Dienstag, 25. April 2017

50 Seiten Klischees

Was war das für ein Hype um Anastasia und Christian. Obschon ich seinerzeit nach der Veröffentlichung viele negative Rezessionen gelesen hatte, wollte ich mir selbst ein Bild machen und begann, den ersten Teil zu lesen.

Weit bin ich nicht gekommen. Nach etwa einem Viertel des Buches wurde es mir zu albern. Die mit 21 noch jungfräuliche Anastasia, die sich für den Richtigen aufsparen wollte, dann immer und immer wieder hin- und hergerissen wird von den guten und schlechten Seiten des Herrn Grey (klar, man lässt sich mal schnell ein Notebook oder ein Auto schenken, kein Problem), dabei aber vom ersten Mal an ein Naturtalent in allen nur denkbaren Stellungen ist und perfekt bla*en kann, ein paar lustige Fesselspiele hier, Erniedrigungen da, Klischees überall - und das soll Literatur sein? Und für welche Zielgruppe? Teenies, traumatisierte Hausfrauen?

Und warum ich jetzt darauf komme? Meine Liebste und ich bekamen neulich den zweiten Film zu diesen mühsamen Romanen in die Finger. Und irgendwie hatte ich die Hoffnung, es könne doch nur besser werden ... Zehn Minuten dauerte diese Hoffnung, dann musste ich abschalten. Frau S. trifft ganz zufällig Herrn G. in einer Ausstellung, will den Typen in der ersten Sekunde überhaupt nicht sehen und ist voller Wut (wohl noch aus Teil eins), um dann etwa drei Minuten später mit ihm voller Lust im Bett zu landen. Also alles wie immer, alles wie gehabt.

Wenn zumindest die Sexszenen noch irgendwie heiss wären, aber auch da nur das typische Gerammel eines amerikanischen Films. Gähn.

Es gibt ja Romane, die kann man mal eben so als Urlaubslektüre mitnehmen, sie lesen sich so weg, ohne besonders hohen Ansprüchen genügen zu müssen. Aber in diesem Fall geht das für mich gar nicht. Weg damit!

Kommentare:

  1. Ich glaube, so berechtigt die Kritik an diesem Roman auch ist, dies ist eben nur was für Frauen. Wir Frauen lieben ja auch Aschenputtel und Pretty Woman etc., was ja nicht minder lächerlich und albern und unrealistisch ist. Männer können sowas einfach nicht verstehen:)

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    1. Da hast Du womöglich Recht. Und vielleicht bestätigt die Ausnahme dann auch die Regel, denn Rosalie kann mit diesen Perlen der Weltliteratur auch nichts anfangen. :)

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  2. Ich schließe mich deiner Kritik absolut und ohne jeden Zweifel an!! Die Bücher sind Schund.... ich hab nicht mehr als 5 Seiten geschafft, das wars. Ganz schrecklich!! Mit so etwas vergeude ich meine Zeit nicht.. Und in meinem Freundeskreis gibt es zum Glück niemanden, der mir diese Meinung übel nimmt, im Gegenteil.
    Hut ab, dass du dich da rangetraut hast.. grins..

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    1. :) Ja, es brauchte schon einen Moment der Überwindung ...
      Es gibt doch wirklich gute, anregende und prickelnde erotische Literatur. Doch diese hier gehört in meinen Augen wirklich nicht dazu. In einem Groschenroman hätte ich sicherlich nichts dagegen auszusetzen, aber in einem Buch, dass scheinbar den Anspruch für sich erhebt, ernst zu nehmende Literatur sein zu wollen, fehlt mir so ziemlich alles, was es für ein gutes Buch braucht.
      Nein, über Geschmack lässt sich nicht streiten, daher nehme ich es natürlich niemandem übel, der dazu steht, diese Bücher zu mögen. Aber diesen ganzen Hype inklusive CDs mit der in den Büchern erwähnten Musik, den kann ich persönlich absolut nicht nachvollziehen. Und die Filme sind genauso entbehrlich wie die Bücher ...

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