Es reicht. Was dieses Jahr an traurigen Augenblicken zu bieten hat, übertrifft alles, was ich bisher erlebt habe.
Von Juni bis Mitte Oktober sind drei unserer Katzen gestorben - wir mussten drei Mal die unglaublich schwere Entscheidung treffen, sie gehen zu lassen. Und jedes Mal stellt man sich anschliessend die quälende Frage, ob diese Entscheidung wirklich richtig war. Darauf gibt es leider keine abschliessende Antwort, nur die Hoffnung, die Tiere tatsächlich von ihrem ausweglosen Leid erlöst zu haben.
Zwischendrin mein Auszug in die eigene Wohnung. Und dann, vor ein paar Wochen, erhielt ich eine kurze Nachricht auf Whatsapp, die mich sehr bewegt hat ...
In den nächsten 12 Monaten werden alle aus meiner Abi-Klasse ihren 60. Geburtstag feiern. Bei der Mitschülerin, die als erste dran war, durfte ich im Juni persönlich dabei sein. Sie war an jenem Tag fröhlich, begeistert, wie immer voller Elan. Wir haben geflachst und uns vorgenommen, die Abstände der Klassentreffen zu verkürzen, da wir nun alle bald Rentner würden und man nie wisse, wie lange wir alle noch teilnehmen können.
Genau drei Monate später, so schrieb mir ihr Mann in der Nachricht, ist sie völlig überraschend gestorben. Krebs, der erst entdeckt wurde, als es schon zu spät war.
Letzte Woche war ich bei der Trauerfeier dabei, sass anschliessend in ihrem Haus, in dem wir vor wenigen Wochen noch gemeinsam von alten Zeiten erzählt und gelacht haben. Nie hätte ich im Juni daran gedacht, so schnell wieder dort zu sitzen und nur noch über sie statt mit ihr sprechen zu können.
2027 kann eigentlich nur besser werden. Aber das habe ich mir in den Jahren zuvor auch fast immer gesagt. Und es wurde noch schlechter.
Samstag, 24. Oktober 2026
Ein Jahr der Abschiede
Donnerstag, 10. September 2026
Kein bisschen weise
Der letzte Kommentar zu meinem Post von 2022 bat mich vor einigen Monaten um ein Update. Ich denke, jetzt bin ich soweit, es hier aufzuschreiben, auch wenn meine Zeilen vermutlich nach so langer Pause kaum noch jemand finden wird.
Die Beziehung zu Rosalie hat leider nicht gehalten, sie ist nach rund 13 Jahren zu Ende gegangen. Und das rund um meinen 60. Geburtstag. Daher auch der Titel des Posts - auch die vielen Erfahrungen, die man in den Jahren gesammelt hat, bewahren einen eben nicht davor, solche schwierigen, traurigen Momente erleben zu müssen.
Wir haben es zum Schluss noch ein paar Monate mit einer Art WG versucht, aber vielleicht war alles noch zu frisch, zu intensiv, und Rosalie hat mir schliesslich mit der Geburtstagskarte mitgeteilt, dass sie den Wunsch habe, unser gemeinsames Kapitel endgültig zu beenden. Gelesen habe ich die Karte erst viel später, das war vielleicht auch gut so. Zum Feiern war mir aber ohnehin nicht zumute. Ich war allein in Berlin, wandelte auf den alten Pfaden meiner Kindheit und Jugend und muss zugeben, dass dieser runde Geburtstag der erste war, der mich wirklich nachdenklich gemacht hat. Natürlich hat die Trennung dazu beigetragen, aber das war nur ein Teil der Melancholie in diesen Tagen im Juni. Es ging vor allem um die Erkenntnis, dass ein wichtiger und der grösste Abschnitt des Lebens mit der Rente in fünf Jahren zu Ende gehen wird. Und was kommt dann noch? Fängt das Leben mit 66 Jahren wirklich erst an? Wozu werde ich dann noch in der Lage sein? Wie werde ich auf mein Leben zurückschauen?
Wieder zurück in der Schweiz dann die Erkenntnis, dass ich mich nach einer Wohnung umschauen muss. Diese Vorstellung hat mich zumindest erst einmal nicht sonderlich nervös gemacht, schliesslich habe ich schon einmal rund 10 Jahre allein gewohnt und wusste, dass ich das kann. Nachdem ich meine Suchkriterien etwas schärfte, hatte ich grosses Glück, denn schon nach ein paar Tagen war die (fast) perfekte Wohnung gefunden. Sie liegt in einer anderen Gemeinde, rund 25 Minuten mit dem Auto von Rosalies Haus entfernt.
Der Umzug selbst Anfang August, bei dem mir ein Kollege aus dem Büro half, war schnell erledigt, schliesslich besass ich in Rosalies Haus nicht viel Eigenes ausser meiner Kleidung: ein Bett, das ich für die kurze WG-Periode bereits gekauft hatte, einen Schreibtisch, einen Fernseher samt Tisch und einen Sessel. Die Herausforderung bestand darin, mich komplett neu einzurichten, vom WC-Papier bis zum Kleiderschrank. KI hat mir da sehr geholfen und die leeren Zimmer in gemütliche Wohn-Ideen umgewandelt, die ich inzwischen auch zu grossen Teilen ganz ähnlich umgesetzt habe.
