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Mittwoch, 3. Oktober 2018

Verdammt lang her

Es sind nun schon fast 29 Jahre vergangen, seit die Grenzen in Deutschland verschwunden sind. Heute Morgen im Radio kamen junge Menschen aus Deutschland zu Wort, die, wie auch mein Sohn, die Teilung gar nicht mehr miterlebt haben und sich deswegen auch nicht vorstellen können, wie das damals gewesen sein mag.

Ich denke noch heute, vor allem in Berlin, öfter man daran, wenn ich die imaginäre Linie überquere, dass dies noch am 8. November 1989 unvorstellbar war. Und nun ist es völlig selbstverständlich und viele Menschen wissen nicht einmal mehr, wo die Grenzlinie überhaupt verlaufen ist.

Das ist gut so, und ich habe diesen Tagen im November 1989 auch viel zu verdanken. Sicherlich hätte ich auch ohne Mauerfall meinen Weg irgendwie gemacht, aber er wäre ein gänzlich anderer gewesen. Für meinen beruflichen Weg kam die Grenzöffnung sogar etwas zu früh und hat mir manche Chance verbaut. Aber sei es drum. Ich war nie arbeitslos, habe viel gelernt, auch fürs Leben, und so manche notwendige Veränderung, gerade aufgrund der veränderten Bedingungen im vereinten Land, war letztlich wichtig für meine persönliche Entwicklung.

Und hätte mir jemand am 8.11.89 gesagt, dass ich am 3.10.2018 in Bern sitzen und dieses Post schreiben würde - ich hätte ihn für komplett verrückt erklärt. :-)

Also, Ihr da "drüben" - dann schlaft mal aus und feiert schön für mich mit!

Mittwoch, 5. September 2018

Der Puls steigt

Nur noch 36 Tage! Drei Jahre nach dem ersten, atemberaubenden Urlaub in Florida werden wir im Oktober wieder nach Miami fliegen. Wie ich schon mehrfach geschrieben habe, bin ich noch heute überwältigt von dem Erlebnis in 2015. Es war ein Traum, den ich mir gemeinsam mit Rosalie in jenem Jahr erfüllt habe. Hier kann man es noch einmal nachlesen.

Und damals habe ich mir geschworen, dass ich da in jedem Fall noch einmal hin möchte! Mag sein, dass das zweite Mal weniger Eindruck hinterlässt, weil man vieles schon einmal gesehen hat, aber auf der anderen Seite wissen wir diesmal, was uns erwartet, denn wir haben zwei wunderbare Hotels vom letzten Mal wieder auf unserer Liste, und damit können wir sicher sein, dass wir uns auch in diesem Jahr wieder sehr wohl fühlen werden. Gerade erhielt ich noch ein Mail vom Hotel in Key West, das unseren Wunsch, eine bestimmte Suite im Resort nutzen zu können, bereits hinterlegt hat.

Diesmal werden wir den Weg durch Florida von Norden nach Süden nehmen und dann von ganz "unten" aus noch Washington einen kurzen Besuch abstatten, bevor es zurück in die Schweiz geht. Zu gern hätte ich noch Boston und Montauk (wegen unserer Lieblings-TV-Serie "The Affair", die dort spielt) mit ins Programm genommen, aber das hätte den zeitlichen Rahmen gesprengt. Wir haben also schon einen Grund parat, um irgendwann wieder Richtung USA zu reisen ... ;-)

Der Countdown läuft!


Mittwoch, 22. August 2018

Wiedersehen

Was, sind sechs Tage schon rum? Sitze ich tatsächlich schon wieder im Büro? Die Tage waren voller Abwechslung und die Zeit verging wie im Fluge.

Am vergangenen Mittwoch sind wir gut und sicher mit der kleinen Skywork-Maschine in Tegel gelandet und haben unser Hotelzimmer bezogen. Kleiner Ärger zu Beginn: Das Bett drohte einzubrechen, die Füsse waren allesamt locker (was wohl die vorigen Nutzer da gemacht haben mögen?). Wir haben an der Rezeption Bescheid gesagt, am nächsten Tag war das Problem behoben.

