Donnerstag, 25. April 2019

Was für ein Tag

Das war gestern mal ein Tag für (fast) alle Emotionen, die man sich vorstellen mag. Die negativen überwogen zwar, aber es gab auch gute Momente.

Der Arbeitstag jedenfalls war mehr als ärgerlich. Gefühlt ging alles daneben, was ich angefasst habe. Angefangen hatte es bei meinem eigenen Notebook, das mehrmals am Tag den Geist aufgab, sodass ich stundenlang nicht vernünftig arbeiten konnte. Aber auch andere Geräte spielten nicht so mit, wie es hätte sein sollen. Mehrmals musste ich unseren externen Dienstleister anrufen, der in Ungarn sitzt und schon allein wegen der Sprache immer eine Herausforderung darstellt. Und so konnte auch keines meiner Tickets direkt bearbeitet werden, sondern wurde immer an andere Teams weiter geleitet. Ich kam also nirgends voran und musste immer wieder warten. Man!

Kurz vor Feierabend brach dann draussen der Weltuntergang los: Sturm, Regen, starke Abkühlung. In einer kurzen Regenpause gelang es mir zumindest, halbwegs trocken zum Auto zu kommen. Aber uns war eingefallen, dass wir die Sitzkissen nicht ins Haus genommen hatten, und bei dem Starkregen würden sie vermutlich tropfnass werden.

Auf dem Weg nach Hause stellte ich fest, dass der Regen daheim noch nicht angekommen war und die Kissen damit vermutlich noch trocken blieben. Aber kaum war ich aus dem Auto gestiegen, fand ich schon eines davon rund 15 Meter vom Stuhl entfernt mitten im Garten. Was war denn hier los? Auf der Terrasse verteilt lagen überall grosse und kleine Stücke von etwas Schwarzem: Dachpappe. Wo kam die denn her?? Ich fürchtete zunächst, das Hausdach wäre kaputt, aber dann hätten Ziegel herumliegen müssen.

Doch dann sah ich die Bescherung: Unser Schuppen war teilweise abgedeckt! Er ist ohnehin alt und baufällig, aber bisher hatte er noch jedem Sturm getrotzt. Diesmal muss es wohl besonders schlimm gewesen sein (lt. offizieller Daten über 90 km/h), und damit flogen Teile der Asbest-Decke durch die Gegend, auf die Terrasse, in die Blumen und in den Teich. Auf dem Dach selbst lagen zerbrochene Balken und weitere Teile der Abdeckung.

Was für eine schöne Überraschung. Wegen der Baufälligkeit haben wir nichts Wichtiges im Schuppen, und dass es jetzt hinein regnet, ist auch nicht so dramatisch. Aber die Gefahr besteht, dass das ganze Konstrukt zusammen fällt, und mit dem Asbest, das wir in dem Dach vermuten, ist das gar nicht lustig.

Bevor ich dazu kam, noch schnell die Kissen zusammen zu suchen, ging dann auch daheim ein kräftiger Regen nieder ... Als danach wieder die Sonne schien, machte ich noch ein paar Fotos für die Versicherung, suchte die Kissen zusammen und legte sie zum Trocknen aus, informierte Rosalie über die tollen Neuigkeiten und widmete mich dann der Post aus dem Briefkasten.

Und hier endet der dramatische Teil des Tages. In der Post fand sich ein Brief von meinem Arbeitgeber. Ich dachte erst an irgendeine Bescheinigung. Aber es war - eine Gehaltserhöhung! Das war nun das Letzte, womit ich gerechnet hatte, um so mehr freute es mich und liess den bisherigen Tag gleich in sanfterem Licht erscheinen. Einmal mehr zeigte sich nun, dass Ausdauer und Geduld sich auszahlen - im wahrsten Sinne des Wortes. Nun werde ich damit nicht reich, aber es gleich zumindest die Aufschläge bei Versicherungen und sonstigen Lebenshaltungskosten der letzten Monate aus. Und das ist doch toll!

Als ich schliesslich zur Ruhe kam, machte ich mich auf die Suche nach den Katzen. Zwei habe ich dann letztlich auch gefunden, und die beiden jungen Herren zauberten mir ein weiteres Lächeln ins Gesicht. Ganz gemütlich lagen sie auf unserer abgedeckten Tischtennisplatte auf dem Dachboden. Eine Katzenidylle ...




Kommentare:

  1. Immerhin dürftet ihr von der Versicherung nun wenigstens teilweise einen neuen Schuppen finanziert erhalten ;-).
    Stürme kennen wir hier zur Genüge. Im Camp hatten wir 2006 einen Microburst, das ist fast ein Tornado (die Versicherung zahlte in diesem Fall leider nicht). Wir waren schlussendlich zwei Wochen ohne Strom (auch ohne Internet und Telefon) - und das mitten in der Hochsaison.
    Das mit der Gehaltserhöhung: Kam die nun, weil sie beim Vorstellungsgespräch festgestellt haben, dass du unterbezahlt bist oder hat sich das einfach gekreuzt? Da ist wirklich etwas im Umbruch!

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    1. Ich denke, die Erhöhung fiel nur zufällig mit dem Gespräch zusammen, aber genau weiss ich es nicht. In jedem Fall ein gutes kleines "Trostpflaster" für das Ungemach am gestrigen Tag und den Ärger hier in der Vergangenheit.
      Wir haben in letzter Zeit das Gefühl, dass Anzahl und Heftigkeit der Stürme bei uns ziemlich zunehmen. Vielleicht liegt es aber auch nur an der Angst, der Wind könnte unserem maroden Dach oder dem Schuppen den Garaus machen. Nun ist es halt leider passiert, wenn auch nicht so schlimm, wie es hätte kommen können.

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