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Donnerstag, 25. Juli 2019

Strange

TV-Serien sind die neuen Hollywood-Filme? Das stimmt zum Teil sicherlich, denn bei der Vielzahl der Formate, die auch dank der Streaming-Anbieter den Markt überschwemmen, sind auch viele gute Produktionen dabei. Man muss sie nur finden.

"This is us" wurde mir bei einem früheren Post zu diesem Thema empfohlen, und wir sind inzwischen auf dem aktuellen Stand. Das war ein guter Tipp!

Es gibt aber auch Serien, die ich mir allein anschaue, weil sie für Rosalie zu düster sind. Dazu gehörte bis vor ein paar Tagen zum Beispiel "Bates Motel", eine Reihe, die ich mal angefangen hatte und nun endlich zu Ende geschaut habe. Hier wird vor der Kulisse des Originals "Psycho" eine sehr ähnliche Geschichte von Norman Bates und seiner Mutter erzählt - allerdings mit anderem Ausgang. Bermerkenswert fand ich, dass Rihanna in zwei Folgen einen Gastauftritt hatte, was durchaus einmal mehr zeigt, welche Beliebtheit Serien heutzutage haben.

Nun habe ich mit der dritten Staffel von "Stranger Things" begonnen. Diese schräge Mischung diverser Genres ist schon etwas Besonderes, wenn man sich denn darauf einlassen möchte. Mir gefällt besonders die Musik der 80er Jahre und natürlich das ganze Look and Feel aus dieser Zeit. Ich war damals etwa genauso alt wie die Kids in der Serie. Und so muss ich immer wieder mal schmunzeln, wenn ein Walkmen zu sehen ist oder die Frauen mit den heissen Dauerwellenfrisuren herum laufen.

Das Horror-Element spielte in den bisherigen Staffeln kaum eine Rolle, dafür geht es jetzt mal ein bisschen "zur Sache". Gefällt vermutlich nicht jedem, aber ich hab Spass beim Anschauen. Leider sind es wieder nur acht Folgen bis zum Staffelfinale. Früher war man da mit wöchtentlichen Folgen zwei Monate beschäftigt, heute kann man das in wenigen Tagen wegschauen. Das ist einerseits cool, andererseits verdirbt es einem auch etwas den Spass, wenn man sich beim Cliffhanger nicht mehr die Haare raufen muss, weil man wieder eine Woche warten muss, sondern einfach mit der Fernbedienung zur nächsten Folge springen kann.

Und so muss man dann schon bald wieder ein Jahr auf die nächste Staffel warten ...

Donnerstag, 11. April 2019

Sentimental

Während meiner Kindheit habe ich in einem der bekanntesten Chöre des Landes gesungen. Neben diversen (TV-)Auftritten hatten wir fast jeden Donnerstag auch zwei bis drei Stunden am Nachmittag Rundfunk-Produktionen im Studio.

Viele Aufnahmen aus dieser Zeit finden sich auf alten Schallplatten. Oder auch auf Spo*ify. Mit der Installation von smarten Lautsprechern daheim bietet sich dieser Dienst an, um zu Hause per Sprachbefehl und überall im Haus Musik zu hören.

Das geht am besten, wenn man zuvor Playlists aus seinen Lieblingssongs erstellt hat. Um dies zu tun, muss man fleissig im Angebot stöbern. Und dabei bin ich auch auf diverse dieser Lieder aus alter Zeit gestossen. Im Einzelfall lässt sich nicht sagen, ob ich nun gerade bei der einen oder anderen Aufnahme dabei war, da die Lieder immer mal wieder neu produziert wurden. Aber allein das Anhören und Mitsingen der Musik lässt die alten Bilder und Gefühle aus dieser längst vergangenen Zeit wieder zum Vorschein kommen.

Und dann ist alles wieder da: der Probenraum in der Schule, die Chorleiter, Mitschüler, Busfahrten zum Aufnahmestudio, Auftritte im Fernsehen ...