Den Abend verbrachten wir im Restaurant ganz in der Nähe, das wir beim letzten Besuch in Berlin vor ein paar Monaten entdeckt hatten. Dort sitzt man gemütlich zu Alt-Berliner Ambiente und ebensolchen Speisen. Was für ein Wunder: Die Bedienung, mit der wir damals länger plauderten, erkannte uns wieder und begrüsste uns lautstark. Wir scheinen wohl einen bleibenden Eindruck hinterlassen zu haben. :-)

Der Donnerstag stand im Zeichen meiner "alten Heimat". Nach einer kurzen Shoppingrunde fuhren wir zum "Clou", einem kleinen Center, in dessen Nähe ich bis zu meinem Umzug gewohnt habe. Zunächst umrundeten wir mein damaliges Wohnhaus und schauten nach, ob neue Namen an den Klingeln stehen. Dann setzten wir uns mal wieder aufs Dach des Centers, tranken ein Bier und sahen den in Tegel landenden Fliegern zu. Natürlich auch der kleinen Skywork-Maschine, mit der wir am Tag zuvor angekommen waren:



Zu 18 Uhr hatte ich einen Tisch in unserem Lieblings-Steakhaus reserviert. Nach über einem Jahr habe ich endlich meinen Sohn wieder gesehen! Es war wirklich ein schöner Abend, wir haben viel erzählt und ich denke, die Schwierigkeiten der letzten Jahre sollten nun überwunden sein. Wir haben auch seine Freundin kennen gelernt, mit der er seit mehr als zwei Jahren zusammen ist, und sie macht einen wirklich tollen Eindruck. Da hat er eine gute Wahl getroffen. ;-)

Das nächste Highlight wartete am Freitag. Wir liehen uns von meinem Vater das Auto und machten einen Abstecher an die Ostsee. Von Berlin aus ist das ja fast ein Katzensprung. Ich zeigte Rosalie die Insel Usedom, auf der ich als Kind jedes Jahr im Sommer meine Ferien verbrachte. Bei dem herrlichen Wetter hatten wir ein paar schöne Stunden an dem traumhaften Sandstrand, auch wenn das Wasser von den Algen recht grün war. Gegen Abend assen wir noch in Ahlbeck eine Kleinigkeit, bevor wir nach Berlin zurück fuhren.



Das Auto brachten wir am Samstag zu meinem Papa zurück und fuhren dann gemeinsam nach Lanke zu einem gemütlichen Restaurant, wo wir gemeinsam gegessen haben. Dann blieben wir noch bis zum Abendessen bei ihm daheim. Es geht ihm im Grunde gut, aber er läuft so schlecht, dass ich mir schon Sorgen mache, wie das in ein paar Wochen oder Monaten aussehen mag. Es wird der Tag kommen, an dem er die eine Etage bis nach unten gar nicht mehr überwinden kann. Und dann? Man kann mit ihm nicht reden, er blockt bei diesem Thema komplett, möchte aus der Wohnung auf keinen Fall raus, in der er seit 50 Jahren wohnt. Das wird noch ein schwieriger Fall werden, fürchte ich, und ich beneide meine Stiefmutter nicht, die damit täglich umgehen muss. Vorgestern ist er im Supermarkt mal wieder hingefallen, weil er mit seinem Rollator nicht klar kam. Zum Glück ist wieder nichts Schlimmes passiert.

Am Sonntag war erneut herrlicher Sonnenschein. Also raus an die frische Luft. Rosalie hatte die Idee, zum Botanischen Garten zu fahren. Wir verbrachten gut drei Stunden dort, aber bei der Hitze waren wir danach ziemlich müde. Fürs Hotel war es zu früh, also beschlossen wir, in unsere Lieblings-Strandbar zu fahren. Es war noch ganz leer, als wir ankamen, und so ergatterten wir einen schönen Tisch direkt am Wasser:



Bis19 Uhr ist täglich Happy Hour, die haben wir reichlich ausgenutzt ... Danach sind wir im Hotel ins Bett gefallen.

