Freitag, 7. August 2020

Kurztrip

In diesem Jahr ist vieles anders, und so ist es leider auch mit dem Urlaub. Eigentlich wollten wir morgen Richtung Berlin aufbrechen, doch daraus wird nichts. Neben den im Röntgen sichtbaren Gelenkveränderungen in Rosalies Knie ist die vorläufige Diagnose ein Pseudo-Gichtanfall. Dazu sagt die einschlägige Literatur im Internet, dass sie in diesem Alter meist als sekundäre Erkrankung auftritt. Man müsste also die Ursache herausfinden, aber das interessiert den Hausarzt überhaupt nicht. So muss Rosalie nun selbst auf die Suche gehen und wird sich von einem Endokrinologen untersuchen lassen, da die Symptome für eine Nebenschilddrüsenüberfunktion sprechen könnten.

Die Schmerzen sind leider allgegenwärtig und eine Reise nach Berlin wäre momentan undenkbar. Daher werde ich nun am Sonntag allein aufbrechen. Die Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen, denn Rosalie kann sich allein daheim kaum selbst versorgen. Aber die Kinder werden da sein, und falls etwas Dringendes zu erledigen wäre, sind auch Nachbarn und Freundinnen verfügbar.

Da Rosalie schon jetzt bis Ende August krank geschrieben und eine deutliche Besserung nicht in Sicht ist, macht es vermutlich keinen Unterschied, ob ich jetzt oder in zwei Wochen fahre. Und da mein Papa nun gerade 80 Jahre alt wurde, kann und möchte ich auch nicht ganz auf einen Besuch verzichten. Und so habe ich den Aufenthalt in Berlin auf ein Minimum verkürzt und werde nächsten Donnerstag schon wieder zurückkommen. Ausserdem macht das Shoppen mit Maske auch nicht wirklich Spass, Daher wird es im Wesentlichen darum gehen, meinen Papa zu sehen und (hoffentlich) meinen Sohn, und daneben noch ein paar Sachen einzukaufen bzw. bereits getätigte Bestellungen mit nach Hause zu holen.

Den Rest der dreiwöchigen Ferien verbringen wir dann daheim. Die Katzen werden sich besonders freuen, und zumindest müssen wir uns vorerst keine Gedanken machen, wer das Inhalieren bei unserem Kater übernimmt. Und wenn das Wetter schön wird, ist halt unser Garten das tägliche Ausflugsziel.



Dienstag, 28. Juli 2020

Neue Sorgen

Erst einmal die gute Nachricht: Dem Katerchen geht es besser. Vieles deutet darauf hin, dass er wirklich unter Asthma leidet und damit wohl bis an sein Lebensende inhalieren muss. Das ist natürlich für Mensch und Tier eine Herausforderung. Aber inzwischen hat er sich ganz gut daran gewöhnt und wir müssen keine Gewalt mehr anwenden. Ich nehme ihn auf den Schoss und Rosalie setzt sanft die Maske auf, bis er fünf Mal eingeatmet hat.

Schwierig wird es nur, wenn wir mal nicht da sind. Wie soll das dann funktionieren? Er hat es nicht so mit fremden Personen, und es ist auch kaum jemandem zuzumuten, diese Prozedur zwei Mal täglich durchzuführen (ausserdem müsste der Kater dann ja auch immer zu Hause sein, wenn es Futter gibt). Dieses Problem haben wir noch nicht gelöst. Aber wir müssen uns etwas einfallen lassen, denn am nächsten Wochenende wollen wir nach Berlin ...

Womit ich beim nächsten Problem bin: Rosalies Knie ist kaputt. Das Röntgenbild zeigt, dass die beiden Knochen quasi aufeinander liegen und kein Knorpel mehr vorhanden ist. Laufen ist derzeit kaum möglich und die Schmerzen machen auch das Liegen zur Qual. Der Facharzt meint, es gäbe keine Alternative zu einem künstlichen Gelenk.

Nun ist eine OP natürlich immer die letzte Option, und vor Oktober wäre sie auch aus medizinischen Gründen gar nicht möglich. Zeit, um nach alternativen Methoden zu schauen, die eine Operation vielleicht noch verhindern könnten.

Das Wichtigste ist jetzt aber, die Schmerzen weg zu bekommen. Der Arzt hat eine ganze Liste an Schmerzmitteln verordnet - da wird einem schon vom Lesen übel. Und man muss sich fragen, was es bringen soll, wenn die Ursache nicht behoben wird? Wenn eine Tür klemmt, bringt es auch nichts, sie ständig zu ölen - sie wird weiter klemmen und quietschen, sobald das Öl getrocknet ist. Und das bis Oktober? Und eine Reise nach Berlin unter diesen Umständen ist natürlich auch alles andere als Erholung.

Die Sorgen gehen uns also nicht aus.

Dienstag, 21. Juli 2020

Binär ist out

Ich denke von mir, dass ich viel Verständnis habe und offen bin für allerlei verschiedene Geschlechter, und es ist mir auch völlig wurscht, ob sich nun jemand als Mann, Frau, Divers oder was auch immer fühlt. Aber Menschen mit weiblichen Geschlechtsorganen nur noch als "Menstruierende Personen" anzusprechen - also da hört der "Spass" nun wirklich für mich auf. 

Zumal sich damit neue Fragen stellen: Was, wenn ein Mann sich als Frau fühlt? Spreche ich ihn dann doch als Frau an? Menstruieren wird er wohl bei aller Kunst der Medizin nicht können. Und was, wenn eine Frau sich als Mann fühlt - dann ist sie immer noch menstruierend, möchte das aber gar nicht sein? Soll ich sie dann als Mann ansprechen? Oder ist das auch wieder falsch, falls sie eines der unzähligen weiteren Geschlechter jenseits sozialer Konstrukte alter, weisser, binär denkender Männer hat?

Und hilft es irgend jemandem wirklich, sich im Alltag zurecht zu finden und sich besser zu fühlen? Eine Frau menstruiert, ein Mann nicht. Soweit so gut. Wenn sich ein Mann weiblich fühlt, spreche ich ihn gern als Frau an und umgekehrt. Aber alles soll ich im Grunde nur über den Status Menstruation ja/nein spezifizieren? Und müssten sich nicht eigentlich alle weiteren Geschlechter diskriminiert fühlen, wenn sie unter "divers" einfach subsumiert werden? Und was ist überhaupt mit weiblichen Wesen, die auf Grund ihres Alters nicht mehr oder noch nicht menstruieren - muss ich darauf auch noch Rücksicht nehmen? Fragen über Fragen.

Hier ein sehr "interessanter" Artikel pro:


Und hier einer contra - von einer Frau geschrieben:




Montag, 20. Juli 2020

Back home


Ich hab es am Wochenende schon in einem Kommentar erwähnt, aber hier nochmals für alle, die mit uns gehofft haben: Makmak ist seit Freitagnachmittag wieder zu Hause!

Eine abschliessende Diagnose gibt es bisher nicht, am wahrscheinlichsten ist felines Asthma in Verbindung mit einer Lungenentzündung. Nach acht Tagen und 2700 Franken später wurde er in unsere Obhut entlassen und wir sind sehr glücklich.

Ein Wermutstropfen bleibt: Das arme Katerchen muss, vielleicht bis an sein Lebensende, zwei Mal täglich inhalieren. Stellt Euch vor: Kater mit Maske ... Da hat er grosse Freude! Im Internet finden sich diverse Video und Anleitungen, wie man Katzen an die Maske gewöhnen kann, allerdings geht man dort immer davon aus, dass die Katzen Zeit haben, um es zu lernen. Makmak hat aber keine Zeit, denn er braucht sein Medikament zwei Mal täglich. Nun versuchen wir es so sanft wie möglich, mit unzähligen Leckerlis, gutem Zureden und Geduld. Aber letztlich geht es derzeit nur mit einem Handtuch, in das ich ihn einwickle, ihn dann festhalte und fixiere, während Rosalie die Maske aufsetzt und wartet, bis er mindestens fünf Mal geatmet hat. 

Zuletzt rannte er schon weg, als er den Sprühstoss hörte, also müssen wir das jetzt schon in einem anderen Zimmer vorbereiten. Und er wehrt sich natürlich gegen die Maske mit aller Kraft. Armer Makmak, und was machen wir im Urlaub? Wir wissen es noch nicht ...

Falls jemand Erfahrung und den perfekten Tipp für uns hat - immer her damit.

Immerhin - es scheint ihm gut zu gehen und er ist wieder ganz der Alte!




Freitag, 10. Juli 2020

Freud und Leid

Ein Grund dafür, warum ich lange Zeit keine Tiere daheim haben wollte, war die Traurigkeit, die einen befällt, wenn es ihnen nicht gut geht. Natürlich vergisst man dann schnell, wie viel Freude die Vierbeiner einem auch bereiten, und dass diese Zeit die Sorgen in der Regel bei weitem übersteigt.

Aber wenn es dann soweit ist, macht es einem eben doch sehr zu schaffen. Unser Makmak, der seit über einem Jahr bei uns lebt, erwartet mich eigentlich immer direkt am Carport, denn er kennt die Zeit ganz genau, wann Herrchen nach Hause kommt.

Gestern war nichts von ihm zu sehen. Ich dachte mir zunächst auch nichts dabei, denn es war sehr heiss, und mit seinem dicken Pelz hatte er sich vielleicht irgendwo im Schatten niedergelassen. Aber nachdem er auch zwei Stunden später nicht auftauchte und Rosalie anhand der Webcam feststellte, dass er irgendwo im Haus sein muss, begann ich zu suchen. Und dann fand ich ihn, zusammengerollt auf einem Tagesbett. Ich war schon ein paar Mal daran vorbei gegangen, aber er liegt eigentlich nie dort, und da er sich nicht bewegte, übersah ich ihn.

Er reagierte kaum, als ich ihn ansprach, und seine Atmung war extrem angestrengt. Meist bin ich eher derjenige, der noch abwartet, bevor wir zum Tierarzt fahren, aber diese Symptome waren zu eindeutig, um zu warten. Per Telefon fand ich heraus, wer Bereitschaft hatte, packte unseren Kater ein und fuhr los.

Beim Arzt angekommen, wurde er zunächst in eine Sauerstoffbox gelegt und dann geröntgt. Auch Blut wurde entnommen. Einen eindeutigen Befund gab es aber leider nicht. Das Herz wirkte auf den Bildern leicht vergrössert und die Lunge hatte ein paar Schatten - Ursache unbekannt. Die Ärztin gab ihm Medis zum Entwässern und zur Erweiterung der Bronchien. Geholfen hat nichts davon, die Atmung blieb sehr angestrengt. Die noch junge Tierärztin war dann nach über einer Stunde Warten ziemlich ratlos und empfahl, ihn in der Tierklinik zur Überwachung abzugeben, damit er nicht daheim unter Umständen qualvoll erstickt. 

Rosalie hat ihn umgehend dort abgegeben, und nun warten wir heute Vormittag auf eine hoffentlich positive Nachricht. Das alles hat jetzt schon mindestens 1000 Franken gekostet, denn Medizin in der Schweiz ist schwindelerregend teuer, und früher hätte ich vielleicht gesagt, das sei ja Wahnsinn. Aber es ist wohl nichts zu teuer, wenn man etwas für seinen geliebten Vierbeiner tun kann ...

Hier das bisher letzte Foto von unserem hübschen Kater in seiner Sauerstoffbox:


Nun können wir nur noch warten und die Daumen für ihn drücken.


Montag, 6. Juli 2020

Schweren Herzens

Es blieb uns nichts Anderes übrig ... Das war es also mit dem Florida-Urlaub in diesem Jahr.


Dienstag, 9. Juni 2020

Mäusejagd

Unsere neueste Mitbewohnerin hat seit einigen Tagen offenbar Freude darin, uns mitten in der Nacht ihre Jagdergebnisse in Form von toten Mäusen vors Bett zu legen, bevor sie ihre Beute auffrisst. Mit lautem Miau läuft sie zunächst durchs ganze Haus, damit es auch jeder hört, zeigt uns dann die toten Tiere und frisst sie anschliessend auf.

Auch am letzten Freitag brachte sie ein Mäuschen mit und legte es ab. Rosalie schaute hin, schaute kurz weg und wieder hin - Maus weg! Aber nicht gefressen, sondern geflüchtet. Sie hockte unter dem Schrank. Und es gibt ja nichts Schöneres, als mitten in der Nacht eine Maus zu fangen.

