Posts mit dem Label Rosalie werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Rosalie werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 20. September 2018

Stillstand

Vor ziemlich genau einem Monat erhielten wir die Kopie eines Schreibens, indem der Anwalt von Rosalies Ex das Gericht um Auskunft über den Stand und Fortgang des Verfahrens bat. Bis heute ist keine Antwort eingetroffen, was wohl darauf hindeutet, dass der zuständige Richter mit dem Fall restlos überfordert ist.

Wie es nun weiter geht, ist immer noch völlig offen. Der Ex jammert, er habe kein Geld, und ist bereits wieder einen Monat mit den Alimenten im Rückstand. Doch an ein Einlenken seinerseits ist nicht zu denken. Er rückt von seiner Position bisher keinen Millimeter ab und bietet damit absolut keine Basis, um überhaupt mal über eine Scheidungskonvention nachzudenken und damit das Verfahren abzukürzen.

Bleibt es dabei und weigert sich der Richter, mal auf den Tisch zu hauen und den Ex zur Vernunft zu bringen, wovon auszugehen ist, wird das Verfahren wohl noch Monate, im schlimmsten Fall Jahre dauern. Die nächste Aktion dürfte dann die Einschaltung eines Sachverständigen sein, um die Buchhaltung des Ex zu prüfen, da das Gericht sich weigert, dies selbst zu tun.

Dazu kommt die traurige Nachricht, dass Rosalies Anwalt erneut schwer erkrankt und vor zwei Wochen bereits wieder operiert wurde. Ob oder wann er wieder arbeitsfähig sein kann, wissen wir nicht.

Es ist eine verstörende, extrem belastende Situation, zumal kein Ausweg erkennbar ist (es sei denn, Rosalie verzichtet auf alles und schenkt ihrem Ex das gesamte gemeinsame Vermögen). Wie viel Geld die Anwälte auf beiden Seiten für diesen Irrsinn schon verschlungen haben, übersteigt jedes Vorstellungsvermögen.

Von dem vom Ex im Juni erwähnten, "zwingend notwendigen" Notebook für den gemeinsamen Sohn ist übrigens inzwischen, wie zu erwarten war, keine Rede mehr - und, oh Wunder, es geht tatsächlich ohne! Dafür erstellt der Ex weiter fleissig "Rechnungen" mit der Auflistung seiner Nebenkosten, an denen sich Rosalie seiner Meinung nach zu beteiligen habe, weil ihr das Haus zur Hälfte gehört. Offenbar hat der gute Mann zu viel Zeit, um sich mit solch idiotischen Dingen zu befassen. Eine sachliche und juristisch haltbare Begründung für diese Forderungen ist er jedenfalls bis heute schuldig geblieben.

Montag, 17. September 2018

Qualm überall

Seit ich in der Schweiz lebe, fällt es mir buchstäblich an jedem Hauseingang auf: Hier wird deutlich mehr geraucht als in Deutschland - zumindest in Berlin. In Berlin war ich in einem Team von 12 Personen, davon haben gerade mal drei geraucht. Hier sind wir sieben Personen im Büro, davon rauchen sechs, also alle bis auf mich!

Auch, wenn man durch die Strassen von Bern geht, begegnen einem überall rauchende Menschen, und was mir noch mehr auffällt: Es rauchen sehr viele im Auto! Das finde ich persönlich ziemlich eklig. Mal ganz abgesehen von der Gefährdung im Strassenverkehr und den Stummeln in Wald und Flur riecht ein Raucher-Auto im Inneren mit der Zeit furchtbar. Wie kann man sich das und seinen Mitmenschen antun?

Ich weiss nicht, ob dieser Unterschied zu Deutschland nun an den unterschiedlichen finanziellen Möglichkeiten liegt, oder ob der Schweizer stur ist und sich seine Laster einfach nicht nehmen lassen möchte - Gesundheit und Kosten hin oder her ...

Ich kann stolz behaupten, dass ich in meinem Leben noch nie geraucht habe. Nicht mal im Wehrdienst, wo die Gefahr/Versuchung am grössten war, habe ich mich hinreissen lassen. Ich war auch nie neugierig, es mal zu versuchen. Rosalie hat längere Zeit in ihrer Jugend geraucht, inzwischen aber auch längst aufgehört. Daher küsst es sich wesentlich besser. :-)

Mittwoch, 12. September 2018

Projekt E-Bike

Wir bewegen uns viel zu wenig! Ich glaube, das können ziemlich Viele von sich sagen. Uns geht es nicht anders. Zwar erreiche ich an so manchem Arbeitstag immerhin meine 10000 Schritte, schon weil ich ein Stück bis zum Parkplatz laufen muss, aber bei Rosalie sieht das ganz anders aus. Und gerade an den Wochenenden, wo wir gemeinsam etwas tun könnten, passiert meist - nichts.

Eine gute Möglichkeit wäre ein Fahrrad ("Velo" sagt man in der Schweiz). Das Problem: Wir sind beide ungeübt, und die Hügel um uns herum würden uns den Spass wohl schnell verderben.

Aber es gibt ja Abhilfe - ein E-Bike! Sogar unsere betagten Nachbarn kommen damit noch locker bis in den nächsten grösseren Ort, also warum sollten wir das nicht auch schaffen? Mal abends mit dem Rad in die Pizzeria, anstatt sich ins Auto zu setzen, einen Parkplatz suchen zu müssen und genau zu überlegen, ob noch ein halbes Glas Wein drin liegt oder nicht? Der Weg dahin ginge durch Wälder und Nebenstrassen, also perfekt für einen abendlichen Ausflug. Oder mal im Sommer schnell an den See?

Alles machbar - wenn man denn will und das richtige Equipment parat hat. Die Auswahl an elektrischen Rädern ist inzwischen sehr gross, die Unterschiede in Sachen Qualität und Leistung allerdings auch. Es wird also eine Weile dauern, bis wir etwas für uns Passendes gefunden haben. Ganz billig ist der Spass dann auch nicht, also müssen wir noch ein bisschen dafür sparen.

Aber vielleicht kann es im nächsten Frühling losgehen - Helm auf, und dann ist kein Hügel mehr vor uns sicher! :-)


Montag, 10. September 2018

Ich will rein (4) - High Five!

Er ist noch da, der Namenlose! Ganz offensichtlich fühlt er sich wohl bei uns. Die allermeiste Zeit des Tages ist er ganz in der Nähe, entweder im Wohnzimmer oder im Garten. Und wenn er tagsüber mal eine Runde dreht und stundenweise nicht zu sehen ist, dann kann man sicher sein, dass er irgendwann darauf lauert, jemanden von uns im Garten oder auf dem Balkon zu sehen bzw. zu hören, dann kommt er im gestreckten Galopp übers Feld in den Garten gerannt und möchte herein gelassen werden.