Der Abschied vom Zuhause am Umzugstag mit dem Transporter war noch einmal emotional, schliesslich liegen zehn Jahre Erinnerungen dort. Jetzt, gut vier Wochen danach, bin ich gedanklich noch nicht wirklich angekommen. Die Katzen fehlen, ich muss mich wieder an Geräusche gewöhnen, die ein Mietshaus nun einmal mit sich bringt, an mögliche Blicke von Nachbarn auf meinen Balkon und Menschen, denen ich beim Verlassen der Wohnung im Treppenhaus begegnen könnte.
Die Wohnung selbst ist dabei wirklich schön: drei Zimmer im 3. Stock (also ganz oben, aber ohne Fahrstuhl), Eckwohnung und damit Fenster auf drei Seiten, ruhig mit Blick vom Balkon ins Grüne, Kuhglocken, ein Supermarkt nur 3 Minuten zu Fuss entfernt, und ein kürzerer Arbeitsweg (apropos - ich habe vor zwei Jahren den Job gewechselt, aber das ist ein anderes, gutes Thema).
Und nun gewöhne ich mich also wieder an das Alleinsein. Das gelingt mal besser, mal schlechter. An manchen Tagen, die aber seltener werden, habe ich noch immer das Gefühl, ich wäre auf Dienstreise und würde demnächst nach Hause fahren. An guten Tagen geniesse ich es, für mich zu sein und nichts erklären zu müssen. Zweimal habe ich auch Rosalie schon besucht, wir hatten jeweils ein paar sehr angenehme Stunden im Garten mit Wein und Chips, und natürlich habe ich es genossen, als die Katzen mich freudig begrüsst haben.
Vor rund einem Jahr habe ich begonnen, mit KI Musik zu machen. Daraus sind im Laufe der Zeit mehr als 1000 Songs in allen möglichen Stilen entstanden (Chamber-Pop, 40er Jahre-Swing, Klassik, Musical, Country usw.), und es ist faszinierend, wie sich einerseits die Technik entwickelt hat, aber vor allem auch, wie sich meine Lieder zum Teil inhaltlich verändert haben. Ein spannender Spiegel verschiedener Emotionen aus den letzten Monaten. Ich höre sie oft im Auto und jetzt auch abends gern mal (relativ) laut in meiner Wohnung, und manchmal gibt es dann Gänsehaut-Momente und ich erinnere mich dabei an die konkreten Umstände, wie und warum die Songs entstanden sind.
Damit bin ich wieder am Anfang: Und was kommt jetzt? Ich weiss es noch nicht. Eingewöhnen, Fuss fassen, orientieren. Wichtige Dinge klären, wie die Frage, ob ich mir ein Leben als Rentner in der Schweiz überhaupt leisten kann oder in fünf Jahren nach Deutschland zurückkehren sollte/muss, um im Alter nicht auf Ergänzungsleistungen vom Staat angewiesen zu sein.
Aber eines ist klar: Das ist nicht mein Untergang.
Montag, 20. Juli 2020
Back home
Freitag, 10. Juli 2020
Freud und Leid
Montag, 6. Juli 2020
Donnerstag, 4. Juni 2020
Abschied nehmen
Donnerstag, 12. März 2020
Da geht einem das Herz auf
Eines Tages änderte sich das. Ich öffnete die Tür, hörte es unten mauzen und die Fellnase kam die Treppe herauf, um sich neugierig umzuschauen.
So ging das jetzt eine ganze Weile, wobei ich ein etwas angespanntes Verhältnis zu dem Racker hatte, weil er mich immer mal wieder ohne Vorwarnung angriff. Die "Kinder" dagegen konnten ihn immer streicheln. Sehr merkwürdig und ungewöhnlich.
Vorgestern kam er oder sie wieder zu Besuch. Nachdem der Bauch gefüllt war, legte sich das Tierchen auf einen Tisch und beobachtete mich auf dem Sofa daneben.
Nach ein paar Minuten setzte es sich plötzlich auf, sprang zu mir aufs Sofa, hockte sich neben mich, mauzte, liess sich ein paar Mal streicheln - und legte sich dann entspannt an meinen Oberschenkel.
Es ist ein tolles Gefühl, wenn einem ein Tier sein Vertrauen schenkt und das dann auch gleich so deutlich zeigt. Man muss ihm halt Zeit geben und geduldig sein, ohne etwas einzufordern. Hier hat es viele Wochen gedauert, bis das Eis gebrochen war. Aber die Geduld zahlt sich aus und man wird mit Zuneigung belohnt.
