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Mittwoch, 13. November 2019

Moderator gerettet

Was macht ein Radio-Moderator, wenn er die Zuhörer bittet, zu einem Thema anzurufen, und niemand meldet sich?

Er hat entweder einen Plan B und irgendwelche aufgezeichneten Gespräche, oder er muss improvisieren und selbst etwas zum Thema beisteuern. Oder er hat mich. ;-)

Letzte Woche gab es am Abend eine Sendung, bei der es genau zu so einer Situation kam. Es ging ums Küssen, dazu kann ich natürlich viiiiel sagen. Doch offenbar war das Thema für viele zu intim und es rief einfach niemand an. Also schrieb ich kurz ein Mail an den mir bereits bekannten Moderator, dass ich etwas beisteuern könnte.

Und nur zwei Minuten später erschien schon die Antwort auf meinem Handy: "Rettest Du mich?" Natürlich tat ich das, wir plauderten daraufhin zwei, drei Minuten im Radio, und das animierte dann wohl ein paar andere Nachtschwärmer, die gerade zuhörten, sodass die Sendung noch ein wenig ins Rollen kam.

Das war nun schon mein dritter Live-Beitrag im Radio in diesem Monat. Vielleicht habe ich ja den Beruf verfehlt? Schon zu Schulzeiten war ich immer die "Rampensau" und wurde von den Mitschülern nach vorn geschoben, wenn es darum ging, etwas vor Publikum vorzutragen. Mir hat das immer Spass gemacht, aber inzwischen gibt es kaum noch Gelegenheiten dafür. Und als ITler arbeitet man ja vorzugsweise im stillen Kämmerlein. ;-)

Donnerstag, 25. Juli 2019

Strange

TV-Serien sind die neuen Hollywood-Filme? Das stimmt zum Teil sicherlich, denn bei der Vielzahl der Formate, die auch dank der Streaming-Anbieter den Markt überschwemmen, sind auch viele gute Produktionen dabei. Man muss sie nur finden.

"This is us" wurde mir bei einem früheren Post zu diesem Thema empfohlen, und wir sind inzwischen auf dem aktuellen Stand. Das war ein guter Tipp!

Es gibt aber auch Serien, die ich mir allein anschaue, weil sie für Rosalie zu düster sind. Dazu gehörte bis vor ein paar Tagen zum Beispiel "Bates Motel", eine Reihe, die ich mal angefangen hatte und nun endlich zu Ende geschaut habe. Hier wird vor der Kulisse des Originals "Psycho" eine sehr ähnliche Geschichte von Norman Bates und seiner Mutter erzählt - allerdings mit anderem Ausgang. Bermerkenswert fand ich, dass Rihanna in zwei Folgen einen Gastauftritt hatte, was durchaus einmal mehr zeigt, welche Beliebtheit Serien heutzutage haben.

Nun habe ich mit der dritten Staffel von "Stranger Things" begonnen. Diese schräge Mischung diverser Genres ist schon etwas Besonderes, wenn man sich denn darauf einlassen möchte. Mir gefällt besonders die Musik der 80er Jahre und natürlich das ganze Look and Feel aus dieser Zeit. Ich war damals etwa genauso alt wie die Kids in der Serie. Und so muss ich immer wieder mal schmunzeln, wenn ein Walkmen zu sehen ist oder die Frauen mit den heissen Dauerwellenfrisuren herum laufen.

Das Horror-Element spielte in den bisherigen Staffeln kaum eine Rolle, dafür geht es jetzt mal ein bisschen "zur Sache". Gefällt vermutlich nicht jedem, aber ich hab Spass beim Anschauen. Leider sind es wieder nur acht Folgen bis zum Staffelfinale. Früher war man da mit wöchtentlichen Folgen zwei Monate beschäftigt, heute kann man das in wenigen Tagen wegschauen. Das ist einerseits cool, andererseits verdirbt es einem auch etwas den Spass, wenn man sich beim Cliffhanger nicht mehr die Haare raufen muss, weil man wieder eine Woche warten muss, sondern einfach mit der Fernbedienung zur nächsten Folge springen kann.

Und so muss man dann schon bald wieder ein Jahr auf die nächste Staffel warten ...

Montag, 24. Juni 2019

Ein Sonntag in Paris

Wusstet Ihr, dass man innerhalb weniger Minuten ganz einfach an einen weit entfernten Ort gelangen kann? Und es ist ganz einfach. Ich hab es gestern wieder mal ausprobiert:

Gegen 11 Uhr habe ich mich gemütlich auf den Korbstuhl unter unseren Linden im Garten gesetzt, ein Glas Wasser auf den Tisch gestellt, mein neuestes Buch aufgeschlagen - und kurz danach fand ich mich mitten in Paris wieder.

Meine "alte" Freundin E. hat mir zum Geburtstag den aktuellen Roman von Nicolas Barreau geschenkt. Ich hab alle Bücher von ihm gelesen, dies ist aber das erste gedruckte, das ich besitze. Die anderen Romane habe ich "nur" elektronisch gelesen. Und es fühlte sich gut an, mal wieder ein richtiges Buch in den Händen zu halten!

