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Donnerstag, 18. Juli 2019

Die ganze Welt auf dem Notebook

Was für unsere Kinder ganz normal erscheint, ist für mich immer noch ein kleines Wunder: das Internet! Eine schier unerschöpfliche Quelle des Wissens, Mittel gegen Langeweile, virtueller Treffpunkt.

Ich bin in dem einen oder anderen technischen Forum aktiv, und hier zeigt sich in bester Weise, was Globalisierung bedeuten kann. Es ist schade, dass man oft nicht weiss, wo die Fragesteller herkommen, zumal hauptsächlich englisch geschrieben wird. Ich weiss aber, dass die Produkte, die in einer Community diskutiert werden, fast auf der ganzen Welt vertrieben werden, sodass ganz sicher Menschen von Canada bis Australien ihre Fragen und Probleme posten. Nur aus Neugier würde ich manchmal einfach gern wissen, wo sie zu Hause sind. Gestern habe ich durch Zufall gesehen, dass jemand aus Südafrika im Forum eine Frage gestellt hat. Und ich finde es genial, wenn dann irgend jemand auf der Welt (meist allerdings ich in diesem speziellen Forum) darauf antwortet.

Ganz ähnlich ist es ja auch mit der Blogwelt. Man "trifft" Menschen, lernt sie ein wenig kennen, begleitet sie über eine gewisse Zeit, verliert sich aus den Augen, trifft sich vielleicht wieder. Diese Blogwelt hat mir schliesslich Rosalie geschenkt. Und es ist auch schön, wenn man nach Jahren wieder von Menschen liest, die (zumindest im Netz) verschwunden waren, wie es gestern bei der Hoffenden der Fall war.

Es ist toll, dass es das Internet gibt, nicht nur zum schnellen Einkaufen oder zum Lesen der News. Und ich hoffe, dass es ein freies Medium bleibt, und political correctness und Kontrollwahn es nicht irgendwann kaputt machen.

Dienstag, 16. Juli 2019

Berufliche Zukunft

Gestern habe ich mein erstes schweizerisches Arbeitszeugnis bekommen. Und es ist wirklich gut geworden - damit kann man sich durchaus bewerben.

Und es gäbe im Umfeld von Rosalie auch eine Stelle, die interessant wäre. Knackpunkt ist die geforderte Mehrsprachigkeit. Aber davon abgesehen, sollte ich es sicherlich mal versuchen, vielleicht als "Testballon".

Dabei muss ich mir jedoch die Frage stellen, ob ich wirklich wieder von vorn anfangen will. Nach zweieinhalb Jahren kenne ich inzwischen die Leute hier, die Abläufe, das IT-Umfeld, habe ein gutes Netzwerk von Menschen, die für die Erledigung meiner Aufgaben "nützlich" sind. Das alles dauert immer seine Zeit und in einem neuen Job steht man stets erst einmal hilflos und orientierungslos herum. Will ich das noch einmal?

Allerdings ist völlig offen, wie es hier weitergeht und ob ich womöglich in ein paar Wochen bzw. Monaten auch eine ganze andere Aufgabe haben werde und mein Netzwerk damit "wertlos" würde. Auch die Bezahlung hier ist kein Argument, um zu bleiben, und die Karrierechancen sind nach den gescheiterten Bewerbungen b. a. w. auch gering. Es gibt also nicht viel, was mich hier hält.

Wenn ich mich wirklich noch verbessern möchte, bleibt mir wahrscheinlich mittelfristig keine andere Wahl.

Donnerstag, 11. Juli 2019

Schlimmer Verdacht

Rosalie war schon immer eine kleine Miss Marple und gibt keine Ruhe, bis sie Dingen auf den Grund gehen konnte und Antworten findet.

In diesem traurigen Fall geht es um unser Weisspfötchen. Als sie, gemeinsam mit der Nachbarin, den kleinen Kerl im hohen Gras auf dem Feld fand, sind Beide davon ausgegangen, dass sie einen herausstehenden Knochen gesehen haben.

Rosalie hat das aber keine Ruhe gelassen und so schickte sie die beiden Fotos, die sie vom Fundort machte, an den Tierarzt und das Tierheim. Gestern Abend fühlte ich mich dann auch stark genug, mir die Fotos ebenfalls anzuschauen. Und leider ist es ziemlich wahrscheinlich, dass es sich nicht um einen Knochen, sondern ein Stück Holz handelt, das in der Hüfte steckt. Der Tierarzt bestätigte diesen Verdacht ebenfalls.

Nun ist die Frage, wie das Holz, das durchaus von einem Pfeil stammen könnte, dorthin kommen konnte, und wie tief es im Körper steckte. Die Tierärztin meinte, es könnte vielleicht von einem Klettermanöver stammen. Dagegen spricht, dass es offenbar von hinten eingedrungen ist. Die Katze müsste also rücklings irgendwo herunter gefallen sein, um sich so aufzuspiessen. Das ist doch recht unwahrscheinlich.

Auch der Fundort ist seltsam. Es sieht aus, als hätte jemand die Katze dort im hohen Gras abgelegt. Ich erspare Euch die traurigen Fotos ...

Was ist also wirklich passiert - haben wir vielleicht einen Katzenhasser im Dorf? Merkwürdig ist auch, dass in den letzten vier Wochen mindestens zwei weitere Katzen spurlos verschwunden sind (wir wissen davon durch die Tiermeldezentrale im Internet). Ausserdem vermissen wir mehrere Katzen, die sonst immer nachts ums Haus schlichen. Seit ein paar Tagen ist nachts quasi nichts zu sehen, wo sonst ein reges Treiben herrschte.

