bekannten Pascal Voggenhuber. Der Typ kommt fast wie ein Comedian daher, nennt sich selbst Medium und versucht in den 90 Minuten seines Auftritts, den Menschen im Saal auf sympathische Art und Weise ein wenig die Angst vor dem Tod zu nehmen und ihnen auch zu sagen, dass es ihren verstorbenen Angehörigen auf jeden Fall gut geht und sie sich nicht sorgen müssen. Er begründet das mit durchaus interessanten Fakten und Thesen, sodass man als aufgeschlossener Mensch zumindest mal darüber nachdenken kann.

Pascal behauptet von sich, dass er in der Lage sei, mit Verstorbenen zu kommunizieren. Das "beweist" er am Ende mit einer sogenannten Live-Demo. An dieser Stelle wurde es dann doch etwas schräg. Er berichtet und beschreibt eine Person im Jenseits und bittet den Menschen im Publikum, der die Person erkennt, sich zu melden. Danach erzählt er als Medium über den verstorbenen Menschen und holt sich immer wieder die Bestätigung der Person im Publikum.

Vielleicht habe ich zu viele Filme darüber gesehen und vermutlich gibt es auch zu viele Falschspieler bei diesem Thema - ich konnte oder mochte dieser "Demo" nicht glauben. Das würde ich wohl erst tun, wenn ich jemandem gegenüber sitze, bei dem ich sicher sein kann, dass er zuvor keinerlei Ahnung von mir und meiner Familie hat. Dieser Beweis konnte hier im Saal (natürlich) nicht erbracht werden. Und so blieb das Ganze für mich sehr fragwürdig.

Trotzdem sind wir mit einem guten Gefühl und einigen Denkanstössen nach Hause gegangen. Letztlich ist die Quintessenz: Lebe Dein Leben im Hier und Jetzt und hab auch keine Angst vor dem, was danach kommt. Der Tod ist nicht das Ende.

Donnerstag, 15. November 2018

Das Leben geniessen, jeden Tag!

Mal abgesehen davon, dass mein Kollege mal wieder drei Stunden (!) zu spät kam, gab es gestern noch ein Ereignis, das einen einmal mehr sehr nachdenklich macht ...

Mein Chef kam ungewöhnlich spät ins Büro. Als er eintraf, wirkte er zerstreut und aufgelöst. Er rief mich kurz zu sich, um mir mitzuteilen, dass er gleich wieder los müsse. Seine Frau sei eingeliefert worden mit neurologischen Ausfällen. Diagnose: Hämatom der Halsschlagader mit einhergehender Thrombose - also ein Schlaganfall.

Was für ein Schock. Mein Chef kommt vom Fach und wusste natürlich sofort, worum es ging und was das bedeuten kann: unvorhersehbare Schädigungen des Gehirns. Und das mit 39 und einem jungen Kind daheim. Bei der OP wurde die Stelle geweitet (Stent) und das Gerinnsel entfernt. Kurz darauf noch ein zweites ... Nun kann man nur warten, eine Prognose ist nicht möglich.

Man stelle sich das vor: Da steht man morgens auf, ärgert sich vielleicht über einen vermeintlichen grippalen Infekt, und Stunden später wacht man im Spital auf, ist halbseitig gelähmt und kann nicht mehr sprechen. Was für ein Albtraum, sowohl für die Frau als auch die Familie.

Also: Leben wir jeden Tag, als sei es der letzte. Auch wenn das eine Binsenweisheit ist - richtig ist sie allemal. So schnell kann alles vorbei und der Alltag nicht mehr der selbe sein.

Mittwoch, 14. November 2018

Das waren noch Zeiten

Neulich stiessen wir beim Zappen und Scrollen durchs Programm am Abend zufällig auf eine Folge "Biene Maja". Die gute, alte Zeichentrickserie. Was für eine Wohltat: langsame Bildfolgen, süsse Musik, einfache, niedliche Handlung mit sympathischen Charakteren.

Und heute? Bei aktuellen Serien muss es ständig knallen, explodieren, alles ist hektisch, Action im Sekundentakt, immer höher, schneller, weiter. Und am besten Binge Watching und alle 23 Folgen hintereinander schauen. Und weil das immer noch viel zu langweilig ist, hat man als Teenie einen zweiten Bildschirm, auf dem man gleichzeitig noch SIMS spielt.

Und die Erwachsenen? Die schauen "Bachelor" (inklusive "Live-Ticker" in den Apps der Boulevard-Zeitungen!) oder gar "Adam und Eva". Was für ein Unfug ist das denn? Menschen wackeln mit ihren (total rasierten) Genitalien durchs Bild und suchen dabei ihre grosse Liebe. Wer will das sehen? Wir haben, ebenfalls an besagtem Abend, einen kurzen Ausschnitt geschaut, in dem gerade Gina-Lisa L. zu bewundern war. Oh Gott, ist die verunstaltet! Das Gesicht mit den aufgespritzten Lippen zur Fratze entstellt und Brüste, die mit Natur nicht das Geringste zu tun haben. Gibt es wirklich Männer, denen so etwas gefällt? In Key West haben wir eine Frau gesehen, deren Brüste buchstäblich bis zum Bauchnabel wie Schläuche hingen. Das ist dann das andere Extrem und auch nicht gerade hübsch anzusehen. Zur Schau stellen würde ich die als Frau wohl eher nicht. Aber riesige "aufgesetzte Halbschalen", die sich keinen Millimeter bewegen, sind, zumindest für meinen Geschmack, ebenso wenig sexy und erinnern eher an eine Gummipuppe.

Eigentlich waren wir nur auf der Suche nach einer aktuellen Nachrichtensendung. Die haben wir nicht gefunden, und daher nach fünf Minuten den Fernseher wieder ausgeschaltet. Gute Nacht.

Dienstag, 13. November 2018

Die lieben Kollegen (45) - Es läuft

Als ich nach meinen 3,5 Wochen Urlaub ins Büro zurück gekehrt bin, hörte ich immer mal wieder, man hätte gemerkt, dass ich weg war. Ich hab auch das Eine oder Andere gefunden, was während meiner Abwesenheit einfach durch Flüchtigkeit oder Leichtfertigkeit daneben gegangen ist.

Ein schönes Gefühl und indirekte Belohnung für die eigene Arbeit. Derzeit zeigt sich, dass wir als "Team" ganz gut funktionieren, wobei ich die Rolle des Seniors übernehme (ungewollt) und die beiden jungen Herren mehr oder weniger gut mitziehen. So eine Art Primus inter pares.

Die Beiden lassen mich in Ruhe, fragen, wenn sie was nicht wissen, und ich kann damit in Ruhe meine Aufgaben erledigen und nebenbei im Auge behalten, ob alles funktioniert. So oder ähnlich hatte ich mir das vorgestellt. :-)

In sofern bin ich momentan ganz zufrieden mit der Situation. Die Frage ist nur, wie lange sie anhält. Mit der Reorganisation, die irgendwann vermutlich nächstes Jahr startet, werden sich Aufgaben und Teams vermutlich überall ändern. Das kann meine Chance sein, aber es bedeutet natürlich auch wieder Veränderung, und niemand weiss, wohin die Reise gehen wird.

Also warte ich mal ab und halte derweil hier alles am Laufen. Am Freitag habe ich mein jährliches Mitarbeitergespräch mit dem Chef und bin gespannt, wie er die momentane Situation und Qualität im Team beurteilt. Ich werde berichten.

Montag, 12. November 2018

Von Fischköpfen und anderen Naturereignissen

Diese langen Wochenenden sind schon etwas Schönes, und ich möchte, wenn irgend möglich, auf diesen Luxus nicht mehr verzichten. Es ist ein gutes Gefühl, am Donnerstagabend zu wissen, drei Tage am Stück frei zu haben. Und ein gewisser Erholungseffekt ist durchaus zu spüren, ganz abgesehen davon, dass man den Freitag dann auch für den Kram nutzen kann, zu dem man sonst wegen der langen Arbeitszeit nicht kommt.

So habe ich diesmal meinem Auto die Winterschuhe anziehen lassen. Als wir wieder heim kamen, fand ich etwas sehr Appetitliches auf der Bodenmatte vor der Terrassentür: einen Fischkopf! Das Gruselige war, dass sich das Maul noch bewegte, als wolle er atmen. Ziemlich schräg.

Wir haben dann im Video der Webcam schnell gesehen, wer der Übeltäter war, der den Fisch aus unserem Teich geangelt hat: Bernie! Das erklärte auch, warum er so nass war am Bauch, als er etwas später herein wollte. In diesem Fall waren wir froh, dass er keinen Chip hat, denn er wollte mit seiner tollen Beute unbedingt ins Wohnzimmer, und bei der Sauerei, die er draussen hinterlassen hat, wäre das eine nette Überraschung geworden. Zum Wegräumen der Fischreste kamen wir dann trotzdem nicht, da sich in der Zwischenzeit eine andere Katze über den leckeren Fischkopf hermachte und auch die übrigen Spuren gierig aufschleckte. Problem gelöst ...

Ansonsten war das Wochenende ziemlich grau, nebelig und nass. Gut für die Natur, aber nicht ganz so fürs Gemüt. Da halfen nur Rotwein und ein Feuerchen im Kamin. Unsere Region ist "berühmt" für zahlreiche Nebeltage in dieser Jahreszeit, da braucht man dann Sonnen-Ersatz für die Seele. Immerhin kam gestern Mittag doch noch die Sonne heraus, sodass es noch einmal richtig mild wurde und wir einige Stunden im Garten verbrachten.

Als die Sonne unterging, kam der Nebel auch schon wieder zurück gekrochen. Ein tolles, etwas unheimliches Naturschauspiel ...



Apropos "Naturereignis". Ich hab heute noch einen Termin beim Friseur. Vor vielen Jahren habe ich mir geschworen, dass ich nicht zu den Männern gehören werde, die ihre letzten drei Haare quer über die Glatze legen werden. Nun sieht es bei mir von vorn noch relativ gut aus, schaut man aber von oben oder hinten, ist es schon ziemlich licht auf dem Kopf. Was also tun? Ein "Kranz" kommt auch nicht in Frage, wenn, dann muss alles kurz werden, damit das nicht so auffällt. Wird es jetzt schon Zeit dafür? Und wie sieht das dann aus? Ich werde meine Top-Stylistin mal fragen, was sie dazu meint, und mich dann entscheiden. Vielleicht lege ich mir ein Trump-Toupet zu. ;-)



Donnerstag, 8. November 2018

Ich will auch rein!

Wir haben mittlerweile den "Widerstand" und die Zurückhaltung aufgebeben. Da Bernie offenbar in seinem Zuhause nicht vermisst wird (Rosalie hatte dort Bescheid gesagt, dass er oft bei uns im Garten ist, und falls man ihn sucht, sollte man bei uns fragen), lassen wir ihn jederzeit herein, wenn er vor der Tür steht, und seit unserer Rückkehr schläft er jede Nacht in meinem Bett. Es scheint, als geniesse er vor allem die Ruhe und auch die menschliche Aufmerksamkeit und Nähe. Offenbar hat er mit seinen 12 Jahren ein tolles Seniorenheim gefunden.

Das scheint sich draussen im Dorf herum zu "sprechen". Schon vor dem Urlaub und jetzt danach regelmässig gegen 18 Uhr findet sich eine Katze am Haus ein und sitzt dort zum Teil stundenlang, während sie die Tür im Auge behält. Im Gegensatz zu Bernie ist sie sehr scheu und gibt keinen Ton von sich. Sie sieht nicht ganz so gepflegt aus, hat mehrere Schrammen an der Nase und eine recht frische Wunde auf der Stirn.

Sie (oder er) wirkt sehr mitleiderregend, daher bekommt sie nun auch wenig Futter von uns. Und inzwischen reisst sie zumindest nicht mehr aus, wenn man die Tür öffnet, um ihr etwas zu geben. Sie bleibt aber immer auf Distanz.

Neulich habe ich am Abend mal die Tür angelehnt gelassen und über die Webcam zugeschaut, was sie macht. Tatsächlich traute sie sich irgendwann ins Zimmer und lag dann sogar für eine kurze Zeit auf einem Korbstuhl.