Es ist spannend, was so ein Schlüsselreiz auslösen kann. Und ich lächle dann und denke gern an die alten Zeiten zurück. Es sind überwiegend schöne Erinnerungen und ich bin froh, dass mich meine Eltern damals an diese Spezialschule geschickt haben, die meine Entwicklung intensiv prägte.

Montag, 6. August 2018

Open Air im Städtli

Wann war ich zum letzten Mal im Open Air Kino? Das muss viele Jahre her sein, und es war in Berlin.

Daher wurde es also mal wieder Zeit, und was lag näher, als bei diesem aussergewöhnlichen Sommer genauso aussergewöhnliche Musik zu hören und zu sehen? Thematisch passend zum Musical, dass wir kürzlich besuchten, haben wir uns "Mamma Mia! Here We Go Again" angeschaut.

Wir wussten, dass die Plätze nicht numeriert sind, man also zeitig da sein muss, um gute Sicht zu haben und zusammen sitzen zu können. Also stellten wir uns brav eine halbe Stunde vor Öffnung in die Schlange und ergatterten dafür dann auch wirklich sehr gute Plätze. In der verbleibenden Zeit bis zum Filmstart haben wir noch eine Kleinigkeit gegessen und ein Glas Wein getrunken, und als es dunkel wurde begann dann der Film.

Falls jemand den Film noch anschauen möchte, will ich nicht zu viel verraten - aber im Grunde geht das auch gar nicht. Inhaltlich gibt es nämlich fast nichts Neues. Es wird lediglich noch einmal im Detail das erzählt, was im ersten Film schon in Kurzfassung zu hören war, nämlich die Vergangenheit von "Donna". Aber mal ehrlich - wen interessiert hier schon die Geschichte? Natürlich geht es fast ausschliesslich um die Musik! Und Songs und Choreographie sind in diesem zweiten Teil ganz ähnlich zum ersten Film. Es gibt auch wieder zwei Cameos ...

Die junge Donna wird von Lily James gespielt, eine sehr hübsche, junge Frau mit schöner Stimme und toller Ausstrahlung. Sie stiehlt so ziemlich allen die Show in dem Film und ist ein echter Hingucker. :-)

Wer also Fan ist und sich an der flachen Geschichte nicht stört, dem sei die Fortsetzung durchaus für einen entspannten Kino-Abend empfohlen.

Montag, 30. Juli 2018

Alter Schwede

Sie war ein Gigant unserer Generation und ist es bis heute. Jeder kennt die Melodien, kann sie mitsingen. Sie war eine der wenigen Bands, die nach dem ESC ihren Welterfolg starteten. Die Rede ist von

ABBA

Wir sind grosse Fans, ich kenne so gut wie jedes Lied inklusive der Texte. Natürlich haben wir den Film gesehen (den zweiten in Kürze) und waren in Berlin bereits im Musical.

Nun hat mir Rosalie zum Geburtstag eine Karte für das selbe Musical geschenkt, und zwar in Thun bei den Thunerseespielen. Das Besondere: Die Aufführung ist auf bärndütsch! Wir waren sehr skeptisch, wie das wirken würde ...

Interessant war schon mal das Publikum, Schnitt: 50+. Das wurde nicht zuletzt noch einmal deutlich, als zu Beginn der Veranstaltung auf das nächste Ereignis im neuen Jahr hingewiesen wurde. Dann wird das Musical mit den Songs von Udo Jürgens gespielt, und das freudige Raunen im weiten Rund liess erahnen, dass hier wohl kaum junge Menschen anwesend waren. :-)

Das Musical selbst war wirklich toll! Schon nach den ersten Minuten hat man gar nicht mehr gemerkt, dass hier Mundart gesungen wurde. Die Dialoge waren witzig, mit diversen Anspielungen auf Schweizer Themen, die Darsteller grossartig, der Sound sehr gut (und nicht zu laut), und mit dem Wetter hatten wir letztlich auch noch Glück, nachdem es tagsüber ständig regnete.

