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Mittwoch, 11. März 2020

Was muss ich lernen?

In meinem Berufsleben bin ich fast dauerhaft finanziell benachteiligt worden. Egal, bei welchem Arbeitgeber ich war, stets ergab es sich nach ein paar Monaten, dass ich Aufgaben übernommen habe, für die ich nicht bezahlt wurde. Wie zuletzt in der Behörde in Berlin hiess es dann meist, es sei halt keine Stelle frei oder kein Geld da, um mehr zahlen zu können. Dazu kamen auch noch systembedingte Nachteile, in dem Vergütungen aufgrund von Sparmassnahmen in Tarifverträgen kurzfristig wegfielen und damit bei Beförderungen z. B. stufengleiche Eingruppierungen plötzlich nicht mehr möglich waren. Man fing also immer wieder ganz unten an der Leiter an mit seinem Gehalt.

Nun hätte ich natürlich nein sagen und diese Aufgaben ablehnen können. Das Problem: Sie haben mir Spass gemacht und ich hätte ungern verzichten und versauern wollen. Also habe ich mich durchgekämpft, manchmal mit spätem Erfolg nach ein paar Jahren.

Dass ich nun hier in der Schweiz für meinen Job auch eher wenig verdiene, ist mir bewusst. Ich fühle mich auch unterfordert, und von meiner Bewerbungs-Misere im letzten Jahr habe ich ja berichtet. Zumindest bin ich allerdings davon ausgegangen, dass es hier fair zugeht innerhalb des Teams.

Gestern nun musste ich erfahren, dass das leider nicht so ist. Mein Chef, der altersmässig locker mein Sohn sein könnte, kam zu mir und meinte, dass ihm bei der Durchsicht der Gehälter (er bekommt einmal im Jahr eine gewisse Lohnsumme, die er an sein Team verteilen kann, und wollte schauen, wo wir stehen) auffiel, dass mein Kollege, der seit einem Jahr neu im Team ist und die gleichen Aufgaben wahrnimmt, deutlich mehr verdiene als ich (und das als ungelernter Quereinsteiger!).

Mir wäre beinahe die Schokolade im Hals stecken geblieben, als ich das hörte. Es wäre keine Absicht gewesen, sondern war einfach historisch bedingt. Der Kollege hat eine andere Stellenbezeichnung, die höher dotiert ist als meine, und daher ist er in einem höheren Lohnband. Er hat also schlicht Glück gehabt ...

Immerhin, das muss ich meinem Chef hoch anrechnen, hat er sich sofort daran gemacht und mit dem HR telefoniert, um zu erfahren, wie man diese Ungerechtigkeit beseitigen kann. Er hat nun meine Stelle neu beschrieben, quasi mit dem gleichen Titel und den selben Inhalten wie bei meinem Kollegen, und wird diese Beschreibung nun beim HR einreichen mit der Bitte, die Stelle neu zu bewerten. Ob das was bringt, muss man abwarten, aber die Hoffnung stirbt ja zuletzt.

Und wieder bin ich also seit drei Jahren um einen Teil meines Lohns betrogen worden. Das hört einfach nicht auf. Wenn es so etwas wie Reinkarnation geben sollte, dann muss ich wohl in diesem Leben lernen, mich besser zu wehren und tatsächlich mal weniger nett zu sein, sondern stattdessen auch mal "nein" zu sagen.


Montag, 9. März 2020

Erst begeistert, dann enttäuscht

In den letzten Tagen habe ich viel gelernt über Antriebe, Motoren, Displays und Ausstattung von e-Bikes. Und bis gestern Mittag war ich von unserem Testmodell auch sehr begeistert ...

Der Hersteller hatte uns drei verschiedene Modelle zum Testen überlassen. Zwei mit einem Heckmotor und ein Rad mit Mittelmotor. Ich hätte nicht gedacht, dass die Unterschiede so gravierend sind, aber der Mittelmotor schied schon nach der ersten Tour aus: Zu laut, zu lahm.

Also habe ich mich auf das andere Bike mit Heckmotor gestürzt. Nicht nur optisch ein feines Teil, es fuhr sich auch super. Der Motor ist flüsterleise, schiebt schön spritzig und gleichmässig und man kann wunderbar entspannt cruisen. Cool ist auch die Anfahrhilfe, bei der das Rad auf Knopfdruck von allein los fährt, was gerade am Hang durchaus eine Erleichterung sein kann.

Wir haben also am Samstag eine schöne Tour durch recht flaches Terrain und ein wenig entlang des Sees gemacht und waren begeistert. Leider hatte ich schon im Vorfeld gelesen, dass der Hersteller des Motors die Firma geschlossen hat und damit Service und Ersatzteile zwar noch über die Mutterfirma verfügbar sein werden, aber wie lange, darüber mochte sich niemand äussern. Aber der Hersteller des Bikes meinte auf Anfrage, sie hätten Ersatzmotoren auf Lager und die Akkus kämen ohnehin von einem anderen Anbieter.

Nun gut, dem wollte ich gern glauben und war schon so gut wie überzeugt von dem e-Bike. Bis wir dann gestern noch eine Runde fahren wollten. Ich hatte für uns eine schöne, kleine Strecke ausgesucht, diesmal mit einem etwas längeren Anstieg. Und dann passierte es. Kennt Ihr das von alten Schnurlostelefonen - man hat sie auf der Ladestation, sie sind angeblich komplett aufgeladen, und nach 2 Minuten bricht das Gespräch ab, weil der Akku leer ist?! So ist es mir gestern mit dem Rad ergangen. Mitten am Anstieg leuchtete plötzlich eine Warnung, dass der Akku fast leer sei, und das, wo er noch zehn Sekunden vorher (angeblich) fast voll war.

Zum Glück waren wir nur rund 3 Kilometer von zu Hause entfernt, sodass wir schnell umkehrten und ich noch ohne zu schieben das Haus erreichte. Wäre mir das ein paar Kilometer später passiert, wäre das ein schöner Mist geworden.

Damit ist das Bike für mich so gut wie aus dem Rennen. Wenn ich mich auf den Akku nicht verlassen kann, der nun mal wesentlicher Teil des Rades ist, dann kann ich nie ruhigen Gewissens mal eine grössere Strecke fahren, ohne Angst zu haben, den Rückweg zu Fuss antreten zu müssen (denn fahren möchte man mit dem schweren Ding ohne Motor nicht wirklich!). Da ich davon ausgehe, dass der Akku an diesem Bike noch keine zwei Jahre alt ist, wirft das kein gutes Licht auf den Hersteller, und bei dem Preis erwarte ich Qualität und keinen Murks.

Heute Morgen wird Rosalie die Bikes dem Sohn vom Chef zurückgeben, und ich bin gespannt, wie er auf meinen Testbericht reagieren wird. Als Profi sollte man doch zum Testen immer das bestmögliche Produkt zur Verfügung stellen, oder? Wenn dies das beste Produkt war, dann möchte ich nicht wissen, wie zuverlässig ein "normales" Bike ist ...

Falls der Mann dafür keine nachvollziehbare Erklärung hat, wovon ich leider ausgehen muss, dann müssen wir uns nach einer anderen Firma umschauen. Das wird leider schwierig, denn so schöne Bikes gibt es sonst kaum.


Mittwoch, 26. Februar 2020

Viel zu lasch

Gerade fand ich eine Meldung zu einem Raserdelikt auf der Berliner Stadtautobahn im Netz.