Noch ein, nein zwei Wiedersehen gab es am Montag. Zunächst war ich mit meiner früheren Klavierlehrerin verabredet. Sie hat mich irgendwann zufällig per Stayfriends gefunden und nun haben wir endlich einen Termin finden können. Etwa 23 Jahre hatten wir uns nicht gesehen! Sie schien sich riesig gefreut zu haben und liess uns kaum zu Wort kommen in den zwei Stunden, die wir zusammen sassen. Ich konnte mich gar nicht erinnern, dass sie so gern redet. :-)

Sie war mit uns zu einem Shopping-Center gefahren, weil man dort gut sitzen und Kaffee trinken kann. Nachdem wir uns verabschiedet hatten, wollte ich mit Rosalie zurück in die Stadt, um dort zu einer Filiale meines Lieblings-Kleiderladens zu gehen. Rosalie fragte mich noch, ob denn in dem Center, in dem wir gerade standen, nicht auch eine Filiale sein könnte, was ich kategorisch verneinte. Und schon standen wir davor ... Und dann schaute ich in den Laden und entdeckte meine Lieblings-Verkäuferin! Sie ist eigentlich Leiterin einer anderen Filiale, hat eigentlich montags frei und war an diesem Tag zum ersten Mal in diesem Laden zum Aushelfen. Was für ein Zufall. Wir haben viel erzählt, und "nebenbei" habe ich viel Geld ausgegeben für ein Hemd, eine Lederjacke und eine Hose ...

Und schon war es Dienstag. Leider wurde kürzlich der Flugplan umgestellt, sodass im Sommer der Rückflug jetzt erst um 20 Uhr startet. Wir mussten also den ganzen Tag noch in der Stadt verbringen, was nicht so ganz einfach ist, da man ja den Koffer irgenwo lagern muss und dann auch nicht so flexibel ist. Wir haben das Beste draus gemacht und waren - shoppen. Also ein bisschen. Den Nachmittag verbrachten wir im KaDeWe ganz oben in einem kleinen Café, in dem wir Kaffee und Wein tranken, bis die Zeit ran war, um zum Flughafen zu fahren.

Überpünktlich sind wir in Bern gelandet und freuten uns auf das Wiedersehen mit dem Kater. Aber als wir ankamen, war er nirgends zu sehen. Alles Rufen half nichts und wir mussten ohne Begrüssung schlafen gehen. Erst nach 1 Uhr kam er ins Haus. Man hört oft, dass Katzen beleidigt tun, wenn ihre Menschen so lange weg waren. Bei Henry war das anders. Er schien hoch erfreut, liess sich knuddeln und wollte eine Zeit lang gar nicht von meiner Seite weichen. Erst nach mehreren Streicheleinheiten ging er wieder raus auf die Pirsch. Offenbar hat er die erste längere Abwesenheit gut verkraftet. Dabei hat er während unserer Reise die erste Ratte ins Haus gebracht, die aber schon tot war. Rosalies Sohn hatte die "Freude", sie unter dem Tisch zu finden und zu entsorgen. Ein Riesenvieh, länger als eine Hand und damit ein anderes Kaliber als die Spitzmäuse, die er bisher angeschleppt hat. Ich hoffe, das war eine Ausnahme. Ratten sind nun wirklich nicht niedlich.

Und nun hat uns schon der Alltag wieder - heute erster Arbeitstag. Wegen der Henry-Kuschelaktion bin ich ziemlich müde und froh, dass die Woche nur drei Tage hat.

In fünf Wochen fliegen wir ein weiteres Mal nach Berlin. Wir freuen uns schon, und Papa natürlich auch. Gegessen haben wir in der vergangenen Woche viel zu viel, aber das gehört ja irgendwie auch ein bisschen zum Urlaub. Und es gibt halt zahlreiche gute und auch günstige Restaurants in der Stadt, da kann man kaum widerstehen. Also bis bald, Berlin!

Dienstag, 17. Juli 2018

The Affair

Kennt jemand den kleinen Ort Montauk? Er liegt an der Ostspitze von Long Island in New York. Dort spielt die Serie "The Affair", mittlerweile in der vierten Staffel.

Ich bin eigentlich vor rund einem halben Jahr nur zufällig darauf gestossen, weil ich ein Fan von Maura Tierney bin, die in den 90er Jahren bei "Emergency Room" mitspielte, der einzigen Krankenhaus-Serie, die ich jemals gesehen habe. Die Ankündigung klang interessant, und so hatten Rosalie und ich begonnen, die Staffeln eins bis drei zu schauen.