Die Nächte verbringt er oft bei uns im Bett. Interessanterweise ist er dabei vorzugsweise bei Rosalie auf der Decke oder auf dem Kopfkissen, während Henry damals fast ausschliesslich in meinem Bett lag. Besonders süss ist sein Verhalten, wenn man sich mit ihm beschäftigt. Dann hebt er oft sein rechtes Pfötchen zum "High Five" und drückt es gegen die eigene Handfläche.

Oder er macht damit auf sich aufmerksam. Gestern lag ich auf dem Sofa auf der Seite und er lag hinter mir und schlief, als ich plötzlich mit der Pfote am Arm angestupst wurde: Hey, ich bin wach - streichle mich! Schade, dass wir das nicht gefilmt haben, es sah ganz sicher lustig aus, wie im Comic.

Das Verhältnis zu Henry hat sich noch nicht wesentlich gebessert. Immerhin haben wir den Eindruck, dass er nicht mehr völlig planlos das Weite sucht, sondern in der Nähe bleibt, wenn er den Roten sieht. Aber er wirkt teilweise unsicher und ängstlich in "seinem Haus". Das ist sehr schade und wir hoffen, dass sich das noch bessern wird.

Schliesslich kommen einige Herausforderungen auf uns zu. Wenn sich in den nächsten zwei Wochen kein Besitzer meldet, wollen und müssen wir mit dem roten Tiger zum Tierarzt für einen Check und zum Chippen. Laut Gesetz gehört uns das Tier erst nach zwei Monaten, aber da wir Mitte Oktober, also in einem Monat, nach Florida fliegen, sollte bis dahin Einiges geklärt sein. Und dazu gehört, dass der Neue auch allein das Haus betreten und nicht nur verlassen kann. Wir müssen dann auch sehen, wie wir die Betreuung organisieren. Eigentlich kommt die Reise aus Katzensicht ein wenig zu früh, aber das ist nun nicht zu ändern. In den vier Wochen kehrt hoffentlich noch ein wenig Normalität im Katzenleben ein.

Und hier noch zwei zuckersüsse Schnappschüsse:

Mittwoch, 5. September 2018

Der Puls steigt

Nur noch 36 Tage! Drei Jahre nach dem ersten, atemberaubenden Urlaub in Florida werden wir im Oktober wieder nach Miami fliegen. Wie ich schon mehrfach geschrieben habe, bin ich noch heute überwältigt von dem Erlebnis in 2015. Es war ein Traum, den ich mir gemeinsam mit Rosalie in jenem Jahr erfüllt habe. Hier kann man es noch einmal nachlesen.

Und damals habe ich mir geschworen, dass ich da in jedem Fall noch einmal hin möchte! Mag sein, dass das zweite Mal weniger Eindruck hinterlässt, weil man vieles schon einmal gesehen hat, aber auf der anderen Seite wissen wir diesmal, was uns erwartet, denn wir haben zwei wunderbare Hotels vom letzten Mal wieder auf unserer Liste, und damit können wir sicher sein, dass wir uns auch in diesem Jahr wieder sehr wohl fühlen werden. Gerade erhielt ich noch ein Mail vom Hotel in Key West, das unseren Wunsch, eine bestimmte Suite im Resort nutzen zu können, bereits hinterlegt hat.

Diesmal werden wir den Weg durch Florida von Norden nach Süden nehmen und dann von ganz "unten" aus noch Washington einen kurzen Besuch abstatten, bevor es zurück in die Schweiz geht. Zu gern hätte ich noch Boston und Montauk (wegen unserer Lieblings-TV-Serie "The Affair", die dort spielt) mit ins Programm genommen, aber das hätte den zeitlichen Rahmen gesprengt. Wir haben also schon einen Grund parat, um irgendwann wieder Richtung USA zu reisen ... ;-)

Der Countdown läuft!


Dienstag, 4. September 2018

Ich will rein (3) - Vertrauensbildende Massnahmen

Die letzten Tage und Nächte waren für alle nicht leicht, weder für Mensch noch Tier. Während "unser" roter Tiger inzwischen fast den ganzen Tag bei uns auf dem Sofa verbringt, sind wir damit beschäftigt, Henry davon zu "überzeugen", dass der Neue absolut keine Gefahr darstellt. Nur will der das noch nicht recht glauben und reagiert mit Knurren und Fauchen, bevor er flüchtet.

Die erste Nacht habe ich mit dem roten Kater auf dem Sofa gemeinsam verbracht. Das Witzige dabei - der süsse Rote schlief neben mir, während Henry ihn gar nicht sah und sich ca. 2 Meter daneben auf einem kleinen Tisch niederliess. Irgendwann hörte er ein Geräusch, entdeckte den Eindringling, überlegte offenbar kurz, war aber zu müde für Empörung ... und legte sich wieder hin.

Leider hielt das Verhalten aber nicht an, denn auch danach und bis heute beginnt Henry stets zu knurren, sobald er das rote Tigerchen hört oder sieht. Den stört das allerdings gar nicht, er ist völlig gelassen und beachtet Henry kaum. Nur einmal lief er ihm auf leisen Sohlen nach und beschnupperte ihn von oben bis unten, während Henry nach ihm an der Tür Ausschau hielt und ihn überhaupt nicht wahr nahm. Es war ein witziges Schauspiel.

Oftmals merkt unser schwarzer Kater gar nicht, dass Besuch im Haus ist, denn wenn der Rote schläft, sieht man ihn auf dem Sofa kaum. Henry trottet dann gemütlich zum Futternapf und geht danach entweder hinaus oder legt sich irgendwo in aller Ruhe zum Schlafen nieder.

Die Beiden könnten es also wirklich gut haben, aber Henry sieht das momentan noch anders. Das bedeutet für uns, dass wir nachts immer ein Ohr im Wohnzimmer haben für den Fall, dass es zu Auseinandersetzungen kommen sollte. Dann müssen wir unseren Kater beruhigen und weg tragen.

Wir werden uns heute noch um Feliway bemühen, vielleicht hilft es beim Anfreunden der beiden Herren.

Am Wochenende haben wir eine Fundmeldung im Internet abgelegt und im Dorf zwei Plakate angeklebt, falls der Kater irgendwo vermisst wird. Es könnte aber gut sein, dass er schon länger draussen unterwegs ist, denn offenbar verpflegt er sich mit Lebendfutter. Rosalie hat ihn gestern "erwischt", als er freudestrahlend mit einer riesigen toten Maus auf der Terrasse auftauchte, die er ruckzuck verspeist hat. So etwas würde Henry nie tun. Übrig blieben nur der Kopf und die Gallenblase von dem kleinen Schlachtfest sowie ein kleiner Blutfleck.