Die in der Nachricht genannte Strafe ist der absolute Witz, und darüber wird der Fahrer nur lachen. In der Schweiz wäre ihm jetzt das Lachen vergangen. Hier gibt es drakonische Strafen, und das ist richtig so:

"Als Strafmassnahme wird bei einem Raserdelikt der Führerausweis für mindestens zwei Jahre entzogen. Im Wiederholungsfall müssen Raser den Führerausweis gar für immer abgeben. Und: Es drohen zwischen ein und vier Jahren Gefängnis. Bei krassen Geschwindigkeitsübertretungen kann das Auto eingezogen und verwertet werden."

Donnerstag, 20. Februar 2020

Erinnern, drohen, mahnen

Es ist unglaublich - auch nach der Scheidung hat der Ärger noch immer kein Ende. Der Ex von Rosalie ist nicht mal in der Lage, sich an einfachste Absprachen zu halten, und man fragt sich, macht er das absichtlich oder ist er wirklich so verpeilt? Aber wenn er das ist - wie kann er dann eine Behörde leiten?

Während der Verhandlung hatte man sich geeinigt, dass er das Haus und Rosalie die Wohnung behält. Nicht extra erwähnt wurde in der Vereinbarung, dass die Unterlagen für die Immobilie auszuhändigen sind, denn das ist ja eigentlich selbstverständlich.

Offenbar ist es das aber nicht. Seit Wochen hält der Ex Rosalie mit fadenscheinigen Ausreden hin, vertröstet sie, schickt mal irgend ein Dokument und ein paar Protokolle von Versammlungen (und das auch noch per Firmenpost!), aber die wesentlichen Unterlagen fehlen nach wie vor.

Wohl gemerkt - es geht hier nur um Dokumente zu einer Immobilie, die ihm nicht einmal mehr gehört! Und selbst das bekommt er nicht auf die Reihe. Immerhin hat Rosalie noch ein kleines Druckmittel, denn es gibt noch Eintragungen im Betreibungsregister. Die sollen eigentlich gelöscht werden, weil eine weisse Weste natürlich besser aussieht, wenn man den Auszug irgendwo mal vorzeigen muss. Aber damit wird Rosalie nun warten, bis der Herr die Unterlagen raus gerückt hat. Im letzten Mail meinte er, er würde sie nicht finden. Na klar, ein Ordner, den es seit vielen Jahren gibt, mit Kaufvertrag, Bauplänen usw. verschwindet auch einfach mal so aus dem Büro ...

Wenn das dann vielleicht bald mal erledigt sein wird und bis Ende des Monats noch die vereinbarte Summe Geld geflossen sein sollte, müssen wir uns anschliessend hoffentlich nicht mehr mit diesem Blender und Lügner beschäftigen. Da Rosalie bereits wieder ihren Mädchennamen angenommen hat, ist für Psycho-Hygiene auch schon gesorgt, und die künftige Kommunikation wird sich nur noch auf Organisatorisches in Sachen Kinder beschränken.

Dienstag, 18. Februar 2020

Wie vergrault man Kunden?

Früher hielt ich nicht viel von Kreditkarten. Aber spätestens seit der ersten USA-Reise habe ich einsehen müssen, dass diese Plastikkarten recht praktisch sein können - auch zum Bezahlen im Internet.

Nun gibt es bei den Banken sehr unterschiedliche Preismodelle. Viele der grossen Banken verlangen ziemlich happige Grundgebühren für Master oder Visa. Aber es gibt auch Unternehmen, die kostenlose Karten anbieten, wie auch die DKB. Mit der war ich eigentlich immer zufrieden, als ich noch in Deutschland wohnte. Auch jetzt bin ich noch Kunde dort, weil ich deutsche Versicherungen habe, die sich von diesem Konto Geld abbuchen.

Und so habe ich auch eine Kreditkarte der Bank, die ich bei Aufenthalten in Deutschland einsetze. Dort war und ist sie auch weiterhin kostenlos (soweit ich das überblicken kann), Doch man setzt die Karte ja auch mal im Nicht-Euroland ein. Und hier wird es nun mit der neuen Preisliste ab April ziemlich dreist. Neuerdings möchte man 2,2% des Umsatzes als Gebühr einstreichen. Bisher waren es 1,9%, was ich schon ziemlich heftig fand. Bei kleinen Umsätzen fällt das nicht mal so auf - was sind schon 2,2%. Doch wenn man mal an eine Hotelrechnung denkt, für die gut und gern mal 1000 Euro zu zahlen sein können, dann macht das schon 22 Euro Gebühren!

Wie man das beim treuen Kunden rechtfertigen will vor dem Hintergrund, dass es neue Online-Banken gibt, die gar keine Wechselgebühren verlangen (und das sogar im "Teuerland" Schweiz), ist mir ein Rätsel. Natürlich ist das Bankgeschäft heutzutage nicht leicht angesichts der fehlenden Zinsen, aber Kreditkarten sind im Ausland nun mal erste Wahl, denn wer möchte schon mit einem Haufen Bargeld herumlaufen. Und die Kunden dafür bluten zu lassen, geht mir gegen den Strich.

Also bleibt die Karte der DKB auf Reisen künftig daheim!

Dienstag, 4. Februar 2020

Vertrauen ist gut

... und Kontrolle immer besser! Das sollte eigentlich für den eigenen Hausarzt nicht gelten. Leider wurde ich eines Besseren belehrt.

In diesem Post bin ich schon mal kurz darauf eingegangen. Inzwischen ging das Drama weiter. Noch einmal kurz zum Hintergrund: In der Schweiz zahlt man die Beiträge für die Krankenkasse immer selbst. Es gibt diverse Tarife, zwischen denen man wählen kann. Sie unterscheiden sich u. a. in der Höhe des Selbstbehaltes. Faustregel ist, dass man mit steigendem Alter den Selbstbehalt senkt, da mehr Wehwehchen zu erwarten sind.

Mein Selbstbehalt ist noch relativ hoch, sodass ich die Akupunktur-Behandlung, die mein Arzt mir anbot, allein zu zahlen hatte. Natürlich habe ich im Voraus überschlagen, wie hoch die Rechnung wohl ausfallen würde und war überrascht, dass mein Überschlag deutlich übertroffen wurde.

Nun ist es hier so, dass die Praxen oftmals ihre Leistungsabrechnungen direkt mit der KK abrechnen und diese dann den Betrag von mir zurückfordert. Die jeweilige Praxis ist dann eigentlich per Gesetz verpflichtet, dem Patienten eine Kopie der Rechnung auszuhändigen. Doch mein Arzt tut dies nur auf ausdrücklichen Wunsch. Ich weiss jetzt auch, warum ...

Ich hab also die Rechnung angefordert und musste feststellen, dass dort Leistungen aufgeführt waren, die er gar nicht erbracht hat. Zudem hat er bei der Liegezeit während der Behandlung geschummelt und auch noch eine Notfall-Pauschale verrechnet. Unverschämt!

Also hab ich ihm ein Mail geschrieben mit der Bitte, mir die einzelnen Positionen zu erklären. Die Antwort war ziemlich dreist und genauso unverschämt wie die eigentliche Abrechnung. Tenor: Er würde letztlich in der Summe berechnen, was andere Ärzte für so eine Leistung ansetzen, und da spielten die einzelen Positionen ja gar keine Rolle. Interessante Methode - es wäre danach also egal, was genau er gemacht hat, er orientiert sich einfach an der Konkurrenz, die auch Akupunktur anbietet, und schiebt dann die Positionen beliebig so zusammen, dass der Preis am Ende für ihn stimmt. Darauf muss man erst einmal kommen.

Da ich offenbar mit meiner Anfrage nicht weiter kam, kontaktierte ich meine Krankenkasse. Ich musste zwei Mal mahnen, aber dann rief mich eine sehr nette Dame von der Leistungsabrechnung zurück. Wir sprachen über eine halbe Stunde lang und ich erhielt ein paar gute Argumente, um mich noch einmal an meinen Arzt zu wenden. Sie selbst konnte mir nicht helfen, da die aufgeführten Leistungen an sich nicht zu beanstanden waren und die KK natürlich nicht wissen kann, was davon wirklich stattgefunden hat.