Eigentlich sind die Geschichten von Nicolas Barreau ja eher etwas für Frauen - romantische Liebesgeschichten, immer mit einem guten Ende, das man meist schon nach rund fünfzig Seiten erahnen kann. So richtig etwas für die Seele. Aber die Leichtigkeit, mit der er schreibt, die kleinen Details, in denen man sich immer mal selbst wieder findet, weil man sie ganz ähnlich erlebt hat - das fasziniert mich und führt dazu, dass ich das Buch kaum mehr aus den Händen legen kann, wenn ich einmal angefangen habe.

Und so waren die gut 300 Seiten kurz nach 17 Uhr durchgelesen und ich fand mich wieder neben meinem Schatz in unserem Garten unter den Linden.

Es war ein schöner Ausflug, fernab von den Sorgen, die uns zurzeit umtreiben, an einem schönen Sommertag in unserem gemütlichen Garten.

Donnerstag, 16. Mai 2019

12 Points go to ...

Und wieder ein Jahr um. Hab ich nicht gerade erst vom ESC geschrieben?

Früher in Berlin war das Halbfinale wenig spannend für mich, zumal es den Reiz vom Samstag ein wenig genommen hat, da man natürlich viele Beiträge doppelt zu sehen bekommt. Aber jetzt als "Schweizer" ist zumindest ein Halbfinale selbstverständlich Pflicht, schliesslich geht es darum, ob mein Gastland am Samstag endlich mal wieder teilnehmen darf.

Dem deutschen Beitrag bescheinigen die Wettbüros aktuell Platz 27, es sieht also mal wieder nach einer Pleite aus. Luca Hänni scheint bessere Chancen zu haben. Also werden wir vor allem ihm daheim auf dem Sofa am Samstag die Daumen drücken. Aber solange es Peter Urban noch gibt, schalten wir dabei natürlich die ARD ein. Das hat schliesslich Tradition.

Leider muss man inzwischen auch Daumen drücken, dass alles friedlich bleibt. Die Veranstaltung wäre das ideale Anschlagsziel für Israel-Hasser.

Hoffen wir also auf einen ruhigen, spannenden und lustigen Abend - und den einen oder anderen Punkt auch für Deutschland! Europe: Start voting NOW! :-)


Donnerstag, 11. April 2019

Sentimental

Während meiner Kindheit habe ich in einem der bekanntesten Chöre des Landes gesungen. Neben diversen (TV-)Auftritten hatten wir fast jeden Donnerstag auch zwei bis drei Stunden am Nachmittag Rundfunk-Produktionen im Studio.

Viele Aufnahmen aus dieser Zeit finden sich auf alten Schallplatten. Oder auch auf Spo*ify. Mit der Installation von smarten Lautsprechern daheim bietet sich dieser Dienst an, um zu Hause per Sprachbefehl und überall im Haus Musik zu hören.

Das geht am besten, wenn man zuvor Playlists aus seinen Lieblingssongs erstellt hat. Um dies zu tun, muss man fleissig im Angebot stöbern. Und dabei bin ich auch auf diverse dieser Lieder aus alter Zeit gestossen. Im Einzelfall lässt sich nicht sagen, ob ich nun gerade bei der einen oder anderen Aufnahme dabei war, da die Lieder immer mal wieder neu produziert wurden. Aber allein das Anhören und Mitsingen der Musik lässt die alten Bilder und Gefühle aus dieser längst vergangenen Zeit wieder zum Vorschein kommen.

Und dann ist alles wieder da: der Probenraum in der Schule, die Chorleiter, Mitschüler, Busfahrten zum Aufnahmestudio, Auftritte im Fernsehen ...

Es ist spannend, was so ein Schlüsselreiz auslösen kann. Und ich lächle dann und denke gern an die alten Zeiten zurück. Es sind überwiegend schöne Erinnerungen und ich bin froh, dass mich meine Eltern damals an diese Spezialschule geschickt haben, die meine Entwicklung intensiv prägte.

Dienstag, 2. April 2019

Das tut weh

Während meiner Zeit in der Behörde in Berlin ist es mir fast nie aufgefallen. Und ich hätte es sicherlich bemerkt. Zum Teil erhielt ich zwar auch Schreiben zur Durchsicht, aber da ging es eher um Formulierungen als um Korrekturen.

Als ich dann in der Schweiz ankam, sah ich zunächst die Schwierigkeiten von Rosalies Kindern bei der deutschen Rechtschreibung. Teilweise ist es ein Kauderwelsch aus grammatikalischen und orthographischen Fehlern, das sich aber damit erklären lässt, dass beide Kinder eine Schule besuchen, in der französisch gesprochen wird und die deutsche Sprache eine Fremdsprache ist.

Zu meinem Entsetzen muss ich nun aber feststellen, dass meine Team-Mitglieder beim Schreiben ganz ähnliche Probleme haben. Teilweise tut es richtig weh, deren Mails zu lesen. Gross- und Kleinschreibung, Zeichensetzung, Fallunterscheidung - alles erscheint eher zufällig. Zunächst vermutete ich, dass es an der jungen Generation liegt, aber nun sehe ich (leider), dass der neue Kollege mit 53 Jahren ganz ähnliche Fehler macht.

Das ist schrecklich! Degeneriert unsere schöne deutsche Sprache? Auch wenn es zum Beispiel einfacher ist, nur klein zu schreiben, würde ich das selbst bei WA niemals machen. Es sieht furchtbar verstümmelt aus.