Und einer der Kater, die bei uns wohnen, hat zwei Verletzungen auf der Unterseite des Oberkörpers, ebenfalls vom Wochenende. Dort fehlt jetzt das Fell,es scheint ihm weh zu tun und schwillt an, sodass Rosalie beschlossen hat, mit ihm zum Tierarzt zu gehen.

Das ist alles sehr eigenartig. Es kann eine Häufung von Zufällen sein, aber es könnte auch etwas Bösartiges dahinter stecken. Wir überlegen daher, Anzeige gegen unbekannt zu erstatten. Rosalie ärgert sich, dass sie das Weisspfötchen nicht genauer untersucht hat. Aber ich habe ihr abgeraten, den armen Kerl jetzt noch einmal auszugraben. Er soll seine Ruhe geniessen, und wer weiss, ob es etwas bringen würde.

Wir sind nun besorgt wegen der anderen Tiere. Was, wenn da draussen wirklich ein Irrer herum rennt? Wie soll man seine Katzen schützen?

Mittwoch, 10. Juli 2019

Was nun?

Auf Arbeit weiss niemand, wie es weiter geht. Das Einzige, was deutlich zu erkennen ist: Chaos. Am Montag hatten wir unseren Team-Abschiedsabend. Wir haben quasi die Klassenkasse geplündert und waren nett essen. Das war gut. Auf Grund der Reorg wird es uns in Kürze in dieser Form nicht mehr geben. Einige sind schon weg, weitere werden folgen. Diejenigen, die im neuen Kader Jobs bekommen haben, stöhnen, weil es derzeit noch nicht einmal ein Büro für sie gibt! Was für eine peinliche Vorstellung. Darüber hinaus war man wohl der Meinung, erst mal Kaderstellen zu schaffen und sich erst danach zu überlegen, wie die Verantwortlichkeiten aussehen werden. So nervt sich mein ehemaliger Chef, dass er mit Dingen bombardiert wird, für die er seiner Meinung nach gar nicht zuständig wäre ...

Das Gute ist: Das bleibt mir erspart. Aber es ist völlig offen, was aus mir hier werden wird. Die Zwischenzeugnisse sind wohl so gut wie fertig. Wenn ich meines in der Hand habe, werde ich mich mal "draussen" umsehen. Vielleicht bietet sich irgendwo eine neue Chance, bevor ich hier verheizt werde.

Stillstand auch bei Rosalies Scheidung. Der Richter muss aktuell entscheiden, ob das ganze Verfahren bis zur Klärung durch die Staatsanwaltschaft ausgesetzt wird oder nicht. Ihr Ex ist natürlich dagegen, wir dafür - denn ohne den Vermögenswert von ihm zu kennen, macht eine Scheidungsverhandlung wenig Sinn. Ob es dazu vor den Gerichtsferien noch etwas zu lesen geben wird, muss man abwarten.

Gestern Abend haben wir unter Tränen unser Weisspfötchen beerdigt. Abgesehen von der traurigen Situation war es ziemlich unangenehm, denn der Geruch des Kadavers war schon ziemlich stark, selbst durch die Masken, die wir dabei trugen. Nun hat der arme kleine Kobold seine letzte Ruhe dort gefunden, wo er in den letzten Monaten so gern gewesen ist - bei uns im Garten. Es fehlt nur noch ein schöner Stein mit seinem Namen. Die Stimmung und das Verhalten der Katzen sind immer noch spürbar verändert. Ich bin gespannt, ob das so bleiben wird oder sich wieder "normalisiert". Jedenfalls wird der Futterverbrauch nun deutlich zurück gehen ohne den süssen Racker ...

Noch gut ein Monat, dann wird mein Papa uns besuchen. Der Gedanke, dass dies mit ziemlicher Sicherheit das letzte Mal sein wird, macht mich auch nachdenklich. Auf der anderen Seite bin ich froh, dass es ihn noch gibt. Schliesslich wird er schon 79, ein Alter, das Rosalies Vater längst nicht erreicht hat. Wir werden ihm hier in der Schweiz noch drei schöne Tage bereiten, an die er sich dann noch lange erinnern kann.

Mittwoch, 3. Juli 2019

Gedanken übers Alter

Heute Morgen sprach ich mit einem portugiesischen Kollegen von der Putzkolonne. Er ist seit fast 40 Jahren in der Schweiz und möchte in drei Jahren, wenn er 62 wird, in Pension gehen. Dann wird er zurück kehren in sein Heimatland und an der Algarve die Rente geniessen.

Ein schöner Plan. So etwas schwebt uns genauso vor, wenn auch bisher nur in der Phantasie. Fakt ist: Sollte ich aus irgendwelchen Gründen allein sein, wenn mein Rentenalter erreicht ist, würde ich die Schweiz verlassen müssen, da die deutsche Rente und das Bisschen, was ich hier erarbeitet haben werde, nicht ausreichen, um meinen Lebensunterhalt in der teuren Schweiz sichern zu können.

Das wäre der schlimmste Fall. Ansonsten, mit unseren beiden Einkommen, werden wir schon über die Runden kommen, wenn auch nicht in Saus und Braus. Aber brauchen wir das grosse Haus dann noch, wird es uns vielleicht sogar bald zu viel? Vielleicht reicht dann eine kleine Wohnung in der Stadt, und wir verbringen den Winter in Florida und den Sommer an meiner geliebten Ostsee?