Wir sind nicht sicher, ob es sich um ein ganz junges oder einfach ein kleines Kätzchen handelt. Zuletzt konnten wir ein paar Mal zuschauen, wohin es läuft, wenn es unser Grundstück verlässt, und es scheint, als würde es unter einem alten Wohnwagen zwischen Planen und Containern "wohnen". Falls es jetzt noch öfter zu uns kommt, werden wir mal die Nachbarn, auf deren Grundstück der "Schrott" steht, fragen, ob sie das Tier kennen und es womöglich doch zu ihnen gehört. Vielleicht aber ist es irgendwo entlaufen oder ausgesetzt worden? Im Zweifel gibt es mal wieder eine Fundmeldung im Netz und wir schauen, ob es jemand vermisst.
Und falls nicht, darf es natürlich auch bei uns wohnen, wenn es möchte. Dann haben wir halt eine Katze mehr im Haus. Es wäre bereits der vierte Streuner bei uns, wovon zwei ja leider schon gestorben sind.
Update - am Sonntagabend ist dann dieses Foto entstanden. Ich glaube, da fühlt sich jemand richtig wohl bei uns:
Donnerstag, 20. Februar 2020
Erinnern, drohen, mahnen
Während der Verhandlung hatte man sich geeinigt, dass er das Haus und Rosalie die Wohnung behält. Nicht extra erwähnt wurde in der Vereinbarung, dass die Unterlagen für die Immobilie auszuhändigen sind, denn das ist ja eigentlich selbstverständlich.
Offenbar ist es das aber nicht. Seit Wochen hält der Ex Rosalie mit fadenscheinigen Ausreden hin, vertröstet sie, schickt mal irgend ein Dokument und ein paar Protokolle von Versammlungen (und das auch noch per Firmenpost!), aber die wesentlichen Unterlagen fehlen nach wie vor.
Wohl gemerkt - es geht hier nur um Dokumente zu einer Immobilie, die ihm nicht einmal mehr gehört! Und selbst das bekommt er nicht auf die Reihe. Immerhin hat Rosalie noch ein kleines Druckmittel, denn es gibt noch Eintragungen im Betreibungsregister. Die sollen eigentlich gelöscht werden, weil eine weisse Weste natürlich besser aussieht, wenn man den Auszug irgendwo mal vorzeigen muss. Aber damit wird Rosalie nun warten, bis der Herr die Unterlagen raus gerückt hat. Im letzten Mail meinte er, er würde sie nicht finden. Na klar, ein Ordner, den es seit vielen Jahren gibt, mit Kaufvertrag, Bauplänen usw. verschwindet auch einfach mal so aus dem Büro ...
Wenn das dann vielleicht bald mal erledigt sein wird und bis Ende des Monats noch die vereinbarte Summe Geld geflossen sein sollte, müssen wir uns anschliessend hoffentlich nicht mehr mit diesem Blender und Lügner beschäftigen. Da Rosalie bereits wieder ihren Mädchennamen angenommen hat, ist für Psycho-Hygiene auch schon gesorgt, und die künftige Kommunikation wird sich nur noch auf Organisatorisches in Sachen Kinder beschränken.
Donnerstag, 13. Februar 2020
Unsere Glückszahl
Wir haben also heute einen Grund zum Feiern. Und so viel ist seit jenem Tag, den ich noch gut in Erinnerung habe, passiert. Darüber habe ich auf diesem Blog ja ausführlich berichtet. Unzählige Kilometer habe ich im Flugzeug zwischen Berlin und Zürich zurückgelegt, sodass ich mit den vielen gesammelten Meilen jetzt zumindest knapp die Hälfte des Flugtickets für unsere nächste USA-Reise bezahlen konnte.
Inzwischen bin ich auch schon mehr als drei Jahre in meiner neuen Heimat. Wo ist nur die Zeit geblieben? Mein "altes Leben" liegt gefühlt schon eine Ewigkeit zurück.
Da wir das berühmte verflixte Jahr nun überstanden haben, wird es Zeit für neue Ziele. Jetzt, wo Rosalies Scheidung endlich überstanden und auch das Gerichtsverfahren gegen die Bauspekulanten gewonnen ist, bedeutet das vor allem, uns mehr um unsere Gesundheit zu kümmern. Mich plagt immer noch der Rücken, Rosalie zwickt und zwackt es in allen möglichen Gelenken. Das muss jetzt besser werden, und das wird es natürlich nicht von allein ...
Heute Abend werden wir erst eiinmal mit einem Glas Wein anstossen und dann gemütlich ins lange Wochenende starten.
Dienstag, 14. Januar 2020
Die Natur ist hinterhältig
Gestern fand die Untersuchung statt, und das Ergebnis zeigt auf erschreckende Weise, dass die Sorge begründet war: Es wurden sechs Polypen gefunden, die zum Teil schon zwei Zentimeter gross waren. Das Ergebnis der Biopsie steht aus, aber schon dieser Befund allein ist alarmierend und gibt zu denken.
Ich war im letzten Jahr zum Check up, dort wurde anhand einer Stuhlprobe getestet. Doch dieser Test ist natürlich bei weitem nicht so gründlich wie eine Darmspiegelung. Mir graute bisher immer vor dieser Untersuchung, allein schon wegen des notwendigen Abführens am Vortag. Aber was ist das schon im Vergleich zu einer möglichen Darmkrebs-Diagnose ...