Also schrieb ich dem Arzt erneut und baute etwas Druck auf, in dem ich darauf verwies, dass die Kasse informiert sei und meine Bedenken teile.

Und - siehe da - er korrigierte die Rechnung! Statt der 700 musste ich nun "nur noch" 600 Franken bezahlen. Offenbar hatte er kalte Füsse bekommen! Der neue Betrag war, genau genommen, immer noch zu hoch, aber ich wollte das Ganze nicht endlos weiter treiben, und mir ging es auch und vor allem ums Prinzip!

Als ich Tage später nochmals mit der netten Frau von der KK sprach, sagte sie mir, dass man mal ein wenig nachgeforscht hätte und ungewöhnlich viele abgerechnete Konsultationen gefunden habe. Was auch immer man nun mit dieser Erkenntnis anstellt, mag mir egal sein. Ich bin immerhin zu meinem Recht gekommen. Nun wundert es mich jedenfalls nicht, dass die Praxis täglich schon um 16 Uhr schliesst und freitags gar nicht geöffnet hat. Offenbar hat er seine Schäfchen auch innerhalb von vier Tagen pro Woche und sehr arbeitnehmerunfreundlichen Öffungszeiten im Trocknen.

Man kann sich vorstellen, dass mein Vertrauen in diesen "Arzt" nun dahin ist. Deswegen war ich letzte Woche nicht bei ihm sondern in der Anlaufstelle des örtlichen Spitals. Leider ist es hier in der Region schwierig, einen neuen Hausarzt zu finden, da alle überlastet sind und meist keine neuen Patienten mehr aufnehmen. Möglicherweise muss ich früher oder später also doch wieder zu ihm gehen, wenn ich ärztlichen Rat oder eine Krankschreibung benötige.

Einmal mehr hat sich wieder gezeigt, dass man keiner Rechnung trauen darf, sondern alles kritisch hinterfragen muss. Wer weiss, wie viele Patienten dieser Arzt mit seiner Masche schon geschädigt hat. Wer einen geringen Selbstbehalt hat, wird ohnehin nicht so genau hinschauen, denn dann zahlt ja die Krankenasse. Darauf spekuliert er möglicherweise. Bei mir wird er sich das jedenfalls nicht mehr trauen.


Donnerstag, 12. Dezember 2019

Ja, bitte?

Unser Haus ist schon eine Weile ein wenig smart, vor allem mit Lampen und Schaltern, die sich aus der Ferne bedienen lassen. Nun ist ein neues Gerät hinzugekommen, und das hätte uns am Dienstag schon viel Ärger erspart.

Bei uns finden ja seit Monaten Bauarbeiten statt, und dabei soll u. a. auch der Elektroanschluss erneuert werden. Nun haben wir der ausführenden Firma ausdrücklich gesagt, dass eine Abschaltung des Stroms nur und in jedem Fall nach Absprache mit uns erfolgen darf.

Man ahnt, was kommt - Dienstagmittag um 13 Uhr bekam ich etliche Meldungen, die darauf hindeuteten, dass der Strom weg ist. Mir ist fast das Herz stehen geblieben, denn daheim läuft neben anderen Geräten auch unser NAS mit diversen persönlichen Daten, und das Teil mag es nicht, wenn man ihm einfach den Strom entzieht.

Rosalie hat sich sofort ans Telefon gehängt und versucht zu klären, was daheim abläuft. Letztlich hat sie den Monteur vor Ort erwischt, und der meinte, er hätte ja bei uns geklingelt, aber da niemand daheim war, habe er dann einfach den Strom gekappt. Von einer Absprache habe er nichts gewusst. Ganz toll.

Zum Glück ist nichts passiert, alle Geräte haben es überstanden. Aber der Schreck war gross.

Und damit so etwas künftig vielleicht nicht mehr passiert, haben wir jetzt eine Video-Klingel daheim. Eigentlich war die Idee dahinter vor allem, unseren Vorplatz zu überwachen. Im September haben wir ja eine Katze verloren, die vor dem Haus überfahren und vermutlich einfach achtlos an den Strassenrand gelegt wurde. Mit Video hätten wir gesehen, was genau passiert ist. Mit einer grossen Aussenkamera hat man jedoch das Problem, dass missgünstige Mitmenschen sich beschweren könnten wegen des Datenschutzes. Schliesslich darf man nur sein eigenes Grundstück überwachen. Und das ist mit einer Kamera vor dem Haus nahezu unmöglich.

Die kleine Klingel an der Tür tut dasselbe, ist aber fast unsichtbar und man erwartet nicht, dass sie so einen grossen Bereich dauerhaft überwacht. Und so haben wir nun jederzeit und fünf Tage rückwirkend die Möglichkeit zu sehen, was vor unserer Haustür passiert. Und falls mal wieder jemand an der Tür läutet, wenn wir nicht zu Hause sind, können wir auch vom anderen Ende der Welt aus mit der Person sprechen.

Coole Sache. :-)

Donnerstag, 5. Dezember 2019

7100 Franken an einem Tag

Es ist erschreckend, wie leichtfertig Ämter, Behörden und Firmen mit unserem Geld umspringen. Momentan habe ich das Gefühl, dass uns wirklich jeder über den Tisch ziehen will. Allein gestern erhielten wir zwei korrigierte Rechnungen, die nur auf Grund unserer Intervention zustande kamen.

Bei der einen Rechnung geht es um unseren Anschluss ans Trinkwassernetz der Gemeinde. Wie überall gibt es entsprechende Verordnungen, die solche Berechnungen festlegen. In diesem Fall braucht es sogar zwei Reglemente, nämlich das fürs Wasser und das Baureglement.

Nun ist es bei uns so, dass es ein aktuell gültiges Reglement gibt und ein neues im Entwurf. Jeder mit gesundem Menschenverstand würde meinen, dass natürlich das aktuell gültige Papier die Basis für die Berechnung bilden muss und nicht etwas, das irgendwann in der Zukunft (wir reden hier von Monaten, nicht von Tagen) vielleicht mal gültig sein könnte. Nicht so aber die Gemeinde, die mit ausschweifenden Sätzen fabuliert, was wir dereinst in der Zukunft vielleicht alles auf dem Grundstück bauen können würden dürfen und man daher schon den neuen, natürlich höheren Faktor zur Anwendung bringen wolle.

Damit waren wir natürlich nicht einverstanden. Glücklicherweise liegt uns gerade ein aktuelles Bundesurteil vor, in dem die Gültigkeit des ALTEN Reglements zweifelsfrei bestätigt wird. Dieses Argument haben wir ihnen verbal auf den Tisch geknallt, woraufhin sie zurückrudern mussten und wir in diesem Fall nun 6600 Franken sparen!! Ist das nicht irre?

Zweiter Fall - meine Autoversicherung. Ich hatte einen Parkschaden reparieren lassen. Wie meist bei solchen Versicherungen, gibt es einen Selbstbehalt. Mit der Abrechnung dieses Versicherungsfalles kam dann auch ein Einzahlungsschein für die Überweisung dieses Selbstbehaltes: 1000 Franken. Aber Moment mal, ich hatte doch was gelesen ....

Also Versicherungsbedingungen heraus gekramt, und siehe da, im Kleingedruckten heisst es, dass der Selbstbehalt halbiert wird, wenn man eine Vertragswerkstatt der Versicherung aufsucht. Das hatte ich natürlich damals gemacht. Und so hab ich der Versicherung geschrieben und mich beschwert. Gestern kam der Anruf und man hat sich entschuldigt - es wäre ein Versehen gewesen und ich müsse natürlich nur 500 Franken zahlen.

