Samstag, 27. Mai 2017

Bizarre Kreaturen


Es ist schon erstaunlich, was für seltsame Lebewesen die Natur hervorbringt ...

Wir haben vor unserem Küchenfenster einen Insektenschutz, da wir hier leider viel mit Fliegen zu tun haben. An diesem Netz klebte neulich ein kleiner Zweig, mehr als zwei Tage lang hing er da. Ich hab mir nichts dabei gedacht, bis eines Morgens ein zweiter "Zweig" direkt daneben hing. Das fand ich dann doch etwas eigenartig und öffnete daher das Fenster, um mir das genauer anzusehen.

Tatsächlich konnte man, wenn man ganz genau hinsah, kleine Beinchen an einem Ende erkennen, und als ich das Netz bewegte, flogen die "Zweige" davon ... Eine kurze Recherche im Netz ergab, dass es sich um den Mondvogel handelt! Ein Falter, der aussieht wie ein abgeschnittener Zweig, wenn er sich nicht bewegt. Leider habe ich kein Bild gemacht, daher hier nur ein Link. Was es nicht alles gibt!

Aber die Schweizer Natur beherbergt auch "normale" Tiere. Zwei Beweise habe ich gestern im Bild festgehalten. Den Milan sieht man hierzulande sehr oft, den Klapperstorch eher selten, und wenn, dann immer ohne Baby im Schnabel. :)





Mittwoch, 24. Mai 2017

Neuer "Mitbewohner" kündigt sich an


Es ist lange her, seit wir uns auf die Suche begeben haben nach einem neuen Kühlschrank. Nun hat der Countdown begonnen, alea iacta est!

Das bisherige Modell haben wir von den Vorbesitzern übernommen. So ein Food-Center ist an sich eine feine Sache - man hat wahnsinnig viel Platz. Aber wenn man sich oft in der Küche aufhält, dann sollte das Gerät nicht jegliche Konversation verhindern, indem der Motor fast ohne Pause läuft und noch dazu ein Brummen von sich gibt, das einem den letzten Nerv raubt.

Alle Tipps im Netz halfen nichts, das Geräusch blieb. Also musste endlich ein neues Modell her. Leider ist die Auswahl in der Schweiz deutlich geringer als z. B. in Deutschland (warum eigentlich, wo sich doch nur der Stromstecker von Deutschland unterscheidet?). Nach einiger Überlegung sollte es wieder so ein schickes Food-Center werden. Das schränkte die Auswahl nochmals ein.

Nachdem wir uns erst auf ein Gerät von LG fixiert hatten, fiel die Wahl nach eingehender Fach-Beratung nun doch auf Samsung. Vor allem leise sollte das neue Teil sein und möglichst wenig Strom verbrauchen. Und da die Kinder die Angewohnheit haben, den Kühlschrank alle paar Minuten nach etwas Essbarem oder Süssgetränken zu checken, ist eine Door-in-Door-Variante durchaus auch ein cooles Feature! Und ein Wasser- und Eisspender! :)

Auf die von mir gewünschte Anzeige der Ist-Temperatur musste ich leider verzichten, denn die ist nach wie vor, so bestätigte auch der Fach-Berater, offenbar ein technisches NoGo. Wir werden also weiterhin Plastik-Thermometer für 3 Euro nutzen, um zu sehen, ob das, was wir draussen eingstellt haben, auch tatsächlich drinnen passiert.

Nächsten Donnerstag werden wir den neuen Mitbewohner zu Hause begrüssen dürfen. Die Lieferfirma ist nicht zu beneiden - 160 kg ins OG zu wuchten, macht sicher keinen Spass. Aber dafür werden sie immerhin gut bezahlt. Und wir haben dann eeeendlich Ruhe in der Küche.Gut, im Sommer halten wir uns häufig draussen auf und weniger in der Küche, aber der nächste Winter kommt bestimmt.