Bei meinem Papa hat man zuletzt im Magen und Darm gar nichts gefunden, was mich etwas beruhigt hinsichtlich der eigenen Gefährdung. Aber auch das ist natürlich nur ein Indiz und muss nichts bedeuten.
Dieser Monat hat es onkologisch leider in sich: Mein Vater - Lebertumor. Die Mama von E. - Darmtumor, nicht operabel. Der Partner meiner "alten" Freundin U. - diverse Metastasen. Und Rosalie hat zum Glück "nur" Polypen, die nun keinen Schaden mehr anrichten können.
Krebs ist schon eine sehr hinterhältige Krankheit, da sie sich meist erst bemerkbar macht, wenn es fast zu spät ist. Es wäre ein Segen für die Menschheit, würde man endlich ein wirksames Mittel dagegen finden, mit dem nicht nur die Folgen gemindert werden können, sondern entartete Zellen erst gar nicht auftreten. Aber das werden wir wohl nicht mehr erleben.
Freitag, 3. Januar 2020
2019 reloaded
Gestern Abend rief mich mein ziemlich aufgelöster Papa an. Das Ergebnis des Ultraschalls: Ein vier Zentimeter grosser Tumor auf der Leber.
Heute soll entschieden werden, wie man dagegen vorgehen kann, ob also eine OP möglich bzw. notwendig wird oder andere Massnahmen eingeleitet werden. Sobald ich das Ergebnis der Beratungen und mögliche Termine für einen Eingriff kenne, werde ich mir überlegen, wann ich nach Berlin reisen kann. Sehr lange sollte ich wohl nicht warten ...
Das ruhige und entspannte neue Jahr muss also noch warten.
Donnerstag, 19. Dezember 2019
Das war 2019
Die Jahres-Horoskope waren sich einig, und sie sollten Recht behalten - dieses 2019 war ein schwieriges Jahr: ein Todesfall, unglaublich viel Ärger, verschwendete Zeit und verlorenes Geld auf verschiedenen "Schlachtfeldern", drei tote Katzen, Reorg, ein ausgefallener Urlaub, Sorgen um meinen Vater.
Im Horoskop stand auch, dass es zum Ende des Jahres besser werden würde, und tatsächlich haben sich einige schwierige Probleme gelöst. Allen voran natürlich die Scheidung, das war über Jahre die grösste Last. Wenn alles nach Plan läuft, ist Rosalie in weniger als vier Wochen geschieden und kann ihren alten Namen wieder annehmen. Ein wenig holprig wird es vielleicht noch werden, wenn der Ex sich mit der Zahlung der vereinbarten Summe ziert, aber das ist lächerlich im Vergleich zu dem, was in den letzten Jahren passiert ist.
Zur selben Zeit hat uns auch das Bundesgericht Recht gegeben, sodass auf dem Grundstück gegenüber vorläufig nicht gebaut wird. Statt gruseliger Mehrfamilienhäuser mit einem riesigen Parkplatz für 42 Autos (mitten in einem alten, geschützten Dorfkern) bleibt der Hang mit seiner Wiese und den Bäumen nun erst einmal den Schafen vorbehalten.
Nicht besser geht es meinem Vater. Er laboriert nun bald seit einem Jahr an den akuten Hautproblemen der Füsse. Niemand findet die Ursache, niemand kann ihm helfen. Es ist ein Jammer und er wirkt am Telefon teilweise verzweifelt und mutlos - völlig verständlich nach der langen Zeit. Und ich weiss leider auch nicht, wie ich ihm helfen kann.
Hoffnung gibt es für den ausgefallenen Urlaub. Wir möchten ihn unbedingt im nächsten Jahr nachholen, darauf freue ich mich jetzt schon und habe bereits mal eine grobe Planung inklusive der möglichen Hotels gemacht. Der nächste Herbst kommt bestimmt.
Ich hab nun erst einmal eine Woche frei, muss dann aber an Silvester arbeiten. Man gönnt sich ja sonst nichts. Als kleines Trostpflaster wartet allerdings der neue, höhenverstellbare Tisch im Büro auf mich, sodass ich endlich richtig sitzen (und auch mal stehen) kann. Ein "Geschenk" des Hauses, das möglich wurde, weil unser Team geschrumpft ist und wir noch jede Menge finanzielle Mittel zur Verfügung hatten. Ich hätte mir sogar die Überstunden auszahlen lassen können, aber da war mir die Freizeit dann doch lieber, zumal sich vor allem das Finanzamt gefreut hätte.
Nun freue ich mich auf ruhige, besinnliche Weihnachten ohne Stress, und die wünsche ich allen, die hier ab und zu oder regelmässig vorbeischauen, natürlich auch!
Donnerstag, 12. Dezember 2019
Ja, bitte?
Bei uns finden ja seit Monaten Bauarbeiten statt, und dabei soll u. a. auch der Elektroanschluss erneuert werden. Nun haben wir der ausführenden Firma ausdrücklich gesagt, dass eine Abschaltung des Stroms nur und in jedem Fall nach Absprache mit uns erfolgen darf.