Es gelang mir, sie unter dem Schrank hervor zu bringen und unter einem grossen Eimer einzusperren. Nun fehlte noch eine grosse Pappe, die ich unter den Eimer schob. Dann konnte ich die Maus hinaus bringen und auf der Strasse freilassen.

Sie flitzte los und ich sagte zu Rosalie: "Da hat sie nochmal Glück gehabt!" Das Glück dauerte 20m, dann sprang Henry von der Mauer und schnappte sich die Maus ...

Donnerstag, 4. Juni 2020

Abschied nehmen

Eine gute Nachricht erreichte mich gestern: Der Flughafen Berlin-Tegel wird doch nicht vorzeitig geschlossen! Eine weise Entscheidung.

Seit dem Jahr 2012 entwickelte sich eine Art Hassliebe zu dem Airport. Ich wohnte in Sichtweite zur Landebahn, und an so manchem Abend habe ich Tegel gehasst, weil ich wegen des Lärms nicht einschlafen konnte.

Aber jeden Donnerstag oder Freitag habe ich ihn geliebt, wenn ich von TXL aus nach Zürich fliegen konnte. Ich kenne jeden Winkel der Gebäude, fast jedes Gate, die Business Lounge, jede automatische Ansage, sogar das Fundbüro. Und nun hätte ich mich beinahe nicht verabschieden können, weil wegen der Folgen von Corona im Gespräch war, den Flughafen früher zu schliessen als geplant. Aus meiner Sicht von Anfang an eine absurde Idee, denn es war schnell klar, dass das Passagieraufkommen wieder steigen würde und Schönefeld allein das niemals würde bewältigen können.

Nun bleibt Tegel also offen, bis der weltweit bekannte BER nach "einiger" Verzögerung im Herbst an den Start gehen wird. Und ich kann nochmals durch das Terminal A laufen, in Erinnerungen schwelgen, ein paar Fotos machen und "Tschüss" sagen. Der genaue Zeitpunkt für unsere nächste Berlin-Reise ist noch offen, aber da mein Papa im August 80 wird, ist das Zeitfenster vorgegeben. Für viele Berliner mag es dann eine Erlösung sein, wenn der Fluglärm wegfällt. Da ich aber seit 2016 nur noch die Vorteile der kurzen Wege und der Nähe zur City genossen habe, wird es ein wehmütiger Abschied.

Mittwoch, 20. Mai 2020

Normalität

Ich hatte mich schnell daran gewöhnt, dass der Weg vom Schlafzimmer ins Büro nur 3 Meter beträgt. Damit ist nun leider Schluss. Ab Montag herrscht hier im Spital wieder Normalbetrieb und ich muss täglich anwesend sein. Vor allem die Zeitersparnis war schon ein schöner Luxus, auch wenn ich mir nicht vorstellen könnte, nur noch von daheim zu arbeiten.

Allerdings werde ich vorläufig auf leisen Sohlen das Haus verlassen, denn der "Rest" der Familie bleibt noch wenigstens für die nächsten zwei Wochen zu Hause. Wenn die "Kinder" dann zu Hause mal aufstehen, hab ich schon fast Feierabend. ;-)

Das Büro wurde inzwischen ein wenig umgeräumt, damit wir so einigermassen den Mindestabstand einhalten können und nicht ständig eine Maske tragen müssen. Die Partnerin meiner Kollegin leidet an einer Immunschwäche, daher ist sie verständlicherweise etwas besorgt, sich hier anzustecken, auch wenn die Gefahr gering ist. Und so werden auch Meetings zum Teil weiterhin als Videokonferenz stattfinden, auch wenn man sich persönlich treffen könnte.

Aber diese Arbeitswoche ist mit dem heutigen Tag beendet, denn auch hier in der Schweiz ist morgen ein Feiertag, der hier "Auffahrt" heisst. Herren- oder Vatertag kennt man hierzulande nicht, es wird also weniger getrunken als in Deutschland. ;-) Aber das Wetter wird herrlich und wir freuen uns auf ein schönes, langes Wochenende.

In diesem Sinne - bis bald!

Donnerstag, 7. Mai 2020

Im Hexenhaus


So langsam gewöhnt sich die neue Mitbewohnerin schon an ihre Wahlheimat und den Alltag bei uns. Ob das nun ein Nickerchen auf meinem "Bürostuhl" im Homeoffice, das gemeinsame Fressen mit Mitbewohnern oder ein gemütliches Päuschen auf dem "Katzensessel" ist. Nach wie vor hat sie Momente, in denen sie nach mir ruft, inzwischen dann auch mal nachts aufs Bett hüpft und sich zufrieden auf meiner Bettdecke niederlässt. Es wird dann hin und wieder mal eng, aber Platz für Menschen im Bett wird auch völlig überbewertet. Da meine Homeoffice-Periode (leider) vorüber ist und der Wecker für die Fahrt ins Büro wieder um halb sechs klingelt, sind die Nächte teilweise dann doch etwas kurz, wenn man immer wieder von schnurrenden Fellnasen geweckt wird. Doch was tut man nicht alles für diese faszinierenden Wesen.



Mittwoch, 6. Mai 2020

Anerkennung

Nachdem mein Chef neulich feststellte, dass ich weniger Gehalt bekomme als mein Kollege, scheiterte der Versuch, unsere Löhne anzupassen. Er wird also mit geringerer Qualifikation und bei gleicher Tätigkeit auch weiterhin mehr Geld bekommen. Sei es drum, hat er halt Glück gehabt.

Aber immerhin gab es einen kleinen "Geldregen" im letzten Monat. Der Vorgesetzte erhält einmal im Jahr eine gewisse Lohnsumme, die er im Team verteilen kann. Als Anerkennung meiner Arbeit und zur Abmilderung der Ungerechtigkeit habe ich fast den gesamten "Topf" allein bekommen, sodass sich mein monatliches Gehalt erfreulicherweise um mehr als eine Currywurst im Monat erhöht. Darüber hab ich mich wirklich gefreut und mich auch gern dafür bedankt.

Nun sieht es so aus, als würde der Chef den Bereich wechseln und uns damit verlassen. Vielleicht hätte das meine Chance werden können, leider kommt die Aktion aber zu spät. Da wir immer noch in der Reorg sind, wird es diese Funktion künftig nicht mehr geben und sie wird dann bald ersatzlos gestrichen. Es soll also mal wieder nicht sein. Allerdings gab es in letzter Zeit immer mal wieder Momente, in denen ich mich gefragt habe, ob mehr Verantwortung überhaupt (noch) mein Ziel ist. Geld hin oder her, aber mehr Verantwortung bedeutet in der Regel auch mehr Stress. Noch dazu, wo ich von der aktuellen Leitungsstruktur nicht überzeugt bin und mich sicherlich öfter ärgern müsste als jetzt.

Vielleicht soll es also so sein und ich geniesse lieber meine Lebensqualität. 

Donnerstag, 30. April 2020

Krabbeltiere

Seit einer Woche haben wir einen neuen Staubsauger. Es ist einer von Dyson, ohne Kabel. Eine praktische Sache im grossen Haus, um nicht ständig das Kabel umstecken zu müssen und auch mal eben schnell den Flur von Katzenhaaren zu befreien.

Die Geräte haben ja keinen Beutel, sondern einen durchsichtigen Plastikbehälter für den Staub und Schmutz. Als Zubehör liegen diverse Düsen und Bürsten bei. Eine davon sei besonders für Tierhaare und tiefsitzenden Staub in Polstern und Betten geeignet. Das haben wir natürlich gleich mal an unserem Laken im Bett ausprobiert. Und wir waren schockiert, wie viel Staub und Schmutzteilchen man mit einem Sauger aus dem doch augenscheinlich sauberen Laken holen kann. Wir werden das mal mit einem ganz frisch gewaschenen Laken wiederholen, um zu sehen, ob es wirklich nur am Gebrauch liegt oder der Staub eben einfach immer vorhanden ist.

Danach möchte man eigentlich lieber im Stehen schlafen. ;-) Erst recht, wenn man sich dann noch vorstellt, dass bis zu 10 Millionen Hausstaubmilben in einem Bett lustig herumkrabbeln, wie dieser Artikel beschreibt. Na dann - gute Nacht!

Mittwoch, 29. April 2020

Hexen-Spielzeug

Die Katzendame, die offenbar inzwischen unser Haus als neues Zuhause ausgewählt hat, ist nun nicht mehr so aggressiv wie zu Beginn. Nachdem ich sie ein paar Mal angepustet habe, wenn sie mich attackierte, passiert das nur noch selten, und wenn, dann nur vorsichtig und offenbar als Zeichen von "Hallo, jetzt kümmere Dich mal um mich, ich bin hier unten!" Und zwar entweder, wenn sie Hunger hat oder Streicheleinheiten einfordert. Und wenn man das verstanden hat, ist sie die liebste Katze von der Welt, gurrt wie ein Täubchen und fühlt sich sichtlich wohl:


Allerdings gibt es auch einen "Haken": Nachdem lange nichts mehr passierte, weil Henry offenbar die Lust verloren hatte, bringt dafür nun Bibi schon zum zweiten Mal eine Maus zum Spielen mit nach Hause. Die erste war tot, jetzt gerade aber sitzt ein lebendes Mäuschen im Wohnzimmer unter einem Schrank, wie mir Rosalie mitteilte. Nun können wir also sehen, wie wir das süsse Tierchen wieder ins Freie bekommen ... Und Bibi schläft gemütlich im Bett.

Mittwoch, 22. April 2020

Warum rufen Sie überhaupt an?

Ich hab ja schon öfter über Ärger mit Hotlines geschrieben und es gibt zahllose Berichte im Netz. Aber die Geschichte gestern muss ich hier doch mal niederschreiben.

Kurz zum technischen Hintergrund: Unser Router funktioniert nicht mehr. Im Normalfall kann man sich im heimischen Netzwerk immer mit dem Teil verbinden, die Oberfläche aufrufen und Einstellungen vornehmen. Dafür ist keine Internetverbindung notwendig. Der Router muss lediglich normal funktionieren. Das tat er aber gestern Nachmittag nicht mehr. Und die Status-LED leuchtete weder weiss (alles ok), noch rot (kein Internet). Stattdessen leuchtete sie konstant blau, was ich noch nie gesehen hatte.

Ausserdem sei angemerkt, dass Rosalie eine "Priority"-Kundin ist, weil sie so viel Umsatz beim Provider generiert hat. So sagt es jedenfalls ein Hochglanz-Papier, das wir vor Wochen erhielten. Wir würden jetzt nur noch mit den kompetentesten und erfahrensten Leuten sprechen, die sogar mit Bild und Namen auf zwei Seiten abgebildet werden.

Sogar eine besondere Rufnummer gebe es. Die habe ich also angerufen - und landete in der ganz normale Hotline. Der erste Mensch am Telefon war sofort überfordert mit meiner Frage und leitete mich an die Technik-Abteilung weiter. Dort erzählte ich zum zweiten Mal meine Geschichte und fragte, was denn die blaue LED bedeuten würde. Leider erhielt ich keine Antwort darauf. Stattdessen meinte die Dame, wir seien ja Priority-Kunden und sie würde mich an die zuständigen Menschen weiterleiten. Und schwups - flog ich aus der Leitung.

Also rief ich wieder an. Ich erwähnte nun, dass man mich durchstellen wollte, aber der Typ am anderen Ende hatte wohl Lust, sich selbst zu kümmern. Ich fragte wieder nach der blauen LED. Ja, die würde anzeigen, dass WLAN eingeschaltet ist, hiess es. Das war natürlich Unsinn, denn das WLAN hat eine eigene Taste, die ist ganz woanders und kann nur weiss leuchten oder aus sein. Das teilte ich ihm mit, worauf er meinte, dann sei wohl die Box offline. Auch das verneinte ich und meinte, ich könne mich gar nicht auf die Box verbinden. Jaaa .... das liege ja eben daran, dass die Box keine Internetverbindung habe. Neeeeein, entgegnete ich, das Eine habe doch mit dem Anderen gar nichts zu tun. Wenn die Box nicht startet, muss ich mich um das Internet noch gar nicht kümmern, denn so kann es ja nicht funktionieren.