Es geht, wie der Name schon sagt, um ein Thema, das sich so oder ähnlich millionenfach auf der Welt wiederholt: Familienvater trifft nach rund 17 Jahren Ehe auf eine ebenfalls verheiratete Frau, kurz darauf zerbrechen beide Ehen und alle vier Erwachsenen und die Kinder wollen oder müssen ein neues Leben beginnen.

Natürlich wird das Ganze dramaturgisch überhöht und angereichert, um die Menschen am TV zu halten, aber im Grunde kennt wohl fast jeder die eine oder andere Situation, die in dieser Serie zu sehen ist. Vielleicht auch deshalb hat sie uns in den bisher rund 33 Stunden Spielzeit gefesselt. Nicht unbedingt immer ganz leichte Kost und nichts zum Lachen und Entspannen. Aber wenn man selbst gescheiterte Ehen hinter sich hat, kann man sich gut in die Protagonisten hinein versetzen und so ganz nebenbei auch die eigene Geschichte noch einmal ein wenig aufarbeiten.

Das in der Serie gezeigte Restaurant "Lobster Roll" gibt es tatsächlich, und als Fans der Serie wollen wir gern mal dorthin und am Originalschauplatz etwas essen. Leider ist Montauk nur nach langer Autofahrt zu erreichen und passt damit nicht in die Planung unseres Florida-Trips im Oktober. Aber ganz bestimmt schaffen wir es ein anderes Mal, um dort zu sitzen, wo zuvor schon Maura Tierney gesessen hat. :-)

Montag, 11. Dezember 2017

Zum letzten Mal

Wir waren nie besonders "dicke", auch wenn wir uns mehr als zwanzig Jahre kannten. Er war der Mann einer guten Freundin meiner Ex und wir trafen uns immer zu viert. Nach der Trennung waren sie sehr loyal, und aus dem Vierertreffen wurde dann 2x2. Und so sahen wir uns fortan etwa alle acht Wochen, gingen gemeinsam essen, bastelten an seiner IT-Hardware daheim oder grillten in seinem Garten.

Er öffnete sich dann ein wenig, als seine Frau ihn vor etwa einem halben Jahr verliess. So erfuhr ich auch, dass sie vor drei Jahren schon mal eine grosse Krise hatten, aber sich wohl mehr oder weniger wieder zusammen gerauft hatten. Diesmal schien es endgültig zu sein, und so langsam begann er, sich an den Gedanken zu gewöhnen, nach vorn zu schauen und neue Pläne zu schmieden.

Worüber ich nichts wusste, war sein Gesundheitszustand. Ja, er trank sehr gern Bier, aber dass die Leber schon gelitten hatte, war mit nicht bekannt.

Noch Ende Oktober trafen wir uns bei meinem letzten Berlin-Besuch und gingen wir gewöhnlich zusammen essen. Er wirkte ganz normal, optimistisch und nicht krank. Dann fuhr er mich zum Bus, und dort sassen wir noch einmal eine Viertelstunde und redeten, so als ob er mich nicht gehen lassen wollte. Als ich schliesslich ausstieg, wendete er mit dem Auto, winkte kurz und weg war er. Wer hätte geahnt, dass er drei Tage später ins Krankenhaus eingeliefert werden und dort sterben würde ...

Nun fliege ich also nachher nach Berlin, um mich morgen von ihm zu verabschieden. Blöderweise hat mein Flieger auch noch zwei Stunden Verspätung, sodass mein ganzer Plan durcheinander kommt. Aber was soll's. Es ist mir wichtig, persönlich dabei zu sein, auch wenn wir nie besonders dicke waren.

Montag, 4. Dezember 2017

Reifeprozess

Als ich neulich zu einem dienstlichen Termin das Gebäude verlassen und durch schneebedeckte Strassen laufen musste, hatte ich kurz das Gefühl, ich wäre im Urlaub. Bilder aus alten Zeiten im Harz tauchten vor meinen Augen auf und ich genoss den kurzen Weg ins andere Haus.

Ja, die Zeiten ändern sich und ich nehme alles anders wahr als noch vor ein paar Jahren. Eine Entwicklung über die Lebens-Jahrzehnte, die wohl jeder Mensch durchmacht, ob er sich dessen bewusst ist oder nicht.