Und so war es wirklich ein schöner Abend! Und ich denke, wir werden im nächsten Jahr wiederkommen, wenn es heisst: "Ich war noch niemals in New York"

Und hier noch ein paar Bilder von Samstagabend ...

Montag, 9. Juli 2018

Schmerzhaftes Open Air

Ich war seit langem nicht mehr in einem Konzert, erst recht nicht auf einem Open Air Festival. Letzten Samstag war es mal wieder soweit. Eigentlich bin ich mehr Rosalie zuliebe mitgekommen, denn die Acts allein hätten mich nicht aus dem Haus gelockt.

Was mich gleich am Eingang erstaunt hat: Der Veranstalter selbst gab für die Zuschauer Ohrenstöpsel aus. Naiv, wie ich war, glaubte ich, dass dies wohl für besonders sensible Menschen gedacht wäre. Aber dem war nicht so.

Der Lärm aus den 30 m hohen Boxentürmen war ohrenbetäubend. Man spürte die Druckwelle nicht nur körperlich unangenehm, auch für die Ohren war es eine Zumutung. Ich wusste gar nicht, dass die Hörgeräteakustiker so eine starke Lobby zu haben scheinen ...

Ganz im Ernst - ich mag mir nicht vorstellen, was das mit den Hörnerven der vorwiegend jungen Menschen macht, wenn die so einem Krach viele Male im Jahr ausgesetzt sind. Ich habe es ohne Stöpsel keine Minute ausgehalten, aber ich sah kaum jemanden, der die Dinger genutzt hat. Das kann doch nicht gesund sein?! Und warum dreht man die Beschallung nicht einfach 10dB runter, anstatt dafür Ohropax auszugeben? Macht das irgendwie Sinn?

Immerhin war das Wetter gut, der Wein, das Essen an den zahlreichen Ständen, und der Blick über den See mit Sonnenuntergang war auch nicht zu verachten. Auch die Stimmung war bestens und wir haben uns gut amüsiert. Dank der Hilfsmittel hat mein Hörorgan hoffentlich auch nicht all zu viel gelitten. Und ich habe gelernt: Nie wieder ohne Stöpsel zu einem Musik-Event dieser Art!

Montag, 6. November 2017

Die Kraft der Musik

Seit meiner frühen Kindheit ist die Musik ein sehr wichtiger Bestandteil in meinem Leben. Bevor ich zur Schule kam, stand ich schon in der Oper mit dem Kinderchor auf der Bühne, und das hat sich viele Jahre fortgesetzt.

Inspiriert durch eine Fachmesse kaufte ich mir vor etwa 25 Jahren den ersten "richtigen" Kopfhörer, ein High-End-Gerät von Sennheiser. Angeschlossen an meine Pioneer-Anlage war es ein Genuss, damit Musik zu hören. Ich weiss nicht mehr genau, was aus den Hörern geworden ist, vermutlich habe ich sie mal beim Auszug zurück gelassen ...

Bis zuletzt in Berlin hatte ich zumindest wieder eine gute Musikanlage mit grossen Standboxen. Nun ist es in einer Mietwohnung aber leider bekanntlich so, dass laute Musik schnell für Ärger mit den Nachbarn sorgt. Daher war an ein richtiges Musikerlebnis kaum zu denken.

Durch meine vielen Flüge in den letzten Jahren wurde das Thema Kopfhörer wieder aktuell. Aber ich scheute bisher immer das Geld für etwas Gutes und dachte mir, ein Billighörer tut es auch, Hauptsache, ich hab im Flieger etwas Unterhaltung. Allerdings konnte man teilweise beim normalen "Krach" im Flugzeug nur raten, worum es in einem Film oder bei einem Lied ging.

Im letzten halben Jahr wurde der Wunsch wieder stärker, mal guten Stereo-Sound zu geniessen. Das Haus ist zwar gross, aber derzeit gibt es keinen richtig guten Platz für meine Musikanlage, sodass sie noch im Karton verstaut ist. Und die Bluetooth-Lautsprecher machen zwar auch gut "Krach", aber Stereo und so ist halt doch noch etwas Anderes.

