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Donnerstag, 15. November 2018

Das Leben geniessen, jeden Tag!

Mal abgesehen davon, dass mein Kollege mal wieder drei Stunden (!) zu spät kam, gab es gestern noch ein Ereignis, das einen einmal mehr sehr nachdenklich macht ...

Mein Chef kam ungewöhnlich spät ins Büro. Als er eintraf, wirkte er zerstreut und aufgelöst. Er rief mich kurz zu sich, um mir mitzuteilen, dass er gleich wieder los müsse. Seine Frau sei eingeliefert worden mit neurologischen Ausfällen. Diagnose: Hämatom der Halsschlagader mit einhergehender Thrombose - also ein Schlaganfall.

Was für ein Schock. Mein Chef kommt vom Fach und wusste natürlich sofort, worum es ging und was das bedeuten kann: unvorhersehbare Schädigungen des Gehirns. Und das mit 39 und einem jungen Kind daheim. Bei der OP wurde die Stelle geweitet (Stent) und das Gerinnsel entfernt. Kurz darauf noch ein zweites ... Nun kann man nur warten, eine Prognose ist nicht möglich.

Man stelle sich das vor: Da steht man morgens auf, ärgert sich vielleicht über einen vermeintlichen grippalen Infekt, und Stunden später wacht man im Spital auf, ist halbseitig gelähmt und kann nicht mehr sprechen. Was für ein Albtraum, sowohl für die Frau als auch die Familie.

Also: Leben wir jeden Tag, als sei es der letzte. Auch wenn das eine Binsenweisheit ist - richtig ist sie allemal. So schnell kann alles vorbei und der Alltag nicht mehr der selbe sein.

Montag, 8. Oktober 2018

Ich will rein (8) - Selbstgemachte Probleme

Wir haben ja sonst keine "Sorgen" ... Donnerstagmorgen ist Abreise, bis dahin sind noch Stellungnahmen, Eingaben, Steuererklärungen fertig zu machen. Und nun machen wir uns auch noch Sorgen um Henry, weil unser Haus sich zum Mekka für Katzen entwickelt.

Bernie hat gestern fast den ganzen Tag schlafend im Haus verbracht, er war nur wenige Stunden mal im Garten oder auf dem Feld. Am Freitag hatten wir einen neuen, nicht eingeladenen Gast im Haus, während wir alle auswärts waren. Unsere Katzentür öffnet eigentlich nur durch Erkennung des Chips, war aber an diesem Tag nicht richtig verschlossen. Irgendwann schaute ich mir zufällig unsere Webcam an und rieb mir die Augen: Ein unbekanntes Tier im Haus!



Ganz gemütlich schlenderte er durch das Zimmer, frass hier und da und ging schliesslich lässig durch die Tür wieder hinaus. Offenbar kennt er sich mit solchen Klappen gut aus. Dumm nur, dass die Tür eben eigentlich nicht für jedermann offen ist. Beim nächsten Versuch am folgenden Tag kämpfte er dann vergeblich mit seinen Pfoten, um die Tür zu öffnen, und musste schliesslich hungrig wieder von dannen ziehen (wobei er bei uns "der Dicke" heisst, weil sein Bauch schon fast auf dem Boden hängt, verhungern tut er also nicht).

Im Gegensatz zu unserem weiteren neuen Gast seit ein paar Tagen. Jeden Abend kommt er oder sie vor die Tür und legt sich dort hin, schaut uns mit traurigem Gesicht durch die Scheibe an. Das Tier ist aber sehr scheu, sobald man die Tür öffnet, flüchtet es. Aber weil wir es nicht mit ansehen konnten, dass das arme Tier da auf dem Beton liegt, haben wir ein altes "Körbchen" raus gestellt. Tja, nun liegt das rot-weisse Tierchen eingekuschelt fast die ganze Nacht vor unserer Tür.



Das ist ja eigentlich ganz niedlich, aber: Sie vertreibt nun vom Podest aus alle anderen Katzen, die sich der Treppe nähern. Somit kommt Henry nicht mehr zum Eingang, solange die "Wächterkatze" es sich gemütlich gemacht hat. Also werden wir das Bettchen wohl wieder wegräumen müssen, bevor uns Henry am Ende doch noch wegläuft.

Ob wir mit ihm mal zum Tier-Psychologen müssen, um sein Selbstbewusstsein zu stärken? Wie wird das, wenn wir weit weg in Florida sind und niemand auf Henry achtgeben kann? Im Tierheim kamen zahlreiche Katzen auf engem Raum miteinander aus, warum klappt das bei uns nicht?


Freitag, 5. Oktober 2018

Die Luft ist raus

Wir laufen so ziemlich auf dem Zahnfleisch. Der letzte "richtige" Urlaub ist eine Ewigkeit her, der Stress mit dem Ex und dazu die Baurechts-Verfahren lassen vor allem Rosalie nicht ruhen. Es wird Zeit, dass wir diesem ganzen Mist mal entfliehen. Dann können sich die Drohbriefe vom Gatten mit seinen Forderungen und Betreibungen hier stapeln bis unter die Decke. Egal.

Und da wir unsere Reise bereits im Februar gebucht haben, ist die Vorfreude auch bald nicht mehr zu steigern. Im Gegensatz zum letzten Mal vor drei Jahren, ist es diesmal weniger die Neugier, die uns treibt, sondern das Wissen um das, was uns erwartet. Sonne, Meer, tolle Hotels und jede Menge Entspannung. Und Zeit für uns.

Im Büro wird man sicher auch 3,5 Wochen ohne mich auskommen. Da können sich die beiden Kollegen mal beweisen.

Morgen hole ich die Koffer vom Dach, dann können wir mit dem Packen beginnen. Ein untrügliches Zeichen dafür, dass es bald los geht. Viel braucht man - zumindest als Mann - ja in Florida ohnehin nicht: ein paar Shirts, kurze Hosen, Flip-Flops, Sonnenbrille und -hut. Reicht eigentlich schon. :-)

Noch sechs Mal schlafen ...

Donnerstag, 4. Oktober 2018

Arme Geschöpfe

Noch haben wir einen täglichen oder besser nächtlichen Gast daheim. Bernie aka Victor ist pünktlich jeden Abend gegen 18 Uhr an unserer Tür und begehrt Einlass. Er darf auch herein und verbringt dann die Nacht auf Rosalies Kopfkissen. Ausserdem sitzt seit Neuestem eine weitere Katze jeden Abend vor der Tür. Sie sieht genauso traurig aus wie Bernie damals, ist aber scheu und zieht sich zurück, sobald man die Tür öffnet.