Dem roten Kerlchen scheint es ausserordentlich gut bei uns zu gefallen, und im Grunde hätten wir kein Problem damit, wenn er bei uns einzöge. Er müsste dann nur noch einen Chip bekommen, damit er nicht nur hinaus, sondern durch die Katzentür auch herein kann. Und Henry müsste natürlich auch "zustimmen" ...

Ach ja, Rosalie hat dem roten Monsterchen vorhin beim Markieren im Garten zugesehen. Sollte er das auch im Haus machen, könnte dies ebenfalls problematisch werden.

Hier noch drei Impressionen von dem süssen Tiger:









Donnerstag, 30. August 2018

Mega-Frust und Trauer

Aus, vorbei, von einem Tag auf den anderen. Heute Morgen steht es in aller Schweizer Medien: Skywork Airlines stellt per sofort seinen Flugbetrieb ein und melde Konkurs an.

Es war für uns DIE Fluggesellschaft, mit der wir immer wieder bequem von Bern nach Berlin geflogen sind und für September und Dezember auch bereits wieder Flüge gebucht hatten. Die Tickets sind nun wertlos, auf den Kosten bleiben wir natürlich sitzen.

Es geht hier aber nicht nur um Kosten, es geht vor allem um Zeit. Konnten wir bisher locker in vier Stunden von Tür zu Tür reisen (sodass ich sogar am Abflugtag noch bis zum Mittag arbeiten konnte), müssen wir nun weit mehr als sechs Stunden für eine Richtung einplanen, da wir stets den Umweg mit der Bahn über Zürich nehmen müssen.

Bereits vor einem Jahr war die Finanzierung kurzfristig unsicher, aber nach drei Tagen Grounding hob Skywork wieder ab. Was mich aktuell besonders stört und nach Betrug riecht: Am Montag noch, also vor VIER Tagen, hatte man ganz gross die neuen Ferienziele 2019 beworben und Reisende zu Buchungen aufgefordert, vorgestern machte dazu eine Meldung die Runde, dass Skywork sein Aktienkapital verdoppelt hätte.

Und letzte Nacht heisst es nun, die Verhandlungen mit einem Partner seien gescheitert. Wenn am Montag also noch gar keine Finanzierung in Sicht war, wie kann man Kunden locken, ihr Geld bei Skywork aus dem Fenster zu werfen? Was läuft da, wollte man die Konkursmasse noch schnell erhöhen und seine "treuen" Kunden ausnehmen?

Wie dem auch sei, ich muss nun meinem Vater mitteilen, dass wir leider nicht kommen können ... Die Mutter meines Chefs kam gestern Abend noch mit einem der letzten Fluzeuge nach Bern geflogen. Wie sie nun wieder nach Hause kommt, steht in den Sternen. Eine Kollegin erzählte mir, dass sie am Wochenende in London sein wird und mit Skywork zurück kommt. Auch das ist nun nicht mehr möglich.

Und für uns wird es nun künftig sehr umständlich mit den Reisen nach Berlin. Sicher, in der Vergangenheit habe ich das 3,5 Jahre jede Woche gemacht. Aber die Umstände waren andere. Die Zeit ist das Hauptproblem. Rosalie muss mehr Stunden opfern von ihrer kostbaren Urlaubszeit, wir müssen aus Berlin viel früher weg, weil wir ja die Kinder vom Vater übernehmen müssen, und das geht nicht erst mitten in der Nacht, und wegen der langen Reise mit Flug und Zug kann es immer diverse Verspätungen geben, die wir kaum kalkulieren können.

Schade, dass es so endet.


Dienstag, 28. August 2018

Ich will rein (2)

Ein paar Tage lang war das rote Kätzchen (ist ein Kater, wie ich inzwischen zweifelsfrei sehen konnte) verschwunden, am Sonntag tauchte es wieder im Garten auf - und blieb den ganzen Tag lang dort. Sass ich am Teich, legte es sich daneben, ging ich zurück ins Haus, kam es mir nach und wartete vor der Tür, bis ich wieder heraus kam.



Kann man da widerstehen? Das Problem: Henry traut sich nicht herein oder hinaus, solange der rote Tiger vor der Tür sitzt. Ich hab den fremden "Mann" also immer mal wieder nach vorn gelockt, damit Henry im Garten seine persönliche Tür nutzen kann.

Das hat dann auch manchmal geklappt, aber dazu geführt, dass die fremde Katze die halbe Nacht lang an der vorderen Haustür sass und so laut mauzte, dass Rosalies Sohn davon wach wurde. Und kaum macht man die Tür auf, versucht er, hinein zu kommen.

Wir überlegen nun, was wir mit dem armen Kerl anstellen sollen. Wem er wohl gehört? Rosalie hatte bereits die Idee, mit ihm zum Tierarzt zu gehen in der Hoffnung, er könnte einen Chip haben und wir würden herausfinden, wo der Kater zu Hause ist. Wir haben auf alten Fotos gesehen, dass er schon mindestens 1,5 Jahre lang durch unseren Garten tigert, aber bisher war er immer sehr scheu. Ob seine Menschen weg sind oder im Urlaub? Haben sie ihn zurück gelassen?

Auch in der letzten Nacht lagerte er wieder vor der Gartentür. Henry nutzte offenbar irgendwann eine kurze Gelegenheit, um herein zu kommen, und schlief dann zwei Stunden lang bei uns im Bett, bevor ich ihn durch die Vordertür wieder hinaus liess, da der hintere Ausgang "besetzt" war. Jetzt gerade kuschelt der Fremdkater eine Runde mit Rosalie im Garten und wir müssen uns wirklich etwas einfallen lassen. Schade, dass sich die beiden Kater nicht vertragen. Dabei sind eigentlich beide friedfertig, aber da spielt wohl das natürliche Revierverhalten eine Rolle ...




Montag, 27. August 2018

Der Krampf mit dem Apfel

Die Frage, ob iOS oder Android besser ist, gleicht einer Frage nach der Weltanschauung. Während gerade in der Schweiz viele auf die Apfel-Geräte schwören, bin ich schon immer Fan von Android gewesen. Für viele Menschen ist es sicher schön, dass beim Apfel alles so einfach und abgeschottet ist. Für mich ist diese Gängelung, verbunden mit der Hochpreis-Politik, ein No-Go.

Und ich bin einmal mehr von iOS enttäuscht, nachdem wir am Wochenende versucht haben, das neue iPhone für Rosalie in Betrieb zu nehmen. Ging das vor ein paar Wochen bei meinem Samsung-Gerät fast von allein, haben wir in diesem Fall deutlich mehr als drei Stunden dafür aufwenden müssen und waren kurz davor, die Teile in die Ecke zu werfen.