Als Teenie wartete man sehnsüchtig darauf, dass die blöde Schule endlich vorbei ist, man volljährig ist und endlich tun und lassen kann, was man will. Mit 20 konnte man das dann endlich alles ausprobieren, Fehler machen, hinfallen und aufstehen, Studium oder Lehre abschliessen und in Ruhe erwachsen werden.

Mit 30 begann dann bei mir die Phase der Konsolidierung. Familienplanung stand auf dem "Programm", Frau, Kind und Haus, ein  vernünftiger Job waren das Ziel. Ich wurde ruhiger, richtete mich ein und das Leben wurde mehr und mehr "normaler Alltag".

Mit etwa 40 begann ich zu zweifeln. Die Ehe wurde für mich mehr und mehr zum Käfig, ich hatte das Bedürfnis auszubrechen. Irgendwann wagte ich den für mich sehr wichtigen Schritt, fühlte ich mich endlich befreit und machte (mit vielen Höhen und Tiefen) danach eine Entwicklung durch, die ich aus heutiger Sicht als Quantensprung bezeichnen würde.

Nun, mit 51, bin ich an einem Punkt angekommen, an dem ich das Gefühl habe, in mir zu ruhen, eine neue Stufe erreicht zu haben, auf der ich das Leben geniessen und mich auf die schönen Dinge des Leben konzentrieren kann. Ich muss mir nichts mehr beweisen, Ziele gibt es zwar noch, aber es drängt nicht so wie früher. Ich lebe intensiver, aber ruhiger.

Was wird wohl mit 60 sein? Wartet man auf die Rente und bangt man, sie noch zu erreichen? Mein Bekannter zählte die Monate bis dahin, geschafft hat er es nicht. Es ist nicht klug, auf die Zeit nach dem Arbeitsleben zu hoffen.

Und deswegen möchte ich in den nächsten Jahren noch Einiges von der Welt sehen! Mein erster Wunsch ist es, mit Rosalie noch einmal nach Florida zu fliegen, wie schon 2015. Es war einfach traumhaft, da muss ich nochmals hin!

Montag, 9. Oktober 2017

Wenn ich ...

Am Wochenende sind wir ganz zufällig bei Yout*be auf einen Beitrag gestossen, in dem es - mal wieder - um die Frage einer Reunion von ABBA ging. Der Beitrag war noch ziemlich aktuell und bis auf Frida kamen alle Band-Mitglieder zu Wort, inkl. natürlich diverser Songs und Doku-Schnipsel aus alten Zeiten.

Wenn ich die Möglichkeit hätte, die Zeit zurück zu drehen und einen Wunsch äussern dürfte, wäre ich unheimlich gern bei einem Konzert dabei gewesen, hätte die Songs, die ich bis heute auswendig kann und nach 2 Sekunden erkenne, mitgegrölt und hätte mich ein Leben lang daran erinnern können.

Leider war ich damals einerseits ein paar Jahre zu jung, andererseits hätte ich auch keine Möglichkeit gehabt, zu einem Konzert zu gehen ... Meine ABBA-Zeit begann um 1980, als die Karriere der Band sich schon dem Ende zuneigte. Ich kaufte alle Schallplatten und hörte sie 28 Stunden am Tag. :)) Bis heute drehe ich das Radio auf, wenn ein Song gespielt wird oder ein Video im Fernsehen kommt.

ABBA trat auch ganz früh mal in der DISCO mit Ilja Richter auf. Zu dem Zeitpunkt waren sie noch am Anfang ihrer Karriere und standen mitten im Publikum auf der kleinen Bühne, quasi zum Anfassen. Ob die jungen Zuschauer, die um sie herum sassen, ahnten, dass dort Weltstars sangen?

ABBA selbst sagte, dass sie nach ihrer Trennung niemals damit gerechnet hatten, dass ihre Songs über die Jahrzehnte hinweg weiterhin so einen Erfolg haben würden. Die Musik ist halt irgendwie zeitlos, genial, einmalig. Schade, dass ich sie nicht live erleben durfte.

Mittwoch, 23. August 2017

Ab über die Grenze

Es ist allgemein bekannt, dass die Schweiz ein Hochpreisland ist. Das ist an vielen Stellen sicherlich zu erklären, bei Waren allerdings, die keinerlei Dienstleistung in der Schweiz beinhalten, weil sie einfach nur über die Grenze geschafft und dann hier doppelt so teuer verkauft werden, ist das schwer zu verstehen.

