Dienstag, 27. November 2018

Spielchen oder Offenbarungseid?

Bekanntlich zieht sich das Scheidungsverfahren bei Rosalie seit Jahren in die Länge. Grund dafür ist u. a. auch die Kompromisslosigkeit ihres Ex. Er bewegt sich keinen Millimeter bei seinen Forderungen, und noch vor ein paar Monaten lehnte er jedes Gespräch mit Verweis auf die vorhandenen Dokumente vom Anwalt ab.

Nun wird der Ton etwas verhaltener. Schon seit ein paar Wochen hört man immer wieder, er habe kein Geld mehr. Neulich rechnete er in einer Mail sogar vor, wie viel Geld er angeblich noch im Portemonnaie und auf dem Konto habe. Und in diesem Zusammenhang fragte er Rosalie, ob man nicht miteinander sprechen könne.

Wir wissen, dass er ein Meister im Jammern ist und auch nicht unbedingt die Wahrheit sagt. Es kann gut sein, dass er in der Vergangenheit ein grösseres Sümmchen hat verschwinden lassen und sich jetzt hinstellt und behauptet, er sei pleite. Auf der anderen Seite war er so dumm, in den letzten Jahren riesige Geldbeträge mit vollen Händen auszugeben, um seiner neuen Freundin zu imponieren und vermutlich auch in der Hoffnung, davon dann nichts abgeben zu müssen, weil man es ihm nicht nachweisen kann.

Ob ein persönliches Gespräch ohne Anwälte etwas bringen wird, bezweifle ich zu weiten Teilen, denn in vielen Punkten stehen sich die Meinungen diametral gegenüber. Doch jeder noch so kleine Fortschritt würde helfen, Anwalts- und Gerichtskosten zu sparen, insofern ist es vielleicht einen Versuch wert. Wichtig ist aus meiner Sicht, dass genau festgelegt wird, worum es gehen soll und wie die Spielregeln sind. In der Vergangenheit war es oft so, dass Rosalies Argumenten immer nur emotional, aber nie mit Fakten entgegnet wurde. Für viele Dinge liegen die Beweise schwarz auf weiss auf dem Tisch - er will sie trotzdem nicht akzeptieren und reagiert dann trotzig wie ein kleines Kind, dass man erwischt hat bei etwas Verbotenem. Das macht eine Diskussion wahnsinnig anstrengend. Rosalie ist inzwischen zum Glück soweit, dass sie damit ganz gut umgehen kann und ruhig bleibt.

Das ist ihr auch weiterhin zu wünschen, sollte es tatsächlich zu einem Dialog kommen. Es wäre an der Zeit, dass dieses Trauerspiel endlich zum Ende kommt.


Kommentare:

  1. Vielleicht wäre es ratsam, wenn Sie als Zeuge bei dem Gespräch dabeiwären. (So er denn mitmacht.)
    Charlotte

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    1. Ich scheide da aus, eine neutrale Person wäre allenfalls vielleicht hilfreich. Daran haben wir auch schon gedacht, allerdings ist uns bisher niemand eingefallen, der ggf. moderieren könnte. Und "eigentlich" sollten die Beiden ja alt und vernünftig genug sein, um das unter vier Augen besprechen zu können ...

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  2. Dann kann man nur hoffen, daß auch das zweite Adjektiv inzwischen auf ihn zutrifft.
    Charlotte

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    1. Das hoffen wir auch. Es wird wohl davon abhängen, wie gross die Not ist und ob das Gejammer nur gespielt oder doch echt ist.

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  3. Wenn er kein Geld mehr hat um seiner Freundin mit Geschenken zu imponieren, wird sie wohl bald das Weite suchen?!
    Auf alle Fälle ist es ein Drama ohne Ende!lg elfi

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    1. Darüber haben wir auch schon spekuliert ... Aber noch steht ja im Raum, ob seine Behauptungen wirklich wahr oder nur vorgetäuscht sind. Momentan verdient er nach Abzug der Alimente immer noch doppelt so viel wie ich - und das soll nicht reichen? Irgend etwas stimmt da nicht.

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  4. Ein Gespräch und vier Augen? Höchstens videoüberwacht, denn ohne Beweise wäre das wohl Zeit verschwendet.

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    1. Es geht in so einem Gespräch nicht darum, etwas Endgültiges zu formulieren, denn das müssen sowieso die Anwälte machen. Aber zumindest mal auslzuoten, an welchen Stellen man sich annähern kann, wäre schon ein Erfolg. Denn, wie gesagt, alles was über die Anwälte geregelt werden muss, kostet unglaublich viel Geld. Nach dem, was ich bisher erlebt habe, sind die Schnittmengen aber sehr klein und ich erwarte keine grossen Schritte.

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