Mittwoch, 19. Februar 2020

Nordwind

Vor ein paar Tagen haben Rosalie und ich uns den Film zum Buch "Gut gegen Nordwind" angeschaut. Wer könnte dessen Inhalt besser nachempfinden als wir. Schliesslich haben wir so eine Phase, wie sie in der Story geschildert wird, auch hinter uns, wenn auch nicht über so einen langen Zeitraum.

Dieser Roman und seine Fortsetzung waren bisher die einzigen Werke, die ich nicht gelesen, sondern als Hörbücher konsumiert habe. Das Ping-Pong der Mails lässt sich mit zwei Stimmen ja wunderbar vertonen und es hat Spass gemacht, dem Wortgefecht zuzuhören.

Und der Film? Sagen wir mal so: Man kann ihn sich ansehen, und ein paar Ideen (z. B. die Nutzung von Sprache zu Text anstatt des simplen Tippens) lassen den Plot dann auch etwas lebendiger werden, als er eigentlich im Buch mit dem "simplen" Austausch der Mails erzählt wird. Und das Ende ist etwas freundlicher.

Spannend fand ich, wie man versucht hat zu verstecken, wo der Film spielt. Die Autos haben alle ein fiktives Nummernschild mit dem Buchstaben "T". Einmal hat der Regisseur geschlafen, und man sieht ein "OHZ", was durchaus zu einigen Szenen passt, die sich am oder in der Nähe vom Meer abspielen. Ansonsten wurde wohl lt. Internet in verschiedenen Städten wie Köln und Düsseldorf gedreht.

Sollte es tatsächlich, analog zur Vorlage, eine filmische Fortsetzung geben, werden wir uns die vermutlich auch ansehen. Ich persönlich ziehe aber, wie so oft bei solchen Adaptionen, die Bücher dem Film vor.

Dienstag, 18. Februar 2020

Wie vergrault man Kunden?

Früher hielt ich nicht viel von Kreditkarten. Aber spätestens seit der ersten USA-Reise habe ich einsehen müssen, dass diese Plastikkarten recht praktisch sein können - auch zum Bezahlen im Internet.

Nun gibt es bei den Banken sehr unterschiedliche Preismodelle. Viele der grossen Banken verlangen ziemlich happige Grundgebühren für Master oder Visa. Aber es gibt auch Unternehmen, die kostenlose Karten anbieten, wie auch die DKB. Mit der war ich eigentlich immer zufrieden, als ich noch in Deutschland wohnte. Auch jetzt bin ich noch Kunde dort, weil ich deutsche Versicherungen habe, die sich von diesem Konto Geld abbuchen.

Und so habe ich auch eine Kreditkarte der Bank, die ich bei Aufenthalten in Deutschland einsetze. Dort war und ist sie auch weiterhin kostenlos (soweit ich das überblicken kann), Doch man setzt die Karte ja auch mal im Nicht-Euroland ein. Und hier wird es nun mit der neuen Preisliste ab April ziemlich dreist. Neuerdings möchte man 2,2% des Umsatzes als Gebühr einstreichen. Bisher waren es 1,9%, was ich schon ziemlich heftig fand. Bei kleinen Umsätzen fällt das nicht mal so auf - was sind schon 2,2%. Doch wenn man mal an eine Hotelrechnung denkt, für die gut und gern mal 1000 Euro zu zahlen sein können, dann macht das schon 22 Euro Gebühren!

Wie man das beim treuen Kunden rechtfertigen will vor dem Hintergrund, dass es neue Online-Banken gibt, die gar keine Wechselgebühren verlangen (und das sogar im "Teuerland" Schweiz), ist mir ein Rätsel. Natürlich ist das Bankgeschäft heutzutage nicht leicht angesichts der fehlenden Zinsen, aber Kreditkarten sind im Ausland nun mal erste Wahl, denn wer möchte schon mit einem Haufen Bargeld herumlaufen. Und die Kunden dafür bluten zu lassen, geht mir gegen den Strich.

Also bleibt die Karte der DKB auf Reisen künftig daheim!

