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Montag, 6. November 2017

Die Kraft der Musik

Seit meiner frühen Kindheit ist die Musik ein sehr wichtiger Bestandteil in meinem Leben. Bevor ich zur Schule kam, stand ich schon in der Oper mit dem Kinderchor auf der Bühne, und das hat sich viele Jahre fortgesetzt.

Inspiriert durch eine Fachmesse kaufte ich mir vor etwa 25 Jahren den ersten "richtigen" Kopfhörer, ein High-End-Gerät von Sennheiser. Angeschlossen an meine Pioneer-Anlage war es ein Genuss, damit Musik zu hören. Ich weiss nicht mehr genau, was aus den Hörern geworden ist, vermutlich habe ich sie mal beim Auszug zurück gelassen ...

Bis zuletzt in Berlin hatte ich zumindest wieder eine gute Musikanlage mit grossen Standboxen. Nun ist es in einer Mietwohnung aber leider bekanntlich so, dass laute Musik schnell für Ärger mit den Nachbarn sorgt. Daher war an ein richtiges Musikerlebnis kaum zu denken.

Durch meine vielen Flüge in den letzten Jahren wurde das Thema Kopfhörer wieder aktuell. Aber ich scheute bisher immer das Geld für etwas Gutes und dachte mir, ein Billighörer tut es auch, Hauptsache, ich hab im Flieger etwas Unterhaltung. Allerdings konnte man teilweise beim normalen "Krach" im Flugzeug nur raten, worum es in einem Film oder bei einem Lied ging.

Im letzten halben Jahr wurde der Wunsch wieder stärker, mal guten Stereo-Sound zu geniessen. Das Haus ist zwar gross, aber derzeit gibt es keinen richtig guten Platz für meine Musikanlage, sodass sie noch im Karton verstaut ist. Und die Bluetooth-Lautsprecher machen zwar auch gut "Krach", aber Stereo und so ist halt doch noch etwas Anderes.

Es ist aber wahnsinnig schwierig, einen guten Kopfhörer zu finden. Die Auswahl ist gross, die Rezensionen natürlich immer subjektiv, und es bleibt eigentlich nichts weiter, als selbst Probe zu hören. Mein zunächst präferiertes Teil von Beyerdynamics kann man leider nirgends hören. Und da meine Kollegen von Noise  Cancelling schwärmten und in diesem Zusammenhang Bose ins Spiel kam, habe ich dann diesen Hörer mal kurz getestet. Nicht schlecht, das Teil - ohne Kabel, leicht, sitzt gut, guter Klang - und sehr teuer ...

Mehr oder weniger zufällig stolperte ich dann letzte Woche über einen Sennheiser. Mit Kabel, dafür aber deutlich günstiger. Kurz die Kritiken gecheckt und unmittelbar zugeschlagen im Netz. Einen Tag später war er da.

Und er hat mich nicht enttäuscht. Endlich wieder laut Musik hören, ohne jemanden zu stören, und auf Flügen auch mal einen Film schauen können, ohne von den Lippen lesen zu müssen. Gestern auf dem Sofa habe den halben Tag querbeet meine Lieblingsstücke gehört. Hach, schön. Musik hat noch immer die selbe, kraftvolle Wirkung auf mich. Manchmal habe ich da ziemlich nah am Wasser gebaut, und das nicht bei trauriger Musik. Sie ist dann einfach nur toll! Das passiert allerdings fast ausschliesslich bei klassischer Musik, einem Genre also, das wohl irgendwann ausstirbt. Wenn Rosalies Kinder so etwas hören, flüchten sie kopfschüttelnd und suchen das Weite. Und so geht es vermutlich den meisten Menschen in diesem Alter. Sehr schade.

Am Donnerstag kann ich meine neuen, schicken Hörer zum ersten Mal im Flieger testen. Ich freue mich auf ein neues Flugerlebnis. Für alle Fälle mit Taschentuch, falls die Musik mich mal wieder überwältigen sollte. ;)

Donnerstag, 2. November 2017

Der Umgang mit dem Krankenhaus

Bisher war Krankenhaus immer ein rotes Tuch. Das hat sicherlich auch mit der Frühgeburt meines Sohnes damals und den Emotionen zu tun, die ich damit verbinde. Schon der besondere Geruch, die vielen Menschen in Weiss oder das Piepsen der Geräte erzeugten ein gehöriges Unwohlsein ...

