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Dienstag, 16. Januar 2018

Die lieben Kollegen (12) - hier und dort

Wie schon gestern erwähnt, musste ich mich erneut über meine jungen Kollegen ärgern. Dieser Ärger steigerte sich dann noch kurz vor Feierabend, als der Oberchef zu mir kam und mir mitteilte, dass es Stress von ganz oben geben würde, da ein Auftrag schon seit einem Monat nicht erledigt sei.

Ich hab dann nachgeforscht (was nicht so leicht war, da zwar immerhin ein Ticket erstellt wurde, aber in dem stand natürlich mal wieder nichts) und festgestellt, dass erst der eine Kollege den Auftrag vergessen hat, dann in seinem Urlaub den anderen Kollegen per Mail anschrieb, der den Auftrag dann auch wieder vergessen hat. Als er ihn dann am 9. Januar endlich in die Hand nahm, hat er ihn falsch adressiert, sodass er abgelehnt wurde. Seit dem ist er abwechselnd im Urlaub oder krank. Und ich darf dem Kunden nun erklären, warum sein Zugang zum Netz nach vier Wochen noch immer nicht funktioniert. Da kann man schon mal ausfallend werden, aber wir sind ja ein Team und halten natürlich zusammen .... Ich werde mir also irgend ein Märchen ausdenken müssen, das uns in einem besseren Licht darstellt, obwohl die Schuld eindeutig bei den beiden Kollegen liegt.

Es widert mich immer mehr an, morgens ins Büro zu kommen und darauf zu warten, welcher Mist mir heute wieder vor die Füsse gelegt wird. Wenn nicht zumindest die Menschen ausserhalb des Teams, also die "Kunden", super nett und kooperativ wären, hätte ich vermutlich gar keine Motivation mehr, noch zur Arbeit zu gehen.

Kleiner "Trost" war ein Mail meiner Ex-Chefin, in der sie die aktuellen Zustände an meinem alten Arbeitsplatz beschrieb. Wenn ich das lese, bin ich wirklich froh, dass ich dort weg bin: Schlechtes Klima, unmotivierte Leute, Druck von oben und unten, Krankheit, keine klare Linie der Vorgesetzten ...

Hier habe ich zumindest mein kleines Reich und noch ein wenig Eigenverantwortung, anstatt nur wie ein Duracell-Hase immer weiter zu laufen ohne nachzudenken. Schade, dass das Team nicht mitzieht. Es könnte so schön sein.

Und weil alles sooo schön ist, hat der zweite Kollege sich heute gleich auch krank gemeldet - ich bleibe also wieder allein und bin das Ein-Mann-Team.

Montag, 15. Januar 2018

Was ist da los?

Das war ein schönes, entspanntes Wochenende in Berlin! Nun gut, es wäre noch schöner gewesen ohne Rückenweh, aber man kann eben nicht alles haben.

Ruhige Flüge, das erwartet gute Hotel, und vor allem ein strahlender Papa, glücklich, uns beide so zufrieden und gut gelaunt zu sehen. Wir haben einen schönen Nachmittag zusammen verbracht, und Papa schrieb mir hinterher, er hätte schon lange nicht mehr so schöne Stunden verlebt. Das hat mich einerseits natürlich sehr gefreut, aber auch ein wenig nachdenklich gemacht. Ist das so, wenn man auf die 80 zugeht und sich nicht mehr gut bewegen kann? Reduziert sich das Leben auf ein paar wenige Stunden der Abwechslung? Wie viel Freude hat er noch am Leben?

Am Samstag haben wir noch den obligatorischen Shopping-Marathon absolviert. Dabei ist uns aufgefallen, dass in der Strasse, die unweit des Hotels liegt, ein dramatisches Ladensterben eingesetzt hat. Vor allem in der Mall sind diverse Läden geschlossen und ohne einen Hinweis, dass dort ein neues Geschäft einziehen würde. Und draussen auf der Strasse häufen sich die 1-Euro-Läden und sonstigen Ramsch-Geschäfte. Ist das die Zukunft Berlins?

Nun hat mich die Arbeit wieder, und ich bin froh, dass es nur vier Tage sind! Mein "Team" besteht auch heute wieder nur aus mir, weil der Rest krank ist oder frei hat. Das Leben will mir wohl auch hier unbedingt etwas beibringen: Es lohnt sich nicht, für die Anderen mitzuarbeiten und auch unter Schmerzen ins Büro zu gehen - es dankt Dir niemand. Es dauert, bis ich diese Lektion gelernt habe, aber vielleicht schaffe ich das noch vor der Rente ...

Mittwoch, 27. Dezember 2017

Oh, Du Fröhliche

Der Anfang war vielversprechend: Ein Kater, der sein Frühstück auf dem Teppich im Flur erbricht und ein Marder, der sich auf dem Dachboden bemerkbar macht und dort den Zwischenboden und wer weiss was noch alles zerbeisst ...

