Donnerstag, 2. November 2017

Der Umgang mit dem Krankenhaus

Bisher war Krankenhaus immer ein rotes Tuch. Das hat sicherlich auch mit der Frühgeburt meines Sohnes damals und den Emotionen zu tun, die ich damit verbinde. Schon der besondere Geruch, die vielen Menschen in Weiss oder das Piepsen der Geräte erzeugten ein gehöriges Unwohlsein ...

Das hat sich im vergangenen Jahr geändert. Durch den täglichen Anblick, gerade auch intensiv betreuter Menschen, und dem Umgang mit dem Pflegepersonal ist diese Abneigung einem normalen Umgang gewichen. Schläuche und Verbände am ganzen Körper stellen nicht mehr das Horrorszenario dar, das mir sonst Angst gemacht hat. Natürlich wäre es noch etwas Anderes, wenn man eigene Angehörige so (leiden) sehen müsste. Hier kommen ja noch Verlustängste dazu. Aber die Professionalität und Normalität, mit der die Pflegenden ihre Arbeit tun, hat sich inzwischen auch auf mich übertragen. Hatte ich zu Beginn noch Herzklopfen, wenn auf dem Gang ein Krankenbett an mir vorbei geschoben wurde, registriere ich es heute kaum noch.

Lediglich weinende Menschen, die bangend auf dem Flur auf eine Nachricht warten oder hoffen, gleich zu ihren lieben Mitmenschen gehen zu dürfen, machen mich traurig und werfen die Frage auf, wann ich dort wohl mal stehen und bangen muss.

Gerade diese Woche erreichte mich wieder ein Anruf meines Vaters. Wieder ist er gefallen, und erneut hatte er wohl einen Schutzengel, denn es handelt sich nach intensiver Abklärung "nur" um eine starke Hüftprellung. Momentan kann er nicht laufen, aber das geht vorbei. Eine Becken- oder Hüftfraktur wäre eine Katastrophe gewesen.

Und weil man nie weiss, wie viel Zeit noch bleibt, haben wir gestern den nächsten Flug nach Berlin für Mitte Januar gebucht. :)

Kommentare:

  1. Hallo HerrB!
    Ja, ich war da und wollte nur kurz mal schauen, ob es Euch beiden gut geht ;-)
    Bewundernswert, dass Du immer noch schreibst!
    Ein paar Sequenzen habe ich gelesen und das mit Deinem Vater ist schwierig mit dieser Entfernung.
    Aber Du hast schon soooo vieles geschafft, irgendwie wirst Du auch dafür eine gute Lösung finden.
    Hauptsache Dir geht es mit Deiner Rosalie - Deiner Seelenverwandten - gut, denn dann kann man auch besser gewisse Hürden schaffen.

    Alles Gute weiterhin und kann schon sein, dass ich wiedereinmal auf Besuch komme. *g*
    Liebe Grüße
    Elisabetta

    Na ja, ich Blogge ja auch noch, aber mehr in Sachen Fotos.

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    1. Liebe Elisabetta,
      schön, dass Du mal wieder vorbei schaust. :) Ja, es geht uns bestens, auch wenn der Alltag uns derzeit arg auf Trab hält. Und dazu die "kleinen" Sorgen mit der Familie. Aber so ist wohl das Leben, und auch dafür wird es ganz sicher eine Lösung geben.
      Danke Dür für die guten Wünsche, und auch für Dich alles Liebe. Hin und wieder schaue ich auch mal nach Deinen schönen Bildern. :)

      Liebe Grüsse
      Herr B.

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