Das hat sich im vergangenen Jahr geändert. Durch den täglichen Anblick, gerade auch intensiv betreuter Menschen, und dem Umgang mit dem Pflegepersonal ist diese Abneigung einem normalen Umgang gewichen. Schläuche und Verbände am ganzen Körper stellen nicht mehr das Horrorszenario dar, das mir sonst Angst gemacht hat. Natürlich wäre es noch etwas Anderes, wenn man eigene Angehörige so (leiden) sehen müsste. Hier kommen ja noch Verlustängste dazu. Aber die Professionalität und Normalität, mit der die Pflegenden ihre Arbeit tun, hat sich inzwischen auch auf mich übertragen. Hatte ich zu Beginn noch Herzklopfen, wenn auf dem Gang ein Krankenbett an mir vorbei geschoben wurde, registriere ich es heute kaum noch.

Lediglich weinende Menschen, die bangend auf dem Flur auf eine Nachricht warten oder hoffen, gleich zu ihren lieben Mitmenschen gehen zu dürfen, machen mich traurig und werfen die Frage auf, wann ich dort wohl mal stehen und bangen muss.

Gerade diese Woche erreichte mich wieder ein Anruf meines Vaters. Wieder ist er gefallen, und erneut hatte er wohl einen Schutzengel, denn es handelt sich nach intensiver Abklärung "nur" um eine starke Hüftprellung. Momentan kann er nicht laufen, aber das geht vorbei. Eine Becken- oder Hüftfraktur wäre eine Katastrophe gewesen.

Und weil man nie weiss, wie viel Zeit noch bleibt, haben wir gestern den nächsten Flug nach Berlin für Mitte Januar gebucht. :)

Montag, 30. Oktober 2017

Besuchsmarathon

Drei sehr intensive Tage liegen hinter mir. Ich wusste ja, was auf mich zukommt und es war sehr schön, aber ich war dann auch froh, wieder nach Hause kommen und mich erholen zu können ...

Am vergangenen Mittwoch fuhr ich morgens noch ins Büro, um dann gegen halb eins zum Flughafen aufzubrechen. Schon cool, wenn man ganz entspannt und ohne lange Anreise und Wartezeit mal eben in den Flieger steigen kann. Hat mich an alte Zeiten in Tegel erinnert, nur viiiel kleiner.

In Berlin angekommen, fuhr ich zunächst ins Hotel. Ich war zum ersten Mal in diesem Haus, und, na ja ... Es ging. Für 60 Euro pro Nacht konnte man nicht mal viel sagen, und wenn man bedenkt, dass ich nur wenige Stunden und wirklich nur die Nächte dort verbrachte, war es völlig okay. Schade, dass das versprochene WLAN nicht existent war, aber das war aus dem selben Grund ebenfalls zu verschmerzen.

Am ersten Abend traf ich mich mit U. Eine Freundin aus alter Zeit - wir haben uns schon zig Mal fast aus den Augen verloren und immer wieder gefunden. Das musste wohl so sein. Bei reichlich Cocktails zur Happy Hour haben wir uns drei Stunden lang intensiv über das vergangene Jahr ausgetauscht. Es war ein sehr schöner, zu kurzer Abend.

Am nächsten Tag konnte ich dann im Hotel mal in Ruhe frühstücken. Das Frühstück war völlig in Ordnung, wenn man davon absieht, dass die für mich wichtige Komponente Kaffee wohl aus Abwaschwasser gebrüht worden ist. Nach einem kleinen Spaziergang über den Kudamm fuhr ich dann gegen Mittag zu meinem Vater.

Hier verbrachte ich den ganzen restlichen Tag: Königsberger Klopse, Schwarzwälder Kirschtorte, Steak, dazu fast zwei Flaschen Wein. Und natürlich viel Erzählen, Bilder zeigen, Notebook und Handys auf Vordermann bringen. Ein wenig traurig war der Abschied, da es bisher keinen neuen Termin für ein Wiedersehen gibt. Und ob mein Papa seinen, wie er meinte, "Abschiedsbesuch" in der Schweiz im nächsten Jahr durchführen kann, steht ebenfalls in den Sternen. Ansonsten war es aber wieder ein schöner Tag. Gegen 21 Uhr war ich zurück im Hotel und bin schnell eingeschlafen.