Montag, 17. Februar 2020

Auf Entdeckungsrunde

Wir haben uns ja vorgenommen, mehr für unsere Gesundheit zu tun. Viel Bewegung gehört in jedem Fall dazu, und weil es gestern so schön mild war, sind wir endlich mal wieder spazieren gegangen.

Dabei haben wir eine fast 2000 Jahre alte Ruine eines Tores der "ollen Römer" entdeckt. Daneben stand noch ein restaurierter Wehrturm, auf den man hinauf steigen konnte. Von oben hatte man wohl einen schönen Blick über die Gegend. Ich musste leider unten bleiben, denn die Treppe war nichts für meine Höhenangst.

Nach rund 1,5 Stunden und knapp sechs Kilometer Fussweg waren wir wieder zu Hause. Es war ein wirklich schöner Spaziergang, auch wenn der Wind ziemlich heftig blies. Mal wieder haben wir uns vorgenommen, das öfter zu machen, dann vielleicht auch mal mit einem eBike, das noch auf unserer Wunschliste steht.




Nur mein Rücken war nicht ganz so begeistert von dem Marsch, obwohl der eigentlich auch Bewegung bräuchte. Aber da führt wohl auf Dauer kein Weg an einer ärztlichen Konsultation vorbei. Von allein wird das nichts mehr.


Freitag, 14. Februar 2020

Ein neuer Gast

In unserem Tierasyl ist irgendwie immer etwas los. Nicht nur Füchse, Igel, Marder und Mäuse, vor allem natürlich Katzen gehen aus und ein im Garten. Aktuell sind vier Fellnasen bei uns zu Hause, fünf weitere von den Nachbarn kommen täglich kurz zu Besuch. Und drei Katzen, auch zugelaufen, haben wir leider schon verloren.

Seit Monaten erscheint nun ein neuer Asylbewerber. Ihn oder sie, wir haben das Tier wieder Weisspfötchen genannt, konnten wir zu Anfang nur über die Webcam beobachten, weil es beim leisesten Geräusch das Weite gesucht hat. Es kam jedoch jeden Abend und suchte gierig nach Futter.

Dann, von einem Tag zum anderen, hat es seine Scheu verloren. Ich hatte die Tür zur Terrasse geöffnet, hörte es unter der Bank mauzen und schwups - kam Weisspfötchen die Treppe hinauf und stand im Wohnzimmer. Direkt hinter der Tür stand ein Futternapf, und es frass und frass und frass ...

So geht das nun seit Wochen. Weisspfötchen kommt in der Regel erst nach Einbruch der Dunkelheit, sitzt vor der Tür und mauzt herzerweichend, bis es endlich jemand herein lässt. Dann frisst es, dreht eine Runde durch das Wohnzimmer und geht wieder.

Seit zwei Tagen hat es nun das Bett im Gästezimmer entdeckt. Als ich es neulich herein liess und kurz das Zimmer wechselte, war es anschliessend verschwunden - und hatte es sich im Bett gemütlich gemacht. Da ich es nicht vertreiben wollte, liess ich es liegen in der Hoffnung, dass es irgendwie allein mit der Katzenklappe klar kommen würde, wenn es nach draussen will. Und tatsächlich öffnete es nach zwei Stunden Schlaf die Klappe fast so, als würde es das seit Jahren machen.

Vorgestern kam die Katze wieder gegen 22 Uhr zu uns. Ich liess sie herein - und dann verbrachte sie gleich mal die ganze Nacht auf dem Bett!

Ihr Verhalten ist allerdings sehr ungewöhnnlich. Mit den anderen Katzen im Haus hatte sie zu Beginn Probleme (was ja normal ist), aber zum Teil scheinen sie sich inzwischen schon arrangiert zu haben und lagen schon zu zweit im Bett. :-) Aber mit Menschen kann das Weisspfötchen scheinbar nicht gut umgehen. Es kommt auf einen zu, mauzt einen bettelnd an, und hockt man sich hin, streicht es einem um die Beine, als wäre es immer unter Menschen gewesen. Aber wehe, man streckt den Arm aus und versucht es zu streicheln! Dann stellt es sich blitzschnell auf die Hinterbeine und man bekommt mit beiden Vorderpfoten eine gewischt, so als würde ein Mensch einem mit beiden offenen Händen je eine Backpfeife geben. Das Gleiche hat es auch schon mit meinem Bein gemacht, als ich neben ihr her lief. Dazu knurrt es dann kurz und geht nach der Attacke auf einen Meter Abstand.