Aber weil Bernie ja ein anderes Zuhause hat und wir ab nächsten Donnerstag 18 Tage weg sind, kann es gut sein, dass er sich in dieser Zeit neue Wege und Schlafplätze sucht. Wir finden die Vorstellung, eine zweite Katze im grossen Haus zu haben, allerdings gar nicht schlecht, auch wenn Bernie und Henry nicht gerade beste Freunde geworden sind. Das kann mit anderen Tieren ganz anders sein.

Und weil wir neugierig sind, ob und wie das gehen könnte, sind wir letzten Freitag ganz spontan ins örtliche Tierheim gefahren. Es wird von einem privaten Verein betrieben, erhält Unterstützung vom Kanton, ist aber trotzdem auf Spenden angewiesen. Die finanzielle Situation sieht man auch gleich, wenn man dort ankommt. Das Heim besteht zum grossen Teil aus alten Containern, in denen mit notdürftigen Gittern Räume abgetrennt und mit Radiatoren beheizt werden.

Wir durften eine Weile im "Katzenzimmer" herumlaufen - ein relativ enger Raum mit kleinem Auslauf, vielen Kratzbäumen, alten Katzenkörben, Decken und anderen Verstecken. Und überall sitzen oder spielen Katzen jeden Alters. Wir haben viele Tiere gestreichelt, beobachtet, nachgefragt. Der Vorteil ist, dass die Angestellten das Temperament der Tiere gut kennen und uns beraten würden, welche Katze zu Henry passen könnte. Ausserdem sind alle Tiger gechippt, geimpft und entwurmt.

Wir sind keiner Katze begegnet, die wir am liebsten und unbedingt sofort mitgenommen hätten, auch wenn es einige Kandidaten gab, die sich "aufgedrängt" haben. Trotzem möchte man allein aus Mitleid eigentlich allen Tieren ein Zuhause geben. Schon auf der Internetseite des Heims haben wir eine Katze entdeckt, die uns optisch besonders gefallen hat. Vor Ort haben wir dann erfahren, dass sie vom Alter her super passen würde, allerdings schon fast ihr ganzes Leben im Tierheim verbringt, weil sie niemand haben möchte. Das Problem: Sie wurde auf einem Bauernhof gefunden, war halb wild und ist nicht an Menschen gewöhnt. Sie ist daher sehr scheu und tut sich schwer damit, Vertrauen zu gewinnen.

Rosalie hält mich ja für einen Katzenflüsterer, und ich hätte schon Interesse, gerade diesem armen Geschöpf ein Zuhause zu geben. Auf der anderen Seite möchte man irgendwie auch wieder ein Tier haben, das mit einem kuschelt, die Nähe sucht und sich schnell heimisch fühlt. All das wäre hier vorläufig nicht gegeben. Mit Henry gäbe es vermutlich kein Problem, denn der wäre genauso froh, seine Ruhe zu haben und nicht belästigt zu werden.

Wir sind noch unschlüssig, ob und wenn ja, welche Katze nach dem Urlaub aus dem Heim bei uns einziehen wird. Sollte Bernie unmittelbar nach unserer Rückkehr doch wieder vor der Tür sitzen, wird es sowieso schwierig. Im Grunde haben wir ja jetzt zwei Katzen daheim und eine nun auch noch vor der Tür ...

Mittwoch, 3. Oktober 2018

Verdammt lang her

Es sind nun schon fast 29 Jahre vergangen, seit die Grenzen in Deutschland verschwunden sind. Heute Morgen im Radio kamen junge Menschen aus Deutschland zu Wort, die, wie auch mein Sohn, die Teilung gar nicht mehr miterlebt haben und sich deswegen auch nicht vorstellen können, wie das damals gewesen sein mag.

Ich denke noch heute, vor allem in Berlin, öfter man daran, wenn ich die imaginäre Linie überquere, dass dies noch am 8. November 1989 unvorstellbar war. Und nun ist es völlig selbstverständlich und viele Menschen wissen nicht einmal mehr, wo die Grenzlinie überhaupt verlaufen ist.

Das ist gut so, und ich habe diesen Tagen im November 1989 auch viel zu verdanken. Sicherlich hätte ich auch ohne Mauerfall meinen Weg irgendwie gemacht, aber er wäre ein gänzlich anderer gewesen. Für meinen beruflichen Weg kam die Grenzöffnung sogar etwas zu früh und hat mir manche Chance verbaut. Aber sei es drum. Ich war nie arbeitslos, habe viel gelernt, auch fürs Leben, und so manche notwendige Veränderung, gerade aufgrund der veränderten Bedingungen im vereinten Land, war letztlich wichtig für meine persönliche Entwicklung.

Und hätte mir jemand am 8.11.89 gesagt, dass ich am 3.10.2018 in Bern sitzen und dieses Post schreiben würde - ich hätte ihn für komplett verrückt erklärt. :-)

Also, Ihr da "drüben" - dann schlaft mal aus und feiert schön für mich mit!

Donnerstag, 20. September 2018

Stillstand

Vor ziemlich genau einem Monat erhielten wir die Kopie eines Schreibens, indem der Anwalt von Rosalies Ex das Gericht um Auskunft über den Stand und Fortgang des Verfahrens bat. Bis heute ist keine Antwort eingetroffen, was wohl darauf hindeutet, dass der zuständige Richter mit dem Fall restlos überfordert ist.

Wie es nun weiter geht, ist immer noch völlig offen. Der Ex jammert, er habe kein Geld, und ist bereits wieder einen Monat mit den Alimenten im Rückstand. Doch an ein Einlenken seinerseits ist nicht zu denken. Er rückt von seiner Position bisher keinen Millimeter ab und bietet damit absolut keine Basis, um überhaupt mal über eine Scheidungskonvention nachzudenken und damit das Verfahren abzukürzen.

Bleibt es dabei und weigert sich der Richter, mal auf den Tisch zu hauen und den Ex zur Vernunft zu bringen, wovon auszugehen ist, wird das Verfahren wohl noch Monate, im schlimmsten Fall Jahre dauern. Die nächste Aktion dürfte dann die Einschaltung eines Sachverständigen sein, um die Buchhaltung des Ex zu prüfen, da das Gericht sich weigert, dies selbst zu tun.

Dazu kommt die traurige Nachricht, dass Rosalies Anwalt erneut schwer erkrankt und vor zwei Wochen bereits wieder operiert wurde. Ob oder wann er wieder arbeitsfähig sein kann, wissen wir nicht.

Es ist eine verstörende, extrem belastende Situation, zumal kein Ausweg erkennbar ist (es sei denn, Rosalie verzichtet auf alles und schenkt ihrem Ex das gesamte gemeinsame Vermögen). Wie viel Geld die Anwälte auf beiden Seiten für diesen Irrsinn schon verschlungen haben, übersteigt jedes Vorstellungsvermögen.