Ein schöner Traum. Aber ja - geniessen wir erst einmal den Moment, erfreuen uns am schönen Garten, den Katzen, dem einen oder anderen Urlaub, irgendwann auch mal wieder in Florida. Und wenn die Zeit reif ist, werden wir sicherlich die richtigen Entscheidungen treffen.


Dienstag, 2. Juli 2019

Schreibt doch ein Buch!

Wenn wir jemandem von den Ereignissen der letzten sechs Jahre erzählen, hören wir immer wieder, dass wir gut und gern ein Buch schreiben könnten und sollten. In der Tat hätten wir jede Menge Stoff dafür und müssten uns gar nichts ausdenken: Unser Kennenlernen im Blog, die erste Begegnung in der Schweiz, unsere Krise ein paar Wochen später, das Wiedersehen, meine leidige Jobsuche und die Pendelei, der Hauskauf, die Mängel und die Klage gegen die Verkäufer, die Mietnomadin, die Klage gegen die Spekulanten auf der anderen Strassenseite, und  nicht zu vergessen die unendliche Geschichte der Scheidung bei Rosalie.

Aber so ein Buch ist eben etwas Anderes als ein paar Posts im Internet. Es braucht Struktur, einen erkennbaren Faden, einen Spannungsbogen. Bücher gibt es viele, gut sind aber längst nicht alle. Und ein Buch, das niemand liest, muss man eigentlich auch nicht schreiben.

Ausserdem braucht es viel Zeit, und die ist derzeit auch noch Mangelware. In den letzten Wochen ist es zwar ein wenig ruhiger geworden, doch die Baustellen haben wohl nur Sommerpause und es ist längst nicht ausgestanden. Früher oder später werden wir uns damit wieder beschäftigen müssen.

Aber wer weiss - wenn das alles überstanden ist, können wir ja mal über das Projekt nachdenken. Mit der guten Mischung von Rosalies Perfektion und meinem pragmatischen Ansatz ist alles möglich.

Montag, 24. Juni 2019

Ein Sonntag in Paris

Wusstet Ihr, dass man innerhalb weniger Minuten ganz einfach an einen weit entfernten Ort gelangen kann? Und es ist ganz einfach. Ich hab es gestern wieder mal ausprobiert:

Gegen 11 Uhr habe ich mich gemütlich auf den Korbstuhl unter unseren Linden im Garten gesetzt, ein Glas Wasser auf den Tisch gestellt, mein neuestes Buch aufgeschlagen - und kurz danach fand ich mich mitten in Paris wieder.

Meine "alte" Freundin E. hat mir zum Geburtstag den aktuellen Roman von Nicolas Barreau geschenkt. Ich hab alle Bücher von ihm gelesen, dies ist aber das erste gedruckte, das ich besitze. Die anderen Romane habe ich "nur" elektronisch gelesen. Und es fühlte sich gut an, mal wieder ein richtiges Buch in den Händen zu halten!

Eigentlich sind die Geschichten von Nicolas Barreau ja eher etwas für Frauen - romantische Liebesgeschichten, immer mit einem guten Ende, das man meist schon nach rund fünfzig Seiten erahnen kann. So richtig etwas für die Seele. Aber die Leichtigkeit, mit der er schreibt, die kleinen Details, in denen man sich immer mal selbst wieder findet, weil man sie ganz ähnlich erlebt hat - das fasziniert mich und führt dazu, dass ich das Buch kaum mehr aus den Händen legen kann, wenn ich einmal angefangen habe.

Und so waren die gut 300 Seiten kurz nach 17 Uhr durchgelesen und ich fand mich wieder neben meinem Schatz in unserem Garten unter den Linden.

Es war ein schöner Ausflug, fernab von den Sorgen, die uns zurzeit umtreiben, an einem schönen Sommertag in unserem gemütlichen Garten.

Donnerstag, 20. Juni 2019

Eine Farce?

Ich muss nochmals auf das Interview - in gut einer Stunde beginnt es - zu sprechen kommen. Beim Kick-off hiess es grossspurig, dass man offen, ehrlich und konstruktiv seine Meinung sagen solle, schliesslich würden alle Daten anonymisiert, sodass ausser dem Interviewer und der jeweiligen Person niemand wüsste, wer was gesagt hat. Und es wäre DIE Chance, um etwas zu bewegen.

Nun sah ich gestern zufällig in der elektronischen Einladung, dass noch zwei weitere Personen teilnehmen sollten, und zwar aus dem Bereich, mit dem wir später zusammengeführt werden sollen. Einer davon sogar Qualitäts-Manager. Angeblich würde es darum gehen, dass die Beiden Erfahrungen sammeln sollen, um später diese Interviews selbst führen zu können.

Ja, wie? Der Fragenkatalog steht fest, die Antworten sind immer individuell - und ein Qualitäts-Manager ist nicht in der Lage, so ein Gespräch ohne vorherige Anleitung zu führen? Und überhaupt: Wo bleibt denn die Anonymität, wenn mir drei Personen gegenübersitzen, von denen zwei auch noch da arbeiten, wo wir später auch tätig sein werden??

Ich hab sofort bei meinem Chef interveniert, und der war auch ganz auf meiner Seite. Obwohl der Chef-Chef das erwartungsgemäss anders sah, hatte der externe Interviewer Verständnis für meine Bedenken, und so soll unser Gespräch heute nun doch unter vier Augen stattfinden.