Und dann kam der Satz der Sätze: "Warum rufen Sie dann überhaupt an, wenn Sie alles besser wissen?" Ich schnappte kurz nach Luft und überlegte, ob ich schreien, diskutieren oder den Chef verlangen sollte. Ich entschied mich, wortlos aufzulegen ...

Und dann rief ich wieder an. Natürlich war wieder ein anderer Mensch am Telefon und nach ihm noch zwei andere, zu denen ich jeweils weiter geleitet wurde (von Priority habe ich nie wieder etwas gehört). Immer fragte ich nach der blauen LED und erhielt nie eine Antwort. Nochmals wurde ich weiter vermittelt und landete bei einer Frau. Die blaue LED, fing ich an zu reden ... Ja ja, ich schaue mal, meinte sie. Es sei wohl das Internet ... Neeeein, nicht das Internet, die Box startet ja gar nicht! Ach? Welche Farbe hat denn die LED? BLAAAUUUU! Ach? Ich sehe gerade, im Hintergrund wird schon was gemacht ... Und schwups, war ich für 10 Minuten in der Warteschleife.

Dann war die Dame wieder zurück und stellte fest, dass wir wohl einen Techniker bräuchten. Heureka, nach rund 50 Minuten! Der Mensch soll nun heute Nachmittag kommen.

Nach diesem Drama haben wir im Internet gesucht, was diese blaue LED zu bedeuten hat. Sehr schnell wurden wir fündig, denn es steht gut erklärt in der Bedienungsanleitung zum Gerät!!! Diese Anzeige heisst: Gerät defekt, muss ersetzt werden. Bitte rufen Sie den Kundendienst an ....

Ohne Worte.

Donnerstag, 16. April 2020

Unterirdisch

Rosalie schaut mal ganz gern deutsche Komödien/Romanzen im TV. Ich verdrehe immer die Augen, lass ich mich dann aber meist überreden, um mich am Ende dann doch zu ärgern, 90 Minuten Langeweile ertragen zu haben. Der Film kürzlich im ZDF war allerdings der absolute Tiefpunkt.

Ich bin aus alten Tatort-Zeiten eigentlich ein Fan von Ulrike Folkerts, aber sie konnte diesen Unsinn diesmal auch nicht retten. "Ein Sommer in Amsterdam" ist so ziemlich das Dümmste, was man sich als Film antun kann. Eine dermassen einfallslos konstruierte und an den Haaren herbeigezogene Story hab ich selten erlebt. Da ist vermutlich jeder Groschenroman besser. Warum der Film in Amsterdam spielt, wo doch alle perfekt deutsch sprechen, fragte ich mich schon nach zwei Minuten. Hätte es nicht besser Hamburg oder München getan, um zumindest ein wenig authentisch zu wirken? Das hätte sicher auch die Produktionskosten verringert. Aber vermutlich ist Amsterdam auch so klein, dass es dort nur ein Restaurant und ein Hotel gibt. In letzterem trifft Ulrike ihren unbekannten Sohn (sie hatte 24 Jahre zuvor ein Ei gespendet, denn sie brauchte das Geld), fünf Minuten später lernt sie in einem Restaurant den (lausigen) Vater dazu kennen und lieben - natürlich ohne zu wissen, wer er ist. Was für verrückte Zufälle!

Alles läuft super, bis die drei aufeinander treffen. Dann der grosse Knall, doch ein (!) Brief von Ulrike reicht aus, um alle umzustimmen, der böse Papa ist geläutert, der Sohn nicht mehr wütend. Alle vertragen sich, Versöhnung, Klappe. 

Das war nicht mal mehr seichte Unterhaltung, das war ein Ärgernis. Wir haben trotzdem bis zum Schluss geschaut, weil wir immer hofften, es käme noch irgend ein raffinierter Twist. Es kam aber nichts. Dagegen sind Rosamunde-Pilcher-Filme wahre Highlights.

Der Film lief erstmalig im Jahr 2014. Da zahlte ich noch GEZ-Gebühren. Kann ich die nachträglich zurückfordern wegen Verschwendung? ;-)



Dienstag, 14. April 2020

Cruisen in den Sonnenuntergang

Nun sind sie da, unsere neuen Bikes. Und cooool sind sie, und es macht Spass, mit ihnen zu fahren. Strecken, die ich als ungeübter Fahrradfahrer sonst nur schiebend bewältigen würde, kann man mit diesen Velos mühelos absolvieren. Zehn Kilometer sind ein Klacks. So stelle ich mir einen entspannten Ausflug auf zwei Rädern vor! Und hier sind die beiden Flitzer:


Wenn wir nicht unterwegs waren, haben wir viel Zeit im Garten verbracht und das Erwachen der Natur beobachtet - ob die Blumenwiese im Garten oder den Frosch, der es sich auf der Plastikente gemütlich macht. Ostern mal anders ...


    

Mittwoch, 8. April 2020

Aktive Feiertage

Wir hatten es kaum zu hoffen gewagt, aber nun haben wir doch die Bestätigung erhalten: Noch diese Woche werden unsere e-Bikes geliefert. Was für eine schöne Überraschung! Während die Kinder daheim vor ihren Bildschirmen sitzen, werden wir die Tage und das wunderschöne Wetter nutzen, und die Bikes ausgiebig einweihen.

Wenn Ihr also dieses Velo hier vorbeiflitzen seht, dann bin ich das vermutlich:


Montag, 6. April 2020

Vom Nichtstun in die Ferien und zurück

Die Zeiten sind für vielen Menschen nicht leicht. Dazu zählen auch Lehrer und Elten. Die Lehrerschaft, die ihre Schüler irgendwie erreichen und unterrichten sollen, und die Eltern, die ihre Kindelein zu Hause betreuen müssen. 

Freuen dagegen dürften sich in vielen Fällen die Kinder selbst. Für mindestens sieben Wochen sind Rosalies "Kinder" daheim, im schlimmsten Fall könnten daraus sieben Monate werden, sollten die Schulen, wie schon befürchtet wird, bis zu den Sommerferien geschlossen bleiben. Ich hätte erwartet, dass die Schulen ein wenig engagierter dafür sorgen, dass die Kinder etwas zu tun haben. Das scheint allerdings nur an einigen Schulen zu funktionieren. Mein Kollege zum Beispiel erzählte, dass seine Kinder vormittags und auch nachmittags Präsenzphasen am PC haben mit Audio- und Videokonferenzen, gemeinsamem Lösen von Aufgaben in virtuellen Klassenzimmern usw. 

Bei Rosalies Kindern passiert hingegen so gut wie nichts. Sie bekommen von der Schule per Mail mal ein paar Aufgaben für daheim, aber das war es auch schon. Das heisst nun seit Wochen: Aufstehen gegen 12 Uhr und dann ohne Pause glühende Leitungen vom Zocken oder durch Youtube und Netflix, und das bis gegen 3 Uhr in der Nacht. Nur unterbrochen von kurzen Gängen in die Küche oder zum WC (und, wenn es sich gar nicht vermeiden lässt, dem lästigen Erledigen der Schulaufgaben mal eben zwischen zwei Youtube-Filmen). Von einem normalen Alltag kann also keine Rede sein, und ich frage mich, wie er das irgendwann wieder werden kann? Nun sind erst mal Frühlingsferien, allerdings merkt man gar nichts davon, denn am Tagesablauf hat sich nichts geändert.

Und leider hat auch das schöne Wetter darauf keinen Einfluss. Beide Teenies waren gestern an dem wunderschönen Frühlingstag nicht eine Minute an der Luft. Wie bekommt man heute Jugendliche noch nach draussen, wenn weder Schule noch Partys auf dem Plan stehen? Man kann sie ja schlecht aussperren, und mit 16 bzw. 18 Jahren hilft auch Reden nicht mehr viel weiter. Sie hätten e-Bikes haben können, auch um ein wenig unabhängig vom Mama-Taxi zu sein - zu anstrengend. Der Sohn hätte längst seine Fahrprüfung machen und das Auto der Grosseltern nutzen können - aber dann kann man ja nichts trinken! Für mich wäre so ein Angebot damals der Himmel auf Erden gewesen, heute ist das alles nichts.

Eigenartige Zeiten, nicht nur wegen Corona.


Donnerstag, 2. April 2020

Katzenbilder

In schweren Zeiten postet man in sozialen Medien ja gern Katzenbilder. Dem kann ich mich natürlich nicht entziehen. ;-)

Zunächst mal Monsieur Hector. Früher blieb er Tag und Nacht im Wohnzimmer. Neuerdings ist er oft schon vor mir im Bett zum Anwärmen:


Und unser neuestes Kätzchen, dass wir vorläufig Bibi getauft haben, da sie sich zu Beginn wie eine Hexe verhalten hat, scheint sich an ihr selbst gewähltes Zuhause zu gewöhnen. Allerdings machen wir uns ein paar "Sorgen" über ihren Zustand. Sie wird immer runder, und wir wissen nicht, ob das am guten Futter liegt oder andere Ursachen haben könnte. Sollte sie tatsächlich niemandem gehören, wäre sie sicherlich auch nicht sterilisiert ... Eine hübsche ist sie jedenfalls auch mit ihrem weissen Schleier:


Und nachdem ich ihr ein paar Mal klar gemacht habe, dass Angriffe auf Menschen nicht so toll sind, hat sie damit momentan auch aufgehört. Wenn sie sich tatsächlich dafür entscheidet, bei uns einzuziehen, und sich niemand findet, der sie vermisst, werden wir mit ihr mal zum Tierarzt gehen. Dann wissen wir zumindest, ob wir uns nun auch noch auf Nachwuchs einstellen müssen.

Wir denken jedenfalls, dass sie noch sehr jung ist. Und toben tut sie auch noch gern und versteckt sich dann in der selbst gebauten Höhle:


Mittwoch, 1. April 2020

Zügige Bise

Es ist April und man friert immer noch auf dem Weg ins Büro? Das geht ja gaaar nicht! Schuld ist hier nicht nur die kalte Luft, sondern es kommt noch ein Schweizer Wetterphänomen dazu: die Bise. Sie entsteht bei bestimmten Hochdruckwetterlagen mit Ostwind. Durch die geographische Besonderheit mit den Alpen im Süden und dem Jura im Norden entsteht eine Art Sog, der die Luftmassen beschleunigt und nun die ohnehin schon kühle Luft noch kälter erscheinen lässt.

Diese Bise war bissig heute Morgen. Aber nun kann ich mich aufwärmen im Büro, mit Kaffee und Wasser möglichst einigeln und den Tag ohne Viren überstehen ...

Bleibt gesund!


Mittwoch, 25. März 2020

Zurück an der Front

Um die Gefahren einer Ansteckung für das Team zu minimieren, haben wir uns die Anwesenheitstage aufgeteilt. In der Regel ist immer nur einer im Büro, die anderen machen Homeoffice. Das klappt ganz gut, und ich muss sagen, dass ich mich durchaus daran gewöhnen könnte, zumindest einen Tag pro Woche von zu Hause aus zu arbeiten. Mal schnell den Kater füttern oder in der Küche etwas zu essen holen, die Pause im Garten verbringen, und natürlich der extrem kurze Heimweg - das hat schon was!

Wie lange das noch so geht, steht in den Sternen. Vorerst staune ich, dass hier im Spital die Lage offenbar noch relativ ruhig ist. Schaut man die Nachrichten, vor allem über das Tessin und die dortigen Krankenhäuser, bekommt man ein mulmiges Gefühl. Davon ist hier jedoch noch gar nichts zu sehen. Wann wird sich das ändern?

Wir hier in der IT versuchen uns so gut es geht zu schützen und so selten wie möglich auf die Stationen zu gehen. Ob uns das vor einer Ansteckung schützen wird, werden wir sehen. Jetzt beginnen meine beiden Bürotage für diese Woche ...

Mittwoch, 18. März 2020

Leere Strassen?

Von wegen! Weniger Menschen als sonst sind vermutlich schon unterwegs, aber heute Morgen auf dem Weg ins Büro war es keinesfalls gespenstisch ausgestorben, wie das in den Medien dargestellt wird. Es gibt eben viele, die nicht daheim bleiben können oder auch wollen.

