Montag, 13. Januar 2020

Warten

Eigentlich habe ich nicht so grosse Mühe damit, auf etwas warten zu müssen. Wenn es aber um gesundheitliche Themen geht, ist das nicht ganz so einfach.

Dabei kann ich im Moment aber eben gar nicht mehr tun. Deshalb habe ich mich auch am Freitag entschlossen, nicht in Berlin zu bleiben, sondern nach Hause zu fahren. Mein Vater ist daheim, und nachdem wir am Donnerstag gemeinsam mit dem Oberarzt der Chirurgie beschlossen haben, welcher Art der Eingriff sein wird, bin ich ein wenig beruhigt.

Es standen drei Varianten zur Auswahl - die OP am offenen Bauch, eine Wärmebehandlung mit der sogenannten perkutanen Radiofrequenzablation oder die Bestrahlung. Wir haben uns für die zweite Variante entschieden. Hierbei ist einerseits das Risiko nicht so gross und andererseits sind die Erfolgsaussichten noch ganz gut. Da der Tumor "nur" 33 mm gross ist, bestehen gute Chancen, dass das Thema anschliessend zumindest vorübergehend erledigt ist. Nach Aussage des Arztes gibt es auch keine Anzeichen für Metastasen.

So weit, so gut. Allerdings war der Tumor nur ein Zufallsbefund. Die Ursache für die Ohnmachtsanfälle hat man bisher nicht gefunden. Rosalie und ich glauben, dass es mit den kürzlich verordneten Entwässerungstabletten zu tun hat, aber bestätigen will das niemand. Und so mache ich mir natürlich trotzdem Sorgen, weil man nicht abschätzen kann, ob und wann so ein Anfall wieder auftritt. Ausserdem fährt er schon wieder Auto ...

Mittwochmittag findet nun die OP statt. Sollte es zu Komplikationen kommen, muss ich halt notfalls den nächsten Flieger nehmen und wieder nach Berlin reisen. Aber ich hoffe, dass alles gut läuft und Papa nach drei Tagen wieder nach Hause kann. Wichtig war, dass ich da war für die Besprechung, weil die Fragen, die ich hatte, sonst offen geblieben wären, und natürlich auch, um meinem Vater ein wenig moralische Unterstützung zu geben. Er hat sich wirklich riesig gefreut, und darauf kam es ja an.


Kommentare:

  1. Entwässerungstabletten sind ganz, ganz schlimm für den Körper. Die sollte man niemals nehmen, genauso wie Cholesterinsenker und Säureblocker, sondern sich lieber nach natürlichen Alternativen umschauen. Ich weiß nicht, aus welchem Grund dein Vater die verschrieben bekommen hat, aber wenn es wie meistens "nur" erhöhter Blutdruck ist, gibt es wirklich viel andere Dinge, die man machen kann. Ich hab auch wegen erhöhten Blutdrucks Entwässerungstabletten sogar in jungen Jahren mal eine Woche lang genommen und hatte währenddessen nur Kopfschmerzen und Schwindelanfälle. Dann hab ich damit aufgehört und bin nur niedrig dosiert bei Betablockern geblieben und habe zusätzlich Weißdorn genommen, der das Herz und die Kappilaren kräftigt, was damit wiederum dafür sorgt, daß sich nicht zuviel Wasser im Körper staut. Damit ging es mir gut. Und seit ich viel Sport mache und mich gesund ernähre, brauche ich die auch nicht mehr.
    Aber bei Ärzten mußt du deshalb nicht auf eine Bestätigung warten, die werden nie zugeben, das viele Medikamente, die sie verschreiben, nur noch kränker machen.
    Toi, toi, toi für die Therapie!

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    1. Danke Dir!
      Er hat sie verschrieben bekommen, weil er dicke Füsse und Unterschenkel hat. Das Problem ist, dass er sich zu wenig bewegt und noch dazu die "Pumpe" in Form der Fussgelenke nicht funktioniert, da der linke Knöchel steif ist und er auch mit dem rechten Fuss nicht abrollt. Die Ärztin hat dann mal eben die Tabletten verschrieben, ohne auf die Risiken und Nebenwirkungen hinzuweisen. Und wir vermuten, dass diese Verordnung der Auslöser war. Duch die Einlieferung im Krankenhaus hat er erst mal wieder Elektrolyte und NaCl bekommen und sein Körper hat sich wieder beruhigt. Aber ich finde es fahrlässig, meinem Vater so etwas zu verschreiben, ohne die Gesamtsituation zu betrachten und den Patienten zu beraten.

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    2. In diesem Fall wäre so z.B. auch eine manuelle Therapie in Form von Massage möglich. Garantiert nebenwirkungsfrei, bzw. nur mit kleineren Nebenwirkungen verbunden. Meine Schwägerin macht das, weil sie Wassereinlagerungen in den Beinen hat und ebenfalls die Entwässerungstabletten absetzen wollte, da es ihr mit denen auch schlecht ging. Die einzige Nebenwirkung davon sind hin und wieder blaue Flecken, wenn der Physiotherapeut zu fest zupackt. Sie ärgert sich aber dauernd, weil Ärzte zwar sofort dabei sind, ihr Rezepte für Entwässerungstabletten auszustellen, aber wenn sie Physiotherapie möchte, gibt es jedesmal Gezicke.

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    3. Er geht ja eigentlich zwei Mal pro Woche zur Physio, ich weiss aber nicht, was man dort macht oder ob man überhaupt auf so etwas achtet. Eigentlich ist er wegen der Unbeweglichkeit der Beine dort. Wenn ich die ganze Geschichte so anschaue, scheint mir aber Einiges im Argen zu sein bei meinem Papa. Er hat ja auch offene Füsse und jeder, dem ich die Bilder zeige, spricht sofort vom diabetischen Fuss. Aber die Hautärzte vor Ort beharren auf Schuppenflechte und haben inzwischen bestimmt schon zehn verschiedene Salben vergeblich ausprobiert. Eigentlich müsste ich bei jedem Arztbesuch dabei sein und mal auf den Tisch hauen. Ich hab den Eindruck, als ob man alte Leute abstempelt und gar nicht ernst nimmt, solange sie nicht aufbegehren.

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  2. Ach Gott! Ich drücke die Daumen, dass alles wieder in Ordnung kommt...

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    1. Vielen Dank! Die Vorzeichen sind eigentlich gut. Aber bei dem Alter und den Begleiterkrankungen besteht immer ein Restrisiko.

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