Freitag, 12. April 2019

Die lieben Kollegen (59) - So viel Heimlichkeit

Es herrscht eine merkwürdige Atmosphäre zurzeit im Team. Seit der Info-Veranstaltung letzte Woche, in der wir alle erfahren haben, dass es uns als Team irgendwann nicht mehr geben wird und aktuell 42 neue Stellen angekündigt wurden, weiss niemand so genau, wer hier was plant.

Gut, ich hab inzwischen Einiges erfahren, allerdings immer nur im Dialog, sodass ich davon ausgehen muss, dass der Rest des Teams es jeweils nicht weiss. Meine Kollegin hat mir neulich ihr Motivationsschreiben zur Überarbeitung anvertraut, der junge Kollege im Team hatte gestern ein Bewerbungsgespräch bei einer externen Firma, mein Chef hat mir mitgeteilt, dass er sich auf eine der neuen Stellen beworben hat, und der jüngst hinzugekommene Kollege, für den die Situation am schlechtesten ist, meinte, er würde seine Suchoption im Internet aufrecht erhalten und schauen, ob er woanders unterkommen kann.

Es wäre also durchaus möglich, dass schon in ein paar Wochen hier nichts mehr so ist, wie es bis gestern war. Was die internen Wechsel betrifft, so gilt zwar, dass der Übergang fliessend sein soll, um kein all zu grosses Loch in das bisherige Team zu reissen. Aber unruhig wird es in jedem Fall. Und sollte es mit meiner neuen Stelle klappen, wäre auch bei mir die Frage zu stellen, wie schnell ich wechseln kann. Das müssen dann die Chefs untereinander ausmachen.

Und so herrscht eine fast greifbare Spannung im Team, wie die Ruhe vor dem Sturm. Wie stark der wird, lässt sich momentan nicht abschätzen. Aber dass er Einiges umwerfen wird, davon kann man ausgehen. Ob ich einer der Urheber sein werde, erfahre ich frühestens ein paar Tage nach Ostern.

Es wird spannend.

Kommentare:

  1. Sowas sind immer schwierige Zeiten, finde ich. Für Dich jedenfalls hoffe ich, dass Du eine sehr gute + interessante neue Stelle findest/ bekommst :-)

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  2. Immerhin ist die Zeitspanne nicht unmöglich lang. Die Verantwortlichen stehen offensichtlich vor der riesigen Herausforderung, alles unter einen für alle akzeptablen Hut bringen zu müssen. Das ist schon eine Leistung, finde ich. Hoffentlich vergessen sie dabei die Menschen nicht...

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    1. Die Gefahr besteht leider immer. Der erste Kollege hat nun bereits gekündigt. Ein weiterer aus dem Fachteam verlässt uns ebenfalls. Nun bleibt die Arbeit bei den verbliebenen Menschen hängen. Wenn das so weitergeht, fällt bald alles auseinander. Ob das so gewollt ist?

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    2. "Ob das so gewollt ist?" - ich glaube eigentlich nicht, dass so etwas geplant wird. Aber wie genau soll denn eine Reorganisation bewerkstelligt werden? Da ist an so viel zu denken, so viel gilt es zu berechnen oder abzuschätzen. Das ist keine leichte Aufgabe und meistens bleiben irgendwelche Mitarbeiter auf der Strecke. Diejenigen mit anderen Möglichkeiten verlassen dann halt das vermeintlich "sinkende Schiff". Die Erfahrung hat mich allerdings gelehrt, dass nicht immer alles schlechter ist, das nachkommt - im Gegenteil...

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    3. Ich bin und bleibe auch vorerst optimistisch, gerade im Hinblick auf das anstehende Vorstellungsgespräch. Allerdings finde ich, man sollte im Umgang mit den Menschen ehrlicher sein und ihnen nicht Sand in die Augen streuen, damit alle bloß schön ruhig bleiben. Wenn sich danach nämlich herausstellt, dass die Welt nicht so rosig ist wie beschworen, wird es erst recht unruhig ...

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