Bei uns sind es vor allem die Entwickler und die Chefs, die von daheim arbeiten. Für uns an der Front ist das nicht möglich, aber wir schränken uns soweit ein, dass nach Möglichkeit nur einer im Büro ist. Für mich fallen damit wöchentlich zwei Bürotage an. Die sind aktuell auch nötig, weil viele Ärzte mit der ungewohnten Videotechnik völlig überfordert sind. Schliesslich versucht man, die täglichen Rapporte nicht mehr in einem Raum abzuhalten, sondern sich per Video auszutauschen. Das geht regelmässig schief und so ist es wichtig, dass jemand in der Nähe ist und Händchen halten kann.

Zumindest haben wir keinen direkten Patientenkontakt, aber die Gefahr ist im Krankenhaus natürlich besonders gross. Handschuhe gibt es nicht, es muss also ein Mundschutz, Desinfektion und Hände waschen ausreichen. Und dann kann ich nur hoffen, dass ich mich und die Familie, die b. a. w. komplett daheim bleibt, nicht infiziere.

Montag, 16. März 2020

Heute Morgen

... war ich der Einzige, der aufstehen musste. Die restliche Family darf daheim bleiben und schläft wohl noch. Ansonsten allerdings war der Unterschied auf den Strassen kaum zu spüren. Business as usual.

Sollte allerdings das öffentliche Leben auch hier weiter eingeschränkt werden, wird sich das wohl bald ändern. Hier im Spital sind die administrativen Tätigkeiten nach Möglichkeit von daheim zu erledigen, was beim IT-Support technisch möglich ist. Aber es gibt halt immer wieder Situationen, in denen die Anwesenheit vor Ort nötig ist. Insofern werden wir den Tag mal abwarten und überlegen, ob und wie wir hier etwas organisieren können, um die Risiken einer Ansteckung zu minimieren.

Also: schön gesund bleiben!

Donnerstag, 12. März 2020

Da geht einem das Herz auf

Wir haben ja seit ein paar Wochen einen neuen Gast. Dank Webcam haben wir ihn schon eine Weile beobachtet, wie er ums Haus schlich und heimlich Futter klaute. Sobald man aber die Tür öffnete, nahm er ganz scheu Reissaus.

Eines Tages änderte sich das. Ich öffnete die Tür, hörte es unten mauzen und die Fellnase kam die Treppe herauf, um sich neugierig umzuschauen.

So ging das jetzt eine ganze Weile, wobei ich ein etwas angespanntes Verhältnis zu dem Racker hatte, weil er mich immer mal wieder ohne Vorwarnung angriff. Die "Kinder" dagegen konnten ihn immer streicheln. Sehr merkwürdig und ungewöhnlich.

Vorgestern kam er oder sie wieder zu Besuch. Nachdem der Bauch gefüllt war, legte sich das Tierchen auf einen Tisch und beobachtete mich auf dem Sofa daneben.


Nach ein paar Minuten setzte es sich plötzlich auf, sprang zu mir aufs Sofa, hockte sich neben mich, mauzte, liess sich ein paar Mal streicheln - und legte sich dann entspannt an meinen Oberschenkel.

Es ist ein tolles Gefühl, wenn einem ein Tier sein Vertrauen schenkt und das dann auch gleich so deutlich zeigt. Man muss ihm halt Zeit geben und geduldig sein, ohne etwas einzufordern. Hier hat es viele Wochen gedauert, bis das Eis gebrochen war. Aber die Geduld zahlt sich aus und man wird mit Zuneigung belohnt.

Wir sind nicht sicher, ob es sich um ein ganz junges oder einfach ein kleines Kätzchen handelt. Zuletzt konnten wir ein paar Mal zuschauen, wohin es läuft, wenn es unser Grundstück verlässt, und es scheint, als würde es unter einem alten Wohnwagen zwischen Planen und Containern "wohnen". Falls es jetzt noch öfter zu uns kommt, werden wir mal die Nachbarn, auf deren Grundstück der "Schrott" steht, fragen, ob sie das Tier kennen und es womöglich doch zu ihnen gehört. Vielleicht aber ist es irgendwo entlaufen oder ausgesetzt worden? Im Zweifel gibt es mal wieder eine Fundmeldung im Netz und wir schauen, ob es jemand vermisst.

Und falls nicht, darf es natürlich auch bei uns wohnen, wenn es möchte. Dann haben wir halt eine Katze mehr im Haus. Es wäre bereits der vierte Streuner bei uns, wovon zwei ja leider schon gestorben sind.

Update - am Sonntagabend ist dann dieses Foto entstanden. Ich glaube, da fühlt sich jemand richtig wohl bei uns:


Mittwoch, 11. März 2020

Was muss ich lernen?

In meinem Berufsleben bin ich fast dauerhaft finanziell benachteiligt worden. Egal, bei welchem Arbeitgeber ich war, stets ergab es sich nach ein paar Monaten, dass ich Aufgaben übernommen habe, für die ich nicht bezahlt wurde. Wie zuletzt in der Behörde in Berlin hiess es dann meist, es sei halt keine Stelle frei oder kein Geld da, um mehr zahlen zu können. Dazu kamen auch noch systembedingte Nachteile, in dem Vergütungen aufgrund von Sparmassnahmen in Tarifverträgen kurzfristig wegfielen und damit bei Beförderungen z. B. stufengleiche Eingruppierungen plötzlich nicht mehr möglich waren. Man fing also immer wieder ganz unten an der Leiter an mit seinem Gehalt.

Nun hätte ich natürlich nein sagen und diese Aufgaben ablehnen können. Das Problem: Sie haben mir Spass gemacht und ich hätte ungern verzichten und versauern wollen. Also habe ich mich durchgekämpft, manchmal mit spätem Erfolg nach ein paar Jahren.

Dass ich nun hier in der Schweiz für meinen Job auch eher wenig verdiene, ist mir bewusst. Ich fühle mich auch unterfordert, und von meiner Bewerbungs-Misere im letzten Jahr habe ich ja berichtet. Zumindest bin ich allerdings davon ausgegangen, dass es hier fair zugeht innerhalb des Teams.

Gestern nun musste ich erfahren, dass das leider nicht so ist. Mein Chef, der altersmässig locker mein Sohn sein könnte, kam zu mir und meinte, dass ihm bei der Durchsicht der Gehälter (er bekommt einmal im Jahr eine gewisse Lohnsumme, die er an sein Team verteilen kann, und wollte schauen, wo wir stehen) auffiel, dass mein Kollege, der seit einem Jahr neu im Team ist und die gleichen Aufgaben wahrnimmt, deutlich mehr verdiene als ich (und das als ungelernter Quereinsteiger!).

Mir wäre beinahe die Schokolade im Hals stecken geblieben, als ich das hörte. Es wäre keine Absicht gewesen, sondern war einfach historisch bedingt. Der Kollege hat eine andere Stellenbezeichnung, die höher dotiert ist als meine, und daher ist er in einem höheren Lohnband. Er hat also schlicht Glück gehabt ...

Immerhin, das muss ich meinem Chef hoch anrechnen, hat er sich sofort daran gemacht und mit dem HR telefoniert, um zu erfahren, wie man diese Ungerechtigkeit beseitigen kann. Er hat nun meine Stelle neu beschrieben, quasi mit dem gleichen Titel und den selben Inhalten wie bei meinem Kollegen, und wird diese Beschreibung nun beim HR einreichen mit der Bitte, die Stelle neu zu bewerten. Ob das was bringt, muss man abwarten, aber die Hoffnung stirbt ja zuletzt.

Und wieder bin ich also seit drei Jahren um einen Teil meines Lohns betrogen worden. Das hört einfach nicht auf. Wenn es so etwas wie Reinkarnation geben sollte, dann muss ich wohl in diesem Leben lernen, mich besser zu wehren und tatsächlich mal weniger nett zu sein, sondern stattdessen auch mal "nein" zu sagen.


Dienstag, 10. März 2020

Autsch!

Einige der Fellnasen daheim statten uns nachts gern mal einen Besuch im Bett ab. Der jüngste Neuzugang steigt in der Regel immer auf meiner Seite ein, legt sich auf mich oder schnurrt so lange, bis ich endlich wach werde und ihm etwas zu fressen hinstelle.

Am Samstag hat er sich beim Sprung leider verschätzt. Er rutschte ab und versuchte dann, sich mit den Vorderpfoten festzuhalten. Leider war mein Gesicht zu nah an der Bettkante, und so bekam ich einen tiefen Kratzer quer über die Nase. Es blutete wie auf einer Schlachtbank und nun trage ich ein hübsches Pflaster mitten im Gesicht, damit möglichst keine Narbe entsteht. Natürlich werde ich ständig gefragt, ob ich mich geprügelt hätte ...

Ein neues Passbild würde ich derzeit jedenfalls ungern machen müssen. Aber bis ich gross bin, wird schon alles wieder gut werden. :-)

Montag, 9. März 2020

Erst begeistert, dann enttäuscht

In den letzten Tagen habe ich viel gelernt über Antriebe, Motoren, Displays und Ausstattung von e-Bikes. Und bis gestern Mittag war ich von unserem Testmodell auch sehr begeistert ...

Der Hersteller hatte uns drei verschiedene Modelle zum Testen überlassen. Zwei mit einem Heckmotor und ein Rad mit Mittelmotor. Ich hätte nicht gedacht, dass die Unterschiede so gravierend sind, aber der Mittelmotor schied schon nach der ersten Tour aus: Zu laut, zu lahm.

Also habe ich mich auf das andere Bike mit Heckmotor gestürzt. Nicht nur optisch ein feines Teil, es fuhr sich auch super. Der Motor ist flüsterleise, schiebt schön spritzig und gleichmässig und man kann wunderbar entspannt cruisen. Cool ist auch die Anfahrhilfe, bei der das Rad auf Knopfdruck von allein los fährt, was gerade am Hang durchaus eine Erleichterung sein kann.

Wir haben also am Samstag eine schöne Tour durch recht flaches Terrain und ein wenig entlang des Sees gemacht und waren begeistert. Leider hatte ich schon im Vorfeld gelesen, dass der Hersteller des Motors die Firma geschlossen hat und damit Service und Ersatzteile zwar noch über die Mutterfirma verfügbar sein werden, aber wie lange, darüber mochte sich niemand äussern. Aber der Hersteller des Bikes meinte auf Anfrage, sie hätten Ersatzmotoren auf Lager und die Akkus kämen ohnehin von einem anderen Anbieter.

Nun gut, dem wollte ich gern glauben und war schon so gut wie überzeugt von dem e-Bike. Bis wir dann gestern noch eine Runde fahren wollten. Ich hatte für uns eine schöne, kleine Strecke ausgesucht, diesmal mit einem etwas längeren Anstieg. Und dann passierte es. Kennt Ihr das von alten Schnurlostelefonen - man hat sie auf der Ladestation, sie sind angeblich komplett aufgeladen, und nach 2 Minuten bricht das Gespräch ab, weil der Akku leer ist?! So ist es mir gestern mit dem Rad ergangen. Mitten am Anstieg leuchtete plötzlich eine Warnung, dass der Akku fast leer sei, und das, wo er noch zehn Sekunden vorher (angeblich) fast voll war.

Zum Glück waren wir nur rund 3 Kilometer von zu Hause entfernt, sodass wir schnell umkehrten und ich noch ohne zu schieben das Haus erreichte. Wäre mir das ein paar Kilometer später passiert, wäre das ein schöner Mist geworden.

Damit ist das Bike für mich so gut wie aus dem Rennen. Wenn ich mich auf den Akku nicht verlassen kann, der nun mal wesentlicher Teil des Rades ist, dann kann ich nie ruhigen Gewissens mal eine grössere Strecke fahren, ohne Angst zu haben, den Rückweg zu Fuss antreten zu müssen (denn fahren möchte man mit dem schweren Ding ohne Motor nicht wirklich!). Da ich davon ausgehe, dass der Akku an diesem Bike noch keine zwei Jahre alt ist, wirft das kein gutes Licht auf den Hersteller, und bei dem Preis erwarte ich Qualität und keinen Murks.

Heute Morgen wird Rosalie die Bikes dem Sohn vom Chef zurückgeben, und ich bin gespannt, wie er auf meinen Testbericht reagieren wird. Als Profi sollte man doch zum Testen immer das bestmögliche Produkt zur Verfügung stellen, oder? Wenn dies das beste Produkt war, dann möchte ich nicht wissen, wie zuverlässig ein "normales" Bike ist ...