Man ahnt, was kommt - Dienstagmittag um 13 Uhr bekam ich etliche Meldungen, die darauf hindeuteten, dass der Strom weg ist. Mir ist fast das Herz stehen geblieben, denn daheim läuft neben anderen Geräten auch unser NAS mit diversen persönlichen Daten, und das Teil mag es nicht, wenn man ihm einfach den Strom entzieht.
Rosalie hat sich sofort ans Telefon gehängt und versucht zu klären, was daheim abläuft. Letztlich hat sie den Monteur vor Ort erwischt, und der meinte, er hätte ja bei uns geklingelt, aber da niemand daheim war, habe er dann einfach den Strom gekappt. Von einer Absprache habe er nichts gewusst. Ganz toll.
Zum Glück ist nichts passiert, alle Geräte haben es überstanden. Aber der Schreck war gross.
Und damit so etwas künftig vielleicht nicht mehr passiert, haben wir jetzt eine Video-Klingel daheim. Eigentlich war die Idee dahinter vor allem, unseren Vorplatz zu überwachen. Im September haben wir ja eine Katze verloren, die vor dem Haus überfahren und vermutlich einfach achtlos an den Strassenrand gelegt wurde. Mit Video hätten wir gesehen, was genau passiert ist. Mit einer grossen Aussenkamera hat man jedoch das Problem, dass missgünstige Mitmenschen sich beschweren könnten wegen des Datenschutzes. Schliesslich darf man nur sein eigenes Grundstück überwachen. Und das ist mit einer Kamera vor dem Haus nahezu unmöglich.
Die kleine Klingel an der Tür tut dasselbe, ist aber fast unsichtbar und man erwartet nicht, dass sie so einen grossen Bereich dauerhaft überwacht. Und so haben wir nun jederzeit und fünf Tage rückwirkend die Möglichkeit zu sehen, was vor unserer Haustür passiert. Und falls mal wieder jemand an der Tür läutet, wenn wir nicht zu Hause sind, können wir auch vom anderen Ende der Welt aus mit der Person sprechen.
Coole Sache. :-)
Donnerstag, 21. November 2019
Es ist vorbei!
Wir haben uns geeinigt!
Zu Beginn der Verhandlung sah es wohl gar nicht gut aus. Die Fronten waren verhärtet wie erwartet und die Forderungen beider Seiten lagen so weit auseinander, dass ein Wunder nötig war, um sich irgendwo zu einigen. Rosalie war natürlich wahnsinnig nervös, als ich sie absetzte, aber ich war mir sicher, dass sie in den passenden Momenten alle Argumente parat haben würde. Schliesslich beschäftigt sie sich seit Jahren mit fast nichts Anderem mehr und kennt jede Zahl auswendig.
Und so konnte sie immer mal wieder einhaken und die Forderungen des Ex zurecht stutzen. Wenn der z. B. behauptete, man hätte damals abgemacht, dass alles, was er seit der Trennung verdient hatte, nur ihm zustehen würde (was an sich schon absurd ist), wie kann es dann sein, dass er gleichzeitig seine Schulden aus eben dieser Zeit zur Hälfte Rosalie anlasten wollte?
Kurz bevor die Verhandlung zu scheitern drohte, öffnete sich doch noch ein Weg für einen Kompromiss. Der bedeutete zwar für Rosalie, auf Einiges zu verzichten, aber gleichwohl verlangte er von ihrem Ex, mehr als doppelt so viel zahlen zu müssen wie er ursprünglich wollte.
Die Alternative wäre eine Fortsetzung des status quo gewesen mit ungewissem Ausgang, weiteren horrenden Ausgaben für die Anwälte und einer Menge verschenkter Lebenszeit. Stattdessen ist nun die Konvention unterschrieben, jeder weiss, woran er ist, und wenn alles normal läuft, sollte die Scheidung bis zum Jahresende amtlich sein.
Das sind doch gute Aussichten für einen Neustart 2020. So richtig fassen können wir es beide noch nicht und das wird auch noch ein paar Tage dauern. Am Freitag wird eine gute Freundin von Rosalie nach einer ähnlichen Schlammschlacht ebenfalls geschieden sein, und am Abend wird dann ein wenig gefeiert. Das haben sie sich sowas von verdient!
Dienstag, 19. November 2019
Es wird ernst
Rosalie hat mit ihrem Anwalt ein ganz pragmatisches Papier vorbereitet, in dem alle Scheidungsfolgen geregelt werden könnten - kurz und knackig auf zwei Seiten. Sieht gut aus, hat nur einen Haken: Die Zahlen liegen Lichtjahre von dem entfernt, was der Ex zu zahlen bereit ist. Und das nicht nur, weil er der Meinung ist, es gehöre alles ihm, sondern auch, weil er behauptet, er könne nicht mehr zahlen.
Man stelle sich vor: Die Bank gibt Euch einen Kredit von 1000 Euro. Nun möchte sie ihr Geld gern zurück und ihr sagt der Bank, sie möge sich doch mit 100 Euro gefälligst zufrieden geben, denn mehr sei halt nicht mehr da. Wie wohl die Bank reagieren würde?