Allerdings schaute ich nicht die ganze Zeit auf den Monitor, und plötzlich hatten wir zusätzlich noch eine ganz andere Katze im Zimmer. Sehr neugierig, sehr aufgeschlossen. Es vergingen keine fünf Minuten, da stand sie plötzlich im ersten Stock direkt vor uns und der Küche. Alle haben sich erschreckt und sie ist dann gemütlich wieder raus spaziert.

Gestern Morgen war sie nun auch draussen vor dem Haus. Und kaum hatte ich die Tür geöffnet, kam sie mauzend herein, drückte sich gegen meine Beine und meine Hand und liess mich nicht mehr aus den Augen. So süss! Und dann haben wir sie wieder erkannt: Es ist Henrys "Freundin". Im Sommer war sie öfter da und tollte mit Henry durch den Garten. Dann sahen wir sie lange nicht, und nun kommt sie täglich und ist auch plötzlich ganz zutraulich. Sie wohnt wohl im selben Haus wie Bernie - ein Zufall?





Hier lag sie mal einen Moment lang und flirtete mit Henry. Sonst ist sie immer sehr neugierig und aufgeregt, aber ich konnte sie gestern Abend dann nach einigen Minuten mal etwas beruhigen, sodass sie sich noch einmal ruhig auf den Boden legte und den Kopf in meine Hand drückte.

Das erinnerte mich an das Buch über Homöopathie bei Katzen, das Rosalie kürzlich gekauft hat. Dort werden u. a. fünf verschiedene Hand-Typen und deren Wirkung auf Katzen beschrieben. Schon beim Überfliegen des Textes war völlig klar, welche Hand ich habe, nämlich die, zu der Katzen am schnellsten Vertrauen haben und die gut beruhigen kann. Auch die Beschreibung der Handform passt absolut. Und Katzen suchten schon immer meine Nähe, nur musste ich bis vor 1,5 Jahren wegen meiner Allergie sehr zurückhaltend sein.

Wer hätte damals gedacht, dass eines Tages zwei Katzen in unserem Schlafzimmer schlafen, eine im Bett und die andere daneben? Die Kinder sind auch begeistert von unseren Stubentigern, schliesslich sind es für sie die ersten Haustiere überhaupt.

Bei all dem Katzentrubel im und um das Haus haben wir unsere Idee, noch ein Tier aus dem Heim zu holen, vorerst auf Eis gelegt. Wir warten mal ab, wie sich das Ganze entwickelt, und dann überlegen wir erneut. Das Kätzchen, das wir uns ausgesucht hatten, ist wegen ihrer Scheu so schwer vermittelbar, dass es auch später vermutlich noch auf uns warten wird.


Mittwoch, 7. November 2018

Alters-Starrsinn?

Ich hatte es schon eine Weile befürchtet, nun ist es Gewissheit: Mein Vater hat sich mit seinen 78 Jahren tatsächlich noch einmal einen Neuwagen gekauft.

Ich hab nicht mitgezählt, wie viele Autos er in den letzten 30 Jahren schon erworben hat. Aber meine Hoffnung war, dass er seinen jetzigen Wagen noch so lange fährt, bis es aus gesundheitlichen Gründen sowieso nicht mehr möglich ist. Sein aktueller VW ist zwar acht Jahre alt, hat aber lediglich 23000 km auf der Uhr und ist tiptop in Form.

Ja, mein Papa ist ein leidenschaftlicher Autofahrer, und ja, es ist gut und schön, wenn er dadurch noch mobil ist. Aber musste es jetzt wieder ein teurer Neuwagen sein, noch dazu mit einem Haufen Schnickschnack, mit dem er sowieso nicht klar kommen wird? PC und Handy kann er auch nur bedienen, wenn ich ihm alles ein paar Mal erklärt habe. Und so ein neues Auto ist heutzutage nicht viel anders ...

Wenn man meinen Vater im Schneckentempo mit Rollator zum Auto laufen sieht, kann man sich ohnehin kaum vorstellen, wie das mit dem Fahren funktionieren soll; ich gehe aber davon aus, dass das noch besser klappt als das Laufen. Neulich hat er sich aber schon einen Reifen platt gefahren, weil er gegen einen Bordstein gefahren ist, und am Radkasten sind Schrammen, die er sich nicht erklären kann.

Es ist ja schön, wenn sie einmal pro Woche ihren Einkauf erledigen können oder einmal im Jahr an die Ostsee fahren. Dazu kommt im Sommer vielleicht noch einmal im Monat ein Ausflug in ein Lokal vor der Stadtgrenze. Das war es dann aber auch. Bei dem Abschreiber, den man bei einem neuen Auto hat, sobald man den Hof verlässt, muss man sich wirklich fragen, ob es das wert ist.

Ich gehe davon aus, dass ihn der Kauf nicht arm macht, aber verstehen tue ich es trotzdem nicht. Und was mir noch mehr Sorgen macht: Verpasst er am Ende den Zeitpunkt, an dem er lieber nicht mehr fahren sollte? Und was, wenn er andere Verkehrsteilnehmer gefährdet? Wie bringt man ihm diesen durchaus grossen Einschnitt in die eigene Mobilität bei? Durch seine Schwerbeschädigung hat er Anspruch auf kostenlose Fahrdienste, die ihn zu Arztterminen oder auch privaten Besuchen bringen. Es liesse sich dann also Einiges kompensieren und organisieren. Aber natürlich ist das etwas Anderes, als wenn das eigene Auto vor der Tür steht. Das ist mir alles klar, und doch muss es irgenwann sein. Mit dem wieder neuen Auto jetzt wird dieser Moment wohl in weite Ferne rücken, sofern nicht andere "Ereignisse", die ich mir lieber nicht vorstellen möchte, dazwischen kommen.


Dienstag, 6. November 2018

Und sonst so?

Zunächst etwas "Technisches". Die Kommentare hier im Blog ab Anfang Oktober habe ich erst jetzt beantworten können, da das System meine Benachrichtigungsfunktion deaktiviert hatte - warum auch immer. Dadurch habe ich gar nicht bemerkt, dass es Kommentare gab. Das sollte nun wieder funktionieren und ich reagiere zeitnah. :-)

Nun gab oder gibt es noch den Ärger mit den Captcha-Abfragen. Seit Montag soll sich das laut Google eigentlich mit einer neuen Version verbessert haben. Könnt Ihr das bestätigen? Und falls nicht, gäbe es noch die Möglichkeit, den Blog auf "Moderiert" zu stellen. Dann sollten keine Abfragen mehr kommen nach dem Absenden eines Kommentars. Ich bin zwar kein grosser Freund dieser Variante, aber falls Ihr das als angenehmer empfinden solltet, kann ich es umstellen.

Die Arbeit hat mich seit gestern wieder, und es war angenehmer als befürchtet. Katastrophen gab es wohl keine, lediglich ein paar kleinere Schwierigkeiten, die wohl einige Kollegen zu dem Spruch veranlasst haben, man würde merken, dass ich nicht da sei. Ist ja immerhin ein Kompliment, auch wenn ich es nur über Umwege erfahren habe. Ich hab mein Büro gefunden, wusste das Passwort noch und hatte eine überschaubare Menge an neuen Mails. Also alles halb so schlimm, auch wenn ich das Gefühl hatte, eine Ewigkeit weg gewesen zu sein.

Rosalies Ex hat sich mal wieder wie ein Kleinkind aufgeführt. Einmal mehr zahlt er keine Alimente, weil er angeblich kein Geld hat. Rosalie hat ihn per Mail mit Argumenten konfrontiert, aber statt daruf einzugehen, reagiert er wie ein Kind, das sich ertappt fühlt und dann trotzig antwortet:"Aber Du hast dafür ....". Man kann mit diesem Menschen einfach nicht diskutieren. Furchtbar. Es wurde nun vom Gericht formal ein Termin für die Hauptverhandlung auf den 30. Januar festgelegt. Ob der aber stattfindet oder aufgrund ausstehender Gutachten erneut verschoben werden muss, wird sich zeigen. In jedem Fall geht wieder ein fünfstelliger Betrag den Bach runter, weil der Ex seine eigenen Zahlen aus der Buchhaltung nicht wahrhaben will. Was für ein Irrsinn.

Da ich ständig müde bin und jenseits der 50, habe ich nach etlichen Jahren endlich mal wieder Anlauf für einen grossen Check-Up genommen. Nach Blutentnahme und EKG vor ein paar Tagen findet dann heute Nachmittag die Untersuchung (inkl. Prostata-Abtastung ...) und Ergebnis-Besprechung statt. Falls ich anschliessend nicht gleich zum Notschlachten abgeholt werde, gibt es auch morgen ein Post von mir. ;-)


Montag, 5. November 2018

Die letzten Urlaubstage

Nach insgesamt rund 3 Stunden Flug und mit 20 Grad Celsius weniger in der Luft kamen wir schliesslich in Washington, DC an. Das erste Erlebnis direkt am Flughafen: Wir folgten den Schildern Richtung EXIT und standen plötzlich vor sechs verschlossenen Türen, die in den Abgrund führten, sprich aufs Rollfeld. Zum Glück standen wir nicht allein, sonst wären wir wohl arg ins Grübeln gekommen. Keine Schienen, viel zu hoch für einen Bus - also wie sollte es von hier aus weiter gehen?

Nach ein paar Minuten dann des Rätsels Lösung: Ein grosser "Container" kam angefahren. Drinnen wie ein U-Bahn-Wagen ausgestattet, vorn und hinten je zwei Türen und ein Führerstand für den Fahrer. Ein Bus auf riesigen Rädern:



Davon gibt es drei, die immer zwischen dem Terminal und der Haupthalle pendeln. Bei der Ankunft drängelte sich alles und es war etwas chaotisch, bei unserem Abflug am Sonntag war es dann ganz leer und wir konnten sogar sitzen in diesem Container auf seiner fünfminütigen Fahrt.

Vom Hauptterminal aus ging es dann per Bus in rund 50 Minuten in die Stadt. Danach noch drei Stationen mit der Metro und wir hatten unser Hotel erreicht. Nach einem leckeren Steak im Restaurant wollte ich unbedingt noch das Weisse Haus sehen. Rosalie wollte mir nicht glauben, dass unser Hotel ganz in der Nähe lag, aber tatsächlich waren wir nach fünf Minuten schon in Sichtweite von Donalds Residenz. Am nächsten Tag waren wir noch mal bei Tageslicht dort. Hier der Beweis:



Uns hat die Stadt sehr gut gefallen. Sie hat einen ganz anderen Charme als NY. Dort ist es hektisch, laut, hoch, in Washington wirkt alles gediegener, weitläufiger, ruhiger. Wir haben an einem Tag eine "Rundfahrt" mit mehreren normalen Linienbussen gemacht, um mal einen kleinen Eindruck von den Stadtteilen ausserhalb der Touristen-Zentren zu bekommen, und das war sehr interessant. Hier sieht man die Ecken mit den vornehmeren Villen und auch die Viertel, wo man vielleicht nicht unbedingt aussteigen möchte ...

Ausgestiegen sind wir aber u. a. an der Washington National Cathedral. Hier reibt man sich erst einmal die Augen, weil man solche Gebäude in den Staaten nicht unbedingt erwartet. Beeindruckend war es allemal, zumal drinnen gerade ein Gottesdienst stattfand zu Ehren von Matthew Shepard:
https://cathedral.org/event/service-of-thanksgiving-and-remembrance-for-matthew-shepard/
Mir sagte das Thema zuvor nichts, aber es hat damals für viel Wirbel gesorgt und Einiges angestossen in den USA.



Wir hatten ja nur rund zwei Tage, die gerade für die wichtigsten Stationen reichte. Darunter auch der Arlington-Friedhof, dessen Dimensionen noch riesiger sind, als ich erwartet hatte.



