Mittwoch, 20. Juli 2016

Schritt für Schritt

Lange hat es nicht mehr so viel Freude gemacht, eine ToDo-Liste abzuarbeiten. Mit jedem Haken komme ich meinem Wunschziel einen Schritt näher.

Am Wichtigsten war natürlich die Unterschrift unter meinen Arbeitsvertrag. Hier geht er auf die Reise zu meinem neuen Arbeitgeber:

Ein wenig gewagt mag es sein, da ich noch keinen Aufhebungsvertrag habe, aber ich gehe mal davon aus, dass das nach der mündlichen Zusage jetzt nur noch Formsache sein wird ...

Zurück geht es inzwischen ohnehin kaum noch - Wohnung gekündigt, Festnetz und Mobilfunk gekündigt, Versicherungen aufgelöst. Ihr seht, es ist mir wirklich ernst! :-)

Derzeit bin ich am Studieren, wie ich künftig am besten zu meinem Arbeitsplatz gelange. Der bequemste Weg ist natürlich ein Auto. Man ist unabhängig von Fahrplänen, muss nicht bei jedem Wetter auf windigen Bahnhöfen stehen und kann unterwegs gleich noch einkaufen gehen. Leider ist das auch die teuerste Variante, zumal ich am Arbeitsort einen Parkplatz mieten müsste! Allerdings muss ich von daheim bis zum nächsten Bahnhof in jedem Fall auch ein Auto benutzen. In der Schweiz gibt es so gut wie keine kostenlosen Parkplätze, sodass auch das Parken am Bahnhof in jedem Fall Kosten verursacht. Und da die Verbindung in die Stadt "nur" halbstündlich besteht  (innerhalb der City bin ich halt sehr verwöhnt), wäre das speziell für den Feierabend immer mit einer genauen Planung verbunden, um nicht 29 Minuten auf den Zug warten zu müssen. Ganz optimal ist daher auch diese Lösung nicht, schließlich sind Schweizer Arbeitstage auch so schon länger als in Deutschland. Aber es ist noch Zeit, da wird uns etwas einfallen.

Gestern bekam ich ein Mail meines neuen Arbeitgebers - eine Einladung zum Teamausflug im September. Das wäre natürlich ein genialer Einstieg! Leider ist der Termin ein Montag, und für den Sonntag davor habe ich meinen üblichen Flug nach Berlin schon gebucht. Nun werde ich versuchen, diesen Flug zu verschieben, auch wenn das zusätzliche Gebühren verursacht. In diesem Fall wäre es mir das wert, denn wo kommt man besser mit den Kollegen ins Gespräch als auf solchen zwanglosen Veranstaltungen!

Der Amtsschimmel wiehert übrigens auch in der Schweiz. Um überhaupt arbeiten zu dürfen, ist eine Aufenthaltsbewilligung notwendig. Diese muss ich spätestens am ersten Arbeitstag im Büro abgeben. Eigentlich ein unkompliziertes Verfahren für Personen aus der EU. Das Dumme daran: Ich kann sie erst beantragen, wenn ich in der Schweiz angekommen bin. Das wäre nach der aktuellen Planung der 30. Oktober, ein Sonntag. Wie soll ich dann innerhalb eines Tages die Bewilligung erhalten, wenn das ein bis zwei Wochen dauern kann? Außerdem muss ich binnen fünf Tagen nach Arbeitsantritt meine neue Bankverbindung angeben, um mein Gehalt zu bekommen. Und auch eine neue Krankenkasse sollte ich bis November gefunden haben. Ohne diese Bewilligung wird das auch schwierig. Vermutlich werde ich bei dem Termin der Einreise wohl etwas schummeln müssen und den Antrag schon jetzt stellen.

Für alles gibt es sicher eine Lösung, sodass ich in 104 Tagen gut vorbereitet mein neues Büro betreten werde. Was für eine plötzliche Wende nach der langen Suche!



Kommentare:

  1. Ganz schön aufwändig, so ein Wechsel des Arbeits- und Wohnplatzes ;-( Ich höre Dich aber schon jammern - nein ich werde es lesen. Dass Du nicht mehr in der Nähe des Flughafens wohnen kannst, wird Dir doch noch sehr leid tun.
    Immer nur schöne Aussicht, Frühstück auf dem Balkon usw. weißt eigentlich wie langweilig das sein kann?? *gg*

    Liebe Grüße
    E.

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    1. Was für eine furchtbare Vorstellung, ich sollte mein Vorhaben noch einmal überdenken! *g*
      Aber ganz ehrlich - ich denke, mir wird überhaupt nichts fehlen! Die Stadt ist schon jetzt nur noch Mittel zum Zweck, ich komme gut ohne sie aus.
      Ein wenig mehr Sorge hatte ich bei Rosalie. Sie wohnte rund 18 Jahre auf der anderen Seite der Region und hing an diesem Ort. Aber erst gestern Abend schrieb sie mir, dass alles schon so vertraut sei. Ich glaube, wir haben alles richtig gemacht!

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