Ganz genauso geht es Rosalie. Der Ex gibt während der Trennung das Geld aus, als gäbe es kein Morgen, und wenn es dann ans Aufteilen geht, ist nix mehr übrig - Pech gehabt. Dass man das nicht einfach auf sich beruhen lassen kann, ist sicher verständlich, zumal es nicht nur um 1000 Euro geht.
Ich habe grosse Zweifel, dass es beim Termin morgen auch nur einen Zentimeter vorwärts geht, sofern der Richter nicht einschreitet. Aber der ist leider eine Pfeife und wird sich heraushalten in der Hoffnung, die beiden Parteien kommen zu einer Einigung ohne sein Zutun. Und so braucht es ein kleines Wunder, damit wir morgen Abend aufatmen können.
Ich werde berichten.
Montag, 11. November 2019
Kinder als Spielball
Denn der Ex lässt seit Monaten keine Gelegenheit aus, um die Kinder einzuspannen und mit seinem Gejammer vollzulabern. Dabei schreckt er bekanntlich auch nicht vor Straftaten zurück. So wie kürzlich, als er seinen Sohn zu einer Falschaussage vor Gericht anstiftete.
Nun hat er ein weiteres Mal die Kinder benutzt, um gegen Rosalie zu schiessen. Er hat ein Schreiben aufgesetzt mit einem Vorschlag zur Gütertrennung. Den haben beide Kinder und sogar seine Mutter unterschrieben!! Ist das zu fassen? Angeblich wären sich alle einig, dass der Vorschlag eine gute Lösung sei und Rosalie doch bitte zustimmen möge.
Nun kann man den Kindern nur bedingt einen Vorwurf machen, dass sie diesen Unsinn unterschrieben haben. Ich bin mir ziemlich sicher, dass der Ex ihnen suggeriert hat, was für ein tolles und grosszügiges Angebot er mache und dass die Kinder doch schliesslich auch eine schnelle Scheidung wollen und das der einzig richtige Weg sei. Also mögen sie doch bitte unterschreiben.
Aber mal ehrlich: Wie sollen Halbwüchsige eine hoch komplexe Güterrechtstabelle durchschauen und bewerten, noch dazu, wenn sie die Ansicht der "Gegenseite" gar nicht kennen? Der Ex hat die Kinder nur benutzt, um Druck aufzubauen und sie für sich zu gewinnen. Das ist ekelhaft und widerwärtig.
Nun ist es an Rosalie, trotz der angedachten Zurückhaltung Tacheles zu reden und den Kindern zu erklären, dass es wohl kaum fair sein kann, wenn sie für Schulden, die der Ex NACH der Trennung gemacht hat, aufkommen soll, und das bei einem Einkommen, dass in der Summe höher als das von Rosalie UND mir ist. Das ist an Arroganz nicht zu überbieten.
Es wird ein schwieriger Termin werden nächste Woche, diese Hauptverhandlung. Schon jetzt könnt Ihr gern mal anfangen, Daumen zu drücken, dass es zumindest in die richtige Richtung gehen möge, auch wenn ich an dem Tag keine Lösung erwarte. Dafür ist die Situation einfach viel zu kompliziert.
Dienstag, 5. November 2019
Historische Momente
Und deswegen darf ich morgen auch im Schweizer Radio ein wenig davon berichten. Schliesslich war ich in Berlin mittendrin im Geschehen, und diese Tage damals vor nun schon 30 Jahren werde ich nie vergessen.
Von der Euphorie und Aufbruchstimmung dieser Zeit ist leider nichts mehr übrig. Menschen, die danach geboren wurden, haben keinen Bezug mehr dazu und empfinden es als normal, wie es ist, Ältere sind zum Teil aus den verschiedensten Gründen desillusioniert und enttäuscht.
Ich hab es immer als Chance empfunden und bin noch heute dankbar, dass es so gekommen ist. Wer die Geschichte hinter der Geschichte genauer kennt (ich empfehle den Dok-Film "Schabowskis Zettel"), der weiss, dass damals alles auf Messers Schneide stand und dramatisch hätte ausgehen können.
Und so werde ich am Samstag mit Rosalie auf diesen Tag vor 30 Jahren anstossen. Zum Wohl!
Montag, 4. November 2019
So ein Pechvogel
Freitagmittag schrieb mir Rosalie per WA, dass Henry stark bluten würde. Offenbar hatte er sich mit einer oder zwei Katzen "gestritten" und ging mal wieder als Verlierer vom Platz. Der Blutfleck auf dem Boden sah beängstigend aus, und Rosalie bat mich, nach Hause zu kommen, damit wir mit ihm zum Arzt gehen können. Also liess ich im Büro alles stehen und liegen und fuhr heim.
Anschliessend packten wir nun also zwei Kater ein und fuhren zum Tierarzt. Die gute Nachricht: Dem schwanzlosen Herren geht es gut! Bis auf ein paar Flöhe hat er keine sichtbaren Probleme. Leider haben wir ihn aber in Verdacht, auf Henry losgegangen zu sein, sodass wir nun überlegen müssen, wie wir künftig damit umgehen. Schliesslich müssen wir Henry schützen. Das Haus ist zwar gross, aber so ganz können sich die Katzen halt nicht aus dem Weg gehen. Es wird schwierig.