Abgesehen davon waren es drei angenehme freie Tage. Wir waren ja zum grossen Teil nur zu zweit und haben es uns vor dem TV gemütlich gemacht, etwas, wofür wir schon sehr lange keine Zeit mehr hatten. Zwischendurch haben wir sieben Stunden bei Rosalies Mutter verbracht. Dort waren wir zwar eigentlich eingeladen, doch als wir eintrafen, waren die Vorbereitungen fürs Essen noch "in einem frühen Stadium", und hätten wir nicht selbst Hand angelegt (ich hab mich aus der Note heraus in die Küche gestellt und den Kartoffelsalat gemacht, mein Schatz die grünen Salate), wären wir wohl erst kurz vor Mitternacht fertig gewesen. Leider haben die Stunden dort wieder ein paar "Spuren" bei meinem Rücken hinterlassen haben.

Zum Glück hatte ich noch den gestrigen Tag zum Erholen, aber hätte ich es mir aussuchen können, wäre ich zu Hause geblieben. Doch da ich der Einzige vom Team bin, der arbeiten muss, blieb mir kaum eine andere Wahl. Nun muss ich die drei Tage irgendwie durchhalten.

Überhaupt scheint es an solchen Tagen, als wäre die Stadt ausgestorben und es würde niemand arbeiten: die Strassen leer, auf den Gängen im Haus trifft man fast niemanden und fragt sich, ob man hier falsch ist. Die lieben Kollegen haben den Piepser, mit dem man gerufen werden kann, irgendwo verlegt oder mit nach Hause genommen, sodass ich jetzt erst mal alle Telefone umprogrammieren muss, damit die Anrufe nicht ins Leere laufen. Ganz toll. Ein Kollege hat sich meinen Kopfhörer "geliehen", den musste ich mir jetzt von seinem Schreibtisch zurückholen und erst mal desinfizieren. Herrlich, so ein Team.

Das Motto diese Woche: Drei Tage durchhalten, nur drei Tage, dann habe ich auch eine Woche frei. Das wird schon irgendwie gehen ...

Freitag, 22. Dezember 2017

Schmerz lass nach!

Ich bin heute guter Dinge. Wenn es einen Vorteil durch die Arbeit im Spital gibt, dann wohl den, dass man als Mitarbeiter eine 1A-Versorgung bekommt. Immerhin konnte ich mit dem leitenden Arzt sprechen und ihm meine Rückenprobleme kurz in der Mittagspause erklären. Fürs Erste hat er mir ein Rezept gegeben für ein Medi gegen die Schmerzen. Ein so genannter selektiver COX2-Hemmer, der vor allem weniger Magenprobleme bereiten soll.

Das will ich auch mal stark hoffen, schließlich kosteten die 28 Tabletten 53 Franken ... Aber der Doktor hat mir auch angeboten, jederzeit - dann offiziell - vorbei zu kommen, um der Ursache der Schmerzen, die in Deutschland nie wirklich gesucht wurde, auf den Grund zu gehen. Das lässt darauf hoffen, dass ich vielleicht wirklich mal irgendwann komplett und über längere Zeit schmerzfrei sein werde.

Nachdem ich den gestrigen Tag liegend verbracht habe, bin ich heute schon wieder ganz vorsichtig auf den Beinen. Die Weihnachts-Shopping-Tour muss Rosalie zwar allein machen, aber in den Supermarkt traue ich mich zumindest schon wieder. Und ein schmerzfreier Schlaf ist schon die halbe Miete.

Das sind doch ganz gute Aussichten fürs neue Jahr.

Ab heute Abend wird es dann ganz gemütlich. Bis Montagmittag sind wir allein zu zweit und werden es uns mit Feuer, Wein und kleinen Leckereien gemütlich machen. Montag dann in Familie, Dienstag ausruhen und Mittwoch (leider) wieder arbeiten. Aber der ist ja noch  sooo weiiit weg ...

Nun, dann also schöne Feiertage allerseits, habt es gut mit Euren Lieben!

Mittwoch, 20. Dezember 2017

Och nö!

Das muss jetzt nicht sein, so kurz vor den Feiertagen. Meine LWS meldet sich mal wieder, bereitet mir schlafarme Nächte und quält mich am Tag. Wie schön, dass es bald ein paar freie Tage geben wird, an denen ich mich dann auskurieren kann. :(

Pflichtbewusst, wie ich bin, habe ich mich natürlich ins Büro geschleppt. Aber wenn die Tablette nicht wirkt, werde ich diesen Einsatz abbrechen müssen, sonst kann man mich am Nachmittag zurück zum Auto tragen. Aber ich hab ein paar wichtige Dinge zu erledigen, das muss jetzt unbedingt noch sein. Anders als andere Kollegen im "Team" will ich hier niemanden hängen lassen. Das bringe ich (leider) einfach nicht fertig.

Also dann - Zähne zusammen beissen und frisch ans Werk ...

Donnerstag, 7. Dezember 2017

Vier-Tage-Woche

Es war schon eine ziemliche Umstellung, statt der gewohnten 39 plötzlich 42 Stunden arbeiten zu müssen, wie das in der Schweiz durchaus üblich ist. Noch dazu durch den späteren Beginn ist der freie Abend deutlich kürzer als früher.

Und so war ich in den ersten Wochen und Monaten am Ende der Woche ziemlich geschafft. Da war es ein Segen, dass ich mich damals entschlossen hatte, nur 90% zu arbeiten und jeden zweiten Freitag frei zu haben. Natürlich schmerzen 10 Prozent weniger Gehalt auch, aber die Lebensqualität eines langen Wochenendes ist mir diese Einbusse mehr als wert, zumal Rosalie freitags in der Regel auch frei hat und wir damit Gelegenheit haben, zusammen etwas zu unternehmen oder einfach nur drei Tage am Stück auszuschlafen.