Wir fragen uns, warum es sich so aggressiv verhält? Ist das Tier doch nicht an Menschen gewöhnt und hat Angst, oder hat es vielleicht schlechte Erfahrungen gemacht? Wir wissen natürlich auch nicht, woher es kommt. Ich habe schon ein paar Mal beobachtet, in welche Richtung es verschwindet. Dort gibt es aber kaum Häuser und es ist fast ausgeschlossen, dass es dort "wohnt", denn wir kennen die Bewohner recht gut. Vielleicht kommt es von einem Bauernhof? Abgemagert und verwahrlost sieht es nicht aus, aber das hat ja nicht so viel zu sagen. Schaut selbst:


Donnerstag, 13. Februar 2020

Unsere Glückszahl

Für einige Menschen bedeutet diese Zahl Unglück, für uns ist sie schon immer etwas Besonderes gewesen. Daher erscheint sie bei einem ganz wichtigen Datum gleich zwei Mal: 13.02.2013. An diesem Tag, genau vor sieben Jahren, habe ich Rosalie zum ersten Mal getroffen!

Wir haben also heute einen Grund zum Feiern. Und so viel ist seit jenem Tag, den ich noch gut in Erinnerung habe, passiert. Darüber habe ich auf diesem Blog ja ausführlich berichtet. Unzählige Kilometer habe ich im Flugzeug zwischen Berlin und Zürich zurückgelegt, sodass ich mit den vielen gesammelten Meilen jetzt zumindest knapp die Hälfte des Flugtickets für unsere nächste USA-Reise bezahlen konnte.

Inzwischen bin ich auch schon mehr als drei Jahre in meiner neuen Heimat. Wo ist nur die Zeit geblieben? Mein "altes Leben" liegt gefühlt schon eine Ewigkeit zurück.

Da wir das berühmte verflixte Jahr nun überstanden haben, wird es Zeit für neue Ziele. Jetzt, wo Rosalies Scheidung endlich überstanden und auch das Gerichtsverfahren gegen die Bauspekulanten gewonnen ist, bedeutet das vor allem, uns mehr um unsere Gesundheit zu kümmern. Mich plagt immer noch der Rücken, Rosalie zwickt und zwackt es in allen möglichen Gelenken. Das muss jetzt besser werden, und das wird es natürlich nicht von allein ...

Heute Abend werden wir erst eiinmal mit einem Glas Wein anstossen und dann gemütlich ins lange Wochenende starten.


Mittwoch, 12. Februar 2020

Wie in alten Zeiten

Am Freitag waren wir bei der 80er Jahre Party - eine Disco wie aus der Zeit gefallen.

Nun gut, erst einmal war es eine Herausforderung, zu "so später Stunde", also um 21 Uhr, noch das Haus zu verlassen, wenn man schon um 5:25 Uhr am Morgen aufgestanden ist. Doch als wir uns dann aufgerafft hatten, ging es ganz gut.

Der Veranstaltungsort, ein grosser, hoher Raum in einem Hotel, mit Bühne, Bar und zwei riesigen Disco-Kugeln war ideal. Vorn zwei DJs und auf der Tanzfläche von Anfang an viel Betrieb. Spannend zu beobachten waren vor allem die Leute: Natürlich meist in unserem Alter, wobei uns schien, dass mehr Frauen als Männer dabei waren - teilweise ganz normal gekleidet, manche aber auch aufbebrezelt, als gäbe es einen Laufsteg. Männer waren zumeist in Begleitung, aber manche standen auch nur an der Seite und scannten die Tanzfläche. Eben alles wie früher, nur ohne Zigarettenqualm und Dauerwelle.