Wir haben also an einem einzigen Tag 7100 Franken "gespart", oder besser rechtmässigerweise behalten. Wenn man das mal hochrechnet auf die vielen Fälle, in denen die Geschädigten nichts davon merken, kommen unglaubliche Summen zusammen, die unberechtigt aus den Taschen der Leute gezogen werden.

Ich selbst warte nun noch auf die Kontrolle meiner Abrechnung vom Hausarzt durch die Krankenversicherung. Auch dort wurde ja alles Mögliche in Rechnung gestellt, was gar nicht stattgefunden hat.

Es ist ja schön, wenn man zu seinem Recht kommt, aber die Zeit und Nerven, die man dafür aufwenden muss, sind sehr ärgerlich und eigentlich völlig unnötig, wenn die Leistungserbringer sorgfältiger arbeiten würden. Das ist der eigentliche Skandal.

Dienstag, 3. Dezember 2019

Anspruch und Wirklichkeit

Wer erinnert sich noch an seine Kindheit? Irgendwo mal 15, 20 Minuten auf ein Verkehrsmittel warten? Das Fahrrad nehmen oder gar laufen? Heutzutage scheint das für viele Teenies fast unzumutbar zu sein. Es ist gut und recht, wenn die Eltern fleissig arbeiten und das Geld heran schaffen, aber wenn das Kind gefahren werden möchte, dann haben sie gefälligst pünktlich vor der Tür zu stehen!

Mal ganz abgesehen davon, dass hier mal wieder Eigenwohl vor dem ansonsten so gefürchteten Ende der Welt rangiert, habe ich mit dem Anspruchsdenken der Jugend heute so meine Probleme. Es geht da gar nicht nur um die Kinder von Rosalie, und ich finde es gut, wenn sie darauf nicht immer einsteigt und die Kinder dann, trotz grosser Proteste und schlechter Laune, halt auch mal auf den Bus warten oder nach Hause laufen müssen.

Ich höre das auch von anderen Eltern, die ihre Sprösslinge chauffieren, weil die entweder ständig die Zeit verschlafen oder schlicht zu bequem sind. Ich gebe zu, der öffentliche Verkehr lässt zu wünschen übrig und es gibt Momente, da muss einfach mal ein Auto her, weil man sonst keine Chance hat, von A nach B zu kommen. Doch Mami und Papi als Taxiunternehmen zu missbrauchen, das 24 Stunden verfügbar ist, kann nicht die Lösung sein. Die Kinder haben ein Abo für den Nahverkehr und gesunde Füsse, sodass ihnen wohl zuzumuten ist, mal den Bus zu nehmen oder auf das Eltern-Taxi zu warten, weil die Arbeit nicht immer zur richtigen Zeit zu Ende ist. Davon geht die Welt ganz sicher nicht unter.

Donnerstag, 28. November 2019

Schildbürgerstreich vor dem Haus

Es ist schon erstaunlich, was sich grosse Firmen so erlauben (können). In diesem Fall geht es um unseren Telefon-Provider.

Derzeit wird ja fleissig gebuddelt vor dem Haus, die gesamte Strasse wurde aufgerissen und neue Leitungen verlegt. Unter anderem auch ein Leerrohr fürs Telefon. Warum? Derzeit ist unser Haus eines der wenigen im Dorf, deren Anschluss noch überirdisch erfolgt. Die Situation: Das Telefonkabel kommt auf der anderen Strassenseite aus dem Boden, steigt einen kleinen Holzmast empor, verläuft wie eine Wäscheleine 4 Meter über der Strasse zum anderen Holzmast. Von dort teilt es sich in drei Richtungen: Fünf Meter nach links zum Dach des Nachbarn, dreissig Meter nach rechts zu unserem Dach, und wieder unter die Erde zu den Nachbarn hangabwärts.

Nun sind wir davon ausgegangen, und das war auch die Aussage des Bauführers vor Ort, dass die beiden Holzpfähle weg kommen und die Leitungen unter die Erde - eine bessere Möglichkeit gibt es schliesslich nicht als jetzt, wo alles offen ist. Doch auf Nachfrage beim Provider teilte man uns mit, dass man lediglich die Infrastruktur schaffen wolle, es aber keine Pläne gebe, die Leitungen unter die Erde zu legen.

Wie bitte? Man gibt also Geld für Leerrohre aus, ohne die Absicht zu haben, die Kabel zu verlegen? Das ist so, als würde man eine neue Strasse bis zum Fluss bauen, ohne eine Brücke einzuplanen. Was soll das denn? Wenn man beabsichtigen würde, in nächster Zeit Glasfaser zu legen, würde ich das verstehen, aber unser kleines Dorf wird in den nächsten Jahren ganz sicher keine neue Anbindung bekommen. Somit wird es auch keinerlei Grund geben, an den Leitungen irgend etwas zu ändern.

Wir haben also ein tolles leeres Rohr im Keller, während die "Wäscheleine" weiterhin unser Haus ziert. Das ist doch nicht zu glauben. Vor allem auch, weil man mit der Verlegung die ganze Strasse erledigt hätte und Leitungen in der Erde zweifelsohne wartungsärmer sind, als Kabel, die Wind und Wetter ausgesetzt sind.

Ich hab gestern noch einmal ein eindringliches Mail an die zuständige Abteilung geschrieben, aber ich gehe nicht davon aus, dass sie das umstimmen wird. Vermutlich wird die lapidare Antwort lauten, dass die Strasse eben momentan nicht dran sei, man aber gern aktiv werde, wenn wir die Umstellung selbst zahlen - was wir ganz sicher nicht tun werden, zumal das Ganze nur optische Verbesserungen mit sich bringen würde und sich an der Geschwindigkeit nichts ändert.

Dann bleibt es halt die nächsten hundert Jahre so. Bis dahin ist das Leerrohr vermutlich zerbröselt.

Dienstag, 26. November 2019

Dem Ingenieur ist nichts zu schwör

Bereits vor Wochen hatte ich hier unsere Bedenken hinsichtlich der anstehenden Tiefbauarbeiten vor dem Haus geschildert. Inzwischen ist es fast so schlimm wie befürchtet.

Das liegt im Wesentlichen am Ingenieur-Büro, dass die Planung und Leitung übernommen hat. Das Baugeschehen läuft absolut planlos, die Anwohner werden nicht informiert, die rechte Hand weiss nicht, was die linke macht. Wir fragen uns besorgt, wie so ein Büro überhaupt überleben kann.

Dank unserer Webcam im Garten konnte ich gestern sehen, dass sich Bauarbeiter an der Kellertür zu schaffen machten, die zum Glück verschlossen war. Ohne uns vorher zu fragen! Ganz plötzlich hat man sich nämlich entschlossen, nun die Kernbohrung durchzuführen, denn unser Haus soll einen neuen Anschluss für Wasser, Strom und Telefon im Keller bekommen.

Es wäre vielleicht hilfreich gewesen, uns vorher zu informieren? Schliesslich hat man ein riesiges Loch vor dem Eingang gegraben, sodass wir nicht einmal das Haus betreten konnten, bevor ein Steg auf das Loch gelegt wurde.