Schaut man sich auf Kommentar- und Forenseiten um, ist das Ergebnis leider auch niederschmetternd. Da ich öfter in einer bestimmten Community unterwegs bin, sehe ich da auch zum Teil haarsträubende Einträge. Zum Beispiel diesen:

"Ich habe so ein Gerät gekauft aber in der Liste ist meinem Hund seine Rasse nicht dabei was kann ich da tun?"

Aber viel wichtiger sind heute offenbar Gendersternchen oder Binnenstriche ...

Donnerstag, 13. Dezember 2018

Nackte "Attraktionen"

Als wir letzte Woche meinen Vater besuchten, kamen wir irgendwann auf das Fernsehprogramm zu sprechen. Da erwähnte er, dass er neulich zufällig auf eine Sendung gestossen sei, bei der man nackte Menschen begutachten würde. Mir fiel "Adam und Eva" ein, aber er meinte eine andere Sendung, nämlich "Naked Attraction".

"Dating hautnah" und "Doku Soap" verspricht die Programmvorschau - aha. Dank Replay-Funktion haben wir in zwei Folgen rein geschaut. Ich glaube, Realsatire wäre die bessere Beschreibung für diesen Unsinn. Hier geht es um nichts Anderes als eine Fleischbeschau und einen Grund, um Genitalien in Grossaufnahme im TV zeigen zu können.

Wer es nicht kennt: Eine Frau oder ein Mann darf sich aus sechs Personen eine aussuchen, mit der er dann ein Date hat. Das "Besondere"dabei ist, dass diese Personen komplett nackt sind, in farbigen, undurchsichtigen Boxen stehen, und diese Boxen sich von unten nach oben öffnen. In der ersten Runde sieht man also nur Beine und die Genitalien. Der "Kandidat" schaut sich die "Dinger" an und gibt seine Kommentare ab. Das allein ist schon so dämlich, dass man ständig lachen muss. Im zweiten Schritt sieht man dann die Brust bzw. Brüste. Dann die Gesichter und im letzten Teil dürfen die verbliebenen Personen (eine scheidet immer aus) sogar noch etwas sagen! Bevor sich der Kandidat sein Date aussucht, muss der sich schliesslich auch noch nackig machen. Und so sind am Schluss alle nackt, bis auf die Moderatorin.

Na, habe ich Euer Interesse geweckt? Die Fleischbeschau läuft derzeit immer montags am späten Abend. Wer sich also mal fremdschämen oder seine Genitalien mit denen anderer Menschen in Grossaufnahme vergleichen möchte - viel Vergnügen. :-)

Ach ja - in der letzten Sendung vom vergangenen Montag war ein Mann dabei mit FÜNF grossen Ringen am Penis, davon zwei direkt an der Eichel. Das tat mir schon beim Hinschauen weh. Du meine Güte, was sich manche Menschen so antun ...

Montag, 26. November 2018

Kein Bier vor Vier

... aber vielleicht einen Glühwein morgens um 5:45 Uhr? Ich gebe zu, das ist etwas abgefahren, aber hier in Bern gehört das an diesem Tag dazu. Heute ist nämlich Ziebelemärit in der Stadt.

Traditionell ist die gesamte Innenstadt seit den frühen Morgenstunden voller Stände, an denen man Zwiebelzöpfe kaufen kann. Natürlich nicht nur die, sondern auch den üblichen "Kram", den man überall auf Märkten findet. Und eben auch jede Menge Glühwein, Kaffee mit Grappa, Bier ... Und Knoblibrot.

Mein Kollege hatte mich letzte Woche gefragt, ob wir nicht zusammen hingehen wollen - vor der Arbeit. Also bin ich am Morgen um 4:50 Uhr - wie in alten Berliner Zeiten - aus dem Haus. Um diese Zeit schläft die Schweiz eigentlich noch, das erste Auto ist mir erst nach zehn Minuten begegnet. Auch in der Stadt selbst war es noch leer, bis ich zum Beginn der Markt-Zone kam. Plötzlich war die Strasse voller Menschen - morgens um halb sechs!

Wir haben uns ein wenig umgesehen, hatten Glück, nicht mit Konfetti beworfen zu werden, was an diesem Tag weit verbreitet ist, dann zuerst ein Brot gegessen, um eine gewisse Grundlage zu schaffen, und anschliessend tatsächlich einen Glühwein getrunken. Danach erinnere ich mich an nichts mehr ...

Nein, Quatsch. Wir sind noch eine Weile durch die Gässchen gelaufen und waren schliesslich um halb sieben im Büro. Da der Markt am heutigen Tag eine grosse Tradition hat, schenkt uns das Spital sogar zwei Stunden dafür. Leider ist das natürlich im Dienstleistungsbereich schwierig, denn wir können nicht einfach alle gehen. So werde ich also einige Überstunden machen und hoffen, dass ich fit bleibe bis zum Feierabend. :-)

Und so sah das dann aus, direkt vor dem Bundeshaus:

Mittwoch, 14. November 2018

Das waren noch Zeiten

Neulich stiessen wir beim Zappen und Scrollen durchs Programm am Abend zufällig auf eine Folge "Biene Maja". Die gute, alte Zeichentrickserie. Was für eine Wohltat: langsame Bildfolgen, süsse Musik, einfache, niedliche Handlung mit sympathischen Charakteren.

Und heute? Bei aktuellen Serien muss es ständig knallen, explodieren, alles ist hektisch, Action im Sekundentakt, immer höher, schneller, weiter. Und am besten Binge Watching und alle 23 Folgen hintereinander schauen. Und weil das immer noch viel zu langweilig ist, hat man als Teenie einen zweiten Bildschirm, auf dem man gleichzeitig noch SIMS spielt.

