Mittwoch, 22. März 2017

Was kann ich für Sie tun?

Wie berichtet, sind wir seit ein paar Wochen im Besitz der Domain unseres Dorfes, da es, zumindest verwaltungstechnisch, nicht mehr eigenständig existiert. Genau das haben wir auch im Text auf der Homepage erwähnt und darauf hingewiesen, dass man sich für offizielle Informationen doch bitte an die neue Grossgemeinde und deren Website wenden solle.

Offenbar haben es einige Mitmenschen im Dorf nicht ganz so mit dem Lesen. Am Freitag erreichte uns das erste Mail unter der neuen Adresse, und es war - eine Anfrage an die Verwaltung! Wir sassen gerade im Zug Richtung Zürich, als wir die Nachricht bekamen mit der Frage, an wen man sich wenden müsse, um seinen Partner im Ort anzumelden. Sie hätte dazu auf der Homepage nichts gefunden ...

In dem Moment musste ich lachen, aber im Nachhinein ist es mehr als traurig, dass uns solche Mails geschrieben werden, und es unterstreicht meine These aus diesem Post, dass viele Menschen völlig apathisch sind und gar nicht mitbekommen, was um sie herum passiert. Im Vorfeld der Fusion gab es Info-Material, Gemeindeversammlungen, Artikel in Zeitungen und sogar eine Abstimmung. Hat die Dame das alles verschlafen, verdrängt oder vergessen?

Wir sind ja nette Menschen, also haben wir ganz kurz und sachlich darauf hingewiesen, dass wir keinesfalls die Gemeinde sind, es die Verwaltung im Dorf nicht mehr gebe und sie sich nun im neuen Hauptort anmelden müsse (was ohne Auto eine halbe Weltreise ist).

Lebt es sich eigentlich besser, wenn man so naiv und ignorant durch die Welt geht?


Kommentare:

  1. Ich kenne einige, die das behaupten, das es sich so besser lebt.

    Erschreckend viele Menschen nehmen Informationen, in Form von regionalen Nachrichten oder auch überregionalen Nachrichten, nicht mehr auf. Die Begründung, die ich immer wieder höre: "sind ja sowieso alles nur negative Informationen und das macht mich depressiv und ich kann ja sowieso nix ändern..." - Vogel Strauß Mentalität...

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    1. Ich gebe zu, dass es Momente gibt, wo mich die ganzen Horror-Meldungen auch nerven und ich gar keine Lust mehr habe, mich runter ziehen zu lassen. Aber wenn man schon keinen Bock auf das Weltgeschehen hat, sollte es einem doch zumindest wichtig sein, was unmittelbar um einen herum passiert, denn DAS hat immer zumindest indirekt Einfluss auf einen selbst. Sich einfach treiben zu lassen, wäre für mich unvorstellbar.

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    2. Für mich auch. Manchmal habe ich auch die Nase voll von all den negativen Nachrichten und mir ist auch bewusst, dass ich an dem großen Weltgeschehen wenig, eigentlich nichts ändern kann, aber wie soll ich im Kleinen etwas ändern, wenn ich das Große schon nicht wahrnehme? Direkt vor der Tür ebenso.

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    3. Die Gesellschaft lebt von denen, die sich nicht unterkriegen lassen und bereit sind, trotz Widerstand weiterhin über den Tellerrand hinaus zu schauen und sich für ihre Ideale einzusetzen. Zum Glück gibt es sie noch, denn es braucht solche Menschen, im Kleinen und im Grossen.

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