Von dem vom Ex im Juni erwähnten, "zwingend notwendigen" Notebook für den gemeinsamen Sohn ist übrigens inzwischen, wie zu erwarten war, keine Rede mehr - und, oh Wunder, es geht tatsächlich ohne! Dafür erstellt der Ex weiter fleissig "Rechnungen" mit der Auflistung seiner Nebenkosten, an denen sich Rosalie seiner Meinung nach zu beteiligen habe, weil ihr das Haus zur Hälfte gehört. Offenbar hat der gute Mann zu viel Zeit, um sich mit solch idiotischen Dingen zu befassen. Eine sachliche und juristisch haltbare Begründung für diese Forderungen ist er jedenfalls bis heute schuldig geblieben.

Mittwoch, 5. September 2018

Der Puls steigt

Nur noch 36 Tage! Drei Jahre nach dem ersten, atemberaubenden Urlaub in Florida werden wir im Oktober wieder nach Miami fliegen. Wie ich schon mehrfach geschrieben habe, bin ich noch heute überwältigt von dem Erlebnis in 2015. Es war ein Traum, den ich mir gemeinsam mit Rosalie in jenem Jahr erfüllt habe. Hier kann man es noch einmal nachlesen.

Und damals habe ich mir geschworen, dass ich da in jedem Fall noch einmal hin möchte! Mag sein, dass das zweite Mal weniger Eindruck hinterlässt, weil man vieles schon einmal gesehen hat, aber auf der anderen Seite wissen wir diesmal, was uns erwartet, denn wir haben zwei wunderbare Hotels vom letzten Mal wieder auf unserer Liste, und damit können wir sicher sein, dass wir uns auch in diesem Jahr wieder sehr wohl fühlen werden. Gerade erhielt ich noch ein Mail vom Hotel in Key West, das unseren Wunsch, eine bestimmte Suite im Resort nutzen zu können, bereits hinterlegt hat.

Diesmal werden wir den Weg durch Florida von Norden nach Süden nehmen und dann von ganz "unten" aus noch Washington einen kurzen Besuch abstatten, bevor es zurück in die Schweiz geht. Zu gern hätte ich noch Boston und Montauk (wegen unserer Lieblings-TV-Serie "The Affair", die dort spielt) mit ins Programm genommen, aber das hätte den zeitlichen Rahmen gesprengt. Wir haben also schon einen Grund parat, um irgendwann wieder Richtung USA zu reisen ... ;-)

Der Countdown läuft!


Donnerstag, 30. August 2018

Mega-Frust und Trauer

Aus, vorbei, von einem Tag auf den anderen. Heute Morgen steht es in aller Schweizer Medien: Skywork Airlines stellt per sofort seinen Flugbetrieb ein und melde Konkurs an.

Es war für uns DIE Fluggesellschaft, mit der wir immer wieder bequem von Bern nach Berlin geflogen sind und für September und Dezember auch bereits wieder Flüge gebucht hatten. Die Tickets sind nun wertlos, auf den Kosten bleiben wir natürlich sitzen.

Es geht hier aber nicht nur um Kosten, es geht vor allem um Zeit. Konnten wir bisher locker in vier Stunden von Tür zu Tür reisen (sodass ich sogar am Abflugtag noch bis zum Mittag arbeiten konnte), müssen wir nun weit mehr als sechs Stunden für eine Richtung einplanen, da wir stets den Umweg mit der Bahn über Zürich nehmen müssen.

Bereits vor einem Jahr war die Finanzierung kurzfristig unsicher, aber nach drei Tagen Grounding hob Skywork wieder ab. Was mich aktuell besonders stört und nach Betrug riecht: Am Montag noch, also vor VIER Tagen, hatte man ganz gross die neuen Ferienziele 2019 beworben und Reisende zu Buchungen aufgefordert, vorgestern machte dazu eine Meldung die Runde, dass Skywork sein Aktienkapital verdoppelt hätte.

Und letzte Nacht heisst es nun, die Verhandlungen mit einem Partner seien gescheitert. Wenn am Montag also noch gar keine Finanzierung in Sicht war, wie kann man Kunden locken, ihr Geld bei Skywork aus dem Fenster zu werfen? Was läuft da, wollte man die Konkursmasse noch schnell erhöhen und seine "treuen" Kunden ausnehmen?

Wie dem auch sei, ich muss nun meinem Vater mitteilen, dass wir leider nicht kommen können ... Die Mutter meines Chefs kam gestern Abend noch mit einem der letzten Fluzeuge nach Bern geflogen. Wie sie nun wieder nach Hause kommt, steht in den Sternen. Eine Kollegin erzählte mir, dass sie am Wochenende in London sein wird und mit Skywork zurück kommt. Auch das ist nun nicht mehr möglich.

Und für uns wird es nun künftig sehr umständlich mit den Reisen nach Berlin. Sicher, in der Vergangenheit habe ich das 3,5 Jahre jede Woche gemacht. Aber die Umstände waren andere. Die Zeit ist das Hauptproblem. Rosalie muss mehr Stunden opfern von ihrer kostbaren Urlaubszeit, wir müssen aus Berlin viel früher weg, weil wir ja die Kinder vom Vater übernehmen müssen, und das geht nicht erst mitten in der Nacht, und wegen der langen Reise mit Flug und Zug kann es immer diverse Verspätungen geben, die wir kaum kalkulieren können.

Schade, dass es so endet.


Mittwoch, 22. August 2018

Wiedersehen

Was, sind sechs Tage schon rum? Sitze ich tatsächlich schon wieder im Büro? Die Tage waren voller Abwechslung und die Zeit verging wie im Fluge.

Am vergangenen Mittwoch sind wir gut und sicher mit der kleinen Skywork-Maschine in Tegel gelandet und haben unser Hotelzimmer bezogen. Kleiner Ärger zu Beginn: Das Bett drohte einzubrechen, die Füsse waren allesamt locker (was wohl die vorigen Nutzer da gemacht haben mögen?). Wir haben an der Rezeption Bescheid gesagt, am nächsten Tag war das Problem behoben.