Die Musik war okay, wobei nach meinem Geschmack die besten Songs erst gegen Mitternacht gespielt wurden Ja, ganz Recht, wir hielten über drei Stunden durch, und das trotz Rücken und ohne Sitzgelegenheit! Es gab an dem Abend lediglich ein Lied (einer Schweizer Band), das ich nicht kannte. Ansonsten konnte man überall mitsummen. Dabei waren Lieder, die auch heute noch im Radio rauf und runter laufen, aber auch Songs, die ein wenig in Vergessenheit geraten sind. Und natürlich Knaller von Abba, Madonna oder Billy Idol.

Gegen ein Uhr waren wir im Bett, unsere Ohren hatten ganz schön gelitten und pfiffen, obwohl die Lautstärke im Saal durchaus noch zu ertragen war. Und ein bisschen laut muss es ja schon sein.

Es hat Spass gemacht. Leider sind wir erst diesmal auf diese Veranstaltung gestossen, die es schon seit zehn Jahren gibt. Und sie fand nun zum letzten Mal statt, da der Saal künftig nicht mehr genutzt wird. Dast ist schade, aber es war zumindest ein schöner Ausflug in die Vergangenheit.

Dienstag, 11. Februar 2020

Räudig

Ich muss zugeben, dass ich dieses Wort bisher nur im Zusammenhang mit einer abwertenden Äusserung kannte. Dank unserer Webcam habe ich nun gelernt, woher der Begriff tatsächlich kommt.

Das Foto scheint einem postapokalyptischen Gruselfilm entnommen zu sein, entstand aber vor unserer Gartentür. Und wie ich nun weiss, leidet dieser arme Fuchs an der Fuchsräude. Schuld sind sogenannte Grabmilben. Sie bohren sich in die Haut und legen dort ihre Eier ab. Allein das ist schon gruselig. Der Fuchs verliert dann sein Fell oder reisst es sich wegen des Juckreizes aus. Zumeist sterben die Tiere nach etwa drei Monaten daran.

Zum Glück ist diese Krankheit für Katzen und Menschen ungefährlich. Aber der Fuchs ist schon bemitleidenswert. Rosalie hat den Wildhüter angerufen, der ihr erzählte, dass es momentan sehr viele solcher Beobachtungen gibt. Offenbar grassiert diese blöde Milbe derzeit in unserer Region. Wird so ein Tier beobachtet, sollte es erlegt werden, um sein Leiden zu beenden und die Ausbreitung der Krankheit einzudämmen. Ich hoffe, dieses Tier hier hat es bald hinter sich ...




Freitag, 7. Februar 2020

Das ganze Leben ist eine Party

So oder ähnlich scheint es zumindest derzeit Rosalies Sohn zu sehen. Ich weiss nicht, ob es an meiner Generation lag oder unsere Klasse besonders spiessig war, aber unsere Partys konnte ich an ein bis maximal zwei Händen pro Jahr abzählen.

Heutzutage ist jeden Samstag und manchmal noch zusätzlich am Freitag bei irgend jemandem aus der Klassenstufe eine "Party". Wie viel da so konsumiert wird, wissen wir natürlich ist, und das ist vielleicht auch besser so. Und solange es keine Klagen, Beschwerden oder sonstige Probleme bei oder nach diesen Feiern gibt, sollen sie ihre unbeschwerte Jugend geniessen.

Für Rosalies Sohn ist das sogar eine gute Entwicklung, denn bis vor einem Jahr war er eine absoluter Stubenhocker und Rosalie hat sich schon Sorgen gemacht. Aber nun ist er ein ganz normaler junger Erwachsener mit all den "Macken", die man halt in diesem Alter so hat. ;-)

Warum komme ich darauf? Wir wollen heute Abend auch mal zu einer Party - eine 80er Jahre Party! Während Rosalies Sohn meist frisch und munter erst am späteren Abend zu seinem Event aufbricht, sind wir dann allerdings in der Regel schon todmüde. Dazu kommen an diesem Wochenende noch meine Rücken- und Rosalies Schulterschmerzen. Wir sind also heute die perfekten Partygänger und werden den Laden aufmischen.

Oder wir trinken nur etwas an der Bar und gehen heim ins Bett ...

