Montag, 11. Juni 2018

Fremde Muttersprache

Am Donnerstag war ich für eine interne Weiterbildung in einem Hörsaal. Die erste Frage des Dozenten war: "Kann ich Mundart reden oder ist Hochdeutsch notwendig?" Eine Standardfrage bei solchen Veranstaltungen und eigentlich auch immer dann, wenn mein Gegenüber bemerkt, dass ich kein Einheimischer bin. Eine sympathische Geste, obwohl ja im Grunde auch hier Deutsch gesprochen wird - was man hin und wieder allerdings kaum merkt. ;-) Aber es ist schon praktisch, wenn man im Ausland mit der eigenen Sprache kommunizieren kann.

Wenn man allerdings gezwungen ist, sich im Alltag stets in einer Fremdsprache unterhalten zu müssen, stelle ich mir das deutlich komplizierter vor. Und noch einmal schwieriger dürfte es sein, wenn man sich auch noch daheim einer anderen Sprache bedienen muss, um mit seinem Partner sprechen zu können. Kann sich da überhaupt diese normale Vertrautheit einstellen? Wie gut muss man die Sprache beherrschen, um sich so ungezwungen, locker und ohne Hemmungen austauschen zu können wie in seiner Muttersprache?

Ich stelle mir das schwierig vor. Natürlich lernt man jeden Tag und mit der Zeit gewöhnt man sich daran, aber wird das jemals so selbstverständlich wie die Muttersprache? Vor allem, wenn man es erst als Erwachsener lernt?

Da bin ich doch froh, dass ich hierzulande mit meiner Muttersprache zumindest in einem Teil des Landes keine Probleme habe ...


Kommentare:

  1. Ich habe einmal gelesen, wenn man in der Zweitsprache träumt, dann hat man es geschafft. ;-)

    Wenn man erfolgreich sein möchte, gehört es dazu, die neue Sprache zu erlernen, denke ich. Für mich wäre das eine große Herausforderung, weil ich keine besondere Sprachbegabung besitze. Da müsste das der Alltag mit den Einheimischen regeln, in dem ich so oft es geht die Sprache benutze.
    Grüßli ;-)

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    1. Du hast Recht, darum finde ich es genial, dass Rosalie und ihre Kinder perfekt zweisprachig sind. Das war mir leider nie vergönnt, obwohl ich gern noch besser englisch gelernt hätte.

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  2. Man findet sich immer besser in einer Fremdsprache zurecht, je länger man darin lebt. Allerdings erlebe ich gerade jetzt, dass bei neuen Themenbereichen viele Fragen auftauchen. Ich habe mir angewöhnt, sofort nachzufragen, wenn ich ein Wort oder eine Redewendung nicht verstehe. Oft hilft es auch, es sich buchstabieren zu lassen. Nur so lernt man die Sprache immer besser kennen. Aber dass mir die englische Sprache mal so in Fleisch und Blut übergeht wie Schweizer-/Deutsch, das bezweifle ich.

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    1. Das finde ich noch erstaunlich, wo Ihr doch schon so lange Zeit täglich damit konfrontiert werdet. Aber natürlich ist der Sprachschatz viel grösser als das Meiste, was man so im täglichen Alltag benötigt. Und dann muss man halt den Mut haben, nachzufragen, sonst lernt man es nie ...

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