Das ist ein Luxus, den ich jetzt "im Alter" immer mehr zu schätzen weiss. Gesundheit lässt sich mit Geld nicht kaufen, da ziehe ich es vor, weniger Stress zu haben und dafür mit meinem Schatz den ersten Kaffee des Tages im Bett zu geniessen, anstatt in der Küche, immer mit dem Blick zur Uhr, damit ich nicht zu spät los fahre.

Morgen ist es wieder soweit, sodass heute also eigentlich schon Freitag ist. :) Also dann - ein schönes Wochenende!


Donnerstag, 23. November 2017

Die lieben Kollegen (11) - Lessons learned?

Am Dienstag gab es mal wieder ein Donnerwetter meines Chefs gegenüber einem meiner tollen Kollegen. Auslöser war ein ganz einfacher Auftrag, den er mal wieder vergessen hatte zu erledigen. Da er dann auch noch unser wöchentliches Meeting vergasss, war das der perfekte Anlass für eine Standpauke. Ein weiterer Grund war, dass er nicht mal während eines gemeinsamen Termins darauf verzichten kann, aufs Handy zu schauen und WA-Nachrichten zu schreiben. Das ist entweder dumm oder dreist oder überheblich. Oder alles zusammen.

Ich hab mich allerdings mehr darüber geärgert, dass er am Montag mal wieder krank war. Grund: Er habe Kopfschmerzen und die ganze Nacht kaum geschlafen. Am Dienstag kam er dann immerhin ganz normal wieder arbeiten. Gestern war sein freier Tag - heute ist er wieder krank.

Was soll man mit so einem Typen im Team anfangen? Da kann man nur verlieren ...

Während meines gesamten Berufslebens war es stets so, dass ich, wo immer ich neu anfing, ganz unten starten musste. Mein Gehalt hinkte meinen Aufgaben und der verbundenen Verantwortung stets gewaltig hinterher und holte sie teilweise nie ein. Zuletzt in Berlin wäre es gerade soweit gewesen, dass mein Chef eine bessere Stelle für mich organisiert hatte, als ich die Kündigung schrieb.

Auch hier ist es nun nicht anders. In unserem Team bin ich der mit dem niedrigsten Gehalt, allein schon durch die geringe Betriebszugehörigkeit und die Aufgaben lt. Stellenbeschreibung. Gestern hat mein Chef mir nun die Leitung eines Rollout-Projektes übertragen, weil die anderen Pfeifen im Team (siehe oben) damit völlig überfordert wären, wie er meinte. Damit tritt nun die selbe Situation ein wie schon viele Male in meinem Leben: Verantwortung - ja, besondere Aufgaben - ja, besseres Gehalt - nein.

Irgendwie will mir das Leben wohl etwas beibringen ...


Dienstag, 21. November 2017

Mittendrin, statt ...

... nur dabei, heisst es in einem Slogan. Daran habe ich gestern auf Arbeit wieder gedacht.

Bekanntlich arbeite ich in einem Krankenhaus, zwar nicht im medizinischen Bereich, aber PC und sonstige IT-Technik haben ja längst Einzug gehalten in den Krankenhausalltag, und so ist entsprechendes Personal auch in Spitälern immer mit dabei. Und natürlich stehen Geräte auch direkt im OP-Saal.

Hin und wieder wird es notwendig, im laufenden Betrieb einzugreifen und Sofort-Massnahmen an den Geräten durchzuführen, damit die OP ohne Verzögerungen durchgeführt werden kann. Und dann lässt es sich nicht vermeiden, dass ich da rein muss. Mal ganz abgesehen von offenen Bäuchen, Wunden usw. kann es durchaus passieren, dass ich einem völlig und teilweise nackten Patienten gegenüber stehe. Ich bin nicht verklemmt und hab auch schon Vieles gesehen, aber ein eigenartiges Gefühl ist es trotzdem. In dem Moment bin ich in der Regel "verkleidet", habe also die komplette OP-Ausrüstung an, sodass mein Gegenüber nicht weiss, wer ich bin und dass ich nichts mit Medizin zu tun habe. Ich denke, das ist auch gut so, es könnte sonst vielleicht eine unangenehme Situation entstehen. Das wäre fast so, als würde einen der Klempner nackt unter der Dusche überraschen. Wer möchte das schon, auch wenn es notwendig sein sollte.

Ich bin dann auch immer froh, wenn ich möglichst schnell wieder raus kann. Zum Einen störe ich natürlich den Ablauf, zum Anderen habe ich immer (unnötig) Sorge, ich könnte irgend was kaputt machen, Schläuche herausreissen oder Schlimmeres.

Gestern ist niemand zu Schaden gekommen. :))

Donnerstag, 2. November 2017

Der Umgang mit dem Krankenhaus

Bisher war Krankenhaus immer ein rotes Tuch. Das hat sicherlich auch mit der Frühgeburt meines Sohnes damals und den Emotionen zu tun, die ich damit verbinde. Schon der besondere Geruch, die vielen Menschen in Weiss oder das Piepsen der Geräte erzeugten ein gehöriges Unwohlsein ...

