Samstag, 24. Oktober 2026

Ein Jahr der Abschiede

Es reicht. Was dieses Jahr an traurigen Augenblicken zu bieten hat, übertrifft alles, was ich bisher erlebt habe.

Von Juni bis Mitte Oktober sind drei unserer Katzen gestorben - wir mussten drei Mal die unglaublich schwere Entscheidung treffen, sie gehen zu lassen. Und jedes Mal stellt man sich anschliessend die quälende Frage, ob diese Entscheidung wirklich richtig war. Darauf gibt es leider keine abschliessende Antwort, nur die Hoffnung, die Tiere tatsächlich von ihrem ausweglosen Leid erlöst zu haben.

Zwischendrin mein Auszug in die eigene Wohnung. Und dann, vor ein paar Wochen, erhielt ich eine kurze Nachricht auf Whatsapp, die mich sehr bewegt hat ...

In den nächsten 12 Monaten werden alle aus meiner Abi-Klasse ihren 60. Geburtstag feiern. Bei der Mitschülerin, die als erste dran war, durfte ich im Juni persönlich dabei sein. Sie war an jenem Tag fröhlich, begeistert, wie immer voller Elan. Wir haben geflachst und uns vorgenommen, die Abstände der Klassentreffen zu verkürzen, da wir nun alle bald Rentner würden und man nie wisse, wie lange wir alle noch teilnehmen können.

Genau drei Monate später, so schrieb mir ihr Mann in der Nachricht, ist sie völlig überraschend gestorben. Krebs, der erst entdeckt wurde, als es schon zu spät war.

Letzte Woche war ich bei der Trauerfeier dabei, sass anschliessend in ihrem Haus, in dem wir vor wenigen Wochen noch gemeinsam von alten Zeiten erzählt und gelacht haben. Nie hätte ich im Juni daran gedacht, so schnell wieder dort zu sitzen und nur noch über sie statt mit ihr sprechen zu können.

2027 kann eigentlich nur besser werden. Aber das habe ich mir in den Jahren zuvor auch fast immer gesagt. Und es wurde noch schlechter.