Und die Erwachsenen? Die schauen "Bachelor" (inklusive "Live-Ticker" in den Apps der Boulevard-Zeitungen!) oder gar "Adam und Eva". Was für ein Unfug ist das denn? Menschen wackeln mit ihren (total rasierten) Genitalien durchs Bild und suchen dabei ihre grosse Liebe. Wer will das sehen? Wir haben, ebenfalls an besagtem Abend, einen kurzen Ausschnitt geschaut, in dem gerade Gina-Lisa L. zu bewundern war. Oh Gott, ist die verunstaltet! Das Gesicht mit den aufgespritzten Lippen zur Fratze entstellt und Brüste, die mit Natur nicht das Geringste zu tun haben. Gibt es wirklich Männer, denen so etwas gefällt? In Key West haben wir eine Frau gesehen, deren Brüste buchstäblich bis zum Bauchnabel wie Schläuche hingen. Das ist dann das andere Extrem und auch nicht gerade hübsch anzusehen. Zur Schau stellen würde ich die als Frau wohl eher nicht. Aber riesige "aufgesetzte Halbschalen", die sich keinen Millimeter bewegen, sind, zumindest für meinen Geschmack, ebenso wenig sexy und erinnern eher an eine Gummipuppe.

Eigentlich waren wir nur auf der Suche nach einer aktuellen Nachrichtensendung. Die haben wir nicht gefunden, und daher nach fünf Minuten den Fernseher wieder ausgeschaltet. Gute Nacht.

Freitag, 10. August 2018

Spoilerwarnung

Fans der Serie "The Affair", die Folge S04E08 noch nicht gesehen haben, sollten lieber nicht weiterlesen ...

Ich hatte ja schon mal erwähnt, dass wir die Serie sehr gern sehen, nachdem ich sie vor ein paar Monaten per Zufall entdeckt hatte, da ich ein Fan von Maura Tierney, einer der vier Hauptakteure in dieser Serie, bin. Und wenn man eine Serie mit einigem Tiefgang in kurzer Folge anschaut, wird man vertraut mit den Charakteren, leidet und freut sich mit ihnen.

Und dann passiert es - eine der vier Personen stirbt! Obwohl die Möglichkeit immer mal wieder angedeutet wurde, hätte das wohl kaum jemand erwartet, schliesslich lebt die Serie von den vier Hauptdarstellern, und Ruth Wilson als Alison ist für mich eine der wichtigsten Person der Handlung gewesen.

Und so sassen Rosalie und ich gestern Abend, als wir uns auf die aktuelle Folge freuten und mit einem Glas Wein auf der Couch Platz genommen hatten, ziemlich konsterniert vor dem Bildschirm, als klar wurde, dass es kein Irrtum war und Alison tatsächlich tot ist. Gerade noch waren wir begeistert, als wir erfuhren, dass es eine finale fünfte Staffel geben wird. Doch wie wird das nun weiter gehen, wenn einer der Protagonisten fehlt? Wer wird Alison "ersetzen"? Ist die Serie noch so attraktiv wie bisher?

Ich hab dann mal im Web geschaut, und da heisst es, dass Ruth Wilson schon vor der vierten Staffel darum gebeten habe, aus der Serie heraus geschrieben zu werden. Gründe wurden nicht genannt, aber man kann vermuten, dass andere Projekte daran schuld sind. So wird sie ab September mit Charlotte Rampling in "The Little Stranger" im Kino zu sehen sein. Sie ist nicht die klassische Schönheit, aber durchaus eine attraktive, interessante Frau, auf die wir nun leider für den Rest der Serie verzichten müssen.

Montag, 30. Juli 2018

Alter Schwede

Sie war ein Gigant unserer Generation und ist es bis heute. Jeder kennt die Melodien, kann sie mitsingen. Sie war eine der wenigen Bands, die nach dem ESC ihren Welterfolg starteten. Die Rede ist von

ABBA

Wir sind grosse Fans, ich kenne so gut wie jedes Lied inklusive der Texte. Natürlich haben wir den Film gesehen (den zweiten in Kürze) und waren in Berlin bereits im Musical.

Nun hat mir Rosalie zum Geburtstag eine Karte für das selbe Musical geschenkt, und zwar in Thun bei den Thunerseespielen. Das Besondere: Die Aufführung ist auf bärndütsch! Wir waren sehr skeptisch, wie das wirken würde ...

Interessant war schon mal das Publikum, Schnitt: 50+. Das wurde nicht zuletzt noch einmal deutlich, als zu Beginn der Veranstaltung auf das nächste Ereignis im neuen Jahr hingewiesen wurde. Dann wird das Musical mit den Songs von Udo Jürgens gespielt, und das freudige Raunen im weiten Rund liess erahnen, dass hier wohl kaum junge Menschen anwesend waren. :-)

Das Musical selbst war wirklich toll! Schon nach den ersten Minuten hat man gar nicht mehr gemerkt, dass hier Mundart gesungen wurde. Die Dialoge waren witzig, mit diversen Anspielungen auf Schweizer Themen, die Darsteller grossartig, der Sound sehr gut (und nicht zu laut), und mit dem Wetter hatten wir letztlich auch noch Glück, nachdem es tagsüber ständig regnete.