Das hat sich im vergangenen Jahr geändert. Durch den täglichen Anblick, gerade auch intensiv betreuter Menschen, und dem Umgang mit dem Pflegepersonal ist diese Abneigung einem normalen Umgang gewichen. Schläuche und Verbände am ganzen Körper stellen nicht mehr das Horrorszenario dar, das mir sonst Angst gemacht hat. Natürlich wäre es noch etwas Anderes, wenn man eigene Angehörige so (leiden) sehen müsste. Hier kommen ja noch Verlustängste dazu. Aber die Professionalität und Normalität, mit der die Pflegenden ihre Arbeit tun, hat sich inzwischen auch auf mich übertragen. Hatte ich zu Beginn noch Herzklopfen, wenn auf dem Gang ein Krankenbett an mir vorbei geschoben wurde, registriere ich es heute kaum noch.

Lediglich weinende Menschen, die bangend auf dem Flur auf eine Nachricht warten oder hoffen, gleich zu ihren lieben Mitmenschen gehen zu dürfen, machen mich traurig und werfen die Frage auf, wann ich dort wohl mal stehen und bangen muss.

Gerade diese Woche erreichte mich wieder ein Anruf meines Vaters. Wieder ist er gefallen, und erneut hatte er wohl einen Schutzengel, denn es handelt sich nach intensiver Abklärung "nur" um eine starke Hüftprellung. Momentan kann er nicht laufen, aber das geht vorbei. Eine Becken- oder Hüftfraktur wäre eine Katastrophe gewesen.

Und weil man nie weiss, wie viel Zeit noch bleibt, haben wir gestern den nächsten Flug nach Berlin für Mitte Januar gebucht. :)

Dienstag, 31. Oktober 2017

Die lieben Kollegen (10)

Gestern teilte mir mein Chef mit, dass er während meiner Abwesenheit mit seinem Chef gesprochen habe, und der soll wohl nun auch die Nase gestrichen voll haben. Einer der Kollegen musste daraufhin zu einem ernsten Gespräch und erhielt strenge Auflagen, die bei Nichterfüllung zum Rauswurf führen sollen. Er habe das wohl auch verstanden, meinte mein Chef.

Nun ja, diese Aussagen kenne ich schon, sie haben in der Regel keinen Bestand. Das ist wie mit Versprechen von Politikern - schöne Worte, denen selten Taten folgen. Natürlich kann man mal genauer hinschauen, ob der Herr künftig pünktlich kommt, und das wird er vermutlich auch für zwei, drei Wochen ... Aber das ist ja nicht alles. Teamfähigkeit, Zuverlässigkeit, Gewissenhaftigkeit sind Dinge, die man nicht in einer Tabelle erfassen und auswerten kann. Und daran mangelt es dem oder besser den Kollegen noch viel mehr. Ausbaden müssen das immer die Anderen.

Beispiel: Wir haben ein Mail-Postfach. Da sich ansonsten niemand zuständig fühlt, ist aufgeteilt, wer wann eingehende Nachrichten zu bearbeiten hat. Mein Kollege, der mittwochs frei hat, kümmert sich immer donnerstags und freitags. Ich war zuletzt an diesen beiden Tagen nicht da und fand gestern noch mehrere unbearbeitete Mails von diesen Tagen vor, eine auch vom Mittwochabend nach Büroschluss. Also fragte ich meinen Kollegen, ob er mit diesem Mail schon etwas unternommen habe. Seine dämliche Antwort: "Ich war am Mittwoch gar nicht da!" Ja, wie - und danach hat sich das Mail selbst zerstört oder ist unsichtbar geworden? Was hat der Mann denn den ganzen Donnerstag und Freitag gemacht, wenn er bis Montag das Mail nicht mal gesehen hat??

Und so wird es wohl im Grossen und Ganzen so weitergehen wie bisher. Vielleicht kommt irgendwann mal der grosse Knall, aber ich denke eher, es bleibt bei einem lauen Lüftchen. Das erinnert mich alles sehr an "meine" Behörde in Berlin ...

Mittwoch, 18. Oktober 2017

Die lieben Kollegen (9)

Es reicht! Das Thema Verlässlichkeit und Anstand im Team hatte ich hier schon öfter angesprochen. Ich finde, besonders in einem so kleinen Rahmen wie hier mit drei Personen sollte das selbstverständlich sein.

Ist es aber leider nicht. Von der Pünktlichkeit will ich gar nicht mehr sprechen, daran habe ich mich eigentlich (leider) schon gewöhnt. Aber wenn man sich nun nicht einmal mehr auf die Aussagen der Kollegen verlassen kann, ist bald eine Grenze erreicht.

Am letzten Donnerstag war mein Kollege - nach seinem obligatorisch freien Mittwoch - plötzlich krank. Per Mail teilte er am Morgen mit, dass er sich übergeben musste und zu Hause bleibt. So weit, so schlecht. Er wollte sich am Abend wieder melden. Das tat er auch.

Gegen 16 Uhr schrieb er, dass er jetzt den ganzen Tag geschlafen habe und nun erholt sei (wovon wohl ...?). Er würde daher am Freitag wieder erscheinen. Ich hab mich darauf verlassen. Es war mein freier Tag, ich hab die Arbeit für ihn vorbereitet und mein Telefon auf ihn umgestellt.