Den Abend verbrachten wir im Restaurant ganz in der Nähe, das wir beim letzten Besuch in Berlin vor ein paar Monaten entdeckt hatten. Dort sitzt man gemütlich zu Alt-Berliner Ambiente und ebensolchen Speisen. Was für ein Wunder: Die Bedienung, mit der wir damals länger plauderten, erkannte uns wieder und begrüsste uns lautstark. Wir scheinen wohl einen bleibenden Eindruck hinterlassen zu haben. :-)

Der Donnerstag stand im Zeichen meiner "alten Heimat". Nach einer kurzen Shoppingrunde fuhren wir zum "Clou", einem kleinen Center, in dessen Nähe ich bis zu meinem Umzug gewohnt habe. Zunächst umrundeten wir mein damaliges Wohnhaus und schauten nach, ob neue Namen an den Klingeln stehen. Dann setzten wir uns mal wieder aufs Dach des Centers, tranken ein Bier und sahen den in Tegel landenden Fliegern zu. Natürlich auch der kleinen Skywork-Maschine, mit der wir am Tag zuvor angekommen waren:



Zu 18 Uhr hatte ich einen Tisch in unserem Lieblings-Steakhaus reserviert. Nach über einem Jahr habe ich endlich meinen Sohn wieder gesehen! Es war wirklich ein schöner Abend, wir haben viel erzählt und ich denke, die Schwierigkeiten der letzten Jahre sollten nun überwunden sein. Wir haben auch seine Freundin kennen gelernt, mit der er seit mehr als zwei Jahren zusammen ist, und sie macht einen wirklich tollen Eindruck. Da hat er eine gute Wahl getroffen. ;-)

Das nächste Highlight wartete am Freitag. Wir liehen uns von meinem Vater das Auto und machten einen Abstecher an die Ostsee. Von Berlin aus ist das ja fast ein Katzensprung. Ich zeigte Rosalie die Insel Usedom, auf der ich als Kind jedes Jahr im Sommer meine Ferien verbrachte. Bei dem herrlichen Wetter hatten wir ein paar schöne Stunden an dem traumhaften Sandstrand, auch wenn das Wasser von den Algen recht grün war. Gegen Abend assen wir noch in Ahlbeck eine Kleinigkeit, bevor wir nach Berlin zurück fuhren.



Das Auto brachten wir am Samstag zu meinem Papa zurück und fuhren dann gemeinsam nach Lanke zu einem gemütlichen Restaurant, wo wir gemeinsam gegessen haben. Dann blieben wir noch bis zum Abendessen bei ihm daheim. Es geht ihm im Grunde gut, aber er läuft so schlecht, dass ich mir schon Sorgen mache, wie das in ein paar Wochen oder Monaten aussehen mag. Es wird der Tag kommen, an dem er die eine Etage bis nach unten gar nicht mehr überwinden kann. Und dann? Man kann mit ihm nicht reden, er blockt bei diesem Thema komplett, möchte aus der Wohnung auf keinen Fall raus, in der er seit 50 Jahren wohnt. Das wird noch ein schwieriger Fall werden, fürchte ich, und ich beneide meine Stiefmutter nicht, die damit täglich umgehen muss. Vorgestern ist er im Supermarkt mal wieder hingefallen, weil er mit seinem Rollator nicht klar kam. Zum Glück ist wieder nichts Schlimmes passiert.

Am Sonntag war erneut herrlicher Sonnenschein. Also raus an die frische Luft. Rosalie hatte die Idee, zum Botanischen Garten zu fahren. Wir verbrachten gut drei Stunden dort, aber bei der Hitze waren wir danach ziemlich müde. Fürs Hotel war es zu früh, also beschlossen wir, in unsere Lieblings-Strandbar zu fahren. Es war noch ganz leer, als wir ankamen, und so ergatterten wir einen schönen Tisch direkt am Wasser:



Bis19 Uhr ist täglich Happy Hour, die haben wir reichlich ausgenutzt ... Danach sind wir im Hotel ins Bett gefallen.

Noch ein, nein zwei Wiedersehen gab es am Montag. Zunächst war ich mit meiner früheren Klavierlehrerin verabredet. Sie hat mich irgendwann zufällig per Stayfriends gefunden und nun haben wir endlich einen Termin finden können. Etwa 23 Jahre hatten wir uns nicht gesehen! Sie schien sich riesig gefreut zu haben und liess uns kaum zu Wort kommen in den zwei Stunden, die wir zusammen sassen. Ich konnte mich gar nicht erinnern, dass sie so gern redet. :-)

Sie war mit uns zu einem Shopping-Center gefahren, weil man dort gut sitzen und Kaffee trinken kann. Nachdem wir uns verabschiedet hatten, wollte ich mit Rosalie zurück in die Stadt, um dort zu einer Filiale meines Lieblings-Kleiderladens zu gehen. Rosalie fragte mich noch, ob denn in dem Center, in dem wir gerade standen, nicht auch eine Filiale sein könnte, was ich kategorisch verneinte. Und schon standen wir davor ... Und dann schaute ich in den Laden und entdeckte meine Lieblings-Verkäuferin! Sie ist eigentlich Leiterin einer anderen Filiale, hat eigentlich montags frei und war an diesem Tag zum ersten Mal in diesem Laden zum Aushelfen. Was für ein Zufall. Wir haben viel erzählt, und "nebenbei" habe ich viel Geld ausgegeben für ein Hemd, eine Lederjacke und eine Hose ...

Und schon war es Dienstag. Leider wurde kürzlich der Flugplan umgestellt, sodass im Sommer der Rückflug jetzt erst um 20 Uhr startet. Wir mussten also den ganzen Tag noch in der Stadt verbringen, was nicht so ganz einfach ist, da man ja den Koffer irgenwo lagern muss und dann auch nicht so flexibel ist. Wir haben das Beste draus gemacht und waren - shoppen. Also ein bisschen. Den Nachmittag verbrachten wir im KaDeWe ganz oben in einem kleinen Café, in dem wir Kaffee und Wein tranken, bis die Zeit ran war, um zum Flughafen zu fahren.

Überpünktlich sind wir in Bern gelandet und freuten uns auf das Wiedersehen mit dem Kater. Aber als wir ankamen, war er nirgends zu sehen. Alles Rufen half nichts und wir mussten ohne Begrüssung schlafen gehen. Erst nach 1 Uhr kam er ins Haus. Man hört oft, dass Katzen beleidigt tun, wenn ihre Menschen so lange weg waren. Bei Henry war das anders. Er schien hoch erfreut, liess sich knuddeln und wollte eine Zeit lang gar nicht von meiner Seite weichen. Erst nach mehreren Streicheleinheiten ging er wieder raus auf die Pirsch. Offenbar hat er die erste längere Abwesenheit gut verkraftet. Dabei hat er während unserer Reise die erste Ratte ins Haus gebracht, die aber schon tot war. Rosalies Sohn hatte die "Freude", sie unter dem Tisch zu finden und zu entsorgen. Ein Riesenvieh, länger als eine Hand und damit ein anderes Kaliber als die Spitzmäuse, die er bisher angeschleppt hat. Ich hoffe, das war eine Ausnahme. Ratten sind nun wirklich nicht niedlich.

Und nun hat uns schon der Alltag wieder - heute erster Arbeitstag. Wegen der Henry-Kuschelaktion bin ich ziemlich müde und froh, dass die Woche nur drei Tage hat.