Einmal mehr stelle ich leider fest, dass dieser ganze Prozess hier mehr als laienhaft organisiert und durchgeführt wird. Und vielleicht sollte ich froh sein, nicht in diesen "Kader" aufgenommen worden zu sein ...

Donnerstag, 13. Juni 2019

Mehr als ein Jahrhundert

Wir befinden uns gerade in der jährlichen Juni-Feierwoche, und daher haben Rosalie und ich beschlossen, drei Tage Urlaub zu nehmen und uns ein gemütliches langes Wochenende zu machen. Wir sind ja schliesslich nicht mehr die Jüngsten mit 103 Jahren Erfahrung.

Vorgestern sprach ich im Auto mit Rosalies Sohn, und der meinte, man wäre ja sooo alt mit über 50. Stimmt, das dachte ich damals mit 18 Jahren auch. Eigentlich war es fast unvorstellbar, überhaupt jemals dieses biblische Alter zu erreichen, und wie würde sich das wohl anfühlen?

Bis auf die Erfahrungen und Zipperlein, die man mit sich herum schleppt, fühlt es sich eigentlich kaum anders an als mit 18. Gut, man freut sich heute nicht mehr so auf den Geburtstag, es ist mehr oder weniger ein Tag wie jeder andere, wenn man nicht gerade ein wenig feiert. Aber ich fühle mich nicht so alt, wie ich bin, und ich sehe wohl auch nicht ganz so alt aus. Also muss ich auch nicht in tiefe Depression verfallen, auch wenn längst die "5" am Anfang steht.

Und so werden wir die paar Tage geniessen, auch wenn wieder eine Kerze mehr auf der Torte auszupusten ist.


Dienstag, 11. Juni 2019

Wenn der Mensch Gott spielt

Nein, ich meine jetzt nicht den Ex von Rosalie, auch wenn der genau so tut und der Meinung ist, er sei der Nabel der Welt und alles, was er sagt, sei Gesetz. Stellt Euch vor, Ihr habt gemeinam mit einem Freund ein Konto. Jeder zahlt 5000 Euro ein, um es bei Bedarf für irgend etwas einsetzen zu können. Nun möchtet Ihr das Konto auflösen und Euer Freund sagt Euch, dass er leider alles ausgegeben habe und Euch nur noch 2000 Euro geben könne, weil er mehr nicht habe. Würdet Ihr Euch darauf einlassen und auf den Rest einfach verzichten, weil der Freund es rücksichtlos für sich verprasst hat und es nicht mehr beschaffen kann?

Genau das verlangt Rosalies Ex derzeit (nur in anderen Dimensionen) ...

Aber das nur am Rande. Eigentlich geht es mir um Manx. Das ist eine schon sehr alte Katzenrasse, die durch Inzucht entstanden ist und einen Gendefekt aufweist, der u. a. dafür sorgt, dass diese Tiere keinen Schwanz haben.

So ein armseliges Geschöpf besucht uns jetzt täglich, holt sich ein paar offenbar dringend benötigte Streicheleinheiten ab und geht dann wieder. Diese Tiere sind bemitleidenswert. Sie werden so gezüchtet, dass nicht nur der Schwanz fehlt, sondern sie auch durch den Körperbau so hoppeln wie Kaninchen. Diese Zucht bringt es ausserdem mit sich, dass viele weitere Schäden auftauchen können. So hat dieses Exemplar offenbar einen Enddarm-Prolaps, was nicht schön aussieht und vermutlich auch schmerzhaft sein dürfte.

Wenn der kleine Kerl vor der Klappe steht und mich sieht, stürmt er herein, wirft sich auf den Boden und schnurrt vor Begeisterung. Mit dem süssen Kater, der von der Natur sehr benachteiligt wurde, muss man einfach Mitleid haben. Ich hab beim Katzengott schon darum gebeten, dass er im nächsten Leben eine normale Katze wird, damit er so richtig toben und vor allem auch klettern kann, wie sich das gehört!


In Deutschland ist die Zucht dieser Rasse wegen Qualzucht inzwischen verboten. In der Schweiz wohl nicht, aber es gibt offenbar so gut wie keine Nachfrage nach Manx, was schon mal gut ist. Aber in England und Skandinavien ist diese Rasse wohl noch recht verbreitet. Mir ist ein Rätsel, wie man so entstellte Tiere schön finden kann.


Donnerstag, 6. Juni 2019

Gemütlicher Morgen

Heute lass ich nichts mehr anbrennen! Nachdem gestern gut zwei Stunden vor dem Beginn "überraschend" die Kick-Off - Veranstaltung abgesagt und auf nächsten Dienstag verschoben wurde, habe ich beschlossen, heute keine Bäume mehr auszureissen, zumal wir hier im Büro nur noch zu zweit sind (von sechs). Und am Morgen bin ich ganz allein, also läuft das Radio, der Kaffee steht auf dem Tisch - und ich schreibe ein Post. :-)

Derzeit kann ich das ganze Affentheater hier wirklich nicht ernst nehmen, und vielleicht ist das ja genau die richtige Einstellung. Ausserdem ist für mich heute schon Freitag, denn morgen ist mein freier Tag und damit wartet ein ganz langes Wochenende!

Schöne und gemütliche Pfingsten!