Mittwoch, 5. Februar 2020

Anspruch und Wirklichkeit

Vor etwa einem Jahr hatte ich mich im Rahmen der geplanten Reorg für mehrere neu geschaffene Führungspositionen beworben. Da man der Meinung war, lieber auf das bekannte Personal zu setzen, anstatt neuen Köpfen eine Chance zu geben, bin ich nicht zum Zuge gekommen.

Damals war ich schon enttäuscht, vor allem, wenn ich sehe, welche Personen zum Zuge gekommen sind. Deren Qualifikation beschränkt sich, wenn überhaupt, auf etwas Führungserfahrung. Aber fachlich haben sie wenig zu bieten. Ich musste das inzwischen schon am eigenen Leibe erfahren und wusste in dem Moment nicht, ob ich darüber lachen oder weinen sollte.

Aber darum geht es mir hier nicht. Wenn ich sehe, was dort seit einem Jahr so passiert oder besser nicht passiert, kann ich eigentlich ganz froh sein, dass es nichts geworden ist mit der neuen Stelle. Geld ist ja nicht alles. Und der Rest ist Chaos, Selbstfindung, Ärger. Das alles habe ich derzeit nicht. Im Gegenteil. Ich gehe abends mit freiem Kopf nach Hause, muss mich nicht über die dusseligen Chefs oder unwillige Kollegen ärgern. Das ist auch eine Menge wert.

Vielleicht sollte das alles so kommen. Manchmal fehlen mir hier zwar ein paar Herausforderungen, aber dafür bin ich mein eigener Herr, der Chef lässt mich in Ruhe und unser kleines Team funktioniert gut. Was will man mehr ...

Dienstag, 4. Februar 2020

Vertrauen ist gut

... und Kontrolle immer besser! Das sollte eigentlich für den eigenen Hausarzt nicht gelten. Leider wurde ich eines Besseren belehrt.

In diesem Post bin ich schon mal kurz darauf eingegangen. Inzwischen ging das Drama weiter. Noch einmal kurz zum Hintergrund: In der Schweiz zahlt man die Beiträge für die Krankenkasse immer selbst. Es gibt diverse Tarife, zwischen denen man wählen kann. Sie unterscheiden sich u. a. in der Höhe des Selbstbehaltes. Faustregel ist, dass man mit steigendem Alter den Selbstbehalt senkt, da mehr Wehwehchen zu erwarten sind.

Mein Selbstbehalt ist noch relativ hoch, sodass ich die Akupunktur-Behandlung, die mein Arzt mir anbot, allein zu zahlen hatte. Natürlich habe ich im Voraus überschlagen, wie hoch die Rechnung wohl ausfallen würde und war überrascht, dass mein Überschlag deutlich übertroffen wurde.

Nun ist es hier so, dass die Praxen oftmals ihre Leistungsabrechnungen direkt mit der KK abrechnen und diese dann den Betrag von mir zurückfordert. Die jeweilige Praxis ist dann eigentlich per Gesetz verpflichtet, dem Patienten eine Kopie der Rechnung auszuhändigen. Doch mein Arzt tut dies nur auf ausdrücklichen Wunsch. Ich weiss jetzt auch, warum ...

Ich hab also die Rechnung angefordert und musste feststellen, dass dort Leistungen aufgeführt waren, die er gar nicht erbracht hat. Zudem hat er bei der Liegezeit während der Behandlung geschummelt und auch noch eine Notfall-Pauschale verrechnet. Unverschämt!

Also hab ich ihm ein Mail geschrieben mit der Bitte, mir die einzelnen Positionen zu erklären. Die Antwort war ziemlich dreist und genauso unverschämt wie die eigentliche Abrechnung. Tenor: Er würde letztlich in der Summe berechnen, was andere Ärzte für so eine Leistung ansetzen, und da spielten die einzelen Positionen ja gar keine Rolle. Interessante Methode - es wäre danach also egal, was genau er gemacht hat, er orientiert sich einfach an der Konkurrenz, die auch Akupunktur anbietet, und schiebt dann die Positionen beliebig so zusammen, dass der Preis am Ende für ihn stimmt. Darauf muss man erst einmal kommen.