In fünf Wochen fliegen wir ein weiteres Mal nach Berlin. Wir freuen uns schon, und Papa natürlich auch. Gegessen haben wir in der vergangenen Woche viel zu viel, aber das gehört ja irgendwie auch ein bisschen zum Urlaub. Und es gibt halt zahlreiche gute und auch günstige Restaurants in der Stadt, da kann man kaum widerstehen. Also bis bald, Berlin!

Freitag, 10. August 2018

Spoilerwarnung

Fans der Serie "The Affair", die Folge S04E08 noch nicht gesehen haben, sollten lieber nicht weiterlesen ...

Ich hatte ja schon mal erwähnt, dass wir die Serie sehr gern sehen, nachdem ich sie vor ein paar Monaten per Zufall entdeckt hatte, da ich ein Fan von Maura Tierney, einer der vier Hauptakteure in dieser Serie, bin. Und wenn man eine Serie mit einigem Tiefgang in kurzer Folge anschaut, wird man vertraut mit den Charakteren, leidet und freut sich mit ihnen.

Und dann passiert es - eine der vier Personen stirbt! Obwohl die Möglichkeit immer mal wieder angedeutet wurde, hätte das wohl kaum jemand erwartet, schliesslich lebt die Serie von den vier Hauptdarstellern, und Ruth Wilson als Alison ist für mich eine der wichtigsten Person der Handlung gewesen.

Und so sassen Rosalie und ich gestern Abend, als wir uns auf die aktuelle Folge freuten und mit einem Glas Wein auf der Couch Platz genommen hatten, ziemlich konsterniert vor dem Bildschirm, als klar wurde, dass es kein Irrtum war und Alison tatsächlich tot ist. Gerade noch waren wir begeistert, als wir erfuhren, dass es eine finale fünfte Staffel geben wird. Doch wie wird das nun weiter gehen, wenn einer der Protagonisten fehlt? Wer wird Alison "ersetzen"? Ist die Serie noch so attraktiv wie bisher?

Ich hab dann mal im Web geschaut, und da heisst es, dass Ruth Wilson schon vor der vierten Staffel darum gebeten habe, aus der Serie heraus geschrieben zu werden. Gründe wurden nicht genannt, aber man kann vermuten, dass andere Projekte daran schuld sind. So wird sie ab September mit Charlotte Rampling in "The Little Stranger" im Kino zu sehen sein. Sie ist nicht die klassische Schönheit, aber durchaus eine attraktive, interessante Frau, auf die wir nun leider für den Rest der Serie verzichten müssen.

Freitag, 3. August 2018

Vorhersehbarer Ärger

Eigentlich wollte ich an meinem freien Tag heute gar nichts schreiben. Aber da Rosalie einen Termin hat und es einen aktuellen Anlass gibt, tue ich es jetzt doch ...

Erinnert Ihr Euch noch? Rosalie musste ihren Ex betreiben (Zwangsvollstreckung), da der sich weigerte, die Alimente zu zahlen. Nach seiner Meinung hätte Rosalie umfangreiche Schulden bei ihm, die es rechtfertigen würden, diese mit den Alimenten zu verrechnen. Dem widersprach das Gericht und verdonnerte ihn zur Zahlung.

Was mich stutzig machte: Der Ex ließ sich nicht einmal das Urteil begründen, sondern akzeptierte es ohne Gegenwehr. In diesem Moment war mir klar, was er vor hat: Er würde Rosalie seinerseits betreiben mit den "Forderungen" von seiner Seite.

Ich rechnete mit einem Einschreiben vom Gericht gegen Ende Juli. Rosalie war weit weniger überzeugt davon als ich. Zudem "warnte" er sie noch vor zwei Wochen mit dem Hinweis, wenn sie ihn erneut betreiben würde und er seinen Job verlöre (was völlig albern ist), dann hätten sie beide nichts mehr.

Wie verlogen und ignorant das war, zeigte sich nun heute, als sich meine Prophezeiung mit einiger Verspätung erfüllte: Eine Betreibung flatterte ins Haus mit all den Kosten, die er zuvor eigenmächtig abziehen wollte. Damit beweist er zunächst einmal mehr, dass seine Aussagen nur Psychospielchen sind, denn wenn er wirklich damit rechnen würde, auf Grund einer Betreibung arbeitslos zu werden, würde das für Rosalie genauso gelten, und wenn das einträte, müsste er noch viel höhere Alimente zahlen. Diese vermeintliche "Sorge" sollte also lediglich einschüchtern ...

Und zum Inhaltlichen der Forderung? Er muss das jetzt dem Gericht gegenüber erst noch begründen, aber aus den früheren Schreiben kennen wir die Details bereits. Zunächst fordert er die Beteiligung an Kosten, die per Gerichtsbeschluss eindeutig ihm allein auferlegt wurden, was er nicht versteht oder bis heute ignoriert. Das kann man schon mal abhaken.

Dann geht es u. a. um Müll- und Wassergebühren, also um Verbrauchskosten, an denen sich Rosalie seiner Meinung nach zu beteiligen hat. So etwas Dämliches habe ich noch nie gelesen. Noch dazu, wo seine Liebste jetzt ebenfalls bei ihm gemeldet ist und Rosalie ihre Kosten quasi mit zahlen müsste. Gehts noch?

Begründen tut er das damit, dass Rosalie noch im Grundbuch steht und ihr damit die Hälfte des Hauses mit gehört. Was bei den Nebenkosten aus meiner Sicht absurd ist (Verbrauchskosten, die Rosalie nicht verursacht hat), stellt sich für mich bei notwendigen Unterhaltsarbeiten nicht ganz so eindeutig dar:

Was meint Ihr - kann man Rosalie verpflichten, in einem Haus, das sie weder betreten noch sonstwie nutzen darf, trotzdem Lasten in Form von z. B. Reparaturkosten mitzutragen, noch dazu, wo er sie im Vorfeld einer solchen Reparatur nie informiert, sie also kein Mitspracherecht ausüben oder kontrollieren kann, ob dies überhaupt notwendig ist? Spielt es eine Rolle, dass sie einen eigenen Haushalt hat, den sie finanziell allein tragen muss? Und wie verhält es sich mit aus seiner Sicht notwendigen Investitionen am und im Haus?

Ich hab dazu nicht viel Verwertbares im Netz finden können, erst recht nicht nach Schweizer Recht. Und mein Rechtsempfinden ist sich bei diesem Thema auch nicht ganz sicher.