Rosalie hat nun heute kurzerhand frei genommen, um vor Ort zu sein, bevor sie am Ende noch das ganze Haus abreissen ... Irgendwann soll dann auch der Stromanschluss umgeschaltet werden, wann weiss niemand. Ach ja, und ob und wann die Telefonleitung in die Erde verlegt wird, ist auch offen. Der Mann vom Provider, der uns vor einigen Wochen besucht hatte, meinte, es sei gar nicht geplant, die rund 30 Meter Überlandleitung in die Erde zu verlegen. Dagegen sagte der Bauführer neulich, der zugehörige Mast komme in jedem Fall weg. Und dann - hält jemand das Kabel rund um die Uhr fest oder wie?

Wer baut, kann was erleben, das trifft auch in diesem Fall ohne Abstriche zu. Es bleibt zu hoffen, dass am Ende alles doch noch an seinem Platz ist und auch funktioniert. Nicht, dass das Wasser aus den Steckdosen kommt und der Strom über WLAN ... oder so ähnlich. ;-)

Montag, 18. November 2019

Vertrauen verloren

Einen Hausarzt hat man als erste Anlaufstelle für medizinische Beschwerden aller Art. Gut ist es, wenn man zu der Person auch ein gewisses Vertrauensverhältnis aufbauen kann und weiss, dass man sein Herz ausschütten kann, wenn es notwendig wird.

Bei dem Arzt, der jetzt mein Hausarzt ist, war das bisher nicht nötig, allerdings hatte ich bei den wenigen Besuchen auch nie den Eindruck, dass er überhaupt daran interessiert wäre, ein solches Verhältnis aufzubauen. Ja, er ist nett, hört zu, wirkt aber irgendwie oberflächlich.

Im Oktober war ich bei ihm, um mich beraten zu lassen, was man gegen die Rückenschmerzen tun kann. Wie schon geschrieben, empfahl er mir Akupunktur, zunächst fünf Behandlungen. Da ich das noch nie versucht hatte, stimmte ich zu. Nach fünf Behandlungen habe ich dann aber nicht weiter gemacht, weil ich nicht das Gefühl hatte, es würde irgend etwas bringen.

Kurzer Abzweig: In der Schweiz zahlt man je nach abgeschlossener Versicherung einen bestimmten Teil der medizinischen Kosten komplett selbst. Und so musste ich die Behandlungen in diesem Fall auch allein berappen. Ich rechnete zuzüglich der Untersuchung am ersten Tag mit etwa 500 Franken. Dann kam die Rechnung der Krankenkasse: 704 Franken!

Ich bin erst mal atemlos sitzen geblieben. Dann forderte ich von der Krankenkasse, die mir ja nur einen Betrag schickt, die Originalrechnung vom Arzt an. Und diese Rechnung hat mich dann richtig wütend gemacht. Also nahm ich das Papier und schrieb dem Arzt ein Mail, in dem ich die ganzen unklaren Positionen auflistete und um Erklärung bat.

Die kam auch einen Tag später, aber was da stand, war eine absolute Frechheit. Ich will hier gar nicht alles aufzählen, sondern nur ein Beispiel anführen.

Eine "Session" läuft so ab: Ich lege mich auf die Liege, der Arzt sticht die Nadeln. Dann liege ich 20 Minuten, der Wecker klingelt und er oder eine Schwester entfernen die Nadeln. Das alles dauert in der Regel etwa 30 Minuten - insgesamt! Nun hat der Arzt aber eine Überwachungszeit von 45 Minuten (3x15 Minuten) angesetzt. Damit war ich natürlich nicht einverstanden. Seine unverschämte Antwort: 20 Minuten wären nur die Netto-Liegezeit. Er müsse ja schliesslich noch einen Wecker stellen, und wenn der klingelte, würde er auch nicht sofort aufspringen und zu mir kommen.

Mit anderen Worten: Ich soll für seine Faulheit oder schlechte Organisation der Praxis zahlen? Ganz sicher nicht. Der Herr meint doch tatsächlich, das Stellen des Weckers und der Weg zurück zur Liege hätten jedes Mal (!) mindestens 11 Minuten gedauert, sodass er aus 31 Minuten schön auf 45 Minuten aufrunden kann. Wie unverschämt ist das denn?

Das toppt er in seinem Mail dann noch, in dem er meint, eigentlich wären die Positionen sowieso egal, es käme nur auf die Gesamtkosten an, und da würde er sich an seinen Kollegen orientieren. Mit anderen Worten - es ist ganz egal, was ich gemacht habe, aber es kostet so viel wie bei anderen auch.

Was ist das für eine Aussage? Ich hab ihm daher noch einen Link zu einem Arzt geschickt, der für 60-75 Minuten Akupunktur je nach Aufwand zwischen 90 und 130 Franken nimmt, also halb so teuer ist. Die Entgegnung meines Artzes dazu zeigt, dass seine Abrechnung nur Abzocke ist: Er hätte sich die Seite angeschaut, und es könne ja gar nicht sein, was da steht. Eine Akupunktur würde immer nur 20 Minuten dauern, und wenn da was von einer Stunde stehe, dann wären vielleicht noch administrative Dinge oder Gespräche mit dabei.

Ach so - ich bekomme also dort viel mehr Leistung und zahle daher halb so viel? Das verstehe ich. Nicht.

Ich habe hin und her überlegt, ob ich reagieren soll. Aber gerade die pampige und überhebliche Antwort auf meine Fragen hat mich dazu bewogen, den Sachverhalt der Krankenkasse zu melden und um Rückruf zu bitten. Das kann ich einfach nicht auf sich beruhen lassen. Zur Erinnerung: Man bekommt bei diesem ganzen Verfahren leider NIE die Original-Rechnung, sondern zahlt einfach die Summe, die einem die Kasse mitteilt. Ich kann daher nur erahnen, wie viele Leute er auf diese Weise schon mit völlig überteuerten Abrechnungen betrogen hat.

Ob ich jemals wieder die Praxis betrete, weiss ich nicht. Blöd ist, dass auch Rosalie und ihre Kinder dort Patienten sind. Aber vermutlich hat er längst vergessen, dass wir zusammen gehören, insofern sollte das wohl kein Problem sein.

Nun warte ich mal ab, wie die KK dazu Stellung bezieht. Sie sollte ja eigentlich daran interessiert sein, überhöhte Abrechnungen zu stoppen. Aber vielleicht knicken sie auch vor dem Gott in Weiss ein? Ich warte mal ab, noch hab ich die Rechnung nicht bezahlt.


Donnerstag, 7. November 2019

Im Ernst?

Auf Grund einer Baustelle vor dem Haus steht mein Auto derzeit ungeschützt auf einem öffentlichen Parkplatz. Also ich heute Morgen zum Wagen lief, traute ich meinen Augen nicht: Alle Scheiben zugefroren! Es geht also wieder los ... Jetzt in der Sonne am Strand von Florida liegen, das wär's. Stattdessen ist Scheiben kratzen angesagt. Ich mag den Winter nicht.

Apropos Augen trauen: Gerade traf eine Abrechnung von der Krankenkasse ein. Für eine einfache Untersuchung und 5x Akupunktur darf ich 704 Franken bezahlen. Ist das zu fassen? Der Herr Doktor setzt 7 Nadeln, lässt mich 20 Minuten im Nebenzimmer liegen und kassiert dafür so viel Geld? Dafür kann ich drei Mal nach Berlin fliegen. Ich glaub es nicht ... Und genützt hat es überhaupt nichts. Wie gut, dass wir nicht im Urlaub waren, hab ich die Urlaubskasse dem Arzt hinterher geworfen.

Einziger Lichtblick: Heute ist Donnerstag und für mich Freitag. Kann ich mich am Abend betrinken, das ist billiger und hilft - zumindest stundenweise - mehr als die Akupunktur. ;-)

Montag, 4. November 2019

So ein Pechvogel

Die kleinen und grossen Katastrophen nehmen in diesem Jahr kein Ende.