Das war auch gut so, denn es wartete ein weiterer voll gepackter Tag. Mit E. war ich zum Frühstück verabredet. Bei ihr war die Zeit auch knapp, denn wir hatten ebenfalls viel zu erzählen, vor allem auch von meiner wundersamen Heilung der Allergie. Nach etwas mehr als vier Stunden musste ich wieder los, einmal mit der Bahn quer durch die Stadt zu meinem Bekannten, dem die Frau vor drei Monaten davon gelaufen war. Erwartungsgemäß hatten wir daher diesmal viel mehr zu reden als sonst, und bei Saltimbocca à la Romana und Rotwein waren schnell fünf Stunden vorbei. Gegen 23 Uhr war ich zurück und konnte im TV noch die Landung der letzten Air-Berlin-Maschine in Berlin live verfolgen. Bittere Geschichte.

Genau so bitter könnte es in Bern werden. Ich flog am Samstagmorgen mit Skywork zurück - womöglich die vorletzte Maschine, die in Bern von dieser Airline gelandet ist. Derzeit sind alle Flüge gestrichen, weil kein Geld mehr da ist. Hätte ich nur einen Tag später fliegen wollen, wäre das äußerst schwierig geworden ...

Mit wenig Schlaf und heiserer Stimme vom vielen Erzählen bin ich also Samstag gegen Mittag wieder bei Rosalie angekommen. Beim ersten Kaminfeuer der Saison konnte ich gut entspannen.

Es war ein eigenartiges Gefühl in Berlin, vertraut und fremd zugleich, denn natürlich geht man alle Wege wie im Schlaf, aber nach der langen Abstinenz fühlt es sich doch nicht ganz vertraut an, und als ich meinen früheren Arbeitsweg kreuzte, spürte ich eine gewisse Abneigung. Nein, hierhin zurück wollte ich wirklich nicht mehr - das Kapitel ist abgeschlossen.

Aber schön war es ansonsten schon. Zum Shoppen kam ich nicht, und von der Stadt habe ich nichts gesehen, aber das war ja auch nicht nötig. Mir war es nur wichtig, ein paar liebe Menschen zu treffen und schöne Stunden zu genießen. Und das ist mir gelungen. Danke, Berlin. :)

Montag, 23. Oktober 2017

Wie ist das mit der Liebe?

Neulich wurde ich gefragt, wie das denn sei mit der Liebe und vor allem, wie man sie frisch halten könne?

Ein Patentrezept gibt es da natürlich nicht. Wenn dem so wäre, würde wohl keine Beziehung mehr auseinander gehen. ;) Ich bin der Meinung, dass es viel Glück braucht, um in jungen Jahren schon einen Menschen zu finden, mit dem man dann wirklich das ganze Leben verbingen kann. Das hat einerseits mit der persönlichen Weiterentwicklung zu tun, andererseits aber auch mit fehlender Erfahrung bei der Partnerwahl und dem Führen einer Beziehung in so junge Jahren.

Wer macht sich schon mit 20 viele Gedanken über seine (vielleicht erste ernsthafte) Beziehung? Man ist voller Begeisterung, geniesst die tollen Gefühle und stürzt sich womöglich (viel zu schnell) in eine Ehe. Dabei dauert es Jahre oder Jahrzehnte, bis man wirklich ein Gespür dafür entwickelt hat, was eine Beziehung ausmacht und wie man sie pflegen kann, ohne dass der Partner oder man selbst in irgend einer Form Schaden nimmt.

Achtsamkeit, Treue, Ehrlichkeit, Kommunikation ... alles schöne Begriffe, die man aber mit Leben füllen muss. Dazu gehört meiner Meinung nach eine gewisse Reife. Und bis man die hat, kann es mit der ersten oder zweiten Beziehung schon zu Ende sein.