Bis es hier zu einer Entscheidung des Gerichts kommen wird, dauert es wie üblich. Der Weg: Rosalie hat jetzt die Forderung formal bestritten. Nun muss der Ex darlegen, warum er diese Forderung stellt. Rosalie erhält dann Gelegenheit, Stellung zu nehmen. Aus diesen beiden Schreiben leitet das Gericht dann im besten Fall eine Entscheidung ab - oder es kommt zu weiterem Schriftenwechsel. Es wird also mindestens September, bis es ein Urteil geben könnte.

Auch dieses Urteil könnte von großer Bedeutung sein, denn es wird ein für allemal klarstellen, ob der Ex Kosten in Zusammenhang mit Haus und Grundstück auf Rosalie abwälzen kann oder nicht.


Dienstag, 17. Juli 2018

The Affair

Kennt jemand den kleinen Ort Montauk? Er liegt an der Ostspitze von Long Island in New York. Dort spielt die Serie "The Affair", mittlerweile in der vierten Staffel.

Ich bin eigentlich vor rund einem halben Jahr nur zufällig darauf gestossen, weil ich ein Fan von Maura Tierney bin, die in den 90er Jahren bei "Emergency Room" mitspielte, der einzigen Krankenhaus-Serie, die ich jemals gesehen habe. Die Ankündigung klang interessant, und so hatten Rosalie und ich begonnen, die Staffeln eins bis drei zu schauen.

Es geht, wie der Name schon sagt, um ein Thema, das sich so oder ähnlich millionenfach auf der Welt wiederholt: Familienvater trifft nach rund 17 Jahren Ehe auf eine ebenfalls verheiratete Frau, kurz darauf zerbrechen beide Ehen und alle vier Erwachsenen und die Kinder wollen oder müssen ein neues Leben beginnen.

Natürlich wird das Ganze dramaturgisch überhöht und angereichert, um die Menschen am TV zu halten, aber im Grunde kennt wohl fast jeder die eine oder andere Situation, die in dieser Serie zu sehen ist. Vielleicht auch deshalb hat sie uns in den bisher rund 33 Stunden Spielzeit gefesselt. Nicht unbedingt immer ganz leichte Kost und nichts zum Lachen und Entspannen. Aber wenn man selbst gescheiterte Ehen hinter sich hat, kann man sich gut in die Protagonisten hinein versetzen und so ganz nebenbei auch die eigene Geschichte noch einmal ein wenig aufarbeiten.

Das in der Serie gezeigte Restaurant "Lobster Roll" gibt es tatsächlich, und als Fans der Serie wollen wir gern mal dorthin und am Originalschauplatz etwas essen. Leider ist Montauk nur nach langer Autofahrt zu erreichen und passt damit nicht in die Planung unseres Florida-Trips im Oktober. Aber ganz bestimmt schaffen wir es ein anderes Mal, um dort zu sitzen, wo zuvor schon Maura Tierney gesessen hat. :-)

Donnerstag, 12. Juli 2018

Vorsicht, Kitsch!

Ich hab früher immer mit einem süffisanten Lächeln reagiert, wenn mich Menschen im realen Leben oder auch im Netz mit ihren Tierbildern konfrontiert haben. Ja - sehr hübsch, niedlich, süss ...

Aber wenn man dann selbst ein Tier hat, verschiebt sich die Perspektive, denn man baut natürlich zu seinem Kater eine persönliche Beziehung auf, verknüpft mit Erinnerungen und auch Gefühlen. Das gilt ganz besonders für die ersten Monate, in denen die jungen Tiere noch besonders anschmiegsam und kuschelbedürftig sind.

Bei unserem Stubentiger ist diese Zeit leider vorbei und er kommt nur noch selten angelaufen, um sich knuddeln zu lassen. Neulich war es allerdings mal wieder soweit, und diese beiden Bilder sind doch wirklich allerliebst, oder? :-)


Freitag, 18. Mai 2018

Die lieben Kollegen (27) - Tag 1

Weg ist er! Endlich. Ich konnte mich nicht mal direkt verabschieden, weil er lange im Haus unterwegs war und nicht ins Büro zurück kam, bis ich Feierabend gemacht habe. Traurig bin ich nun nicht gerade ... Ein paar "Leichen" sind am letzten Tag auch noch zum Vorschein gekommen, und in einem zufälligen Gespräch mit Mitarbeiterinnen des Spitals war auch nichts Gutes über ihn zu hören. Was soll's - nun ist er nicht mehr da, und damit wird sich hier hoffentlich Einiges in nächster Zeit ändern.

Eine Änderung wird es sofort geben: Ich hab meinem Kollegen den frei gewordenen Arbeitsplatz in der dunklen Ecke schmackhaft gemacht, und er hat sofort angebissen. Die Intention ist klar: Er ist dort völlig unbeobachtet und kann noch weniger arbeiten. Mein Ziel war es aber, seinen Platz am Fenster zu bekommen und endlich nicht mehr mitten im Raum sitzen zu müssen. Das habe ich damit nun geschafft und werde in den nächsten Tagen in Ruhe umziehen.

Heute Morgen wirkt der Raum viel luftiger und hat weniger schlechte Energie. Ein gutes Gefühl. Ich hab gleich angefangen, das Lager noch etwas zu entrümpeln, um alles Alte raus zu bekommen. Es geht mir jetzt besser!

Also, starten wir das nächste Kapitel. Und zunächst noch ins lange Wochenende. Schöne Pfingsten!


Dienstag, 8. Mai 2018

Ein Tag zum Wegwerfen

Mehrere solcher Tage wie gestern, und man könnte sich direkt einweisen lassen. Der Arbeitstag war schon eine Katastrophe. Dem unteren Management Entscheidungen schmackhaft machen zu müssen, hinter denen man selbst nicht steht, ist immer eine schöne Aufgabe. Und den ganzen Tag von Büro zu Büro zu hüpfen, weil jeder was von einem will oder etwas nicht funktioniert, mag zwar fürs Ego gut sein, aber am Ende hat  man von den eigentlich wichtigen Dingen nichts geschafft. Und wenn man dann zwischendurch mal ins Büro zurück kommt und auf einen schmatzenden, Video schauenden Kollegen trifft, fragt man sich, was falsch läuft ...

Eigentlich wäre dann das Zuhause der Ort, an dem man sich erholt und den Tag in Ruhe ausklingen lässt. Wenn, ja wenn da nicht die verschiedenen Gerichtsverfahren wären. Post vom Scheidungsrichter, der "nicht gewillt" ist, sich die Beweise von Rosalie anzusehen und deswegen einen Gutachter beauftragen will, für den sie einen fünfstelligen Betrag vorschiessen soll. Post von ihrem Anwalt, der das ähnlich sieht und völlig empathielos um Überweisung bittet, damit das Verfahren fortgesetzt wird (ansonsten würden die Beweise halt nicht berücksichtigt werden ...?!). Und das alles bei ausstehenden Alimenten im ebenfalls fünfstelligen Bereich. Wer soll das alles bezahlen? Und wofür? Post vom Ex, der ohne Anschreiben eine Liste schickt mit Posten, an denen sich Rosalie gefälligst zu beteiligen habe, unter anderem seine Kehrichtgebühren oder ein neuer Tischtennis-Tisch. Dem Mann ist irgendwie scheinbar was auf den Kopf gefallen.