Freitagmittag schrieb mir Rosalie per WA, dass Henry stark bluten würde. Offenbar hatte er sich mit einer oder zwei Katzen "gestritten" und ging mal wieder als Verlierer vom Platz. Der Blutfleck auf dem Boden sah beängstigend aus, und Rosalie bat mich, nach Hause zu kommen, damit wir mit ihm zum Arzt gehen können. Also liess ich im Büro alles stehen und liegen und fuhr heim.

Anschliessend packten wir nun also zwei Kater ein und fuhren zum Tierarzt. Die gute Nachricht: Dem schwanzlosen Herren geht es gut! Bis auf ein paar Flöhe hat er keine sichtbaren Probleme. Leider haben wir ihn aber in Verdacht, auf Henry losgegangen zu sein, sodass wir nun überlegen müssen, wie wir künftig damit umgehen. Schliesslich müssen wir Henry schützen. Das Haus ist zwar gross, aber so ganz können sich die Katzen halt nicht aus dem Weg gehen. Es wird schwierig.

Bei Henry fand sich eine grosse Fleischwunde am Schwanz, so gross wie ein Daumennagel. So gross, dass Henry über Nacht da bleiben musste, weil die Verletzung genäht werden musste. Nun hat der arme Kerl nicht nur ein kahles Pfötchen von der letzten Bisswunde, sondern auch noch einen kahlen halben Schwanz, und er sieht damit sehr mitleiderregend aus. Er dürfte zwar damit raus, aber wir behalten ihn noch eine Weile drin, damit er sich erholt. Ausserdem muss er schon wieder Antibiotika nehmen und scheint doch recht geschwächt zu sein, frisst wenig und schläft viel.

Ach Mensch.

Und weil im Moment alles schief geht, hatten wir am Samstag dann noch eine Sauerei im Keller. Wie schon berichtet, hatte sich das Abwasserrohr gelöst und die ganze Schei*e ergoss sich tagelang in einen grossen Trog im Keller. Man mag sich die Gerüche vorstellen, die da entstanden sind. Dem wollten wir nun ein Ende bereiten und mittels Tauchpumpe die Gülle nach draussen befördern. Wir haben uns also eine Pumpe im Fachgeschäft geliehen, stellten sie in den Trog und - nichts passierte. Pumpe kaputt.

Ist das zu fassen? Also haben wir unseren Teichreiniger genommen. Da dessen Schlauch aber zu kurz ist, mussten wir literweise die Pampe in eine kleine Regentonne pumpen, die Tonne nach draussen tragen, entleeren und wieder von vorn. Zwischendurch löste sich auch mal das Rohr, sodass sich das Abwasser im ganzen Keller verteilte ...

Es war ein "schöner" Samstagnachmittag. Aber nun ist alles trocken und sauber. Ein Problem gelöst. Ich fürchte nur, dass das noch lange nicht alles war, und meine Hoffnung ist lediglich, dass der Scheidungstermin in drei Wochen nicht der traurige Höhepunkt dieses verkorksten Jahres werden wird.

Montag, 28. Oktober 2019

Fluxkompensator?

Wenn man morgens aufwacht und es plötzlich zwei Wochen später ist, dann muss ja wohl eine Zeitmaschine daran schuld sein, oder?

Nun gut, ganz so dramatisch war es vielleicht nicht, aber die Alltags-Probleme holen einen daheim natürlich schneller ein, als wenn man in Miami am Strand liegt. Dagegen kann man sich kaum wehren. Ausschlafen, ein wenig faulenzen, das geht zu Hause natürlich auch gut. Doch dann sieht man überall, was man tun müsste, dann kommt blöde Post vom Anwalt, dazu ärgerliche Anrufe, teure Rechnungen ... Das kann einem die Erholung schon erschweren.

Nicht zu vergessen der tägliche Lärm direkt vor dem Haus von halb acht bis abends um fünf, da direkt vor dem Haus die Strasse aufgerissen wird für neue Leitungen. Und als krönender Abschluss der Urlaubstage kam, was kommen musste und von Rosalie extra dem Bauunternehmen mit auf den Weg gegeben wurde: Passt auf die Quellleitung auf. Und prompt war sie am Freitag kaputt. Zum Glück nicht so stark, dass kein Wasser mehr bei uns ankommt, aber sie muss repariert werden. Doch wer kommt für den Schaden auf?

Das wird sich hoffentlich heute Morgen klären. Rosalie hat heute noch frei und wird mit den Verantwortlichen reden. Ich hoffe sehr, dass die einsichtig sind und wir nicht am Ende noch die Rechtschutzversicherung bemühen müssen. Es gibt derzeit schon genug Theater mit Anwälten und Gerichten.

Und weil so ein Adrenalinschub zum Einstieg immer gut ist, habe ich heute gleich noch einen Termin, bei dem uns der Abschlussbericht zur Untersuchung des Teams vorgestellt wird. Ich habe keine Ahnung, was wir da zu hören kriegen werden. Von "Abschaffen" bis "Weiter so" ist alles möglich.

Vielleicht sollte ich schauen, ob ich den Fluxkompensator noch einmal starten und zwei Wochen zurück reisen kann. Urlaub wäre jetzt wirklich eine feine Sache ...

Mittwoch, 9. Oktober 2019

Unglaublich dreist

Ich hab ja bereits hinlänglich darüber berichtet, wie unverschämt der Ex von Rosalie sowohl mit seiner Noch-Ehefrau als auch mit dem Gericht umgeht. Dass da gelogen und betrogen wird, bis sich die Balken biegen, ist für uns nichts Neues. Nur ist es zum Teil schwer nachzuweisen.

Und immer wenn man denkt, das wäre jetzt aber das Ende der Fahnenstange, schafft es der Mann, dem Unverschämten noch eins drauf zu setzen.

Wie bekannt, zahlt er seit Monaten keine Alimente, sodass Rosalie regemäßig gezwungen ist, diese Zahlung per Gerichtsbeschluss zwangsvollstrecken, also betreiben zu lassen, wie man hier sagt. Da es sich nicht lohnt, das monatlich zu machen, sammelt sie immer und reicht dann die Betreibung für mehrere Monate ein.

Bisher zwei Mal hat Rosalie das durchgezogen. Zwei Mal hat er anschließend in einem Jammerbrief dem Gericht zu erklären versucht, dass das alles so ungerecht und er völlig verarmt sei. Und erwartungsgemäß hat das Gericht dem Unsinn keine Beachtung geschenkt und ihn zur Zahlung der fälligen Beträge plus Entschädigung und Zinsen verdonnert.

Nun war das dritte Mal an der Reihe. Und diesmal hat er sich etwas geleistet, das an Unverfrorenheit nicht zu überbieten ist. Kurzer Hintergrund: Rosalies Sohn wurde Ende August volljährig. Mit diesem Datum, also ab September (oder August, wie der Ex meint) steht dem Sohn das Geld persönlich zu, muss also statt der Mama dem jungen Erwachsenen selbst überwiesen werden.

Und wieder schrieb der Ex einen Jammerbrief. Wir lesen den Unsinn eigentlich gar nicht, weil man das wirklich nicht mehr lesen kann. Ich blätterte aber zufällig auf die letzte Seite und fand merkwürdige Unterschriften von Rosalies Sohn. Ich schaute genauer nach und sah, dass der Ex geschrieben hatte, dass ihm das Wohl der Kinder natürlich am wichtigsten von allem sei und er selbstverständlich die Alimente für den Sohn seit August in voller Höhe direkt an ihn überweisen würde. Als Beweis fügte er drei Unterschriften vom Sohn an, die ihm die "dankend erhaltenen Beträge" quittierten!