Es fing an mit dem nötigen Backup des alten Gerätes. Also iPhone an das Notebook anschliessen, iTunes starten. Irgendwann findet das Programm das Gerät scheinbar, meldet aber nichts dazu. Man erwartet einen grossen Button für das Backup, aber mehr als ein winziges Icon mit einem stilisierten Telefon als Bildchen ist nicht zu finden. Klickt man da drauf, öffnet sich immerhin das Fenster für das Backup.

Aus unbekannten Gründen, denn wir haben auf diesem Gerät noch nie ein Backup gemacht, ist der Haken für die Verschlüsselung gesetzt. Möchte man nun ein Backup erstellen, wird man zunächst nach einem Passwort gefragt. Warum das? Ich möchte doch eine neue Sicherung erstellen, was hat das mit einer alten zu tun, die womöglich mit einem Passwort gesichert war?

Nach langem Probieren erriet Rosalie das richtige Passwor und das neue Backup konnte durchgeführt werden. Das dauerte rund 45 Minuten, dafür waren dann sämtliche Fotos und die wertvollen Chats aus WA alle auf der Festplatte gesichert.

Laut offizieller Anweisung auf den Support-Seiten von Apple reicht es, das neue und alte Phone in der Nähe zu haben und mit "Schnellstart" die wichtigsten Daten zu kopieren. Schnellstart? Wurde im gesamten Vorgang nicht angezeigt. Toll. Also manuelle Eingabe. Geschafft. ID? Verbindung zum Server schlägt fehl, erst nach dem dritten Mal wird das Passwort akzeptiert.

Nun sollte man das Backup einspielen. Das geht aber nicht, da das neue Gerät noch nicht über iOS11 verfügt. Also muss man es erst einmal als neues Gerät konfigurieren. Dafür möchte es einen PIN haben, den man auf dem alten Gerät erhält. Da kommt erst nichts an, als es dann beim xten Mal klappt, wird die PIN vom neuen Gerät nicht akzeptiert. Mit vielem Klicken und "manueller Installation" funktioniert es irgendwann irgendwie doch.

Das Backup ist dann recht schnell eingespielt. Doch halt - eigentlich sollte dann eine Abfrage auf dem neuen Phone kommen, ob die Watch gekoppelt werden soll. Die kommt aber nicht und die Uhr wird auch in den Einstellungen nicht erkannt.

Also hilft vielleicht ein Blick auf die Support-Seiten. Ah, man soll in diesem Fall die Watch vom alten Phone entkoppeln. Das klappt, aber beim Koppeln mit dem neuen Telefon dreht und dreht sich dann ein Rad, um dann immer wieder eine Fehlermeldung zu zeigen. Auch hier entscheide ich mich irgendwann für eine "manuelle Installation".

Die funkioniert dann auch und das Handy ist mit der Watch nach etwa 20 Minuten endlich verbunden. Jetzt fehlt nur noch die Installation der Apps, das dauert nochmal eine kleine Ewigkeit.

Nach einem ganzen Nachmittag ist das neue iPhone endlich einsatzbereit. Bei meinem Samsung dauerte das ca. 40 Minuten, danach war alles erledigt, ohne dass ich einmal eingreifen musste. Ich frage mich, wie Menschen mit weniger IT-Erfahrung und Geduld es schaffen sollen, in endlicher Zeit ihre Daten auf ein neues Gerät zu bringen? Oder hatten wir einfach extremes "Pech"?

Rosalie ist fast soweit, beim nächsten Handywechsel auf Android umzusteigen. Zumal die Bilder meine Kamera um Längen besser sind als von ihrem iPhone. :-) Schauen wir mal.


Donnerstag, 23. August 2018

Gespannte Ruhe

Als wir aus dem Urlaub kamen, lag da mal wieder ein Brief vom Anwalt. Allein mit diesen Schriftstücken könnte man inzwischen einen gewaltigen Turm bauen. Der Brief war diesmal dünn, also konnte es vermutlich keine Rechnung sein. Immerhin. Nein, es war eine Kopie des Schreibens vom gegnerischen Anwalt.

Der Ex drängelt, weil es seiner Meinung nach mal wieder nicht schnell genug geht, und bittet das Gericht erneut um Mitteilung zum Stand des Verfahrens. So ein Pech aber auch, dass der Richter einfach nicht vorwärts macht. Seit zwei Monaten liegt ihm Rosalies Antwort auf das Pamphlet des Ex vor, und es ist nun am Richter, die nächsten Schritte zu verfügen. Das kann und wird vermutlich die Einbeziehung eines Gutachters sein, der die Buchführung der liquidierten Firma prüfen soll. Bis der dann erst mal gefunden und von beiden Seiten akzeptiert ist, dann seine Arbeit aufnimmt und ein Gutachten erstellt hat, werden wieder Monate vergehen. Alles Zeit, in der der Ex Unterhalt zahlen muss, und das passt ihm natürlich überhaupt nicht.

Ein schlechtes Gewissen muss Rosalie dabei nicht haben, denn der Ex war derjenige, der das Geld in den letzten Jahren mit vollen Händen ausgegeben hat und nun behauptet, nicht mehr liquid zu sein. Hätte er nur das geringste Interesse an einer fairen Teilung gezeigt, könnte das ganze Verfahren längst erledigt sein. Aber wenn er auf dem Standpunkt steht, es gehöre alles ihm und seine Frau habe sich gefälligst zu mässigen, muss er sich nicht wundern, wenn er damit nicht zu einer Lösung kommt.

Ausserdem warten wir gespannt auf seine Klageschrift bezüglich der von ihm eingeleiteten Betreibung. Er behauptet ja im Brustton der Überzeugung, dass sich Rosalie an seinen Nebenkosten beteiligen müsse und will dies nun gerichtlich durchsetzen. Rosalies Anwalt meint, wir könnten uns gemütlich zurücklehnen und erst mal abwarten, wie der gute Mann das denn rechtlich begründen will. Es gibt schlicht kein Gesetz, dass seine Forderung stützt. Wie immer wird er jammern, dass es einen Stein erweichen könnte, aber das ergibt noch lange keinen Rechtsanspruch.

Es bleibt also "spannend", und der nächste Brief, wann immer er eintreffen mag, dürfte wieder dicker werden ...

Mittwoch, 22. August 2018

Wiedersehen

Was, sind sechs Tage schon rum? Sitze ich tatsächlich schon wieder im Büro? Die Tage waren voller Abwechslung und die Zeit verging wie im Fluge.

Am vergangenen Mittwoch sind wir gut und sicher mit der kleinen Skywork-Maschine in Tegel gelandet und haben unser Hotelzimmer bezogen. Kleiner Ärger zu Beginn: Das Bett drohte einzubrechen, die Füsse waren allesamt locker (was wohl die vorigen Nutzer da gemacht haben mögen?). Wir haben an der Rezeption Bescheid gesagt, am nächsten Tag war das Problem behoben.