So war das jedenfalls bei mir. Meine Ehe ging zu Bruch, weil es an allem fehlte. Dazu kam, dass ich mich erdrückt fühlte und nicht in der Lage war, mich zu wehren und Grenzen aufzuzeigen. Und so war nach zehn Jahren die einzige Konsequenz, die Reissleine zu ziehen.

Seitdem habe ich viel gelernt. Das heisst natürlich nicht, dass ich jetzt keine Fehler mehr mache, aber ich schätze den Wert (m)einer Beziehung viel mehr und die oben genannte Achtsamkeit, sowohl Rosalie als auch mir selbst gegenüber ist mir sehr wichtig. Es ist ein Geben und Nehmen, und die eigene Persönlichkeit kommt dabei nicht zu kurz und muss daher nicht verkümmern. Es bringt auch nichts, mit 50 noch jemanden verändern zu wollen. Also ist es gut, über kleine Ecken und Kanten grosszügig hinweg zu sehen, solange sie das eigene Wohlbefinden nicht massiv stören.

Und es müssen auch nicht immer die grossen Gesten sein - die kleinen Rituale und spontanen Aufmerksamkeiten können mindestens genauso wertvoll sein. Während unserer langen Zeit der Fernbeziehung schrieb ich meiner Liebsten jeden Morgen von Berlin aus eine lange Nachricht, die sie dann als Erstes lesen konnte, wenn sie erwachte. Es war für mich der "Ersatz" für einen Guten-Morgen-Kuss und ein Zeichen, dass ich an sie denke. Und damals begann auch schon unser Ritual, dass ich an den gemeinsamen Tagen jeden Morgen den ersten Kaffee samt Mon Chéri ans Bett brachte. Das hält bis heute an. :)

Männer, so sagt man, reden ja nicht gern und viel, erst recht nicht über Gefühle. Vielleicht bin ich da ein wenig anders gestrickt, oder vielleicht muss man sich auch einfach nur mal überwinden, um festzustellen, wie schön das eigentlich ist. Warum nicht seiner Frau sagen, wie toll sie aussieht, wenn sie aus dem Bad kommt, ihr einen leidenschaftlichen Kuss geben, auch wenn die Nudeln vielleicht gerade überkochen, oder in der Geburtstagskarte etwas mehr als "Herzlichen Glückwunsch" schreiben?

Es gibt leider keine Garantie dafür, ob es der oder die Richtige ist. Und ich würde nie meine Hand für eine Ehe bis ans Ende meiner Tage ins Feuer legen. Aber ich glaube, dass man im Laufe der Zeit schon seine "Antennen" justiert hat und die Chancen auf eine dauerhaft erfüllte Beziehung steigen. Bei Rosalie und mir ist das so. Bei uns ging es ziemlich schnell damals vom ersten Kontakt bis zum ersten Treffen - trotz der grossen Distanz. Und selbst die kleine Unterbrechung, weil mein Schatz selbst überrascht war von der "Wucht" und dachte, dass sie dafür noch gar nicht bereit sei, konnte uns am Ende nicht trennen.

Und nun geniessen wir das Leben zusammen und es scheint, als hätten wir alles richtig gemacht. :)

Mittwoch, 11. Oktober 2017

One Year ago

Gestern Abend in der Küche sprachen wir über meinen anstehenden Berlin-Besuch, und Rosalies Sohn bemerkte, dass es nach einem Jahr das erste Mal sein werde, dass wir getrennt sind. Und es stimmt! Am 26. Oktober 2016 flog ich in die Schweiz, und fortan verbrachten wir jede Nacht gemeinsam.

Nun werde ich am 25. Oktober nach Berlin fliegen. Genau ein Jahr später geht es also zurück in die alte Heimat, und wir werden uns rund drei Tage lang nicht sehen. Das wird seltsam sein - allein zurück in Berlin und mein Schatz so weit weg, wie es über drei Jahre lang normal war. Zugegeben, mein Programm für die 2,5 Tage ist restlos voll und die Zeit wird rasend schnell vergehen. Aber trotzdem wird es eigenartig sein, wieder ohne Begleitung mit dem ÖV zu fahren, dem Alltag in Berlin zuzusehen und mit Rosalie nur per Handy zu kommunizieren.