Am letzten Tag frühstückten wir noch in Ruhe und machten uns gegen Mittag bei strömendem Regen auf den Weg zum Flughafen. Der Rückflug war etwas holprig, aber nach knapp acht Stunden landeten wir sicher in Zürich. Und drei Stunden später waren wir daheim, wo die Katzen uns freudig begrüssten. Henry kam sofort im Garten angelaufen, als ich ihn rief, und machte Geräusche, die ich noch nie von ihm gehört hatte. Und etwas später sah ich dann auch Bernie weit entfernt auf dem Feld. Als ich ihn rief, schüttelte er den Regen aus dem Fell und rannte voller Freude auf mich zu. Seitdem haben wir den Eindruck, dass Beide viel öfter im Haus sind als früher, als müssten sie ganz viel Nähe nachholen. Uns soll es recht sein. :-)

Ich hatte noch eine Woche frei und konnte mich daheim in Ruhe an den Alltag gewöhnen. Heute Morgen musste ich dann aber auch wieder ins Büro, denn irgendwann ist auch der schönste Urlaub vorbei. Es war wirklich, wirklich wieder so schön, sodass wir schon überlegen, im nächsten Jahr ... Na, schauen wir mal.

Samstag, 3. November 2018

Die zweite Urlaubswoche

Nach einer Woche Fort Lauderdale in einem wirklich sehr angenehmen Hotel fiel uns die Weiterreise fast ein wenig schwer. Wir machten und mit dem Auto auf die gut vierstündige Reise nach Key West, vorbei an Miami, entlang der vielen kleinen Keys und langen Brücken übers offene Meer. Beim letzten Mal spielte das Radio "Kokomo" von den Beach Boys, was mir seit dem als Inbegriff des Florida-Urlaubs regelmäßig Gänsehaut bereitet, wenn ich es höre. Und wir mussten auch diesmal nicht lange warten, bis es im Radio (mit voller Lautstärke) lief.

Leider waren wir vom Hotel in Key West diesmal nicht ganz so begeistert. Wir hatten zwar das selbe Zimmer, aber im Resort gab es eine größere Gruppe von Leuten aus New York, die dort wohl mal richtig feiern und die Sau rauslassen wollten. So saßen oder standen sie meist ab Mittag im Wasser am Pool, Wein oder Bier in der Hand und zum Teil noch Zigarette oder Zigarre. Mit der Zeit zeigte auch der Alkohol in der Hitze Wirkung und sie wurden immer lauter. Das war nervig.

Aber ansonsten haben wir auch die zweite Woche sehr genossen. Ziemlich schräg dabei war das dortige Fantasy-Fest, das seit mehreren Jahren in Key West im Oktober stattfindet. Wir konnten uns wenig darunter vorstellen und interessierten uns zunächst kaum dafür. Bis wir dann an einem Nachmittag zufällig eine "Parade" von Fahrrädern sahen, die durch die Straßen fuhren. Das sah dann zum Beispiel so aus wie hier links im Bild.

Beim Fantasy-Fest geht es in erster Linie darum, sich zu verkleiden. Neun Tage lang, auch am Tage, wen man denn will. Nun ist es in Florida immer und überall heiß. Dementsprechend knapp fallen viele der Verkleidungen aus. Erscheinen die Amis in der Regel prüde, erlebt man hier das absolute Gegenteil. Alles schräg, verrückt, wie in einer Art riesiger Loveparade. Wir sahen die Fahrerinnen aus dem Bild dann später am Abend auch wieder, dort wo nachts das Leben tobt, man sich trifft, bestaunt, etwas trinkt, tanzt und feiert. Und möglichst auffällig ist. Und sei es durch Körperbemalung ...



Ich könnte eine lange Serie an nackten Brüsten und fast nackten Genitalien hier hochladen, aber das wollt Ihr sicher nicht sehen. ;-)

Stattdessen noch ein paar Impressionen vom Schmetterlingsmuseum. Ein wunderschöner kleiner Ort voll von bunten Faltern, Vögeln und auch zwei Flamingos. Sehr liebevoll eingerichtet und beeindruckend. Der Schmetterling ist übrigens der gleiche, von außen und von innen ...



Wie gesagt - das Wetter in Key West ist fast immer ein Traum. Manchmal aber dann auch kurz und überraschend ein Albtraum. Auf dem Rückweg vom Fest wurden wir eines Abends auch überrascht. Das Tolle ist, dass so ein tropischer Regen heftig ist, aber meist nur Minuten anhält und dabei so warm ist, dass man sich nicht zwingend unterstellen muss, falls es einem nichts ausmacht, mit nassen Klamotten durch die Stadt zu laufen:



Nach einer knappen Woche dort hieß es auch hier, Abschied zu nehmen. Es ist hier allerdings sehr angenehm, dass der Flughafen in Key West winzig ist und man kaum Menschen trifft. Eine entspanntere Abreise habe ich bisher nur in Bern erlebt. Nur fehlte da diese traumhafte Aussicht auf das Meer:



Im letzten Teil dann noch ein paar Bilder von Washington, D. C.

Donnerstag, 1. November 2018

Die erste Urlaubswoche

Heute ist es genau drei Wochen her, seit wir uns Richtung Florida auf den Weg gemacht haben. Lange dauerte die Vorfreude, denn schon im Februar hatte ich alles geplant und gebucht. Und nun war es endlich soweit - Koffer ins Auto und ab zum Bahnhof.

Wir hatten extra viel Vorlauf eingeplant, um ja nicht ein böse Überraschung mit der Bahn zu erleben. In letzter Zeit gab es in Bern öfter Totalausfällen Sperrungen, und das wäre eine  Katastrophe gewesen. Unser Zug fuhr jedoch pünktlich und wir kamen ohne Verzögerungen an. Wie viel Glück wir dabei hatten, lasen wir kurz danach am Flughafen: Stromausfall und Totalsperrung folgten rund eine Stunde nach unserer Abfahrt. Nicht auszumalen, was das für uns bedeutet hätte ...

So hatten wir aber nun ganz viel Zeit am Flughafen, die wir gar nicht brauchten, denn man hat die Passkontrolle inzwischen automatisiert. Keine Menschen mehr, nur noch Automaten! Man legt seinen Pass auf einen Scanner, betritt dann eine  Schleuse, die macht ein Foto, und wenn alles gut ist, geht die Tür auf und man ist ausgereist. Funktionierte bei uns super und schwups waren wir schon am Gate.

Zehneinhalb Stunden Flug sind eine verdammt lange Zeit, aber mit der Vorfreude und guten Filmen an Bord verging die Zeit recht schnell. In Miami dann das selbe Prozedere, auch hier mit Maschinen. Einziger Unterschied: Im Anschluss schaut dann doch noch ein Mensch mit ernster Miene auf den Ausweis und drückt schließlich einen Stempel in den Pass.

So kamen wir nach "nur" dreißig Minuten Anstehen zum Gepäckband, wo unsere Koffer schon rotierten. Es folgte auch gleich eine Schrecksekunde. Mein Koffer war ziemlich ramponiert! Es war erst seine zweite Reise, und dann DAS! Aber, oh Wunder, ein paar Stunden später war die Beule verschwunden. Offenbar ist das Material in der Lage, wieder in die Ausgangsposition zurück zu kehren. Der Koffer sah bald wieder aus wie neu.

Für den Flughafen Miami hatten wir einen Mietwagen bei AVIS reservieren lassen. Cooler Service: Dort am Schalter gibt es eine Tafel, auf der steht der Name und der Parkplatz des Autos. Ohne Anstehen, ohne weitere Formalitäten. Überrascht waren wir vom Typ. Eigentlich hatten wir eine mittelgroße Limousine bestellt, bekommen haben wir einen Jeep Cherokee! Nun gut, dann eben ein Jeep ...

Ich war froh, dass ich die Fahrweise in den Staaten auf den teilweise siebenspurigen Straßen schon kannte und eine der schwierigsten Mega-Kreuzungen vorher schon auf Streetview angeschaut hatte, denn mit unbekanntem Auto, im Dunkeln, nachts um 2 Uhr unserer Zeit war das Fahren doch etwas anstrengend. Aber nach gut einer Stunde kamen wir gut und erschöpft im Hotel an.

Das Hotel in Fort Lauderdale kannten wir schon vom letzten Mal, und so konnten wir uns auf das wundervolle Ambiente freuen und wurden nicht enttäuscht. Wir fielen ziemlich schnell in einen tiefen Schlaf ...

Am nächsten Morgen sprangen wir als Erstes in den Pool. Da es sich um ein ganz kleines Hotel handelt, waren wir morgens immer ganz allein dort und konnten Pool und Liegen fast wie im Privathaus genießen. Aber ganz allein waren wir nicht:



Diese Leguane gibt es massenhaft in Florida und sie stellen teilweise schon eine Plage dar. Sie sind dort nicht heimisch, sondern wurden irgendwann vor Jahren mal ausgesetzt. Als reine Pflanzenfresser machen sie sich über alles Grüne her, was ihnen in die Quere kommt. Putzig sind sie aber trotzdem, vor allem für Touristen. ;-)

Die Tage in Fort Lauderdale waren sehr entspannend - das warme Klima den ganzen Tag hindurch, die Sonne, die netten, entspannten Menschen ... Einfach herrlich. Hier der Blick von der Hotelanlage aus in den Abendhimmel, und dann noch zwei Impressionen von dort. Der Strand (ausnahmsweise an einem Tag fast ohne Wind und Wellen) und der Blick von der Cocktailbar.







Im nächsten Post gibt es dann ein paar süße und heiße Bilder aus Key West ...



Dienstag, 30. Oktober 2018

Weit weg

Wenn man nach zwei Wochen das Passwort für den PC im Büro vergessen und auch sonst keinen Gedanken an die Arbeit verschwendet hat, dann hat man wohl so ziemlich alles richtig gemacht im Urlaub!

Wir sind zurück und genau so ist es. Sonntagmorgen landete unser Flugzeug aus Washington, D. C. pünktlich in Zürich. Mussten wir schon zwischen Key West und der amerikanischen Hauptstadt einen Temperaturunterschied von rund 20 Grad "überwinden", kamen daheim noch einmal 10 Grad dazu, und auf dem Weg zum Auto sogar noch die ersten Schneeflocken der Saison. Was für eine Begrüßung ...

Aber egal. Trotz des nun grauen, trostlosen Himmels und des Jetlags fühle ich mich gut, denn die 2,5 Wochen USA haben saugut getan. Ich werde davon in den nächsten Tag ein wenig berichten, denn ich hab die Woche noch frei und kann mich langsam wieder an den Alltag herantasten.

Auch Henry war hoch erfreut und machte beim Wiedersehen Geräusche, die ich noch nie von ihm gehört habe. Überhaupt ist er seit der Rückkehr viel anhänglicher, sehr viel öfter im Haus statt draußen, und er hat offenbar keinen Schaden genommen durch die lange Abwesehenheit. Und Bernie? Dem geht es ganz genauso. Als wir zurück kamen, entdeckte ich ihn auf dem Feld, ca. 150m entfernt. Ich rief ihn, er schüttelte den Regen ab und rannte auf mich zu. Seitdem ist er fast nur noch bei uns im Haus. Und - große Premiere - gestern schliefen beide Katzen bei uns im Schlafzimmer: Bernie im Bett, Henry machte es sich auf bzw. in meinem noch nicht ausgepackten Koffer gemütlich.

Also alles gut daheim, und auch die "böse Post" hielt sich in Grenzen. Etwas Bewegung scheint es vielleicht auch bei der Scheidung zu geben. Zumindest mal Post vom Gericht, dass seit einem halben Jahr geschwiegen hat. Auch dazu bald mehr.

Nun gaaaanz langsam wieder in den Alltag hinein kommen. Also erst mal: Kaffee!

Mittwoch, 10. Oktober 2018

Die lieben Kollegen (44) - Das Team bin ich

Letzter Arbeitstag vor den Ferien. Endlich! Nun muss das Team 3,5 Wochen ohne mich auskommen.