Den Abend verbrachten wir im Restaurant ganz in der Nähe, das wir beim letzten Besuch in Berlin vor ein paar Monaten entdeckt hatten. Dort sitzt man gemütlich zu Alt-Berliner Ambiente und ebensolchen Speisen. Was für ein Wunder: Die Bedienung, mit der wir damals länger plauderten, erkannte uns wieder und begrüsste uns lautstark. Wir scheinen wohl einen bleibenden Eindruck hinterlassen zu haben. :-)

Der Donnerstag stand im Zeichen meiner "alten Heimat". Nach einer kurzen Shoppingrunde fuhren wir zum "Clou", einem kleinen Center, in dessen Nähe ich bis zu meinem Umzug gewohnt habe. Zunächst umrundeten wir mein damaliges Wohnhaus und schauten nach, ob neue Namen an den Klingeln stehen. Dann setzten wir uns mal wieder aufs Dach des Centers, tranken ein Bier und sahen den in Tegel landenden Fliegern zu. Natürlich auch der kleinen Skywork-Maschine, mit der wir am Tag zuvor angekommen waren:



Zu 18 Uhr hatte ich einen Tisch in unserem Lieblings-Steakhaus reserviert. Nach über einem Jahr habe ich endlich meinen Sohn wieder gesehen! Es war wirklich ein schöner Abend, wir haben viel erzählt und ich denke, die Schwierigkeiten der letzten Jahre sollten nun überwunden sein. Wir haben auch seine Freundin kennen gelernt, mit der er seit mehr als zwei Jahren zusammen ist, und sie macht einen wirklich tollen Eindruck. Da hat er eine gute Wahl getroffen. ;-)

Das nächste Highlight wartete am Freitag. Wir liehen uns von meinem Vater das Auto und machten einen Abstecher an die Ostsee. Von Berlin aus ist das ja fast ein Katzensprung. Ich zeigte Rosalie die Insel Usedom, auf der ich als Kind jedes Jahr im Sommer meine Ferien verbrachte. Bei dem herrlichen Wetter hatten wir ein paar schöne Stunden an dem traumhaften Sandstrand, auch wenn das Wasser von den Algen recht grün war. Gegen Abend assen wir noch in Ahlbeck eine Kleinigkeit, bevor wir nach Berlin zurück fuhren.



Das Auto brachten wir am Samstag zu meinem Papa zurück und fuhren dann gemeinsam nach Lanke zu einem gemütlichen Restaurant, wo wir gemeinsam gegessen haben. Dann blieben wir noch bis zum Abendessen bei ihm daheim. Es geht ihm im Grunde gut, aber er läuft so schlecht, dass ich mir schon Sorgen mache, wie das in ein paar Wochen oder Monaten aussehen mag. Es wird der Tag kommen, an dem er die eine Etage bis nach unten gar nicht mehr überwinden kann. Und dann? Man kann mit ihm nicht reden, er blockt bei diesem Thema komplett, möchte aus der Wohnung auf keinen Fall raus, in der er seit 50 Jahren wohnt. Das wird noch ein schwieriger Fall werden, fürchte ich, und ich beneide meine Stiefmutter nicht, die damit täglich umgehen muss. Vorgestern ist er im Supermarkt mal wieder hingefallen, weil er mit seinem Rollator nicht klar kam. Zum Glück ist wieder nichts Schlimmes passiert.

Am Sonntag war erneut herrlicher Sonnenschein. Also raus an die frische Luft. Rosalie hatte die Idee, zum Botanischen Garten zu fahren. Wir verbrachten gut drei Stunden dort, aber bei der Hitze waren wir danach ziemlich müde. Fürs Hotel war es zu früh, also beschlossen wir, in unsere Lieblings-Strandbar zu fahren. Es war noch ganz leer, als wir ankamen, und so ergatterten wir einen schönen Tisch direkt am Wasser:



Bis19 Uhr ist täglich Happy Hour, die haben wir reichlich ausgenutzt ... Danach sind wir im Hotel ins Bett gefallen.

Noch ein, nein zwei Wiedersehen gab es am Montag. Zunächst war ich mit meiner früheren Klavierlehrerin verabredet. Sie hat mich irgendwann zufällig per Stayfriends gefunden und nun haben wir endlich einen Termin finden können. Etwa 23 Jahre hatten wir uns nicht gesehen! Sie schien sich riesig gefreut zu haben und liess uns kaum zu Wort kommen in den zwei Stunden, die wir zusammen sassen. Ich konnte mich gar nicht erinnern, dass sie so gern redet. :-)

Sie war mit uns zu einem Shopping-Center gefahren, weil man dort gut sitzen und Kaffee trinken kann. Nachdem wir uns verabschiedet hatten, wollte ich mit Rosalie zurück in die Stadt, um dort zu einer Filiale meines Lieblings-Kleiderladens zu gehen. Rosalie fragte mich noch, ob denn in dem Center, in dem wir gerade standen, nicht auch eine Filiale sein könnte, was ich kategorisch verneinte. Und schon standen wir davor ... Und dann schaute ich in den Laden und entdeckte meine Lieblings-Verkäuferin! Sie ist eigentlich Leiterin einer anderen Filiale, hat eigentlich montags frei und war an diesem Tag zum ersten Mal in diesem Laden zum Aushelfen. Was für ein Zufall. Wir haben viel erzählt, und "nebenbei" habe ich viel Geld ausgegeben für ein Hemd, eine Lederjacke und eine Hose ...

Und schon war es Dienstag. Leider wurde kürzlich der Flugplan umgestellt, sodass im Sommer der Rückflug jetzt erst um 20 Uhr startet. Wir mussten also den ganzen Tag noch in der Stadt verbringen, was nicht so ganz einfach ist, da man ja den Koffer irgenwo lagern muss und dann auch nicht so flexibel ist. Wir haben das Beste draus gemacht und waren - shoppen. Also ein bisschen. Den Nachmittag verbrachten wir im KaDeWe ganz oben in einem kleinen Café, in dem wir Kaffee und Wein tranken, bis die Zeit ran war, um zum Flughafen zu fahren.

Überpünktlich sind wir in Bern gelandet und freuten uns auf das Wiedersehen mit dem Kater. Aber als wir ankamen, war er nirgends zu sehen. Alles Rufen half nichts und wir mussten ohne Begrüssung schlafen gehen. Erst nach 1 Uhr kam er ins Haus. Man hört oft, dass Katzen beleidigt tun, wenn ihre Menschen so lange weg waren. Bei Henry war das anders. Er schien hoch erfreut, liess sich knuddeln und wollte eine Zeit lang gar nicht von meiner Seite weichen. Erst nach mehreren Streicheleinheiten ging er wieder raus auf die Pirsch. Offenbar hat er die erste längere Abwesenheit gut verkraftet. Dabei hat er während unserer Reise die erste Ratte ins Haus gebracht, die aber schon tot war. Rosalies Sohn hatte die "Freude", sie unter dem Tisch zu finden und zu entsorgen. Ein Riesenvieh, länger als eine Hand und damit ein anderes Kaliber als die Spitzmäuse, die er bisher angeschleppt hat. Ich hoffe, das war eine Ausnahme. Ratten sind nun wirklich nicht niedlich.

