Donnerstag, 7. Februar 2019

Wunder der Technik

Ich muss schon sagen, dass ich bei genauerer Überlegung selbst als IT-Mensch doch immer wieder mal fasziniert bin, was Technik heutzutage so kann. Gerade bei uns daheim auf dem Land - und verglichen mit Deutschland! Vor unserem Haus wurde ein dünnes Drähtchen in 5m Höhe quer über die Strasse zum nächsten Mast gespannt, und mit diesem schwarzen Kabel bin ich nun in der Lage, mir Live-Bilder von Key West anzschauen, binnen Millisekunden Millionen von Musikstücken abzurufen, meinen Papa nicht nur zu hören, sondern auch zu sehen und Briefe in nullkommanichts in die ganze Welt zu senden. Ist das nicht eigentlich unvorstellbar?

Begeistert bin ich dabei tatsächlich vom Ausbaustandard hier in der Schweiz. Wenn ich meinen Papa sehe oder auch eine ehemalige Kollegin, die beide mitten in der Stadt wohnen und froh sind, knapp 6000 MBit/s durch die Leitung zu bekommen, und das dann mit uns vergleiche, am Dorfrand, das Drähtchen über der Strasse, und dann rassige 110000 MBit/s ...

Wer erinnert sich noch an alte Zeiten mit analogem Modem und so: Habe ich früher zum Herunterladen eines Liedes fast eine halbe Stunde warten müssen, landet heute ein ganzes Album in einer Minute auf meiner Festplatte. Am besten hat man vorher noch in der Familie gefragt, ob jemand einen Anruf erwartet, damit der Download nicht vielleicht durch ein Anrufsignal unterbrochen wurde.Und soeben hat mein Handy (!) satte 1,8 GB für das neue Android Pie mal eben aus dem Netz gesaugt. Irre.

Man nimmt es heute schon als selbstverständlich hin, dabei ist diese Technik noch gar nicht so alt. Verzichten möchte ich aber nicht mehr darauf. Irgendwie ist es auch cool, meinen smarten elektronischen Zuhörer mal eben zu bitten, Mamma Mia von ABBA zu spielen, und eine Sekunde später läuft der Song auf einem Lautsprecher meiner Wahl.

Die Kehrseite der Medaille sei natürlich auch nicht ganz vergessen: Wenn ich heute sehe, dass Rosalies Kinder keine Sekunde ohne ein Internet-Gerät sein können, mit Handy oder gar Notebook vor der Nase sogar aufs Klo gehen, dann frage ich mich, ob wir "Alten" uns daran gewöhnen müssen, weil es normal geworden ist, oder ob man einschreiten müsste. Obwohl ich nun wirklich kein Handy-Junkie bin, erzählt mir mein Smartphone, dass selbst ich täglich schon zwischen ein und zwei Stunden aktiv mit dem Gerät verbringe. Bei den Kindern ist es vermutlich drei oder vier Mal so viel Zeit, wenn man das Notebook noch dazu rechnet.

Es gibt eine schöne Karikatur zu dem Thema: Früher musste man die Kids an den Haaren ins Haus zerren, heute muss man die Kids an den Haaren ins Freie ziehen. Muss man sich darüber Gedanken machen oder ist das der Lauf der Dinge?

Kommentare:

  1. Beim Netzausbau ist sicherlich noch viiiel Luft nach oben in D... Meine Gemeinde wirbt auf Plakaten mit Glasfaser-Anschluss (und wir haben auch in der Tat eine richtig schnelle Anbindung), so sehr ist das mitlerweile ein Wettberwerbsfaktor, vor allem natürlich für Unternehmen & Selbstständige.

    Ich finde die Aussage mit der am Smartphone-verbrachten Zeit schwierig. Ich pflege über meine Handy meinen Kalender, ich lese & beantworte Mails darüber, mache mir Notizen, ich checke das Wetter, höre Musik, ich tracke meine Aktivitäten damit, und lese meine Zeitung darauf (FAZ-eAbo). Natürlich chatte ich auch damit, lese durch meine Twitter-Timeline und die News-Feeds.
    Auf was bezieht sich denn nun die Handy-Zeit?

    Ich bin aber auch absolut der Meinung, das Kinder (Erwachsene auch...) viel mehr Interessen & Beschäftigungsmöglichkeiten haben sollten als nur am/per Smartphone (oder PC). Eben zB. das angesprochene Spielen draussen, Sport, Musik, vielleicht Basteln. Also haptische & physische Aktivitäten, wo mehr als nur die Finger und das Gehirn benutzt werden. Das ist auch lt. wissenschaftlichen Erkentnissen extrem wichtig für die Entwicklung der Fähigkeiten und des Gehirns.

    Wie kann man die eigene Nutzungszeit sehen? Würde mich auch mal sehr interessieren :-)

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    1. Natürlich muss man das ins Verhältnis setzen. Du kannst aber davon ausgehen, dass Kids weder Zeitung lesen noch Mails beantworten ... ;-)
      Auf dem Pixel von Google gibt es die native App, ansonsten hilft das Pendant "Action Dash" für alle Android-Geräte. Hier kann man dann auch wunderbar sehen, welche App man wie lange genutzt hat.

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  2. Das mag sicher sein, dass bei den Kids andere Apps oben an stehen. ich nehme mal an, YouTube, Snapchat, Instagram? (Bin da aber absolut nicht up to date :-D )

    Danke Dir, dann probiere ich das doch direkt mal aus mit so einer App!

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    1. Ich weiss es auch nicht ganz genau, aber neben diversen Spielen könntest Du da ziemlich richtig liegen.

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  3. Falls du mal total Ruhe suchst: Hier in Nordontario gibt es das noch!
    Keine Handy-Signale auf weiten Strecken, bei uns im Haus nur zwei Bar mit Booster. Internet via Satelliten: 610 mBytes per 24 Stunden - mehr ist extrem teuer; TV-Empfang via zweiten Satelliten, auch nicht grad günstig. Wohnen auf dem Land in Canada kann sehr kompliziert sein. In der Stadt und in den Dörfern jedoch gibt es schnellere und bessere Lösungen. Im Vergleich mit der Schweiz aber viel teurer. Und ohne unsere alte Telefonleitung mit analogem Telefon ginge gar nichts bei Stromausfällen.

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    1. Nun ja, wenn ich mir das so durchlese, bin ich dann doch ganz froh über die Netzqualität hier. :-) Wobei man sich bestimmt auch daran gewöhnen kann.

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