Am Montag wunderte ich mich, dass das Telefon auf meinen Chef umgeleitet war und sein Platz eigenartig unberührt aussah. Ich fragte nach und erfuhr, dass der nette Mensch sich am Freitag um 4 Uhr per Mail bei unserem Chef gemeldet habe: Er hätte die ganze Nacht nicht geschlafen und würde nun doch zu Hause bleiben.

Da war ich platt - mal wieder. Doch es geht noch weiter ... Ebenfalls am Montag sah ich im Teamkalender, dass der "Kollege" einen nicht bestätigten Urlaubsantrag für Donnerstag und Freitag (also wieder nach dem freien Mittwoch) eingetragen hatte. Da mein Chef in den Ferien ist, meinte ich zu Rosalie, es würde spannend sein zu sehen, was aus diesem Antrag wird. Die Antwort gab es Dienstag: Wieder mal zu spät kam er ins Büro, zeigte mir eine kleine Blutblase am Mittelfinger und meinte, er müsse sofort in den Notfall, um das aufmachen zu lassen. Klar, warum nicht, dachte ich, bevor es von allein aufgeht. Tja ... Zurück kam er mit einer kleinen Binde um den Mittelfinger und einem Zettel, dass er zu 100% arbeitsunfähig sei, den er mir freudestrahlend vor die Nase hielt. Mal davon abgesehen, dass er dann noch putzmunter einen halben Tag weiter arbeitete, bevor er in die Krankheit entschwand, fand ich diese Masche einfach unverschämt.

Nun fehlt er also erneut von Mittwoch bis Freitag und lädt alles auf mich ab. So langsam habe ich wirklich keine Lust mehr auf diesen Mist. Dazu ständig das Gejammere über die viele Arbeit, während man auf Faceb**k unterwegs ist oder Filme schaut oder privat auf dem Flur telefoniert. Ich glaube, ich muss meinem Chef mal eine Ansage machen und andeuten, dass ich mich weg bewerben werde. Eine interessante Ausschreibung habe ich auch schon gefunden. Vielleicht mache ich das einfach mal - kostet ja nichts. Und schlimmer kann es kaum werden.

Montag, 2. Oktober 2017

Die lieben Kollegen (8)

Was im Team immer wieder zu Ärger führt, ist die Gleichgültigkeit und Ignoranz von zwei meiner Kollegen. Wer es an drei von fünf Werktagen in der Woche nicht schafft, die vom Chef festgelegte Startzeit 8:30 Uhr einzuhalten, den kann ich im Team nicht brauchen. Wir reden hier nicht von 6 Uhr, einer Zeit, die für mich viele Jahre lang bindend war und die ich nicht ein einziges Mal verpasst habe, sondern von 8:30 Uhr, einer aus meiner Sicht wirklich sehr angenehmen Uhrzeit. Es sollte doch für einen 25jährigen möglich sein, den Wecker so zeitig zu stellen, dass man bis halb neun im Büro sein kann, oder sehe ich das falsch?

Wenn man dann auch noch ohne Reue und völlig gleichgültig im Büro ankommt, frage ich mich, ob die Kinderstube da irgendwo versagt haben mag ...

Mein Chef registriert es durchaus, regt sich aber nur in grossen Abständen mal darüber auf, und zwar dann, wenn er von seinem Chef eine Ansage bekommt, weil die beiden Kollegen regelmässig fast 40 Minusstunden aufbauen. Wer erst um halb neun ankommt, muss schliesslich bis halb sechs bleiben, aber das kommt allerhöchstens ein Mal pro Woche vor. Somit addiert sich die negative Zeit immer weiter. Während ich über 50 Stunden im Plus bin, bauen die beiden Kollegen ihre Sollzeit immer weiter aus.

Das alles ist schon Grund genug zum Ärgern. Aber was mein Chef jetzt genehmigt hat, verschlägt mir die Sprache. Einer der beiden Kollegen arbeitet derzeit 90% und hat damit jeden Freitagnachmittag frei. Nun hatte der die Idee, auf 80% zu verringern. Da er offenbar nicht in der Lage war, das neue Gehalt allein auszurechnen, rief er dafür beim HR an. Nachdem er den Betrag gehört hatte, wollte er dann nur noch auf 85% verringern. Das heisst nun im Klartext, dass er ab sofort den ganzen Freitag frei hat und an den verbleibenden Tagen jeweils EINE Stunde rausarbeiten wird.

Wie bitte? Er bleibt also nun täglich bis 18.30 Uhr im Büro, nachdem er es bisher nicht mal bis 17:30 Uhr ausgehalten hat? Glaubt mein Chef das tatsächlich oder ist er nur zu feige, um diesen Antrag abzulehnen?

Solange meine Arbeit davon nicht betroffen ist, soll mir das egal sein - schliesslich muss ICH mich nicht rechtfertigen. Aber dass Faulheit und mangelnder Teamgeist auf diese Weise noch belohnt werden, gibt mir schon zu denken. Und der zweite Kollege ist nicht besser. Wir hatten vereinbart, dass er am Freitag alles vorbereitet für die Arbeiten, die immer am Monatsanfang nötig sind. Heute komme ich ins Büro - extra eine halbe Stunde eher als üblich - und nichts ist gemacht. Toll. Als der Kollege 40 Minuten später auch mal eintrifft und ich ihn darauf anspreche, meinte er lapidar, es wäre am Freitag so viel zu tun gewesen ... Aha. Komisch, dass das immer an den Tagen so ist, an denen ich nicht da bin! Rosalie meinte, ich solle mich, auch wegen der nicht gerade herausragenden Bezahlung, doch ruhig mal nach einer anderen Stelle umschauen.