Allen, die wie wir dank Brückentag vier freie Tage am Stück geniessen können, wünsche ich ein tolles langes Wochenende! Den morgigen Feiertag, der in der Schweiz Auffahrt heisst, kennt man hier nicht so wie in Deutschland als inoffiziellen Vatertag. Macht nüscht - Hauptsache frei! :)

Dienstag, 23. Mai 2017

Vorsicht, Gefahr!

Wenn man in einem Krankenhaus arbeitet, ist man zwangsläufig einer grösseren Gefahr, krank zu werden, ausgesetzt, als in vielen anderen Berufen. Ärgerlich wird es aber, wenn dies durch Unachtsamkeit der Angestellten geschieht.

Ich rede dabei nicht von Schwächen in der Hygiene, die es leider - aus verschiedenen Gründen - auch immer wieder gibt.

In diesem Fall war es schlicht und ergreifend eine Falschinformation, die mich einem unnötigen Risiko ausgesetzt hat. Es ging darum, dass ich auf der Notfallstation ein Notebook überprüfen musste. An der Tür stand allerdings ein Warnschild "Isolation, Tröpcheninfektion". Also habe ich die Tür geschlossen gelassen und wollte meinen Test verschieben. Aber die zuständige Schwester am Tresen meinte, ich könne ruhig hineingehen, die Patientin sei bereits seit zwei Stunden nicht mehr da.

Also haben mein Kollege und ich die Tür geöffnet - und wir standen mittendrin im Behandlungsraum mit Patientin und deren Partner mit Mundschutz. Also hurtig wieder raus da und die Tür geschlossen!

Die Schwester hat sich dann vielmals entschuldigt. Na toll. Mein Kollege hat gleich noch mit der Ärztin gesprochen, die ihm versichert hat, dass die Gefahr in diesem Fall gering sei und wir uns keine Sorgen machen müssten. Es gehe nur um eine Gastroenteritis ...

Nun ja, ich hoffe, ich liege dann nicht auch bald dort auf der Isolations-Station.

Montag, 22. Mai 2017

Wenn Träume zerplatzen

Dank des herrlichen Frühlingswetters hatten wir ein wunderschönes Wochenende, vor allem der Sonntag war sehr entspannend. Leider musste Rosalie mehrere Stunden im Büro verbringen, aber zumindest den Abend haben wir im Garten verbracht, gegrillt/grilliert und die Sonne genossen.

Getrübt wurde die Stimmung am Samstagvormittag durch einen Anruf meines Vaters. Er plant ja seit vielen Monaten eine Kreuzfahrt im Juli. Es ist DAS Ereignis dieses Jahres und er hat es sich Einiges kosten lassen. Nun war zwar von Anfang an klar, dass er die meiste Zeit auf dem Schiff verbringen wird müssen, da er auf Grund seiner Gesundheit viele Ausflüge auslassen muss, aber offenbar hat sich sein Zustand in der letzten Woche verschlechtert, sodass er momentan fast gar nicht laufen kann und mir mit tränenreicher Stimme am Telefon erzählte, dass sie die Reise stornieren wollen.

Es wäre eine Katastrophe. Damit meine ich nicht das Geld, denn dank Versicherung sollte sich der finanzielle Schaden in Grenzen halten. Aber auf das einzig wirklich Schöne im Jahr zu verzichten, die Reise, auf die er sich schon seit dem letzten Herbst freut - da kann ich seine Enttäuschung sehr gut verstehen. Wenn man tagein, tagaus zu Hause sitzt (auf 59 m²), nichts als Arzttermine im Kalender hat und ansonsten in sein Notebook oder den Fernseher schaut, dann sehnt man sich verständlicherweise nach Abwechslung. Nun fahren die Beiden hin und wieder mal mit dem Auto ins Umland und gehen essen, aber das war es dann auch.

