Freitag, 23. Februar 2018

Die lieben Kollegen (17) - Unwahrheiten

Gestern sass ich mit drei Kollegen im Pausenraum, die allesamt die selben schlechten Erfahrungen mit meinem "Team" machen wie ich. Das hat mich insofern beruhigt, als dass ich mir das alles nicht nur einbilde, sondern vieles davon wirklich auch von aussen wahrgenommen wird.

Dazu gehört das ständige Zuspätkommen, wie gestern wieder, mit der albernen Begründung, man müsse noch zur Apotheke! Dabei arbeiten wir im Spital und es gibt eine direkt nebenan. Deswegen muss man sicher keine halbe Stunde zu spät kommen, sondern kann das jederzeit tagsüber erledigen. Auffällig ist dabei auch, dass solche Dinge vorzugsweise donnerstags passieren, wenn der Chef nicht da ist.

Und auch sonst wird gelogen, dass sich die Balken biegen. Der andere Kollege, den ich gebeten hatte, ein paar Daten zu erheben, versprach mir, sich darum zu kümmern, und meldete vor ein paar Tagen Vollzug. Nun habe ich zufällig diese Eingaben geprüft und musste feststellen, dass er nur Unsinn eingetragen hat, der mit der Realität nichts zu tun hat - weil er wohl zu faul war, die Angaben vor Ort zu prüfen. Dann jammert er, es wäre so viel zu tun (und mein Chef glaubt das auch noch), und wenn man sich die "offenen" Aufträge anschaut, ist das alles alter Kram, der längst hätte erledigt werden können oder sogar müssen. Bei mir sieht es immer nach wenig aus - warum? Weil ich alles abarbeite, sobald möglich, und dabei nicht erst noch stundenlang jammere. Vielleicht muss ich mich da künftig besser "anpassen"?

Dann wird stets behauptet, auf der einen Telefonnummer würden täglich jede Menge Anrufe ankommen und wir müssten unbedingt dafür sorgen, dass alle gleichmässig die Anrufe entgegen nehmen. Aha. Ich hatte jetzt zwei Tage lang den Piepser für diese Nummer. Ergebnis: Ein Mal ein Anruf, am zweiten Tag zwei. Das ist wirklich kaum zu ertragen!

Wie schon mal erwähnt, bezahlt das Spital zu grossen Teilen die Bachelor-Ausbildung der beiden jungen Kollegen meines Teams. Zuletzt gab es Ärger, weil ein Kollege regelmässig die Vorlesungen, für die er freigestellt wird, nicht besucht. Reue? Keineswegs. Der andere Kollege steht nun kurz vor dem Bachelor, muss jetzt seine Arbeit schreiben. Abgabetermin ist der 5. März. Er hat letzte Woche angefangen mit dem Schreiben und meinte doch gestern tatsächlich, er hätte den Aufwand doch irgendwie unterschätzt. Wie naiv und dämlich muss man da sein?? Klar, wenn Autos, Frauen und Saufen das Leben bestimmen, bleibt wenig Zeit für alles Andere.

Ich frage mich, wie so verpeilte, faule Typen mal meine Rente finanzieren wollen oder eine Familie gründen? Eine gruselige Vorstellung.

Kommentare:

  1. Sind das die ersten Produkte von Helikopter-Eltern oder Orientalen?

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    1. Nun, sagen wir es mal so - sie sind beide in der Schweiz aufgewachsen ...

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  2. Das Spiegelgesetzt würde hier nun sagen, wenn man sich mit Menschen umgeben sieht die viel lügen könnte das die Einladung sein, sich einmal selbst die Frage zu stellen: In welchem Bereich belüge ich mich selbst?

    Nichtsdestotrotz kann ich selbstverständlich total nachfühlen, wie nervenaufreibend und unbefriedigend dieser Aspekt deines Arbeitsalltags ist.

    Schönes WE!

    Gruß, G.

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    1. Eine durchaus interessante Frage, die nicht so leicht zu beantworten ist und Einiges an Selbstreflexion erfordert ...

      Mir macht momentan vor allem etwas Sorge, dass ich teilweise gereizt reagiere, was eigentlich gar nicht meine Art ist. Darum muss ich daran arbeiten.

      Merci und ebenfalls ein gemütliches Wochenende!
      Herr B.

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