Falls der Mann dafür keine nachvollziehbare Erklärung hat, wovon ich leider ausgehen muss, dann müssen wir uns nach einer anderen Firma umschauen. Das wird leider schwierig, denn so schöne Bikes gibt es sonst kaum.


Dienstag, 3. März 2020

Testfahrt

Gestern haben wir drei verschiedene e-Bikes zum Testen erhalten. Eine Woche lang können wir nun ausprobieren, welcher Motor und welche Konstruktion für uns und das hügelige Gelände am besten passen. Leider ist das Wetter nicht optimal dafür, aber die Firma hat gerade besondere Angebote, daher mussten wir diesen ungünstigen Termin wählen.

Fest steht jetzt schon, dass wir nur die langsamen Motoren mit 25 km/h kaufen werden. Für unsere Ansprüche ist das schnell genug! Ausserdem braucht es dafür weder Versicherung noch Plakette. Und wir wollen ja gemütlich durch die Landschaft cruisen und keine Rennen veranstalten.

Ich bin gespannt und freue mich auf die Probefahrt, sobald es mal nicht regnet, denn bisher habe ich noch nie auf einem e-Bike gesessen

Wir haben uns fest vorgenommen, die Räder dann auch ausgiebig zu nutzen. Die Komoot-App habe ich schon installiert und mir die Routen für die Region herunter geladen. Sobald wir dann die Bikes geliefert bekommen haben und das Wetter besser ist, werden wir los fahren und Natur und Umgebung erkunden!

Donnerstag, 27. Februar 2020

Es wird hektisch

Seit gestern sorgt der Virus auch hier für rege Betriebsamkeit: Krisenstab, Hotline, Isolationsbereich.

Ist vielleicht ganz gut, dass ich ein langes Wochenende habe und ab morgen damit drei Tage lang zu Hause bleiben kann.

Also - bleibt gesund und ein schönes Wochenende!

Mittwoch, 26. Februar 2020

Viel zu lasch

Gerade fand ich eine Meldung zu einem Raserdelikt auf der Berliner Stadtautobahn im Netz.

Die in der Nachricht genannte Strafe ist der absolute Witz, und darüber wird der Fahrer nur lachen. In der Schweiz wäre ihm jetzt das Lachen vergangen. Hier gibt es drakonische Strafen, und das ist richtig so:

"Als Strafmassnahme wird bei einem Raserdelikt der Führerausweis für mindestens zwei Jahre entzogen. Im Wiederholungsfall müssen Raser den Führerausweis gar für immer abgeben. Und: Es drohen zwischen ein und vier Jahren Gefängnis. Bei krassen Geschwindigkeitsübertretungen kann das Auto eingezogen und verwertet werden."

Dienstag, 25. Februar 2020

Sie ist schuld

Ich war noch gar nicht lange in der Schweiz angekommen, als ich an einem Samstag vor drei Jahren allein daheim war. Rosalie musste etwas erledigen, und so verbrachte ich den Tag gemütlich im Wohnzimmer.

Wie genau ich darauf aufmerksam wurde, weiss ich nicht mehr, jedenfalls bemerkte ich im Garten ein offenbar noch ganz junges Kätzchen, das neugierig über die Terrasse spazierte. Kaum hatte ich die Tür geöffnet, flitzte sie die Treppe herauf zu mir und stand schon im Wohnzimmer. Völlig sorglos begann sie sofort, das Haus zu inspizieren, schnupperte überall, sprang auf den Tisch, und kurze Zeit später sass sie bei mir auf dem Sofa!

Sie warf sich auf die Kissen und wollte unbedingt bekuschelt werden. Dem Wunsch kam ich gern nach, und so blieb sie mehrere Stunden bei mir, bis Rosalie mich abholte und wir gemeinsam das Haus verlassen mussten. Ich brachte sie sanft nach draussen auf die Treppe. Danach sahen wir sie tagelang gar nicht mehr und erfuhren erst viel später, dass sie einem unserer Nachbarn gehört. Vermutlich war sie noch viel zu jung, um draussen zu sein.

Obwohl ich zu diesem Zeitpunkt noch stark allergisch war, begannen die bekannten Reaktionen an diesem Tag erst rund acht Stunden später, aber dafür um so heftiger. Doch trotz der Attacken war der Wunsch wieder wach, selbst ein Kätzchen haben zu können. Bei diesem Anblick und dem wohligen Schnurren wird einem nun mal warm ums Herz:


Es schien mir zu diesem Zeitpunkt aber unmöglich und so geriet dieser Tag etwas in Vergessenheit. Erst, als wir dann Monate später Bilder von unserem Henry sahen, der gerade geboren war, begann ich intensiv, nach einer Lösung für mein Allergie-Problem zu suchen. Und die hab ich ja zum Glück gefunden.

Die Schwarznase haben wir seit dem nur noch selten gesehen. Sie wurde immer mehr scheu und traute sich nur nachts in den Garten. Doch vor ein paar Tagen kam sie mal wieder näher und liess sich von mir streicheln - ziemlich genau drei Jahre später:



Nun ist sie eine stattliche Katze, aber mit ihrer auffälligen Zeichnung immer noch sehr speziell!

Wäre sie nicht gewesen, würde unser Schlössli heute womöglich kein Katzenparadies sein. Und da es wieder wärmer wird, geniessen unsere Fellnasen schon wieder die Sonne im Garten:







Montag, 24. Februar 2020

Das nenne ich Service

Im Oktober war mein Auto in der Werkstatt. Für eine Reparatur musste die Verkleidung der Beifahrertür entfernt werden. Alles war gut, aber nach meinem Berlin-"Ausflug" begann es plötzlich zu klappern. Nicht immer, aber auf kleinen Strassen hörte man es recht deutlich - eine Art Vibration aus Richtung Beifahrertür.

Da mich das mit der Zeit nervte, haben wir Kontakt mit der Werkstatt aufgenommen, die sich das im Rahmen der Gewährleistung gern mal "anhören" wollte. Am Freitag vor einer Woche waren wir dort. Um sich ein Bild zu machen, setzte sich ein Mechaniker neben mich und wir fuhren eine Runde. Und, was soll ich sagen: Es war nicht das leiseste Geräusch zu hören. Peinlich! Auf einem Kopfsteinpflaster dann zumindest ein leises Klappern - Glück gehabt.

Der Mechaniker meinte, das ginge schnell und wir könnten warten. Nach 20 Minuten fuhr er das Auto aus der Werkstatt. Ein Stecker hätte sich etwas gelöst und eine Schraube für die Verkleidung sei locker gewesen. Ich war dankbar, gab ihm 5 Franken für die Kaffeekasse und fuhr los. Doch weit kam ich nicht, denn schon nach wenigen Metern musste ich feststellen, dass das Klappern lauter war als zuvor. Oh man.

Also wieder zurück zu fassungslosen Gesichtern der Mechaniker. Da gerade Pause war, liess ich den Wagen da, erhielt ein Ersatzauto und sollte gegen 16 Uhr wiederkommen.

Pünktlich war ich zurück in der Werkstatt. Und das Ergebnis: Nach mehreren Testfahrten hätte man die Ursache gefunden! Es war gar nicht die Tür, sondern ein Plastikhebel am Beifahrersitz, der vibrierte. Das erklärte auch, warum nichts zu hören war, als jemand auf dem Sitz Platz genommen hatte und warum das Problem erst seit Januar auftrat. Zuvor hatte nie jemand dort gesessen, weil ich immer allein unterwegs war.

Irgendwie waren alle erleichtert, vor lauter Freude hat man sogar noch mein Auto gewaschen und ich konnte die Heimreise antreten.

Eigentlich wäre es ja nun gar kein Garantie-Fall gewesen, trotzdem brauchte ich nichts zu bezahlen inklusive der kostenlosen Wäsche. SO geht Kundenbindung!

Donnerstag, 20. Februar 2020

Erinnern, drohen, mahnen

Es ist unglaublich - auch nach der Scheidung hat der Ärger noch immer kein Ende. Der Ex von Rosalie ist nicht mal in der Lage, sich an einfachste Absprachen zu halten, und man fragt sich, macht er das absichtlich oder ist er wirklich so verpeilt? Aber wenn er das ist - wie kann er dann eine Behörde leiten?

Während der Verhandlung hatte man sich geeinigt, dass er das Haus und Rosalie die Wohnung behält. Nicht extra erwähnt wurde in der Vereinbarung, dass die Unterlagen für die Immobilie auszuhändigen sind, denn das ist ja eigentlich selbstverständlich.

Offenbar ist es das aber nicht. Seit Wochen hält der Ex Rosalie mit fadenscheinigen Ausreden hin, vertröstet sie, schickt mal irgend ein Dokument und ein paar Protokolle von Versammlungen (und das auch noch per Firmenpost!), aber die wesentlichen Unterlagen fehlen nach wie vor.

Wohl gemerkt - es geht hier nur um Dokumente zu einer Immobilie, die ihm nicht einmal mehr gehört! Und selbst das bekommt er nicht auf die Reihe. Immerhin hat Rosalie noch ein kleines Druckmittel, denn es gibt noch Eintragungen im Betreibungsregister. Die sollen eigentlich gelöscht werden, weil eine weisse Weste natürlich besser aussieht, wenn man den Auszug irgendwo mal vorzeigen muss. Aber damit wird Rosalie nun warten, bis der Herr die Unterlagen raus gerückt hat. Im letzten Mail meinte er, er würde sie nicht finden. Na klar, ein Ordner, den es seit vielen Jahren gibt, mit Kaufvertrag, Bauplänen usw. verschwindet auch einfach mal so aus dem Büro ...

Wenn das dann vielleicht bald mal erledigt sein wird und bis Ende des Monats noch die vereinbarte Summe Geld geflossen sein sollte, müssen wir uns anschliessend hoffentlich nicht mehr mit diesem Blender und Lügner beschäftigen. Da Rosalie bereits wieder ihren Mädchennamen angenommen hat, ist für Psycho-Hygiene auch schon gesorgt, und die künftige Kommunikation wird sich nur noch auf Organisatorisches in Sachen Kinder beschränken.

Mittwoch, 19. Februar 2020

Nordwind

Vor ein paar Tagen haben Rosalie und ich uns den Film zum Buch "Gut gegen Nordwind" angeschaut. Wer könnte dessen Inhalt besser nachempfinden als wir. Schliesslich haben wir so eine Phase, wie sie in der Story geschildert wird, auch hinter uns, wenn auch nicht über so einen langen Zeitraum.

Dieser Roman und seine Fortsetzung waren bisher die einzigen Werke, die ich nicht gelesen, sondern als Hörbücher konsumiert habe. Das Ping-Pong der Mails lässt sich mit zwei Stimmen ja wunderbar vertonen und es hat Spass gemacht, dem Wortgefecht zuzuhören.

Und der Film? Sagen wir mal so: Man kann ihn sich ansehen, und ein paar Ideen (z. B. die Nutzung von Sprache zu Text anstatt des simplen Tippens) lassen den Plot dann auch etwas lebendiger werden, als er eigentlich im Buch mit dem "simplen" Austausch der Mails erzählt wird. Und das Ende ist etwas freundlicher.

Spannend fand ich, wie man versucht hat zu verstecken, wo der Film spielt. Die Autos haben alle ein fiktives Nummernschild mit dem Buchstaben "T". Einmal hat der Regisseur geschlafen, und man sieht ein "OHZ", was durchaus zu einigen Szenen passt, die sich am oder in der Nähe vom Meer abspielen. Ansonsten wurde wohl lt. Internet in verschiedenen Städten wie Köln und Düsseldorf gedreht.

Sollte es tatsächlich, analog zur Vorlage, eine filmische Fortsetzung geben, werden wir uns die vermutlich auch ansehen. Ich persönlich ziehe aber, wie so oft bei solchen Adaptionen, die Bücher dem Film vor.

Dienstag, 18. Februar 2020

Wie vergrault man Kunden?

Früher hielt ich nicht viel von Kreditkarten. Aber spätestens seit der ersten USA-Reise habe ich einsehen müssen, dass diese Plastikkarten recht praktisch sein können - auch zum Bezahlen im Internet.