Und so entstand der Einkaufstourismus in Grenznähe. Für Rosalie und mich lohnt das in der Regel nicht, weil der Weg zu weit ist und Sprit und Zeit dann nicht im Verhältnis zur Einsparung liegen.

Allerdings gibt es Artikel, die man in der Schweiz gar nicht erhält oder dann nur zu horrenden Liefer- und/oder Zollkosten über die Grenze ordern kann. Und in diesen Fällen ist es durchaus eine Überlegung wert, den langen Weg nach D anzutreten. Damit sich der Weg dann auch wirklich lohnt, habe ich mehrere Grossbestellungen bei einer Versand-Apotheke und Amazon aufgegeben und alles zu einer Packstation nahe der Grenze liefern lassen.

Gestern war es dann soweit: Direkt vom Büro aus startete ich Richtung Deutschland. Um nicht in den Feierabendverkehr zu geraten, fuhr ich schon um 15 Uhr los, und knapp eine Stunde später fuhr mein schweizerisches Auto erstmals auf deutschen Strassen. Das war einerseits ungewohnt, aber auch wieder nicht, denn die deutschen Schilder und Namen sind mir natürlich vertraut.

Und so sammelte ich erst die Pakete ein, und dann schlenderte ich noch ganz in Ruhe durch einen Schuhladen und einen riesigen, fast menschenleeren Kaufland-Markt. Etwas nostalgisch verklärt packte ich ein paar Dinge aus alter Zeit in den Einkaufswagen, zahlte irgendwie gefühlt fast nichts dafür, ass noch gemütlich ein Brötchen, und gegen 18 Uhr machte ich mich auf den Rückweg. Da um diese Zeit die meisten Autos Richtung Deutschland unterwegs sind, musste ich erneut nicht an der Grenze anstehen und war 90 Minuten später wieder daheim mit meinen Schätzen.

Der kleine Ausflug hat Spass gemacht, daher werde ich Rosalie mitnehmen, wenn wir noch einmal auf diese Idee kommen sollten. Knapp drei Stunden Fahrzeit und rund 20 Franken Benzin müssen sich natürlich lohnen, aber da findet sich bestimmt noch das Eine oder Andere ...

Mittwoch, 16. August 2017

Hach, die Ostsee ...

Nach unserem Zwischenstopp in Köln fuhren wir weiter an die geliebte Ostsee. In der Regel bevorzuge ich zwar die Inseln im Osten der Republik, aber da wir nach der Woche nach Kiel mussten, entschieden wir uns, dort in der Nähe zu nächtigen. Die Wahl fiel auf Grömitz.

Es kommt natürlich immer darauf an, was man mag - wir sind eher die Freunde des ruhigen, gediegenen Aufenthaltes. Den findet man dort nur bedingt. Spätestens gegen Abend wird es voll auf der Strandpromenade. Man flaniert, trinkt sein Bier an einem der zahlreichen Stände und Restaurants, oder marschiert einfach nur vom Strand zur Unterkunft.

Auch wenn mir das schon fast zu viel Trubel war, haben wir die Zeit dort genossen. Leider spielte das Wetter nur selten mit, ein Risiko, das man an der Ostseeküste leider immer eingehen muss. Ein paar Grad mehr und etwas mehr Sonne hätten es ruhig sein dürfen. So haben wir nur zwei halbe Tage am Strand verbringen können und ansonsten eher zusehen müssen, nicht von oben nass zu werden.

Da es mit dem Sonnenbaden also nicht so weit her war, haben wir die Gegend erkundet, unter anderem waren wir auch ganz im Norden auf Fehmarn, genauer in Puttgarden. Was wir bis dahin nicht wussten: Dort gibt es ein Schiff, auf dem man für Dänische Kronen einkaufen kann - und zwar hauptsächlich Alkohol! Ich sage Euch: Solche Mengen an verschiedenen alkoholischen Getränken, verteilt über mehrere Ebenen, hab ich noch nie gesehen! Da wird man schon vom Ansehen betrunken. Um so beindruckender ist es dann noch zu sehen, wie unsere nördlichen Nachbarn diesen "Suff" körbeweise abtransportieren, der hier natürlich deutlich billiger ist als daheim. Wer mal in der Nähe ist, kann sich dieses tägliche Schauspiel anschauen, es ist beeindruckend.