Das werde ich tun.

Dienstag, 15. August 2017

Ungewöhnliche Anfrage

Gestern Morgen klopfte es an der Bürotür (sie hat keine Klinke, da wir jede Menge Hardware im Büro haben und daher nicht jedermann Zugang erhalten soll). Mein Kollege öffnete die Tür, ein Mitarbeiter stürmte herein und rief ganz aufgeregt durchs Zimmer:

"Ich brauche mal ganz schnell einen Ständer!"

Ich konnte mich nur mit Mühe zusammen reissen, um nicht vor Lachen unter den Tisch zu rutschen, wobei dem Mitarbeiter offenbar überhaupt nicht bewusst war, welch zweideutige Bitte er da gerade geäussert hatte. Am liebsten hätte ich geantwortet, dass gleich gegenüber eine Apotheke sei, aber das habe ich mir verkniffen, da ich den Humor des Kollegen nicht kenne.

Und natürlich ging es nicht um etwas Medizinisches, sondern die Halterung für einen Monitor. :) Helfen konnte ich ihm dann trotzdem nicht, denn ich habe nur einen Ständer, den kann ich nicht hergeben.




Dienstag, 27. Juni 2017

Die freundlichen Schweizer

Ich glaube, ich habe es schon einmal erwähnt, aber gestern ist sie mir wieder besonders aufgefallen: die Freundlichkeit in der Schweiz.

Nun wird ja behauptet, der Schweizer/die Schweizerin verberge hinter dieser Freundlichkeits-Maske die Distanz. Das mag vielleicht sein, aber dieses angenehme Miteinander wirkt fast nie aufgesetzt bzw. künstlich. Es fällt mir vor allem hier im Job auf. Womöglich kommt in meinem Fall noch dazu, dass Klinik-Personal, so sagt man, eine besondere Spezies sei. Das kann ich nicht beurteilen, aber das Arbeitsklima, vor allem auch, wenn es darum geht, mit noch fremden Personen Kontakt aufzunehmen, ist nach meiner Erfahrung wesentlich besser, als ich es in Berlin erlebt habe. Ich komme mir nie als Störenfried vor oder jemand, der keine Ahnung hat, Arbeit macht oder einfach nervt.

Ganz im Gegenteil. Hab ich mir früher länger überlegt, ob ich in einem anderen Bereich anrufen und "stören" soll, ist das hier gar kein Thema. Auch der Kontakt mit Doktoren ist in der Regel deutlich entspannter als in Berlin, und Hierarchien kennt man hier im Grunde gar nicht.

Dieser Umgang miteinander erleichtert die Arbeit ungemein. Und wenn man dann noch Komplimente erhält, um so mehr. Etwas, was mir in Berlin wohl niemals passiert wäre, war neulich das Mail eines Kollegen, den ich während eines Seminars kennen lernte. Er hatte anschliessend noch ein paar fachliche Fragen und schrieb mir am Schluss seiner Mail, dass es ihn gefreut habe, meine Bekanntschaft zu machen. Im alten Job hätte ich mich gefragt, ob man mich veralbern will oder ob das eine Anmache sein soll, hier ist es einfach nur eine Form des Umgangs miteinander.

Mittwoch, 21. Juni 2017

Sonnenwende

Nun werden die Tage also schon wieder kürzer! Wo ist das halbe Jahr nur geblieben? Sicher, laut Kalender beginnt jetzt erst der Sommer. Aber die Vorstellung, dass an jedem folgenden Tag die Sonne wieder früher untergeht, weckt das Gefühl in mir, dass die Zeit wahnsinnig schnell vergeht.

War es  nicht gerade erst kürzlich, dass wir beim Fondue auf das neue Jahr gewartet haben?

Ausserdem habe ich hier in der Schweiz sowieso das Gefühl, dass die Tage kürzer sind, vor allem später beginnen. Und tatsächlich - hättet Ihr gedacht, dass die Sonne in Bern rund 45 Minuten später aufgeht als in Berlin?

Der täglichen Erwärmung ist das derzeit "egal" - für die nächsten Tage sind jeweils 34°C vorhergesagt worden. Da mag man sich eigentlich gar nicht mehr bewegen. Zum Glück habe ich ab morgen frei bis zum kommenden Montag und kann mich dann entsprechend kleiden. Ins Büro in kurzen Hosen? Das überlasse ich den Kollegen, die halb so alt sind wie ich. In diesem Punkt bin ich dann doch eher konservativ und bevorzuge halbwegs seriöse Kleidung auf Arbeit - ohne Shorts und Flipflops. Und da es im ganzen Haus klimatisiert ist, schwitze ich nur auf dem Weg bis zum Auto ...

Starten wir also in den längsten Tag!

Donnerstag, 15. Juni 2017

Home-Office

Nun hat mich der Alltag wieder, aber die letzten 48 Stunden gingen ziemlich durcheinander ...