Und nun sieht es so aus, als würde das ganze Jahr in 2,5 Zimmern stattfinden. Dementsprechend niedergeschlagen war er Samstag am Telefon. Ich hab ihm nun erst einmal geraten, noch nicht aufzugeben. Zunächst müssen sie sich sehr genau die Vertragsbedingungen der Rücktrittsversicherung anschauen. Und ich denke, danach haben sie noch viel Zeit, um sich zu entscheiden. So eine Versicherung schliesst zwar bereits vorhandene Krankheiten aus, aber wenn es eine akute Verschlechterung gibt, die es letztlich unmöglich macht, die Reise anzutreten, wird hoffentlich der Arzt in seinem Attest eine passende Begründung finden.

Und bis dahin muss man sehen, was noch getan werden kann. Leider sind die Ärzte schon seit Jahren ratlos und stochern mit verschiedensten Medikamenten und Physio im Nebel, aber wenn man den Zustand wieder herstellen kann, den er noch vor einem Monat hatte, wäre schon viel gewonnen und er würde sich die Reise vielleicht zutrauen.

Es kommt noch dazu, dass er sich auch daheim kaum fortbewegen kann. Er fällt immer wieder hin (zum Glück bisher immer ohne grössere Verletzungen), und die Treppe nach draussen wird immer mehr zum Hindernis. Die stetige Bitte seiner Frau, man möge sich doch nach einer anderen Wohnung umsehen, hat er beharrlich ignoriert. Das kann ich teilweise verstehen, schliesslich wohnt er seit 1968 dort, aber wenn dies dazu führt, dass er früher oder später seine Wohnung gar nicht mehr verlassen kann, ist das wohl recht kurzsichtig. Da spielt es fast keine Rolle mehr, dass er mit bald 77 auch ernsthaft darüber nachdenken sollte, ob er noch Auto fahren kann ...

Auch Rosalie und ich haben unsere Urlaubspläne auf Wunsch meines Vaters auf seine Reise ausgerichtet, schliesslich wollten wir sie am Hafen in Kiel abholen. Womöglich wird daraus nun nichts, aber wir werden trotzdem eine Woche an der See verbringen. Darauf freuen wir uns schon sehr, und ich hoffe immer noch, dass wir meinen Papa dann mit nach Berlin nehmen können!


Freitag, 19. Mai 2017

Sollte ich weinen?

Der Virus mit dem ähnlich klingenden Namen, derzeit in aller Munde, geht auch bei mir im Büro nicht spurlos am Alltag vorbei. Mittwochmorgen gab es von der zentralen IT-Abteilung eine Anweisung, alle PC in bestimmten Bereichen innerhalb von 36 Stunden zu kontrollieren und, wenn nötig, umgehend Sicherungsmassnahmen durchzuführen.

Für mich bedeutete es, dass ich am Abend beinahe Blasen an den Füssen hatte. Mehr als 17000 Schritte habe ich auf dem riesigen Gelände zurücklegen müssen, um die betroffenen Geräte mit Updates zu versorgen. Manche PC brauchten mehrere Updates, Neustarts, Updates, Neustarts. Und zwischendrin Mitarbeitende, die nicht unterbrochen werden wollten in ihrer Arbeit und einen auf später vertrösteten.

Zwischen 8 und 15 Uhr war ich ohne Pause auf den Beinen zwischen den verschiedenen Gebäuden mit Fusswegen von teilweise fast 10 Minuten, nicht mal eine Mittagspause war drin. Erst um 15 Uhr habe ich mir einen Kaffee und ein Stück Schokolade gegönnt.

Zumindest habe ich wieder ein paar neue Büros kennen gelernt, meine Ortskunde auf dem Areal verbessert, und ich konnte meine Englisch-Kenntnisse anwenden.Wenn man sich mit Spaniern, Koreanern und Indern unterhält, fällt die eigene Unzulänglichkeit auch nicht so auf. ;)

Als kleine Belohnung für die Mühe gibt es heute Abend zunächst ein Bier vom Chef und dann werden die Reste eines Projekt-Budgets im Restaurant verprasst. Es wird also ein schöner Wochenabschluss.