Da ich offenbar mit meiner Anfrage nicht weiter kam, kontaktierte ich meine Krankenkasse. Ich musste zwei Mal mahnen, aber dann rief mich eine sehr nette Dame von der Leistungsabrechnung zurück. Wir sprachen über eine halbe Stunde lang und ich erhielt ein paar gute Argumente, um mich noch einmal an meinen Arzt zu wenden. Sie selbst konnte mir nicht helfen, da die aufgeführten Leistungen an sich nicht zu beanstanden waren und die KK natürlich nicht wissen kann, was davon wirklich stattgefunden hat.

Also schrieb ich dem Arzt erneut und baute etwas Druck auf, in dem ich darauf verwies, dass die Kasse informiert sei und meine Bedenken teile.

Und - siehe da - er korrigierte die Rechnung! Statt der 700 musste ich nun "nur noch" 600 Franken bezahlen. Offenbar hatte er kalte Füsse bekommen! Der neue Betrag war, genau genommen, immer noch zu hoch, aber ich wollte das Ganze nicht endlos weiter treiben, und mir ging es auch und vor allem ums Prinzip!

Als ich Tage später nochmals mit der netten Frau von der KK sprach, sagte sie mir, dass man mal ein wenig nachgeforscht hätte und ungewöhnlich viele abgerechnete Konsultationen gefunden habe. Was auch immer man nun mit dieser Erkenntnis anstellt, mag mir egal sein. Ich bin immerhin zu meinem Recht gekommen. Nun wundert es mich jedenfalls nicht, dass die Praxis täglich schon um 16 Uhr schliesst und freitags gar nicht geöffnet hat. Offenbar hat er seine Schäfchen auch innerhalb von vier Tagen pro Woche und sehr arbeitnehmerunfreundlichen Öffungszeiten im Trocknen.

Man kann sich vorstellen, dass mein Vertrauen in diesen "Arzt" nun dahin ist. Deswegen war ich letzte Woche nicht bei ihm sondern in der Anlaufstelle des örtlichen Spitals. Leider ist es hier in der Region schwierig, einen neuen Hausarzt zu finden, da alle überlastet sind und meist keine neuen Patienten mehr aufnehmen. Möglicherweise muss ich früher oder später also doch wieder zu ihm gehen, wenn ich ärztlichen Rat oder eine Krankschreibung benötige.

Einmal mehr hat sich wieder gezeigt, dass man keiner Rechnung trauen darf, sondern alles kritisch hinterfragen muss. Wer weiss, wie viele Patienten dieser Arzt mit seiner Masche schon geschädigt hat. Wer einen geringen Selbstbehalt hat, wird ohnehin nicht so genau hinschauen, denn dann zahlt ja die Krankenasse. Darauf spekuliert er möglicherweise. Bei mir wird er sich das jedenfalls nicht mehr trauen.


Montag, 3. Februar 2020

Nächster Versuch

Wie ging der Spruch noch? Wenn man morgens aufsteht und es tut einem nichts weh, dann ist man tot.

So fühle ich mich nun schon seit Wochen. Eigentlich wäre heute auch nicht der Tag, an dem ich wieder arbeiten gehen sollte, aber ... Na, das Thema hatten wir ja schon. Immerhin ist die Erkältung scheinbar überstanden, aber seit Samstagnacht meldet sich der Rücken wieder. Wer jetzt denkt - ah, Samstagnacht, was ist da wohl gewesen? Nein, nein. Ich musste niesen und lehnte gerade unglücklich am Kopfteil des Bettes, sodass der Rücken nicht gestützt wurde. Schon war es passiert und der Schmerz schnitt mir kurz die Luft ab.

Seitdem schlage ich mich so durch, und da mein Kollege diese Woche im Urlaub ist, blieb mir nichts übrig, als mich ins Büro zu schleppen. Schmerztabletten liegen parat, die erste Stunde ist auch schon fast geschafft ...

Rosalie geht es nicht viel besser. Bei ihr sind es die Schultergelenke, sie kann ihre Arme kaum bewegen. Diese kalte Jahreszeit macht uns Beiden zu schaffen. Ich bin dafür, die Wintermonate künftig im warmen Florida zu verbringen. Bekommt man so etwas vielleicht auf Rezept?