Nun gibt es bei den Banken sehr unterschiedliche Preismodelle. Viele der grossen Banken verlangen ziemlich happige Grundgebühren für Master oder Visa. Aber es gibt auch Unternehmen, die kostenlose Karten anbieten, wie auch die DKB. Mit der war ich eigentlich immer zufrieden, als ich noch in Deutschland wohnte. Auch jetzt bin ich noch Kunde dort, weil ich deutsche Versicherungen habe, die sich von diesem Konto Geld abbuchen.

Und so habe ich auch eine Kreditkarte der Bank, die ich bei Aufenthalten in Deutschland einsetze. Dort war und ist sie auch weiterhin kostenlos (soweit ich das überblicken kann), Doch man setzt die Karte ja auch mal im Nicht-Euroland ein. Und hier wird es nun mit der neuen Preisliste ab April ziemlich dreist. Neuerdings möchte man 2,2% des Umsatzes als Gebühr einstreichen. Bisher waren es 1,9%, was ich schon ziemlich heftig fand. Bei kleinen Umsätzen fällt das nicht mal so auf - was sind schon 2,2%. Doch wenn man mal an eine Hotelrechnung denkt, für die gut und gern mal 1000 Euro zu zahlen sein können, dann macht das schon 22 Euro Gebühren!

Wie man das beim treuen Kunden rechtfertigen will vor dem Hintergrund, dass es neue Online-Banken gibt, die gar keine Wechselgebühren verlangen (und das sogar im "Teuerland" Schweiz), ist mir ein Rätsel. Natürlich ist das Bankgeschäft heutzutage nicht leicht angesichts der fehlenden Zinsen, aber Kreditkarten sind im Ausland nun mal erste Wahl, denn wer möchte schon mit einem Haufen Bargeld herumlaufen. Und die Kunden dafür bluten zu lassen, geht mir gegen den Strich.

Also bleibt die Karte der DKB auf Reisen künftig daheim!

Montag, 17. Februar 2020

Auf Entdeckungsrunde

Wir haben uns ja vorgenommen, mehr für unsere Gesundheit zu tun. Viel Bewegung gehört in jedem Fall dazu, und weil es gestern so schön mild war, sind wir endlich mal wieder spazieren gegangen.

Dabei haben wir eine fast 2000 Jahre alte Ruine eines Tores der "ollen Römer" entdeckt. Daneben stand noch ein restaurierter Wehrturm, auf den man hinauf steigen konnte. Von oben hatte man wohl einen schönen Blick über die Gegend. Ich musste leider unten bleiben, denn die Treppe war nichts für meine Höhenangst.

Nach rund 1,5 Stunden und knapp sechs Kilometer Fussweg waren wir wieder zu Hause. Es war ein wirklich schöner Spaziergang, auch wenn der Wind ziemlich heftig blies. Mal wieder haben wir uns vorgenommen, das öfter zu machen, dann vielleicht auch mal mit einem eBike, das noch auf unserer Wunschliste steht.




Nur mein Rücken war nicht ganz so begeistert von dem Marsch, obwohl der eigentlich auch Bewegung bräuchte. Aber da führt wohl auf Dauer kein Weg an einer ärztlichen Konsultation vorbei. Von allein wird das nichts mehr.


Freitag, 14. Februar 2020

Ein neuer Gast

In unserem Tierasyl ist irgendwie immer etwas los. Nicht nur Füchse, Igel, Marder und Mäuse, vor allem natürlich Katzen gehen aus und ein im Garten. Aktuell sind vier Fellnasen bei uns zu Hause, fünf weitere von den Nachbarn kommen täglich kurz zu Besuch. Und drei Katzen, auch zugelaufen, haben wir leider schon verloren.

Seit Monaten erscheint nun ein neuer Asylbewerber. Ihn oder sie, wir haben das Tier wieder Weisspfötchen genannt, konnten wir zu Anfang nur über die Webcam beobachten, weil es beim leisesten Geräusch das Weite gesucht hat. Es kam jedoch jeden Abend und suchte gierig nach Futter.

Dann, von einem Tag zum anderen, hat es seine Scheu verloren. Ich hatte die Tür zur Terrasse geöffnet, hörte es unter der Bank mauzen und schwups - kam Weisspfötchen die Treppe hinauf und stand im Wohnzimmer. Direkt hinter der Tür stand ein Futternapf, und es frass und frass und frass ...

So geht das nun seit Wochen. Weisspfötchen kommt in der Regel erst nach Einbruch der Dunkelheit, sitzt vor der Tür und mauzt herzerweichend, bis es endlich jemand herein lässt. Dann frisst es, dreht eine Runde durch das Wohnzimmer und geht wieder.

Seit zwei Tagen hat es nun das Bett im Gästezimmer entdeckt. Als ich es neulich herein liess und kurz das Zimmer wechselte, war es anschliessend verschwunden - und hatte es sich im Bett gemütlich gemacht. Da ich es nicht vertreiben wollte, liess ich es liegen in der Hoffnung, dass es irgendwie allein mit der Katzenklappe klar kommen würde, wenn es nach draussen will. Und tatsächlich öffnete es nach zwei Stunden Schlaf die Klappe fast so, als würde es das seit Jahren machen.

Vorgestern kam die Katze wieder gegen 22 Uhr zu uns. Ich liess sie herein - und dann verbrachte sie gleich mal die ganze Nacht auf dem Bett!

Ihr Verhalten ist allerdings sehr ungewöhnnlich. Mit den anderen Katzen im Haus hatte sie zu Beginn Probleme (was ja normal ist), aber zum Teil scheinen sie sich inzwischen schon arrangiert zu haben und lagen schon zu zweit im Bett. :-) Aber mit Menschen kann das Weisspfötchen scheinbar nicht gut umgehen. Es kommt auf einen zu, mauzt einen bettelnd an, und hockt man sich hin, streicht es einem um die Beine, als wäre es immer unter Menschen gewesen. Aber wehe, man streckt den Arm aus und versucht es zu streicheln! Dann stellt es sich blitzschnell auf die Hinterbeine und man bekommt mit beiden Vorderpfoten eine gewischt, so als würde ein Mensch einem mit beiden offenen Händen je eine Backpfeife geben. Das Gleiche hat es auch schon mit meinem Bein gemacht, als ich neben ihr her lief. Dazu knurrt es dann kurz und geht nach der Attacke auf einen Meter Abstand.

Wir fragen uns, warum es sich so aggressiv verhält? Ist das Tier doch nicht an Menschen gewöhnt und hat Angst, oder hat es vielleicht schlechte Erfahrungen gemacht? Wir wissen natürlich auch nicht, woher es kommt. Ich habe schon ein paar Mal beobachtet, in welche Richtung es verschwindet. Dort gibt es aber kaum Häuser und es ist fast ausgeschlossen, dass es dort "wohnt", denn wir kennen die Bewohner recht gut. Vielleicht kommt es von einem Bauernhof? Abgemagert und verwahrlost sieht es nicht aus, aber das hat ja nicht so viel zu sagen. Schaut selbst:


Donnerstag, 13. Februar 2020

Unsere Glückszahl

Für einige Menschen bedeutet diese Zahl Unglück, für uns ist sie schon immer etwas Besonderes gewesen. Daher erscheint sie bei einem ganz wichtigen Datum gleich zwei Mal: 13.02.2013. An diesem Tag, genau vor sieben Jahren, habe ich Rosalie zum ersten Mal getroffen!

Wir haben also heute einen Grund zum Feiern. Und so viel ist seit jenem Tag, den ich noch gut in Erinnerung habe, passiert. Darüber habe ich auf diesem Blog ja ausführlich berichtet. Unzählige Kilometer habe ich im Flugzeug zwischen Berlin und Zürich zurückgelegt, sodass ich mit den vielen gesammelten Meilen jetzt zumindest knapp die Hälfte des Flugtickets für unsere nächste USA-Reise bezahlen konnte.

Inzwischen bin ich auch schon mehr als drei Jahre in meiner neuen Heimat. Wo ist nur die Zeit geblieben? Mein "altes Leben" liegt gefühlt schon eine Ewigkeit zurück.

Da wir das berühmte verflixte Jahr nun überstanden haben, wird es Zeit für neue Ziele. Jetzt, wo Rosalies Scheidung endlich überstanden und auch das Gerichtsverfahren gegen die Bauspekulanten gewonnen ist, bedeutet das vor allem, uns mehr um unsere Gesundheit zu kümmern. Mich plagt immer noch der Rücken, Rosalie zwickt und zwackt es in allen möglichen Gelenken. Das muss jetzt besser werden, und das wird es natürlich nicht von allein ...

Heute Abend werden wir erst eiinmal mit einem Glas Wein anstossen und dann gemütlich ins lange Wochenende starten.


Mittwoch, 12. Februar 2020

Wie in alten Zeiten

Am Freitag waren wir bei der 80er Jahre Party - eine Disco wie aus der Zeit gefallen.

Nun gut, erst einmal war es eine Herausforderung, zu "so später Stunde", also um 21 Uhr, noch das Haus zu verlassen, wenn man schon um 5:25 Uhr am Morgen aufgestanden ist. Doch als wir uns dann aufgerafft hatten, ging es ganz gut.

Der Veranstaltungsort, ein grosser, hoher Raum in einem Hotel, mit Bühne, Bar und zwei riesigen Disco-Kugeln war ideal. Vorn zwei DJs und auf der Tanzfläche von Anfang an viel Betrieb. Spannend zu beobachten waren vor allem die Leute: Natürlich meist in unserem Alter, wobei uns schien, dass mehr Frauen als Männer dabei waren - teilweise ganz normal gekleidet, manche aber auch aufbebrezelt, als gäbe es einen Laufsteg. Männer waren zumeist in Begleitung, aber manche standen auch nur an der Seite und scannten die Tanzfläche. Eben alles wie früher, nur ohne Zigarettenqualm und Dauerwelle.

Die Musik war okay, wobei nach meinem Geschmack die besten Songs erst gegen Mitternacht gespielt wurden Ja, ganz Recht, wir hielten über drei Stunden durch, und das trotz Rücken und ohne Sitzgelegenheit! Es gab an dem Abend lediglich ein Lied (einer Schweizer Band), das ich nicht kannte. Ansonsten konnte man überall mitsummen. Dabei waren Lieder, die auch heute noch im Radio rauf und runter laufen, aber auch Songs, die ein wenig in Vergessenheit geraten sind. Und natürlich Knaller von Abba, Madonna oder Billy Idol.

Gegen ein Uhr waren wir im Bett, unsere Ohren hatten ganz schön gelitten und pfiffen, obwohl die Lautstärke im Saal durchaus noch zu ertragen war. Und ein bisschen laut muss es ja schon sein.

Es hat Spass gemacht. Leider sind wir erst diesmal auf diese Veranstaltung gestossen, die es schon seit zehn Jahren gibt. Und sie fand nun zum letzten Mal statt, da der Saal künftig nicht mehr genutzt wird. Dast ist schade, aber es war zumindest ein schöner Ausflug in die Vergangenheit.

Dienstag, 11. Februar 2020

Räudig

Ich muss zugeben, dass ich dieses Wort bisher nur im Zusammenhang mit einer abwertenden Äusserung kannte. Dank unserer Webcam habe ich nun gelernt, woher der Begriff tatsächlich kommt.

Das Foto scheint einem postapokalyptischen Gruselfilm entnommen zu sein, entstand aber vor unserer Gartentür. Und wie ich nun weiss, leidet dieser arme Fuchs an der Fuchsräude. Schuld sind sogenannte Grabmilben. Sie bohren sich in die Haut und legen dort ihre Eier ab. Allein das ist schon gruselig. Der Fuchs verliert dann sein Fell oder reisst es sich wegen des Juckreizes aus. Zumeist sterben die Tiere nach etwa drei Monaten daran.

Zum Glück ist diese Krankheit für Katzen und Menschen ungefährlich. Aber der Fuchs ist schon bemitleidenswert. Rosalie hat den Wildhüter angerufen, der ihr erzählte, dass es momentan sehr viele solcher Beobachtungen gibt. Offenbar grassiert diese blöde Milbe derzeit in unserer Region. Wird so ein Tier beobachtet, sollte es erlegt werden, um sein Leiden zu beenden und die Ausbreitung der Krankheit einzudämmen. Ich hoffe, dieses Tier hier hat es bald hinter sich ...