Dienstag, 30. April 2019

Die Spannung steigt

Nun wird es langsam ernst. Ich hatte mich ja auf drei Stellen beworben. Nach dem Gespräch letzte Woche hatte ich gestern ein weiteres für eine der Stellen.

Wie sich recht schnell zeigte, wäre diese Stelle nicht unbedingt etwas für mich, sie ist zu theoretisch und weit weg vom Kunden. Und dabei wäre genau DAS meine Stärke. Das hat auch der Mensch, dem ich gegenüber sass, erkannt, und gleich gefragt, ob ich mich denn auch beim Service Desk beworben hätte - dafür wäre ich doch DER Kandidat schlechthin. Ja, habe ich, nur hat der Verantwortliche dort sich noch nicht gemeldet.

Nun ist der allerdings erst seit gestern aus dem Urlaub zurück und vermutlich erst dabei, die Unterlagen zu sichten. Es könnte also sein, dass ich dort noch eine Einladung erhalte.

Wie dem auch sei: Heute läuft die Bewerbungsfrist ab, und morgen sitzen wohl alle Chefs beisammen und wollen gemeinsam einen Blick auf die Kandidaten für die Stellen werfen, um zu sehen, wer für welche Stelle mit welcher Priorität am besten geeignet wäre. Ich finde das eine gute Idee, denn es wäre schade und Verschwendung, wenn man Bewerber auf Stellen setzt, die vielleicht nur deren zweite Wahl war, nur weil man sich nicht abgesprochen hat.

Der Herr von gestern war jedenfalls begeistert von mir und wollte morgen schauen, ob und welche Möglichkeiten es gibt, und sich dann wieder melden. Er meinte, er wäre froh um jeden, der so viel Aktivität zeige wie ich. Es gäbe nämlich, zumindest in seinem Bereich, sehr wenige Bewerbungen, weil viele aus der IT nicht bereit seien für Veränderungen und lieber abwarten wollten.

Soll mir recht sein. Ich überlege derzeit, was ich machen würde, sollte ich mich zwischen zwei oder mehr Stellen entscheiden müssen, auf die ich mich beworben habe. Die von gestern wäre sicher meine letzte Wahl, aber die anderen beiden sind zumindest von den Aufgaben her beide spannend.

Aber es lohnt sich wohl erst, darüber nachzudenken, wenn es ernst wird. Bis jetzt habe ich noch gar nichts ...

Montag, 25. März 2019

Die lieben Kollegen (57) - Zwei anstrengende Wochen

Der junge Kollege im Team steigt heute Morgen in den Flieger Richtung Philippinen (seine Heimat), und damit werde ich nun zwei Wochen mit dem neuen Mann bei uns allein den Betrieb am Laufen halten müssen. Ich werde ihm die eine oder andere Gelegenheit geben, sein Können unter Beweis zu stellen.

Gleich heute wird er damit anfangen und Anforderungen für eine gewünschte Software bei einem Termin mit einer Managerin aufnehmen. Da ich mit der "gut kann", werde ich im Anschluss mal beiläufig fragen, wie er sich geschlagen hat. Schliesslich befindet er sich in der Probezeit, und jetzt wäre noch Gelgenheit, darüber nachzudenken, ob er bleiben kann oder nicht. Und auch wenn ich das natürlich nicht zu entscheiden habe, kann ich zumindest dem Chef meine Eindrücke mitteilen, bevor der Arbeitsvertrag dann unbefristet wird.

Offenbar nimmt die Reorg ein wenig Fahrt auf. Ende letzter Woche erhielten wir zwei Einladungen zu Info-Veranstaltungen. Bei der ersten geht es ums Grosse und Ganze, aber die zweite könnte interessant werden. Hier sollen neue Stellen beschrieben werden, auf die man sich dann unmittelbar danach bewerben kann. Ich hab keine Ahnung, worum genau es sich dabei handeln wird, aber sollte mich etwas interessieren, werde ich in jedem Fall meine Fühler ausstrecken. Auch wenn mir die Arbeit hier Spass macht und auch verbal gewertschätzt wird, hätte ich nichts dagegen, dies auch auf dem Konto zu sehen. Da ich auf meiner jetzigen Stelle wohl bis zum Sanktnimmerleinstag auf mehr Lohn warten kann, muss ich einen Wechsel in Betracht ziehen. Das würde meinem Chef ganz sicher nicht gefallen, ist mir aber egal. So, wie er seinen Busenfreund an jeder Stelle bevorzugt und ihm einen Aufstieg nach dem anderen zuschustert, muss er sich nicht wundern, wenn der Rest des Teams flüchtet. Da hilft auch kein einmaliger 100-Franken-Gutschein für Kinobesuche oder einen Elektronik-Markt.

Ich bin also sehr gespannt auf den 2. April. Aber nun muss ich erst einmal diese 50-Stunden-Woche überstehen.INC1081282

Mittwoch, 20. März 2019

Jeden Morgen eine Jungfrau

Heute Morgen hörte ich im Radio, es sei der Tag des Glücks. Und natürlich ging es in diesem Zusammenhang auch um die Frage, was denn glücklich machen würde.

Während ich zuhörte, tauchte prompt eine mögliche Antwort am Horizont auf: Wenn es, wie jetzt wieder, morgens schon hell ist auf dem Weg zur Arbeit, eröffnet sich mir bei schönem Wetter aus dem Auto heraus ein beeindruckender Blick auf Eiger, Mönch und - Jungfrau! Auch nach zweieinhalb Jahren ist dieses Panorama noch immer etwas Besonderes und ich lächle in mich hinein, sobald ich diese atemberaubende Kulisse erblicke.