Immerhin hat sie dann auch sturmfreie Bude, da die Kinder in diesen Tagen beim Papa sind. Sie wird das Haus also ganz für sich allein haben (bis auf die Gesellschaft vom Kater natürlich!). Das ist auch eine neue Erfahrung. :)

An einem Samstagmorgen komme ich in aller Frühe zurück und wir haben das ganze Wochenende wieder für uns. Und zwei Wochen später sitzen wir schon zusammen im Flieger Richtung Hamburg.

Ich freue mich auf die kurze Zeit in Berlin, vor allem natürlich, um Papa, Freunde und Bekannte wieder zu sehen, aber auch, um mal ganz bewusst für mich allein spüren zu können, wie es sich anfühlt in der Stadt, wenn man ein Jahr lang (mit kurzen Unterbrechungen) weg war. Vom Hotel kann ich nicht viel erwarten, aber das brauche ich auch nur, um nicht auf der Strasse schlafen zu müssen. Ansonsten werde ich immer unterwegs sein und bei den vielen Termin nicht einmal gross zum Shoppen kommen ...

In genau zwei Wochen geht es los. Berlin, ich komme - kennst Du mich noch?

Donnerstag, 30. März 2017

Wie lange noch?

Je länger dieser Scheidungskampf bei Rosalie dauert, desto mehr bewundere ich sie für ihre Ausdauer. Das wurde mir gestern erst wieder bewusst, als sie von dem aktuellen Schriftwechsel zwischen den beiden Parteien berichtete. Ich war zu diesem Zeitpunkt im Büro und merkte sofort, wie mein Puls in die Höhe ging, samt Adrenalinausstoss und Schweissausbruch. Und das schon als nicht direkt Beteiligter!

Wenn man mit offensichtlichen Lügen konfrontiert wird, die im Freundeskreis verbreitet werden, wenn man um jeden Rappen kämpfen muss, der einem eigentlich per Gesetz und Beschluss zusteht, und zeitgleich der Gatte das Geld mit beiden Händen ausgibt, und wenn dann noch die Kinder in die Schusslinie geraten - das kostet unheimlich viel Kraft. Rosalie ist gefordert, immer wieder nach Argumenten zu suchen, ohne allzu emotional zu werden, obwohl sie innerlich kocht, immer wieder daran zu glauben, dass die Gerechtigkeit siegen wird, und sich immer wieder zu motivieren, überhaupt weiter für ihr gutes Recht zu kämpfen ...

Ich helfe, so gut ich kann, erwarte sie mit einem Glas Wein schon auf dem Parkplatz vor dem Haus, versuche, ihr Mut zu machen, Argumente zu sammeln und sie darin zu bestärken, dass sie keinesfalls die Böse in diesem "Spiel" ist, wie es der künftige Ex so gern darstellt.

Anstatt die letzten Sonnenstrahlen des Frühlingstages zu geniessen, sass meine Liebste nach Feierabend noch bis halb elf in der Küche am Tisch und schrieb ihre Antworten auf die Frechheiten des Noch-Gatten. Solange er nicht an einer fairen Lösung interessiert ist, wird das wohl noch Monate so weitergehen ...


Freitag, 10. März 2017

Der Kunde ist immer der Dumme

Ich hatte ja am Dienstag berichtet, dass mein Handy nach dem Einschalten gern mal einer Kochplatte gleicht und ich es daher am Montag zur Reparatur beim Provider gebracht habe. Man war dort sehr zuvorkommend, und die Aussicht, in nur vier Tagen mein repariertes Gerät zurück zu bekommen, fand ich sehr kundenfreundlich. Doch das täuschte gewaltig.

Gestern Mittag erhielt ich eine SMS, dass mein Gerät abgeholt werden könne. Also nutzte ich die Mittagspause für einen Spaziergang zum Geschäft. Ein Azubi empfing mich freudig und ich teilte ihm mein Anliegen mit. Er ging nach hinten zum Service und dort sah ich ihn zwei Minuten lang mit einem Techniker diskutieren. Dann kam er - ohne Handy - zurück und meinte, das Handy sei gar nicht fertig, sondern es ginge um einen Kostenvoranschlag! Wie bitte? Ich hab doch noch Gewährleistung, das Gerät ist erst sieben Monate alt! Ich will und werde nichts bezahlen!