Und, nicht zu vergessen, Post vom Bau-Anwalt mit einer Stellungnahme und der Bitte um Antwort zum Baugesuch gegenüber. Da stehen vom gegnerischen Anwalt so lustige Sachen drin, wie: "Es gebe kein Gesetz, das vorschreibe, dass ein Spielplatz gerade (also waagerecht) sein müsse." Interessant, oder? auf dem geplanten "Spielplatz" könnte man nicht mal einen Ball ablegen, da der unweigerlich Richtung Strasse rollen würde. Das sei aber alles völlig in Ordnung und rechtens.

Was ist hier los mit der Justiz? Oder sind wir paranoid?

Freitag, 20. April 2018

Zeit für Gerechtigkeit

Ich hab es ja schon mehrmals geschrieben: Bisher hatte ich im Laufe der Verhandlungen zu den Scheidungsfolgen und -formalitäten bei Rosalie stets das ungute Gefühl, dass ihr künftiger Ex sich, wie so oft, irgendwie durchmogeln kann und am Ende jeder "Runde" mit einem mehr oder weniger blauen Auge davon kommt.

Nun ist so viel Dampf im Kessel und die Beweislage - eigentlich - eindeutig, dass ich sehr, sehr hoffe, die aktuelle Runde könnte endlich mal zu einem Niederschlag führen. Rosalie klagt den ihr zustehenden Trennungsunterhalt ein, den er schon für insgesamt drei Monate schuldig ist. Der grosse Pluspunkt dabei: Sie hat dazu ein rechtskräftiges Urteil. Nun argumentiert der brave Ehemann, es gäbe irgendwelche Kosten, die er Rosalie in Rechnung stelle.

Mal ganz abgesehen davon, ob diese Kosten überhaupt von Rosalie übernommen werden müssten (zum Teil Betriebskosten für das von ihm genutzte Haus - völlig absurd!!), steht es ihm absolut nicht zu, einseitig die Alimente zu kürzen, ohne das Einverständnis seiner Ehefrau zu haben. Allenfalls könnte er diese Kosten, wenn er der Meinung ist, dies wäre legitim, gerichtlich einklagen. Alimente jedenfalls stehen in der Rangliste ganz oben und sind grundsätzlich zu bezahlen.

Den Zahlungsbefehl hat der Gute nun zum zweiten Mal verweigert, was jetzt dazu führt, dass er von Rosalies (Ersatz-)-Anwalt hoffentlich dazu gezwungen werden kann, denn: Wie oben erwähnt gibt es ein rechtskräftiges Urteil dazu, und ich wüsste nicht, wie er sich diesmal herauswinden kann. Es wird Zeit für Gerechtigkeit.

Montag, 26. Februar 2018

Grosse Sorge

Update: Entwarnung. Gerade rief Rosalies Sohn an: Henry stand ganz plötzlich mitten im Flur, als sei nichts gesehen. Er muss also in einem von den sieben Räumen gewesen sein und es sich an einer Stelle gemütlich gemacht haben, die trotz intensiver Suche unentdeckt blieb. Womöglich hat Henry meinen Post gelesen und sich deshalb bequemt, mal heraus zu kommen, auf Rufe hat er jedenfalls nicht reagiert.

Momentan ist er wohl etwas apathisch. Wir müssen vielleicht noch abklären, ob er völlig fit ist, denn zuletzt hat er auch relativ schlecht gefressen.

Danke aber fürs Daumendrücken. :)

Es gibt einen Grund, warum ich nur zum Teil ein Freund von Haustieren bin: Die Trauer und Leere, wenn sie plötzlich nicht mehr da sind ...

Rosalie schrieb mir heute Vormittag, dass sie Henry nicht finden könne. Nun ist das Haus sehr gross und es gäbe zahlreiche Versteckmöglichkeiten. Aber bisher kam er immer voller Freude an, wenn er uns hat kommen hören. Sofern er nicht irgendwo versehentlich eingesperrt ist, müssen wir nun von der schlimmsten Vermutung ausgehen: Er ist am Morgen, als Rosalie ihre Tochter zur Schule brachte, unbemerkt mit nach draussen geflüchtet.

Leider kennt er aber diese Seite des Hauses überhaupt noch nicht, und daher hat er - ausser per Zufall - keine Chance, seine Katzenklappe zu finden, die sich auf der anderen Seite des Hauses befindet. Ausserdem ist er noch überaus ängstlich und vorsichtig draussen, da er erst ein paar Mal kurz in unserem Garten unterwegs war.

Nun sind wir in grosser Sorge, dass Henry irgendwo da draussen ist, sich versteckt, nicht zurück findet. Und das ausgerechnet bei der grossen Kälte ... Rosalie und ihr Sohn, der schon Schulschluss hat, werden jetzt alles absuchen und Handzettel verteilen. Ausserdem hat er ja einen Chip, sodass eine gewisse Chance besteht, dass er, falls ihn jemand findet, unserem Haushalt zugeordnet werden kann und wir ihn zurück bekommen.

Wenn, ja wenn er überhaupt gefunden wird ... Bitte drückt uns die Daumen, dass wir unseren schwarzen Liebling gesund und munter nach Hause bringen können.

Dienstag, 13. Februar 2018

Fünf

Am 13. Februar 2013 um 9:40 Uhr hob eine Maschine von Berlin nach Genf ab, darin sass ein sehr aufgeregter, verliebter Mann, voller Vorfreude aber auch Ungewissheit, was ihn erwarten würde, wenn er in Genf aus dem Flugzeug steigt.

Dieser Mann war ich, kurz vor dem ersten Date mit Rosalie, die mich am Flughafen abholte. Der Rest ist Geschichte ... und nachzulesen auf meinem alten Blog bei twoday.net.

Fünf Jahre ist das schon her, und wer hätte damals gedacht, dass ich heute in der Schweiz leben und arbeiten und dass mir die alte Heimat so wenig fehlen würde. Es war eine der besten Entscheidungen, es zu wagen und damals das Ticket nach Genf zu lösen. Schliesslich ist es ein Unterschied, ob man sich mal schnell um die Ecke zum Essen trifft und im schlimmsten Fall danach getrennte Wege wieder heim geht, oder ob man zumindest für einen Tag irgendwie die Zeit in einem fremden Land totschlagen muss, wenn alles schief gegangen ist.