Wenn ich dann noch eine grüne Welle bis zum Parkplatz habe und die Kaffeemaschine im Büro funktioniert, ist das Glück am Morgen schon perfekt! :-)

Der Blick auf die Wettervorhersage macht auch gerade glücklich. Sonniges Frühlingswetter bis zum Sonntag soll es geben. Und da ich den Rest der Woche frei habe, kann ich das auch ganz ausgiebig geniessen, wenn auch leider vorerst ohne Rosalie, die morgen arbeiten muss.

Es braucht nicht immer die grossen Momente, um glücklich zu sein. Die kurzen Augenblicke können die gleichen Gefühle erzeugen und lassen einen beschwingt den Alltag meistern.

In diesem Sinne: Euch allen einen glücklichen Tag!

Freitag, 8. März 2019

Mir graut

Vor einigen Wochen habe ich schon mal meine Bedenken geäussert, als ich erfuhr, dass mein Papa sich ein nagelneues Auto bestellt hat - mit fast 79 Jahren.

Nun hat er mir gestern ein Bild geschickt von dem neuen Wagen. Und ich bin ein weiteres Mal erschrocken. Wenn ich mir vorstelle, wie er mit seinem Rollator und unsicheren Schrittes zum Auto läuft, mit Mühe und Not und viel Geduld einsteigt, während seine Frau den Rollator im Auto verstaut, und dann mit diesem Geschoss wegfährt - das kann man nur für einen schlechten Scherz halten ...

Jede Menge neuer Technik, ein riesiges Display, das wunderbar ablenkt, ein Frontspoiler fast bis zum Boden. Wie lange geht das gut, bis der erste Schaden entsteht??

Hier in der Schweiz muss man im Alter alle zwei Jahren die Fahrtüchtigkeit unter Beweis stellen. Ich finde das absolut richtig, auch wenn es mich damit auch eines Tages erwischen wird. Aber man gefährdet sich halt nicht nur selbst, sondern stellt auch ein erhöhtes Risiko für seine Umwelt dar. Und das kann man selbst nun mal nicht objektiv einschätzen. Mein Opa fuhr damals mit 85 nur noch auf der Mittellinie, bis er nach einem Fast-Unfall endlich den Führerschein zurück gab. Mein Papa hat erst vor ein paar Wochen eine Beule in das alte Auto gefahren, weil er einen Pfeiler übersah. Was kommt als nächstes, weil er vielleicht gerade auf das tolle Display geschaut hat??

Und hier ist das gute Stück, das nächsten Mittwoch auf die Strasse entlassen wird (zum Teil noch mit Folie abgeklebt):






Dienstag, 5. März 2019

Die lieben Kollegen (55) - Er ist da!

Am Freitag war sein erster Arbeitstag, gestern haben wir den ersten Bürotag gemeinsam verbracht. Die ersten Tage mit einem Neuen sind erfahrungsgemäss besonders anstrengend, da man viel zeigen, jeden Schritt erklären und beschreiben muss.

Und wie ist mein erster Eindruck? Er wirkt aufgeschlossen, interessiert, selbstbewusst, leider etwas laut (vor allem sein Lachen). Ansonsten kann ich nach rund acht Stunden natürlich noch nicht viel sagen. Ich hoffe erst einmal, dass er sich gut einlebt und ins Team integrieren kann. Das Fachliche kommt dann schon mit der Zeit, dafür braucht man einfach Geduld. Da er nur 80 Prozent arbeitet, hat er jeden Donnerstag frei und ich habe dann meine Ruhe. Und da ich jeden zweiten Freitag weg bin, sehen wir uns teilweise nur drei Tage pro Woche.

Er ist ein Jahr früher zur Welt gekommen als ich, damit bin ich nun nicht mehr der Senior im Büro. Trotzdem habe ich inzwischen die meiste Erfahrung innerhalb des Betriebsteams und muss für die meisten Anfragen herhalten. Das ging schnell, da ich ja nun gerade mal rund zweieinhalb Jahre hier bin.

Ob der andere Kollege nun tatsächlich schon wieder kündigen wird, ist völlig offen. Er ist ein sehr sprunghafter Mensch, behauptet heute, er würde dann nach Zürich ziehen, schaut sich aber am nächsten Tag Wohnungen hier vor Ort an .... Also mal abwarten, ob er wirklich die neue Stelle bekommt und zusagt. Da er sich recht positiv entwickelt, wäre es gut, wenn er bleiben würde, zumal es mit gleich zwei neuen Kollegen erst recht anstrengend für mich werden würde.

Aber nun kümmere ich mich erst mal um den aktuell neuen Kollegen. Los geht's!

Dienstag, 19. Februar 2019

Wie lange noch?

Diese Frage kann einem (zum Glück?) niemand beantworten. Zumindest nicht, wenn es um den Tod geht. Ich arbeite in einem Krankenhaus, und hier wird man zwar nicht täglich mit dem Thema konfrontiert, aber auf dem Weg zum Pausenraum muss ich am "Raum der Stille" vorbei, und dort sehe ich durchaus immer mal Menschen hineingehen oder fassungslos heraus kommen.