Und nun hat uns schon der Alltag wieder - heute erster Arbeitstag. Wegen der Henry-Kuschelaktion bin ich ziemlich müde und froh, dass die Woche nur drei Tage hat.

In fünf Wochen fliegen wir ein weiteres Mal nach Berlin. Wir freuen uns schon, und Papa natürlich auch. Gegessen haben wir in der vergangenen Woche viel zu viel, aber das gehört ja irgendwie auch ein bisschen zum Urlaub. Und es gibt halt zahlreiche gute und auch günstige Restaurants in der Stadt, da kann man kaum widerstehen. Also bis bald, Berlin!

Dienstag, 14. August 2018

Berlin, Berlin

Heute Vormittag muss ich mich noch einmal für ein paar Stunden in hübsche blaue OP-Kluft werfen und hoffe, dass ich mit meinem Projekt wieder ein gutes Stück weiter komme, und danach ist endlich eine Woche Urlaub.

Morgen Mittag geht es in meine Geburtsstadt: Sechs Tage Shoppen, Familie treffen, gutes Essen, Relaxen. Wir freuen uns sehr auf die Auszeit und planen auch, einen Tagesausflug an die Ostsee zu machen. Das Wetter soll schön bleiben, und ich vermisse die frische Meeresluft.

Ausserdem werden wir endlich auch meinen Sohn mal wieder sehen. Zuletzt war unser Verhältnis recht angespannt, aber ich hatte die Hoffnung, dass eine kleine Pause helfen könnte. Danach sieht es jetzt aus, und so werden wir uns zu viert zum Essen treffen.

Also - bis bald, wir stürzen uns dann morgen Nachmittag ins Grossstadtgetümmel der Hauptstadt.


Freitag, 10. August 2018

Spoilerwarnung

Fans der Serie "The Affair", die Folge S04E08 noch nicht gesehen haben, sollten lieber nicht weiterlesen ...

Ich hatte ja schon mal erwähnt, dass wir die Serie sehr gern sehen, nachdem ich sie vor ein paar Monaten per Zufall entdeckt hatte, da ich ein Fan von Maura Tierney, einer der vier Hauptakteure in dieser Serie, bin. Und wenn man eine Serie mit einigem Tiefgang in kurzer Folge anschaut, wird man vertraut mit den Charakteren, leidet und freut sich mit ihnen.

Und dann passiert es - eine der vier Personen stirbt! Obwohl die Möglichkeit immer mal wieder angedeutet wurde, hätte das wohl kaum jemand erwartet, schliesslich lebt die Serie von den vier Hauptdarstellern, und Ruth Wilson als Alison ist für mich eine der wichtigsten Person der Handlung gewesen.

Und so sassen Rosalie und ich gestern Abend, als wir uns auf die aktuelle Folge freuten und mit einem Glas Wein auf der Couch Platz genommen hatten, ziemlich konsterniert vor dem Bildschirm, als klar wurde, dass es kein Irrtum war und Alison tatsächlich tot ist. Gerade noch waren wir begeistert, als wir erfuhren, dass es eine finale fünfte Staffel geben wird. Doch wie wird das nun weiter gehen, wenn einer der Protagonisten fehlt? Wer wird Alison "ersetzen"? Ist die Serie noch so attraktiv wie bisher?

Ich hab dann mal im Web geschaut, und da heisst es, dass Ruth Wilson schon vor der vierten Staffel darum gebeten habe, aus der Serie heraus geschrieben zu werden. Gründe wurden nicht genannt, aber man kann vermuten, dass andere Projekte daran schuld sind. So wird sie ab September mit Charlotte Rampling in "The Little Stranger" im Kino zu sehen sein. Sie ist nicht die klassische Schönheit, aber durchaus eine attraktive, interessante Frau, auf die wir nun leider für den Rest der Serie verzichten müssen.

Freitag, 3. August 2018

Vorhersehbarer Ärger

Eigentlich wollte ich an meinem freien Tag heute gar nichts schreiben. Aber da Rosalie einen Termin hat und es einen aktuellen Anlass gibt, tue ich es jetzt doch ...

Erinnert Ihr Euch noch? Rosalie musste ihren Ex betreiben (Zwangsvollstreckung), da der sich weigerte, die Alimente zu zahlen. Nach seiner Meinung hätte Rosalie umfangreiche Schulden bei ihm, die es rechtfertigen würden, diese mit den Alimenten zu verrechnen. Dem widersprach das Gericht und verdonnerte ihn zur Zahlung.

Was mich stutzig machte: Der Ex ließ sich nicht einmal das Urteil begründen, sondern akzeptierte es ohne Gegenwehr. In diesem Moment war mir klar, was er vor hat: Er würde Rosalie seinerseits betreiben mit den "Forderungen" von seiner Seite.

Ich rechnete mit einem Einschreiben vom Gericht gegen Ende Juli. Rosalie war weit weniger überzeugt davon als ich. Zudem "warnte" er sie noch vor zwei Wochen mit dem Hinweis, wenn sie ihn erneut betreiben würde und er seinen Job verlöre (was völlig albern ist), dann hätten sie beide nichts mehr.

Wie verlogen und ignorant das war, zeigte sich nun heute, als sich meine Prophezeiung mit einiger Verspätung erfüllte: Eine Betreibung flatterte ins Haus mit all den Kosten, die er zuvor eigenmächtig abziehen wollte. Damit beweist er zunächst einmal mehr, dass seine Aussagen nur Psychospielchen sind, denn wenn er wirklich damit rechnen würde, auf Grund einer Betreibung arbeitslos zu werden, würde das für Rosalie genauso gelten, und wenn das einträte, müsste er noch viel höhere Alimente zahlen. Diese vermeintliche "Sorge" sollte also lediglich einschüchtern ...

Und zum Inhaltlichen der Forderung? Er muss das jetzt dem Gericht gegenüber erst noch begründen, aber aus den früheren Schreiben kennen wir die Details bereits. Zunächst fordert er die Beteiligung an Kosten, die per Gerichtsbeschluss eindeutig ihm allein auferlegt wurden, was er nicht versteht oder bis heute ignoriert. Das kann man schon mal abhaken.