Und so war es wirklich ein schöner Abend! Und ich denke, wir werden im nächsten Jahr wiederkommen, wenn es heisst: "Ich war noch niemals in New York"

Und hier noch ein paar Bilder von Samstagabend ...

Montag, 9. Juli 2018

Schmerzhaftes Open Air

Ich war seit langem nicht mehr in einem Konzert, erst recht nicht auf einem Open Air Festival. Letzten Samstag war es mal wieder soweit. Eigentlich bin ich mehr Rosalie zuliebe mitgekommen, denn die Acts allein hätten mich nicht aus dem Haus gelockt.

Was mich gleich am Eingang erstaunt hat: Der Veranstalter selbst gab für die Zuschauer Ohrenstöpsel aus. Naiv, wie ich war, glaubte ich, dass dies wohl für besonders sensible Menschen gedacht wäre. Aber dem war nicht so.

Der Lärm aus den 30 m hohen Boxentürmen war ohrenbetäubend. Man spürte die Druckwelle nicht nur körperlich unangenehm, auch für die Ohren war es eine Zumutung. Ich wusste gar nicht, dass die Hörgeräteakustiker so eine starke Lobby zu haben scheinen ...

Ganz im Ernst - ich mag mir nicht vorstellen, was das mit den Hörnerven der vorwiegend jungen Menschen macht, wenn die so einem Krach viele Male im Jahr ausgesetzt sind. Ich habe es ohne Stöpsel keine Minute ausgehalten, aber ich sah kaum jemanden, der die Dinger genutzt hat. Das kann doch nicht gesund sein?! Und warum dreht man die Beschallung nicht einfach 10dB runter, anstatt dafür Ohropax auszugeben? Macht das irgendwie Sinn?

Immerhin war das Wetter gut, der Wein, das Essen an den zahlreichen Ständen, und der Blick über den See mit Sonnenuntergang war auch nicht zu verachten. Auch die Stimmung war bestens und wir haben uns gut amüsiert. Dank der Hilfsmittel hat mein Hörorgan hoffentlich auch nicht all zu viel gelitten. Und ich habe gelernt: Nie wieder ohne Stöpsel zu einem Musik-Event dieser Art!

Montag, 9. Oktober 2017

Wenn ich ...

Am Wochenende sind wir ganz zufällig bei Yout*be auf einen Beitrag gestossen, in dem es - mal wieder - um die Frage einer Reunion von ABBA ging. Der Beitrag war noch ziemlich aktuell und bis auf Frida kamen alle Band-Mitglieder zu Wort, inkl. natürlich diverser Songs und Doku-Schnipsel aus alten Zeiten.

Wenn ich die Möglichkeit hätte, die Zeit zurück zu drehen und einen Wunsch äussern dürfte, wäre ich unheimlich gern bei einem Konzert dabei gewesen, hätte die Songs, die ich bis heute auswendig kann und nach 2 Sekunden erkenne, mitgegrölt und hätte mich ein Leben lang daran erinnern können.

Leider war ich damals einerseits ein paar Jahre zu jung, andererseits hätte ich auch keine Möglichkeit gehabt, zu einem Konzert zu gehen ... Meine ABBA-Zeit begann um 1980, als die Karriere der Band sich schon dem Ende zuneigte. Ich kaufte alle Schallplatten und hörte sie 28 Stunden am Tag. :)) Bis heute drehe ich das Radio auf, wenn ein Song gespielt wird oder ein Video im Fernsehen kommt.

ABBA trat auch ganz früh mal in der DISCO mit Ilja Richter auf. Zu dem Zeitpunkt waren sie noch am Anfang ihrer Karriere und standen mitten im Publikum auf der kleinen Bühne, quasi zum Anfassen. Ob die jungen Zuschauer, die um sie herum sassen, ahnten, dass dort Weltstars sangen?

ABBA selbst sagte, dass sie nach ihrer Trennung niemals damit gerechnet hatten, dass ihre Songs über die Jahrzehnte hinweg weiterhin so einen Erfolg haben würden. Die Musik ist halt irgendwie zeitlos, genial, einmalig. Schade, dass ich sie nicht live erleben durfte.

Donnerstag, 14. September 2017

Stadtführung mal anders

Einmal im Jahr bleibt unser Büro für einen Tag leer und wir gönnen uns einen gemeinsamen Teamausflug. Gerade für mich ist das eine gute Gelegenheit, Stadt, Land und Leute noch ein wenig besser kennen zu lernen.

Während wir im letzten Jahr ausserhalb auf einer Alm waren, blieben wir in diesem Jahr vor Ort und liessen uns die Stadt zeigen. Nicht auf die übliche Weise, sondern geführt von Schauspielern und mit dem Schwerpunkt "Kulinarisches". So gab es nicht nur viel zu sehen und zu erfahren, sondern während der rund zwei Stunden immer wieder auch etwas zu essen und zu trinken.

Das Wetter wurde leider erst gegen Ende etwas besser, trotzdem war es ein angenehmer Tag. Und ich fand es spannend zu erfahren, dass es hier in Bern früher über 150 Weinkeller gab oder wo die Herren Lindt und Tobler ihre berühmte Schokolade erfunden haben. Die Fabriken gibt es an diesem Standort nicht mehr, aber ein Stück Schoggi zum Probieren durfte natürlich trotzdem nicht fehlen.