Bei Henry fand sich eine grosse Fleischwunde am Schwanz, so gross wie ein Daumennagel. So gross, dass Henry über Nacht da bleiben musste, weil die Verletzung genäht werden musste. Nun hat der arme Kerl nicht nur ein kahles Pfötchen von der letzten Bisswunde, sondern auch noch einen kahlen halben Schwanz, und er sieht damit sehr mitleiderregend aus. Er dürfte zwar damit raus, aber wir behalten ihn noch eine Weile drin, damit er sich erholt. Ausserdem muss er schon wieder Antibiotika nehmen und scheint doch recht geschwächt zu sein, frisst wenig und schläft viel.
Ach Mensch.
Und weil im Moment alles schief geht, hatten wir am Samstag dann noch eine Sauerei im Keller. Wie schon berichtet, hatte sich das Abwasserrohr gelöst und die ganze Schei*e ergoss sich tagelang in einen grossen Trog im Keller. Man mag sich die Gerüche vorstellen, die da entstanden sind. Dem wollten wir nun ein Ende bereiten und mittels Tauchpumpe die Gülle nach draussen befördern. Wir haben uns also eine Pumpe im Fachgeschäft geliehen, stellten sie in den Trog und - nichts passierte. Pumpe kaputt.
Ist das zu fassen? Also haben wir unseren Teichreiniger genommen. Da dessen Schlauch aber zu kurz ist, mussten wir literweise die Pampe in eine kleine Regentonne pumpen, die Tonne nach draussen tragen, entleeren und wieder von vorn. Zwischendurch löste sich auch mal das Rohr, sodass sich das Abwasser im ganzen Keller verteilte ...
Es war ein "schöner" Samstagnachmittag. Aber nun ist alles trocken und sauber. Ein Problem gelöst. Ich fürchte nur, dass das noch lange nicht alles war, und meine Hoffnung ist lediglich, dass der Scheidungstermin in drei Wochen nicht der traurige Höhepunkt dieses verkorksten Jahres werden wird.
Mittwoch, 30. Oktober 2019
Kann der weg?
In unserem Katzenasyl daheim ist ja immer etwas los. Unter anderem bekommen wir regelmässig Besuch von zwei Katzen aus der Nachbarschaft. Wie wir erfahren haben, steckt eine schwierige Familien-Geschichte dahinter, die zur Folge hat, dass sich kaum einer dort um die Tiere kümmert. Das ist vermutlich der Grund, warum sie gern bei uns sind.Der eine Kater ist ein Japanese Bobtail. Er ist schon mehr als 15 Jahre alt und offenbar nicht mehr so ganz fit. Immer wieder ist er tagelang bei uns und schläft nachts in meinem Bett, ohne zwischendurch mal nach Hause zu gehen. Seit letztem Freitag ist er erneut ununterbrochen daheim bei uns.
Daraufhin hat Rosalie gestern mal mit der Besitzerin gesprochen und erfahren, dass ihn eigentlich niemand wirklich vermisst, das Tier schon seit Jahren nicht beim Tierarzt war und man dort der Meinung ist, den Kater gegebenenfalls lieber einschläfern zu lassen, sollte er irgendwie krank sein.
Geht's noch? Er macht auf uns einen noch recht vitalen Eindruck, ist unheimlich anhänglich und eigentlich sehr lieb. Nur mit vielen anderen Katzen kommt er nicht so gut klar.
Rosalie hat angeboten, dass wir das Kätzchen ohne Schwanz adoptieren könnten. In jedem Fall haben wir für Freitag einen Termin beim Tierarzt gemacht, damit man sich dort die Probleme, die er hat, mal anschauen kann. Und wenn es nichts Lebensbedrohliches ist, dann darf er natürlich auch gern seinen Lebensabend bei uns verbringen.
Wie könnte man diesen kleinen Kerl ums Leben bringen?
Mittwoch, 9. Oktober 2019
Unglaublich dreist
Und immer wenn man denkt, das wäre jetzt aber das Ende der Fahnenstange, schafft es der Mann, dem Unverschämten noch eins drauf zu setzen.
Wie bekannt, zahlt er seit Monaten keine Alimente, sodass Rosalie regemäßig gezwungen ist, diese Zahlung per Gerichtsbeschluss zwangsvollstrecken, also betreiben zu lassen, wie man hier sagt. Da es sich nicht lohnt, das monatlich zu machen, sammelt sie immer und reicht dann die Betreibung für mehrere Monate ein.
Bisher zwei Mal hat Rosalie das durchgezogen. Zwei Mal hat er anschließend in einem Jammerbrief dem Gericht zu erklären versucht, dass das alles so ungerecht und er völlig verarmt sei. Und erwartungsgemäß hat das Gericht dem Unsinn keine Beachtung geschenkt und ihn zur Zahlung der fälligen Beträge plus Entschädigung und Zinsen verdonnert.