Dann geht es u. a. um Müll- und Wassergebühren, also um Verbrauchskosten, an denen sich Rosalie seiner Meinung nach zu beteiligen hat. So etwas Dämliches habe ich noch nie gelesen. Noch dazu, wo seine Liebste jetzt ebenfalls bei ihm gemeldet ist und Rosalie ihre Kosten quasi mit zahlen müsste. Gehts noch?

Begründen tut er das damit, dass Rosalie noch im Grundbuch steht und ihr damit die Hälfte des Hauses mit gehört. Was bei den Nebenkosten aus meiner Sicht absurd ist (Verbrauchskosten, die Rosalie nicht verursacht hat), stellt sich für mich bei notwendigen Unterhaltsarbeiten nicht ganz so eindeutig dar:

Was meint Ihr - kann man Rosalie verpflichten, in einem Haus, das sie weder betreten noch sonstwie nutzen darf, trotzdem Lasten in Form von z. B. Reparaturkosten mitzutragen, noch dazu, wo er sie im Vorfeld einer solchen Reparatur nie informiert, sie also kein Mitspracherecht ausüben oder kontrollieren kann, ob dies überhaupt notwendig ist? Spielt es eine Rolle, dass sie einen eigenen Haushalt hat, den sie finanziell allein tragen muss? Und wie verhält es sich mit aus seiner Sicht notwendigen Investitionen am und im Haus?

Ich hab dazu nicht viel Verwertbares im Netz finden können, erst recht nicht nach Schweizer Recht. Und mein Rechtsempfinden ist sich bei diesem Thema auch nicht ganz sicher.

Bis es hier zu einer Entscheidung des Gerichts kommen wird, dauert es wie üblich. Der Weg: Rosalie hat jetzt die Forderung formal bestritten. Nun muss der Ex darlegen, warum er diese Forderung stellt. Rosalie erhält dann Gelegenheit, Stellung zu nehmen. Aus diesen beiden Schreiben leitet das Gericht dann im besten Fall eine Entscheidung ab - oder es kommt zu weiterem Schriftenwechsel. Es wird also mindestens September, bis es ein Urteil geben könnte.

Auch dieses Urteil könnte von großer Bedeutung sein, denn es wird ein für allemal klarstellen, ob der Ex Kosten in Zusammenhang mit Haus und Grundstück auf Rosalie abwälzen kann oder nicht.


Donnerstag, 2. August 2018

Von Waldmäusen und Feuerwerk

Nun ist er schon wieder vorbei, der Feiertag. Für mich hat er heute noch eine Verlängerung mit einem "Brückentag", während Rosalie wieder arbeiten muss.

Bei der enormen Hitze konnte man sich auch gestern kaum bewegen, so haben wir die meiste Zeit geschützt unter dem Blätterdach der alten Linden auf der Terrasse verbracht. Da die Wärme sich darunter, anders als bei Sonnenschirmen, nicht staut, ist es dort noch am besten auszuhalten.

Als ich dort saß und gemütlich einen Kaffee schlürte, sah ich den Kater unten im Garten, wie er mit "etwas" spielte und es in die Luft warf. Erst dachte ich, es sei ein Falter, aber es war eine Maus! Ich eilte hinzu, nahm Henry unter großem Protest hoch und wir setzen die vor Angst starre Waldmaus in unser umgebautes Aquarium.

Es dauerte eine ganze Weile, bis sie sich beruhigte, aber dann begann sie, das Gelände zu erkunden, und ein paar Stunden später entließen wir sie in die Freiheit:



Am Abend waren wir spontan zum Essen eingeladen. Von der genialen Dachterrasse aus hatten wir einen wunderschönen Blick auf das traditionelle Feuerwerk auf dem See. Und so ging ein gemütlicher Tag zu Ende.

Freitag, 20. Juli 2018

Ruhe, nichts als Ruhe

Nach dem durchaus hektischen Arbeitstag gestern (es hat alles funktioniert, besten Dank fürs Daumendrücken!) startet heute das lange Wochenende, und das brauche ich nun auch. Gut, Ausschlafen fällt aus, da ab 8 Uhr ein Miele-Techniker angekündigt wurde, der unseren schon zum zweiten Mal defekten Kaffeeautomaten zu reparieren versucht.

Kaffee gibt es heute Morgen also zunächst nur aus der Nespresso-Kapsel,  aber dafür werden Rosalie und ich uns einen gemütlichen Tag machen. Wir fahren ins Emmental, werden dort gemütlich zu Mittag essen und anschliessend durch eine Ausstellung für Wohnen, Garten und Floristik flanieren und uns inspirieren lassen.

Die Kinder sind beim Vater, also haben wir mal wieder einen Tag ganz für uns allein, ohne Hektik und ohne Blick zur Uhr. Wir können uns einfach treiben lassen. Das kam in letzter Zeit viel zu kurz.

Schönes Wochenende!

Mittwoch, 18. Juli 2018

Reiseplanung

Seit der Pleite von Air Berlin und der Übernahme zahlreicher Slots durch easyJet gibt es jede Menge günstiger Flüge aus der Schweiz nach Berlin. Das "Problem" für uns: Um von Zürich nach Tegel zu fliegen, müssen wir jeweils erst einmal bis zum Flughafen kommen. Das allein kostet uns schon mehr als zwei Stunden, dazu die nötige Vorlaufzeit von etwa 90 Minuten, um dann einen günstigen Flug nach Tegel anzutreten. Der ist dann auch nicht mehr ganz so günstig, wenn man die Kosten für die Zugfahrt hinzurechnet.

Weil es viel schneller und bequemer ist, direkt von Bern aus nach Berlin zu fliegen, schauen wir immer nach Sonderangeboten von Skywork Airlines. Wenn man die erhaschen kann, ist der Preisunterschied unter dem Strich gar nicht so gross, und wenn man die zeitliche Ersparnis dazu nimmt, lohnt es sich allemal.

Leider weiss man im Vorfeld nie genau, wann solche Aktionen laufen, daher ist es ein Glücksspiel, oder man bucht direkt nach Veröffentlichung des jeweils neuen Sommer- und Winter-Flugplans. Auf diese Weise haben wir nun zugeschlagen - einmal mit einem Super-Sonderangebot, sodass wir innerhalb von sechs Wochen gleich zwei Mal in Berlin sind (was mein Papa noch gar nicht weiss). Und dann wollte ich unbedingt noch im Dezember mit meinem Schatz in die alte Heimat, denn in diesem Monat gibt es ein Theaterstück, das mich sehr interessiert. Es spielen Jochen Busse, den wir schon einmal live erlebt und uns köstlich amüsiert haben, und Hugo Egon Balder, den man eigentlich nur aus dem TV, meist an der Seite von Hella von Sinnen, kennt.