Auf dem Bild ist übrigens das Bundeshaus zu sehen, im Vordergrund die Aare. Eine Perspektive, die auch ich so zum ersten Mal gesehen habe. Und im Laufe des Tage habe ich einmal mehr festgestellt, was für eine hübsche, kleine Stadt Bern ist. :)




Freitag, 30. Juni 2017

Es reicht!

Ich bin ein grosser Fan der deutschen Sprache und freue mich daher über jeden, der sich mündlich und schriftlich halbwegs stilsicher ausdrücken kann. Es ist toll, dass ich immer wieder Blogs finde, die mich in dieser Hinsicht faszinieren! Dass die deutsche Sprache an vielen Stellen leidet, stelle ich aber auch immer öfter fest. Das fängt schon auf Arbeit bei der Kommunikation im Team an, in dem, bis auf meinen Chef, kein Mail ohne Rechtschreibfehler auskommt. Und damit meine ich nicht Flüchtigkeitsfehler, die mir natürlich im Eifer des Gefechts genauso passieren, sondern richtig heftige Schnitzer.

Doch damit nicht genug. In den letzten Jahren muss ich beobachten, wie sich der Genderwahnsinn durch die deutsche Sprache frisst. Möchte man in der Anrede auch wirklich niemanden vergessen, kann man vor lauter Schrägstrichen, Sternchen und Unterstrichen einen geschriebenen Text kaum noch lesen. Muss ich wirklich alle zig Dutzend Geschlechter, die es geben soll, einzeln nennen? Fühlt sich ansonsten tatsächlich jemand benachteiligt?

Gender-Verrücktheiten auf der einen Seite, politisch korrekte und rassistisch saubere Normen auf der anderen. Nicht nur, dass man längst begonnen hat, alte Schriften, die zum Kulturgut gehören, zu vergewaltigen und nach verwerflichen Ausdrücken zu durchforsten, um sie gegen einwandfreie Begriffe austzutauschen - jetzt muss man auch noch jedes gesprochene Wort auf die Goldwaage legen, um sich nur nicht zum Affen zu machen ...

Gestern Abend war Fussball, nichts als Fussball. "Die Mannschaft" spielte (ich erspare mir hier eine Bemerkung zu diesem Namen für die deutsche Fussball-Nationalmannschaft). Zu Beginn der Übertragung Statements beider Spielführer gegen Rassismus und für fairen Sport. Dagegen ist nichts zu sagen.

Aber dann die "Katastrophe". Ein deutscher Spieler wird angerempelt und lässt sich anschliessend wie der sterbende Schwan zu Boden fallen, als wäre er halbtot geprügelt worden. Besonders in der Zeitlupe erkennt man wunderbar die völlig übertriebene Reaktion. Der Kommentator meint emotional, dass dieses Theater doch völlig daneben sei und der Spieler "sich nicht zum Affen" machen solle! Recht so, und würde jemand mir gegenüber diese Redewendung benutzen, könnte ich mich zwar ägern, aber dann auch nur, weil er mich für dumm erklärt und ich mich ertappt fühle.

Anders sahen es wohl einige besonders schlaue Zuschauerinnen oder Zuschauer (gibt es eigentlich eine weiblich Form von Fussballfan?), die offenbar bei jedem Satz und hinter jedem Baum einen Rassisten (oder eine Rassistin) entdecken. Und so musste sich der arme Kommentator für diese "Beleidigung" später entschuldigen. Er hatte leider nicht bedacht, dass es sich bei dem betroffenen Spieler um einen Schwarzen handelt, und schwarz und Affe kann ja nur von einem Rassisten in einen Zusammenhang gebracht werden.

Also bitte - gehts noch? Mein Vater macht sich zum Affen, mein Sohn, mein Chef, und ich selbst sicherlich auch hier und da. Wir alle sind weiss und niemand käme auf die Idee, diesen Satz rassistisch zu interpretieren. Und nur, weil der Spieler eine andere Hautfarbe hat, muss man dem Kommentator, der ganz sicher weder in diesem Moment noch überhaupt jemals an die Herkunft des Spielers dachte, dann gleich eine solche Interpretation des Gesagten unterstellen? Darf ich eigentlich einen Asiaten auch nicht "Schlitzohr" nennen, weil das zu nah am "Schlitzauge" ist und damit tendenziell auch schon rassistisch motiviert wäre?

Damit wir uns nicht falsch verstehen: Ich bin absolut dafür, dass Hautfarbe keine Rolle spielen und jeder Mensch die gleichen Rechte und Pflichten haben sollte. Aber es darf nicht sein, dass unter dem Deckmäntelchen der wie auch immer begründeten Korrektheit jedes Wort von einer Besserwisser-Polizei auf die vermutete geistige Ausrichtung des Urhebers hin interpretiert und womöglich schon bald auf sozialen Netzwerken in vorauseilendem Gehorsam gelöscht wird.

Ich hoffe sehr, dass Sachlichkeit und Sachverstand letztlich (nicht nur) bei diesem Thema die Oberhand behalten und ich auch künftig meine Meinung sagen kann, ohne vorher einen Gesinnungsfilter darüber legen zu müssen, damit sich bloss niemand vielleicht unter Umständen eventuell vernachlässigt, übergangen oder beleidigt fühlen könnte.

Schönes Wochenende!


Montag, 15. Mai 2017

Nachlese

Ein langes Wochenende ist schon wieder vorbei, inklusive Muttertag und vor allem ESC!