Das Komische dabei: Rosalie gegenüber hat der Sohn stets behauptet, kein Geld vom Papa gesehen zu haben. Offensichtlich musste also einer von Beiden gelogen haben. Ich hab Rosalie daher vorgeschlagen, sie solle ihren Sohn noch einmal beiläufig fragen, ob denn Geld angekommen sei, und wenn nicht, ihm seine eigenhändigen Unterschriften auf dem Papier des Gerichts vorlegen und ihn mit diesem Konflikt konfrontieren.

Und was kam dabei heraus? Der ach so liebe Papi hatte seinen Sohn mal eben gebeten, die Unterschriften für die angeblich erhaltenen Alimente im Voraus zu leisten mit der Maßgabe, dass er ihm die aufgelisteten Beträge dann später mal igendwann sicher überweisen würde, wenn er wieder Geld übrig hätte. Er hat ihn somit zu einer Urkundenfälschung angestiftet.

Der Ex lügt also das Gericht an, ohne rot zu werden, und stiftet seinen Sohn noch zur Falschbeurkundung an, um selbst gut da zu stehen und seine Frau und Mutter des Sohnes anzuschwärzen. Schlimmer geht es nun wirklich nicht. Es reicht nicht, dass er selbst alle bescheißt, sein Sohn wird auch noch mit hineingezogen!

Rosalie hat sich nun gestern Abend mit ihrem Sohn hingesetzt und ihm erklärt, in welche Lage er sich selbst damit gebracht hat. Schließlich sei er volljährig und müsse für seine Unterschriften gerade stehen. Und diese Unterschriften liegen dem Gericht vor und werden dort natürlich auch verwendet! Sein Vater hat ihn wissentlich in eine schlimme Lage gebracht, und auch für Rosalie wird es nun schwierig, denn sie kann entweder ihren Sohn in die Pfanne hauen oder schweigen und sich damit selbst schaden. Oder versuchen, mit dieser Story dem Gericht einmal mehr zu beweisen, dass die Glaubwürdigkeit des Ex gegen Null geht.

Rosalies Sohn war jedenfalls stinksauer, als er die Tragweite seiner leichtfertig geleisteten Unterschriften erkannte, und hat sofort seinen Papa angerufen und ihm ein paar passende Takte erzählt. Das ist für ihn natürlich wahnsinnig schwierig, da er in einem Loyalitätskonflikt steckt. Ich fand es aber leider notwendig, denn bisher hat er fast ausschließlich von seinem Vater gehört, wie bösartig, hinterlistig und raffgierig seine Mutter sei. Nun hat er den eindeutigen Beleg dafür, dass sein Vater derjenige ist, der hier lügt und betrügt und sogar die Familie schamlos für seinen eigenen finanziellen Vorteil ausnutzt.

Kleine, aber feine Anmerkung dazu: Rosalie hat den Monat August noch gar nicht betrieben! Auch hier bestätigt sich erneut, was wir schon so oft festgestellt haben anhand seiner Reaktionen: Der Ex liest die Post gar nicht! Es scheint, als würden in seinem Oberstübchen alle Sicherungen durchbrennen, sobald er Post von der Ehefrau bekommt, und er sieht dann nur noch rot, ohne mal in Ruhe zu lesen, worum es überhaupt geht. Dieses ganze Lügemärchen inkl. der "gelogenen" Unterschriften von seinem Sohn wäre also völlig unnötig gewesen, aber offenbar hat der Mann völlig den Verstand verloren und ist wie im Wahn, wenn es um die Scheidung geht. Und dabei hat er nicht einmal bedacht, dass diese Geschichte wie ein Bumerang zurück kommen kann, denn natürlich erhält Rosalie seine Jammerbriefe ans Gericht in Kopie ebenfalls zugeschickt. Und natürlich weiss sie, dass ihr Sohn keine Rappen gesehen hat. Doch soweit kann er offenbar gar nicht denken.

Der Anwalt von Rosalie hatte wohl Recht: Es wäre eigentlich an der Zeit, die Zurechnungsfähigkeit des Ex prüfen zu lassen ...


Montag, 7. Oktober 2019

Sorgenkinder

Momentan sind es immer die Füsse, die Sorgen machen. Bei meinem Papa geht das nun schon seit März! Wie kann es sein, dass man in einem halben Jahr keine gescheite Therapie hinbekommt und er nach wie vor mit den offenen Füssen leben muss? Seit letzter Woche mal wieder eine neue Salbe und ein neues Fussbad. Wie lange soll das jetzt noch so weiter gehen, ist er ein Versuchskaninchen für Fusspflegemittel?

Leider auch nichts Gutes von Kater Henry. Der war ja am Freitag erneut beim Arzt. Dort hat man eine Bisswunde entdeckt, gereinigt und Antibiotika verordnet. Aber leider ist es bis heute Morgen überhaupt nicht besser geworden - das Pfötchen ist dick und er kann nicht auftreten. Also muss er nun zum dritten Mal innerhalb einer Woche zum Arzt und ich hoffe, dass nun endlich mal nachhaltig Besserung eintritt, damit der arme Kerl wieder laufen kann und auch wieder raus darf. Das einzig "Schöne" ist, dass er momentan mal wieder bei uns im Bett schläft, was er zuvor seit Monaten nicht mehr getan hat. Nun ja, ich schlafe dadurch recht wenig, aber was tut man nicht alles. :-)

Gute Nachrichten aber von unserem neuen Mitbewohner. Mit ihm waren wir am Samstag beim Arzt (wir sollten über ein Tierarzt-Abo nachdenken ...), und er scheint kerngesund zu sein. Wie zu erwarten, hat er keinen Chip, ist etwa 7-10 Jahre alt, wiegt rund 5,5 kg und ist topfit. Da sich seit rund sechs Wochen niemand gemeldet hat, scheint ihn wohl niemand zu vermissen und er darf natürlich gern bleiben, zumal er ein äusserst angenehmer Kater ist. Und ihm scheint es bei uns auch zu gefallen. Während er zu Anfang fast nur zum Fressen herein kam und den Rest des Tages auf dem Dach des Schuppens verbrachte, geht er nun kaum noch raus und schläft lieber auf dem Gästebett.

Er kann unseren armen verstorbenen Kater natürlich nicht ersetzen, aber wir freuen uns, dass er uns gefunden hat.


Mittwoch, 2. Oktober 2019

Langsam wird es peinlich

Was ist nur im Moment los? Die gute Nachricht - Henry hat sich nur das Pfötchen verstaucht, es ist also nichts kaputt gegangen. Das hat uns sehr erleichtert.

Dafür begann gestern mein linkes Auge, rot zu werden, und weh zu tun. Heute Morgen ist es ziemlich geschwollen und matschig. Kaum im Büro angekommen, fragte der Betriebsleiter gleich, ob ich damit schon beim Arzt gewesen sei. Sofern es eine Konjunktivitis sei, wäre die hoch ansteckend und ich solle lieber heim gehen.

Ich hatte damit schon gerechnet, aber ich kann doch nicht innerhalb von einem Monat drei Mal mit unterschiedlichen Krankheiten zu Hause bleiben. Das widerstrebt mir zutiefst. Aber ja, ist halt ein Krankenhaus, da sollte man mit solchen Dingen besonders vorsichtig sein. Also rufe ich um 8 Uhr den Personalarzt an und werde mal fragen, ob man sich das Musauge mal anschauen will.

Ich hasse das.

Dienstag, 1. Oktober 2019

Was wissen die Sterne?

Zm Jahresende liest Rosalie regelmässig das Jahreshoroskop für die kommenden 12 Monate. Das letzte für das laufende Jahr sah gar nicht gut aus. Und es scheint sich zu bestätigen, leider.