Es ging aber nichts schief, und so kehren wir heute Abend an den Ort zurück, an dem wir die ersten Stunden verbracht und zum ersten Mal gemeinsam gegessen haben. Damals war ich als Neuling in der Schweiz auch noch schockiert über die Preise im Restaurant, heute hab ich mich daran gewöhnt. Damals sind wir mit dem Zug direkt aus Genf angereist, heute wird jeder mit seinem Auto direkt aus dem Büro dorthin kommen.

Damals wie heute geniessen wir unsere Beziehung und sind glücklich, dass wir uns gefunden haben. Unser Valentinstag ist halt immer schon einen Tag früher als gewöhnlich. :)

Also dann - auf die nächsten fünf!

Montag, 6. November 2017

Die Kraft der Musik

Seit meiner frühen Kindheit ist die Musik ein sehr wichtiger Bestandteil in meinem Leben. Bevor ich zur Schule kam, stand ich schon in der Oper mit dem Kinderchor auf der Bühne, und das hat sich viele Jahre fortgesetzt.

Inspiriert durch eine Fachmesse kaufte ich mir vor etwa 25 Jahren den ersten "richtigen" Kopfhörer, ein High-End-Gerät von Sennheiser. Angeschlossen an meine Pioneer-Anlage war es ein Genuss, damit Musik zu hören. Ich weiss nicht mehr genau, was aus den Hörern geworden ist, vermutlich habe ich sie mal beim Auszug zurück gelassen ...

Bis zuletzt in Berlin hatte ich zumindest wieder eine gute Musikanlage mit grossen Standboxen. Nun ist es in einer Mietwohnung aber leider bekanntlich so, dass laute Musik schnell für Ärger mit den Nachbarn sorgt. Daher war an ein richtiges Musikerlebnis kaum zu denken.

Durch meine vielen Flüge in den letzten Jahren wurde das Thema Kopfhörer wieder aktuell. Aber ich scheute bisher immer das Geld für etwas Gutes und dachte mir, ein Billighörer tut es auch, Hauptsache, ich hab im Flieger etwas Unterhaltung. Allerdings konnte man teilweise beim normalen "Krach" im Flugzeug nur raten, worum es in einem Film oder bei einem Lied ging.

Im letzten halben Jahr wurde der Wunsch wieder stärker, mal guten Stereo-Sound zu geniessen. Das Haus ist zwar gross, aber derzeit gibt es keinen richtig guten Platz für meine Musikanlage, sodass sie noch im Karton verstaut ist. Und die Bluetooth-Lautsprecher machen zwar auch gut "Krach", aber Stereo und so ist halt doch noch etwas Anderes.

Es ist aber wahnsinnig schwierig, einen guten Kopfhörer zu finden. Die Auswahl ist gross, die Rezensionen natürlich immer subjektiv, und es bleibt eigentlich nichts weiter, als selbst Probe zu hören. Mein zunächst präferiertes Teil von Beyerdynamics kann man leider nirgends hören. Und da meine Kollegen von Noise  Cancelling schwärmten und in diesem Zusammenhang Bose ins Spiel kam, habe ich dann diesen Hörer mal kurz getestet. Nicht schlecht, das Teil - ohne Kabel, leicht, sitzt gut, guter Klang - und sehr teuer ...

Mehr oder weniger zufällig stolperte ich dann letzte Woche über einen Sennheiser. Mit Kabel, dafür aber deutlich günstiger. Kurz die Kritiken gecheckt und unmittelbar zugeschlagen im Netz. Einen Tag später war er da.

Und er hat mich nicht enttäuscht. Endlich wieder laut Musik hören, ohne jemanden zu stören, und auf Flügen auch mal einen Film schauen können, ohne von den Lippen lesen zu müssen. Gestern auf dem Sofa habe den halben Tag querbeet meine Lieblingsstücke gehört. Hach, schön. Musik hat noch immer die selbe, kraftvolle Wirkung auf mich. Manchmal habe ich da ziemlich nah am Wasser gebaut, und das nicht bei trauriger Musik. Sie ist dann einfach nur toll! Das passiert allerdings fast ausschliesslich bei klassischer Musik, einem Genre also, das wohl irgendwann ausstirbt. Wenn Rosalies Kinder so etwas hören, flüchten sie kopfschüttelnd und suchen das Weite. Und so geht es vermutlich den meisten Menschen in diesem Alter. Sehr schade.

Am Donnerstag kann ich meine neuen, schicken Hörer zum ersten Mal im Flieger testen. Ich freue mich auf ein neues Flugerlebnis. Für alle Fälle mit Taschentuch, falls die Musik mich mal wieder überwältigen sollte. ;)

Donnerstag, 2. November 2017

Der Umgang mit dem Krankenhaus

Bisher war Krankenhaus immer ein rotes Tuch. Das hat sicherlich auch mit der Frühgeburt meines Sohnes damals und den Emotionen zu tun, die ich damit verbinde. Schon der besondere Geruch, die vielen Menschen in Weiss oder das Piepsen der Geräte erzeugten ein gehöriges Unwohlsein ...

Das hat sich im vergangenen Jahr geändert. Durch den täglichen Anblick, gerade auch intensiv betreuter Menschen, und dem Umgang mit dem Pflegepersonal ist diese Abneigung einem normalen Umgang gewichen. Schläuche und Verbände am ganzen Körper stellen nicht mehr das Horrorszenario dar, das mir sonst Angst gemacht hat. Natürlich wäre es noch etwas Anderes, wenn man eigene Angehörige so (leiden) sehen müsste. Hier kommen ja noch Verlustängste dazu. Aber die Professionalität und Normalität, mit der die Pflegenden ihre Arbeit tun, hat sich inzwischen auch auf mich übertragen. Hatte ich zu Beginn noch Herzklopfen, wenn auf dem Gang ein Krankenbett an mir vorbei geschoben wurde, registriere ich es heute kaum noch.

Lediglich weinende Menschen, die bangend auf dem Flur auf eine Nachricht warten oder hoffen, gleich zu ihren lieben Mitmenschen gehen zu dürfen, machen mich traurig und werfen die Frage auf, wann ich dort wohl mal stehen und bangen muss.

Gerade diese Woche erreichte mich wieder ein Anruf meines Vaters. Wieder ist er gefallen, und erneut hatte er wohl einen Schutzengel, denn es handelt sich nach intensiver Abklärung "nur" um eine starke Hüftprellung. Momentan kann er nicht laufen, aber das geht vorbei. Eine Becken- oder Hüftfraktur wäre eine Katastrophe gewesen.

Und weil man nie weiss, wie viel Zeit noch bleibt, haben wir gestern den nächsten Flug nach Berlin für Mitte Januar gebucht. :)