Moment mal - welches Team? Der neue Kollege hat Urlaub. Und der andere Kollege eröffnete mir am Montag mal eben, dass er am Dienstag einen ganz wichtigen Termin in Zürich habe und daher frei nehme. Aha. Den Nachsatz, dass er ggf. am Nachmittag noch ins Büro käme, wenn es zeitlich machbar sei, hab ich gar nicht mehr wahr genommen, denn natürlich war er am Nachmittag nicht im Büro.

Heute Morgen war ich schon um 6:30 Uhr hier, denn es mussten ganz früh mehrere PC umgezogen werden. Mein Chef hat mir das vor seinem Urlaub übergeben, weil er sicher gehen wollte, dass es klappt. Eigentlich hätte es ja auch der Andere tun können. Der hat aber bekanntlich schon Mühe, um halb neun hier zu sein, und halb sieben wäre wohl eine unvorstellbare Herausforderung gewesen. Und prompt ka, um halb neun der Anruf, er würde sich verspäten ...

Das hab ich also auch noch erledigt. Da der Kollege ja mittwochs ab Mittag frei hat, wird er gleich wieder gehen und ich bin also auch heute hier mehr oder weniger allein. Wir haben ihn noch einmal ausdrücklich darauf hingewiesen, dass er morgen und Freitag hier allein ist und doch bitte pünktlich im Büro sein möge. Und natürlich sollte er auch jeden Tag bis zum Schluss hier sein, was in den letzten Wochen auch nie funktioniert hat, weil die Faulheit ihm dazwischen kam ... Der Kerl hat so viele Minusstunden, da braucht er Monate, um die wieder raus zu arbeiten.

Meine Hoffnung ist, dass dieser so wichtige Termin vielleicht ein Bewerbungsgespräch war. Immerhin war der HR eingeweiht. Aber vielleicht ging es auch "nur" um einen medizinischen Spezialisten. Ich weiss es nicht.

Vielleicht gibt es ja Neuigkeiten, wenn ich zurück bin. Aber morgen Mittag fliegen wir nun erst einmal nach Florida und hier kehrt für eine Weile Ruhe ein. Und Ihr dürft gern neidisch sein bei dem Gedanken, dass wir am Freitag genau hier sitzen und frühstücken werden:



Bis bald!

Dienstag, 9. Oktober 2018

Autofahren in der Schweiz

Ich weiss nicht, ob ich es hier schon früher mal erwähnt habe, aber vor ein paar Tagen hat es mich gerade wieder massiv geärgert, daher muss ich es hier nochmals zu "Papier" bringen.

Ich hab ziemliche Mühe mit der Fahrweise vieler Schweizer. Um es gleich vorweg zu nehmen: Nein, es sind zum Glück nicht alle so, auch Rosalie ist da eine positive Ausnahme. Aber gerade als Berliner, der es gewohnt ist, zügig aber doch deutsch korrekt zu fahren, kann man hier so manches Mal verzweifeln ...

Kennt Ihr "Safety Cars"? Sie sind zuhauf auf Schweizer Landstrassen unterwegs und erfreuen die Kolonne hinter sich, indem sie statt der erlaubten 80 gern mal 60 km/h oder noch weniger fahren, gern auch dort, wo man auf keinen Fall überholen kann. Und wir reden hier nicht von Sonntagsfahrern auf Kaffeefahrt, sondern über Autos mitten im Berufsverkehr.

Auch immer wieder schön: Bremsen vor einer grünen Ampel. Also ich sehe eigentlich zu, dass ich an eine Ampel zügig heran fahre, um selbst über die Kreuzung zu kommen und auch meinen Hintermännern und -frauen noch das Passieren der Kreuzung zu ermöglichen. Nicht so in der Schweiz. Gang einlegen frühestens, wenn schon drei Sekunden grün ist (vielleicht überlegt es sich die Ampel ja nochmal anders), und falls man mit 50 km/h an eine grüne Ampel heran fährt, unbedingt bremsen, denn es könnte ja gelb werden. Und das wäre der Weltuntergang.

Ja, es ist teuer, in der Schweiz bei Rot zu fahren, wenn man erwischt wird. Aber zwischen Grün und Rot liegt immer noch Gelb und damit bleiben mindestens drei Sekunden zum Passieren der Kreuzung. Diese Panik vor einer grünen Ampel werde ich nie verstehen.

Der fliessende Verkehr wird hier also zum überwiegenden Teil sehr defensiv gelebt, Raser sind tatsächlich selten. Ganz anders aber verhält es sich mit den "sonstigen" Regeln im Strassenverkehr. Wie ich es erlebe, wird in Schweizer Autos vermutlich gar kein Fahrtrichtungsanzeiger eingebaut. Beim Abbiegen blinken jedenfalls gefühlt höchstens 30% der Verkehrsteilnehmer, was mich manchmal zur Weissglut bringt, weil ich umsonst an einer Kreuzung warte. Mit der Vorfahrt hat man es dafür nicht so, auch das Geradeausfahren auf Abbiegespuren wird gern genommen, genauso wie das Befahren einer Einbahnstrasse in der falschen Richtung, und geparkt wird überall, wo Platz ist, egal, ob erlaubt oder nicht - zumindest in Bern ist das so. Ob da noch ein LKW durch passt - who cares!

Es gab mal den spektakulären Fall eines Deutschen, der mit weit über 200 km/h im Tunnel verkehrswidrig Autos überholt und gefährdet hat. Als Grund gab er an, die Schweizer könnten nicht Auto fahren. Das ist natürlich grob fahrlässig und einfältig, aber dass einfach gestricke Gemüter manchmal die Fassung verlieren können ob der eigenwilligen Fahrweise vieler Schweizer, kann ich mir durchaus vorstellen. Ich beisse dann höchstens ins Lenkrad oder fluche vor mich hin. :-)

In Florida warten dann andere Herausforderungen: Fünfspurige Strassen, Autobahnabfahrten gern mal auf der linken statt rechten Seite, ständig wechselnde Geschwindigkeitsbegrenzungen, erlaubtes Abbiegen bei Rot, keine Vorfahrtsregelung an gleichrangigen Strassen (wer zuerst kommt, fährt zuerst) ...

Montag, 8. Oktober 2018

Ich will rein (8) - Selbstgemachte Probleme

Wir haben ja sonst keine "Sorgen" ... Donnerstagmorgen ist Abreise, bis dahin sind noch Stellungnahmen, Eingaben, Steuererklärungen fertig zu machen. Und nun machen wir uns auch noch Sorgen um Henry, weil unser Haus sich zum Mekka für Katzen entwickelt.

Bernie hat gestern fast den ganzen Tag schlafend im Haus verbracht, er war nur wenige Stunden mal im Garten oder auf dem Feld. Am Freitag hatten wir einen neuen, nicht eingeladenen Gast im Haus, während wir alle auswärts waren. Unsere Katzentür öffnet eigentlich nur durch Erkennung des Chips, war aber an diesem Tag nicht richtig verschlossen. Irgendwann schaute ich mir zufällig unsere Webcam an und rieb mir die Augen: Ein unbekanntes Tier im Haus!



Ganz gemütlich schlenderte er durch das Zimmer, frass hier und da und ging schliesslich lässig durch die Tür wieder hinaus. Offenbar kennt er sich mit solchen Klappen gut aus. Dumm nur, dass die Tür eben eigentlich nicht für jedermann offen ist. Beim nächsten Versuch am folgenden Tag kämpfte er dann vergeblich mit seinen Pfoten, um die Tür zu öffnen, und musste schliesslich hungrig wieder von dannen ziehen (wobei er bei uns "der Dicke" heisst, weil sein Bauch schon fast auf dem Boden hängt, verhungern tut er also nicht).

Im Gegensatz zu unserem weiteren neuen Gast seit ein paar Tagen. Jeden Abend kommt er oder sie vor die Tür und legt sich dort hin, schaut uns mit traurigem Gesicht durch die Scheibe an. Das Tier ist aber sehr scheu, sobald man die Tür öffnet, flüchtet es. Aber weil wir es nicht mit ansehen konnten, dass das arme Tier da auf dem Beton liegt, haben wir ein altes "Körbchen" raus gestellt. Tja, nun liegt das rot-weisse Tierchen eingekuschelt fast die ganze Nacht vor unserer Tür.



Das ist ja eigentlich ganz niedlich, aber: Sie vertreibt nun vom Podest aus alle anderen Katzen, die sich der Treppe nähern. Somit kommt Henry nicht mehr zum Eingang, solange die "Wächterkatze" es sich gemütlich gemacht hat. Also werden wir das Bettchen wohl wieder wegräumen müssen, bevor uns Henry am Ende doch noch wegläuft.

Ob wir mit ihm mal zum Tier-Psychologen müssen, um sein Selbstbewusstsein zu stärken? Wie wird das, wenn wir weit weg in Florida sind und niemand auf Henry achtgeben kann? Im Tierheim kamen zahlreiche Katzen auf engem Raum miteinander aus, warum klappt das bei uns nicht?


Freitag, 5. Oktober 2018

Die Luft ist raus

Wir laufen so ziemlich auf dem Zahnfleisch. Der letzte "richtige" Urlaub ist eine Ewigkeit her, der Stress mit dem Ex und dazu die Baurechts-Verfahren lassen vor allem Rosalie nicht ruhen. Es wird Zeit, dass wir diesem ganzen Mist mal entfliehen. Dann können sich die Drohbriefe vom Gatten mit seinen Forderungen und Betreibungen hier stapeln bis unter die Decke. Egal.

Und da wir unsere Reise bereits im Februar gebucht haben, ist die Vorfreude auch bald nicht mehr zu steigern. Im Gegensatz zum letzten Mal vor drei Jahren, ist es diesmal weniger die Neugier, die uns treibt, sondern das Wissen um das, was uns erwartet. Sonne, Meer, tolle Hotels und jede Menge Entspannung. Und Zeit für uns.

Im Büro wird man sicher auch 3,5 Wochen ohne mich auskommen. Da können sich die beiden Kollegen mal beweisen.

Morgen hole ich die Koffer vom Dach, dann können wir mit dem Packen beginnen. Ein untrügliches Zeichen dafür, dass es bald los geht. Viel braucht man - zumindest als Mann - ja in Florida ohnehin nicht: ein paar Shirts, kurze Hosen, Flip-Flops, Sonnenbrille und -hut. Reicht eigentlich schon. :-)

Noch sechs Mal schlafen ...

Donnerstag, 4. Oktober 2018

Arme Geschöpfe

Noch haben wir einen täglichen oder besser nächtlichen Gast daheim. Bernie aka Victor ist pünktlich jeden Abend gegen 18 Uhr an unserer Tür und begehrt Einlass. Er darf auch herein und verbringt dann die Nacht auf Rosalies Kopfkissen. Ausserdem sitzt seit Neuestem eine weitere Katze jeden Abend vor der Tür. Sie sieht genauso traurig aus wie Bernie damals, ist aber scheu und zieht sich zurück, sobald man die Tür öffnet.

Aber weil Bernie ja ein anderes Zuhause hat und wir ab nächsten Donnerstag 18 Tage weg sind, kann es gut sein, dass er sich in dieser Zeit neue Wege und Schlafplätze sucht. Wir finden die Vorstellung, eine zweite Katze im grossen Haus zu haben, allerdings gar nicht schlecht, auch wenn Bernie und Henry nicht gerade beste Freunde geworden sind. Das kann mit anderen Tieren ganz anders sein.

Und weil wir neugierig sind, ob und wie das gehen könnte, sind wir letzten Freitag ganz spontan ins örtliche Tierheim gefahren. Es wird von einem privaten Verein betrieben, erhält Unterstützung vom Kanton, ist aber trotzdem auf Spenden angewiesen. Die finanzielle Situation sieht man auch gleich, wenn man dort ankommt. Das Heim besteht zum grossen Teil aus alten Containern, in denen mit notdürftigen Gittern Räume abgetrennt und mit Radiatoren beheizt werden.

Wir durften eine Weile im "Katzenzimmer" herumlaufen - ein relativ enger Raum mit kleinem Auslauf, vielen Kratzbäumen, alten Katzenkörben, Decken und anderen Verstecken. Und überall sitzen oder spielen Katzen jeden Alters. Wir haben viele Tiere gestreichelt, beobachtet, nachgefragt. Der Vorteil ist, dass die Angestellten das Temperament der Tiere gut kennen und uns beraten würden, welche Katze zu Henry passen könnte. Ausserdem sind alle Tiger gechippt, geimpft und entwurmt.