Rosalie hat bereits einen Menschen verloren, dem sie sehr nahe stand. Wir haben den Tod von drei Katzen zu beklagen. Mein Job sieht unsicheren Zeiten entgegen. Im November findet die erste Hauptverhandlung zum Scheidungsverfahren bei Rosalie statt, auch dort ist alles möglich.

Reicht noch nicht? Seit gestern kann unser Henry nicht mehr laufen, sein linkes hinteres Bein scheint zu schmerzen, er kann es nicht benutzen. Nun schläft er den ganzen Tag auf dem Sofa, frisst und säuft kaum. Wir müssen mit ihm heute Morgen zum Tierarzt. Wer weiss, wie schlimm es ist.

Reicht immer noch nicht? Gestern Abend auf dem Heimweg ist mir ein Obertrottel ins Auto gefahren. Kennt Ihr das, wenn Ihr hilflos eine Katastrophe herannahen seht und nichts mehr tun könnt? Ich stand im Rückstau vor einem Kreisverkehr. Mit einem Auge im Rückspiegel wunderte ich mich noch, dass das Auto hinter mir viel zu schnell war für die Entfernung. Dann sah ich, dass der Fahrer gar nicht nach vorn, sondern zur Seite schaute. Eine halbe Sekunde hatte ich noch, um zu überlegen, ob ich etwas tun könnte, aber vor mir stand ein Auto, das Lösen der Bremse wäre also keine ... Und dann knallte es auch schon.

Natürlich sprach der Portugiese im anderen Wagen kein Wort deutsch und ich kein Wort französisch. Ich meinte nur, ich würde die Polizei anrufen, das wollte er auf keinen Fall. Warum eigentlich? Zum Glück war Rosalie ganz in der Nähe und kam nach meinem Anruf schnell zu mir. Der Typ diskutierte munter weiter, meinte doch tatsächlich, ICH sei unaufmerksam gewesen und deswegen sei ER aufgefahren. Diese Kausalkette ist ja nun völlig lächerlich, aber es gibt keine Zeugen, und so war ich sehr unsicher, wie ich vorgehen sollte, obwohl die Situation ja eindeutig war.

Rosalie rief also den Notruf, doch dort wiegelte man ab. Wenn es keine Verletzten gebe, lohne ein Einsatz nicht. Wir sollten doch den europäischen Unfallbogen ausfüllen und der Versicherung einreichen.

Nach einigem Hin und Her haben wir das dann auch zum Unwillen des Unfallgegners getan. Wir haben noch zahlreiche Fotos, auch von seinen Personendokumenten, gemacht, und nach etwa 45 Minuten ist der Idiot dann mit quietschenden Reifen davon gebraust ...

Sein Schaden sah zumindest deutlich schlimmer aus als meiner. Allerdings ist die ganze Heckschürze bei mir, die ja heutzutage nur noch aus Plastik besteht, hinüber und wird ersetzt werden müssen. Auch die Einparkhilfe funktioniert nicht mehr. Schöner Schei*, und vorbei ist es mit einem unfallfreien Auto, was den Wiederverkaufswert auch massiv reduzieren dürfte.

Ich hätte mich halb so viel geärgert, wenn der Kerl wenigstens einsichtig gewesen und sich entschuldigt hätte. Aber kein Wort davon, er diskutierte und diskutierte mit Rosalie, dabei gab es gar nichts zu diskutieren.

Ich hab den Schaden nun online der Versicherung gemeldet und kann nur beten, dass alles bezahlt wird und nicht noch ein Gericht beteiligt werden muss. Hatte ich alles schon, obwohl auch damals die Situation eindeutig war: Ich hatte grün und der Gegner rot, und trotzdem war er der Meinung, im Recht zu sein ...

Es gibt leider nichts, was es nicht gibt. Und mir reicht es jetzt! Drückt bitte die Daumen, dass Henry keine ernsthaften Verletzungen hat. Rosalie bringt ihn nachher zum Tierarzt und wird ihn dort lassen. Und wenn nötig, werde ich ihn dann abholen, sobald ich das Büro verlassen kann. Momentan bin ich noch allein hier und komme nicht weg ...

Es ist ein verflixtes Jahr.

Mittwoch, 25. September 2019

Was tut man nicht alles

Wie am Montag schon angedeutet, hüte ich immer noch das Bett oder zumindest das Haus. Und ich kann Euch nur raten: Vorsicht, wenn man sich morgens im Bett streckt! Ich hab das getan, dann hat es in meiner LWS gekracht und das war es dann. Rosalie musste mir zwei Krücken, ach nein, das heißt ja Unterarm-Gehhilfen, holen, damit ich die drei Meter bis zum Bad überhaupt irgendwie bewerkstelligen konnte.

Nun ist das für mich aber nicht ganz neu, damit hab ich seit bald 20 Jahren zu tun. Insofern habe ich mich zwar geärgert, aber mir keine Sorgen gemacht. Und inzwischen bin ich schon wieder so gut drauf, dass ich wohl morgen ins Büro zurückkehren kann.

Dort ist allerdings gähnende Leere, das ganze Betriebsteam ist fort. Das wollte und konnte ich der Kollegin, die nun alles abbekommt, aber eigentlich gar nichts dafür kann, nicht antun. Und so haben wir seit Montag jeden Morgen ein kurzes Telefon-Meeting. Ich hab von zu Hause aus Zugriff auf das Büro-Netz und kann dann vom Bett aus ein paar Dinge bearbeiten, von denen die Kollegin keine Ahnung oder dafür keine Berechtigungen hat.

Ich weiß, das ist eigentlich Irrsinn und nicht nötig, aber sie ist sehr dankbar dafür und mir tut es nicht weh, eine halbe Stunde fürs Büro zu opfern. Außerdem habe ich dann morgen nicht ganz so viel zu tun, wenn ich wieder da bin.

Wenn man dann so im Bett liegt, hat man auch Zeit, mal gemütlich in Prospekten zu blättern. Dabei ist mir aufgefallen, dass der Discounter am Samtag mal wieder Schwep*es im Angebot hat. Wir kaufen das zum Sonderpreis mal ganz gern, weil wir es für unsere Lieblings-Cocktails nutzen. Als ich da so blätterte, sah ich, dass auch eine andere Kette die Marke im Sonderangebot hat, und verglich die Preise. Was mir dabei auffiel? Die verkaufen doch tatsächlich beim Billig-Discounter Flaschen mit 900 ml statt 1 Liter. Habt Ihr solche Flaschen schon mal gesehen? Das gibt's doch nicht - was für ein "Betrug". Gut, es steht ja irgendwo auf der Flasche, aber die sieht aus wie immer, es sind nur 100 ml weniger drin! Da kann man natürlich munter Werbung machen und der Preis sieht auf den ersten Blick toll aus. Dass man dafür auch weniger bekommt, muss man mit der Lupe suchen.

Ist übrigens nicht das erste Mal, dass mit Flaschengrößen geschummelt wird. Bei der großen Cola-Marke hat man zu Beginn des Jahres - immerhin offiziell - die kleinen Flaschen von 500 auf 450 ml verkleinert. Natürlich zum selben Preis! Begründet hat man das damit, dass der Verbraucher diese Größe angeblich wünschen würde. Aha, ganz bestimmt, hat mich schon immer geärgert, dass ich 50 ml weggiessen musste, weil der Durst zu Ende war ... Ist das in Deutschland eigentlich auch verändert worden oder nur hier?

Man muss wirklich überall aufpassen, um nicht übers Ohr gehauen zu werden. Sind ja keine riesigen Summen, aber 100 ml hier, 20 g da - so kommt auch Einiges zusammen. Und natürlich IMMER zu Lasten der Kunden, versteht sich.