Warum ich jetzt darüber schreibe? Gestern habe ich mal wieder meine Chat-Liste auf WA durchgescrollt, um zu schauen, wer neue Profilbilder gespeicher hat. Dabei bin ich an einem Chat ohne Bild hängen geblieben - es war der Chat mit meinem langjährigen Bekannten aus Berlin, der im November 2017 so plötzlich verstorben ist. Und wieder bekam ich eine Gänsehaut, als ich die letzten Zeilen las, die wir ein paar Tage zuvor noch ausgetauscht hatten. Damals war er nach langer Ehe recht frisch getrennt und nun gerade dabei, sich aufzurappeln. Sogar einen Besuch bei uns in der Schweiz hatte er geplant.

Daraus wurde nichts mehr. Kurz vor seiner Pensionierung war es vorbei ... Wie ich schon früher hier schrieb, hatten wir nie ein besonders enges Verhältnis, und doch gehörte er irgendwie dazu, wenn ich an Berlin, mein Umfeld, meine Vergangenheit und Gegenwart dachte. Wir trafen uns damals etwa alle acht Wochen, und nach meinem Umzug was es quasi "Pflicht", einen Abend für ein gemeinsames Essen zu reservieren, wann immer ich in Berlin war.

Erstaunt bin ich, dass mich das so beschäftigt. Vermutlich liegt es daran, dass er der erste Mensch aus meinem Bekanntenkreis ist, der "in etwa" so alt ist wie ich, mich viele Jahre lang begleitet hat, und der nun schon gehen musste. Und dann so ganz ohne Vorwarnung.

Es kann eben leider ganz schnell gehen. Also lassen wir die Zeit nicht sinnlos dahin ziehen. Und wann immer es möglich ist, erfüllen wir uns den einen oder anderen kleinen Wunsch.

Bevor es zu spät ist.

Donnerstag, 14. Februar 2019

Auf ins siebte Jahr!

Nein, ich werde das Wort "verflixt" nicht benutzen. Es gibt ja genügend Beispiele, die dieses Klischee Lügen strafen.

Am 13. Februar 2013 habe ich Rosalie zum ersten Mal getroffen. Darüber hab ich im alten Blog ja seinerzeit ausgiebig berichtet. Seit dem ist wahnsinnig viel passiert, wobei mein Umzug in die Schweiz dabei für mich sicherlich das bedeutendste Ereignis war.

Mit diesem Umzug hat sich auch unsere Beziehung ein wenig verändert. In den ersten Jahren war sie vor allem von der Sehnsucht geprägt, endlich wieder zusammen sein zu können und die Tage zwischen den Wochenenden möglichst schnell vergehen zu lassen.

Diese Sehnsucht braucht es nun nicht mehr - wir verbringen jeden Tag miteinander. Das Thema Beziehungsalltag kennt sicherlich jeder, der schon in einer längeren Beziehung gelebt hat. Wenn man nicht aufpasst, läuft man Gefahr, dass sie sich abnutzt.

Unsere grossen Sorgen (Mängel am Haus, Klage gegen Bauprojekte gegenüber, Scheidung) haben von Anfang an viel Energie und Zeit gefressen. Ich denke, die Gefahr dabei ist, dass man in einen Strudel gerät, und dieser stressige Alltag die Zweisamkeit mit der Zeit immer mehr verdrängt: Wochenenden und halbe Nächte gehörten dem Aktenstudium und dem Schreiben von Stellungnahmen, dazwischen der tägliche Ärger über immer neue Anwaltsschreiben und -rechnungen, Stress mit den Kindern, Sorgen um den Arbeitsplatz.

Die grosse Kunst dabei ist, sich davon nicht zu sehr beinflussen zu lassen und der Partnerschaft trotz allem genug Raum zu geben. Neben Vertrauen, Sensibilität und Kraft bedarf es auch einer Portion Achtsamkeit, sich selbst und dem Anderen gegenüber. Es geht nicht darum, wie Kletten aneinander zu kleben, sondern die Nähe immer wieder neu zu erobern und das Glück zu spüren, sich gefunden zu haben, reden und zuhören zu können und den Augenblick zu geniessen.

Das Wissen darum ist das eine, die Umsetzung das andere.

Gleich heute gönnen wir uns solche Momente. Schliesslich starten wir nachher zu unserem Kurz-Tripp nach Berlin. Also - bis nächste Woche!


Montag, 11. Februar 2019

Heile Welt

Wir sind derzeit dabei, unsere Urlaubspläne abzuklopfen. Ausserdem drängelt der Ex und möchte wissen, ob Rosalie seinem Vorschlag zustimmt: Kinder im Frühling bei uns und im Herbst bei ihm. Nun hatten wir ja eigentlich geplant, im Oktober mit beiden Kindern vielleicht, eventuell, nach Florida ...

Während die Tochter sofort Zustimmung signalisierte, war der Sohn unentschlossen. Da wir nun eine Entscheidung brauchten, haben wir gestern mit Beiden gesprochen. Die Tochter war weiterhin Feuer und Flamme, aber Sohnemann hat keine Lust auf Familienurlaub. Das eigentlich Interessante dabei war aber die Begründung ...