Wir sind keiner Katze begegnet, die wir am liebsten und unbedingt sofort mitgenommen hätten, auch wenn es einige Kandidaten gab, die sich "aufgedrängt" haben. Trotzem möchte man allein aus Mitleid eigentlich allen Tieren ein Zuhause geben. Schon auf der Internetseite des Heims haben wir eine Katze entdeckt, die uns optisch besonders gefallen hat. Vor Ort haben wir dann erfahren, dass sie vom Alter her super passen würde, allerdings schon fast ihr ganzes Leben im Tierheim verbringt, weil sie niemand haben möchte. Das Problem: Sie wurde auf einem Bauernhof gefunden, war halb wild und ist nicht an Menschen gewöhnt. Sie ist daher sehr scheu und tut sich schwer damit, Vertrauen zu gewinnen.

Rosalie hält mich ja für einen Katzenflüsterer, und ich hätte schon Interesse, gerade diesem armen Geschöpf ein Zuhause zu geben. Auf der anderen Seite möchte man irgendwie auch wieder ein Tier haben, das mit einem kuschelt, die Nähe sucht und sich schnell heimisch fühlt. All das wäre hier vorläufig nicht gegeben. Mit Henry gäbe es vermutlich kein Problem, denn der wäre genauso froh, seine Ruhe zu haben und nicht belästigt zu werden.

Wir sind noch unschlüssig, ob und wenn ja, welche Katze nach dem Urlaub aus dem Heim bei uns einziehen wird. Sollte Bernie unmittelbar nach unserer Rückkehr doch wieder vor der Tür sitzen, wird es sowieso schwierig. Im Grunde haben wir ja jetzt zwei Katzen daheim und eine nun auch noch vor der Tür ...

Mittwoch, 3. Oktober 2018

Verdammt lang her

Es sind nun schon fast 29 Jahre vergangen, seit die Grenzen in Deutschland verschwunden sind. Heute Morgen im Radio kamen junge Menschen aus Deutschland zu Wort, die, wie auch mein Sohn, die Teilung gar nicht mehr miterlebt haben und sich deswegen auch nicht vorstellen können, wie das damals gewesen sein mag.

Ich denke noch heute, vor allem in Berlin, öfter man daran, wenn ich die imaginäre Linie überquere, dass dies noch am 8. November 1989 unvorstellbar war. Und nun ist es völlig selbstverständlich und viele Menschen wissen nicht einmal mehr, wo die Grenzlinie überhaupt verlaufen ist.

Das ist gut so, und ich habe diesen Tagen im November 1989 auch viel zu verdanken. Sicherlich hätte ich auch ohne Mauerfall meinen Weg irgendwie gemacht, aber er wäre ein gänzlich anderer gewesen. Für meinen beruflichen Weg kam die Grenzöffnung sogar etwas zu früh und hat mir manche Chance verbaut. Aber sei es drum. Ich war nie arbeitslos, habe viel gelernt, auch fürs Leben, und so manche notwendige Veränderung, gerade aufgrund der veränderten Bedingungen im vereinten Land, war letztlich wichtig für meine persönliche Entwicklung.

Und hätte mir jemand am 8.11.89 gesagt, dass ich am 3.10.2018 in Bern sitzen und dieses Post schreiben würde - ich hätte ihn für komplett verrückt erklärt. :-)

Also, Ihr da "drüben" - dann schlaft mal aus und feiert schön für mich mit!

Dienstag, 2. Oktober 2018

Die lieben Kollegen (43) - Unverschämt

Ich war durch eine fiese Erkältung eine Woche ausser Gefecht. Gestern Morgen daheim beim Kaffee mit Rosalie ahnte ich schon, dass ich mich nun wohl gleich wieder ärgern würde, wenn ich im Büro ankomme. Warum?

Es war der erste Tag im Monat und noch dazu im Quartal. Zu diesem Datum entsteht durch Neu-Einstellungen und Versetzungen immer ein hoher Mehraufwand. Man kann diesen Aufwand mindern, in dem man Einiges, was möglich ist, am Arbeitstag davor erledigt und indem alle am ersten Tag im Monat mal pünktlich kommen. Beides klappt nie, auch wenn mein Chef und auch ich es schon x Mal gesagt und angemahnt haben.

Und so war es natürlich auch gestern. Ich kam im Büro an - nichts vorbereitet. Dann das Mail des jungen Kollegen, er sei krank (komisch, mir gegenüber gab er kürzlich damit an, dass er in seinen drei Jahren zuvor beim alten Arbeitgeber nur ein einziges Mal krank gewesen sei, hier war er in vier Monaten schon zwei Mal krank ...). Ich erspare Euch das Zitat des Mails - in zwei Sätzen acht Rechtschreibfehler. Du meine Güte ...

Also fing ich mit dem Bearbeiten der Aufträge an. Es wurde 8 Uhr, 9 Uhr - vom anderen Kollegen keine Spur. Um 9:05 Uhr rief er bei meinem Kollegen an (der Chef ist ja seit Samstag im Urlaub - auch wieder ein komischer Zufall ....): Er habe verschlafen! Um 9 Uhr schon wach geworden? Tolle Leistung.

Nun sollte man meinen, er würde sich beeilen und in Lichtgeschwindigkeit ins Büro eilen. Aber weit gefehlt. Um 12:30 Uhr trabte er gemütlich durch die Tür, bedankte sich, dass ich alles erledigt habe, und das war's.

Soweit ich weiss, wurde mit dem Typen kürzlich ein ernstes Gespräch geführt. Geholfen hat es scheinbar nicht, oder er hat es gar nicht verstanden. Jedenfalls geht es munter so weiter wie immer, von Einsicht offenbar keine Spur. Und seit seine Verlobte sich von ihm getrennt hat, scheint es noch schlimmer zu werden.

Ich hab mir vorgenommen, nur noch auf mich zu schauen. Sollen die Beiden machen, was sie wollen, solange sie mich in Ruhe lassen bzw. deren Faulheit sich nicht auf meine Arbeit auswirkt. Das hat zwar nichts mit Teamgeist zu tun, schont aber meine Nerven. Ich hab gestern Vormittag halt alles allein erledigt. Dauerte natürlich etwas länger als sonst, aber zumindest wusste ich anschliessend, dass alles funktioniert und nichts vergessen wurde. Und solange ich mit anderen Aufgaben keinen Termindruck habe, ist es mir doch egal, womit ich mich beschäftige. Bleibt das Andere eben länger liegen.

Im November habe ich mein jährliches Mitarbeitergespräch mit dem Chef. Da werde ich das ganz sicher zur Sprache bringen. War es in der Vergangenheit meist so, dass der Chef davon ausging, dass wir das gefälligst im Team regeln sollen und er davon eigentlich nichts wissen wollte, nimmt er meine Kritik inzwischen zumindest an. Ändern wird das zwar auch nichts, aber ich muss mir zumindest nicht vorwerfen lassen, ich hätte das Dilemma nicht angesprochen.


Update 09:29 Uhr


Der Kollege hat auch heute verschlafen und will diesmal um halb elf im Büro sein. Ohne Worte.

Montag, 1. Oktober 2018

Schmatzende Gäste

Über eine Woche war ich nun zu Hause, und so ganz ist die Erkältung noch immer nicht auskuriert. Aber es bleiben nur noch acht Arbeitstage bis zum Urlaub, und Einiges muss ich noch auf den Weg bringen. Daher ist eine längere Auszeit nicht möglich, und ansteckend sollte ich inzwischen auch nicht mehr sein.

Aber während der Zeit zu Hause habe ich spannende Dinge erlebt. Vor einigen Tagen haben wir endlich unsere Außenkamera installiert. Sie soll mögliche Eindringlinge abschrecken, aber natürlich auch zeigen, was da so alles passiert hinter unserem Haus, vor allem nachts. Und gleich am Samstag haben wir ein tolles Spektakel miterlebt.

Weil wir die Hoffung hatten, dass es bei uns Igel gibt, hat Rosalie am Abend ein Schälchen mit Futter hinaus gestellt. Nun ja, es war Katzenfutter, und so dauerte es nicht lange, bis eine der vielen Katzen draußen das Buffet entdeckt hatte. Aber sie war nicht die Einige, die Interesse hatte, wie man hier auf dem Bild sieht:


Wir sind dann hinaus gegangen und die Katze hat das Weite gesucht. Dem Igel war unsere Nähe aber völlig wurscht. Er hat sich nicht beirren lassen und weiter an seiner Mahlzeit geschleckt. Und so konnte ich ein tolles Video von ihm machen:


Ist das nicht putzig, wie er da mampft und schmatzt? Als auch wirklich der letzte Bissen verschlungen war, drehte er sich um und watschelte zurück ins Dickicht. Er ist ein Riesenkerl, so einen großen Igel habe ich noch nie gesehen. Jetzt sind wir schon gespannt, ob wir den Braunbrustigel auch weiterhin abends auf seinen Spaziergängen beobachten können und überlegen uns schon, ihm ein Häuschen zum Überwintern zu schenken. :-)

Donnerstag, 27. September 2018

Kleine Geschenke

Mein zweiter Infekt in diesem Jahr hält mich immer noch zu Hause fest, und weil ich sicher gehen wollte, dass es nichts Schlimmes ist, habe ich noch den Hausarzt konsultiert. Es ist soweit alles okay, nur ein lästiger Virus.

Da ich in letzter Zeit ständig müde bin, habe ich gleich noch nach einem großen Check gefragt. Ab 50 sollte man schließlich jährlich mal eine Kontrolle machen lassen. Um mich ggf. nicht vor dem Urlaub verrückt zu machen, werden wir die Tests erst anschließend durchführen.

Dazu gehört auch die Krebs-Vorsorge. Der PSA-Test ist ja inzwischen sehr umstritten und auch mein Arzt hält nicht viel davon. Wir haben uns geeinigt, lediglich eine Tastuntersuchung zu machen. Und für die Darmkrebs-Vorsorge gibt es wohl mittlerweile ganz gute Stuhl-Untersuchungen, sodass eine Spiegelung nicht mehr unbedingt nötig ist. Anfang November werde ich also wissen, ob ich noch fit bin oder wo "Ersatzteile" oder eine "Neulackierung" gebraucht werden.

Als ich wieder daheim auf dem Sofa angekommen war, dauerte es nicht lange, bis es an der Gartentür mauzte. Bernie stand draußen und hatte ein Geschenk dabei:






Was da hängt, ist eine tote Schermaus, auch Wühlmaus oder umgangssprachlich Wasserratte genannt. Es ist nicht die erste Maus dieser Art, die er anschleppt, aber bisher wollte er sie noch nicht mit rein bringen. Als ihm schließlich klar wurde, dass er mit dem Vieh nicht rein kann, ging er die Treppe hinunter und fraß das Tier auf der Terrasse. Keine zehn Minuten später war die Maus verspeist.

Verhungern wird Bernie also ganz sicher nicht, wenn er bei uns nichts mehr bekommt. :-)

Dienstag, 25. September 2018

Nachtrag: Revierkampf

Mich ärgert derzeit eine blöde Erkältung, daher bin ich momentan zu Hause, pflege mich und beobachte die Katzen. In Ergänzung zum gestrigen Post hier eine kleine Szene vom gestrigen Tag. An dem Platz auf dem "Katzen-Sofa" liegt eigentlich immer Victor/Bernie tagsüber, wenn er bei uns ist. Irgendwann war er dann draußen und Henry hat sich den Platz geschnappt. Als der rote Tiger zurückkehrte, kam es zu dieser Situation hier. Im Video ohne Ton, der allerdings genauso beeindruckend ist wie die Bilder.

Da bekommt man als Mensch schon einen Schreck und macht sich Sorgen um die Gesundheit der Tiere, besonderes bei Henry, dessen Herrschaft hier in Frage gestellt wird ...