Diesmal hätte ich das Event auch im Schweizer Fernsehen anschauen können, aber ESC ohne die Stimme von Peter Urban geht ja gar nicht ... Inzwischen kann man sich den Contest auch mit Twitter-Kommentaren anschauen, was eine Herausforderung für uns "alte" Menschen ist, weil man neben dem ganzen Theater aus Licht, Bewegung und Musik auch noch lesen muss, aber wir haben uns teilweise bestens über die Tweets amüsiert.

Und gewonnen hat dann ein Song, der ganz ohne das ganze Drumherum auskam. Ich gebe zu - unser Favorit war es nicht, aber wenn dieser Sieg ein Zeichen setzt, dass es nicht auf immer mehr Feuer, Wasser, Laser und nackte Haut ankommt, sondern doch eigentlich die Musik im Vordergrund stehen sollte, dann kann ich gut damit leben.

Enttäuschend war einmal mehr das Abschneiden von Deutschland. Verglichen mit vielen anderen Beiträgen fand ich nicht, dass wir den vorletzten Platz verdient haben. Woran liegt das nur? Hat uns Deutsche keiner mehr lieb? Ist das auch eine politische Aussage? Oder sind unsere Songs tatsächlich so viel schlechter als fast alle anderen?

Dabei haben Rosalie und ich uns soooo viel Mühe gegeben und wie verrückt für Levina abgestimmt. Glaubt Ihr nicht? Den Beweis gibt es im Netz. Die einzigen drei Punkte aus dem Tele-Voting für Deutschland kamen nämlich aus der Schweiz! Damit haben wir zumindest Spanien deutlich abgehängt. ;)



Donnerstag, 11. Mai 2017

Alle Jahre wieder

Es ist wieder soweit - am Samstag startet das Finale vom Eurovision Song Contest 2017, diesmal in Kiew. Ich habe mich ja schon öfter als treuer Fan dieses Musik-Events geoutet und tue das gern wieder.

Seit meiner Liebe zur Schweiz schlagen nun immer zwei Herzen in meiner Brust, wobei das eine davon leider meist schon in der Vorausscheidung  das Zeitliche segnet, da die Eidgenossen nur selten den Weg ins Finale finden. Dabei sind die Songs oft gar nicht schlechter als die von anderen Mitbewerbern, aber der Schweiz fehlen einfach die Sympathiepunkte der Nachbarn, so wie es z. B. die vormals sowjetischen Staaten regelmässig vorführen. Mit diesem Nachteil belastet ist es schwer, sich gegen die Konkurrenz durchzusetzen. Und ich behaupte, dass es Deutschland genauso schwer hätte, wäre es nicht prinzipiell fürs Finale gesetzt. Die Ergebnisse der letzten Jahre beweisen dies eindrücklich, und es steht zu befürchten, dass es in diesem Jahr nicht besser wird, trotz der üblichen Euphorie im Vorfeld.

Aber was soll's - es wird wieder ein amüsantes Spektakel. Wir auf dem Sofa mit Chips und Wein, Barbara Schöneberger heizt auf der Reeperbahn ein, Peter Urban steuert seine witzigen Kommentare bei, und dann können wir uns bei der Punktevergabe wieder ärgern, dass sich Länder gegenseitig die Punkte zuschustern. Same procedure as every year: Thank Your for this amazing show ... :)

Dienstag, 9. Mai 2017

So ist die Schweiz

Also - wie ist sie denn nun, die Schweiz? Ist sie wirklich so, wie man sie sich ausserhalb des Landes vorstellt? Stimmen die Klischees von Heidi, dem Wohlstand, der Idylle?

Wunderschön ist in jedem Fall die Landschaft. Ich denke, das ist unbestritten. Eine Fahrt durch das Emmental oder ein Ausflug ins Berner Oberland lassen einen immer wieder staunen. Hier scheint die Natur noch ursprünglich zu sein, die Berge grösser, die Bäume grüner. Und in den Dörfern ist die Zeit oft ein wenig stehen geblieben. Tradition und das Glück der geringen Zerstörung im Krieg sorgen dafür, dass an vielen Stellen Altes bewahrt wird.

Hoch sind die Berge überall, man kann sie nicht übersehen, egal wo man sich in der Schweiz aufhält. Um daher wirklich mal ein wenig in die Ferne schauen zu können, muss man schon hoch hinaus. Wer also, wie mein Chef, an der Küste aufgewachsen ist, dem wird hin und wieder die Weite fehlen.

Und weil die Schweiz ein kleines Land ist, wirkt alles irgendwie gedrungener, enger, die Distanzen quer durchs Land sind deutlich kürzer. Dafür ist die zwischenmenschliche Distanz, ich schrieb es schon einmal, gefühlt grösser. Der Freundlichkeit (und manchmal stoischen Geduld und Langsamkeit) der Einheimischen steht eine starke Zurückhaltung, die teilweise schon devot wirkt, entgegen. Man wird fast nie ein böses Wort hören, lieber erträgt man das, was einem widerfährt, ordnet sich brav ein, entschuldigt sich öfter als nötig und bedankt sich immer "viel mal".

Anders als wir Deutschen sind Schweizer stolz auf ihr Land und zeigen das auch. Schweizer Fahnen findet man immer und überall, und im Gegensatz zu "uns" ist der Nationalfeiertag hier auch Anlass zur Freude und zum Schmücken der Häuser, und nicht nur ein Tag, an dem man glücklicherweise nicht arbeiten muss.