Wie im letzten Post angekündigt, sollte am Dienstag - mit einem Tag Verspätung - das Seminar starten. Es wurde allerdings zu dem befürchteten Desaster. Nach zwei Stunden funktionierte die Testumgebung des Dozenten noch immer nicht, und als es dann endlich mit dem Stoff los ging, hatte der gute Mann absolut keinen Plan, wie und vor allem was genau er uns denn zeigen soll. Gegen halb zwölf beschlossen wir daher einstimmig, das Seminar abzubrechen. Ein unglaublicher Vorfall und ein Armutszeugnis für die beauftragte Firma. Es wurde besprochen, dass wir keinen Rappen zahlen für diesen Reinfall.

Nun war es also Mittag und ich hätte gern noch ein wenig was getestet. Aber im Büro habe ich dazu ohnehin weder Zeit noch Ruhe. Also habe ich mit meinem Chef gesprochen und ihn gefragt, ob er einverstanden sei, wenn ich am Nachmittag mit meinem Notebook Home-Office machen würde. Er hatte nichts dagegen, also fuhr ich heim.

Wer diesen Luxus selbst geniessen kann, wird wissen, wovon ich spreche, wenn ich behaupte, dass ein Arbeitstag daheim etwas Tolles ist: Man hat seine Ruhe, kann jederzeit mal schnell in die eigene Küche und sich bedienen, eine Pause auf der Terrasse im Garten machen und ist immer in der eigenen, vertrauten und privaten Umgebung. Trotz oder gerade wegen dieser Vorzüge war ich unglaublich produktiv und habe eine Menge geschafft. Und zum Feierabend ist man immer gleich daheim und steht nirgends um Stau. Das ist genial!

Bei einer Vollzeitbeschäftigung wäre ein Tag Heimarbeit pro Woche wirklich eine feine Sache. Das kann ich nur leider derzeit im Büro nicht durchsetzen. Dafür habe ich aber halt jeden zweiten Freitag frei, und man kann eben nicht alles haben. :)

Gestern Morgen hat dann leider mein dienstliches Notebook den Geist aufgegeben, damit war ich zwei Stunden lang im Büro arbeitsunfähig. Das Gute war, dass ich dadurch ein neues Gerät erhalten habe. :-) Allerdings blieb auch Einiges an Arbeit liegen. Aber Rosalie hat zurzeit auch sehr viel zu tun und ist oft spät zu Hause, da muss ich nicht auf die Uhr schauen, um pünktlich Feierabend zu machen. Ausserdem ist mittwochs im Dorf Training des Schützenvereins, und daher knallt es von 17:30 Uhr bis 20 Uhr ohne Pause. Wenn ich nicht gerade selber Krach machen und Rasen mähen will, ist das ziemlich lästig!

Es ist derzeit unglaublich schwül hier in der Region. Eigentlich möchte man gar nichts anziehen, aber das würde wohl doch ein wenig unangenehm auffallen. :-) Und da ich mich absolut nicht überwinden kann, in kurzen Hosen ins Büro zu gehen, muss ich hier halt schwitzen ...

Dienstag, 13. Juni 2017

Deutsche Gründlichkeit?

Gestern hätte bei mir auf Arbeit ein zweitägiges IT-Seminar beginnen sollen. Ich war zu früh und als erster Teilnehmer da und wurde vom Dozenten erst begrüsst und dann gleich angesprochen, ob ich denn vielleicht auch am Mittwoch Zeit hätte. Es würde ihm nicht gut gehen und er wolle das Seminar gern verschieben. Im Notfall könne er vielleicht zwei bis drei Stunden durchhalten, aber länger sicherlich nicht, ausserdem müsse er sicher immer wieder zur Toilette ...

Mir war es egal, mehrere Kollegen hatten allerdings schon andere Pläne für den Ausweichtag. Was nun? Der gute Mann (aus Deutschland kommend, keinen Dialekt verstehend) meinte, das wäre jetzt schwierig. Allerdings sei das Seminar ohnehin so ausgelegt, dass man es ganz ruhig angehen lassen könne und den Stoff vermutlich auch an einem Tag schaffen würde. Er, der Dozent, hätte sich eigentlich gedacht, dass wir am zweiten Tag mittags Schluss machen, dann auf seine Kosten noch schön essen gehen, danach vielleicht noch woanders ein Eis essen und dann Feierabend machen. Wie, was? Meinte der das ernst? Betretenes Schweigen im Raum ... Wir hatten doch zwei Tage eingeplant und eigentlich lt. Kursplan ein volles Programm!?

Aber nein, meinte der Dozent, er habe eine ganz andere Agenda als wir und da stünde nicht viel drauf! Nun war das Chaos komplett. Weder die Tage des Seminars noch die Inhalte waren noch klar. Nur das Mittagessen war fest eingeplant!

Inzwischen war mit all den Diskussionen mehr als eine Stunde vergangen (in der kein Toilettengang erforderlich war), und wir entschieden uns missmutig, die Runde aufzulösen, damit die Verwaltung sich um die Formalitäten kümmern konnte. Ein Kollege stellte aber noch die wahnwitzige Frage, auf welchem System denn die Schulung stattfinden würde. Daraufhin meinte der Experte, er hätte entsprechende Server in der Firma, die wir nutzen könnten.

Alle Alarmglocken schrillten. Server auswärts? Aus unserem Netz? Niemals! Der superschlaue Dozent blickte ungläubig drein, schnappte sich mein Notebook, um es gleich mal zu versuchen und festzustellen, dass wir leider Recht hatten. "Kein Problem", meinte er, es gäbe noch einen anderen Weg. Nur leider fiel ihm für diesen Weg weder die korrekte URL ein noch das Passwort für seinen Mailaccount, um danach zu suchen.