Montag, 24. September 2018

Ich will rein (7) - Mach's gut, du süsser Kater!

Am letzten Freitag habe ich den roten Tiger zum wiederholten Mal in der Nähe eines Hauses in der Nachbarschaft gesehen. Als er mein Auto ankommen sah, rannte er mir dann allerdings direkt hinterher. Trotzdem hatten wir schon länger das Gefühl, unser Victor könnte vielleicht ...

Da am kommenden Freitag der Termin beim Tierarzt sein sollte, wurde es höchste Zeit, mal dort nachzufragen. Und die Dame des Hauses erkannte ihn sofort: Bernie, 12 Jahre alt, ist einer von fünf Tieren im Hause. Da alle jederzeit rein und raus können, fällt es nicht auf, wenn einer mal eine Weile nicht da sei, meinte die Halterin.

Offenbar hatte Bernie davon die Nase voll, weshalb er nun, wie Ihr wisst, seit einigen Wochen jede Nacht bei uns verbringt, meist direkt zwischen unseren Kopfkissen. Vielleicht war er auf der Suche nach einer passenden Senioren-Residenz? Doch damit muss nun wohl Schluss sein.

Die Halterin möchte nicht, dass wir ihn füttern oder gar herein lassen (wir haben davon nichts erzählt, sondern nur erwähnt, dass er ständig im Garten ist und um Einlass bettelt). Wir sollen ihn eigentlich vom Grundstück verjagen. Also bleibt uns nichts weiter übrig, als ihn wieder zu entwöhnen. Dafür ist der Urlaub dann doch ganz gut, denn in dieser Zeit kann ihn niemand hinein lassen und er gewöhnt sich das Betteln vielleicht wieder ab.

Nun heisst es also langsam Abschied nehmen. Das wird gar nicht leicht. Wir sind natürlich ein bisschen traurig, denn er ist inzwischen sehr zutraulich und wird natürlich auch weiterhin in unserem Garten und vor der Tür sitzen. Der Einzige, der sich freuen wird, ist Henry, denn er hat bis heute ein Problem mit der Konkurrenz. Nun hat er das Haus bald wieder ganz für sich allein.

So ganz hartherzig können wir bisher auch noch nicht sein. Die letzte Nacht hat Bernie wieder auf unseren Kopfkissen verbracht. Mit seinen 12 Jahren ist er schon ein Schlauer. Es sieht so aus, als würde er am frühen Abend schnell mal zu Hause vorbei schauen, um sich dann "aus dem Haus zu schleichen", geradewegs zu unserem Haus zu laufen und dann "heimlich" an unser Fenster im Wohnzimmer zu klopfen, damit er bei uns übernachten kann. Das ist sooo süß. Er steht dann draussen auf dem Fensterbrett und kratzt an der Scheibe, bis wir ihn herein lassen. Sobald wir dann nach oben gehen, macht er es sich meist im Bett gemütlich. Die anfänglichen Unmutsbekundungen mit Beißen und Fauchen, wenn er offenbar genug hatte, sind inzwischen zarten Liebesbissen und wohligem Schnurren gewichen. Da niemand zu Schaden kommt und es der Besitzerin offenbar überhaupt nicht auffällt, ob und wann Bernie zu Hause ist, haben wir auch kein schlechtes Gewissen, wenn er weiterhin mal stundenweise bei uns bleibt - halt als Schlafgast, und nicht als Bewohner. Und hätten wir eine einfache Katzenklappe ohne Chipleser, könnten wir ohnehin nicht verhindern, dass er zu uns ins Haus kommt.

 Wenn wir dann ab 11. Oktober weg sind und ihm keiner mehr öffnet, hört das vielleicht auch auf ...

Freitag, 21. September 2018

Tschüss, Sommer!

Das war er also, der Sommer 2018. Nicht nur im Kalender, sondern auch vom Wetter her. Was für ein traumhaftes Jahr! Ich kann mich nicht erinnern, wann wir zuletzt so viel Sonne, so viel blauen Himmel gesehen haben. Wir konnten seit Mai fast jeden Abend im Garten sitzen - einfach herrlich!

Natürlich hat es viel zu wenig geregnet. Unser Rasen ist den Namen nicht mehr wert, die Obstbäume haben zahlreiche Früchte schon vor der Reife abgeworfen, und auf der Terrasse war bereits im August ungewöhnlich viel Laub vorhanden. Mit Mühe haben wir zumindest die "wichtigsten" Pflanzen und Bäume am Leben gehalten.

Während die Temperaturen sich in den nächsten zwei Tagen um 10 Grad reduzieren werden, lässt der grosse Regen weiter auf sich warten. Wir werden also vorläufig auch im Herbst weiter giessen müssen.

So ein wenig Abkühlung tut nun aber gut. Und spätestens in drei Wochen holen wir uns den Sommer noch einmal zurück, wenn wir in Florida landen. Bis dahin geniessen wir jetzt den malerischen Herbst mit seinen tollen Farben.

Schönes Wochenende!

Donnerstag, 20. September 2018

Stillstand

Vor ziemlich genau einem Monat erhielten wir die Kopie eines Schreibens, indem der Anwalt von Rosalies Ex das Gericht um Auskunft über den Stand und Fortgang des Verfahrens bat. Bis heute ist keine Antwort eingetroffen, was wohl darauf hindeutet, dass der zuständige Richter mit dem Fall restlos überfordert ist.

Wie es nun weiter geht, ist immer noch völlig offen. Der Ex jammert, er habe kein Geld, und ist bereits wieder einen Monat mit den Alimenten im Rückstand. Doch an ein Einlenken seinerseits ist nicht zu denken. Er rückt von seiner Position bisher keinen Millimeter ab und bietet damit absolut keine Basis, um überhaupt mal über eine Scheidungskonvention nachzudenken und damit das Verfahren abzukürzen.

Bleibt es dabei und weigert sich der Richter, mal auf den Tisch zu hauen und den Ex zur Vernunft zu bringen, wovon auszugehen ist, wird das Verfahren wohl noch Monate, im schlimmsten Fall Jahre dauern. Die nächste Aktion dürfte dann die Einschaltung eines Sachverständigen sein, um die Buchhaltung des Ex zu prüfen, da das Gericht sich weigert, dies selbst zu tun.

Dazu kommt die traurige Nachricht, dass Rosalies Anwalt erneut schwer erkrankt und vor zwei Wochen bereits wieder operiert wurde. Ob oder wann er wieder arbeitsfähig sein kann, wissen wir nicht.

Es ist eine verstörende, extrem belastende Situation, zumal kein Ausweg erkennbar ist (es sei denn, Rosalie verzichtet auf alles und schenkt ihrem Ex das gesamte gemeinsame Vermögen). Wie viel Geld die Anwälte auf beiden Seiten für diesen Irrsinn schon verschlungen haben, übersteigt jedes Vorstellungsvermögen.

Von dem vom Ex im Juni erwähnten, "zwingend notwendigen" Notebook für den gemeinsamen Sohn ist übrigens inzwischen, wie zu erwarten war, keine Rede mehr - und, oh Wunder, es geht tatsächlich ohne! Dafür erstellt der Ex weiter fleissig "Rechnungen" mit der Auflistung seiner Nebenkosten, an denen sich Rosalie seiner Meinung nach zu beteiligen habe, weil ihr das Haus zur Hälfte gehört. Offenbar hat der gute Mann zu viel Zeit, um sich mit solch idiotischen Dingen zu befassen. Eine sachliche und juristisch haltbare Begründung für diese Forderungen ist er jedenfalls bis heute schuldig geblieben.

Mittwoch, 19. September 2018

Ich will rein (6) - Neuer Zoff

Wir waren so optimistisch, nachdem die beiden Kater sich offenbar ein wenig aneinander gewöhnt hatten und der Rote sogar versuchte, sich bei Henry mit Köpfchenreiben einzuschmeicheln.

Montagmorgen dann ein Rückschlag: Victor hat Henry gleich zwei Mal hintereinander aus dem Nichts angegriffen und in die Flucht geschlagen. Rosalie war zum Glück dabei und konnte Schlimmeres mit lautem Rufen und Klatschen verhindern. Aber DAS geht natürlich gar nicht.

Vielleicht denken wir etwas zu menschlich und sollten die Beiden einfach machen lassen?! Allerdings sind wir etwas ratlos, was wir jetzt tun. Aber müssen wir uns überhaupt "einmischen"? Ob dieses Verhalten der Grund sein könnte, dass er aus seinem früheren Zuhause verbannt wurde? Andererseits ist Victor sehr schreckhaft beim Kontakt mit Menschen, schon wenn man sich nur zu schnell bewegt oder ein lautes Geräusch macht. Was mag der kleine Kerl schon erlebt haben? Ist er von Menschen misshandelt worden? So schade, dass Tiere nicht sprechen können.

Es scheint, als hätte es Victor faustdick hinter den Ohren, aber man weiss halt nicht, welche Beweggründe es dafür gibt. Wir geben natürlich nicht auf. Vorerst werden wir das Verhalten weiter im Auge behalten und uns bemühen, Beiden zu zeigen, dass es keine Konkurrenz geben muss. Das Haus ist auch mehr als gross genug für zwei Katzen. Wir müssen die beiden Tiere halt ein wenig "rangieren", wie auch letzte Nacht, als Victor mal wieder bei uns im Bett schlief und Henry skeptisch an der Schlafzimmertür sitzen blieb und die Lage peilte. Rosalie hat ihn dann zu einem anderen Lieblingsplätzchen im Bad gelockt, wo er auch anschliessend eine Weile schlief.

Wir bemerken aber schon kleine Verhaltensänderungen bei Henry. War er früher mehr als gutmütig und lieb, beginnt er heute zu fauchen und zu beissen, wenn man ihn gegen seinen Willen auf den Arm nimmt. Andererseits springt er aber auch mal wieder auf den Schoss und kuschelt sich ein, was er seit Monaten nicht mehr getan hat. Und gestern Abend beanspruchte er den Küchentisch für sich und schlief dort - was er bisher noch nie gemacht hat.

Alles in allem ist die Lage angespannt, aber nicht aussichtslos. :-) Wir sind jetzt schon gespannt, was passieren wird, wenn Victor dann Freitag in einer Woche seinen "Schlüssel" (Chip) bekommt, um ohne unsere Hilfe das Haus betreten zu können ...

Hier ein typisches Bild der Beiden, wie sie sich belauern. Und ein Victor, der kein Wässerchen trüben kann ...

Henry auf dem Tisch (hatten wir das nicht verboten?):

Dienstag, 18. September 2018

Die lieben Kollegen (42) - Zu dumm zum Betrügen

Das Knie scheint genesen zu sein - vermutlich. Oder war es etwa doch nur ein Fake?

Der tolle Kollege hatte sich schon vor einiger Zeit für den gestrigen Montag provisorisch einen freien Tag reserviert. Da am letzten Donnerstag einige offene Fragen für ihn aufgelaufen waren und nicht klar war, ob und wann er denn nun wieder im Dienst erscheinen würde, fragte ich meinen Chef per Mail an und bat ihn zu klären, wann der Kollege wieder im Dienst sein wird. An meinem freien Freitag schrieb mein Chef zurück, dass er "ganz fest" davon ausgehe, dass der Kollege am Montag im Büro wäre und der eingetragene Tag natürlich hinfällig sei.

Tja, ich kenne den Kollegen wohl besser und es trat ein, was ich vermutet hatte: Gestern Morgen kam ein Mail, dass er noch krank sei und dann erst ab Dienstag wieder zur Arbeit käme. Was für ein Zufall, dass die Krankheit genau mit den freien Tagen überein stimmt! Dummerweise hat er diesmal, anders als sonst, seinen eingetragenen freien Tag nicht heimlich gelöscht - entweder hat er es vergessen oder gar nicht mehr gewusst, dass er den Tag schon eingetragen hatte. Wie auch immer: Diese Dummheit könnte nun vielleicht endlich mal Folgen haben. Mein Chef war gestern Vormittag zum Gespräch beim HR, genau wegen dieses erneuten Vorfalls. Leider wurden die genau identischen Ereignisse in letzter Zeit bisher nie dokumentiert, aber dieses erneute (geplante) Fehlen gestern ist wohl mehr als eindeutig Betrug.