Und die sonstigen Klischees? Ein Kollege aus Berlin meinte einmal zu mir, dass doch die Strassen in der Schweiz sicherlich fantastisch ausgebaut und in einem einwandfreien Zustand seien. Ja, so stellt man sich die Schweiz eben vor - Reichtum, Überfluss und Nummernkonten. :) Ganz so ist es nicht, auch wenn der Wohlstand sicherlich ein Markenzeichen des Landes ist. Trotz der im Vergleich hohen Gehälter darf man eben auch die hohen Lebenshaltungskosten nicht vergessen, und so schwimmt längst nicht jede Familie im Geld.

Allerdings sind verschiedene Dinge, wie z. B. Elektronik, kaum teurer als in Deutschland und damit im Verhältnis zum Einkommen deutlich günstiger. Und daher kann man sich eben eher mal ein Apfel-Gerät als Statussymbol leisten. Gefühlt würde ich sagen, dass 50 Prozent der Schweizer ein Telefon mit Apfel besitzen. Als ich noch regelmässig Zug fuhr, habe ich mir hin und wieder den Spass gemacht, und die Ladegeräte gezählt, die im Wagon eingesteckt waren. Das war fast ausnahmslos iPhone-Zubehör.


Über leckere Schokolade aus der Schweiz muss ich wohl nicht viele Worte verlieren (übrigens findet man in den Supermärkten hier fast ausschliesslich einheimische Produkte und die vielen Marken, die man in Deutschland kennt, tauchen gar nicht auf). Und wer Käse mag, der findet, wie erwartet, eine riesige Auswahl - alles aber zu hohen Preisen, an die man sich gewöhnen muss.

Nun wird der Eine oder Andere anmerken, dass viele Beobachtungen in ähnlicher Weise auch auf seine Heimat zutreffen - gerade wenn ich an Süddeutschland denke, stimmt das sicherlich. Der Übergang ist z. B. in Sachen Natur ja auch fliessend. Aber für mich als Berliner, der rund 1000 km nördlich gewohnt hat, sind die Unterschiede schon gravierend, und auch die Mentalität hier ist eine ganz andere. Ich empfinde sie als sehr angenehm, und die deutschen Dialekte sind, wenn man sie denn erst mal versteht, sympathisch. Ungewohnt ist nur, dass es halt noch drei weitere Amtssprachen gibt, und somit öffentliche Bekanntmachungen, je nach Zielgruppe, auch in vier Sprachen erscheinen.

Ich mag sie sehr, die Schweiz. Auf der Suche nach mehr Ruhe, Gelassenheit, weniger Chaos, Dreck und Krach hat mich die Liebe in ein Land gebracht, in dem ich, gemeinsam mit Rosalie, gern alt werden möchte.


Samstag, 4. März 2017

Die Spezies Mann

Nach dem gruseligen Wetter am Donnerstag kehrte am gestrigen Freitag der Frühling in die Hauptstadt zurück und bescherte uns einen wunderschönen Sonnentag. Wir haben ihn genutzt und gleich nach dem (kleinen) Frühstück das Hotel verlassen. Nun ja, also ... zum Shoppen. :) Ein bisschen zumindest. Die Verlockungen im preiswerten Deutschland sind einfach groß ...

Während ich mich dann am Nachmittag für knapp zwei Stunden verabeschiedete, um einen alten Bekannten zu treffen, schlenderte Rosalie durch das KaDeWe, um später festzustellen, dass der ganze Laden einfach viel zu groß ist und man förmlich erschlagen wird von dem riesigen Angebot. So kam sie diesmal ohne eine einzige Einkaufstüte zurück.

Vor unserem Abendtermin ging es erst einmal wieder zurück ins Hotel, vorbei an Gedächtniskirche und dem traditionellen Kaffee Kranzler.

Nach kurzer Verschnaufpause machten wir uns auf den Weg zum Admiralspalast, dem früheren "Metropol". Ich hatte meiner Liebsten zum vierten Jahrestag Karten für "Cavewoman" geschenkt. Ein Stück, das schon viele Jahre als Antwort auf "Caveman" in Deutschland, Österreich und wohl auch der Schweiz aufgeführt wird und die (kleinen) Macken der Männer auf die Schippe nimmt. Natürlich voller Klischees, natürlich völlig überzeichnet (und ich hab mich so gaaaar nicht wiedererkannt!!). Aber es war lustig, zumal dieses Ein-Personen-Stück ein Stück weit improvisiert ist und von den Einwürfen des Publikums lebt. Das macht es spontan und manchmal ungewollt komisch.

Nach dem Ende gegen 22 Uhr überfiel uns doch noch ein kleiner Hunger, und da man in Berlin ohne eine Currywurst (natürlich OHNE Darm!) kein richtiger Tourist ist, gönnten wir uns jeder eine solche "Phosphat-Stange". Lecker war sie, und noch dazu "Bio"!

Kurz vor Mitternacht waren wir im Bett. Eigentlich wollten wir noch etwas Wein trinken, aber nach über 15000 Schritten im Verlauf des Tages schliefen wir sofort ein und hätten um ein Haar heute Morgen das Frühstück verpasst.

Die Sonne lacht uns auch heute, nüscht wir raus!