Es ist aber wahnsinnig schwierig, einen guten Kopfhörer zu finden. Die Auswahl ist gross, die Rezensionen natürlich immer subjektiv, und es bleibt eigentlich nichts weiter, als selbst Probe zu hören. Mein zunächst präferiertes Teil von Beyerdynamics kann man leider nirgends hören. Und da meine Kollegen von Noise  Cancelling schwärmten und in diesem Zusammenhang Bose ins Spiel kam, habe ich dann diesen Hörer mal kurz getestet. Nicht schlecht, das Teil - ohne Kabel, leicht, sitzt gut, guter Klang - und sehr teuer ...

Mehr oder weniger zufällig stolperte ich dann letzte Woche über einen Sennheiser. Mit Kabel, dafür aber deutlich günstiger. Kurz die Kritiken gecheckt und unmittelbar zugeschlagen im Netz. Einen Tag später war er da.

Und er hat mich nicht enttäuscht. Endlich wieder laut Musik hören, ohne jemanden zu stören, und auf Flügen auch mal einen Film schauen können, ohne von den Lippen lesen zu müssen. Gestern auf dem Sofa habe den halben Tag querbeet meine Lieblingsstücke gehört. Hach, schön. Musik hat noch immer die selbe, kraftvolle Wirkung auf mich. Manchmal habe ich da ziemlich nah am Wasser gebaut, und das nicht bei trauriger Musik. Sie ist dann einfach nur toll! Das passiert allerdings fast ausschliesslich bei klassischer Musik, einem Genre also, das wohl irgendwann ausstirbt. Wenn Rosalies Kinder so etwas hören, flüchten sie kopfschüttelnd und suchen das Weite. Und so geht es vermutlich den meisten Menschen in diesem Alter. Sehr schade.

Am Donnerstag kann ich meine neuen, schicken Hörer zum ersten Mal im Flieger testen. Ich freue mich auf ein neues Flugerlebnis. Für alle Fälle mit Taschentuch, falls die Musik mich mal wieder überwältigen sollte. ;)

Montag, 9. Oktober 2017

Wenn ich ...

Am Wochenende sind wir ganz zufällig bei Yout*be auf einen Beitrag gestossen, in dem es - mal wieder - um die Frage einer Reunion von ABBA ging. Der Beitrag war noch ziemlich aktuell und bis auf Frida kamen alle Band-Mitglieder zu Wort, inkl. natürlich diverser Songs und Doku-Schnipsel aus alten Zeiten.

Wenn ich die Möglichkeit hätte, die Zeit zurück zu drehen und einen Wunsch äussern dürfte, wäre ich unheimlich gern bei einem Konzert dabei gewesen, hätte die Songs, die ich bis heute auswendig kann und nach 2 Sekunden erkenne, mitgegrölt und hätte mich ein Leben lang daran erinnern können.

Leider war ich damals einerseits ein paar Jahre zu jung, andererseits hätte ich auch keine Möglichkeit gehabt, zu einem Konzert zu gehen ... Meine ABBA-Zeit begann um 1980, als die Karriere der Band sich schon dem Ende zuneigte. Ich kaufte alle Schallplatten und hörte sie 28 Stunden am Tag. :)) Bis heute drehe ich das Radio auf, wenn ein Song gespielt wird oder ein Video im Fernsehen kommt.

ABBA trat auch ganz früh mal in der DISCO mit Ilja Richter auf. Zu dem Zeitpunkt waren sie noch am Anfang ihrer Karriere und standen mitten im Publikum auf der kleinen Bühne, quasi zum Anfassen. Ob die jungen Zuschauer, die um sie herum sassen, ahnten, dass dort Weltstars sangen?

ABBA selbst sagte, dass sie nach ihrer Trennung niemals damit gerechnet hatten, dass ihre Songs über die Jahrzehnte hinweg weiterhin so einen Erfolg haben würden. Die Musik ist halt irgendwie zeitlos, genial, einmalig. Schade, dass ich sie nicht live erleben durfte.