Also mal ehrlich - wenn man schon beschei*en will, dann sollte man es wenigstens halbwegs clever anstellen. Aber das, was sich der Typ hier leistet, ist weder clever noch frech - es ist einfach strohdumm. In der Privatwirtschaft wäre er für dieses Verhalten jetzt auf der Strasse. Was nun hier passieren wird, bleibt abzuwarten. Ich bin schon froh, dass mein Chef das Verhalten nun wohl auch mal durchschaut hat. Alles Weitere liegt in seiner Hand.

Jetzt warten wir mal ab, ob er nun tatsächlich heute erscheint und immer noch den sterbenden Schwan spielt und durchs Büro humpelt (man erinnere sich: Angefangen hat es vor zwei Wochen diesmal damit, dass er schlecht geschlafen hatte, dann wanderte der Grund plötzlich ins Knie ...) oder wieder kerngesund ist. Ernst nehmen kann man ihn so oder so nicht mehr.

Montag, 17. September 2018

Qualm überall

Seit ich in der Schweiz lebe, fällt es mir buchstäblich an jedem Hauseingang auf: Hier wird deutlich mehr geraucht als in Deutschland - zumindest in Berlin. In Berlin war ich in einem Team von 12 Personen, davon haben gerade mal drei geraucht. Hier sind wir sieben Personen im Büro, davon rauchen sechs, also alle bis auf mich!

Auch, wenn man durch die Strassen von Bern geht, begegnen einem überall rauchende Menschen, und was mir noch mehr auffällt: Es rauchen sehr viele im Auto! Das finde ich persönlich ziemlich eklig. Mal ganz abgesehen von der Gefährdung im Strassenverkehr und den Stummeln in Wald und Flur riecht ein Raucher-Auto im Inneren mit der Zeit furchtbar. Wie kann man sich das und seinen Mitmenschen antun?

Ich weiss nicht, ob dieser Unterschied zu Deutschland nun an den unterschiedlichen finanziellen Möglichkeiten liegt, oder ob der Schweizer stur ist und sich seine Laster einfach nicht nehmen lassen möchte - Gesundheit und Kosten hin oder her ...

Ich kann stolz behaupten, dass ich in meinem Leben noch nie geraucht habe. Nicht mal im Wehrdienst, wo die Gefahr/Versuchung am grössten war, habe ich mich hinreissen lassen. Ich war auch nie neugierig, es mal zu versuchen. Rosalie hat längere Zeit in ihrer Jugend geraucht, inzwischen aber auch längst aufgehört. Daher küsst es sich wesentlich besser. :-)

Donnerstag, 13. September 2018

Ich will rein (5) - Wer bist Du?

Noch immer hat sich niemand auf unsere Fundmeldungen im Netz und im Dorf gemeldet. Dafür haben wir noch ein Video aus dem März 2017 entdeckt. Und nun rätseln wir: Ist er das oder doch nicht? Schaut selbst:



Und zum Vergleich hier noch ein Foto von dieser Woche:



Tja, nicht so einfach. Wenn er wirklich schon so lange in der Gegend unterwegs ist, müsste er zu jemandem im Ort gehören. Doch warum vermisst ihn dann niemand? Und warum hat er sich ein neues Zuhause gesucht?

Am 28. September gehen wir zum Tierarzt, werden ihn checken und chippen lassen. Dann darf er anschliessend auch selbständig das Haus betreten. Gestern Mittag stand er wieder vor der Katzentür und versuchte vergeblich, sie zu öffnen. Dann zog er enttäuscht wieder ab. Da möchte man am liebsten ganz schnell heim und ihn rein lassen.

Das "Verhältnis" zu Henry scheint sich zu bessern. Rosalie hat vorhin berichtet, dass die Beiden sich heute Morgen im Erdgeschoss begegnet sind und sich Nase an Nase gegenüber standen. Dann hat sich Henry ganz locker umgedreht und ist zu seinem Fressnapf gegangen, während sich der Rote entspannt auf eine Bank gelegt hat. Das war magisch und vielleicht tatsächlich der Durchbruch.

Zu einem neuen Haustier gehört natürlich auch ein Name. Den ersten hatte Rosalies Tochter ausgewählt, diesmal kam die Idee von ihrem Sohn, und wir haben uns inzwischen überreden lassen: Der Name ist zwar ungewöhnlich für eine Katze, aber Victor - der Sieger - passt ja schon irgendwie zu ihm.

Mittwoch, 12. September 2018

Projekt E-Bike

Wir bewegen uns viel zu wenig! Ich glaube, das können ziemlich Viele von sich sagen. Uns geht es nicht anders. Zwar erreiche ich an so manchem Arbeitstag immerhin meine 10000 Schritte, schon weil ich ein Stück bis zum Parkplatz laufen muss, aber bei Rosalie sieht das ganz anders aus. Und gerade an den Wochenenden, wo wir gemeinsam etwas tun könnten, passiert meist - nichts.

Eine gute Möglichkeit wäre ein Fahrrad ("Velo" sagt man in der Schweiz). Das Problem: Wir sind beide ungeübt, und die Hügel um uns herum würden uns den Spass wohl schnell verderben.

Aber es gibt ja Abhilfe - ein E-Bike! Sogar unsere betagten Nachbarn kommen damit noch locker bis in den nächsten grösseren Ort, also warum sollten wir das nicht auch schaffen? Mal abends mit dem Rad in die Pizzeria, anstatt sich ins Auto zu setzen, einen Parkplatz suchen zu müssen und genau zu überlegen, ob noch ein halbes Glas Wein drin liegt oder nicht? Der Weg dahin ginge durch Wälder und Nebenstrassen, also perfekt für einen abendlichen Ausflug. Oder mal im Sommer schnell an den See?

Alles machbar - wenn man denn will und das richtige Equipment parat hat. Die Auswahl an elektrischen Rädern ist inzwischen sehr gross, die Unterschiede in Sachen Qualität und Leistung allerdings auch. Es wird also eine Weile dauern, bis wir etwas für uns Passendes gefunden haben. Ganz billig ist der Spass dann auch nicht, also müssen wir noch ein bisschen dafür sparen.

Aber vielleicht kann es im nächsten Frühling losgehen - Helm auf, und dann ist kein Hügel mehr vor uns sicher! :-)


Dienstag, 11. September 2018

Die lieben Kollegen (41) - Das Knie!

Es ist wirklich erstaunlich, wie kaputt ein 25jähriger offenbar sein kann (oder wie fantasievoll). Wir hatten schon einen entzündeten Finger und einen schmerzenden Zeh, die jedes Mal zwei Wochen "Urlaub" verursacht haben.

Die Ereignisse diesmal: Montag vor einer Woche - schlecht geschlafen. Am Montagabend gesund gemeldet, Dienstag früh wieder krank. Mittwoch früh krank. Dann hatte er Donnerstag und Freitag freie Tage eingetragen, und immerhin Freitagnachmittag dem Chef mitgeteilt, dass er übrigens krank wäre. Gestern nun bat er meinen Chef um ein Gespräch - um ihm mitzuteilen, dass er Schmerzen im Knie hätte. Dazu humpelte er herzerweichend durch das Büro. Offenbar hat er am Nachmittag einen Arzt gefunden, der ihn nun bis Mittwoch krank geschrieben hat. Zu dumm nur, dass ich schon zuvor am Morgen ein Gespräch mitgehört habe, in dem er einer Kollegin sagte, er sei die ganze Woche krank und würde sich dann nächste Woche melden. Erstaunlich, dass er offenbar mehr über seine Krankheit weiss als der behandelnde Arzt!

Nein, es ist einfach nur noch lächerlich und peinlich, wie der Kerl seinen Chef und das ganze Team verar***t. Ich hab es letzte Woche ja schon geschrieben: Im Grunde fällt es kaum auf, ob er da ist. Von mir aus sollen sie den Typen rausschmeissen und uns mehr Geld zahlen, dann machen wir die drei Handgriffe am Tag auch noch mit!

Zur Erbauung dann lieber noch als Nachtrag zu gestern ein Bild vom roten Kater, wie er gerade seine Pfote zum High Five hebt ...

Montag, 10. September 2018

Ich will rein (4) - High Five!

Er ist noch da, der Namenlose! Ganz offensichtlich fühlt er sich wohl bei uns. Die allermeiste Zeit des Tages ist er ganz in der Nähe, entweder im Wohnzimmer oder im Garten. Und wenn er tagsüber mal eine Runde dreht und stundenweise nicht zu sehen ist, dann kann man sicher sein, dass er irgendwann darauf lauert, jemanden von uns im Garten oder auf dem Balkon zu sehen bzw. zu hören, dann kommt er im gestreckten Galopp übers Feld in den Garten gerannt und möchte herein gelassen werden.

Die Nächte verbringt er oft bei uns im Bett. Interessanterweise ist er dabei vorzugsweise bei Rosalie auf der Decke oder auf dem Kopfkissen, während Henry damals fast ausschliesslich in meinem Bett lag. Besonders süss ist sein Verhalten, wenn man sich mit ihm beschäftigt. Dann hebt er oft sein rechtes Pfötchen zum "High Five" und drückt es gegen die eigene Handfläche.

Oder er macht damit auf sich aufmerksam. Gestern lag ich auf dem Sofa auf der Seite und er lag hinter mir und schlief, als ich plötzlich mit der Pfote am Arm angestupst wurde: Hey, ich bin wach - streichle mich! Schade, dass wir das nicht gefilmt haben, es sah ganz sicher lustig aus, wie im Comic.

Das Verhältnis zu Henry hat sich noch nicht wesentlich gebessert. Immerhin haben wir den Eindruck, dass er nicht mehr völlig planlos das Weite sucht, sondern in der Nähe bleibt, wenn er den Roten sieht. Aber er wirkt teilweise unsicher und ängstlich in "seinem Haus". Das ist sehr schade und wir hoffen, dass sich das noch bessern wird.

Schliesslich kommen einige Herausforderungen auf uns zu. Wenn sich in den nächsten zwei Wochen kein Besitzer meldet, wollen und müssen wir mit dem roten Tiger zum Tierarzt für einen Check und zum Chippen. Laut Gesetz gehört uns das Tier erst nach zwei Monaten, aber da wir Mitte Oktober, also in einem Monat, nach Florida fliegen, sollte bis dahin Einiges geklärt sein. Und dazu gehört, dass der Neue auch allein das Haus betreten und nicht nur verlassen kann. Wir müssen dann auch sehen, wie wir die Betreuung organisieren. Eigentlich kommt die Reise aus Katzensicht ein wenig zu früh, aber das ist nun nicht zu ändern. In den vier Wochen kehrt hoffentlich noch ein wenig Normalität im Katzenleben ein.

Und hier noch zwei zuckersüsse Schnappschüsse:

Freitag, 7. September 2018

Zu früh gefreut

Erinnert Ihr Euch? Anfang Juli hatten wir einen Grund zum Feiern. Wir konnten die Spekulanten stoppen, die gegenüber im Hang riesige Wohnhäuser billig bauen und damit den historischen Dorfkern zerstören wollten.

Die Freude ist uns nun vorgestern erst einmal vergangen. Obwohl wir es eigentlich nicht für möglich hielten, hatten wir uns gewundert, dass wir vom Gericht keine Bestätigung über die Rechtskraft des Urteils erhalten hatten. Nun wissen wir auch, warum: Einer der beiden Spekulanten hat beim Bundesgericht Beschwerde gegen das Urteil eingelegt.

Was bedeutet das nun? Der Beschwerdeführer muss einen Gerichtskostenvorschuss leisten (gut und gern im fünfstelligen Bereich - deswegen dachten wir auch, er würde verzichten), dann werden wir zur Stellungnahme aufgefordert. Dann wird das Gericht - irgendwann - entscheiden.