Freitag, 7. Februar 2020

Das ganze Leben ist eine Party

So oder ähnlich scheint es zumindest derzeit Rosalies Sohn zu sehen. Ich weiss nicht, ob es an meiner Generation lag oder unsere Klasse besonders spiessig war, aber unsere Partys konnte ich an ein bis maximal zwei Händen pro Jahr abzählen.

Heutzutage ist jeden Samstag und manchmal noch zusätzlich am Freitag bei irgend jemandem aus der Klassenstufe eine "Party". Wie viel da so konsumiert wird, wissen wir natürlich ist, und das ist vielleicht auch besser so. Und solange es keine Klagen, Beschwerden oder sonstige Probleme bei oder nach diesen Feiern gibt, sollen sie ihre unbeschwerte Jugend geniessen.

Für Rosalies Sohn ist das sogar eine gute Entwicklung, denn bis vor einem Jahr war er eine absoluter Stubenhocker und Rosalie hat sich schon Sorgen gemacht. Aber nun ist er ein ganz normaler junger Erwachsener mit all den "Macken", die man halt in diesem Alter so hat. ;-)

Warum komme ich darauf? Wir wollen heute Abend auch mal zu einer Party - eine 80er Jahre Party! Während Rosalies Sohn meist frisch und munter erst am späteren Abend zu seinem Event aufbricht, sind wir dann allerdings in der Regel schon todmüde. Dazu kommen an diesem Wochenende noch meine Rücken- und Rosalies Schulterschmerzen. Wir sind also heute die perfekten Partygänger und werden den Laden aufmischen.

Oder wir trinken nur etwas an der Bar und gehen heim ins Bett ...

Mittwoch, 5. Februar 2020

Anspruch und Wirklichkeit

Vor etwa einem Jahr hatte ich mich im Rahmen der geplanten Reorg für mehrere neu geschaffene Führungspositionen beworben. Da man der Meinung war, lieber auf das bekannte Personal zu setzen, anstatt neuen Köpfen eine Chance zu geben, bin ich nicht zum Zuge gekommen.

Damals war ich schon enttäuscht, vor allem, wenn ich sehe, welche Personen zum Zuge gekommen sind. Deren Qualifikation beschränkt sich, wenn überhaupt, auf etwas Führungserfahrung. Aber fachlich haben sie wenig zu bieten. Ich musste das inzwischen schon am eigenen Leibe erfahren und wusste in dem Moment nicht, ob ich darüber lachen oder weinen sollte.

Aber darum geht es mir hier nicht. Wenn ich sehe, was dort seit einem Jahr so passiert oder besser nicht passiert, kann ich eigentlich ganz froh sein, dass es nichts geworden ist mit der neuen Stelle. Geld ist ja nicht alles. Und der Rest ist Chaos, Selbstfindung, Ärger. Das alles habe ich derzeit nicht. Im Gegenteil. Ich gehe abends mit freiem Kopf nach Hause, muss mich nicht über die dusseligen Chefs oder unwillige Kollegen ärgern. Das ist auch eine Menge wert.

Vielleicht sollte das alles so kommen. Manchmal fehlen mir hier zwar ein paar Herausforderungen, aber dafür bin ich mein eigener Herr, der Chef lässt mich in Ruhe und unser kleines Team funktioniert gut. Was will man mehr ...

Dienstag, 4. Februar 2020

Vertrauen ist gut

... und Kontrolle immer besser! Das sollte eigentlich für den eigenen Hausarzt nicht gelten. Leider wurde ich eines Besseren belehrt.

In diesem Post bin ich schon mal kurz darauf eingegangen. Inzwischen ging das Drama weiter. Noch einmal kurz zum Hintergrund: In der Schweiz zahlt man die Beiträge für die Krankenkasse immer selbst. Es gibt diverse Tarife, zwischen denen man wählen kann. Sie unterscheiden sich u. a. in der Höhe des Selbstbehaltes. Faustregel ist, dass man mit steigendem Alter den Selbstbehalt senkt, da mehr Wehwehchen zu erwarten sind.

Mein Selbstbehalt ist noch relativ hoch, sodass ich die Akupunktur-Behandlung, die mein Arzt mir anbot, allein zu zahlen hatte. Natürlich habe ich im Voraus überschlagen, wie hoch die Rechnung wohl ausfallen würde und war überrascht, dass mein Überschlag deutlich übertroffen wurde.

Nun ist es hier so, dass die Praxen oftmals ihre Leistungsabrechnungen direkt mit der KK abrechnen und diese dann den Betrag von mir zurückfordert. Die jeweilige Praxis ist dann eigentlich per Gesetz verpflichtet, dem Patienten eine Kopie der Rechnung auszuhändigen. Doch mein Arzt tut dies nur auf ausdrücklichen Wunsch. Ich weiss jetzt auch, warum ...

Ich hab also die Rechnung angefordert und musste feststellen, dass dort Leistungen aufgeführt waren, die er gar nicht erbracht hat. Zudem hat er bei der Liegezeit während der Behandlung geschummelt und auch noch eine Notfall-Pauschale verrechnet. Unverschämt!

Also hab ich ihm ein Mail geschrieben mit der Bitte, mir die einzelnen Positionen zu erklären. Die Antwort war ziemlich dreist und genauso unverschämt wie die eigentliche Abrechnung. Tenor: Er würde letztlich in der Summe berechnen, was andere Ärzte für so eine Leistung ansetzen, und da spielten die einzelen Positionen ja gar keine Rolle. Interessante Methode - es wäre danach also egal, was genau er gemacht hat, er orientiert sich einfach an der Konkurrenz, die auch Akupunktur anbietet, und schiebt dann die Positionen beliebig so zusammen, dass der Preis am Ende für ihn stimmt. Darauf muss man erst einmal kommen.

Da ich offenbar mit meiner Anfrage nicht weiter kam, kontaktierte ich meine Krankenkasse. Ich musste zwei Mal mahnen, aber dann rief mich eine sehr nette Dame von der Leistungsabrechnung zurück. Wir sprachen über eine halbe Stunde lang und ich erhielt ein paar gute Argumente, um mich noch einmal an meinen Arzt zu wenden. Sie selbst konnte mir nicht helfen, da die aufgeführten Leistungen an sich nicht zu beanstanden waren und die KK natürlich nicht wissen kann, was davon wirklich stattgefunden hat.

Also schrieb ich dem Arzt erneut und baute etwas Druck auf, in dem ich darauf verwies, dass die Kasse informiert sei und meine Bedenken teile.

Und - siehe da - er korrigierte die Rechnung! Statt der 700 musste ich nun "nur noch" 600 Franken bezahlen. Offenbar hatte er kalte Füsse bekommen! Der neue Betrag war, genau genommen, immer noch zu hoch, aber ich wollte das Ganze nicht endlos weiter treiben, und mir ging es auch und vor allem ums Prinzip!

Als ich Tage später nochmals mit der netten Frau von der KK sprach, sagte sie mir, dass man mal ein wenig nachgeforscht hätte und ungewöhnlich viele abgerechnete Konsultationen gefunden habe. Was auch immer man nun mit dieser Erkenntnis anstellt, mag mir egal sein. Ich bin immerhin zu meinem Recht gekommen. Nun wundert es mich jedenfalls nicht, dass die Praxis täglich schon um 16 Uhr schliesst und freitags gar nicht geöffnet hat. Offenbar hat er seine Schäfchen auch innerhalb von vier Tagen pro Woche und sehr arbeitnehmerunfreundlichen Öffungszeiten im Trocknen.

Man kann sich vorstellen, dass mein Vertrauen in diesen "Arzt" nun dahin ist. Deswegen war ich letzte Woche nicht bei ihm sondern in der Anlaufstelle des örtlichen Spitals. Leider ist es hier in der Region schwierig, einen neuen Hausarzt zu finden, da alle überlastet sind und meist keine neuen Patienten mehr aufnehmen. Möglicherweise muss ich früher oder später also doch wieder zu ihm gehen, wenn ich ärztlichen Rat oder eine Krankschreibung benötige.

Einmal mehr hat sich wieder gezeigt, dass man keiner Rechnung trauen darf, sondern alles kritisch hinterfragen muss. Wer weiss, wie viele Patienten dieser Arzt mit seiner Masche schon geschädigt hat. Wer einen geringen Selbstbehalt hat, wird ohnehin nicht so genau hinschauen, denn dann zahlt ja die Krankenasse. Darauf spekuliert er möglicherweise. Bei mir wird er sich das jedenfalls nicht mehr trauen.


Montag, 3. Februar 2020

Nächster Versuch

Wie ging der Spruch noch? Wenn man morgens aufsteht und es tut einem nichts weh, dann ist man tot.

So fühle ich mich nun schon seit Wochen. Eigentlich wäre heute auch nicht der Tag, an dem ich wieder arbeiten gehen sollte, aber ... Na, das Thema hatten wir ja schon. Immerhin ist die Erkältung scheinbar überstanden, aber seit Samstagnacht meldet sich der Rücken wieder. Wer jetzt denkt - ah, Samstagnacht, was ist da wohl gewesen? Nein, nein. Ich musste niesen und lehnte gerade unglücklich am Kopfteil des Bettes, sodass der Rücken nicht gestützt wurde. Schon war es passiert und der Schmerz schnitt mir kurz die Luft ab.

Seitdem schlage ich mich so durch, und da mein Kollege diese Woche im Urlaub ist, blieb mir nichts übrig, als mich ins Büro zu schleppen. Schmerztabletten liegen parat, die erste Stunde ist auch schon fast geschafft ...

Rosalie geht es nicht viel besser. Bei ihr sind es die Schultergelenke, sie kann ihre Arme kaum bewegen. Diese kalte Jahreszeit macht uns Beiden zu schaffen. Ich bin dafür, die Wintermonate künftig im warmen Florida zu verbringen. Bekommt man so etwas vielleicht auf Rezept?


Montag, 27. Januar 2020

Arbeitsversuch

Arbeiten gehen oder noch daheim bleiben? Schwierige Entscheidung. Zum Einen huste ich noch stark, was in einem Krankenhaus eher unerwünscht ist, und wenn ich dem Rücken zu früh zu viel zumute, werde ich das bereuen.

Andererseits hätte ich spätestens jetzt zu einem Arzt gemusst für einen Krankenschein, und das fand ich auch blöd in meiner Situation. Schliesslich habe ich im Moment keine Rückenschmerzen mehr und wegen eines Hustens schreibt einen niemand krank. Also sitze ich jetzt im Büro, trage einen Mundschutz und bewege mich engelsgleich ganz sanft und vorsichtig.

Ich hoffe, das wird gut ausgehen.

Freitag, 24. Januar 2020

Kann das weg?

Eigentlich freuen wir uns auf ein besseres Jahr, aber wie es begann, war alles andere als gut. Kann ich den Januar 2020 zurückgeben?

Falls sich jemand über mein Schweigen hier gewundert hat - seit einer Woche bin ich ausser Gefecht gesetzt. Begonnen hat es letzten Freitag mit Halsschmerzen und heftigen Niesattacken. Weil es draussen kalt und nass ist und ich in diesen Monaten gefühlt ständig leicht körperlich verkrampft bin, ist es dann passiert: Bei einem der Niesanfälle hat sich mein Rücken herzlich bedankt.

Über einen Tag lang konnte ich mich so gut wie nicht bewegen, mühsam an zwei Krücken bis zum WC laufen. Zu allem Überfluss setzte zeitgleich ein übler Husten ein, und Husten und Schmerzen in der LWS in Kombination - das geht gar nicht. Nun neigen Männer zwar zum Jammern, aber das war wirklich übel!

Also bin ich die ganze Woche daheim, und bis heute habe ich Mühe mit dem Laufen, Stehen und Sitzen. Es wird zwar langsam besser, aber es ist immer noch belastend. Dazu war Rosalie auch noch zwei Tage ans Bett gefesselt mit üblem Halsweh und starken Kopfschmerzen. Also ein komplettes Lazarett daheim.