Hier noch ein paar Impressionen aus Grömitz. Wie z. B. dieser Wagen für die "lieben Kleinen" oder die obligatorischen, immer wieder beeindruckenden Möwen ...

Freitag, 5. Mai 2017

Schon ein halbes Jahr

Die Zeit vergeht so schnell, dass einem schwindelig werden kann. Mein 50. liegt bereits fast ein Jahr zurück, meine Mutter wurde gestern 75 und ich bin jetzt schon ein halbes Jahr hier in der Schweiz!

Sechs Monate - wo sind sie geblieben? Wohl auch, weil Rosalies "Baustellen" uns kaum Raum zum Innehalten lassen, verrinnt Woche um Woche im Eilzugtempo. Aber was zählt: Ich fühle mich hier zu Hause und angekommen. Ob Haus, Sprache, Orte, Wege, Job - vieles ist schon ganz selbstverständlich. Sogar der Weg zum Coiffeur ist bereits im Kopf gespeichert. :)

Und Berlin ist sooo weit weg. Meine alte Wohnung, der frühere Arbeitsplatz - ich vermisse rein gar nichts davon, auch die Stadt nicht, selbst wenn sie mir noch so vetraut ist. Stattdessen freue ich mich, abends nach Hause zu kommen, auf dem Weg dahin noch einen Blick auf die beeindruckenden Alpen werfen zu können, und dann daheim im Garten oder auf dem Balkon die ländliche Idylle zu geniessen. Das mag vermutlich nicht jeder Stadtmensch von sich behaupten können, aber ich fühle mich in der Ruhe und Abgeschiedenheit sauwohl!

Bald kommt der Sommer, und dann werden wir auch die warmen Abende wieder draussen verbringen, grillieren, Wein trinken und einfach sein. Ich bin glücklich, keine Flüge mehr buchen zu müssen, um das erleben zu dürfen, und statt am Sonntagabend in der Business Lounge in Zürich nun am grossen Holztisch auf der Terrasse sitzen zu können. :)

Dienstag, 4. April 2017

Fundstücke aus der Kindheit

Bevor ich meine sieben Sachen (viel mehr waren es tatsächlich nicht) zusammen suchte, um damit in die Schweiz zu ziehen, fuhr ich bei meiner Ex vorbei. Sie hatte mir mitgeteilt, dass sie auf dem Dachboden noch Dinge gefunden hätte, die mir gehören.

Tatsächlich fanden sich noch ein paar längst verschollen geglaubte Habseligkeiten, darunter ein großer Stapel Schallplatten (die schwarzen runden flachen Dinger, denen man mittels einen Gerätes mit Diamantnadel Töne entlocken kann). Zwischen Platten mit klassischer und Pop-Musik fanden sich auch Tonträger, die aus meiner Kindheit stammten. Hauptsächlich waren es Märchen, aber auch Kinderlieder.

Leider besitze ich im Augenblick keinen Plattenspieler, sodass die Erinnerungen zumeist nur über die Cover und ein paar Bruchstücke im Gedächtnis zu den Liedern und Stimmen der Erzähler funktionieren. Doch es gibt ja Yo*tu*e, eine wahre Fundgrube, auch für Hörbeispiele!

Und so fand ich auch das komplette Audiofile einer meiner Lieblingsplatten aus der Kindheit. Ich weiß nicht mehr, warum ich sie so mochte, zumal es ziemlich heiß her geht in den Geschichten. Aber ich habe diese Platte unendlich oft gehört und konnte die Texte mitsprechen. Das hat sich so eingegraben, dass ich viele Passagen noch heute auswendig aufsagen kann.

Und nun fragt Ihr Euch womöglich, um welche Schallplatte es geht ... Vielleicht erratet Ihr es ja, wenn ich einen meiner Lieblingssätze aus einer Geschichte zitiere: "Und die Mutter blicket stumm auf dem ganzen Tisch herum."

Na, irgend eine Idee? Und wenn wir schon dabei sind, zum Schluss noch zwei meiner Lieblingssätze aus der Vergangenheit:
"Je kürzer das sst, desto schneller das Bums!"
"Da, wo wir hinfahren, brauchen wir keine ... Strassen!"