So weit, so gut. Unser Anwalt meinte zwar, in der Mehrheit der Urteile würde das Bundesgericht solche Beschwerden abweisen, aber es könnte eben auch ganz anders laufen. Das würde dann unter Umständen bedeuten, dass wir zur Kasse gebeten werden, um den Bauherren zu entschädigen, und dass das hässliche Gebäude schliesslich doch gebaut würde. Wir wären also doppelt gestraft.

Momentan lässt sich noch nicht sagen, wohin die Reise gehen wird. Die Anwälte müssen jetzt erst einmal den Inhalt der Beschwerde prüfen, um einschätzen zu können, wie gross die Chancen sind, dass das Urteil des Kantonsgerichtes gekippt werden könnte. Und dann müssen wir beratschlagen, wie wir weiter vorgehen.

Auch hier ist also kein Ende absehbar - und was der zweite Spekulant macht, wissen wir auch nicht. Auch dieser hätte ja die Möglichkeit, Beschwerde einzureichen. Das könnte uns im schlimmsten Fall am Ende wirtschaftlich ruinieren.

Donnerstag, 6. September 2018

Die lieben Kollegen (40) - Sonderurlaub

Es war leider nicht das erste Mal und wird wohl auch nicht das letzte Mal gewesen sein: Mein Kollege trägt freie Tage im Kalender ein und ist dann krank. Auch diesmal war die Begründung wieder sehr überzeugend: Er habe schlecht geschlafen.

Das war am Montag. Als ich das hörte, war mir sonnenklar, dass wir ihn diese Woche nicht mehr sehen würden, zumal er für heute, also Donnerstag, und Freitag nochmals freie Tage eingetragen hatte. Am Dienstagmorgen kam dann also ein Mail, dass er wieder zu Hause bleiben würde. Gestern, Mittwoch, hätte er einen halben Tag erscheinen müssen, weil er mit seinen 90% nachmittags frei hat. Ich fragte also am Morgen meinen Chef, ob er etwas gehört hätte. Er antwortete, dass er nichts wüsste, aber schon davon ausginge, dass er erscheint. Ich meinte, dass ich das kaum glaube und eher davon ausginge, dass er den Rest der Woche wohl auch zu Hause bleiben würde. Kaum fünf Minuten später kam die Bestätigung per Mail und der wütende Ruf meines Chefs von nebenan:"Du hast gewonnen!"

Wir wissen nun nicht, ob er heute und morgen krank ist oder seine freinen Tage nimmt. Der Chef ist immerhin sauer und will in jedem Fall nächste Woche einen Krankenschein verlangen, was natürlich sein gutes Recht ist. Der tolle Kollege ist wohl in der Vergangenheit schon mehrere Male angezählt worden, sowohl vom HR als auch vom Chef. Danach lief es dann jeweils eine Weile besser. In diesem Jahr ist er bereits wieder Spitzenreiter bei den Kranktagen und Minusstunden.

Tja, und nun ist ihm auch noch seine Verlobte abhanden gekommen. Angeblich hat ER sie verlassen, aber wer soll sich mit so einem grossen Kind abgeben, das sich noch damit rühmt, regelmässig in den Puff zu gehen? Das ist doch eher abstossend ... Aber nun ist er ja wieder Single und kann sich ungeniert und ohne Alibi ins Nachtleben stürzen. Und ob er nun im Büro ist oder nicht, fällt auch kaum noch auf.

Vielleicht wird sich in den nächsten Monaten/Jahren etwas ändern. Gestern gab es eine Info-Veranstaltung zu strukturellen Anpassungen im Krankenhaus. In erster Linie wird es wohl meinem Chef-Chef an den Kragen gehen, aber auch Funktionen und Teams könnten sich ändern. Vielleicht wird das meine Chance, und vielleicht tut sich dann auch was im Team. Es bleibt jedenfalls spannend.

Apropos: Gestern erhielten wir daheim Post. Daher lautet die Überschrift des Posts morgen: Zu früh gefreut ...

Mittwoch, 5. September 2018

Der Puls steigt

Nur noch 36 Tage! Drei Jahre nach dem ersten, atemberaubenden Urlaub in Florida werden wir im Oktober wieder nach Miami fliegen. Wie ich schon mehrfach geschrieben habe, bin ich noch heute überwältigt von dem Erlebnis in 2015. Es war ein Traum, den ich mir gemeinsam mit Rosalie in jenem Jahr erfüllt habe. Hier kann man es noch einmal nachlesen.

Und damals habe ich mir geschworen, dass ich da in jedem Fall noch einmal hin möchte! Mag sein, dass das zweite Mal weniger Eindruck hinterlässt, weil man vieles schon einmal gesehen hat, aber auf der anderen Seite wissen wir diesmal, was uns erwartet, denn wir haben zwei wunderbare Hotels vom letzten Mal wieder auf unserer Liste, und damit können wir sicher sein, dass wir uns auch in diesem Jahr wieder sehr wohl fühlen werden. Gerade erhielt ich noch ein Mail vom Hotel in Key West, das unseren Wunsch, eine bestimmte Suite im Resort nutzen zu können, bereits hinterlegt hat.

Diesmal werden wir den Weg durch Florida von Norden nach Süden nehmen und dann von ganz "unten" aus noch Washington einen kurzen Besuch abstatten, bevor es zurück in die Schweiz geht. Zu gern hätte ich noch Boston und Montauk (wegen unserer Lieblings-TV-Serie "The Affair", die dort spielt) mit ins Programm genommen, aber das hätte den zeitlichen Rahmen gesprengt. Wir haben also schon einen Grund parat, um irgendwann wieder Richtung USA zu reisen ... ;-)

Der Countdown läuft!


Dienstag, 4. September 2018

Ich will rein (3) - Vertrauensbildende Massnahmen

Die letzten Tage und Nächte waren für alle nicht leicht, weder für Mensch noch Tier. Während "unser" roter Tiger inzwischen fast den ganzen Tag bei uns auf dem Sofa verbringt, sind wir damit beschäftigt, Henry davon zu "überzeugen", dass der Neue absolut keine Gefahr darstellt. Nur will der das noch nicht recht glauben und reagiert mit Knurren und Fauchen, bevor er flüchtet.

Die erste Nacht habe ich mit dem roten Kater auf dem Sofa gemeinsam verbracht. Das Witzige dabei - der süsse Rote schlief neben mir, während Henry ihn gar nicht sah und sich ca. 2 Meter daneben auf einem kleinen Tisch niederliess. Irgendwann hörte er ein Geräusch, entdeckte den Eindringling, überlegte offenbar kurz, war aber zu müde für Empörung ... und legte sich wieder hin.

Leider hielt das Verhalten aber nicht an, denn auch danach und bis heute beginnt Henry stets zu knurren, sobald er das rote Tigerchen hört oder sieht. Den stört das allerdings gar nicht, er ist völlig gelassen und beachtet Henry kaum. Nur einmal lief er ihm auf leisen Sohlen nach und beschnupperte ihn von oben bis unten, während Henry nach ihm an der Tür Ausschau hielt und ihn überhaupt nicht wahr nahm. Es war ein witziges Schauspiel.

Oftmals merkt unser schwarzer Kater gar nicht, dass Besuch im Haus ist, denn wenn der Rote schläft, sieht man ihn auf dem Sofa kaum. Henry trottet dann gemütlich zum Futternapf und geht danach entweder hinaus oder legt sich irgendwo in aller Ruhe zum Schlafen nieder.

Die Beiden könnten es also wirklich gut haben, aber Henry sieht das momentan noch anders. Das bedeutet für uns, dass wir nachts immer ein Ohr im Wohnzimmer haben für den Fall, dass es zu Auseinandersetzungen kommen sollte. Dann müssen wir unseren Kater beruhigen und weg tragen.

Wir werden uns heute noch um Feliway bemühen, vielleicht hilft es beim Anfreunden der beiden Herren.

Am Wochenende haben wir eine Fundmeldung im Internet abgelegt und im Dorf zwei Plakate angeklebt, falls der Kater irgendwo vermisst wird. Es könnte aber gut sein, dass er schon länger draussen unterwegs ist, denn offenbar verpflegt er sich mit Lebendfutter. Rosalie hat ihn gestern "erwischt", als er freudestrahlend mit einer riesigen toten Maus auf der Terrasse auftauchte, die er ruckzuck verspeist hat. So etwas würde Henry nie tun. Übrig blieben nur der Kopf und die Gallenblase von dem kleinen Schlachtfest sowie ein kleiner Blutfleck.

Dem roten Kerlchen scheint es ausserordentlich gut bei uns zu gefallen, und im Grunde hätten wir kein Problem damit, wenn er bei uns einzöge. Er müsste dann nur noch einen Chip bekommen, damit er nicht nur hinaus, sondern durch die Katzentür auch herein kann. Und Henry müsste natürlich auch "zustimmen" ...

Ach ja, Rosalie hat dem roten Monsterchen vorhin beim Markieren im Garten zugesehen. Sollte er das auch im Haus machen, könnte dies ebenfalls problematisch werden.

Hier noch drei Impressionen von dem süssen Tiger:









Montag, 3. September 2018

Die lieben Kollegen (39) - Töffli-Tour

Am Freitag hatten wir unseren Teamausflug von der Firma. Eigentlich war es mein freier Tag, aber den habe ich in diesem Fall gern geopfert. Schon deswegen, weil meine Anreise nicht so weit war und ich in zehn Minuten am Treffpunkt sein konnte.

Geplant war eine Fahrt mit "Töfflis", was nichts Anderes als Mofas sind. Mit 30 Sachen und viel Krach der "Keksfräsen" um den See - sehr lustig, erst recht mit einer so grossen "Meute". Ich empfing mein Team am Bahnhof. Dort wartete schon ein "Töffli-Bube" mit den Fahrzeugen, erklärte kurz, worauf es ankommt, übergab uns noch Helme, und dann ging es los. Ich muss zugeben, dass ich noch nie auf so einem Teil sass, aber nach kurzer Testphase (Gas geben, bremsen, zum Glück mit Automatik-Getriebe) bin ich gut zurecht gekommen und wir knatterten mit den Zweitaktern los.

Das Wetter war bescheiden, aber immerhin hörte es auf zu regnen, als wir die Motoren anliessen. Ich hatte angeboten, einen Abstecher zu unserem Haus zu machen, da es fast auf dem Weg lag. Und so kamen 12 Töfflis und zwei E-Bikes (zwei Kollegen haben keinen Führerschein) kurz nach dem Mittag vor unserem Haus an. Rosalie hat alles gefilmt und es war wirklich lustig zu sehen, wie die Töfflis wie an einer Perlenschnur angerauscht kamen und quietschend anhielten.

Es gab einen kleinen Imbiss auf unserer Terrasse und alle schwärmten von dem tollen Gebäude und unserem Paradies. Wie Recht sie haben. :-)

Nach etwa einer Stunde schwangen wir uns wieder auf die Gefährte und setzten unsere Fahrt fort. Teilweise mussten wir über Hauptstrassen, das war weniger gemütlich und teilweise sogar gefährlich. Aber nach knapp vier Stunden hatten wir alle sicher das Ziel erreicht.

Es ging dann weiter zu einer Weinprobe und anschliessend noch zu einem feinen Abendessen. Während das Team sich am späten Abend in den Zug setzte, wurde ich von Rosalie abgeholt und kam ziemlich müde zu Hause an.

Die Stimmung war gut im Team, aber heute Morgen dann mal wieder die Ernüchterung: Meine beiden Kollegen haben am Freitag vergessen, die Vorbereitungen für die heutigen Eintritte zu erledigen, und der eine Kollege ist schon wieder krank - er habe schlecht geschlafen letzte Nacht. Nun fällt es sogar meinem Chef mal auf, wie oft der Kerl fehlt. Da der andere Kollege auch nicht daran dachte, mal etwas früher zu kommen, sass ich mit dem ganzen Kram eine Stunde lang allein hier. Mein Frust war dann nicht zu überhören, als der junge Mann endlich in der Tür stand.

Das mit dem TEAM funktioniert also nach wie vor nicht wirklich gut, daran ändert auch ein lustiger Ausflug nichts.