Mittwoch, 28. Februar 2018

Die lieben Kollegen (18) - Überraschung

Gehofft hatte ich es nach den Warnschüssen vom Chef schon länger, erwartet so schnell eigentlich nicht ...

Wir haben alle zwei Wochen ein so genanntes Betriebs-Meeting. Es dient vor allem dazu, Infos vom Chef ans Team weiter zu geben, aber auch ein wenig zum gegenseitigen Austausch. Gestern war wieder Termin für dieses Treffen, und zuvor beim Mittag meinte mein Team-Kollege, das Meeting würde wohl heute länger dauern als üblich. Ich dachte so bei mir: 'Was denn, willst Du Deine Kündigung mitteilen?' Aber dann ging ich davon aus, dass er das Netzwerk-Chaos meinte, welches uns gestern den ganzen Tag beschäftigte.

In der Sitzung ging es dann tatsächlich nur um dieses technische Thema und ich verschwendete keinen Gedanken mehr an meine Idee vom Mittagessen.

Am Abend erreichte mich dann aber ein Mail vom Kollegen. Ich las auf dem Handy erst nur die Titelzeile "Information" und musste sofort wieder an meinen Gedanken vom Mittag denken. Als ich dann das Mail öffnete und den einen Satz (mit vier Fehlern) las, konnte ich meine Freude nicht unterdrücken und jubelte zu Hause:

"Hallo zusammen

Ich möchte Euch hiermit Persönlich mitteilen das ich die Kündigung eingereicht habe und das ich nur noch bis Ende Mai bei der IT bin.

Ich danke euch für die tolle Zusammenarbeit.
"

Noch drei Monate durchhalten, und dann ist einer der Chaoten Geschichte. Ich kann jetzt noch nicht sagen, wie es hier weitergeht, wie die Aufgaben künftig verteilt werden und ob und wann Ersatz kommt. Schlimmer kann es aber kaum werden, und so hoffe ich, dass ich dann künftig wieder etwas mehr Freude haben werde, wenn ich morgens ins Büro komme.

Kommentare:

  1. Herzlichen Glückwunsch! Vielleicht animiert das ja auch den Hinterbliebenen. Der Dank für die tolle Zusammenarbeit ist aber so ziemlich Sarkasmus vom Feinsten.

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    1. Ja, das hat mich auch amüsiert. Ich hoffe zumindest, dass er die "tolle" Zusammenarbeit nun nicht für die letzten drei Monate gänzlich einstellt. ;)

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  2. Na unterm Strich bist Du mit einem der jetzt gar nicht mehr auftaucht auch besser dran. Ich mein, wenns eh jedem Tag spannend ist, ob er überhaupt erscheint?

    Und den Dank würd ich noch nicht mal sarkastisch werten. Was bestimmt toll für ihn.
    Ar.... in der Hose ist aber nicht. Hätte er ja vor versammelter Mannschaft bekannt geben können. Für die zweite Granate im Team kann das jetzt auch Motivation bewirken. Kein schlechtes Beispiel mehr.....hat schon manchen auf die Reihe gebracht.
    Aber so oder so - ist ein Anlass für einen guten Sekt. Reiche Glas zum Anstossen durchs www.

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    1. Merci! :) Und angestoßen haben wir dann hier zu Hause tatsächlich gleich gestern, wenn auch nicht mit Sekt, sondern mit einem Glas Rotwein.
      Ich könnte mir vorstellen, dass der Zweite im Bunde wirklich künftig etwas mehr mitzieht. Er verhält sich m. E. sowieso ganz anders, wenn sein Kumpel nicht da ist. Bei ihm habe ich noch Hoffnung, während ich beim Anderen dem neuen Arbeitgeber schon jetzt viel Freude wünsche ...

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    2. Rotwein kann ich nun so gar nicht trinken, da gibt ein Glas eine Birne, als hätte ich drei Tage durchgefeiert.....aber der Anlass wär es wert.
      Eierlikör habsch noch zu bieten. Selbergemacht. Von glücklichen Hühnern. Also die Eier. Äh....ach Du weißt schon, was ich meine.

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    3. Ich oute mich jetzt ... räusper ... als Eierlikör-Fan. Ich bringe mit immer aus Deutschland welchen mit. Aber selbst gemachter ist natürlich unschlagbar. Und dann noch von den glücklichen Hühnern! Ich hab nur den von Nordgold hier, ob die Hühner glücklich waren, ist zu bezweifeln. Aber jut, Rotwein schmeckt auch. :)

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    4. Ich will nicht angeben, aber es gibt hier Leute, die meinen Eierlikör dem von Nordgold vorziehen....
      Ist aber ganz einfach herzustellen, geht auch schnell. Das Geheimnis liegt in der Ruhezeit.

      Ja, wenn man Rotwein verträgt, schmeckt der schon gut. Also schmecken tät der mir schon auch, aber die Folgen....
      Sind wir wieder bei: Man kann nicht alles haben!
      Aber wenn Du mal hier in der Gegend bist, naschen wir 1 bis viele Eierlikör zusammen!

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    5. Also den Vorschlag kann ich aber nun gaaar nicht ablehnen! :)
      Ich vermute, an selbst gemachten Likör kommt so ziemlich kein käuflich zu erwerbendes Produkt heran. Nordgold ist im Berliner Raum halt überall erhältlich und zudem deutlich günstiger als der mit A ... Und da ich das "Zeug" manchmal ziemlich exzessiv brauche (quasi statt Vanillesauce zu Obst, Eis usw.), hält so eine Flasche nicht all zu lange. Hier in der Schweiz ist die Auswahl minimal, meist gibt es nur eine Sorte, oft aus Österreich. Da gefällt mir schon die Farbe nicht ...

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    6. Wäh. Der letzte Satz klingt ja gruselig. Bloß gut, das ich das Kochbuch der Urgroßmutter geerbt habe.

      (Habe gerade die Bestände geprüft. Also ein paar Tage sollten wir schon zurechtkommen.... )

      Ist aber schon erstaunlich wie man von Kollegen zu Eierlikör kommt.

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    7. Also für mich endet es oft beim Eierlikör. :))

      Ein paar Tage? Dann kann es also munter weiter schneien oder die Welt untergehen und wir sind gut versorgt. Das klingt super!

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    8. Neeeeiiiiin. Kein Schnee mehr! Ich gebe zu, ich mag Kälte und Winter und so, aber langsam hab ich genug.

      Der Eierlikör bietet schon manchmal einen guten Gesprächsstoff.

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