Nun war das dritte Mal an der Reihe. Und diesmal hat er sich etwas geleistet, das an Unverfrorenheit nicht zu überbieten ist. Kurzer Hintergrund: Rosalies Sohn wurde Ende August volljährig. Mit diesem Datum, also ab September (oder August, wie der Ex meint) steht dem Sohn das Geld persönlich zu, muss also statt der Mama dem jungen Erwachsenen selbst überwiesen werden.
Und wieder schrieb der Ex einen Jammerbrief. Wir lesen den Unsinn eigentlich gar nicht, weil man das wirklich nicht mehr lesen kann. Ich blätterte aber zufällig auf die letzte Seite und fand merkwürdige Unterschriften von Rosalies Sohn. Ich schaute genauer nach und sah, dass der Ex geschrieben hatte, dass ihm das Wohl der Kinder natürlich am wichtigsten von allem sei und er selbstverständlich die Alimente für den Sohn seit August in voller Höhe direkt an ihn überweisen würde. Als Beweis fügte er drei Unterschriften vom Sohn an, die ihm die "dankend erhaltenen Beträge" quittierten!
Das Komische dabei: Rosalie gegenüber hat der Sohn stets behauptet, kein Geld vom Papa gesehen zu haben. Offensichtlich musste also einer von Beiden gelogen haben. Ich hab Rosalie daher vorgeschlagen, sie solle ihren Sohn noch einmal beiläufig fragen, ob denn Geld angekommen sei, und wenn nicht, ihm seine eigenhändigen Unterschriften auf dem Papier des Gerichts vorlegen und ihn mit diesem Konflikt konfrontieren.
Und was kam dabei heraus? Der ach so liebe Papi hatte seinen Sohn mal eben gebeten, die Unterschriften für die angeblich erhaltenen Alimente im Voraus zu leisten mit der Maßgabe, dass er ihm die aufgelisteten Beträge dann später mal igendwann sicher überweisen würde, wenn er wieder Geld übrig hätte. Er hat ihn somit zu einer Urkundenfälschung angestiftet.
Der Ex lügt also das Gericht an, ohne rot zu werden, und stiftet seinen Sohn noch zur Falschbeurkundung an, um selbst gut da zu stehen und seine Frau und Mutter des Sohnes anzuschwärzen. Schlimmer geht es nun wirklich nicht. Es reicht nicht, dass er selbst alle bescheißt, sein Sohn wird auch noch mit hineingezogen!
Rosalie hat sich nun gestern Abend mit ihrem Sohn hingesetzt und ihm erklärt, in welche Lage er sich selbst damit gebracht hat. Schließlich sei er volljährig und müsse für seine Unterschriften gerade stehen. Und diese Unterschriften liegen dem Gericht vor und werden dort natürlich auch verwendet! Sein Vater hat ihn wissentlich in eine schlimme Lage gebracht, und auch für Rosalie wird es nun schwierig, denn sie kann entweder ihren Sohn in die Pfanne hauen oder schweigen und sich damit selbst schaden. Oder versuchen, mit dieser Story dem Gericht einmal mehr zu beweisen, dass die Glaubwürdigkeit des Ex gegen Null geht.
Rosalies Sohn war jedenfalls stinksauer, als er die Tragweite seiner leichtfertig geleisteten Unterschriften erkannte, und hat sofort seinen Papa angerufen und ihm ein paar passende Takte erzählt. Das ist für ihn natürlich wahnsinnig schwierig, da er in einem Loyalitätskonflikt steckt. Ich fand es aber leider notwendig, denn bisher hat er fast ausschließlich von seinem Vater gehört, wie bösartig, hinterlistig und raffgierig seine Mutter sei. Nun hat er den eindeutigen Beleg dafür, dass sein Vater derjenige ist, der hier lügt und betrügt und sogar die Familie schamlos für seinen eigenen finanziellen Vorteil ausnutzt.
Kleine, aber feine Anmerkung dazu: Rosalie hat den Monat August noch gar nicht betrieben! Auch hier bestätigt sich erneut, was wir schon so oft festgestellt haben anhand seiner Reaktionen: Der Ex liest die Post gar nicht! Es scheint, als würden in seinem Oberstübchen alle Sicherungen durchbrennen, sobald er Post von der Ehefrau bekommt, und er sieht dann nur noch rot, ohne mal in Ruhe zu lesen, worum es überhaupt geht. Dieses ganze Lügemärchen inkl. der "gelogenen" Unterschriften von seinem Sohn wäre also völlig unnötig gewesen, aber offenbar hat der Mann völlig den Verstand verloren und ist wie im Wahn, wenn es um die Scheidung geht. Und dabei hat er nicht einmal bedacht, dass diese Geschichte wie ein Bumerang zurück kommen kann, denn natürlich erhält Rosalie seine Jammerbriefe ans Gericht in Kopie ebenfalls zugeschickt. Und natürlich weiss sie, dass ihr Sohn keine Rappen gesehen hat. Doch soweit kann er offenbar gar nicht denken.
Der Anwalt von Rosalie hatte wohl Recht: Es wäre eigentlich an der Zeit, die Zurechnungsfähigkeit des Ex prüfen zu lassen ...





