Montag, 13. Februar 2017

Fremd gegangen

Am Samstag musste Rosalie am frühen Morgen aus dem Haus und ich war den ganzen Tag allein. Gegen 8 Uhr stand ich an der Terrassentür und sah direkt davor eine kleine, offenbar noch recht junge Katze. Als ich die Tür öffnete, zögerte sie kurz, ging ein paar Schritte zurück, aber die Neugier siegte schon bald und sie betrat das Haus.

Es dauerte noch ein paar Minuten, dann erkundete sie schon neugierig das ganze Erdgeschoss. Zwischendurch marschierte sie auch mal wieder hinaus in den Garten, um kurz danach wieder herein zu kommen. Ein wenig Milch und Putenbrust waren sehr willkommen als kleiner Pausensnack.

Gegen 11 Uhr wurde sie langsam müde und selbst die Spatzen vor dem Fenster konnten sie nicht mehr aufmuntern. Sie kam zu mir auf die Couch, und dann haben wir stundenlang gekuschelt. Es ist schon ein besonderes Gefühl, wenn eine schnurrende, schlafende Katze auf einem liegt, völlig entspannt, die Wärme geniessend, als ob wir uns schon ewig kennen würden.

Mir hat das natürlich auch Freude gemacht. Das Problem ist nur: Ich reagiere stark allergisch auf Katzen! Doch während der gesamten Anwesenheit der Katze spürte ich kaum etwas. Als gegen 17 Uhr Rosalie nach Hause kam, um mich abzuholen, ging es mir immer noch gut. Erst eine weitere Stunde später begann das übliche Theater: Tränende und juckende Augen, Niesen, Husten. Und in der Nacht gegen 2 Uhr wurde ich wach, weil die Schleimhäute angeschwollen waren, mein Puls auf 85 stieg und meine Hand wie Feuer brannte. Ich hätte es natürlich besser wissen sollen, aber bei Katzen fällt es mir schwer zu widerstehen. Und bei diesem süssen Exemplar erst recht.

Und so hoffte ich einerseits, sie würde am Sonntag wieder vorbeikommen, und andererseits bat mein Verstand, ich möge verschont bleiben von einem weiteren Allergie-Schub. So war es dann auch, wir haben sie nicht mehr gesehen. Es war, als hätten wir uns genau für diesen einen Tag gefunden, an dem ich allein zu Hause blieb. Vermutlich war sie nur irgendwo entwischt und ist nun wieder da, wo sie hin gehört. Und Rosalie und die Kinder mussten wieder zusehen, dass ich "schuld" daran bin, dass hier keine Katze einziehen kann.

Kommentare:

  1. Hallo, Herr B.,

    es ist schon eine geraume Weile her. dass ich Ihren Blog besucht habe. Zuletzt wohl, als sie mitteilten, dass es sich als schwierig erweist, in der Schweiz eine Anstellung zu finden.
    Heute bin ich wieder, in ihrem neuen Blog, "hängen geblieben" und siehe da, es hat geklappt. Inzwischen sind Sie umgezogen, habe wieder einen Job, müssen nicht mehr zwischen Berlin und der Schweiz hin- und herpendeln und alles hat sich zum Guten gewendet.
    Ich möchte Ihnen zu Ihrem Erfolg ganz herzlich gratulieren! Manchmal führt Ausdauer wirklich zum Ziel.

    Freundliche Grüße
    Jürgen aus Hamburg

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    1. Hallo Jürgen, danke für den Kommentar!

      Die Ausdauer war nötig, aber sie hat sich gelohnt. Es brauchte wirklich Geduld (3 Jahre), und nun erhalte ich/erhalten wir den "Lohn" dafür: das Geschenk, jeden Tag gemeinsam verbringen zu können, ohne auf die Uhr sehen zu müssen, um den Flug nicht zu verpassen.
      Es fühlt sich gut an, hier zu sein, und ich bereue absolut nichts. Das neue Leben - es ist da!
      Viele Grüsse nach Hamburg
      Herr B.

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  2. Es gibt doch auch Katzen, die wesentlich weniger allergische Reaktionen hervorrufen.. und dazu noch wunderschön sind. Schaut doch mal nach einer Maine Coon-Katze.. ich hätte ja auch gern eine Katze hier, aber das ist leider aus verschiedenen Gründen nicht möglich, so schade!

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    1. Hast Du uns heimlich belauscht? ;) Von dieser Rasse sprachen wir neulich auch! Allerdings aus optischen Gründen. So weit ich bisher las, hat es weniger mit der Rasse zu tun, wie viele Allergene eine Katze produziert, sondern ist einfach von Katze zu Katze unterschiedlich. Man müsste also die Katze vorher untersuchen lassen ...
      Ich hab schon alles Mögliche darüber gelesen, was man tun könnte, von Mitteln, mit denen man die Katze wöchentlich einreibt, um die Allergenbildung zu vermindern, über diveser homöopathische Methoden (inkl. Darmreinigung und Entgiftung usw.) bis zur bekannten Hyposensibilierung.
      Bei uns hätte die Katze ja noch den Luxus, jederzeit draussen zu sein, was die Belastung im Haus noch reduzieren würde. Aber trotzdem wäre der Aufwand im derzeitigen Zustand zu gross - ständig Abstand zu halten, Kleidung ständig zu waschen, die Wohnung staubfrei zu halten, das ist Stress pur und trübt die Katzenfreude enorm.
      Wir haben noch keine gute Idee, wie wir damit umgehen, zumal der Wunsch der Kinder gross ist. Und noch immer schauen wir täglich im Garten, ob das süsse Katzentier wieder auftaucht.
      Zwei Seelen schlagen in meiner Brust ...
      Liebe Grüsse!

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    2. Ich bin ja auch neugierig, was das Thema angeht.. bei der Maine Coon hab ich mich aber wohl geirrt.. hier ist ein sehr interessanter Link, vielleicht kennst du ihn ja schon:
      http://www.markt.de/ratgeber/katzen/katzenallergie-gibt-es-katzenrassen-fuer-allergiker/ Man kann also offenbar eine ausgewählte Katze vor dem endgültigen Erwerb auf Allergene testen lassen.... sehr interessant! Und dass man den Züchter vorab mehrmals besucht ist meiner Meinung nach sowieso sehr wichtig.
      Liebe Grüße und viel Glück bei der Suche!

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    3. Danke Dir für den interessanten Link! Ich werde mich in der nächsten Zeit mit einigen alternativen Methoden beschäftigen, die unter Umständen hilfreich sein könnten. Im Netz liest man da durchaus von vielversprechenden Ansätzen. Allerdings sind meine Symptome schon ziemlich heftig, sodass abzuwarten ist, ob solche Behandlungen wirklich erfolgreich sein werden.
      Kurzfristig wird es daher wohl nichts mit dem Familienzuwachs, leider.
      Liebe Grüsse aus der sonnigen Schweiz!

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