Der arme Azubi ging erneut nach hinten und diskutierte. Dann kam er wieder - dieses Mal mit Handy. Es sei ein Irrtum gewesen und mein Handy war in der falschen Kiste. Nun gut, kann passieren. Wir setzten mein Ersatzhandy zurück und schoben die SIM-Karte zurück in mein Handy. Während es startete, fragte ich, was denn gemacht worden sei. "Nur ein Reset", meinte der Azubi. Da schwante mir Böses ... Und richtig - kaum war mein eigenes Handy wenige Sekunden eingeschaltet, spürte ich schon wieder die Hitze aufsteigen, nicht nur im Telefon, auch in mir.

Etwas barsch bat ich den Azubi, doch mal anzufassen und mir zu erklären, wie man das eine "Reparatur" nennen könne und ob das nicht nach dem tollen Reset mal ausprobiert worden wäre. Schliesslich hätte ich am Dienstag explizit darauf hingewiesen, dass ich dergleichen schon gemacht und es nichts gebracht habe. Während ich mich echauffierte, wurde der arme Azubi immer kleiner, sodass ich mich genötigt fühlte, ihm zu sagen, dass er ja nichts dafür könne und es nicht persönlich nehmen solle.

Also ging er mit meinem Handy, das schon wieder Fieber bekommen hatte, erneut zum Techniker. Ich sah, dass der das Telefon kurz berührte ... Und DAS konnte man nicht vorher testen? Unglaublich. Nach kurzer Beratung kam der arme Azubi zurück und teilte mir mit, dass mein Handy nun zur Reparatur an die Zentrale gesandt werden müsse und dass dies zwei Wochen dauern werde.

Mit anderen Worten - SIM-Karte wieder raus aus meinem Handy und erneut in das gerade zurückgesetzte Ersatzgerät hinein. Immerhin habe ich inzwischen Übung im Wiederherstellen der Daten, und zum Glück ist das heutzutage dank Sicherung kein Hexenwerk mehr. Aber ärgerlich ist der Umstand, dass man offenbar der Meinung war, der Kunde sei doch nur zu dämlich für einen Reset und damit wäre alles erledigt. Was für eine Arroganz! In Deutschland hätte ich genau damit gerechnet und hatte die Hoffnung, hier in der Schweiz wäre es besser ...

Nun laufe ich also weitere 14 Tage mit einem perfekt funktionierenden Ersatzgerät herum. Damit kann ich leben. Allerdings habe ich jetzt auch WA wiederhergestellt, denn so lange möchte ich nicht auf die Nachrichten von meiner Liebsten während des Tages verzichten.

Schönes Wochenende!

Mittwoch, 8. März 2017

Musik, Bilder, Emotionen

Kennt Ihr das auch? Es gibt Musik, die geht einem durch und durch. Ganz plötzlich sind Bilder, Gedanken, Situationen aus der Vergangenheit fast greifbar.

Ich hab einige solcher Stücke, mit denen ich gewisse Momente assoziiere. Das neueste ist der alte Song der Beach Boys "Kokomo". Ich hab ihn im Blog schon mal verlinkt. Sobald ich die ersten Takte höre, bekomme ich eine Gänsehaut und bin in Gedanken mit Rosalie im Auto unterwegs zwischen den Floridy Keys bei strahlendem Sonnenschein und heissen Temperaturen. Dieses Lied lief damals im Radio, während wir unterwegs nach Miami waren. Der ganze Urlaub war ein einziger Traum, und das Lied steht als Symbol für diese unvergesslichen Wochen mit meinem Schatz.

Es gibt noch andere Musikstücke, zum Teil auch klassische, mit denen ich vor allem Kindheitserinnerungen verbinde. Manche Lieder waren im Gedächtnis verschüttet, um so intensiver fallen dann die Reaktionen aus, wenn ich sie plötzlich zufällig doch mal wieder höre.

Auch mit Gerüchen passiert mir das hin und wieder. So gibt es irgendein Reinigungsmittel, dass mich an die Supermärkte der Algarve erinnert, wenn dort gerade gewischt worden ist, oder ein Parfüm, bei dem ich das Bild einer Jugendfreundin vor mir sehe.

Schon verrückt, was da so alles im Kopf gespeichert ist.