Immerhin - es ist ja nicht alles schlecht. ;-) Es gibt nämlich auch drei gute Nachrichten: Die OP bei meinem Papa war erfolgreich! Ist schon toll, was man heute alles machen kann, die Wunde ist nur ein kleines Loch im Bauch, nach zwei Tagen konnte Papa nach Hause. Nun müssen wir abwarten, ob der Krebs wirklich besiegt ist. Bei aller Euphorie ist das bekanntlich immer eine schwierige Frage.

Rosalie hat ihren gehassten Familiennamen des Ex abgelegt und ihren Mädchennamen wieder angenommen. Damit ist dieses Kapitel nun auch nach aussen deutlich sichtbar beendet. Auch wenn das noch einen grossen Aufwand nach sich zieht - es war ihr wichtig, und das kann ich gut verstehen nach dem ganzen Theater.

Und - wir haben unsere nächste USA-Reise gebucht! Wenn man schon den ganzen Tag im Bett verbringen muss, hat man jede Menge Zeit, und etwas Aufmunterung tut gut. Nun ist alles entschieden und zwei Wochen Ferien warten im Oktober auf uns. Wir versuchen ja immer eine Mischung aus Neuem und Bekanntem. Und so wird uns die Reise diesmal zunächst nach Boston führen. Von dort machen wir einen kurzen Abstecher nach Montauk. Dieses "Kaff" kennt hierzulande vor allem, wer die Serie "The Affair" gesehen hat. Wir waren grosse Fans der Serie. Das "Lobster Roll" spielt dort eine entscheidende Rolle, und genau DORT werden wir essen gehen!

Und damit wir auch die Wärme geniessen können, geht es zum Schluss noch gut eine Woche nach Florida in unser Lieblingshotel.

Vorfreude ist ja die schönste Freude, und so können wir uns jetzt 260 Tage lang freuen, bis es endlich los geht. Damit sind die Rückenschmerzen gleich gar nicht mehr so schlimm ...


Freitag, 17. Januar 2020

Fuchs, Du hast den Napf gestohlen

Diebische Elstern sind ja hinlänglich bekannt. Dass Füchse aber auch so eine Neigung haben, war mir nicht bewusst. Doch dank unserer Webcam haben wir den Beweis.

Schönes Wochenende!



Donnerstag, 16. Januar 2020

Münchhausen lässt grüssen

Wir hatten es ja seit langem vermutet. Nun haben wir den Beweis.

Im Jahr 2016 hat Rosalies Mann seine Firma aufgelöst. Der angebliche Grund war damals der hohe Arbeitsaufwand und sein gesundheitlich schlechter Zustand. Dass das Unsinn war, wussten wir schon damals. Der eigentliche Grund war, dass er weniger Alimente zahlen und die Gelder seiner Firma verschwinden lassen wollte.

Rosalie hat immer gesagt, dass der Kerl, sobald die Scheidung durch ist, die Firma reaktivieren wird.

Während der letzten Monate faselte er immer etwas von seinem "neuen Leben", das er endlich anfangen wolle. Dann drängelte er nach dem Gerichtstermin, um nochmals 10 Tage zu gewinnen, indem man auf die Einsprachefrist verzichten sollte.

Gestern habe ich den Beweis im Netz gefunden: Am 20. Dezember (also genau dem Tag der Rechtskraft des Urteils!!) hat er seine neue Firma eintragen lassen! Was für ein Mistkerl! Noch in der Verhandlung hat er dem Richter ins Gesicht gelogen, dass er seinen jetzigen Job nicht aufgeben werde. Der Grund ist klar: Alimente sparen. Es geht immer nur ums Geld.

Nun haben wir also erneut die Gewissheit, dass alles, aber auch alles, was er in den letzten Jahren gesagt hat, gelogen war. Sein angeblicher Gesundheitszustand - gelogen. Die Aussage vor Gericht - gelogen. Dass er kein Geld und seine alte Firma Schulden habe - gelogen. Die eigenen Kinder mit falschen Schriftsätzen - belogen. Das Finanzamt - belogen (inkl. Anzeige bei der Staatsanwaltschaft). Und nicht zuletzt belügt er derzeit vermutlich auch seinen Arbeitgeber, denn der verbietet solche Nebentätigkeiten wegen möglicher Interessenkonflikte. Natürlich wird er den Job kündigen oder hat es bereits getan - das war ja von Beginn an das Ziel. Und nur deswegen war er so sauer, dass es so lange dauerte bis zur Scheidung und er in seinem aktuellen Job mit dem "mickrigen" Gehalt ausharren musste.

Rosalie kann wirklich froh sein, wenn sie mit diesem Lügenbaron nichts mehr zu tun hat. Wie man sich so verhalten kann gegenüber der Frau, mit der man zwei Kinder gross gezogen hat, ist unbegreiflich.


Mittwoch, 15. Januar 2020

Berlin, wie haste Dir verändert

Ich weiss nicht, ob sich durch das Leben in der Schweiz mein Blickwinkel verändert hat oder es tatsächlich schlimmer geworden ist: Bei meinem letzten Besuch in Berlin hatte ich den Eindruck, dass die Stadt teilweise völlig vermüllt war. Man fühlte sich, als sei man in einem Entwicklungsland, in dem Umweltschutz und Sauberkeit keine Rolle spielen.

Die Fotos unten sind innerhalb von rund zehn Minuten während eines Spaziergangs im Bezirk Wedding entstanden. Nun ist das keine Gegend, in die sich Fremde/Touristen verirren, insofern komen mehrheitlich nur Anwohner als Verursacher in Frage. Doch geht man nicht eigentlich gerade mit seinem persönlichen Umfeld pfleglich um und hält es möglichst sauber?

Wer ist hier also die Umweltsau?

Dienstag, 14. Januar 2020

Die Natur ist hinterhältig

Im letzten Jahr hat Rosalie einen guten Freund durch Darmkrebs verloren. Vor einigen Wochen wurde bei ihrer Freundin bei einer Spiegelung eine Wucherung entdeckt. Das hat Eindruck hinterlassen, und so hat sie sich nun ebenfalls zur Darmspiegelung angemeldet.

Gestern fand die Untersuchung statt, und das Ergebnis zeigt auf erschreckende Weise, dass die Sorge begründet war: Es wurden sechs Polypen gefunden, die zum Teil schon zwei Zentimeter gross waren. Das Ergebnis der Biopsie steht aus, aber schon dieser Befund allein ist alarmierend und gibt zu denken.

Ich war im letzten Jahr zum Check up, dort wurde anhand einer Stuhlprobe getestet. Doch dieser Test ist natürlich bei weitem nicht so gründlich wie eine Darmspiegelung. Mir graute bisher immer vor dieser Untersuchung, allein schon wegen des notwendigen Abführens am Vortag. Aber was ist das schon im Vergleich zu einer möglichen Darmkrebs-Diagnose ...

Bei meinem Papa hat man zuletzt im Magen und Darm gar nichts gefunden, was mich etwas beruhigt hinsichtlich der eigenen Gefährdung. Aber auch das ist natürlich nur ein Indiz und muss nichts bedeuten.

Dieser Monat hat es onkologisch leider in sich: Mein Vater - Lebertumor. Die Mama von E. - Darmtumor, nicht operabel. Der Partner meiner "alten" Freundin U. - diverse Metastasen. Und Rosalie hat zum Glück "nur" Polypen, die nun keinen Schaden mehr anrichten können. 

Krebs ist schon eine sehr hinterhältige Krankheit, da sie sich meist erst bemerkbar macht, wenn es fast zu spät ist. Es wäre ein Segen für die Menschheit, würde man endlich ein wirksames Mittel dagegen finden, mit dem nicht nur die Folgen gemindert werden können, sondern entartete Zellen erst gar nicht auftreten. Aber das werden wir wohl nicht mehr erleben.


Montag, 13. Januar 2020

Warten

Eigentlich habe ich nicht so grosse Mühe damit, auf etwas warten zu müssen. Wenn es aber um gesundheitliche Themen geht, ist das nicht ganz so einfach.

Dabei kann ich im Moment aber eben gar nicht mehr tun. Deshalb habe ich mich auch am Freitag entschlossen, nicht in Berlin zu bleiben, sondern nach Hause zu fahren. Mein Vater ist daheim, und nachdem wir am Donnerstag gemeinsam mit dem Oberarzt der Chirurgie beschlossen haben, welcher Art der Eingriff sein wird, bin ich ein wenig beruhigt.

Es standen drei Varianten zur Auswahl - die OP am offenen Bauch, eine Wärmebehandlung mit der sogenannten perkutanen Radiofrequenzablation oder die Bestrahlung. Wir haben uns für die zweite Variante entschieden. Hierbei ist einerseits das Risiko nicht so gross und andererseits sind die Erfolgsaussichten noch ganz gut. Da der Tumor "nur" 33 mm gross ist, bestehen gute Chancen, dass das Thema anschliessend zumindest vorübergehend erledigt ist. Nach Aussage des Arztes gibt es auch keine Anzeichen für Metastasen.

So weit, so gut. Allerdings war der Tumor nur ein Zufallsbefund. Die Ursache für die Ohnmachtsanfälle hat man bisher nicht gefunden. Rosalie und ich glauben, dass es mit den kürzlich verordneten Entwässerungstabletten zu tun hat, aber bestätigen will das niemand. Und so mache ich mir natürlich trotzdem Sorgen, weil man nicht abschätzen kann, ob und wann so ein Anfall wieder auftritt. Ausserdem fährt er schon wieder Auto ...

Mittwochmittag findet nun die OP statt. Sollte es zu Komplikationen kommen, muss ich halt notfalls den nächsten Flieger nehmen und wieder nach Berlin reisen. Aber ich hoffe, dass alles gut läuft und Papa nach drei Tagen wieder nach Hause kann. Wichtig war, dass ich da war für die Besprechung, weil die Fragen, die ich hatte, sonst offen geblieben wären, und natürlich auch, um meinem Vater ein wenig moralische Unterstützung zu geben. Er hat sich wirklich riesig gefreut, und darauf kam es ja an.


Mittwoch, 8. Januar 2020

Gute Entscheidung

Ich bin in Berlin. Nach einiger Überlegung mit Rosalie habe ich mich entschlossen, am Sonntagmorgen los zu fahren. Ich hättezwar auch das Flugzeug nehmen können, aber ich wollte unabhängig bleiben für den Fall, dass ich kurzfristig die Rückreise verschieben muss. Das Umbuchen ist aufwändig und kostet jedes Mal Geld.

Und es war die richtige Entscheidung.

Papa wusste nicht, dass ich komme. Als ich das Zimmer im Krankenhaus betrat, war er gerade im Bad. Dann kam er mit seinem Rollator heraus, erblickte mich und dachte wohl kurz, er würde einen Geist sehen. Dann brach er in Freudentränen aus ...

Leider weiss ich auch heute Morgen noch nicht wirklich viel. Mein Papa durfte gestern nach Hause, am Donnerstag gibt es dann endlich ein Gespräch mit dem Arzt, und ich hab darauf bestanden, dass ich dabei sein darf. Bei diesem Termin wird entschieden, welcher Art der Eingriff sein soll. Eine Leber-OP ist unter den gegebenen Umständen nicht ohne, und so muss das Für und Wider der verschiedenen Möglichkeiten abgewogen werden. Ausserdem habe ich noch viele Fragen zu Papas Zustand, dem Tumor usw. Ich hoffe, dasss man sich die Zeit nimmt und alle Fragen in Ruhe beantworten kann.

Für Montag ist dann der Eingriff geplant. Und schon zahlt sich aus, dass ich mit dem Auto hier bin, denn eigentlich hatte ich die Rückreise für das Wochenende angedacht. Nun bleibe ich halt länger. Zum Glück ist mein Arbeitgeber da sehr grosszügig und wir schauen später, wie wir das regeln. Das Hotelzimmer kann ich immer wieder verlängern. Und heute Abend kommt dann auch Rosalie angeflogen und wird bis Samstag bei mir bleiben. Sie hat Montag einen wichtigen Termin und muss daher zurück.

Ich werde also frühestens am Dienstag wieder auf die Piste gehen und die 1000 km zurück fahren. Bis dahin vertreibe ich mir hier die Zeit, hoffe natürlich, dass es am Montag keine Komplikationen geben und Papa die OP gut überstehen wird. Ob damit dann alles erledigt sein wird, wie mein Vater es annimmt und der Arzt ihm leichtfertig versprochen hat, wage ich aber zu bezweifeln ...