Wir haben also auch diesen Versuch abgebrochen, ich hab mir mein Notebook geschnappt und bin zurück ins Büro gelaufen. Heute früh um 8 Uhr starten wir einen neuen Versuch, falls der gute Mann aus Thüringen wieder fit ist, die URL zu seinem Server weiss und genug Ahnung hat, um die Themen, die uns eigentlich interessieren, auch innerhalb eines Tages rüber zu bringen.

Ich hab noch nie in meinem Leben eine so dilettantische Seminar-Vorbereitung erlebt und bin gespannt, ob wir den Tag durchhalten oder entnervt flüchten werden ...

Dienstag, 23. Mai 2017

Vorsicht, Gefahr!

Wenn man in einem Krankenhaus arbeitet, ist man zwangsläufig einer grösseren Gefahr, krank zu werden, ausgesetzt, als in vielen anderen Berufen. Ärgerlich wird es aber, wenn dies durch Unachtsamkeit der Angestellten geschieht.

Ich rede dabei nicht von Schwächen in der Hygiene, die es leider - aus verschiedenen Gründen - auch immer wieder gibt.

In diesem Fall war es schlicht und ergreifend eine Falschinformation, die mich einem unnötigen Risiko ausgesetzt hat. Es ging darum, dass ich auf der Notfallstation ein Notebook überprüfen musste. An der Tür stand allerdings ein Warnschild "Isolation, Tröpcheninfektion". Also habe ich die Tür geschlossen gelassen und wollte meinen Test verschieben. Aber die zuständige Schwester am Tresen meinte, ich könne ruhig hineingehen, die Patientin sei bereits seit zwei Stunden nicht mehr da.

Also haben mein Kollege und ich die Tür geöffnet - und wir standen mittendrin im Behandlungsraum mit Patientin und deren Partner mit Mundschutz. Also hurtig wieder raus da und die Tür geschlossen!

Die Schwester hat sich dann vielmals entschuldigt. Na toll. Mein Kollege hat gleich noch mit der Ärztin gesprochen, die ihm versichert hat, dass die Gefahr in diesem Fall gering sei und wir uns keine Sorgen machen müssten. Es gehe nur um eine Gastroenteritis ...

Nun ja, ich hoffe, ich liege dann nicht auch bald dort auf der Isolations-Station.

Freitag, 19. Mai 2017

Sollte ich weinen?

Der Virus mit dem ähnlich klingenden Namen, derzeit in aller Munde, geht auch bei mir im Büro nicht spurlos am Alltag vorbei. Mittwochmorgen gab es von der zentralen IT-Abteilung eine Anweisung, alle PC in bestimmten Bereichen innerhalb von 36 Stunden zu kontrollieren und, wenn nötig, umgehend Sicherungsmassnahmen durchzuführen.

Für mich bedeutete es, dass ich am Abend beinahe Blasen an den Füssen hatte. Mehr als 17000 Schritte habe ich auf dem riesigen Gelände zurücklegen müssen, um die betroffenen Geräte mit Updates zu versorgen. Manche PC brauchten mehrere Updates, Neustarts, Updates, Neustarts. Und zwischendrin Mitarbeitende, die nicht unterbrochen werden wollten in ihrer Arbeit und einen auf später vertrösteten.

Zwischen 8 und 15 Uhr war ich ohne Pause auf den Beinen zwischen den verschiedenen Gebäuden mit Fusswegen von teilweise fast 10 Minuten, nicht mal eine Mittagspause war drin. Erst um 15 Uhr habe ich mir einen Kaffee und ein Stück Schokolade gegönnt.

Zumindest habe ich wieder ein paar neue Büros kennen gelernt, meine Ortskunde auf dem Areal verbessert, und ich konnte meine Englisch-Kenntnisse anwenden.Wenn man sich mit Spaniern, Koreanern und Indern unterhält, fällt die eigene Unzulänglichkeit auch nicht so auf. ;)

Als kleine Belohnung für die Mühe gibt es heute Abend zunächst ein Bier vom Chef und dann werden die Reste eines Projekt-Budgets im Restaurant verprasst. Es wird also ein schöner Wochenabschluss.

Mittwoch, 10. Mai 2017

Feuerwehr-Einsatz

Das ist dann doch etwas anders als in der Behörde in Berlin, wo man lediglich mit verstaubten Akten hantiert ...

Hier kann es durchaus einmal vorkommen, dass ein PC in einer sterilen Zone ausfällt. Dann können wir hier in der Regel knobeln, wer die Umstände auf sich nimmt, denn das bedeutet: Umziehen. Klamotten aus und saubere OP-Kleidung an, inklusive Haube und ggf. sogar Mundschutz, je nach genauem Ort des Gerätes.

Diesmal traf es mich. Ich hatte die Ehre, mich verkleiden zu dürfen. Man beachte vor allem auch die schönen Schuhe, die habe ich mir in der Umkleide geliehen. :) Vor allem die Haube sieht total albern aus, aber das Bild erspare ich Euch.

Nun funktioniert wieder alles und ich kann zum Tagesprogramm übergehen. Als Erstes: Kaffee! :)