Seit Rosalies Ex eine neue Freundin hat, haben wir immer das Gefühl, sie sei ein Statussymbol für ihn und er stellt sie überall auffällig zur Schau. Als das Verhältnis zu Rosalie noch besser war, sind wir mal an einem Fest bei ihm gewesen. Damals kannten sich die Beiden rund ein halbes Jahr. Was uns sehr irritierte, waren die Fotos, die während der Party in Dauerschleife auf dem TV zu sehen waren: Vorwiegend (Zungen-)Kuss-Selfies der Beiden. Wie bei Teenagern! Und auch das Verhalten des Pärchens wirkte wie ein überzeichnetes Zur-Schau-Stellen des neuen Lebens und der Glückseligkeit. Rosalie fiel ausserdem auf, dass der Ex in Gegenwart seiner Neuen eine Rolle zu spielen schien und gar nicht er selbst war und ständig auf dem Sprung, ihr alles recht zu machen.

Nun sind das natürlich sehr subjektive Beobachtungen aus einer ganz speziellen Sichtweise. Aber genau diese Feststellungen bestätigte uns gestern ganz ungefragt Rosalies Sohn. Man war ja im vorletzten Jahr gemeinsam auf Hawaii: der Ex mit seinen beiden Kindern, die neue Freundin mit ihrer Tochter (alles grosszügigerweise vom Ex bezahlt ...). Und es war offenbar alles sooo (gespielt) harmonisch, das so tolle neue Leben wurde in jeder Sekunde betont, die neue Super-Familie gepriesen, es gab eine WA-Gruppe "Family-Team", dazu die Hektik von sieben Flügen in drei Wochen, Jetlag, täglich jede Menge Aktivitäten ... Das war dem Sohnemann offenbar zu viel.

Er mag darum keinen Familienurlaub mehr, hat aber betont, dass das nichts mit uns zu tun habe, sondern er einfach für sich sein möchte. Das müssen wir natürlich akzeptieren, stellt uns aber vor Probleme. Wir hatten angedacht, in unseren Lieblingshotel zwei Zimmer zu buchen, eines für die Kinder und eines für uns. Wenn nur die Tochter mitkommt, ist das blöd, und ein Zimmer zu dritt wäre auch keine Lösung, denn der Urlaub ist der Moment, in dem wir auch mal wirklich Zeit für uns haben (wollen) ...

Davon abgesehen ist völlig offen, wie viel Geld die Scheidung noch verschlingen wird. Es mag daher ratsam sein, kleine Brötchen zu backen und die schönen Pläne auf ein anderes Jahr zu verschieben. Das wäre zwar bitter, aber rational vielleicht eine sinnvolle Entscheidung.


Donnerstag, 7. Februar 2019

Wunder der Technik

Ich muss schon sagen, dass ich bei genauerer Überlegung selbst als IT-Mensch doch immer wieder mal fasziniert bin, was Technik heutzutage so kann. Gerade bei uns daheim auf dem Land - und verglichen mit Deutschland! Vor unserem Haus wurde ein dünnes Drähtchen in 5m Höhe quer über die Strasse zum nächsten Mast gespannt, und mit diesem schwarzen Kabel bin ich nun in der Lage, mir Live-Bilder von Key West anzschauen, binnen Millisekunden Millionen von Musikstücken abzurufen, meinen Papa nicht nur zu hören, sondern auch zu sehen und Briefe in nullkommanichts in die ganze Welt zu senden. Ist das nicht eigentlich unvorstellbar?

Begeistert bin ich dabei tatsächlich vom Ausbaustandard hier in der Schweiz. Wenn ich meinen Papa sehe oder auch eine ehemalige Kollegin, die beide mitten in der Stadt wohnen und froh sind, knapp 6000 MBit/s durch die Leitung zu bekommen, und das dann mit uns vergleiche, am Dorfrand, das Drähtchen über der Strasse, und dann rassige 110000 MBit/s ...

Wer erinnert sich noch an alte Zeiten mit analogem Modem und so: Habe ich früher zum Herunterladen eines Liedes fast eine halbe Stunde warten müssen, landet heute ein ganzes Album in einer Minute auf meiner Festplatte. Am besten hat man vorher noch in der Familie gefragt, ob jemand einen Anruf erwartet, damit der Download nicht vielleicht durch ein Anrufsignal unterbrochen wurde.Und soeben hat mein Handy (!) satte 1,8 GB für das neue Android Pie mal eben aus dem Netz gesaugt. Irre.

Man nimmt es heute schon als selbstverständlich hin, dabei ist diese Technik noch gar nicht so alt. Verzichten möchte ich aber nicht mehr darauf. Irgendwie ist es auch cool, meinen smarten elektronischen Zuhörer mal eben zu bitten, Mamma Mia von ABBA zu spielen, und eine Sekunde später läuft der Song auf einem Lautsprecher meiner Wahl.

Die Kehrseite der Medaille sei natürlich auch nicht ganz vergessen: Wenn ich heute sehe, dass Rosalies Kinder keine Sekunde ohne ein Internet-Gerät sein können, mit Handy oder gar Notebook vor der Nase sogar aufs Klo gehen, dann frage ich mich, ob wir "Alten" uns daran gewöhnen müssen, weil es normal geworden ist, oder ob man einschreiten müsste. Obwohl ich nun wirklich kein Handy-Junkie bin, erzählt mir mein Smartphone, dass selbst ich täglich schon zwischen ein und zwei Stunden aktiv mit dem Gerät verbringe. Bei den Kindern ist es vermutlich drei oder vier Mal so viel Zeit, wenn man das Notebook noch dazu rechnet.

Es gibt eine schöne Karikatur zu dem Thema: Früher musste man die Kids an den Haaren ins Haus zerren, heute muss man die Kids an den Haaren ins Freie ziehen. Muss man sich darüber Gedanken machen oder ist das der Lauf der Dinge?