Für diese Reise mussten wir nun die Veröffentlichung des Winterflugplans abwarten und dann nach einem günstigen Flug suchen. Das Schwierige dabei ist, dass man durch intensives Suchen die Preise nach oben treibt. Klickt man ein paar Mal hin und her, sind alle Flüge plötzlich wie durch ein Wunder 20 Franken teurer. Damit sollen die Leute natürlich animiert werden, schnell zu buchen. Haben wir aber nicht getan, sondern gewartet. Und es hat sich tatsächlich gelohnt. Nach vielen Versuchen mit verschiedenen Geräten und Netzwerken war der Preis irgendwann wieder auf dem alten Niveau und wir haben zugeschlagen.

Dann noch Eintrittskarten und Hotel gebucht, und nun starten wir auch im Dezember für einen 48-Stunden-Blitztrip inklusive Theaterbesuch nach Berlin. Wir freuen uns schon darauf, auch wenn es noch fünf Monate dauert.

Dienstag, 17. Juli 2018

The Affair

Kennt jemand den kleinen Ort Montauk? Er liegt an der Ostspitze von Long Island in New York. Dort spielt die Serie "The Affair", mittlerweile in der vierten Staffel.

Ich bin eigentlich vor rund einem halben Jahr nur zufällig darauf gestossen, weil ich ein Fan von Maura Tierney bin, die in den 90er Jahren bei "Emergency Room" mitspielte, der einzigen Krankenhaus-Serie, die ich jemals gesehen habe. Die Ankündigung klang interessant, und so hatten Rosalie und ich begonnen, die Staffeln eins bis drei zu schauen.

Es geht, wie der Name schon sagt, um ein Thema, das sich so oder ähnlich millionenfach auf der Welt wiederholt: Familienvater trifft nach rund 17 Jahren Ehe auf eine ebenfalls verheiratete Frau, kurz darauf zerbrechen beide Ehen und alle vier Erwachsenen und die Kinder wollen oder müssen ein neues Leben beginnen.

Natürlich wird das Ganze dramaturgisch überhöht und angereichert, um die Menschen am TV zu halten, aber im Grunde kennt wohl fast jeder die eine oder andere Situation, die in dieser Serie zu sehen ist. Vielleicht auch deshalb hat sie uns in den bisher rund 33 Stunden Spielzeit gefesselt. Nicht unbedingt immer ganz leichte Kost und nichts zum Lachen und Entspannen. Aber wenn man selbst gescheiterte Ehen hinter sich hat, kann man sich gut in die Protagonisten hinein versetzen und so ganz nebenbei auch die eigene Geschichte noch einmal ein wenig aufarbeiten.

Das in der Serie gezeigte Restaurant "Lobster Roll" gibt es tatsächlich, und als Fans der Serie wollen wir gern mal dorthin und am Originalschauplatz etwas essen. Leider ist Montauk nur nach langer Autofahrt zu erreichen und passt damit nicht in die Planung unseres Florida-Trips im Oktober. Aber ganz bestimmt schaffen wir es ein anderes Mal, um dort zu sitzen, wo zuvor schon Maura Tierney gesessen hat. :-)

Freitag, 13. Juli 2018

Nichts Neues an der "Front"

Nachdem der Ex Anfang Juli mal wieder einen Jammerbrief verfasst hatte, sahen wir ihn Tage später in der VIP-Lounge des Open Air gemeinsam mit seiner Freundin, Kostenpunkt: 400 Franken. Man gönnt sich ja sonst nichts, wo man doch behauptet, kein Geld für die Alimente zu haben und im Supermarkt angeblich nur noch No-Name-Produkte kaufen zu können. Einmal mehr tischt er Rosalie Schuldner-Lügenmärchen auf.

Dem Amt hat er nun mitgeteilt, dass er "plane", die betriebenen Unterhaltszahlungen am 25. Juli zu überweisen. Was auch immer das genau bedeuten soll. Von den noch nicht betriebenen Alimenten bisher kein Wort. Lediglich die Zahlung für Juli kam pünktlich, und dann steht ja auch die Überweisung für August schon bald aus. Es wird also eng, wobei er ja im ersten halben Jahr genügend Geld gespart hat. Sofern er das nicht für seinen luxuriösen Lebenswandel verprasst hat, sollte ja der eine oder andere Franken vielleicht noch übrig sein.

Im Raum steht auch noch seine Forderung an Rosalie, sich an seinen Betriebskosten zu beteiligen! Das lehnt sie logischerweise komplett ab. Ob er versuchen wird, sie deswegen ebenfalls zu betreiben und sich damit zu rächen? Bei seinen "Realitätswahrnehmungsstörungen", wie es Rosalies Anwalt sarkastisch beschreibt, wäre das nicht auszuschliessen. Bei aller Einfältigkeit dieses Versuchs sollte er das vielleicht tatsächlich tun, denn wenn er damit erneut auf die Nase fällt, brächte ihn das womöglich doch mal zur Besinnung. Der eine oder andere Schlag auf den Hinterkopf soll ja bekanntlich hilfreich sein ...

Schönes Wochenende!

Montag, 9. Juli 2018

Schmerzhaftes Open Air

Ich war seit langem nicht mehr in einem Konzert, erst recht nicht auf einem Open Air Festival. Letzten Samstag war es mal wieder soweit. Eigentlich bin ich mehr Rosalie zuliebe mitgekommen, denn die Acts allein hätten mich nicht aus dem Haus gelockt.

Was mich gleich am Eingang erstaunt hat: Der Veranstalter selbst gab für die Zuschauer Ohrenstöpsel aus. Naiv, wie ich war, glaubte ich, dass dies wohl für besonders sensible Menschen gedacht wäre. Aber dem war nicht so.

Der Lärm aus den 30 m hohen Boxentürmen war ohrenbetäubend. Man spürte die Druckwelle nicht nur körperlich unangenehm, auch für die Ohren war es eine Zumutung. Ich wusste gar nicht, dass die Hörgeräteakustiker so eine starke Lobby zu haben scheinen ...

Ganz im Ernst - ich mag mir nicht vorstellen, was das mit den Hörnerven der vorwiegend jungen Menschen macht, wenn die so einem Krach viele Male im Jahr ausgesetzt sind. Ich habe es ohne Stöpsel keine Minute ausgehalten, aber ich sah kaum jemanden, der die Dinger genutzt hat. Das kann doch nicht gesund sein?! Und warum dreht man die Beschallung nicht einfach 10dB runter, anstatt dafür Ohropax auszugeben? Macht das irgendwie Sinn?

Immerhin war das Wetter gut, der Wein, das Essen an den zahlreichen Ständen, und der Blick über den See mit Sonnenuntergang war auch nicht zu verachten. Auch die Stimmung war bestens und wir haben uns gut amüsiert. Dank der Hilfsmittel hat mein Hörorgan hoffentlich auch nicht all zu viel gelitten. Und ich habe gelernt: Nie wieder ohne Stöpsel zu einem Musik-Event dieser Art!